Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 51: cyavanamūlyaviniścayaḥ Der Loskauf Cyavanas durch eine Kuh und das Lob der Kühe

Nahuṣa bietet den Fischern, in deren Netz Cyavana geraten ist, immer höhere Preise, bis der Weise Gavijāta eine Kuh als angemessenen Preis vorschlägt. Cyavana preist daraufhin die Kühe, und die Fischer steigen samt ihren Fischen in den Himmel auf.

bhīṣma uvāca; nahuṣas tu tataḥ śrutvā cyavanaṃ taṃ tathāgatam; tvaritaḥ prayayau tatra sahāmātyapurohitaḥ

Bhīṣma sprach: Als Nahuṣa aber gehört hatte, dass Cyavana so gekommen sei, ging er eilends dorthin, zusammen mit seinen Ministern und dem Hauspriester.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
nahuṣas tu tataḥ śrutvā
Nahuṣa aber, darauf, nachdem er gehört hatte (Nom.; Abs.)
cyavanaṃ taṃ tathāgatam
den Cyavana, den so Gekommenen (Akk.; Part. Perf. Pass.)
tvaritaḥ prayayau tatra
eilig zog er dorthin (Nom.; 3.Sg.Perf.)
sahāmātyapurohitaḥ
samt Ministern und Hauspriester (Bahuvrīhi, Nom.)

śaucaṃ kṛtvā yathānyāyaṃ prāñjaliḥ prayato nṛpaḥ; ātmānam ācacakṣe ca cyavanāya mahātmane

Nach der Reinigung, wie es sich gehört, die Hände zusammengelegt und gesammelt, nannte der König dem hochgesinnten Cyavana sich selbst [mit Namen].

Wort für Wort
śaucaṃ kṛtvā yathānyāyaṃ
nachdem er die Reinigung vollzogen hatte, gemäß der Regel (Abs.; Adv.)
prāñjaliḥ prayato nṛpaḥ
mit gefalteten Händen, gesammelt, der König (Nom.)
ātmānam ācacakṣe ca
und nannte sich selbst (Akk.; 3.Sg.Perf. Med.)
cyavanāya mahātmane
dem Cyavana, dem Hochgesinnten (Dat.)

arcayām āsa taṃ cāpi tasya rājñaḥ purohitaḥ; satyavrataṃ mahābhāgaṃ devakalpaṃ viśāṃ pate

Auch der Hauspriester jenes Königs ehrte ihn, den der Wahrheit Verpflichteten, den sehr Glückseligen, den den Göttern Gleichen, o Herr der Menschen.

Wort für Wort
arcayām āsa taṃ cāpi
ehrte ihn auch (3.Sg.Perf. periphr.; Akk.)
tasya rājñaḥ purohitaḥ
der Hauspriester jenes Königs (Gen.; Nom.)
satyavrataṃ mahābhāgaṃ
den Wahrheitsgelübde-Haltenden, den sehr Glückseligen (Akk.)
devakalpaṃ viśāṃ pate
den Göttern Gleichen, o Herr der Leute (Akk.; Vok.)

nahuṣa uvāca; karavāṇi priyaṃ kiṃ te tan me vyākhyātum arhasi; sarvaṃ kartāsmi bhagavan yady api syāt suduṣkaram

Nahuṣa sprach: Was Liebes soll ich dir tun? Das musst du mir darlegen. Alles werde ich tun, Ehrwürdiger, auch wenn es sehr schwer zu vollbringen wäre.

Wort für Wort
nahuṣa uvāca
Nahuṣa sprach
karavāṇi priyaṃ kiṃ te
soll ich tun, Liebes, was für dich (1.Sg.Konj.; Akk.; Gen./Dat.)
tan me vyākhyātum arhasi
das mir darzulegen vermagst/sollst du (Inf.; 2.Sg.Präs.)
sarvaṃ kartāsmi bhagavan
alles werde ich tun, Ehrwürdiger (Periphr. Fut.; Vok.)
yady api syāt suduṣkaram
auch wenn es wäre sehr schwer zu tun (3.Sg.Opt.; Nom. n.)

cyavana uvāca; śrameṇa mahatā yuktāḥ kaivartā matsyajīvinaḥ; mama mūlyaṃ prayacchaibhyo matsyānāṃ vikrayaiḥ saha

Cyavana sprach: Von großer Mühe geplagt sind diese Fischer, die vom Fisch leben. Gib diesen ein Entgelt für mich, [gleichsam] zusammen mit dem Erlös aus dem Verkauf der Fische.

Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach
śrameṇa mahatā yuktāḥ
mit großer Mühe behaftet (Instr.; Nom.Pl.)
kaivartā matsyajīvinaḥ
die Fischer, die von Fischen Lebenden (Nom.Pl.)
mama mūlyaṃ prayaccha
mir [als] Preis gib (Gen.; Akk.; Imp.2.Sg.)
ebhyo matsyānāṃ vikrayaiḥ saha
diesen, samt dem Verkauf der Fische (Dat.; Gen.Pl.; Instr.Pl.)

Wortlaut von saha ... vikrayaiḥ knapp; sinngemäß: der Preis für Cyavana soll zusätzlich zum Verkaufserlös der Fische gezahlt werden.

nahuṣa uvāca; sahasraṃ dīyatāṃ mūlyaṃ niṣādebhyaḥ purohita; niṣkrayārthaṃ bhagavato yathāha bhṛgunandanaḥ

Nahuṣa sprach: Tausend [Münzen] sollen als Preis den Fischern gegeben werden, o Hauspriester, als Loskaufsumme für den Ehrwürdigen, wie der Bhṛgu-Sprössling gesagt hat.

