Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 47: Ṣaṣṭha-praśna: Puruṣa-Sūkta (2) – Das Ur-Opfer und seine Bestandteile 6. Praśna: Der Puruṣa-Sūkta, Teil 2 – Das Ur-Opfer und seine Bestandteile

Dieser Abschnitt (RV 10.90.6-10) schildert das kosmische Ur-Opfer selbst: die Jahreszeiten als Opfersubstanzen, die Götter als Opfernde, den Puruṣa als Opfertier, und schließlich die Entstehung der vedischen Literaturgattungen (Ṛc-Verse, Sāman-Gesänge, Versmaße, Yajus-Formeln) aus diesem Opfer. Die Quelle vermerkt in Fußnote *330 selbst, dass Vers 6.3.2 in der Reihenfolge des Ṛgveda eigentlich als RV 10.90.15 zählt und hier "außerhalb der Reihenfolge" (out of order) erscheint.

yat puruṣena haviṣā devā yajñam atanvata | vasanto asyāsīd ājyam grīṣma idhmaś śarad dhavis svāhā

Als die Götter mit dem Puruṣa als Opfergabe das Opfer ausbreiteten, da war der Frühling dessen Schmelzbutter, der Sommer das Brennholz, der Herbst die Opferspeise.

[Anm.: RV 10.90.6.]

saptāsyāsan paridhayas tris sapta samidhaḥ kṛtāḥ | devā yad yajñaṃ tanvānā abadhnan puruṣaṃ paśu(gg)ṃ svāhā[*330]

Sieben waren dessen Umfriedungshölzer, dreimal sieben wurden die Brennscheite gemacht, als die Götter, das Opfer ausbreitend, den Puruṣa als Opfertier banden.

[Anm.: Die Quelle selbst vermerkt (Fußnote *330), dass dieser Vers im Ṛgveda eigentlich als RV 10.90.15 zählt und hier außerhalb der ursprünglichen Reihenfolge zitiert wird.]

taṃ yajñaṃ barhiṣi praukṣan puruṣaṃ jātam agrataḥ | tena devā ayajanta sādhyā ṛṣayaś ca ye svāhā

Jenes Opfer besprengten sie auf dem heiligen Barhis-Gras – den zu Anfang geborenen Puruṣa. Mit ihm opferten die Götter, und die Sādhyas und die Seher, die dort waren.

[Anm.: RV 10.90.7.]

tasmād yajñāth[*331] sarva-hutas saṃbhṛtaṃ pṛṣadājyaṃ | paśū(g)ṃs tā(g)ṃś cakre vāyavyān āraṇyān grāmyāś ca ye svāhā

Aus jenem gänzlich dargebrachten Opfer wurde die gesprenkelte Butter gewonnen; daraus schuf er jene Tiere – die luftbewohnenden, die waldbewohnenden und die dörflichen.

[Anm.: RV 10.90.8.]

tasmād yajñāth[*332] sarva-huto[*333] ṛcas sāmāni jajñire | chandā(g)ṃsi jajñire tasmād yajus tasmād ajāyata svāhā

Aus jenem gänzlich dargebrachten Opfer wurden die Ṛc-Verse und die Sāman-Gesänge geboren; die Versmaße wurden daraus geboren; daraus entstand die Yajus-Formel.

[Anm.: RV 10.90.9 – der Vers, der die Entstehung der vedischen Textgattungen aus dem Ur-Opfer begründet.]

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