Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 101: sumanodhūpadīpabaliphalam Lohn des Darbringens von Blumen, Weihrauch, Lichtern und Opfergaben

Bhīṣma erzählt Yudhiṣṭhira eine Belehrungskette (Śukra – Bali – Manu – Suvarṇa – Nārada) über Wesen, Arten und Lohn von Blumen-, Weihrauch-, Lichter- und Speiseopfern an Götter und andere Wesen.

yudhiṣṭhira uvāca; ālokadānaṃ nāmaitat kīdṛśaṃ bharatarṣabha; katham etat samutpannaṃ phalaṃ cātra bravīhi me

Yudhiṣṭhira sprach: „Was ist dieses sogenannte Lichtgeben (ālokadāna), Stier unter den Bharatas? Wie ist es entstanden, und welche Frucht hat es hierbei? Sage es mir.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (3.Sg.Perf.)
ālokadānaṃ nāma etat
dieses, ‚Lichtgabe‘ genannt (Nom.)
kīdṛśaṃ bharatarṣabha
von welcher Art, Stier der Bharatas (Nom./Vok.)
katham etat samutpannaṃ
wie ist dies entstanden (Part.Perf.Pass.)
phalaṃ ca atra bravīhi me
und die Frucht hierbei: sage mir (Imp.2.Sg.)

bhīṣma uvāca; atrāpy udāharantīmam itihāsaṃ purātanam; manoḥ prajāpater vādaṃ suvarṇasya ca bhārata

Bhīṣma sprach: „Hierzu führt man auch diese alte Geschichte an: das Gespräch des Manu, des Prajāpati, und des Suvarṇa, Bhārata.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach
atra api udāharanti imam
hierzu führen sie auch diese an (3.Pl.Präs./Akk.)
itihāsaṃ purātanam
Geschichte, alte (Akk.)
manoḥ prajāpateḥ vādaṃ
das Gespräch des Manu, des Prajāpati (Gen./Akk.)
suvarṇasya ca bhārata
und des Suvarṇa, Bhārata (Gen./Vok.)

tapasvī kaś cid abhavat suvarṇo nāma nāmataḥ; varṇato hemavarṇaḥ sa suvarṇa iti paprathe

Es gab einen Asketen, dem Namen nach Suvarṇa; von Farbe goldfarben, wurde er als ‚Suvarṇa‘ berühmt.

Wort für Wort
tapasvī kaś cid abhavat
es war ein gewisser Asket (Nom./Impf.3.Sg.)
suvarṇaḥ nāma nāmataḥ
Suvarṇa mit Namen (Nom./Abl.-Adv.)
varṇataḥ hemavarṇaḥ sa
von Farbe goldfarben, er (Abl.-Adv./Nom.)
suvarṇa iti paprathe
wurde als ‚Suvarṇa‘ bekannt (Perf.Med.3.Sg.)

kulaśīlaguṇopetaḥ svādhyāye ca paraṃ gataḥ; bahūn svavaṃśaprabhavān samatītaḥ svakair guṇaiḥ

Mit Familie, Charakter und Vorzügen ausgestattet und im Selbststudium [des Veda] zum Höchsten gelangt, übertraf er durch seine eigenen Vorzüge viele aus seinem eigenen Geschlecht Entsprossene.

Wort für Wort
kulaśīlaguṇopetaḥ
mit Familie, Charakter und Tugenden ausgestattet (Kompositum/Nom.)
svādhyāye ca param gataḥ
und im Selbststudium zum Höchsten gelangt (Lok./Part.Perf.)
bahūn svavaṃśaprabhavān
viele im eigenen Geschlecht Entsprossene (Akk.Pl.)
samatītaḥ svakaiḥ guṇaiḥ
übertraf durch die eigenen Vorzüge (Part.Perf.aktiv/Instr.Pl.)

samatītaḥ: Partizip Perf. mit Präsensbedeutung „übertraf/übertrifft“.

sa kadā cin manuṃ vipro dadarśopasasarpa ca; kuśalapraśnam anyonyaṃ tau ca tatra pracakratuḥ

Einst sah dieser Brahmane Manu und trat zu ihm; und die beiden wechselten dort gegenseitig Fragen nach dem Wohlergehen.

Wort für Wort
sa kadā cit manuṃ vipraḥ
er, einst, Manu, der Brahmane (Nom./Akk.)
dadarśa upasasarpa ca
sah und trat heran (Perf.3.Sg.)
kuśalapraśnam anyonyaṃ
Frage nach dem Wohlergehen gegenseitig (Akk./Adv.)
tau ca tatra pracakratuḥ
und die beiden taten dort [dies] (Perf.3.Du.)

tatas tau siddhasaṃkalpau merau kāñcanaparvate; ramaṇīye śilāpṛṣṭhe sahitau saṃnyaṣīdatām

Darauf setzten sich die beiden, deren Vorsätze sich erfüllten, auf dem Meru, dem goldenen Berg, gemeinsam auf eine reizvolle Felsplatte.

Wort für Wort
tataḥ tau siddhasaṃkalpau
dann die beiden, deren Vorsätze sich erfüllen (Nom.Du.)
merau kāñcanaparvate
auf dem Meru, dem Goldberg (Lok.)
ramaṇīye śilāpṛṣṭhe
auf reizvoller Felsfläche (Lok.)
sahitau saṃnyaṣīdatām
gemeinsam setzten sie sich nieder (Nom.Du./Aor.3.Du.)

tatra tau kathayām āstāṃ kathā nānāvidhāśrayāḥ; brahmarṣidevadaityānāṃ purāṇānāṃ mahātmanām

Dort führten die beiden Gespräche von mannigfachem Inhalt, über Brahmanenseher, Götter, Daityas und alte Hochgesinnte.

Wort für Wort
tatra tau kathayām āstām
dort erzählten die beiden (Perf.Periphr.3.Du.)
kathā nānāvidhāśrayāḥ
Geschichten mit vielerlei Inhalt (Akk.Pl.)
brahmarṣidevadaityānāṃ
der Brahmanenseher, Götter, Daityas (Gen.Pl.)
purāṇānāṃ mahātmanām
der alten, Hochgesinnten (Gen.Pl.)

suvarṇas tv abravīd vākyaṃ manuṃ svāyaṃbhuvaṃ prabhum; hitārthaṃ sarvabhūtānāṃ praśnaṃ me vaktum arhasi

Suvarṇa aber sprach zu Manu Svāyaṃbhuva, dem Herrn, die Worte: „Zum Wohl aller Wesen musst du mir eine Frage beantworten.

Wort für Wort
suvarṇaḥ tu abravīt vākyaṃ
Suvarṇa aber sprach das Wort (Nom./Impf.3.Sg./Akk.)
manuṃ svāyaṃbhuvaṃ prabhum
zu Manu Svāyaṃbhuva, dem Herrn (Akk.)
hitārthaṃ sarvabhūtānāṃ
zum Wohl aller Wesen (Adv./Gen.Pl.)
praśnaṃ me vaktum arhasi
die Frage mir zu sagen, sollst du (Akk./Inf./2.Sg.Präs.)

sumanobhir yad ijyante daivatāni prajeśvara

Dass die Gottheiten mit Blumen verehrt werden, Herr der Geschöpfe –

Wort für Wort
sumanobhiḥ yat ijyante
dass mit Blumen verehrt werden (Instr.Pl./Präs.Pass.3.Pl.)
daivatāni prajeśvara
die Gottheiten, Herr der Geschöpfe (Nom./Vok.)

sumanogandhadhūpādyair ijyante daivatāni ca

und dass die Gottheiten mit Blumen, Duft, Weihrauch und dergleichen verehrt werden –

Wort für Wort
sumanogandhadhūpādyaiḥ
mit Blumen, Duft, Weihrauch usw. (Instr.Pl.)
ijyante daivatāni ca
werden verehrt, und die Gottheiten (Präs.Pass.3.Pl./Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

kim etat katham utpannaṃ phalayogaṃ ca śaṃsa me

was ist dies, wie ist es entstanden, und den Zusammenhang mit der Frucht nenne mir.“

Wort für Wort
kim etat
was ist dies (Nom.)
katham utpannaṃ
wie entstanden (Part.Perf.Pass.)
phalayogaṃ ca
und die Verbindung mit Lohn (Akk.)
śaṃsa me
verkünde mir (Imp.2.Sg.)

manur uvāca; atrāpy udāharantīmam itihāsaṃ purātanam; śukrasya ca baleś caiva saṃvādaṃ vai samāgame

Manu sprach: „Hierzu führt man auch diese alte Geschichte an: das Gespräch des Śukra und des Bali bei einer Begegnung.