Wort für Wort
nahuṣa uvāca
Nahuṣa sprach
sahasraṃ dīyatāṃ mūlyaṃ
tausend [Münzen] sollen als Preis gegeben werden (Nom.; Imp.Pass.)
niṣādebhyaḥ purohita
den Niṣādas, o Hauspriester (Dat.Pl.; Vok.)
niṣkrayārthaṃ bhagavataḥ
zum Zweck des Loskaufs des Ehrwürdigen (Akk. Adv.; Gen.)
yathāha bhṛgunandanaḥ
wie der Bhṛgu-Sprössling sagte (3.Sg.Perf.; Nom.)

cyavana uvāca; sahasraṃ nāham arhāmi kiṃ vā tvaṃ manyase nṛpa; sadṛśaṃ dīyatāṃ mūlyaṃ svabuddhyā niścayaṃ kuru

Cyavana sprach: Tausend bin ich nicht wert – oder was meinst du, König? Ein angemessener Preis soll gegeben werden; fasse mit eigenem Verstand einen Entschluss.

Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach
sahasraṃ nāham arhāmi
tausend – nicht bin ich wert (Akk.; 1.Sg.Präs.)
kiṃ vā tvaṃ manyase nṛpa
oder was denkst du, König (2.Sg.Präs. Med.; Vok.)
sadṛśaṃ dīyatāṃ mūlyaṃ
ein angemessener Preis werde gegeben (Nom. n.; Imp.Pass.)
svabuddhyā niścayaṃ kuru
mit eigenem Verstand fasse einen Entschluss (Instr.; Akk.; Imp.2.Sg.)

nahuṣa uvāca; sahasrāṇāṃ śataṃ kṣipraṃ niṣādebhyaḥ pradīyatām; syād etat tu bhaven mūlyaṃ kiṃ vānyan manyate bhavān

Nahuṣa sprach: Hunderttausend sollen den Fischern schnell gegeben werden. Möge dies der Preis sein – oder was anderes hältst du, Ehrwürdiger, dafür?

Wort für Wort
nahuṣa uvāca
Nahuṣa sprach
sahasrāṇāṃ śataṃ kṣipraṃ
hundert Tausende, schnell (Gen.Pl.; Nom.; Adv.)
niṣādebhyaḥ pradīyatām
den Niṣādas soll gegeben werden (Dat.Pl.; Imp.Pass.)
syād etat tu bhaven mūlyaṃ
dies möge sein, es möge der Preis sein (Opt.; Opt.)
kiṃ vānyan manyate bhavān
oder was anderes meint Euer Ehren (Akk.; 3.Sg.Präs. Med.; Nom.)

cyavana uvāca; nāhaṃ śatasahasreṇa nimeyaḥ pārthivarṣabha; dīyatāṃ sadṛśaṃ mūlyam amātyaiḥ saha cintaya

Cyavana sprach: Nicht mit Hunderttausend bin ich zu bemessen, o Bester der Könige. Ein angemessener Preis soll gegeben werden; berate dich mit den Ministern.

Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach
nāhaṃ śatasahasreṇa
nicht ich mit Hunderttausend (Instr.)
nimeyaḥ pārthivarṣabha
bemessbar/aufzuwiegen, o Stier unter den Königen (Gerundiv; Vok.)
dīyatāṃ sadṛśaṃ mūlyam
ein angemessener Preis werde gegeben (Imp.Pass.)
amātyaiḥ saha cintaya
mit den Ministern überlege (Instr.Pl.; Imp.2.Sg.)

nahuṣa uvāca; koṭiḥ pradīyatāṃ mūlyaṃ niṣādebhyaḥ purohita; yad etad api naupamyam ato bhūyaḥ pradīyatām

Nahuṣa sprach: Zehn Millionen sollen den Fischern als Preis gegeben werden, o Hauspriester. Was hierin [noch] nicht vergleichbar ist, dafür soll noch mehr gegeben werden.

Wort für Wort
nahuṣa uvāca
Nahuṣa sprach
koṭiḥ pradīyatāṃ mūlyaṃ
eine Koṭi (zehn Millionen) werde als Preis gegeben (Nom.; Imp.Pass.)
niṣādebhyaḥ purohita
den Niṣādas, o Hauspriester (Dat.; Vok.)
yad etad api naupamyam
was auch dieses [noch] Unvergleichbare ist (na + aupamya, Nom. n.)
ato bhūyaḥ pradīyatām
darüber hinaus mehr soll gegeben werden (Adv.; Imp.Pass.)

Zweite Vershälfte knapp und im Sinn nicht ganz sicher: sinngemäß: falls auch das nicht genügt, soll noch mehr gegeben werden.

cyavana uvāca; rājan nārhāmy ahaṃ koṭiṃ bhūyo vāpi mahādyute; sadṛśaṃ dīyatāṃ mūlyaṃ brāhmaṇaiḥ saha cintaya

Cyavana sprach: König, ich bin auch eine Koṭi nicht wert, oder gar mehr, du sehr Glänzender. Ein angemessener Preis soll gegeben werden; berate dich mit den Brahmanen.

Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach
rājan nārhāmy ahaṃ koṭiṃ
König, nicht bin ich eine Koṭi wert (Vok.; 1.Sg.Präs.; Akk.)
bhūyo vāpi mahādyute
oder auch mehr, o sehr Glänzender (Adv.; Vok.)
sadṛśaṃ dīyatāṃ mūlyaṃ
ein angemessener Preis werde gegeben (Imp.Pass.)
brāhmaṇaiḥ saha cintaya
mit den Brahmanen überlege (Instr.Pl.; Imp.2.Sg.)

nahuṣa uvāca; ardharājyaṃ samagraṃ vā niṣādebhyaḥ pradīyatām; etan mūlyam ahaṃ manye kiṃ vānyan manyase dvija

Nahuṣa sprach: Das halbe Reich oder das ganze soll den Fischern gegeben werden. Dies halte ich für den Preis – oder was meinst du sonst, Zweimalgeborener?

Wort für Wort
nahuṣa uvāca
Nahuṣa sprach
ardharājyaṃ samagraṃ vā
das halbe Reich oder das ganze (Nom. n.)
niṣādebhyaḥ pradīyatām
den Niṣādas soll gegeben werden (Dat.Pl.; Imp.Pass.)
etan mūlyam ahaṃ manye
dies [als] Preis halte ich (Akk.; 1.Sg.Präs. Med.)
kiṃ vānyan manyase dvija
oder was anderes meinst du, Zweimalgeborener (2.Sg.; Vok.)

dīyatāṃ te purohita; avilambitam ity evam ṛṣiḥ kaṣṭāt pramucyatām

[Es] werde gegeben von dir, o Hauspriester [?] – unverzüglich, so möge der Seher aus der Not befreit werden.

Wort für Wort
dīyatāṃ te purohita
es werde gegeben, von/an dich(?), o Hauspriester (Imp.Pass.; Instr./Dat./Gen. te; Vok.)
avilambitam ity evam
unverzüglich – so (Adv.; Partikel)
ṛṣiḥ kaṣṭāt pramucyatām
der Seher möge aus der Not befreit werden (Nom.; Abl.; Imp.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers der kritischen Ausgabe; das Objekt zu dīyatām fehlt und te ist mehrdeutig, daher unsicher.

cyavana uvāca; ardharājyaṃ samagraṃ vā nāham arhāmi pārthiva; sadṛśaṃ dīyatāṃ mūlyam ṛṣibhiḥ saha cintyatām

Cyavana sprach: Das halbe Reich oder das ganze bin ich nicht wert, Herrscher. Ein angemessener Preis soll gegeben werden; er soll mit den Sehern bedacht werden.

Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach
ardharājyaṃ samagraṃ vā
das halbe Reich oder das ganze (Akk.)
nāham arhāmi pārthiva
nicht bin ich wert, o König (1.Sg.Präs.; Vok.)
sadṛśaṃ dīyatāṃ mūlyam
ein angemessener Preis werde gegeben
ṛṣibhiḥ saha cintyatām
mit den Sehern soll überlegt werden (Instr.Pl.; Imp.Pass.)

bhīṣma uvāca; maharṣer vacanaṃ śrutvā nahuṣo duḥkhakarśitaḥ; sa cintayām āsa tadā sahāmātyapurohitaḥ

Bhīṣma sprach: Als Nahuṣa das Wort des großen Sehers gehört hatte, war er von Kummer gequält; er überlegte damals, zusammen mit den Ministern und dem Hauspriester.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach
maharṣer vacanaṃ śrutvā
das Wort des großen Sehers gehört habend (Gen.; Akk.; Abs.)
nahuṣo duḥkhakarśitaḥ
Nahuṣa, vom Leid ausgezehrt (Nom.; Part.Pass.)
sa cintayām āsa tadā
er überlegte damals (3.Sg.Perf. periphr.)
sahāmātyapurohitaḥ
samt Ministern und Hauspriester

tatra tv anyo vanacaraḥ kaś cin mūlaphalāśanaḥ; nahuṣasya samīpastho gavijāto 'bhavan muniḥ

Dort aber war ein anderer, im Wald Umherziehender, der von Wurzeln und Früchten lebte; bei Nahuṣa stehend, war ein Weiser namens Gavijāta [wörtlich: „von einer Kuh geboren“].

Wort für Wort
tatra tv anyo vanacaraḥ
dort aber [war] ein anderer, im Wald Wandelnder (Nom.)
kaś cin mūlaphalāśanaḥ
irgendeiner, von Wurzeln und Früchten sich nährend (Nom.)
nahuṣasya samīpasthaḥ
in Nahuṣas Nähe befindlich (Gen.; Nom.)
gavijāto 'bhavan muniḥ
Gavijāta war [da], ein Weiser (3.Sg.Impf.; Nom.)

abhavan (statt abhavat) ist metrisch/sprachlich auffällig; als 3.Sg. gedeutet.

sa samābhāṣya rājānam abravīd dvijasattamaḥ; toṣayiṣyāmy ahaṃ vipraṃ yathā tuṣṭo bhaviṣyati

Der Beste der Zweimalgeborenen sprach den König an und sagte: „Ich werde den Brahmanen zufriedenstellen, sodass er zufrieden sein wird.“

Wort für Wort
sa samābhāṣya rājānam
er, nachdem er den König angesprochen hatte (Abs.; Akk.)
abravīd dvijasattamaḥ
sprach, der Beste der Zweimalgeborenen (3.Sg.Impf.; Nom.)
toṣayiṣyāmy ahaṃ vipram
ich werde zufriedenstellen den Brahmanen (1.Sg.Fut.; Akk.)
yathā tuṣṭo bhaviṣyati
sodass er zufrieden sein wird (Konj.; Part.; 3.Sg.Fut.)

nāhaṃ mithyāvaco brūyāṃ svaireṣv api kuto 'nyathā; bhavato yad ahaṃ brūyāṃ tat kāryam aviśaṅkayā

„Nie würde ich Falsches sagen, nicht einmal im Scherz [oder aus Willkür] – wie dann anders? Was ich dir sage, das ist ohne Zweifel auszuführen.“

Wort für Wort
nāhaṃ mithyāvaco brūyāṃ
nicht würde ich Unwahres sagen (1.Sg.Opt.)
svaireṣv api kuto 'nyathā
selbst in freien [Lagen/Scherzen], wie erst anders (Lok.Pl.; Adv.)
bhavato yad ahaṃ brūyāṃ
was ich dir sagen würde (Gen. Ehrf.; 1.Sg.Opt.)
tat kāryam aviśaṅkayā
das ist auszuführen ohne Zweifel (Gerundiv; Instr.)

svaireṣu: wörtlich „in freien/willkürlichen [Dingen]“; Deutung als „im Scherz“ unsicher.

nahuṣa uvāca; bravītu bhagavān mūlyaṃ maharṣeḥ sadṛśaṃ bhṛgoḥ; paritrāyasva mām asmād viṣayaṃ ca kulaṃ ca me

Nahuṣa sprach: Der Ehrwürdige nenne den Preis, der dem großen Seher aus [dem Geschlecht des] Bhṛgu angemessen ist. Rette mich vor dieser [Lage], mein Reich und mein Geschlecht.

