Kapitel 85: suvarṇotpattiḥ
Der Ursprung des Goldes aus Agni und die Herkunft der Bhṛgu und Aṅgiras; Lohn des Golddiensts
Vasiṣṭha erzählt Rāma (Paraśurāma) von einem Opfer, bei dem Brahmās Same ins Feuer geopfert wird, woraus Bhṛgu, Aṅgiras und Kavi entstehen; im weiteren Verlauf wird der Ursprung des Goldes und der Lohn des Goldgeschenks dargelegt.
vasiṣṭha uvāca; api cedaṃ purā rāma śrutaṃ me brahmadarśanam; pitāmahasya yadvṛttaṃ brahmaṇaḥ paramātmanaḥ
Vasiṣṭha sprach: „Auch dies habe ich einst gehört, Rāma, eine Schau Brahmās [oder: des Brahman] – was sich mit dem Großvater Brahmā, dem höchsten Selbst, ereignet hat.
Wort für Wort
vasiṣṭha uvāca
Vasiṣṭha sprach (Nom.Sg., Perf.)
api cedaṃ purā rāma śrutaṃ me
auch dies [habe] einst, Rāma, von mir Gehörtes (Vok.; Part.Pass. Nom.Sg.n., me = Instr.)
brahmadarśanam
Brahma-Schau (Nom.Sg.n.)
pitāmahasya yadvṛttaṃ
was des Großvaters sich zugetragen hat (Gen.Sg.; Part.Pass. Nom.Sg.n.)
brahmaṇaḥ paramātmanaḥ
Brahmās, des höchsten Selbst (Gen.Sg.)
brahmadarśanam kann „Schau des Brahman“ oder „Erscheinung Brahmās“ heißen; der Kontext (Brahmā als Handelnder) spricht für die zweite Lesart.
Als der große Gott, mein Lieber, die Gestalt des Varuṇa trug, in der Herrschaft des Varuṇa – Rāma, [und in der Herrschaft] des Rudra, des Herrn – o Gebieter.
Wort für Wort
devasya mahatas tāta
des großen Gottes, mein Lieber (Gen.Sg.; Vok.)
vāruṇīṃ bibhratas tanum
die Varuṇa-Gestalt tragend (Akk.Sg.f.; Part.Präs. Gen.Sg.)
aiśvarye vāruṇe rāma
in der Varuṇa-Herrschaft, Rāma (Lok.Sg.n.; Vok.)
rudrasyeśasya vai prabho
des Rudra, des Herrn, fürwahr, o Gebieter (Gen.Sg.; Vok.)
Der Bezug ist knapp: Gemeint ist offenbar das Opfer, bei dem Rudra/Śiva in der Gestalt des Varuṇa auftritt; der Satz wird in Vers 3 fortgeführt.
mūrtimanti ca sāmāni yajūṃṣi ca sahasraśaḥ; ṛgvedaś cāgamat tatra padakramavibhūṣitaḥ
Verkörpert [kamen] auch die Sāmans und die Yajus zu Tausenden; und auch der Ṛgveda kam dorthin, geschmückt mit der Wortfolge [des Padapāṭha und Kramapāṭha].
Wort für Wort
mūrtimanti ca sāmāni
und verkörpert die Sāmans (Nom.Pl.n.)
yajūṃṣi ca sahasraśaḥ
und die Yajus zu Tausenden (Nom.Pl.n.; Adv.)
ṛgvedaś cāgamat tatra
und der Ṛgveda kam dorthin (3.Sg.Aor./Impf.)
padakramavibhūṣitaḥ
geschmückt mit Pada und Krama (Part.Pass. Nom.Sg.m.)
Die Kennzeichenlehren, die Akzente, die Stobha-Silben, die Etymologie, die Vokaleinschübe; und der Oṃ-Laut sowie Nigraha und Pragraha verweilten [dort] als Augen [?].
vedāś ca sopaniṣado vidyā sāvitry athāpi ca; bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyac ca dadhāra bhagavāñ śivaḥ; juhvac cātmany athātmānaṃ svayam eva tadā prabho
Die Veden samt den Upaniṣaden, die Wissenschaft und auch die Sāvitrī; Gewesenes, Seiendes und Künftiges trug der erhabene Śiva; und er opferte da im Selbst das Selbst, ganz von selbst, o Gebieter.