Wort für Wort
manuḥ uvāca
Manu sprach
atra api udāharanti imam
hierzu führen sie auch diese an
itihāsaṃ purātanam
Geschichte, alte (Akk.)
śukrasya ca baleḥ ca eva
des Śukra und des Bali (Gen.)
saṃvādaṃ vai samāgame
das Gespräch fürwahr bei der Begegnung (Akk./Lok.)

baler vairocanasyeha trailokyam anuśāsataḥ; samīpam ājagāmāśu śukro bhṛgukulodvahaḥ

Zu Bali, dem Sohn des Virocana, der hier die drei Welten beherrschte, kam rasch Śukra, der Spross des Bhṛgu-Geschlechts.

Wort für Wort
baleḥ vairocanasya iha
zu Bali, Virocanas Sohn, hier (Gen.)
trailokyam anuśāsataḥ
der die drei Welten beherrscht (Part.Präs./Gen.)
samīpam ājagāma āśu
kam in die Nähe, rasch (Perf.3.Sg.)
śukraḥ bhṛgukulodvahaḥ
Śukra, Träger/Spross des Bhṛgu-Geschlechts (Nom.)

Genitiv baleḥ … anuśāsataḥ: samīpam ājagāma mit Gen. „in die Nähe des Bali“.

tam arghyādibhir abhyarcya bhārgavaṃ so 'surādhipaḥ; niṣasādāsane paścād vidhivad bhūridakṣiṇaḥ

Ihn, den Bhārgava, ehrte der Herr der Asuras mit Ehrenwasser und dergleichen; der Freigebige setzte sich dann regelrecht auf einen Sitz [niedriger].

Wort für Wort
tam arghyādibhiḥ abhyarcya
ihn mit Ehrengabe usw. ehrend (Akk./Instr.Pl./Abs.)
bhārgavaṃ sa asurādhipaḥ
den Bhārgava, er, der Herr der Asuras (Akk./Nom.)
niṣasāda āsane paścāt
setzte sich auf den Sitz danach (Perf.3.Sg./Lok.)
vidhivat bhūridakṣiṇaḥ
regelgemäß, der Opferlohn reichlich Gebende (Adv./Nom.)

paścāt: „danach“ oder „hinten/niedriger“; hier „danach“.

katheyam abhavat tatra yā tvayā parikīrtitā; sumanodhūpadīpānāṃ saṃpradāne phalaṃ prati

„Dies war das Gespräch dort, das von dir angekündigt wurde, über die Frucht des Darbringens von Blumen, Weihrauch und Lichtern.“

Wort für Wort
kathā iyam abhavat tatra
diese Rede kam dort zustande (Nom./Impf.3.Sg.)
yā tvayā parikīrtitā
die von dir genannt wurde (Part.Perf.Pass./Instr.)
sumanodhūpadīpānāṃ
der Blumen, des Weihrauchs, der Lichter (Gen.Pl.)
saṃpradāne phalaṃ prati
beim Darbringen, bezüglich der Frucht (Lok./Postp.)

Rahmenwechsel: Manu deutet an, dass er von der eben gestellten Frage des Suvarṇa spricht; Zuordnung der Anführungszeichen unsicher.

tataḥ papraccha daityendraḥ kavīndraṃ praśnam uttamam; sumanodhūpadīpānāṃ kiṃ phalaṃ brahmavittama; pradānasya dvijaśreṣṭha tad bhavān vaktum arhati

Darauf fragte der Herr der Daityas den Herrn der Weisen die beste Frage: „Welche Frucht hat das Darbringen von Blumen, Weihrauch und Lichtern, Bester der Brahmakundigen, Bester der Zweimalgeborenen? Das musst du sagen.“

Wort für Wort
tataḥ papraccha daityendraḥ
dann fragte der Herr der Daityas (Perf.3.Sg./Nom.)
kavīndraṃ praśnam uttamam
den Herrn der Weisen, eine beste Frage (Akk.)
sumanodhūpadīpānāṃ kiṃ phalaṃ
der Blumen, Weihrauch, Lichter welche Frucht (Gen.Pl./Nom.)
brahmavittama pradānasya
Bester der Brahmakundigen, des Darbringens (Vok./Gen.)
dvijaśreṣṭha tad bhavān vaktum arhati
Bester der Zweimalgeborenen, das musst du sagen (Vok./Inf./3.Sg.)

śukra uvāca; agniṣomādisṛṣṭau tu viṣṇoḥ sarvātmanaḥ prabho

Śukra sprach: „Bei der Schöpfung von Agni, Soma und dergleichen, [ausgehend] von Viṣṇu, dem Selbst von allem, Herr:

Wort für Wort
śukra uvāca
Śukra sprach
agniṣomādisṛṣṭau tu
bei der Schöpfung von Agni, Soma usw. (Lok.)
viṣṇoḥ sarvātmanaḥ prabho
des Viṣṇu, des Selbstes von allem, Herr (Gen./Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Halbvers unvollständig; die Verbindung von viṣṇoḥ mit sṛṣṭau ist ergänzt.

tapaḥ pūrvaṃ samutpannaṃ dharmas tasmād anantaram; etasminn antare caiva vīrudoṣadhya eva ca

Zuerst entstand die Askese, danach unmittelbar der Dharma; und in der Zwischenzeit entstanden auch Schlingpflanzen und Kräuter.

Wort für Wort
tapaḥ pūrvaṃ samutpannaṃ
Askese zuerst entstanden (Nom./Part.Perf.Pass.)
dharmaḥ tasmāt anantaram
der Dharma danach unmittelbar (Nom./Abl.)
etasmin antare ca eva
und in dieser Zwischenzeit (Lok.)
vīrudhaḥ oṣadhyaḥ eva ca
Schlingpflanzen und Kräuter (Nom.Pl.)

somasyātmā ca bahudhā saṃbhūtaḥ pṛthivītale; amṛtaṃ ca viṣaṃ caiva yāś cānyās tulyajātayaḥ

Und das Selbst des Soma entstand vielfach auf der Erde: Nektar und Gift und die anderen von gleicher Herkunft.

Wort für Wort
somasya ātmā ca bahudhā
und das Selbst des Soma vielfach (Gen./Nom./Adv.)
saṃbhūtaḥ pṛthivītale
entstanden auf der Erdoberfläche (Part.Perf./Lok.)
amṛtaṃ ca viṣaṃ ca eva
Nektar und Gift (Nom.)
yāḥ ca anyāḥ tulyajātayaḥ
und die anderen, gleichartigen (Nom.Pl.)

amṛtaṃ manasaḥ prītiṃ sadyaḥ puṣṭiṃ dadāti ca; mano glapayate tīvraṃ viṣaṃ gandhena sarvaśaḥ

Der Nektar gibt dem Geist Freude und sogleich Kräftigung; das Gift macht durch seinen Geruch den Geist in jeder Hinsicht heftig matt.