Wort für Wort
nahuṣa uvāca
Nahuṣa sprach
bravītu bhagavān mūlyaṃ
der Ehrwürdige möge den Preis nennen (Imp.3.Sg.; Nom.)
maharṣeḥ sadṛśaṃ bhṛgoḥ
der dem großen Seher, dem Bhṛgu[-Nachkommen], angemessen [ist] (Gen.; Akk. n.; Gen.)
paritrāyasva mām asmād
rette mich hiervor (Imp.Med.; Akk.; Abl.)
viṣayaṃ ca kulaṃ ca me
und [mein] Reich und mein Geschlecht (Akk.; Akk.; Gen.)

hanyād dhi bhagavān kruddhas trailokyam api kevalam; kiṃ punar māṃ tapohīnaṃ bāhuvīryaparāyaṇam

Denn der Ehrwürdige könnte im Zorn sogar die drei Welten gänzlich vernichten – wie viel eher mich, der ich ohne Askese bin und allein auf die Kraft meiner Arme vertraue.

Wort für Wort
hanyād dhi bhagavān kruddhaḥ
denn vernichten könnte der Ehrwürdige, zornig (Opt.; Nom.; Part.)
trailokyam api kevalam
selbst die drei Welten ganz (Akk.; Adj.)
kiṃ punar māṃ tapohīnaṃ
wie viel mehr mich, der ohne Askese ist (Akk.)
bāhuvīryaparāyaṇam
auf die Kraft der Arme bauend (Kompositum, Akk.)

agādhe 'mbhasi magnasya sāmātyasya sahartvijaḥ; plavo bhava maharṣe tvaṃ kuru mūlyaviniścayam

Für mich, der ich in unergründlichem Wasser versunken bin, samt Ministern und Opferpriestern, werde du ein Floß, großer Seher, und triff die Preisbestimmung.

Wort für Wort
agādhe 'mbhasi magnasya
in unergründlichem Wasser versunken (Lok.; Gen.)
sāmātyasya sahartvijaḥ
samt Ministern, samt Opferpriestern (Gen.; Bahuvrīhi)
plavo bhava maharṣe tvaṃ
werde ein Floß, großer Seher, du (Imp.; Vok.)
kuru mūlyaviniścayam
triff die Preisfestsetzung (Imp.; Akk.)

sahartvijaḥ = saha ṛtvijaḥ (grammatisch unregelmäßig, Genitiv Sg. statt Instr./Pl.); sinngemäß „samt den Opferpriestern“.

bhīṣma uvāca; nahuṣasya vacaḥ śrutvā gavijātaḥ pratāpavān; uvāca harṣayan sarvān amātyān pārthivaṃ ca tam

Bhīṣma sprach: Als Gavijāta, der Gewaltige, Nahuṣas Worte gehört hatte, sprach er, alle Minister und jenen König erfreuend.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach
nahuṣasya vacaḥ śrutvā
Nahuṣas Wort gehört habend (Gen.; Akk.; Abs.)
gavijātaḥ pratāpavān
Gavijāta, der Machtvolle (Nom.)
uvāca harṣayan sarvān
sprach, erfreuend alle (3.Sg.Perf.; Part.Präs.; Akk.)
amātyān pārthivaṃ ca tam
die Minister und jenen König (Akk.)

gavijātaḥ; brāhmaṇānāṃ gavāṃ caiva kulam ekaṃ dvidhā kṛtam; ekatra mantrās tiṣṭhanti havir anyatra tiṣṭhati

Gavijāta: Das Geschlecht der Brahmanen und der Kühe ist ein einziges, in zwei geteilt: an dem einen Ort stehen die Mantras, am anderen steht die Opferspende.

Wort für Wort
gavijātaḥ
Gavijāta [sprach]
brāhmaṇānāṃ gavāṃ caiva
der Brahmanen und der Kühe (Gen.Pl.)
kulam ekaṃ dvidhā kṛtam
ein Geschlecht, in zwei Teile gemacht (Nom. n.; Adv.; Part.Pass.)
ekatra mantrās tiṣṭhanti
an einem Ort stehen die Mantras (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.)
havir anyatra tiṣṭhati
die Opfergabe steht anderswo (Nom.; 3.Sg.Präs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

anargheyā mahārāja dvijā varṇamahattamāḥ; gāvaś ca pṛthivīpāla gaur mūlyaṃ parikalpyatām

Unschätzbar sind, großer König, die Zweimalgeborenen, die höchsten unter den Ständen, und die Kühe, o Schützer der Erde; als Preis werde eine Kuh angesetzt.

Wort für Wort
anargheyā mahārāja
unbezahlbar, o Großkönig (Nom.Pl.; Vok.)
dvijā varṇamahattamāḥ
die Zweimalgeborenen, die Größten unter den Ständen (Nom.Pl.)
gāvaś ca pṛthivīpāla
und die Kühe, o Erdenschützer (Nom.Pl.; Vok.)
gaur mūlyaṃ parikalpyatām
eine Kuh werde als Preis festgesetzt (Nom.; Akk.; Imp.Pass.)

nahuṣas tu tataḥ śrutvā maharṣer vacanaṃ nṛpa; harṣeṇa mahatā yuktaḥ sahāmātyapurohitaḥ

Als Nahuṣa aber darauf das Wort des großen Sehers gehört hatte, o König, war er von großer Freude erfüllt, samt Ministern und Hauspriester.

Wort für Wort
nahuṣas tu tataḥ śrutvā
Nahuṣa aber, dann, nachdem er gehört hatte
maharṣer vacanaṃ nṛpa
das Wort des großen Sehers, o König (Gen.; Akk.; Vok.)
harṣeṇa mahatā yuktaḥ
von großer Freude erfüllt (Instr.; Nom.)
sahāmātyapurohitaḥ
samt Ministern und Hauspriester

abhigamya bhṛgoḥ putraṃ cyavanaṃ saṃśitavratam; idaṃ provāca nṛpate vācā saṃtarpayann iva

Er trat zu Cyavana, dem Sohn des Bhṛgu, der strenge Gelübde hielt, und sprach dies, o Herrscher, mit einer Rede, gleichsam [ihn] zufriedenstellend.

