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Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 145: Der große Śānti-Schluss von Praśna 8 Der große Friedens-Schluss (Śānti) von Praśna 8 - mit dem Taittirīya-Upaniṣad-Abschluss

Khaṇḍa 206 (Sutra 8.1.206.1-15) - der letzte durchnummerierte Khaṇḍa von Anuvāka 8.1. Eine dichte Kompilation der bekanntesten vedischen Friedens- und Segensformeln, endend mit dem wörtlichen Schluss der Taittirīya-Upaniṣad.

pṛthivī śāntā sāgninā śāntā sā me śāntā śuca(g)ṃ śamayatu / antarikṣa(g)ṃ śāntaṃ tad vāyunā śāntaṃ tan me śānta(g)ṃ śuca(g)ṃ śamayatu

Die Erde ist befriedet, sie ist mit Agni befriedet; sie sei mir befriedet - sie möge meinen Kummer stillen. Der Luftraum ist befriedet, er ist mit Vāyu befriedet; er sei mir befriedet - er möge meinen Kummer stillen.

dyauś śāntā sādityena śāntā sā me śāntā śuca(g)ṃ śamayatu

Der Himmel ist befriedet, er ist mit der Sonne befriedet; er sei mir befriedet - er möge meinen Kummer stillen.

pṛthivī śāntir antarikṣa(g)ṃ śāntir dyauś śāntir / diśaś śāntir avāntara-diśāś śāntir agniś śāntir vāyuś śāntir ādityaś śāntiś candramāś śāntir nakṣatrāṇi śāntir / āpaś śāntir oṣadhayaś śāntir vanas-patayaś śāntir

Frieden der Erde, Frieden der Luftwelt, Frieden dem Himmel. Frieden den Himmelsrichtungen, Frieden den Zwischenrichtungen, Frieden dem Agni, Frieden dem Vāyu, Frieden der Sonne, Frieden dem Mond, Frieden den Sternen. Frieden den Wassern, Frieden den Heilkräutern, Frieden den Waldbäumen.

gauś śāntir ajā śāntir aśvaś śāntiḥ puruṣaś śāntir brahmā śāntir brāhmanaś śāntiś śāntir eva śāntiś śāntir me astu śāntiḥ

Frieden der Kuh, Frieden der Ziege, Frieden dem Pferd, Frieden dem Menschen, Frieden dem Brahman, Frieden dem Brahmanen; Frieden fürwahr sei Frieden - Frieden sei mir, Frieden.

tayāha(g)ṃ śāntyā sarva-śāntyā mahyaṃ dvi-pade catuṣ-pade ca śāntiṃ karomi śāntir me astu śāntiḥ

Mit diesem Frieden, dem Allfrieden, schaffe ich mir Frieden für Zweifüßler und Vierfüßler; Frieden sei mir, Frieden.

eha śrīś ca hrīś ca dhṛtiś ca tapo medhā pratiṣṭhā śraddhā satyaṃ dharmaś caitāni mottiṣṭhantam anūttiṣṭhantu mā mā(g)ṃ śrīś ca hrīś ca dhṛtiś ca tapo medhā pratiṣṭhā śraddhā satyaṃ dharmaś caitāni mā mā hāsiṣuḥ

Hierher mögen kommen Glanz, Scham(-haftigkeit), Standhaftigkeit, Askese, Weisheit, Grundfestigkeit, Vertrauen, Wahrheit und Rechtschaffenheit - diese mögen dem sich stets Erhebenden weiter folgen; mich mögen Glanz, Scham(-haftigkeit), Standhaftigkeit, Askese, Weisheit, Grundfestigkeit, Vertrauen, Wahrheit und Rechtschaffenheit nicht verlassen!

udāyuṣā svāyuṣod oṣadhīnā(g)ṃ rasenotparjanyasya śuṣmeṇodasthām amṛtā(g)ṃ anu

Mit meiner eigenen Lebenskraft, mit gutem Leben bin ich aufgestanden, mit dem Saft der Heilkräuter, mit der Kraft Parjanyas - ich bin nach den Unsterblichen aufgestanden.