Wort für Wort
amṛtaṃ manasaḥ prītiṃ
der Nektar dem Geist Freude (Nom./Gen./Akk.)
sadyaḥ puṣṭiṃ dadāti ca
sogleich Gedeihen gibt er (3.Sg.Präs.)
manaḥ glapayate tīvraṃ
den Geist macht er matt, stark (Kaus.3.Sg.Med./Adv.)
viṣaṃ gandhena sarvaśaḥ
das Gift durch Geruch überall (Nom./Instr./Adv.)

amṛtaṃ maṅgalaṃ viddhi mahad viṣam amaṅgalam; oṣadhyo hy amṛtaṃ sarvaṃ viṣaṃ tejo 'gnisaṃbhavam

Wisse: Der Nektar ist glückverheißend, das große Gift unheilvoll. Alle Kräuter sind Nektar; das Gift ist Glut, aus Agni entstanden.

Wort für Wort
amṛtaṃ maṅgalaṃ viddhi
Nektar ist heilvoll, wisse (Imp.2.Sg.)
mahat viṣam amaṅgalam
das große Gift ist unheilvoll (Nom.)
oṣadhyaḥ hi amṛtaṃ sarvaṃ
denn die Kräuter sind ganz Nektar (Nom.Pl.)
viṣaṃ tejaḥ agnisaṃbhavam
das Gift ist Glut, aus Agni entstanden (Nom.)

mano hlādayate yasmāc chriyaṃ cāpi dadhāti ha

Weil er den Geist erfreut und auch Glück verleiht,

Wort für Wort
manaḥ hlādayate yasmāt
weil er den Geist erfreut (Kaus.3.Sg.Med.)
śriyaṃ ca api dadhāti ha
und auch Glück verleiht (Akk./3.Sg.Präs.)

amṛtaṃ mano hlādayati śriyaṃ caiva dadāti ha

Der Nektar erfreut den Geist und verleiht auch Glück –

Wort für Wort
amṛtaṃ manaḥ hlādayati
der Nektar erfreut den Geist (Kaus.3.Sg.)
śriyaṃ ca eva dadāti ha
und Glück gibt er (Akk./3.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

tasmāt sumanasaḥ proktā naraiḥ sukṛtakarmabhiḥ

deshalb werden sie von Menschen guter Taten ‚sumanas‘ genannt.

Wort für Wort
tasmāt sumanasaḥ proktāḥ
deshalb ‚sumanas‘ genannt (Nom.Pl./Part.Perf.Pass.)
naraiḥ sukṛtakarmabhiḥ
von Männern guter Taten (Instr.Pl.)

Etymologisierendes Wortspiel: sumanas „Blume“ als „gut für den Geist (manas)“.

devatābhyaḥ sumanaso yo dadāti naraḥ śuciḥ; tasmāt sumanasaḥ proktā yasmāt tuṣyanti devatāḥ

Ein reiner Mensch, der den Gottheiten sumanas [Blumen] gibt – deshalb heißen sie sumanas, weil die Gottheiten zufrieden werden.

Wort für Wort
devatābhyaḥ sumanasaḥ
den Gottheiten sumanas (Dat.Pl./Akk.Pl.)
yaḥ dadāti naraḥ śuciḥ
welcher Mensch, rein, gibt (Nom./3.Sg.)
tasmāt sumanasaḥ proktāḥ
deshalb heißen sie ‚sumanas‘
yasmāt tuṣyanti devatāḥ
weil die Gottheiten zufrieden sind (3.Pl.Präs./Nom.)

tasya tuṣyanti vai devās tuṣṭāḥ puṣṭiṃ dadaty api

An ihm haben die Götter Gefallen, und zufrieden schenken sie auch Gedeihen.

Wort für Wort
tasya tuṣyanti vai devāḥ
an ihm haben Gefallen die Götter (Gen./3.Pl.)
tuṣṭāḥ puṣṭiṃ dadati api
zufrieden geben sie auch Gedeihen (Part.Perf./3.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

tasmai sumanaso devās tasmāt sumanasaḥ smṛtāḥ

Ihm gegenüber sind die Götter wohlgesinnt (sumanas); daher gelten [die Blüten] als ‚sumanas‘.

Wort für Wort
tasmai sumanasaḥ devāḥ
ihm gegenüber wohlgesinnt die Götter (Dat./Nom.Pl.)
tasmāt sumanasaḥ smṛtāḥ
daher als ‚sumanas‘ überliefert (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Bezug von sumanasaḥ im ersten Pāda (Götter ‚wohlgesinnt‘) und im zweiten (Blüten) wechselt; Wortspiel.

yaṃ yam uddiśya dīyeran devaṃ sumanasaḥ prabho; maṅgalārthaṃ sa tenāsya prīto bhavati daityapa

Welchem Gott auch immer zum Heil Blumen dargebracht werden, Herr, der wird dadurch an ihm erfreut, Herr der Daityas.

Wort für Wort
yaṃ yam uddiśya dīyeran
auf welchen auch immer gerichtet, gegeben würden (Abs./Opt.Pass.)
devaṃ sumanasaḥ prabho
Gott, Blumen, Herr (Akk./Nom.Pl./Vok.)
maṅgalārthaṃ sa tena asya
zum Heil, er dadurch an diesem (Adv./Nom./Instr.)
prītaḥ bhavati daityapa
erfreut wird, Herr der Daityas (Part./3.Sg./Vok.)

jñeyās tūgrāś ca saumyāś ca tejasvinyaś ca tāḥ pṛthak; oṣadhyo bahuvīryāś ca bahurūpās tathaiva ca

Man soll sie kennen: die grimmigen, die sanften und die glänzenden, je für sich; die Kräuter von großer Kraft und ebenso von vielerlei Gestalt.

Wort für Wort
jñeyāḥ tu ugrāḥ ca saumyāḥ ca
zu erkennen: grimmige und sanfte (Gerundiv Nom.Pl.)
tejasvinyaḥ ca tāḥ pṛthak
und glänzende, diese, einzeln (Nom.Pl.f./Adv.)
oṣadhyaḥ bahuvīryāḥ ca
die Kräuter, auch vielkräftige (Nom.Pl.)
bahurūpāḥ tathā eva ca
vielgestaltige, ebenso (Nom.Pl.)

yajñiyānāṃ ca vṛkṣāṇām ayajñiyān nibodha me; āsurāṇi ca mālyāni daivatebhyo hitāni ca

Und von den zum Opfer tauglichen Bäumen erfahre von mir auch die nicht opfertauglichen, die asurischen Kränze und die, welche den Göttern zuträglich sind.

Wort für Wort
yajñiyānāṃ ca vṛkṣāṇām
und von den opfertauglichen Bäumen (Gen.Pl.)
ayajñiyān nibodha me
die nicht opfertauglichen erfahre von mir (Akk.Pl./Imp.)
āsurāṇi ca mālyāni
und asurische Kränze (Akk.Pl.)
daivatebhyaḥ hitāni ca
und den Göttern zuträgliche (Dat.Pl./Akk.Pl.)

Syntax des ersten Pādas locker; Übersetzung nach Sinn.

rākṣasānāṃ surāṇāṃ ca yakṣāṇāṃ ca tathā priyāḥ; pitṝṇāṃ mānuṣāṇāṃ ca kāntā yās tv anupūrvaśaḥ

[Wisse auch die Kränze,] die den Rākṣasas, Göttern und Yakṣas lieb sind, und ebenso die, welche den Ahnen und den Menschen begehrenswert sind, der Reihe nach.

Wort für Wort
rākṣasānāṃ surāṇāṃ ca
der Rākṣasas und Götter (Gen.Pl.)
yakṣāṇāṃ ca tathā priyāḥ
und der Yakṣas, ebenso lieb (Gen.Pl./Nom.Pl.)
pitṝṇāṃ mānuṣāṇāṃ ca
der Ahnen und der Menschen (Gen.Pl.)
kāntāḥ yāḥ tu anupūrvaśaḥ
begehrenswert, die, der Reihe nach (Nom.Pl./Adv.)

