Paṭala 54: Ṣaṣṭha-praśna: Die Erdgöttin-Litanei (Medinī, Vasudhā, Dharā)
6. Praśna: Die Erdgöttin-Litanei (Medinī, Vasudhā, Dharā)
Dieser Abschnitt (6.10.1-6, ohne erkennbare Quellenfußnoten zu älteren vedischen Parallelstellen) ist eine Litanei an die Erdgöttin unter zahlreichen Namen und Epitheta (Medinī, Vasudhā, Vasundharī, Sāvitrī, Dharā u.a.). Der Wortschatz ist ungewöhnlich dicht mit seltenen, teils singulären Komposita durchsetzt (z.B. "prasodarī", "mahyakī", "mahodhya", "vāyu-parī", "svayan-dhārā", "satyantho"), für die keine gesicherte Deutung möglich ist; diese werden wörtlich stehengelassen und durchgehend mit [?] markiert, statt geglättet oder geraten zu werden. Der Abschnitt schließt mit einem an das Gāyatrī-Muster angelehnten Dharā-Mantra (6.10.6). 6.0.4 ist die übliche mnemonische Merkzeile.
Die Göttin Medinī sei die Reichtum-Tragende, die Göttin Vasudhā, die zu den Vasus Gehörige; das Ohr ist der Brahman-Glanz der Ahnen, der Denksinn ist Viṣṇu.
[Anm.: Medinī, Vasudhā und Vasundharī sind gängige Beinamen der Erdgöttin.]
O Göttin mit dem goldenen Schoß, o Göttin – [Wort unsicher, 'prasodarī'] [?] –, o [Wort unsicher, 'rasane', evtl. 'Geschmackssinn'] [?], nimm Platz auf dem Pfad der Wahrheit.
[Anm.: "prasodarī" und "rasane" sind ohne gesicherte Deutung; wörtlich stehengelassen statt geglättet.]
samudravatī sāvitrīha no devī mahyakī | mahā-dharaṇī mahodhya tiṣṭha svāhā
Die Ozean-Besitzende, die Sāvitrī, hier unsere Göttin – [Wort unsicher, 'mahyakī'] [?] –; die große Erdenträgerin, die große [Wort unsicher, 'mahodhya'] [?], bleibe stehen.
[Anm.: "mahyakī" und "mahodhya" bleiben unsicher [?].]
Die Windumgebene [?], die im Wasser Ruhende, die Selbstströmende [?], die [Wort unsicher, 'satyantho'] [?], die Allumfassende-Erde [?] – trage dies darüber hin.
[Anm.: Dieser Vers enthält mehrere seltene, unsichere Komposita ("vāyu-parī", "svayan-dhārā", "satyantho", "parimedinī"); durchgehend wörtlich stehengelassen und mit [?] markiert, statt spekulativ geglättet.]