Wort für Wort
vedāś ca sopaniṣado
und die Veden samt Upaniṣaden (Nom.Pl.)
vidyā sāvitry athāpi ca
die Wissenschaft, die Sāvitrī und auch (Nom.Sg.f.)
bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyac ca
Gewesenes, Seiendes, Künftiges (Akk.Sg.n.)
dadhāra bhagavāñ śivaḥ
trug der erhabene Śiva (3.Sg.Perf.; Nom.Sg.)
juhvac cātmany athātmānaṃ
und opfernd im Selbst das Selbst (Part.Präs. Nom.Sg.; Lok./Akk.Sg.)
Und er schmückte das Opfer, der Vielgestaltige, der Pināka-Träger; Himmel, Luftraum, Erde und Äther, und ebenso dieser Herr der Erde; der Herr aller Wissenschaften, der Glückliche, und auch dieser Vibhāvasu [Agni]; dieser ist Brahmā, Śiva, Rudra, Varuṇa, Agni, Prajāpati; besungen wird der erhabene Gott Śiva, der Herr aller Wesen. Sein, des Paśupati, ist das Opfer, die Askese und die Opfer[handlungen]; die Dīkṣā, die Göttin mit strahlenden Gelübden, und die Himmelsrichtungen samt den Herren der Richtungen.
Wort für Wort
yajñaṃ ca śobhayām āsa
und das Opfer schmückte er (Akk.; 3.Sg.Perf.Kaus.)
bahurūpaṃ pinākadhṛk
der Vielgestaltige, der Pināka-Träger (Nom.Sg.)
dyaur nabhaḥ pṛthivī khaṃ ca
Himmel, Luftraum, Erde und Äther (Nom.Sg.)
eṣa bhūpatiḥ sarvavidyeśvaraḥ śrīmān
dieser Herr der Erde, Herr aller Wissenschaften, glückvoll (Nom.Sg.m.)
eṣa brahmā śivo rudro varuṇo 'gniḥ prajāpatiḥ
dieser ist Brahmā, Śiva, Rudra, Varuṇa, Agni, Prajāpati (Nom.Sg.)
kīrtyate bhagavān devaḥ sarvabhūtapatiḥ śivaḥ
besungen wird der erhabene Gott, Herr aller Wesen, Śiva (3.Sg.Pass.)
tasya yajñaḥ paśupates tapaḥ kratava eva ca
sein ist das Opfer des Paśupati, die Askese und die Kratus (Nom.)
dīkṣā dīptavratā devī diśaś ca sadigīśvarāḥ
die Dīkṣā, die Göttin mit strahlenden Gelübden, und die Himmelsrichtungen samt Richtungsherren (Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Satzbau der Aufzählung ist locker, die Identifikationen (Brahmā = Śiva = Agni …) sind pantheistisch gemeint.
tamasas tāmasā bhāvā vyāpi sattvaṃ tathobhayam; saguṇas tejaso nityaṃ tamasy ākāśam eva ca
Aus der Finsternis [entstanden] die finsteren Zustände; das durchdringende Sattva und ebenso beides; das Eigenschaftshafte gehört stets zur Glut, in der Finsternis aber der Äther [?].
Wort für Wort
tamasas tāmasā bhāvā
aus Finsternis finstere Zustände (Abl.; Nom.Pl.m.)
vyāpi sattvaṃ tathobhayam
durchdringend das Sattva und ebenso beides (Nom.Sg.n.)
saguṇas tejaso nityaṃ
mit Eigenschaften, der Glut zugehörig, stets (Nom.Sg.m.; Gen.; Adv.)
tamasy ākāśam eva ca
in der Finsternis auch der Äther (Lok.; Nom.Sg.n.)