Ergänzung „[Wisse auch die Kränze]“ aus dem Zusammenhang.

vanyā grāmyāś ceha tathā kṛṣṭoptāḥ parvatāśrayāḥ; akaṇṭakāḥ kaṇṭakinyo gandharūparasānvitāḥ

Wilde und zahme, hier auch gepflügte und besäte, im Gebirge wachsende; dornenlose, dornige, mit Duft, Gestalt und Geschmack versehene.

Wort für Wort
vanyāḥ grāmyāḥ ca iha tathā
wilde und zahme, hier ebenso (Nom.Pl.)
kṛṣṭoptāḥ parvatāśrayāḥ
gepflügt und gesät, im Gebirge beheimatet
akaṇṭakāḥ kaṇṭakinyaḥ
dornenlose, dornige (Nom.Pl.)
gandharūparasānvitāḥ
mit Duft, Gestalt und Geschmack versehen (Nom.Pl.)

dvividho hi smṛto gandha iṣṭo 'niṣṭaś ca puṣpajaḥ; iṣṭagandhāni devānāṃ puṣpāṇīti vibhāvayet

Zweifach gilt der aus Blüten stammende Duft: erwünscht und unerwünscht; man soll wissen, dass die Blüten der Götter erwünschten Duft haben.

Wort für Wort
dvividhaḥ hi smṛtaḥ gandhaḥ
zweifach nämlich gilt der Duft (Nom.)
iṣṭaḥ aniṣṭaḥ ca puṣpajaḥ
erwünscht und unerwünscht, aus Blüten stammend
iṣṭagandhāni devānāṃ
von erwünschtem Duft, der Götter (Nom.Pl.n./Gen.Pl.)
puṣpāṇi iti vibhāvayet
Blüten – so soll man erkennen (Opt.3.Sg.)

akaṇṭakānāṃ vṛkṣāṇāṃ śvetaprāyāś ca varṇataḥ; teṣāṃ puṣpāṇi devānām iṣṭāni satataṃ prabho

Von dornenlosen Bäumen, meist weiß von Farbe – deren Blüten sind den Göttern stets willkommen, Herr.

Wort für Wort
akaṇṭakānāṃ vṛkṣāṇāṃ
von dornenlosen Bäumen (Gen.Pl.)
śvetaprāyāḥ ca varṇataḥ
und überwiegend weiß von Farbe (Nom.Pl./Abl.-Adv.)
teṣāṃ puṣpāṇi devānām
deren Blüten, der Götter (Gen./Nom./Gen.)
iṣṭāni satataṃ prabho
willkommen, stets, Herr (Nom.Pl.n./Adv./Vok.)

padmaṃ ca tulasījātir api sarveṣu pūjitāḥ

Lotos und die Tulasī-Gattung werden bei allen verehrt.

Wort für Wort
padmaṃ ca tulasījātiḥ
Lotos und die Tulasī-Art (Nom.)
api sarveṣu pūjitāḥ
auch bei allen verehrt (Lok.Pl./Part.Perf.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

jalajāni ca mālyāni padmādīni ca yāni ca; gandharvanāgayakṣebhyas tāni dadyād vicakṣaṇaḥ

Und wasserentstandene Kränze, Lotos und Ähnliches – diese soll der Kluge den Gandharvas, Nāgas und Yakṣas geben.

Wort für Wort
jalajāni ca mālyāni
und im Wasser entstandene Kränze (Nom.Pl.)
padmādīni ca yāni ca
Lotos usw. und was [ähnlich] (Nom.Pl.)
gandharvanāgayakṣebhyaḥ
den Gandharvas, Nāgas, Yakṣas (Dat.Pl.)
tāni dadyāt vicakṣaṇaḥ
diese soll geben der Kluge (Opt.3.Sg./Nom.)

oṣadhyo raktapuṣpāś ca kaṭukāḥ kaṇṭakānvitāḥ; śatrūṇām abhicārārtham atharvasu nidarśitāḥ

Kräuter mit roten Blüten, bitter und dornig, sind in den Atharvans zum Schadenszauber gegen Feinde angewiesen.

Wort für Wort
oṣadhyaḥ raktapuṣpāḥ ca
und Kräuter mit roten Blüten (Nom.Pl.)
kaṭukāḥ kaṇṭakānvitāḥ
bitter, mit Dornen versehen (Nom.Pl.)
śatrūṇām abhicārārtham
zum Schadenszauber gegen Feinde (Gen.Pl./Adv.)
atharvasu nidarśitāḥ
in den Atharvans gezeigt/angewiesen (Lok.Pl./Part.Perf.Pass.)

tīkṣṇavīryās tu bhūtānāṃ durālambhāḥ sakaṇṭakāḥ; raktabhūyiṣṭhavarṇāś ca kṛṣṇāś caivopahārayet

Die scharfkräftigen, für die Wesen schwer zu handhabenden, dornigen, überwiegend roten und die schwarzen [Blüten] soll man [den Bhūtas] darbringen.

Wort für Wort
tīkṣṇavīryāḥ tu bhūtānāṃ
scharfkräftige, für die Wesen (Nom.Pl./Gen.Pl.)
durālambhāḥ sakaṇṭakāḥ
schwer zu erlangen/handhaben, dornig (Nom.Pl.)
raktabhūyiṣṭhavarṇāḥ ca
und überwiegend rot gefärbte (Nom.Pl.)
kṛṣṇāḥ ca eva upahārayet
und schwarze soll man darbringen (Nom.Pl./Opt.3.Sg.)

durālambhāḥ: „schwer zu berühren/zu handhaben“, Deutung unsicher; Objekt „Blüten“ und Empfänger ergänzt.

manohṛdayanandinyo vimarde madhurāś ca yāḥ; cārurūpāḥ sumanaso mānuṣāṇāṃ smṛtā vibho

Und die, die das Herz des Geistes erfreuen und im Zerreiben süß [duftend] bleiben, [die] lieblich Gestalteten, [die] Schönen: als „Sumanas“ der Menschen gelten sie, o Herrscher.

Wort für Wort
manohṛdayanandinyaḥ
die Geist und Herz erfreuen (Nom.Pl.f., Kompositum)
vimarde madhurāḥ ca yāḥ
und die im Zerreiben süß [bleiben] (Lok.Sg. / Nom.Pl.f.)
cārurūpāḥ sumanasaḥ
lieblich Gestaltete, Blumen/Wohlgesinnte (Nom.Pl.)
mānuṣāṇāṃ smṛtāḥ
der Menschen gelten sie (Gen.Pl. / Part.Perf.Pass. Nom.Pl.)
vibho
o Herrscher (Vok.Sg.)

na tu śmaśānasaṃbhūtā na devāyatanodbhavāḥ; saṃnayet puṣṭiyukteṣu vivāheṣu rahaḥsu ca

Nicht aber solche, die auf einem Leichenverbrennungsplatz entstanden oder aus Götterstätten stammen; man soll [sie] bei Festmählern voller Fülle und in vertraulichen Stunden zusammenbringen [d. h. verwenden].

Wort für Wort
na tu śmaśānasaṃbhūtāḥ
nicht aber auf dem Leichenacker entstandene (Nom.Pl.f.)
na devāyatanodbhavāḥ
nicht aus Götterstätten stammende (Nom.Pl.f.)
saṃnayet
man soll zusammenbringen (3.Sg.Opt.)
puṣṭiyukteṣu vivāheṣu
bei mit Gedeihen verbundenen Hochzeiten (Lok.Pl.)
rahaḥsu ca
und in Einsamkeiten/vertraulichen Stunden (Lok.Pl.)

girisānuruhāḥ saumyā devānām upapādayet; prokṣitābhyukṣitāḥ saumyā yathāyogaṃ yathāsmṛti

Die an Berghängen gewachsenen, sanften [Blumen] soll man den Göttern darbringen; [sie sollen] besprengt und benetzt [sein], sanft, gemäß Angemessenheit und Überlieferung.

