barhiṣi svāhā citra(gg)ṃ svāhā suveṣṭau ca
[Mnemonische Merkzeile:] "…auf dem Barhis-Gras, svāhā" – "…glänzend, svāhā" – "…und in Suveṣṭu [?]".
[Anm.: Liturgische Stichwortformel, verweist auf 6.21.5 und 6.22.6; "suveṣṭau" bleibt unsicher [?].]
Vaikhānasamantrapraśna
Dieser Abschnitt (6.24.1-6.25.6) ist der Anrufung Skandas/Kārttikeyas gewidmet, des sechsgesichtigen (ṣaṇmukha) Kriegsgottes und Heerführers der Götter, mit klarer ikonographischer Kennzeichnung (Pfau als Reittier, sechs Gesichter, Sohn der Kṛttikās/Plejaden – daher "Kārttikeya"). Ab 6.25.3 wendet sich der Text unvermittelt einer nicht namentlich genannten weiblichen Gottheit zu, deren Identität unklar bleibt; die Verse sind hier sprachlich besonders schwierig und enthalten mehrere seltene, unsichere Komposita. Fußnote *409 der Quelle vermerkt eine eigene editorische Entscheidung zur Verseinteilung zwischen Kapitel 25 und 26.
barhiṣi svāhā citra(gg)ṃ svāhā suveṣṭau ca
[Mnemonische Merkzeile:] "…auf dem Barhis-Gras, svāhā" – "…glänzend, svāhā" – "…und in Suveṣṭu [?]".
[Anm.: Liturgische Stichwortformel, verweist auf 6.21.5 und 6.22.6; "suveṣṭau" bleibt unsicher [?].]
jagad-bhuvaṃ bahuto hutaṃ yajad-bhuvan namas te astu | viśva-bhuve svāhā
Dem Welt-Entstandenen, dem von Vielen Verehrten, dem Opfer-Entstandenen sei Verehrung; dem All-Entstandenen.
[Anm.: "jagad-bhū" ("Welt-entstanden") ist, wie der folgende Vers zeigt, ein Beiname Skandas/Kārttikeyas.]
jagad-bhavo 'dhipatis senā-nīr mayūra-priyaṣ ṣaḍ ānana āṅgāraḥ | sañjayā ha namas te 'stu sukhāvahāya svāhā
Der Welt-Entstandene, der Oberherr, der Heerführer, der Pfau-Liebende, der Sechsgesichtige, der Glühende – durch den Sieg sei dir Verehrung, dem Glück-Bringenden.
[Anm.: Eindeutige Skanda-/Kārttikeya-Ikonographie: Pfau als Reittier, sechs Gesichter (Ṣaṇmukha), Heerführer der Götter.]
subrahmaṇyo[*407] bṛhaspates sutāyāsya padma-yoneḥ | yasyātmā vahane vahati svāhā
Dem Subrahmaṇya, dem Sohn Bṛhaspatis [?] dieses Lotos-Ursprungs [?]; dessen Selbst im Reittier fährt.
[Anm.: "Subrahmaṇya" ist ein gängiger (v.a. südindischer) Beiname Skandas/Kārttikeyas; die Zuordnung als "Sohn Bṛhaspatis" ist ungewöhnlich, da Skanda traditionell als Sohn Śivas/Agnis gilt – Vers unsicher [?].]
subrahmaṇyo rudra-bhuvo brahma-bhuvaḥ | bhavodbhavo mamāmṛtāya svāhā
Der Subrahmaṇya, der aus Rudra Entstandene, der aus Brahmā Entstandene; der aus dem Sein Entstandene, für meine Unsterblichkeit.
[Anm.: Hier wird Skanda korrekt als "aus Rudra Entstandener" bezeichnet, konsistent mit seiner traditionellen Abstammung von Śiva.]
jagad-bhuvas subrahmaṇyaḥ kṛttikā-sutaḥ | ṣaṣṭikāya svāhā
Der Welt-Entstandene Subrahmaṇya, der Sohn der Kṛttikās; dem [Wort unsicher, 'ṣaṣṭikāya'] [?].
[Anm.: "Kṛttikā-sutaḥ" ("Sohn der Kṛttikās/Plejaden") ist ein Standardepitheton Skandas, der der Legende nach von den sechs Plejaden-Frauen aufgezogen wurde (daher auch "Kārttikeya").]
jagad-bhuvo yo yajad-bhuva skanda-viśākha-netā | havyam asmāt ṣaṇ-mukhāya svāhā
Der Welt-Entstandene, der Opfer-Entstandene, der Anführer von Skanda und Viśākha; die Opfergabe von diesem, dem Sechsgesichtigen.
[Anm.: Skanda und Viśākha erscheinen hier als (teils unterscheidbare) Namen/Aspekte, beide dem sechsgesichtigen Kriegsgott (Ṣaṇmukha) zugeordnet.]
ato devā | idaṃ viṣṇuḥ
"Von dort, die Götter…" [Zitatanfang] — "Dies hier, Viṣṇu…" [Zitatanfang]
[Anm.: Knappe Pratīka-Zitate, die auf die Trivikrama-Verse 6.1.2-3 zurückverweisen.]
yā brahmacāriṇy amarāṇām udagrāyās sannamitā agra etā ramante | tasyā ānaya tvaṃ haviṣo mātariśvanth svāhā
Die brahmacāriṇī der Unsterblichen, die Hochragende, Verneigte, an der sich diese Wesen von Anfang an erfreuen; von ihr bring die Opfergabe her, o Mātariśvan.
[Anm.: Vers unsicher in Details [?]; wendet sich an eine göttliche weibliche Gestalt, deren genaue Identität hier offenbleibt.]
sā cāru-janmā 'malā kasya jātā bhūtais sumānyā vividhaiś śaṅkaraiṣā | hṛṣādhṛṣyā bahir antar vasūnā(g)ṃ svāhā
Sie, von schöner Geburt, makellos, wessen Tochter geboren; von den Wesen wohlgeehrt durch vielfältige, Glück bringende Gaben; die Erfreuliche, Unbezwingbare, außen und innen bei den Vasus.
[Anm.: Vers unsicher [?], setzt die Anrufung der weiblichen Gottheit aus 6.25.3 fort.]
eṣāmarāṇāṅ gurave satyam ādadhāti yā prādadhac cāvani-gopām | sadasyā rameta sā rakṣatu nas sadā vai svāhā
Die dem Lehrer dieser Unsterblichen die Wahrheit verleiht, die auch die Erd-Hüterin eingesetzt hat; die Versammlungs-Sitzende möge sich erfreuen – sie schütze uns allzeit.
[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]
yāmyā niyamyā paramā kāla[*408]-randhrā kākānibhā sūninī sā rametām | dattaṃ japtaṃ pūjitaṃ vā hutan nas tasyā agnāv etu pātu sadā nas svāhā[*409]
Die Yama-Verbundene, die Zurückgehaltene, die höchste, die Zeit-Öffnung, die Rabenähnliche, die gute Gebärerin – sie möge sich erfreuen; was uns gegeben, gemurmelt, verehrt oder geopfert wurde, das gehe zu ihr ins Feuer ein – sie beschütze uns allzeit.
[Anm.: Vers durchgehend unsicher [?], mit mehreren seltenen Komposita ohne gesicherte Deutung ("kāla-randhrā", "kākānibhā"). Fußnote *409 der Quelle vermerkt eine eigene editorische Entscheidung zur Verseinteilung: andere VMP-Ausgaben zählen die zweite Zeile bereits zu Kapitel 26, hier jedoch am Ende von Kapitel 25 belassen.]