Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 68: Ṣaṣṭha-praśna: Der rätselhafte Vṛṣākapi (RV 10.86) und der Vierhörnige (RV 4.58) 6. Praśna: Der rätselhafte Vṛṣākapi und der Vierhörnige

Dieser Abschnitt (6.32.1-6.33.5) bleibt sprachlich schwierig, enthält aber zwei bemerkenswerte Anspielungen auf berühmte vedische Rätselhymnen: 6.32.5 nennt Vṛṣākapi, die rätselhafte Affen-/Gottheitsfigur aus dem eigentümlichen Vṛṣākapi-Hymnus (RV 10.86, von der Quelle selbst in Fußnote *432 als Parallelstelle vermerkt), und 6.33.2 das Bild des "Vierhörnigen" (catuḥ-śṛṅgin) aus dem ebenso rätselhaften Catuḥśṛṅga-Sūkta (RV 4.58), das traditionell auf Agni oder ein kosmisches Opfertier gedeutet wird.

sa eko 'bhūd divā-niśaṃ nas sañcāri-bhavodbhavaḥ | sraṣṭus sṛṣṭeś ca sañcita svāhā

Er wurde der Eine, Tag und Nacht uns begleitend, der Wandernde, aus dem Sein Entstandene; des Schöpfers und der Schöpfung Zusammengefügte.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

yas traiṣṭubhaś cāgra ima(g)ṃ sisṛkṣus sasmāra sārvaṃ manasā makheṣṭā | puṣpaṃ vimānaṃ vibudhasya hetus svāhā

Der aus dem Triṣṭubh-Versmaß am Anfang dieses zu erschaffen wünschend, erinnerte sich an alles mit dem Denksinn, beim Opfer verehrt; die Blüte, das Fahrzeug, die Ursache des Erwachten.

[Anm.: Vers unsicher [?]; "Triṣṭubh" ist eines der klassischen vedischen Versmaße.]

prakramyātha ūrdhvaṃ puruṣa-jo viveśa prajāsu vṛtyāya asun dadāti | so 'ham asmin yajāni samāpātu svāhā

Vorwärtsschreitend, dann nach oben, der Puruṣa-Geborene, drang er in die Geschöpfe ein; zum Lebensumlauf gibt er die Lebenshauche; ich, dieser, möge in diesem Opfer opfern – es vollende sich.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]

yo mātariśvā viyaj-jāto 'ṃśako vṛto hūyate | yasya sata(g)ṃ sametu svāhā

Der Mātariśvan ist, vom Sonder-Opfer Geborene, der Anteilhaber, wird umhüllt angerufen; dessen Wahrheit möge zusammenkommen.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

vṛṣākaper[*432] iha upoṣa-vṛttyā[*433] yam ādatta deva āste | tasyābham agne suhuta(g)ṃ harasva svāhā

Des Vṛṣākapi hier, durch die Fasten-Verhaltensweise, den der Gott ergriffen hat, sitzt er; dessen Glanz, o Agni, nimm als wohldargebrachte Opfergabe.

[Anm.: "Vṛṣākapi" ist die rätselhafte Affen-/Gottheitsfigur aus dem eigentümlichen Vṛṣākapi-Hymnus, auf den Fußnote *432 ausdrücklich verweist (RV 10.86; AV 20.126.2).]

ojo-ibhimānī nidadhāra viśvaṃ tri-kośa-gair yad daśabhir yad agre | jātebhya ebhyas sa-havo yajāni svāhā

Der Kraft-Stolze hielt das All zusammen, durch die drei-Behälter-Gehenden, die zehn, die am Anfang waren; für diese Geborenen opfere ich mit Anrufung.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?]; "tri-kośa" ("dreifacher Behälter") ist ein ungewöhnlicher Ausdruck.]

āpo viśvan dadhāty asūn divo dadhe 'dhaś ca khaṃ caran | catuś-śṛṅgiṇa etu hotu svāhā

Die Wasser tragen alles, die Lebenshauche; des Himmels Kraft hält er, und auch unten, durch den Luftraum wandelnd; des Vierhörnigen Opferung möge zu uns kommen, dem Hotṛ.

[Anm.: "catuḥ-śṛṅgin" ("der Vierhörnige") ist ein bekanntes rätselhaftes Bild aus RV 4.58 ("Catuḥśṛṅga-Sūkta"), das traditionell auf Agni oder ein kosmisches Opfertier gedeutet wird.]

cāturyam[*434] asmin dadhati prajās tāḥ | cātur-guṇānām ata adbhya etat svāhā

Geschicklichkeit legen die Geschöpfe in dieses; der Vierfach-Eigenschaftlichen von den Wassern her kommt dies.

[Anm.: Fußnote *434 der Quelle übersetzt "cāturya" selbst mit "Geschicklichkeit" (dexterity, nach Monier-Williams).]

tayādityā nirviśanti bhūtā viśve guṇānāṃ haviṣo vahantyā | varāṃbarāyā[*435] suhutan nidhattā(g)ṃ svāhā

Durch sie treten die Ādityas ein, alle Wesen, der Opfergabe der Eigenschaften tragend; der Göttin des besten Gewandes sei die wohldargebrachte Gabe niedergelegt.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]

tat trīṇy[*436] eṣā dharate sarvam arvāg yām āyāntas sūrayo dyāṃ vrajantaḥ | tasyā agnāv unnīyante juhomi svāhā

Diese drei trägt sie, alles Diesseitige, zu der die Weisen kommend, zum Himmel wandelnd; in ihr Feuer werden die Opfergaben hinaufgeführt – ich opfere.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]

harasva svāhā juhomi svāhā

[Mnemonische Merkzeile:] "…nimm, svāhā" – "…ich opfere, svāhā".

[Anm.: Liturgische Stichwortformel.]

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks