Paṭala 128: Rudra-Hymnen und der Mṛtyuñjaya-Mantra
Rudra-Hymnen und der volle Mṛtyuñjaya-Mantra (RV 7.59.12)
Khaṇḍa 160-161 (Sutra 8.1.160.1-8.1.161.7) samt Merkvers 8.0.23. Enthält den vollständigen Mṛtyuñjaya-Mantra, dessen Pratīka zuvor zweimal bloß zitiert wurde.
stuhi śrutaṃ garta-sadaṃ yuvānaṃ mṛgaṃ na bhīmam upahatnum ugram / mṛḍā jaritre rudra stavāno anyaṃ te asman ni vapantu senāḥ
Preise den berühmten, auf dem Wagensitz Thronenden, den Jugendlichen, den wie ein wildes Tier Furchtbaren, den mit tödlichem Schlag Versehenen, den Gewaltigen! Sei gnädig dem Lobsänger, o Rudra, du Gepriesener - auf einen anderen als uns mögen deine Scharen ihre Pfeile niedersäen!
pari ṇo rudrasya hetir vṛṇaktu pari tveṣasya durmatir aghāyoḥ / ava sthirā maghavadbhyas tanuṣva mīḍhvas tokāya tanayāya mṛḍaya
Vorbei an uns möge Rudras Geschoss gehen, vorbei an uns das Übelwollen des Glühenden, des Böses Sinnenden! Entspanne die starken Bogen für die Freigebigen, sei gnädig, o Regenspender, dem Kind und dem Nachkommen.
mīḍhuṣṭama śivatama śivo nas sumanā bhava / parame vṛkṣa āyudhaṃ nidhāya kṛttiṃ vasāna ā cara pinākaṃ bibhradā gahi
Bester Regenspender, Gnädigster, sei uns gnädig, wohlgesinnt! Am höchsten Baum die Waffe niederlegend, in ein Fell gekleidet, wandle umher - komm herbei, den Pināka-Bogen tragend!
arhan bibharṣi sāyakāni dhanvārhan niṣkaṃ yajataṃ viśva-rūpam / arhann idaṃ dayase viśvam abbhuvaṃ na vā ojīyo rudra tvad asti
Würdig trägst du Pfeile und Bogen, würdig das opferwürdige, allgestaltige Halsschmuck. Würdig verteilst du dieses ganze Ungeheure - nichts ist mächtiger als du, o Rudra.
Du, Agni, bist Rudra, der Asura des großen Himmels; du herrschst über die marutische Schar und ihre Kraftnahrung. Du fährst mit den rötlichen Winden, heilbringend; du, Pūṣan, beschützt aus eigener Kraft den Verehrenden.
Euren König des Opferwerks, Rudra, den Hotṛ, den wahrhaft Opfernden der beiden Welthälften, Agni - vor dem unbedachten Donner - macht ihn, den Goldgestaltigen, euch zum Schutz!
Den Dreiäugigen verehren wir, den Wohlduftenden, den Wohlstand-Mehrenden. Wie die reife Gurke von ihrer Ranke, so möge ich vom Tod losgelöst werden, aber nicht von der Unsterblichkeit.
[Anm.: Der berühmte Mṛtyuñjaya-Mantra (RV 7.59.12), dessen Pratīka bereits zweimal zuvor in Praśna 8 als bloßes Zitat-Stichwort erschien - hier nun vollständig, eingebettet in eine Serie von Rudra-Hymnen.]