Wort für Wort
abhigamya bhṛgoḥ putraṃ
hingetreten zum Sohn des Bhṛgu (Abs.; Gen.; Akk.)
cyavanaṃ saṃśitavratam
zu Cyavana, dem streng Gelobenden (Akk.)
idaṃ provāca nṛpate
dies sprach er, o Fürst (3.Sg.Perf.; Vok.)
vācā saṃtarpayann iva
mit Worten gleichsam sättigend/erfreuend (Instr.; Part.Präs.)

uttiṣṭhottiṣṭha viprarṣe gavā krīto 'si bhārgava; etan mūlyam ahaṃ manye tava dharmabhṛtāṃ vara

„Steh auf, steh auf, Brahmanen-Seher! Durch eine Kuh bist du gekauft, Bhārgava. Dies halte ich für [deinen Preis], o Bester unter den Dharma-Tragenden.“

Wort für Wort
uttiṣṭhottiṣṭha viprarṣe
steh auf, steh auf, Brahmanen-Seher (Imp.; Vok.)
gavā krīto 'si bhārgava
durch eine Kuh gekauft bist du, Bhārgava (Instr.; Part.Pass.; 2.Sg.)
etan mūlyam ahaṃ manye
dies [als] Preis halte ich (Akk.; 1.Sg.Präs.)
tava dharmabhṛtāṃ vara
dein[en], o Bester der Dharma-Tragenden (Gen.; Gen.Pl.; Vok.)

cyavana uvāca; uttiṣṭhāmy eṣa rājendra samyak krīto 'smi te 'nagha; gobhis tulyaṃ na paśyāmi dhanaṃ kiṃ cid ihācyuta

Cyavana sprach: „Ich stehe [nun] auf, König der Könige; ich bin von dir vollkommen erkauft, Makelloser. Einen Reichtum, der den Kühen gleichkäme, sehe ich hier nirgends, Unerschütterlicher.“

Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach (Perf.)
uttiṣṭhāmy eṣa rājendra
ich stehe auf, dieser [ich], König der Könige (1.Sg.Präs./Vok.)
samyak krīto 'smi te 'nagha
vollkommen erkauft bin ich von dir, Makelloser (Part.Pass./Gen. als Instr./Vok.)
gobhis tulyaṃ na paśyāmi
den Kühen gleich sehe ich nicht (Instr.Pl./1.Sg.Präs.)
dhanaṃ kiṃ cid ihācyuta
irgendeinen Reichtum hier, Unerschütterlicher (Akk./Vok.)

kīrtanaṃ śravaṇaṃ dānaṃ darśanaṃ cāpi pārthiva; gavāṃ praśasyate vīra sarvapāpaharaṃ śivam

Das Preisen, das Hören, das Schenken und auch das Anschauen der Kühe, o Fürst, wird gerühmt, o Held, als alle Sünden hinwegnehmend und heilbringend.

Wort für Wort
kīrtanaṃ śravaṇaṃ dānaṃ
das Preisen, Hören, Schenken (Nom.Sg.n.)
darśanaṃ cāpi pārthiva
und auch das Anschauen, Fürst (Nom./Vok.)
gavāṃ praśasyate vīra
der Kühe wird gerühmt, Held (Gen.Pl./3.Sg.Pass./Vok.)
sarvapāpaharaṃ śivam
alle Sünden hinwegnehmend, heilbringend (Nom.n., Kompositum)

gāvo lakṣmyāḥ sadā mūlaṃ goṣu pāpmā na vidyate; annam eva sadā gāvo devānāṃ paramaṃ haviḥ

Die Kühe sind allezeit die Wurzel des Glücks; bei den Kühen findet sich kein Übel. Die Kühe sind ja stets die Nahrung selbst, die höchste Opferspeise der Götter.

Wort für Wort
gāvo lakṣmyāḥ sadā mūlaṃ
die Kühe [sind] stets die Wurzel des Glücks (Nom.Pl./Gen.Sg./Nom.n.)
goṣu pāpmā na vidyate
bei den Kühen ist Übel nicht vorhanden (Lok.Pl./3.Sg.Pass.)
annam eva sadā gāvo
Nahrung eben sind stets die Kühe (Nom.n./Nom.Pl.)
devānāṃ paramaṃ haviḥ
der Götter höchste Opferspeise (Gen.Pl./Nom.n.)

svāhākāravaṣaṭkārau goṣu nityaṃ pratiṣṭhitau; gāvo yajñapraṇetryo vai tathā yajñasya tā mukham

Der Ruf „svāhā“ und der Ruf „vaṣaṭ“ sind in den Kühen für immer gegründet; die Kühe sind wahrlich die Leiterinnen des Opfers, und sie sind der Mund des Opfers.

Wort für Wort
svāhākāravaṣaṭkārau
svāhā-Ruf und vaṣaṭ-Ruf (Nom.Du.m.)
goṣu nityaṃ pratiṣṭhitau
in den Kühen stets gegründet (Lok.Pl./Part.Pass. Du.)
gāvo yajñapraṇetryo vai
die Kühe [sind] Leiterinnen des Opfers fürwahr (Nom.Pl.f.)
tathā yajñasya tā mukham
ebenso des Opfers sie [sind] der Mund (Gen./Nom.Pl.f./Nom.n.)

amṛtaṃ hy akṣayaṃ divyaṃ kṣaranti ca vahanti ca; amṛtāyatanaṃ caitāḥ sarvalokanamaskṛtāḥ

Unvergängliches, göttliches Amṛta lassen sie strömen und tragen es [mit sich]; und sie sind der Sitz des Amṛta, von allen Welten verehrt.