Wort für Wort
girisānuruhāḥ saumyāḥ
an Berghängen gewachsene, sanfte (Nom.Pl.f.)
devānām upapādayet
den Göttern soll man darbringen (Gen./Dat.Pl., 3.Sg.Opt.Kaus.)
prokṣitābhyukṣitāḥ
besprengt und benetzt (Part.Perf.Pass. Nom.Pl.f.)
saumyāḥ
sanft (Nom.Pl.f.)
yathāyogaṃ yathāsmṛti
nach Angemessenheit, nach Überlieferung (Adv.)

gandhena devās tuṣyanti darśanād yakṣarākṣasāḥ; nāgāḥ samupabhogena tribhir etais tu mānuṣāḥ

Durch den Duft werden die Götter zufrieden, durch den Anblick die Yakṣas und Rākṣasas, die Nāgas durch den Genuss; die Menschen aber durch diese drei.

Wort für Wort
gandhena devāḥ tuṣyanti
durch den Duft sind die Götter zufrieden (Instr.Sg. / Nom.Pl. / 3.Pl.Präs.)
darśanāt yakṣarākṣasāḥ
durch den Anblick Yakṣas und Rākṣasas (Abl.Sg. / Nom.Pl.)
nāgāḥ samupabhogena
die Nāgas durch den Genuss (Nom.Pl. / Instr.Sg.)
tribhiḥ etaiḥ tu mānuṣāḥ
durch diese drei aber die Menschen (Instr.Pl. / Nom.Pl.)

sadyaḥ prīṇāti devān vai te prītā bhāvayanty uta; saṃkalpasiddhā martyānām īpsitaiś ca manorathaiḥ

Sofort erfreut man tatsächlich die Götter, [und] erfreut fördern sie [den Menschen]; [sie sind] erfüllt durch Wunschvorsatz, und zwar mit den Wünschen und Herzensanliegen der Sterblichen.

Wort für Wort
sadyaḥ prīṇāti devān vai
sofort erfreut man die Götter fürwahr (3.Sg.Präs. / Akk.Pl.)
te prītāḥ bhāvayanti uta
sie, erfreut, fördern (Part.Nom.Pl. / 3.Pl.Kaus.)
saṃkalpasiddhāḥ
durch Wunschvorsatz erfüllt (Nom.Pl.)
martyānām īpsitaiḥ ca manorathaiḥ
mit der Sterblichen Erwünschtem und Herzenswünschen (Gen.Pl. / Instr.Pl.)

Der zweite Halbvers ist syntaktisch knapp; Ergänzungen nach dem Zusammenhang.

devāḥ prīṇanti satataṃ mānitā mānayanti ca; avajñātāvadhūtāś ca nirdahanty adhamān narān

Die Götter erfreuen [den Menschen] beständig, geehrt ehren sie [ihrerseits]; missachtet und abgewiesen aber verbrennen sie die niedrigen Menschen.

Wort für Wort
devāḥ prīṇanti satatam
die Götter erfreuen beständig (Nom.Pl. / 3.Pl.Präs.)
mānitāḥ mānayanti ca
geehrt ehren sie (Part.Nom.Pl. / 3.Pl.Kaus.)
avajñātāvadhūtāḥ ca
und missachtet und abgewiesen (Part.Perf.Pass. Nom.Pl.)
nirdahanti adhamān narān
sie verbrennen die niedrigen Menschen (3.Pl.Präs. / Akk.Pl.)

ataūrdhvaṃ pravakṣyāmi dhūpadānavidhau phalam; dhūpāṃś ca vividhān sādhūn asādhūṃś ca nibodha me

Von nun an will ich die Frucht bei der Regel des Räucherwerk-Darbringens verkünden; und die mannigfachen guten wie die nicht guten Räucherwerke vernimm von mir.

Wort für Wort
ataḥ ūrdhvaṃ pravakṣyāmi
von nun an will ich verkünden (Adv. / 1.Sg.Fut.)
dhūpadānavidhau phalam
bei der Regel der Räucherwerk-Gabe die Frucht (Lok.Sg. / Akk.Sg.)
dhūpān ca vividhān sādhūn
und die mannigfachen guten Räucherwerke (Akk.Pl.)
asādhūn ca nibodha me
und die nicht guten vernimm von mir (Akk.Pl. / Imp.2.Sg. / Abl./Dat.)

niryāsaḥ saralaś caiva kṛtrimaś caiva te trayaḥ; iṣṭāniṣṭo bhaved gandhas tan me vistarataḥ śṛṇu

Harz, Kiefernharz und Künstliches: das sind die drei; der Duft ist erwünscht oder unerwünscht; das höre von mir ausführlich.

Wort für Wort
niryāsaḥ saralaḥ ca eva
Harz und Kiefernharz (Nom.Sg.)
kṛtrimaḥ ca eva te trayaḥ
und Künstliches: sie sind drei (Nom.Sg. / Nom.Pl.)
iṣṭāniṣṭaḥ bhavet gandhaḥ
erwünscht oder unerwünscht sei der Duft (Nom.Sg. / 3.Sg.Opt.)
tat me vistarataḥ śṛṇu
das höre von mir ausführlich (Akk.Sg.n. / Imp.2.Sg.)

niryāsāḥ sallakīvarjyā devānāṃ dayitās tu te; gugguluḥ pravaras teṣāṃ sarveṣām iti niścayaḥ

Harze, ausgenommen das von der Sallakī, sind den Göttern lieb; unter ihnen allen ist Guggulu der vorzüglichste: so ist die feste Regel.

Wort für Wort
niryāsāḥ sallakīvarjyāḥ
Harze, ausgenommen Sallakī-Harz (Nom.Pl.)
devānāṃ dayitāḥ tu te
den Göttern lieb sind sie (Gen.Pl. / Nom.Pl.)
gugguluḥ pravaraḥ teṣām
Guggulu ist der vorzüglichste von ihnen (Nom.Sg. / Gen.Pl.)
sarveṣām iti niścayaḥ
unter allen: so [lautet] die Entscheidung (Gen.Pl. / Nom.Sg.)

aguruḥ sāriṇāṃ śreṣṭho yakṣarākṣasabhoginām; daityānāṃ sallakījaś ca kāṅkṣito yaś ca tadvidhaḥ

Aguru ist der beste für die Schlangenartigen, Yakṣas, Rākṣasas und Genusslebenden [Nāgas]; für die Daityas [ist] das aus der Sallakī Entstandene, und was von der Art ist, [ist] das Ersehnte.

Wort für Wort
aguruḥ sāriṇāṃ śreṣṭhaḥ
Aguru ist für die Sich-Windenden der beste (Nom.Sg. / Gen.Pl.) [?]
yakṣarākṣasabhoginām
für Yakṣas, Rākṣasas und Nāgas (Gen.Pl., Kompositum)
daityānāṃ sallakījaḥ ca
und für die Daityas das aus Sallakī Entstandene (Gen.Pl. / Nom.Sg.)
kāṅkṣitaḥ yaḥ ca tadvidhaḥ
und was ersehnt ist und von der Art (Part.Nom.Sg. / Nom.Sg.)

„sāriṇām“ unsicher (evtl. sarpiṇām o. ä.); hier als „Schlangenartige/Sich-Windende“ gedeutet.

atha sarjarasādīnāṃ gandhaiḥ pārthivadāravaiḥ; phāṇitāsavasaṃyuktair manuṣyāṇāṃ vidhīyate

Sodann wird für die Menschen [Räucherwerk] bereitet mit Düften von Sarjarasa und dergleichen, von irdischen und hölzernen [Stoffen], verbunden mit Sirup und Gärtrank.

