Paṭala 126: Vāyu- und Marut-Verse
Vāyu- und Marut-Hymnen (Fortsetzung Khaṇḍa 155-156)
Khaṇḍa 155-156 (Sutra 8.1.155.1-8.1.156.7) samt Merkvers 8.0.21. Vāyu-Hymnen mit Parallelen in Taittirīya-Brāhmaṇa, gefolgt von schwer deutbaren Versen zu Mātariśvan/Agni und den Maruts.
pīvonnā(g)ṃ rayi-vṛdhas sumedhāś śvetas siṣakti niyutām abhiśrīḥ / te vāyave samanaso vi tasthur viśven naras svapatyāni cakruḥ
Den an fetter Speise reichen, den Reichtum mehrenden, den Weisen, den Weißen begleitet die Herrlichkeit der Gespannpferde (Niyut). Die Gleichgesinnten sind für Vāyu auseinandergetreten; alle Männer haben ihre eigenen Werke vollbracht.
Zum Reichtum, den beide Welthälften erzeugt haben - zum Reichtum setzt die göttliche Dhiṣaṇā (Einsicht) den Gott ein. Dann begleiten den Vāyu seine eigenen Gespannpferde, und den Weißen, den Reichtums-Träger, in der Absonderung [?].
ā vāyo bhūṣa śucipā upa nas sahasraṃ te niyuto viśva-vāra / upo te andho madyam ayāmi yasya deva dadhiṣe pūrva-peyam
Komm her, o Vāyu, reiner Trinker, zu uns! Tausend sind deine Gespannpferde, du Alles-Begehrenswerte-Gewährender. Zu dir bringe ich den berauschenden Somasaft, von dem du, o Gott, den Vortrunk innehast.
pra yābhir yāsi dāśvā(g)ṃsam acchā niyudbhir vāyav iṣṭaye duroṇe / ni no rayi(g)ṃ subhojasaṃ yuveha ni vīravad gavyam aśviyaṃ ca rādhaḥ
Mit welchen Gespannpferden du zum Opfernden fährst, o Vāyu, zum Wunschziel, in sein Haus - schirre hier für uns wohlgenährten Reichtum an, und heldenreiches, an Rindern und Rossen bestehendes Freigebigkeitsgut.
Dieser Vers kehrt wortgleich bei 8.1.180.6 wieder.
Zu Vāyu hin ergeht die erhabene Andacht, zu ihm, dem großen Reichtum, dem Alles-Begehrenswerten, dem Wagenfüllenden. Als Herrscher über die Gespannpferde, auf schnellem Himmelsweg fahrend, strebst du, der Seher, zum Seher hin, o Erstopfernder.
Mit den hundertfachen, mit den tausendfachen Gespannpferden komm zu unserem Opferwerk, nahe zum Opfer heran! O Vāyu, berausche dich an dieser Opfergabe. Möget ihr uns immerdar mit Wohlergehen behüten.
pra yā vājaṃ na heṣantaṃ perum asyasy arjuni / ṛdūdareṇa sakhyā saceya yo mā na riṣyed dharyaśva pītaḥ
Der du ihn wie einen wiehernden Wettkampfpreis auf die weiße Bahn entsendest - mit sanftem Inneren [?] möchte ich deine Freundschaft teilhaftig werden, der du, getrunken, o Falbenlenker, mir nicht schaden mögest.
[Anm.: Der zweite Halbvers ist wortgleich mit dem zweiten Halbvers von 8.1.178.2 - eine formelhafte Wiederholung zwischen Vāyu- und Indra-Soma-Kontext.]
Nachdem er fortgeschritten ist, ist der aus dem Puruṣa Geborene [?] nach oben in die Geschöpfe eingegangen, um ihnen durch Umkehr [?] die Lebensatem-Kräfte zu verleihen. Möge ich, der ich dies bin, in diesem Opfer opfern und es zur Vollendung bringen [?].
[Anm.: Vers syntaktisch und lexikalisch schwer deutbar; puruṣa-ja und vṛtti bleiben unsicher [?].]
Die Maruts sind das höchste Selbst, das höchste Ziel, das höchste Brahman, das höchste Joch. Ich denke an das höchste, alterslose Selbst - an den, der Agni ist - und ich bin die Speise für Vāyu.
Der Erste der Marut-Scharen, das Haupt der Siebenfachen - o Vāyu, gewähre eine andere alterslose Herrlichkeit! Den Hotṛ nennen sie wahrlich den Schenkenden [?]; dir, o Agni, gilt die Opfergabe für die Maruts.