Stark verkürzte, wohl verderbte Aufzählung der drei Guṇas; Wiedergabe der zweiten Vershälfte unsicher.
Männliche Wesen, mit Körper begabt, begabt mit den aus der Zeugung geborenen Eigenschaften. „Bhṛk!“ – so [entstand] zuerst eben Bhṛgu; aus den Kohlen wurde Aṅgiras.
Wort für Wort
puruṣā vapuṣā yuktā
männliche Wesen, mit Körper verbunden (Nom.Pl.; Instr.; Part.Pass.)
yuktāḥ prasavajair guṇaiḥ
verbunden mit aus der Zeugung geborenen Eigenschaften (Instr.Pl.)
bhṛg ity eva bhṛguḥ pūrvam
„bhṛk“ so eben [wurde] Bhṛgu zuerst (Nom.Sg.)
aṅgārebhyo 'ṅgirābhavat
aus den Kohlen wurde Aṅgiras (Abl.Pl.; 3.Sg.Impf.)
Etymologisierende Namensdeutung (bhṛk, aṅgāra); der Halbvers bhṛg ity eva bhṛguḥ pūrvam ist knapp und sinngemäß ergänzt.
marīcibhyo marīcis tu mārīcaḥ kaśyapo hy abhūt; aṅgārebhyo 'ṅgirās tāta vālakhilyāḥ śiloccayāt; atraivātreti ca vibho jātam atriṃ vadanty api
Aus den Strahlen [entstand] Marīci; und Kaśyapa, der Marīci-Sohn, entstand ebenfalls; aus den Kohlen Aṅgiras, mein Lieber; die Vālakhilyas aus dem Steinhaufen; und „hier, hier“ [atra atra] – so sagt man, sei, o Mächtiger, Atri entstanden.
Wort für Wort
marīcibhyo marīcis tu
aus den Strahlen aber Marīci (Abl.Pl.; Nom.Sg.)
mārīcaḥ kaśyapo hy abhūt
Kaśyapa, der Marīci-Sohn, entstand (Nom.Sg.; 3.Sg.Aor.)
aṅgārebhyo 'ṅgirās tāta
aus den Kohlen Aṅgiras, mein Lieber (Abl.Pl.; Vok.)
vālakhilyāḥ śiloccayāt
die Vālakhilyas aus dem Steinhaufen (Nom.Pl.; Abl.Sg.)
atraivātreti ca vibho
„hier eben hier“ und so, o Mächtiger (Vok.)
jātam atriṃ vadanty api
entstanden Atri, sagt man auch (Part.Pass. Akk.; 3.Pl.Präs.)
Ebenso [entstanden] aus den Ascheresten die Vaikhānasas, an Zahl einer Schar von Brahmanen-Sehern gleich, die nach Askese, Gelehrsamkeit und Tugend strebten; aus seinen Tränen entstanden die beiden Aśvin, an Schönheit gerühmt.
Wort für Wort
tathā bhasmavyapohebhyo
ebenso aus den Ascheresten (Abl.Pl.)
brahmarṣigaṇasaṃmitāḥ
einer Schar von Brahmanen-Sehern gleich (Nom.Pl.m.)
vaikhānasāḥ samutpannās
die Vaikhānasas entstanden (Nom.Pl.; Part.Pass.)
tapaḥśrutaguṇepsavaḥ
nach Askese, Gelehrsamkeit, Tugend strebend (Nom.Pl.)
aśruto 'sya samutpannāv
aus seinen Tränen entstanden (Abl.; Gen.; Nom.Du.)
aśvinau rūpasaṃmatau
die beiden Aśvin, an Schönheit geschätzt (Nom.Du.m.)
Die übrigen Herren der Geschöpfe wurden aus seinen Körperkanälen geboren, die Seher aus den Haarwurzeln, aus dem Schweiß das Metrum, [aus dem Schmutz das], was aus Schmutz besteht [?].
Wort für Wort
śeṣāḥ prajānāṃ patayaḥ
die übrigen Herren der Geschöpfe (Nom.Pl.m.; Gen.Pl.)
srotobhyas tasya jajñire
aus seinen Kanälen wurden geboren (Abl.Pl.; 3.Pl.Perf.Med.)
ṛṣayo lomakūpebhyaḥ
die Seher aus den Haarwurzeln (Nom.Pl.; Abl.Pl.)
svedāc chando malātmakam
aus dem Schweiß Metrum/Wunsch, aus Schmutz Bestehendes (Abl.Sg.; Nom.Sg.n.)
svedāc chando malātmakam: verderbt oder verkürzt; „chandas“ auch „Wunsch“ möglich; Wiedergabe unsicher.
etasmāt kāraṇād āhur agniṃ sarvās tu devatāḥ; ṛṣayaḥ śrutasaṃpannā vedaprāmāṇyadarśanāt
Aus diesem Grund sagt man, Agni sei alle Gottheiten; und die Seher, an Überlieferung reich, [sagen es] aufgrund der Einsicht in die Verbindlichkeit des Veda.
Wort für Wort
etasmāt kāraṇād āhur
aus diesem Grund sagen sie (Abl.; 3.Pl.Perf.)
agniṃ sarvās tu devatāḥ
Agni [sei] alle Gottheiten (Akk.; Nom.Pl.f.)
ṛṣayaḥ śrutasaṃpannā
die Seher, überlieferungsreich (Nom.Pl.)
vedaprāmāṇyadarśanāt
wegen der Einsicht in die Autorität des Veda (Abl.Sg.)
yāni dārūṇi te māsā niryāsāḥ pakṣasaṃjñitāḥ; ahorātrā muhūrtās tu pittaṃ jyotiś ca vāruṇam
Was die Holzscheite sind, das sind die Monate; die Harzsäfte heißen Halbmonate; Tage und Nächte sind die Muhūrtas; die Galle und das Licht gehört zu Varuṇa.
Wort für Wort
yāni dārūṇi te māsā
was Holzscheite [sind], das [sind] Monate (Nom.Pl.n.; Nom.Pl.m.)
niryāsāḥ pakṣasaṃjñitāḥ
die Harzsäfte, Halbmonate genannt (Nom.Pl.; Part.Pass.)
ahorātrā muhūrtās tu
Tage-und-Nächte und Muhūrtas (Nom.Pl.)
pittaṃ jyotiś ca vāruṇam
Galle und Licht, varuṇisch (Nom.Sg.n.)
Die Gleichsetzungen (Opferfeuer = Zeiteinteilung) sind knapp; te māsāḥ ist nur sinngemäß aufgelöst.
arciṣo yāś ca te rudrās tathādityā mahāprabhāḥ; uddiṣṭās te tathāṅgārā ye dhiṣṇyeṣu divi sthitāḥ
Was aus den Flammen [stammt], das sind die Rudras und ebenso die Ādityas von großem Glanz; und ebenso werden die Kohlen bezeichnet, die auf den Feuerstätten am Himmel stehen.
Wort für Wort
arciṣo yāś ca te rudrās
was aus den Flammen: jene Rudras (Abl.Sg.; Nom.Pl.)
tathādityā mahāprabhāḥ
und die Ādityas, sehr strahlend (Nom.Pl.)
uddiṣṭās te tathāṅgārā
bezeichnet werden sie und ebenso die Kohlen (Part.Pass.; Nom.Pl.)
ye dhiṣṇyeṣu divi sthitāḥ
die auf den Feuerstätten am Himmel stehen (Lok.Pl.; Lok.Sg.; Part.Pass.)
dhiṣṇyeṣu divi sthitāḥ: wohl Gestirne bzw. Feuerstätten im Himmel; Deutung unsicher.
Agni sprach: „Aus meinen Gliedern sind sie entsprossen und mit mir als Stütze hervorgebracht; mein eigen sind diese Nachkommen; Varuṇa ist ja ohne eigene Verfügungsmacht.