Wort für Wort
atha sarjarasādīnām
sodann von Sarja-Harz und dergleichen (Gen.Pl.)
gandhaiḥ pārthivadāravaiḥ
mit Düften aus Erdigem und Holzigem (Instr.Pl.)
phāṇitāsavasaṃyuktaiḥ
mit Sirup und Gärtrank verbunden (Instr.Pl.)
manuṣyāṇāṃ vidhīyate
für die Menschen wird bereitet (Gen.Pl. / 3.Sg.Pass.)

devadānavabhūtānāṃ sadyas tuṣṭikaraḥ smṛtaḥ; ye 'nye vaihārikās te tu mānuṣāṇām iti smṛtāḥ

Für Götter, Dānavas und [andere] Wesen gilt es als sofort Zufriedenheit bewirkend; die anderen, die zum Vergnügen dienen, gelten für die Menschen.

Wort für Wort
devadānavabhūtānām
für Götter, Dānavas und Wesen (Gen.Pl., Kompositum)
sadyaḥ tuṣṭikaraḥ smṛtaḥ
sofort Zufriedenheit bewirkend gilt es (Adv. / Nom.Sg. / Part.Pass.)
ye anye vaihārikāḥ te tu
die anderen aber, die dem Vergnügen dienen (Nom.Pl.)
mānuṣāṇām iti smṛtāḥ
für die Menschen: so gelten sie (Gen.Pl. / Part.Nom.Pl.)

„devadānavabhūtānām“ ggf. auch: Götter, Dānavas und [Geister]; Bezug der Halbverse unsicher.

ya evoktāḥ sumanasāṃ pradāne guṇahetavaḥ; dhūpeṣv api parijñeyās ta eva prītivardhanāḥ

Was als wertbestimmende Gründe bei der Gabe von Blumen genannt wurde, das ist auch bei den Räucherwerken zu beachten; eben diese mehren die Freude.

Wort für Wort
ya evoktāḥ sumanasāṃ pradāne
die, die genannt wurden, bei der Blumengabe (Nom.Pl. / Part. / Gen.Pl. / Lok.Sg.)
guṇahetavaḥ
als Vorzugsgründe (Nom.Pl.)
dhūpeṣu api parijñeyāḥ
auch bei den Räucherwerken zu beachten (Lok.Pl. / Gerundiv Nom.Pl.)
te eva prītivardhanāḥ
eben sie sind freudemehrend (Nom.Pl.)

dīpadāne pravakṣyāmi phalayogam anuttamam; yathā yena yadā caiva pradeyā yādṛśāś ca te

Bei der Lampengabe will ich die unübertreffliche Verbindung mit Frucht verkünden: wie, womit, wann und von welcher Art diese darzubringen sind.

Wort für Wort
dīpadāne pravakṣyāmi
bei der Lampengabe will ich verkünden (Lok.Sg. / 1.Sg.Fut.)
phalayogam anuttamam
die unübertreffliche Fruchtverbindung (Akk.Sg.)
yathā yena yadā ca eva
wie, womit und wann (Adv. / Instr.Sg.n.)
pradeyāḥ yādṛśāḥ ca te
darzubringen und von welcher Art sie [sind] (Gerundiv Nom.Pl. / Nom.Pl.)

jyotis tejaḥ prakāśaś cāpy ūrdhvagaṃ cāpi varṇyate; pradānaṃ tejasāṃ tasmāt tejo vardhayate nṛṇām

Licht, Glanz und Helligkeit, auch das nach oben Gehende, wird [so] beschrieben; darum mehrt die Gabe von Lichtern den Glanz der Menschen.

Wort für Wort
jyotiḥ tejaḥ prakāśaḥ ca api
Licht, Glanz und Helligkeit auch (Nom.Sg.)
ūrdhvagaṃ ca api varṇyate
und nach oben gehend wird beschrieben (Nom.Sg.n. / 3.Sg.Pass.)
pradānaṃ tejasām tasmāt
die Gabe von Lichtern daher (Nom.Sg. / Gen.Pl. / Abl.)
tejaḥ vardhayate nṛṇām
mehrt den Glanz der Menschen (Akk.Sg. / 3.Sg.Kaus. / Gen.Pl.)

andhaṃ tamas tamisraṃ ca dakṣiṇāyanam eva ca; uttarāyaṇam etasmāj jyotirdānaṃ praśasyate

Blind [sind] Finsternis und tiefes Dunkel, und [so auch] die Südbahn der Sonne; [dagegen] die Nordbahn: daher wird das Geben von Licht gepriesen.

Wort für Wort
andhaṃ tamaḥ tamisram ca
blinde Finsternis und tiefes Dunkel (Nom.Sg.n.)
dakṣiṇāyanam eva ca
und ebenso der Südweg [der Sonne] (Nom.Sg.)
uttarāyaṇam
der Nordweg (Nom.Sg.)
etasmāt jyotirdānam praśasyate
daher wird die Lichtgabe gepriesen (Abl. / Nom.Sg. / 3.Sg.Pass.)

yasmād ūrdhvagam etat tu tamasaś caiva bheṣajam; tasmād ūrdhvagater dātā bhaved iti viniścayaḥ

Weil dieses nach oben geht und auch das Heilmittel gegen die Finsternis ist, deshalb wird der Geber [eines Lichts] einer sein, der nach oben geht: so ist die Entscheidung.

Wort für Wort
yasmāt ūrdhvagam etat tu
weil dieses aber nach oben geht (Abl. / Nom.Sg.n.)
tamasaḥ ca eva bheṣajam
und das Heilmittel der Finsternis (Gen.Sg. / Nom.Sg.)
tasmāt ūrdhvagateḥ dātā
daher ein Geber, der nach oben geht (Abl. / Gen./Abl.Sg. / Nom.Sg.)
bhavet iti viniścayaḥ
er wird sein: so die Entscheidung (3.Sg.Opt. / Nom.Sg.)

„ūrdhvagateḥ dātā“ eher: Geber der Aufwärtsbewegung (des Aufstiegs); Wiedergabe nach Sinn.

devās tejasvino yasmāt prabhāvantaḥ prakāśakāḥ; tāmasā rākṣasāś ceti tasmād dīpaḥ pradīyate

Weil die Götter glänzend, strahlend und erhellend sind, die Rākṣasas aber finster: deshalb wird das Licht dargebracht.

Wort für Wort
devāḥ tejasvinaḥ yasmāt
die Götter glänzend, weil (Nom.Pl. / Abl.)
prabhāvantaḥ prakāśakāḥ
strahlend, erhellend (Nom.Pl.)
tāmasāḥ rākṣasāḥ ca iti
finster aber die Rākṣasas: so (Nom.Pl.)
tasmāt dīpaḥ pradīyate
deshalb wird die Lampe dargebracht (Abl. / Nom.Sg. / 3.Sg.Pass.)

ālokadānāc cakṣuṣmān prabhāyukto bhaven naraḥ; tān dattvā nopahiṃseta na haren nopanāśayet

Durch das Geben von Licht wird der Mensch sehend und strahlend; hat man sie [die Lichter] gegeben, soll man ihnen nicht schaden, sie nicht wegnehmen und nicht auslöschen.