Wort für Wort
amṛtaṃ hy akṣayaṃ divyaṃ
Amṛta, denn unvergänglich, göttlich (Akk.n.)
kṣaranti ca vahanti ca
sie lassen strömen und tragen (3.Pl.Präs.)
amṛtāyatanaṃ caitāḥ
und Sitz des Amṛta [sind] diese (Nom.n./Nom.Pl.f.)
sarvalokanamaskṛtāḥ
von allen Welten verehrt (Part.Pass. Nom.Pl.f., Kompositum)

Bei vahanti fehlt ein ausdrückliches Objekt; ergänzt ist „Amṛta“.

tejasā vapuṣā caiva gāvo vahnisamā bhuvi; gāvo hi sumahat tejaḥ prāṇināṃ ca sukhapradāḥ

An Glanz und an Gestalt sind die Kühe auf Erden dem Feuer gleich; die Kühe sind ja ein überaus großer Glanz und den Lebewesen Glück spendend.

Wort für Wort
tejasā vapuṣā caiva
durch Glanz und durch Gestalt (Instr.Sg.)
gāvo vahnisamā bhuvi
die Kühe [sind] dem Feuer gleich auf Erden (Nom.Pl./Lok.Sg.)
gāvo hi sumahat tejaḥ
denn die Kühe [sind] ein sehr großer Glanz (Nom.Pl./Nom.n.)
prāṇināṃ ca sukhapradāḥ
und den Lebewesen Glück gebend (Dat.-Gen.Pl./Nom.Pl.f.)

niviṣṭaṃ gokulaṃ yatra śvāsaṃ muñcati nirbhayam; virājayati taṃ deśaṃ pāpmānaṃ cāpakarṣati

Wo eine niedergelassene Kuhherde furchtlos aufatmet, da lässt sie jene Gegend erstrahlen und zieht das Übel [von ihr] fort.

Wort für Wort
niviṣṭaṃ gokulaṃ yatra
niedergelassen die Kuhherde, wo (Part.Pass. Nom.n./Adv.)
śvāsaṃ muñcati nirbhayam
Atem lässt sie los, furchtlos (3.Sg.Präs./Adv.)
virājayati taṃ deśaṃ
sie lässt erstrahlen jene Gegend (3.Sg.Kaus./Akk.)
pāpmānaṃ cāpakarṣati
und das Übel zieht sie weg (Akk./3.Sg.Präs.)

gāvaḥ svargasya sopānaṃ gāvaḥ svarge 'pi pūjitāḥ; gāvaḥ kāmadughā devyo nānyat kiṃ cit paraṃ smṛtam

Die Kühe sind die Stiege zum Himmel, die Kühe werden auch im Himmel verehrt; die Kühe sind göttliche Wunschmelkerinnen; etwas anderes Höheres gilt nicht [als solches].

Wort für Wort
gāvaḥ svargasya sopānaṃ
die Kühe [sind] des Himmels Stiege (Nom.Pl./Gen./Nom.n.)
gāvaḥ svarge 'pi pūjitāḥ
die Kühe [sind] auch im Himmel verehrt (Lok./Part.Pass.)
gāvaḥ kāmadughā devyo
die Kühe [sind] Wunsch-Melkerinnen, Göttinnen (Nom.Pl.f.)
nānyat kiṃ cit paraṃ smṛtam
nichts anderes Höheres gilt (Nom.n./Part.Pass.)

ity etad goṣu me proktaṃ māhātmyaṃ pārthivarṣabha; guṇaikadeśavacanaṃ śakyaṃ pārāyaṇaṃ na tu

So ist dir dies als Größe der Kühe von mir verkündet worden, Stier unter den Fürsten; eine Darlegung nur eines Teils der Vorzüge ist möglich, ein vollständiges Durchgehen aber nicht.

Wort für Wort
ity etad goṣu me proktaṃ
so dies über die Kühe von mir verkündet (Lok.Pl./Instr./Part.Pass.)
māhātmyaṃ pārthivarṣabha
die Größe, Stier unter den Fürsten (Nom.n./Vok.)
guṇaikadeśavacanaṃ
Rede über einen Teil der Vorzüge (Nom.n., Kompositum)
śakyaṃ pārāyaṇaṃ na tu
möglich; ein vollständiges Durchgehen aber nicht (Adj./Nom.n.)

niṣādā ūcuḥ; darśanaṃ kathanaṃ caiva sahāsmābhiḥ kṛtaṃ mune; satāṃ saptapadaṃ mitraṃ prasādaṃ naḥ kuru prabho

Die Niṣādas sprachen: „Anblick und Gespräch ist mit uns zustande gekommen, Weiser; die Freundschaft der Guten [entsteht] mit sieben Schritten: erweise uns Gnade, Herr.“

Wort für Wort
niṣādā ūcuḥ
die Niṣādas sprachen (Perf.)
darśanaṃ kathanaṃ caiva
Anblick und Gespräch (Nom.n.)
sahāsmābhiḥ kṛtaṃ mune
mit uns getan, Weiser (Instr.Pl./Part.Pass./Vok.)
satāṃ saptapadaṃ mitraṃ
der Guten Sieben-Schritte-Freundschaft (Gen.Pl./Nom.n.)
prasādaṃ naḥ kuru prabho
Gnade uns erweise, Herr (Akk./Dat.Pl./Imp./Vok.)

„saptapadaṃ mitram“: Freundschaft entsteht bei Guten schon nach sieben gemeinsamen Schritten [Anm.: sprichwörtlich].

havīṃṣi sarvāṇi yathā hy upabhuṅkte hutāśanaḥ; evaṃ tvam api dharmātman puruṣāgniḥ pratāpavān

Wie das Feuer alle Opfergaben verzehrt, so bist auch du, Dharma-Seele, ein Feuer unter den Menschen, voller Glut.

Wort für Wort
havīṃṣi sarvāṇi yathā
Opferspeisen alle, wie (Akk.Pl.n.)
hy upabhuṅkte hutāśanaḥ
genießt, das Feuer (3.Sg.Med.Präs./Nom.)
evaṃ tvam api dharmātman
so auch du, Dharma-Seele (Nom./Vok.)
puruṣāgniḥ pratāpavān
Menschen-Feuer, glutvoll (Nom.)

prasādayāmahe vidvan bhavantaṃ praṇatā vayam; anugrahārtham asmākam iyaṃ gauḥ pratigṛhyatām

Wir besänftigen dich, Wissender, wir sind dir ergeben; uns zur Gunst möge diese Kuh angenommen werden.

