Paṭala 79: Saptama-praśna: Die Pāramātmikā-Upaniṣad (6) – Varāha und Nṛsiṃha
7. Praśna: Die Pāramātmikā-Upaniṣad (6) – Die Avatāras Varāha und Nṛsiṃha
Höhepunkt dieses Abschnitts (Khaṇḍa 6.1-6.10) sind die Verse 7.1.11.4 (Varāha-Avatāra: das Emporheben der versunkenen Erde) und 7.1.12.5 (Nṛsiṃha-Avatāra: die Tötung des Daitya-Fürsten Hiraṇyakaśipu), sowie 7.1.12.3, ein wörtliches Zitat von RV 10.121.10, dem Schlussvers des bereits in Kapitel 61/62 behandelten Hiraṇyagarbha-Sūkts ("Ka"-Hymnus).
Er selbst der Anfang, das innere Selbst von allem, der Gott, er selbst schuf das aus Spiel Bestehende; der selbst die Welt festhaltend, im Festhalten begriffen.
Der selbst das durch sich Geschaffene, Geschützte, jener Ausbreitung, das Unbewegliche als Bewegliches wandelnd; selbst spielend, zum Spielen bringend, in einen anderen Spielbereich eintretend.
Durch eigene Kraft verleiht er alles, der den überaus Bösen Schritt für Schritt bezwang; den hoch Verdienstvollen, aus Verdienst Bestehenden, die Verdienst-Ausbreitung trug er – dem Gott.
Die eine Erde, im Wasser versunken, tönend, [darauf] zueilend, vernehmend; selbst zum Eber geworden, der Vorzügliche, hob er sie empor – jenem Gott, dem Wohltätigen, dem Vater.
[Anm.: Bezug auf den Varāha-Avatāra – Viṣṇu, der als Eber die versunkene Erde aus den kosmischen Wassern emporhebt.]
Der die Erde tragend, "die Erdhalter, die Erdhalter" sprach; jene mit den Bergrücken versehend durch die eigene Kraft – jenem Gott, dem Gaben-Gebenden, dem Vater.
[Anm.: Vers unsicher in Details [?]; "kun-dhara" ("Erdhalter") setzt den Varāha-Kontext fort.]
yo vā pṛthāṃ praskhalantīṃ pramṛjyāmṛtāṅgīm | ya ūrvor upadadhāt tasmai variṣṭhāya varadāya pitre svāhā
Der die Erde [Pṛthivī], die Wankende, abwischend, mit unsterblichen Gliedern; der sie auf den Schenkeln bettete – jenem Vorzüglichsten, dem Gaben-Gebenden, dem Vater.
[Anm.: Fortsetzung des Erdrettungs-Mythos; "pṛthā" hier wohl für Pṛthivī, die Erdgöttin.]
Den Himmel, die begehrende Kuh, von Begierde erfüllt, rötlich-blau, unsterblich wandelnd; liebkosend, mit verwöhnten Armreifen versehen – jenem Herrn der Geschöpfe, dem Gaben-Gebenden, dem Vater.
prajā-pate na tvad etāny anyo viśvā jātāni pari tā babhūva | yat-kāmās te juhumas tan no astu vayaṃ syāma patayo rayīṇāṃ svāhā
O Herr der Geschöpfe, außer dir hat kein anderer all diese entstandenen Dinge umfasst; was wir uns wünschend opfern, das werde uns zuteil – wir seien Herren der Reichtümer!
[Anm.: Wörtliches Zitat von RV 10.121.10, dem Schlussvers des Hiraṇyagarbha-Sūkts ("Ka"-Hymnus), bereits in Kapitel 61/62 dieses Werks behandelt.]
yo vā vyahiṃsīj jarayājarantaṃ tan daitya-mukhyam aṃṛtātma-rūpam | sukhuraṃ khurāṇāṃ kiñcit svanantaṃ tasmai nṛsiṃhāya sureśa-pitre svāhā
Der durch das eigene Altern den unaltbaren Feind verletzte, jenen Daitya-Fürsten, dessen Gestalt unsterblichen Wesens ist; mit schönen Klauen, unter den Klauentieren, ein wenig tönend – jenem Nṛsiṃha, dem Vater der Götterherrscher.
[Anm.: Bezug auf den Narasiṃha- (Mann-Löwe-)Avatāra Viṣṇus und die Tötung des Daitya-Fürsten Hiraṇyakaśipu.]