Wort für Wort
ālokadānāt cakṣuṣmān
durch Lichtgabe sehend (Abl.Sg. / Nom.Sg.)
prabhāyuktaḥ bhavet naraḥ
mit Glanz verbunden werde der Mensch (Nom.Sg. / 3.Sg.Opt. / Nom.Sg.)
tān dattvā na upahiṃseta
hat man sie gegeben, soll man nicht schädigen (Akk.Pl. / Abs. / 3.Sg.Opt.)
na haret na upanāśayet
nicht wegnehmen, nicht vernichten (3.Sg.Opt.)

dīpahartā bhaved andhas tamogatir asuprabhaḥ; dīpapradaḥ svargaloke dīpamālī virājate

Der Lampendieb wird blind, gelangt in Finsternis und ist glanzlos; der Lampenspender [dagegen] strahlt in der Himmelswelt, mit einer Lichterkette [geschmückt].

Wort für Wort
dīpahartā bhavet andhaḥ
der Lampendieb werde blind (Nom.Sg. / 3.Sg.Opt.)
tamogatiḥ asuprabhaḥ
in die Finsternis gehend, glanzlos (Nom.Sg.)
dīpapradaḥ svargaloke
der Lampenspender in der Himmelswelt (Nom.Sg. / Lok.Sg.)
dīpamālī virājate
mit Lichterkranz leuchtet er (Nom.Sg. / 3.Sg.Präs.)

haviṣā prathamaḥ kalpo dvitīyas tv auṣadhīrasaiḥ; vasāmedosthiniryāsair na kāryaḥ puṣṭim icchatā

Mit Opferschmalz ist die erste Art, die zweite mit Pflanzensäften; mit Fett, Mark, Knochen und Harzen soll [es] von einem, der Gedeihen wünscht, nicht gemacht werden.

Wort für Wort
haviṣā prathamaḥ kalpaḥ
mit Opferschmalz die erste Art (Instr.Sg. / Nom.Sg.)
dvitīyaḥ tu auṣadhīrasaiḥ
die zweite aber mit Pflanzensäften (Nom.Sg. / Instr.Pl.)
vasāmedosthiniryāsaiḥ
mit Fett, Mark, Knochen, Harzen (Instr.Pl., Kompositum)
na kāryaḥ puṣṭim icchatā
nicht zu machen von einem, der Gedeihen wünscht (Gerundiv / Part.Instr.Sg.)

Der Vers ist knapp; „kalpaḥ“ als „Art [des Lampenbrennstoffs]“ ergänzt, mit Vorbehalt.

giriprapāte gahane caityasthāne catuṣpathe

An Bergabstürzen, im Dickicht, an Heiligtumsstätten, an Wegkreuzungen,

Wort für Wort
giriprapāte
am Bergabsturz (Lok.Sg.)
gahane
im Dickicht (Lok.Sg.)
caityasthāne
an der Heiligtumsstätte (Lok.Sg.)
catuṣpathe
an der Wegkreuzung (Lok.Sg.)

Der Vers setzt sich in Unit 61 und 62 fort.

devālaye sabhāyāṃ ca girau caitye catuṣpathe; gobrāhmaṇālaye durge dīpo bhūtipradaḥ śuciḥ

im Götterheiligtum und in der Versammlungshalle, auf dem Berg, am Heiligtum, an der Wegkreuzung, in Kuh- und Brahmanenstätten, an unwegsamen Orten [ist] eine Lampe gedeihenbringend und rein.

Wort für Wort
devālaye sabhāyāṃ ca
im Götterheiligtum und in der Versammlung (Lok.Sg.)
girau caitye catuṣpathe
auf dem Berg, am Heiligtum, an der Wegkreuzung (Lok.Sg.)
gobrāhmaṇālaye durge
in Kuh- und Brahmanenstätte, an unwegsamem Ort (Lok.Sg.)
dīpaḥ bhūtipradaḥ śuciḥ
die Lampe, gedeihenbringend, rein (Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in Teilen der Handschriften).

dīpadātā bhaven nityaṃ ya icched bhūtim ātmanaḥ

– ein Lampenspender soll man stets sein, wer für sich Gedeihen wünscht.

Wort für Wort
dīpadātā bhavet nityam
ein Lampenspender soll man sein stets (Nom.Sg. / 3.Sg.Opt. / Adv.)
yaḥ icchet
wer wünschen mag (Nom.Sg. / 3.Sg.Opt.)
bhūtim ātmanaḥ
Gedeihen für sich (Akk.Sg. / Gen.Sg.)

kuloddyoto viśuddhātmā prakāśatvaṃ ca gacchati; jyotiṣāṃ caiva sālokyaṃ dīpadātā naraḥ sadā

[Er wird] der Erleuchter der Familie, reinen Wesens, und gelangt zur Strahlkraft; und die Nachbarschaft der Lichter [erlangt] der Lampenspender immer.

Wort für Wort
kuloddyotaḥ viśuddhātmā
Erleuchter der Sippe, reinen Selbstes (Nom.Sg.)
prakāśatvam ca gacchati
und zur Strahlkraft gelangt er (Akk.Sg. / 3.Sg.Präs.)
jyotiṣām ca eva sālokyam
und die Weltgemeinschaft mit den Lichtern (Gen.Pl. / Akk.Sg.)
dīpadātā naraḥ sadā
der Lampen spendende Mensch immer (Nom.Sg. / Adv.)

balikarmasu vakṣyāmi guṇān karmaphalodayān; devayakṣoraganṛṇāṃ bhūtānām atha rakṣasām

Über die Opfergaben-Riten will ich [nun] die Vorzüge sagen, [nämlich] die durch die Handlung erwachsenden Früchte, [dargebracht] Göttern, Yakṣas, Schlangen, Menschen, Geistwesen und Rākṣasas.

Wort für Wort
balikarmasu vakṣyāmi
über die Opfergaben-Handlungen will ich sagen (Lok.Pl. / 1.Sg.Fut.)
guṇān karmaphalodayān
die Vorzüge, die aus der Tat erwachsenden Früchte (Akk.Pl.)
devayakṣoraganṛṇām
für Götter, Yakṣas, Schlangen, Menschen (Gen.Pl., Kompositum)
bhūtānām atha rakṣasām
Geistwesen und Rākṣasas (Gen.Pl.)

yeṣāṃ nāgrabhujo viprā devatātithibālakāḥ; rākṣasān eva tān viddhi nirvaṣaṭkāramaṅgalān

Wessen Brahmanen, Götter, Gäste und Kinder nicht zuerst essen: die wisse als Rākṣasas, ohne Vaṣaṭ-Ruf und ohne Segen.

Wort für Wort
yeṣām na agrabhujaḥ viprāḥ
bei denen nicht die ersten Esser Brahmanen [sind] (Gen.Pl. / Nom.Pl.)
devatātithibālakāḥ
Gottheiten, Gäste und Kinder (Nom.Pl.)
rākṣasān eva tān viddhi
als Rākṣasas eben jene erkenne (Akk.Pl. / Imp.2.Sg.)
nirvaṣaṭkāramaṅgalān
ohne Vaṣaṭ-Ruf und Segen (Akk.Pl.)

tasmād agraṃ prayaccheta devebhyaḥ pratipūjitam; śirasā praṇataś cāpi hared balim atandritaḥ

Darum soll man den Göttern die Erstspeise geben, [sie] ehrend; und mit dem Haupt verneigt soll man die Opfergabe unermüdlich darbringen.

Wort für Wort
tasmāt agram prayaccheta
darum soll man die Erstspeise geben (Abl. / Akk.Sg. / 3.Sg.Opt.)
devebhyaḥ pratipūjitam
den Göttern, wohlverehrt (Dat.Pl. / Part.)
śirasā praṇataḥ ca api
und mit dem Haupt verneigt (Instr.Sg. / Part.Nom.Sg.)
haret balim atandritaḥ
man soll die Opfergabe darbringen, unermüdlich (3.Sg.Opt. / Akk.Sg. / Nom.Sg.)

gṛhyā hi devatā nityam āśaṃsanti gṛhāt sadā; bāhyāś cāgantavo ye 'nye yakṣarākṣasapannagāḥ

Denn die Hausgottheiten erhoffen stets [Gaben] aus dem Haus; und die äußeren, die anderen zugereisten: Yakṣas, Rākṣasas, Schlangen.