Wort für Wort
agnir uvāca
Agni sprach
madaṅgebhyaḥ prasūtāni
aus meinen Gliedern entsprossen (Abl.Pl.; Part.Pass.)
madāśrayakṛtāni ca
und mit mir als Stütze gemacht (Part.Pass. Nom.Pl.n.)
mamaiva tāny apatyāni
mein eigen diese Nachkommen
varuṇo hy avaśātmakaḥ
Varuṇa ja ohne Verfügungsmacht (Nom.Sg.)
avaśātmaka wörtlich „von unfreiem/abhängigem Wesen“; Bedeutung: Varuṇa hat keine Verfügung über den Samen.
vayaṃ ca bhagavan sarve jagac ca sacarācaram; tavaiva prasavāḥ sarve tasmād agnir vibhāvasuḥ; varuṇaś ceśvaro devo labhatāṃ kāmam īpsitam
„Wir alle, Erhabener, und die Welt samt Beweglichem und Unbeweglichem sind allesamt nur deine Nachkommen; daher [ist] auch Agni, der Vibhāvasu, [dein]; und Varuṇa und der Gott Īśvara mögen den erwünschten Wunsch erlangen.“
Wort für Wort
vayaṃ ca bhagavan sarve
und wir alle, Erhabener (Nom.Pl.; Vok.)
jagac ca sacarācaram
und die Welt samt Beweglichem und Unbeweglichem (Nom.Sg.n.)
tavaiva prasavāḥ sarve
nur deine Nachkommen alle (Gen.; Nom.Pl.)
tasmād agnir vibhāvasuḥ
daher Agni, der Vibhāvasu (Nom.Sg.)
varuṇaś ceśvaro devo
und Varuṇa und der Gott Īśvara (Nom.Sg.)
labhatāṃ kāmam īpsitam
mögen erlangen den erwünschten Wunsch (3.Du.Imp.; Akk.)
tadā sa vāruṇaḥ khyāto bhṛguḥ prasavakarmakṛt; āgneyas tv aṅgirāḥ śrīmān kavir brāhmo mahāyaśāḥ; bhārgavāṅgirasau loke lokasaṃtānalakṣaṇau
Da wurde jener Bhṛgu als „Vāruṇa“ berühmt, der das Werk der Zeugung vollbrachte; Aṅgiras, der Glückvolle, ist der Agni-Zugehörige; Kavi, der Brahmā-Zugehörige, von großem Ruhm; Bhārgava und Āṅgirasa sind in der Welt die Kennzeichen der Fortsetzung der Welt.
Auch die Söhne des Brahmanen Kavi werden als Vāruṇas bezeichnet; es sind acht, mit den durch Zeugung [erworbenen] Vorzügen ausgestattet, Brahman-Kenner, glückverheißend.
Wort für Wort
brāhmaṇasya kaveḥ putrāḥ
die Söhne des Brahmanen Kavi (Gen.Sg./Nom.Pl.)
vāruṇās te 'py udāhṛtāḥ
auch diese sind als Vāruṇas bezeichnet (Nom.Pl.; Part.Perf.Pass.)
aṣṭau prasavajair yuktā guṇair
acht, versehen mit den aus der Zeugung geborenen Eigenschaften (Instr.Pl.; Part.)
aṣṭau kavisutā hy ete sarvam ebhir jagat tatam; prajāpataya ete hi prajānāṃ yair imāḥ prajāḥ
Acht sind dies, die Söhne des Kavi; von ihnen ist die ganze Welt durchzogen. Sie sind ja die Prajāpatis, die Herren der Geschöpfe, von denen diese Geschöpfe [stammen].
Wort für Wort
aṣṭau kavisutā hy ete
acht Kavi-Söhne sind diese ja (Nom.Pl.)
sarvam ebhir jagat tatam
von diesen ist die ganze Welt durchzogen (Instr.Pl.; Part.Perf.Pass.)
prajāpataya ete hi
Prajāpatis sind diese ja (Nom.Pl.)
prajānāṃ yair imāḥ prajāḥ
der Geschöpfe, durch die diese Geschöpfe [sind] (Gen.Pl.; Rel.Instr.; Nom.Pl.)
