Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 133: Rātrī-Sūkta und Rātrī-Khila Das Rātrī-Sūkta (RV 10.127) und der Rātrī-Khila

Khaṇḍa 175-176 (Sutra 8.1.175.1-8.1.176.7) samt Merkvers 8.0.28. Verse 175.1-176.3 = RV 10.127.1-8; Verse 176.4-7 = Ṛgveda-Khila 4.2 ('Rātrī-Khila') bzw. AV 19.47.

rātrī vy akhyad āyatī purutrā devyā 1 'kṣabhiḥ / viśvā adhi śriyo 'dhita

Die Nacht hat, herankommend, an vielen Orten mit ihren göttlichen Augen alles erblickt; alle Herrlichkeiten hat sie sich angelegt.

orv aprā amartyā nivato devy ud-vataḥ / jyotiṣā bādhate tamaḥ

Die weiten Räume hat die unsterbliche Göttin erfüllt, die Niederungen und die Höhen; mit ihrem Licht vertreibt sie die Finsternis.

nir u svasāram askṛtoṣasaṃ devy āyatī / aped u hāsate tamaḥ

Die herankommende Göttin hat nun die Uṣas, ihre Schwester, hervortreten lassen; und die Finsternis weicht nun hinweg.

sā no adya yasyā vayaṃ ni te yāmann avikṣmahi / vṛkṣe na vasatiṃ vayaḥ

Sie, in deren Zeit wir sind - heute mögen wir uns auf deinem Weg niederlassen, wie die Vögel sich zur Nachtruhe im Baum niederlassen.

ni grāmāso avikṣata ni padvaṃto ni pakṣiṇaḥ / ni śyenāsaś cid arthinaḥ

Nieder haben sich die Dorfgemeinschaften niedergelassen, nieder die Gehenden, nieder die Gefiederten; nieder haben sich gelassen selbst die nach Beute begierigen Falken.

yāvayā vṛkyaṃ 1 vṛkaṃ yavaya stenam ūrmye / athā nas sutarā bhava

Halte die Wölfin fern, und den Wolf halte fern, o Nächtliche [?], den Dieb halte fern! So sei uns leicht zu überqueren.

upa mā pepiśat tamaḥ kṛṣṇaṃ vyaktam asthita / uṣa ṛṇeva yātaya

Über mich hat sich die Finsternis gebreitet, die schwarze, sichtbar gewordene; o Uṣas, vertreibe sie wie man eine Schuld begleicht.

upa te gā ivākaraṃ vṛṇīṣva duhitar divaḥ / rātri stomaṃ na jigyuṣe

Ich habe dir Lobpreis dargebracht wie man Beute-Kühe herbeitreibt; erwähle, o Tochter des Himmels, o Nacht, den Lobgesang für den, der noch nicht gesiegt hat.

ā rātri pārthivaṃ rajaḥ pitur aprāyi dhāmabhiḥ / divas sadāṃsi bṛhatī vi tiṣṭhasa ā tveṣaṃ vartate tamaḥ

O Nacht, den irdischen Staubraum hast du mit den Stätten des Vaters erfüllt; die Sitze des Himmels durchdringst du, die Erhabene; glühend rollt die Finsternis heran.

ye te rātrī nṛcakṣaso yuktāso navatir nava / aśītis saṃtv aṣṭā uto te sapta saptatīḥ

Deine neunundneunzig menschenbeobachtenden Kräfte, o Nacht, seien uns angeschirrt zu Hilfe; achtundachtzig mögen es sein, und auch deine sieben mal siebzig.

rātrīṃ pra padye jananīṃ sarva-bhūta-niveśanīm / bhadrāṃ bhagavatīṃ kṛṣṇāṃ viśvasya jagato niśām

Ich nehme Zuflucht zur Nacht, der Gebärerin, der Behausung aller Wesen, der Heilvollen, der Glückhaften, der Schwarzen, der Nacht der ganzen Welt.

saṃveśinīṃ saṃyaminīṃ graha-nakṣatra-mālinīm / prapanno 'ham śivāṃ rātrīṃ bhadre pāram aśīmahi bhadre pāram aśīmahy oṃ namaḥ

Der Beherbergenden, der Bezähmenden, der mit Planeten und Sternen Bekränzten - ich bin der gnädigen Nacht zugeflohen. O Gütige, mögen wir ihr jenseitiges Ufer erreichen, o Gütige, mögen wir ihr jenseitiges Ufer erreichen - Oṃ, Verehrung!

[Anm.: Die Verse 8.1.175.1-176.3 entsprechen dem Rātrī-Sūkta RV 10.127.1-8; die Verse 176.4-7 gehören laut Quellen-Fußnote zum Ṛgveda-Khila 4.2 ('Rātrī-Khila'), wobei Vers 4 auch AV 19.47.1 und Vers 5 AV 19.47.3 entspricht. Dieser Khila-Anhang wurde später auch als Kernstück der Rātrī-Verse im Durgā-/Devī-Māhātmya-Kontext bekannt.]

arthinas saptatīś catvāri ca

Stichwort-Merkvers: 'arthinaḥ' und 'saptatīḥ' und vier weitere.

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