Wort für Wort
prasādayāmahe vidvan
wir besänftigen [dich], Wissender (1.Pl.Kaus.Med./Vok.)
bhavantaṃ praṇatā vayam
dich, ehrwürdiger, ergeben wir (Akk./Nom.Pl.)
anugrahārtham asmākam
zur Gunst für uns (Adv./Gen.Pl.)
iyaṃ gauḥ pratigṛhyatām
diese Kuh möge angenommen werden (Nom./3.Sg.Imp.Pass.)

atyantāpadi śaktānāṃ paritrāṇaṃ hi kurvatām; yā gatir viditā tv adya narake śaraṇaṃ bhavān

Was als Ausweg bekannt ist für die, die in äußerster Not [andere] zu retten vermögen und Rettung bewirken, [das bist] heute du: In der Hölle bist du unsere Zuflucht.

Wort für Wort
atyantāpadi śaktānāṃ
in äußerster Not, den Fähigen (Lok./Gen.Pl.)
paritrāṇaṃ hi kurvatām
Rettung wirkend, denn (Akk./Part.Präs. Gen.Pl.)
yā gatir viditā tv adya
welcher Weg bekannt, aber heute (Nom.f./Part.Pass.)
narake śaraṇaṃ bhavān
in der Hölle Zuflucht [bist] du (Lok./Nom.n./Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Text und Syntax des Verses sind unsicher, die Wiedergabe ist tastend.

cyavana uvāca; kṛpaṇasya ca yac cakṣur muner āśīviṣasya ca; naraṃ samūlaṃ dahati kakṣam agnir iva jvalan

Cyavana sprach: „Der Blick eines Elenden, eines Munis und einer Giftschlange verbrennt den Menschen mitsamt der Wurzel, wie ein lodernd brennendes Feuer trockenes Gras.“

Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach (Perf.)
kṛpaṇasya ca yac cakṣur
und des Elenden, welcher Blick (Gen./Nom.n.)
muner āśīviṣasya ca
des Munis und der Giftschlange (Gen.)
naraṃ samūlaṃ dahati
den Menschen mit der Wurzel verbrennt er (Akk./3.Sg.Präs.)
kakṣam agnir iva jvalan
wie Gestrüpp ein Feuer, lodernd (Akk./Nom./Part.Präs.)

pratigṛhṇāmi vo dhenuṃ kaivartā muktakilbiṣāḥ; divaṃ gacchata vai kṣipraṃ matsyair jāloddhṛtaiḥ saha

„Ich nehme eure Kuh an, ihr Fischer, [nun] von Schuld befreit; geht rasch zum Himmel, samt den aus dem Netz gezogenen Fischen.“

Wort für Wort
pratigṛhṇāmi vo dhenuṃ
ich nehme an von euch die Kuh (1.Sg.Präs./Gen.Pl./Akk.)
kaivartā muktakilbiṣāḥ
Fischer, von Schuld befreit (Vok.Pl./Part.Pass.)
divaṃ gacchata vai kṣipraṃ
zum Himmel geht fürwahr rasch (Akk./2.Pl.Imp./Adv.)
matsyair jāloddhṛtaiḥ saha
mit den Fischen, aus dem Netz gehoben (Instr.Pl./Part.Pass.)

bhīṣma uvāca; tatas tasya prasādāt te maharṣer bhāvitātmanaḥ; niṣādās tena vākyena saha matsyair divaṃ yayuḥ

Bhīṣma sprach: Da gingen die Niṣādas durch die Gnade jenes großen Sehers mit geläutertem Selbst auf sein Wort hin zusammen mit den Fischen zum Himmel.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
tatas tasya prasādāt te
da durch dessen Gnade sie (Abl./Nom.Pl.)
maharṣer bhāvitātmanaḥ
des großen Sehers, mit geläutertem Selbst (Gen.)
niṣādās tena vākyena
die Niṣādas auf dieses Wort (Nom.Pl./Instr.)
saha matsyair divaṃ yayuḥ
mit den Fischen zum Himmel gingen (Instr.Pl./Akk./Perf.3.Pl.)

tataḥ sa rājā nahuṣo vismitaḥ prekṣya dhīvarān; ārohamāṇāṃs tridivaṃ matsyāṃś ca bharatarṣabha

Da erblickte der König Nahuṣa erstaunt die Fischer und die Fische, wie sie zum dritten Himmel emporstiegen, Stier der Bharatas.

Wort für Wort
tataḥ sa rājā nahuṣo
da jener König Nahuṣa (Nom.)
vismitaḥ prekṣya dhīvarān
erstaunt, erblickend die Fischer (Part.Pass./Abs./Akk.Pl.)
ārohamāṇāṃs tridivaṃ
emporsteigende, zum Himmel (Part.Präs.Med. Akk.Pl./Akk.)
matsyāṃś ca bharatarṣabha
und die Fische, Stier der Bharatas (Akk.Pl./Vok.)

ārohaṇaṃ niṣādānāṃ matsyānāṃ caiva bhārata

[Er sah] das Emporsteigen der Niṣādas und ebenso der Fische, Bhārata.

Wort für Wort
ārohaṇaṃ niṣādānāṃ
das Emporsteigen der Niṣādas (Akk.n./Gen.Pl.)
matsyānāṃ caiva bhārata
und der Fische ebenso, Bhārata (Gen.Pl./Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; sie wiederholt den Inhalt des Vorverses.

tatas tau gavijaś caiva cyavanaś ca bhṛgūdvahaḥ; varābhyām anurūpābhyāṃ chandayām āsatur nṛpam

Darauf baten jene beiden, Gavija und Cyavana, der Bhṛgu-Sprössling, den König [eine Gabe zu wählen], mit zwei passenden Wunschgaben.