Der zweite Halbvers ist elliptisch; „stammen“ ergänzt.
evam aṅgirasaś caiva kaveś ca prasavānvayaiḥ; bhṛgoś ca bhṛguśārdūla vaṃśajaiḥ satataṃ jagat
So [ist] durch die Nachkommenlinien der Aṅgirasen und des Kavi und des Bhṛgu, Tiger unter den Bhṛgus, durch die Geschlechtsabkömmlinge des Bhṛgu die Welt beständig [erfüllt].
Wort für Wort
evam aṅgirasaś caiva
so und die Aṅgirasen (Gen.Sg./Nom.Pl.)
kaveś ca prasavānvayaiḥ
und des Kavi, durch die Zeugungs-Linien (Gen.Sg.; Instr.Pl.)
bhṛgoś ca bhṛguśārdūla
und des Bhṛgu, Bhṛgu-Tiger (Gen.Sg.; Vok.)
vaṃśajaiḥ satataṃ jagat
durch Geschlechtsgeborene, beständig die Welt (Instr.Pl.; Nom./Akk.Sg.)
valmīkasya vapāyāṃ ca karṇe vājasya dakṣiṇe; śakaṭorvyāṃ parasyāpsu brāhmaṇasya kare 'pi vā
Im Ameisenhügel, im Fettnetz [des Opfertiers], im rechten Ohr des Rosses, im Wagen-Schenkel [?], im Wasser eines anderen oder auch in der Hand eines Brahmanen.
Wort für Wort
valmīkasya vapāyāṃ ca
im Ameisenhügel und im Fettnetz (Gen.Sg.; Lok.Sg.)
karṇe vājasya dakṣiṇe
im Ohr des Rosses, im rechten (Lok.Sg.; Gen.Sg.)
śakaṭorvyāṃ parasyāpsu
im Wagen-Schenkel [?], im Wasser eines anderen [?] (Lok.Sg.; Lok.Pl.)
brāhmaṇasya kare 'pi vā
oder auch in der Hand eines Brahmanen (Gen.Sg.; Lok.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Der Vers ist Zusatzpassage; śakaṭorvyām und parasyāpsu sind unklar, die Wiedergabe ist unsicher.
Dessen Welten sind frei von Finsternis, wenn er zum höchsten Ziel geht; in der Himmelswelt wird er mit der Königsherrschaft über Könige geweiht, Bhārgava.
Wort für Wort
tasya ca atamaso lokā
und dessen finsternisfreie Welten (Gen.Sg.; Nom.Pl.)
gacchataḥ paramāṃ gatim
wenn er geht zum höchsten Ziel (Part.Präs.Gen.Sg.; Akk.Sg.)
svarloke rājarājyena
in der Himmelswelt mit Königsherrschaft über Könige (Lok.Sg.; Instr.Sg.)
eṣā suvarṇasyotpattiḥ kathitā te mayānagha; kārttikeyasya ca vibho tad viddhi bhṛgunandana; kārttikeyas tu saṃvṛddhaḥ kālena mahatā tadā; devaiḥ senāpatitvena vṛtaḥ sendrair bhṛgūdvaha; jaghāna tārakaṃ cāpi daityam anyāṃs tathāsurān; tridaśendrājñayā brahmaṃl lokānāṃ hitakāmyayā; suvarṇadāne ca mayā kathitās te guṇā vibho; tasmāt suvarṇaṃ viprebhyaḥ prayaccha dadatāṃ vara
Dies ist dir, Makelloser, von mir die Entstehung des Goldes erzählt, und die des Kārttikeya, Herr; das wisse, Freude der Bhṛgus. Kārttikeya aber, nach langer Zeit herangewachsen, wurde damals von den Göttern samt Indra zum Heerführer erwählt, Bhṛgu-Stier; und er erschlug den Tāraka, den Daitya, und andere Asuras, auf Geheiß des Herrn der Dreißig [Götter], Brahmane, im Wunsch nach dem Wohl der Welten. Und die Vorzüge des Goldschenkens habe ich dir erzählt, Herr; darum schenke den Brahmanen Gold, Bester der Schenkenden.