Wort für Wort
gṛhyāḥ hi devatāḥ nityam
die Hausgottheiten nämlich stets (Nom.Pl.)
āśaṃsanti gṛhāt sadā
erhoffen aus dem Haus immer (3.Pl.Präs. / Abl.Sg.)
bāhyāḥ ca āgantavaḥ ye anye
und die äußeren, zugekommenen anderen (Nom.Pl.)
yakṣarākṣasapannagāḥ
Yakṣas, Rākṣasas, Schlangen (Nom.Pl.)

ito dattena jīvanti devatāḥ pitaras tathā; te prītāḥ prīṇayanty etān āyuṣā yaśasā dhanaiḥ

Von hier, durch Gegebenes, leben die Gottheiten und ebenso die Väter; erfreut erfreuen sie diese mit Lebenszeit, Ruhm und Reichtümern.

Wort für Wort
itaḥ dattena jīvanti
von hier durch Gegebenes leben (Adv. / Part.Instr. / 3.Pl.)
devatāḥ pitaraḥ tathā
Gottheiten und Väter ebenso (Nom.Pl.)
te prītāḥ prīṇayanti etān
sie, erfreut, erfreuen diese (Nom.Pl. / 3.Pl.Kaus. / Akk.Pl.)
āyuṣā yaśasā dhanaiḥ
mit Lebenszeit, Ruhm, Reichtümern (Instr.)

balayaḥ saha puṣpais tu devānām upahārayet; dadhidrapsayutāḥ puṇyāḥ sugandhāḥ priyadarśanāḥ

Opfergaben soll man mit Blumen zusammen den Göttern darbringen: mit Sauermilch und Tropfen versehen, verdienstvoll, wohlduftend, schön anzusehen.

Wort für Wort
balayaḥ saha puṣpaiḥ tu
Opfergaben mit Blumen aber (Nom.Pl. / Instr.Pl.)
devānām upahārayet
den Göttern soll man darbringen (Gen./Dat.Pl. / 3.Sg.Opt.)
dadhidrapsayutāḥ puṇyāḥ
mit Sauermilch und Tropfen versehen, verdienstvoll (Nom.Pl.)
sugandhāḥ priyadarśanāḥ
wohlduftend, lieblich anzusehen (Nom.Pl.)

kāryā rudhiramāṃsāḍhyā balayo yakṣarakṣasām; surāsavapuraskārā lājollepanabhūṣitāḥ

Für Yakṣas und Rākṣasas sind Opfergaben zu bereiten, reich an Blut und Fleisch, mit Branntwein und Rauschtrank als Voranstellung, mit Röstkorn bestrichen und geschmückt.

Wort für Wort
kāryāḥ rudhiramāṃsāḍhyāḥ
zu bereiten, reich an Blut und Fleisch (Gerundiv Nom.Pl. / Nom.Pl.)
balayaḥ yakṣarakṣasām
Opfergaben für Yakṣas und Rakṣas (Nom.Pl. / Gen.Pl.)
surāsavapuraskārāḥ
Branntwein und Rauschtrank voranstellend (Nom.Pl.)
lājollepanabhūṣitāḥ
mit Röstkorn-Überzug geschmückt (Nom.Pl.)

nāgānāṃ dayitā nityaṃ padmotpalavimiśritāḥ; tilān guḍasusaṃpannān bhūtānām upahārayet

[Solche,] die den Nāgas stets lieb sind, mit Lotos und blauen Lotosblüten vermischt; Sesam, mit Rohzucker gut versehen, soll man den Geistwesen darbringen.

Wort für Wort
nāgānām dayitāḥ nityam
den Nāgas lieb stets (Gen.Pl. / Nom.Pl. / Adv.)
padmotpalavimiśritāḥ
mit Lotos und Blauwasserrose vermischt (Nom.Pl.)
tilān guḍasusaṃpannān
Sesam, mit Rohzucker gut versehen (Akk.Pl.)
bhūtānām upahārayet
den Geistwesen soll man darbringen (Gen./Dat.Pl. / 3.Sg.Opt.)

agradātāgrabhogī syād balavarṇasamanvitaḥ; tasmād agraṃ prayaccheta devebhyaḥ pratipūjitam

Wer zuerst gibt, wird auch zuerst genießen, mit Kraft und Glanz ausgestattet; darum soll man den Göttern die Erstspeise geben, [sie] ehrend.

Wort für Wort
agradātā agrabhogī syāt
Erstgeber sei Erstgenießer (Nom.Sg. / 3.Sg.Opt.)
balavarṇasamanvitaḥ
mit Kraft und Glanz versehen (Nom.Sg.)
tasmāt agraṃ prayaccheta
darum soll man die Erstspeise geben (Abl. / Akk.Sg. / 3.Sg.Opt.)
devebhyaḥ pratipūjitam
den Göttern, ehrend (Dat.Pl. / Part.)

jvalaty aharaho veśma yāś cāsya gṛhadevatāḥ; tāḥ pūjyā bhūtikāmena prasṛtāgrapradāyinā

Das Haus leuchtet Tag für Tag, und die Hausgottheiten, die ihm gehören: diese sind von einem, der Gedeihen wünscht, zu verehren, [und zwar] von dem, der mit ausgestreckter Hand Erstspeise gibt.

Wort für Wort
jvalati ahaḥahaḥ veśma
es leuchtet Tag für Tag das Haus (3.Sg.Präs. / Adv. / Nom.Sg.)
yāḥ ca asya gṛhadevatāḥ
und die, die seine Hausgottheiten sind (Nom.Pl.f.)
tāḥ pūjyāḥ bhūtikāmena
sie sind zu verehren vom Gedeihen Wünschenden (Gerundiv Nom.Pl. / Instr.Sg.)
prasṛtāgrapradāyinā
vom mit offener Hand Erstspeise Gebenden (Instr.Sg.) [?]

„prasṛtāgrapradāyinā“ nach Sinn gedeutet.

ity etad asurendrāya kāvyaḥ provāca bhārgavaḥ; suvarṇāya manuḥ prāha suvarṇo nāradāya ca

So hat dies dem Herrscher der Asuras Kāvya, der Bhārgava, verkündet; dem Suvarṇa sagte es Manu, und Suvarṇa dem Nārada.

Wort für Wort
iti etat asurendrāya
so dies dem Herrn der Asuras (Dat.Sg.)
kāvyaḥ provāca bhārgavaḥ
Kāvya verkündete, der Bhārgava (Nom.Sg. / Perf.3.Sg.)
suvarṇāya manuḥ prāha
dem Suvarṇa sagte Manu (Dat.Sg. / Nom.Sg. / Perf.3.Sg.)
suvarṇaḥ nāradāya ca
und Suvarṇa dem Nārada (Nom.Sg. / Dat.Sg.)

nārado 'pi mayi prāha guṇān etān mahādyute; tvam apy etad viditveha sarvam ācara putraka

Nārada hat mir diese Vorzüge gesagt, o Hochglänzender; auch du, dies erkannt habend, handle hier ganz danach, mein Sohn.

Wort für Wort
nāradaḥ api mayi prāha
auch Nārada sagte mir (Nom.Sg. / Lok.Sg. / Perf.3.Sg.)
guṇān etān mahādyute
diese Vorzüge, o Hochglänzender (Akk.Pl. / Vok.Sg.)
tvam api etat viditvā iha
auch du, dies erkannt habend, hier (Nom.Sg. / Abs.)
sarvam ācara putraka
alles befolge, mein Söhnchen (Akk.Sg. / Imp.2.Sg. / Vok.Sg.)

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