Wort für Wort
tatas tau gavijaś caiva
darauf die beiden, Gavija und (Nom.Du.)
cyavanaś ca bhṛgūdvahaḥ
Cyavana, Bhṛgu-Sprössling (Nom.)
varābhyām anurūpābhyām
mit zwei passenden Gaben (Instr.Du.)
chandayām āsatur nṛpam
boten an / luden ein den König (Perf.periphr.3.Du./Akk.)

chandayām āsatuḥ: wörtlich „sie boten an / luden ein“; die Konstruktion ist knapp. [?]

tato rājā mahāvīryo nahuṣaḥ pṛthivīpatiḥ; param ity abravīt prītas tadā bharatasattama

Da sprach der König Nahuṣa, von großer Kraft, der Herr der Erde, erfreut: „Es ist genug“, Bester der Bharatas.

Wort für Wort
tato rājā mahāvīryo
da der König, von großer Kraft (Nom.)
nahuṣaḥ pṛthivīpatiḥ
Nahuṣa, Herr der Erde (Nom.)
param ity abravīt prītas
„genug/höchstes“, so sprach er, erfreut (Adv./3.Sg.Impf./Part.Pass.)
tadā bharatasattama
damals, Bester der Bharatas (Adv./Vok.)

param ity abravīt: „param“ hier wohl als Zustimmung/Ablehnung im Sinne von „genug, das Höchste [ist mir dies]“ [?].

tato jagrāha dharme sa sthitim indranibho nṛpaḥ; tatheti coditaḥ prītas tāv ṛṣī pratyapūjayat

Dann fasste er, Indra gleich, der König, Standhaftigkeit im Dharma; und, mit „So sei es“ ermuntert, erwiderte er erfreut die Verehrung der beiden Seher.

Wort für Wort
tato jagrāha dharme sa
da fasste er im Dharma (Perf.3.Sg./Lok.)
sthitim indranibho nṛpaḥ
Standhaftigkeit, Indra gleich, der König (Akk./Nom.)
tatheti coditaḥ prītas
„so sei es“ und angeregt, erfreut (Part.Pass.)
tāv ṛṣī pratyapūjayat
die beiden Seher verehrte er wieder (Akk.Du./Impf.3.Sg.)

samāptadīkṣaś cyavanas tato 'gacchat svam āśramam; gavijaś ca mahātejāḥ svam āśramapadaṃ yayau

Nach vollendeter Weihe ging Cyavana darauf in seine Einsiedelei; und Gavija, von großem Glanz, ging in seinen Einsiedlerort.

Wort für Wort
samāptadīkṣaś cyavanas
mit vollendeter Weihe, Cyavana (Nom.)
tato 'gacchat svam āśramam
da ging er zu seiner Einsiedelei (Impf./Akk.)
gavijaś ca mahātejāḥ
und Gavija, sehr glanzvoll (Nom.)
svam āśramapadaṃ yayau
in seinen Einsiedlerort ging er (Akk./Perf.3.Sg.)

niṣādāś ca divaṃ jagmus te ca matsyā janādhipa; nahuṣo 'pi varaṃ labdhvā praviveśa puraṃ svakam

Die Niṣādas gingen zum Himmel, und jene Fische, Herr der Menschen; auch Nahuṣa betrat, nachdem er die Gabe erlangt hatte, seine eigene Stadt.

Wort für Wort
niṣādāś ca divaṃ jagmus
und die Niṣādas gingen zum Himmel (Nom.Pl./Akk./Perf.3.Pl.)
te ca matsyā janādhipa
und jene Fische, Herr der Menschen (Nom.Pl./Vok.)
nahuṣo 'pi varaṃ labdhvā
auch Nahuṣa, die Gabe erlangt habend (Nom./Akk./Abs.)
praviveśa puraṃ svakam
betrat die eigene Stadt (Perf.3.Sg./Akk.)

etat te kathitaṃ tāta yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi; darśane yādṛśaḥ snehaḥ saṃvāse ca yudhiṣṭhira

Dies ist dir erzählt, Lieber, wonach du mich fragst: wie die Zuneigung beim Anblick und beim Zusammenleben [ist], Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
etat te kathitaṃ tāta
dies dir erzählt, Lieber (Nom.n./Dat./Part.Pass./Vok.)
yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi
was mich du fragst (Akk./Nom./2.Sg.Präs.)
darśane yādṛśaḥ snehaḥ
beim Anblick, welcherlei Zuneigung (Lok./Nom.)
saṃvāse ca yudhiṣṭhira
und beim Zusammenleben, Yudhiṣṭhira (Lok./Vok.)

mahābhāgyaṃ gavāṃ caiva tathā dharmaviniścayam; kiṃ bhūyaḥ kathyatāṃ vīra kiṃ te hṛdi vivakṣitam

Auch die Größe der Kühe und die Dharma-Entscheidung [ist dargelegt]; was soll noch mehr gesagt werden, Held, was möchtest du in deinem Herzen sagen?

Wort für Wort
mahābhāgyaṃ gavāṃ caiva
die Größe der Kühe und (Akk.n./Gen.Pl.)
tathā dharmaviniścayam
ebenso die Dharma-Entscheidung (Akk.)
kiṃ bhūyaḥ kathyatāṃ vīra
was mehr soll gesagt werden, Held (Nom.n./Adv./3.Sg.Imp.Pass./Vok.)
kiṃ te hṛdi vivakṣitam
was dir im Herzen zu sagen gewünscht ist (Nom.n./Gen./Lok./Part.Pass.)

tvayāpi gauḥ pradātavyā sālaṃkārā bhaven nṛpa

Auch von dir soll eine Kuh geschenkt werden; sie soll geschmückt sein, König.

Wort für Wort
tvayāpi gauḥ pradātavyā
auch von dir eine Kuh zu schenken (Instr./Nom./Gerundiv)
sālaṃkārā bhaven nṛpa
mit Schmuck versehen sei sie, König (Nom.f./3.Sg.Opt./Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile.

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