Paṭala 29: Pañcama-praśna, Prathamānuvāka (Schluss): Gedächtnisvers, abschließende Pratīka-Kette und Kolophon
5. Praśna, 1. Anuvāka (Schluss): Gedächtnisvers, abschließende Pratīka-Kette und Kolophon
Der erste Anuvāka des fünften Praśna schließt mit einem langen Gedächtnisvers (der die Schlussworte der vorangegangenen Zehnergruppen auflistet), einer dichten abschließenden Kette bereits bekannter Pratīka-Zitate (u.a. RV 1.22.17 "pra tad viṣṇuḥ", das Śrī-Sūkta-Pratīka "hiraṇya-varṇāḥ", RV 7.54.1 "vāstoṣ-pate", RV 1.1.1 "agnim īle") und dem traditionellen Segensschluss "hariḥ oṃ tat sat". Danach beginnt laut Überschrift im Quelltext ("Śriyai namaḥ – Āvaraṇa-saptakeṣūkta-mūrtī-homaḥ", d.h. "Verehrung der Śrī – das in den sieben Umhüllungen [āvaraṇa] verkündete Bildnis-Feueropfer") der zweite Anuvāka.
priyatāṃ bhagavān rudraṃ bhūtaṃ nirdagdha(g)ṃ rakṣaś śuddhā ime āyātu bhagavān ime bījā brahmāṇam āvāhayāmi yo 'jaḥ purā medinī devī viṣṇur māṃ pātv asmin deśe pra tad viṣṇur hiraṇya-varṇāḥ pavamānas suvar-jano medase nama eto nv indraṃ viṣṇur māṃ pātu rudhirāya tvace namo jīvāya namo brahma jajñānam ācāryaṃ tvām ahaṃ vāstoṣ-pate mauli-mālāyai svāhā sthūpikāyai svāhā śuddhā ime śukram asy agnim īle gārhapatya-yajñam āvāhayāmīṣe tvorje tvāpo vā ida(g)ṃ sarvam ātmātmāṇor aṇīyān ato devā idaṃ viṣṇur om āyātu bhagavān atharva-vedam āvāhayāmi dhārāsu saptasu vedāham etam oṃ viṣṇum āvāhayāmy oṃ hotar ehi viṣṇave svāhaika-catvāri(g)mśat
Der Erhabene möge sich erfreuen. Das verbrannte Rudra-Wesen, der Rakṣas [Dämon] — diese sind rein. Es komme der Erhabene; diese Samen [ruft er herbei]. Ich rufe Brahmā herbei, den vormals Ungeborenen. "Die Erdgöttin" [Pratīka]. Viṣṇu möge mich an diesem Ort schützen. "Vorwärts, das [ist] Viṣṇu" [RV 1.22.17-Pratīka]. "Die Goldfarbene, die Reinigende" [Śrī-Sūkta-Pratīka]. Verehrung dem Suvar-Erzeuger, dem Kraftspender [?]. "Kommt doch her zu Indra!" Viṣṇu möge mich schützen. Verehrung der blutroten Haut [?]; Verehrung dem Lebendigen; Verehrung dem entstandenen Brahman. Dich [als] Lehrer [verehre] ich. "O Herr der Wohnstätte" [RV 7.54.1-Pratīka]. Svāhā für die Haupt-Kranz-Girlande; svāhā für die Turmspitze [Stūpikā]. Diese sind rein. "Du bist der reine [Glanz]" [Pratīka]. "Agni preise ich" [RV 1.1.1-Pratīka]. Ich rufe das Gārhapatya-Opferfeuer herbei. "Für Labung dich, für Kraft dich." "Wasser ist fürwahr dies Alles." "[Das Selbst,] feiner als das Feinste." "Von da an, o Götter." "Dies [ist] Viṣṇu." Oṃ, es komme der Erhabene. Ich rufe den Atharvaveda herbei, in den sieben Strömen [?]. "Ich kenne diesen [Puruṣa]." Oṃ, ich rufe Viṣṇu herbei. "Oṃ, Hotṛ, komm her." Svāhā für Viṣṇu — und einundvierzig.
[Anm.: Ein dichtes, abschließendes Geflecht bereits bekannter Pratīka-Zitate aus früheren Kapiteln (RV 1.22.17, Śrī-Sūkta, "aṇor aṇīyān", "āpo vā idaṃ sarvam", "vedāham etam" u.a.) sowie neuer Formeln (RV 7.54.1 "vāstoṣ-pate", RV 1.1.1 "agnim īle"); laut Quellenfußnote trägt dieser Abschnitt im gedruckten Buch die Zählung "41", obwohl er redaktionell der 42. Abschnitt wäre.]
Der Erhabene möge sich erfreuen. Svāhā für Druhiṇī [Brahmā-Zugehörige]. Ich rufe den Rudra-Geborenen herbei. Hier sei Heil! Savitṛ, Aditi, gewähre Zustimmung! "Kommt doch her zu Indra!" Ich rufe den Wahrhaften [Satyaka] herbei. Ich rufe den Dharma-König herbei. Svāhā für den Glanz; svāhā für den Gleichen; svāhā für das Ohr. Ich rufe die Leidenschaftslosigkeit [Vairāgya] herbei. "[Das Selbst,] feiner als das Feinste." Die Wasser mögen benetzen [?]. Ich rufe den Glück-Bringenden herbei. "Groß, Agni, [sei] die Heldenkraft" — oṃ. Svāhā für den Sitz [Pīṭha]; svāhā für das Opferglied; svāhā für den Reinen; svāhā für den Reichen — und hundertneunzig.
priyatāṃ bhagavān viṣṇu-bhūtāya svāhā | "hariḥ oṃ tat sat"
Der Erhabene möge sich erfreuen. Svāhā für das Viṣṇu-Wesen. — "Hari, Oṃ, das [ist] wahr" [traditionelle Segensschluss-Formel].
[Anm.: Damit endet der 1. Anuvāka des 5. Praśna. Der Quelltext markiert danach mit der Überschrift "Śriyai namaḥ – Āvaraṇa-saptakeṣūkta-mūrtī-homaḥ" ("Verehrung der Śrī – das in den sieben Umhüllungen [āvaraṇa] verkündete Bildnis-Feueropfer") den Beginn des 2. Anuvāka (5.2), der thematisch an das bereits aus dem Parāśurāma-Kalpasūtra bekannte Śrīcakra-/Āvaraṇa-Schema anknüpft.]