Paṭala 49: Ṣaṣṭha-praśna: Śrī-Sūkta (1) – Die goldene Lakṣmī
6. Praśna: Der Śrī-Sūkta, Teil 1 – Die goldene Lakṣmī
Ab 6.5.1 beginnt der Śrī-Sūkta (Ṛgveda-Khila 2.6), einer der bekanntesten Hymnen zur Anrufung der Göttin Śrī/Lakṣmī, hier ausdrücklich durch Fußnote *341 der Quelle identifiziert (Verszählung nach Scheftelowitz, RVKh 2.6.1-15, mit Parallelangaben nach Bloomfield). Der Abschnitt reicht laut Quelle bis 6.7.7. Vers 6.5.4 enthält eine textlich unsichere Lesart ("kāṃso'smi"), die auch in anderen Überlieferungen des Śrī-Sūkta als Crux gilt und hier mit [?] gekennzeichnet wird; ebenso ist die genaue Lesart von "hastinād aprabodhinīm" in 6.5.3 unsicher (Standardlesart wäre "hastināda-prabodhinīm", "durch das Trompeten des Elefanten geweckt").
Sie, die Pferde vor sich, einen Wagen in der Mitte hat, [die durch das Trompeten] des Elefanten geweckt wird – die Göttin Śrī rufe ich herbei; möge die Göttin Śrī mir gewogen sein.
[Anm.: RVKh 2.6.3. Die Quelle liest "hastinād aprabodhinīm", was wörtlich "durch den Elefanten NICHT geweckt" bedeuten könnte; die geläufige Lesart des Śrī-Sūkta ist jedoch "hastināda-prabodhinīm" ("durch das Trompeten des Elefanten geweckt") [?]. Die Übersetzung folgt hier der geläufigeren, sinngemäß wahrscheinlicheren Lesart, markiert die Unsicherheit aber ausdrücklich.]
[Unsichere Lesart "kāṃso'smi", wörtlich etwa "ich bin das (Kāṃsa-)Gefäß" [?] –] jene mit goldener Umwallung, die Feuchte, Lodernde, Gesättigte, Sättigende; die auf dem Lotos Stehende, Lotosfarbene – dich rufe ich hier herbei, die Śrī.
[Anm.: RVKh 2.6.4. "kāṃso'smi" am Versanfang ist auch in anderen Überlieferungen des Śrī-Sūkta eine altbekannte textkritische Crux ohne gesicherte Deutung; hier bewusst wörtlich stehengelassen und mit [?] markiert, statt stillschweigend geglättet.]
Die mondgleiche, strahlende, vor Ruhm lodernde Śrī in der Welt, die Gottgeliebte, Erhabene – zu ihr, deren Kranz der Lotos ist, nehme ich meine Zuflucht; möge mein Unglück [Alakṣmī] vergehen; dich erwähle ich.
[Anm.: RVKh 2.6.5. Hier erscheint erstmals namentlich Alakṣmī, die personifizierte Unglücksgöttin und Gegenspielerin der Śrī/Lakṣmī, deren Vertreibung im weiteren Verlauf des Hymnus zentrales Thema wird.]