Wort für Wort
eṣā suvarṇasya utpattiḥ kathitā te mayā anagha
dies die Entstehung des Goldes, erzählt dir von mir, Makelloser (Nom.Sg.f.; Gen.Sg.; Part.Perf.Pass.; Instr.; Vok.)
kārttikeyasya ca vibho tad viddhi bhṛgunandana
und die des Kārttikeya, Herr, das wisse, Freude der Bhṛgu (Gen.Sg.; Vok.; Imp.; Vok.)
kārttikeyas tu saṃvṛddhaḥ kālena mahatā tadā
Kārttikeya aber, herangewachsen in großer Zeit, damals (Nom.Sg.; Part.; Instr.Sg.)
devaiḥ senāpatitvena vṛtaḥ sendrair bhṛgūdvaha
von den Göttern samt Indra zum Heerführeramt erwählt, Bhṛgu-Stier (Instr.Pl.; Instr.Sg.; Part.; Vok.)
jaghāna tārakaṃ cāpi daityam anyāṃs tathāsurān
erschlug den Tāraka, den Daitya, und andere Asuras (3.Sg.Perf.; Akk.)
tridaśendrājñayā brahmaṃl lokānāṃ hitakāmyayā
auf Geheiß des Herrn der Dreißig, Brahmane, aus Wunsch nach dem Wohl der Welten (Instr.Sg.; Vok.; Gen.Pl.; Instr.Sg.)
suvarṇadāne ca mayā kathitās te guṇā vibho
und beim Goldschenken von mir erzählt dir die Vorzüge, Herr (Lok.Sg.; Instr.; Part.; Nom.Pl.; Vok.)
tasmāt suvarṇaṃ viprebhyaḥ prayaccha dadatāṃ vara
darum Gold den Brahmanen schenke, Bester der Gebenden (Abl.-Adv.; Dat.Pl.; Imp.; Vok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).
evam etan mahārāja suvarṇasya mahātmanaḥ; janma te kathitaṃ puṇyaṃ pradānaṃ ca yudhiṣṭhira; iti rāmam uvācedaṃ vasiṣṭhaḥ śreṣṭhavāg ṛṣiḥ; suvarṇadāne māhātmyaṃ tat kuruṣva yudhiṣṭhira
So, großer König, ist dir die Geburt des hochgesinnten Goldes erzählt worden, verdienstvoll, und das Schenken, Yudhiṣṭhira. So sprach Vasiṣṭha, der Seher mit der besten Rede, dies zu Rāma. Übe diese Größe beim Goldschenken aus [?], Yudhiṣṭhira.
Wort für Wort
evam etan mahārāja
so dies, großer König (Adv.; Vok.)
suvarṇasya mahātmanaḥ janma te kathitaṃ puṇyam
des hochgesinnten Goldes Geburt dir erzählt, verdienstvoll (Gen.Sg.; Nom.Sg.n.; Part.)
pradānaṃ ca yudhiṣṭhira
und das Schenken, Yudhiṣṭhira (Nom.Sg.; Vok.)
iti rāmam uvācedaṃ vasiṣṭhaḥ
so zu Rāma sprach dies Vasiṣṭha (Akk.Sg.; 3.Sg.Perf.; Nom.Sg.)
śreṣṭhavāg ṛṣiḥ
der Seher mit bester Rede (Nom.Sg.)
suvarṇadāne māhātmyaṃ tat kuruṣva yudhiṣṭhira
beim Goldschenken die Größe, diese übe [?], Yudhiṣṭhira (Lok.Sg.; Akk.Sg.; Imp.Med.; Vok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; im letzten Halbvers ist der Sinn von māhātmyaṃ kuruṣva („dieser Größe beim Goldschenken entsprechend handle“) nicht sicher.