tac cakṣur deva-hitaṃ purastāc chukram uccarat / paśyema śaradaś śataṃ jīvema śaradaś śataṃ nandāma śaradaś śataṃ modāma śaradaś śataṃ bhavāma śaradaś śata(g)ṃ śṛṇavāma śaradaś śataṃ prabravāma śaradaś śatam ajītās syāma śaradaś śataṃ jyok ca sūryaṃ dṛśe

Jenes Auge, den Göttern zuträglich, im Osten aufsteigend, das strahlende - mögen wir hundert Herbste sehen, mögen wir hundert Herbste leben, mögen wir hundert Herbste uns freuen, mögen wir hundert Herbste uns erfreuen, mögen wir hundert Herbste sein, mögen wir hundert Herbste hören, mögen wir hundert Herbste sprechen, mögen wir hundert Herbste unbesiegt sein, und noch länger die Sonne sehen.

[Anm.: Der berühmte Schlussvers 'tac cakṣur devahitam' (Śukla-Yajurveda-Saṃhitā 36.24, auch als Anhang zur Īśā-Upaniṣad Vers 16 bekannt) - einer der bekanntesten vedischen Langlebigkeits- und Segenswünsche.]

ya udagān mahato 'rṇavād vibhrājamānas sarirasya madhyāth sa mā vṛṣabho lohitākṣas sūryo vipaścin manasā punātu

Der, welcher aus dem großen Ozean aufgestiegen ist, strahlend, aus der Mitte des Meeres - dieser Bulle, der Rotäugige, die Sonne, der Weise, möge mich mit seinem Geist läutern.

brahmaṇaś ścotany asi brahmaṇa āṇī stho brahmaṇa āvapanam asi dhāriteyaṃ pṛthivī brahmaṇā mahī dhāritam enena mahad antarikṣaṃ divaṃ dādhāra pṛthivī(g)ṃ sa-devāṃ yad ahaṃ veda tad ahaṃ dhārayāṇi mā mad vedo 'dhi visrasat

Du bist das Träufeln des Brahman, ihr seid die Achsnägel des Brahman, du bist die Aussaat des Brahman; getragen ist diese Erde, die große, durch das Brahman; durch dieses ist getragen der große Luftraum, und den Himmel hat es getragen, die Erde samt den Göttern. Was ich weiß, das möge ich festhalten; möge das Wissen nicht von mir abfallen!

medhā-manīṣe māviśatā(g)ṃ samīcī bhūtasya bhavyasyāvaruddhyai sarvam āyur ayāṇi sarvam āyur ayāṇi

Weisheit und Einsicht mögen in mich eingehen, vereint, zur Erlangung des Gewordenen und des Zukünftigen; das volle Lebensalter möge ich erreichen, das volle Lebensalter möge ich erreichen.

ābhir gīrbhir yad ato na ūnam āpyāyaya harivo vardhamānaḥ / yadā stotṛbhyo mahi gotrā rujāsi bhūyiṣṭha-bhājo adha te syāma

Mit diesen Lobliedern, was uns hierin mangelt, das fülle an, o Falbenlenker, der du dich mehrst; wenn du für die Preisenden die großen Rinderherden aufbrichst, dann mögen wir die reichsten Anteilhaber davon sein.

brahma prāvādiṣma tan no mā hāsīt / oṃ śāntiś śāntiś śāntiḥ

Das Brahman haben wir verkündet - das möge uns nicht verlassen. Oṃ, Friede, Friede, Friede.

[Anm.: Dieser Schlussvers entspricht wörtlich dem berühmten Abschluss der Taittirīya-Upaniṣad, Śikṣāvallī 1.11 ('brahma prāvādiṣma tan no mā hāsīt') - ein deutliches Zeichen dafür, dass der gesamte Abschnitt 8.1.198-206 aus der klassischen Śāntipāṭha- und Segensvers-Tradition der Yajurveda-Schulen zusammengestellt ist, wie sie am Ende vieler vedischer Texte und Upaniṣaden steht. Mit Khaṇḍa 206 endet die durchlaufende Zählung von Anuvāka 8.1.]

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