Kapitel 51: cyavanamūlyaviniścayaḥ
Der Loskauf Cyavanas durch eine Kuh und das Lob der Kühe
Nahuṣa bietet den Fischern, in deren Netz Cyavana geraten ist, immer höhere Preise, bis der Weise Gavijāta eine Kuh als angemessenen Preis vorschlägt. Cyavana preist daraufhin die Kühe, und die Fischer steigen samt ihren Fischen in den Himmel auf.
bhīṣma uvāca; nahuṣas tu tataḥ śrutvā cyavanaṃ taṃ tathāgatam; tvaritaḥ prayayau tatra sahāmātyapurohitaḥ
Bhīṣma sprach: Als Nahuṣa aber gehört hatte, dass Cyavana so gekommen sei, ging er eilends dorthin, zusammen mit seinen Ministern und dem Hauspriester.
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
nahuṣas tu tataḥ śrutvā
Nahuṣa aber, darauf, nachdem er gehört hatte (Nom.; Abs.)
cyavanaṃ taṃ tathāgatam
den Cyavana, den so Gekommenen (Akk.; Part. Perf. Pass.)
cyavana uvāca; śrameṇa mahatā yuktāḥ kaivartā matsyajīvinaḥ; mama mūlyaṃ prayacchaibhyo matsyānāṃ vikrayaiḥ saha
Cyavana sprach: Von großer Mühe geplagt sind diese Fischer, die vom Fisch leben. Gib diesen ein Entgelt für mich, [gleichsam] zusammen mit dem Erlös aus dem Verkauf der Fische.
Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach
śrameṇa mahatā yuktāḥ
mit großer Mühe behaftet (Instr.; Nom.Pl.)
kaivartā matsyajīvinaḥ
die Fischer, die von Fischen Lebenden (Nom.Pl.)
mama mūlyaṃ prayaccha
mir [als] Preis gib (Gen.; Akk.; Imp.2.Sg.)
ebhyo matsyānāṃ vikrayaiḥ saha
diesen, samt dem Verkauf der Fische (Dat.; Gen.Pl.; Instr.Pl.)
Wortlaut von saha ... vikrayaiḥ knapp; sinngemäß: der Preis für Cyavana soll zusätzlich zum Verkaufserlös der Fische gezahlt werden.
Nahuṣa sprach: Tausend [Münzen] sollen als Preis den Fischern gegeben werden, o Hauspriester, als Loskaufsumme für den Ehrwürdigen, wie der Bhṛgu-Sprössling gesagt hat.
Wort für Wort
nahuṣa uvāca
Nahuṣa sprach
sahasraṃ dīyatāṃ mūlyaṃ
tausend [Münzen] sollen als Preis gegeben werden (Nom.; Imp.Pass.)
niṣādebhyaḥ purohita
den Niṣādas, o Hauspriester (Dat.Pl.; Vok.)
niṣkrayārthaṃ bhagavataḥ
zum Zweck des Loskaufs des Ehrwürdigen (Akk. Adv.; Gen.)
Cyavana sprach: Tausend bin ich nicht wert – oder was meinst du, König? Ein angemessener Preis soll gegeben werden; fasse mit eigenem Verstand einen Entschluss.
Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach
sahasraṃ nāham arhāmi
tausend – nicht bin ich wert (Akk.; 1.Sg.Präs.)
kiṃ vā tvaṃ manyase nṛpa
oder was denkst du, König (2.Sg.Präs. Med.; Vok.)
sadṛśaṃ dīyatāṃ mūlyaṃ
ein angemessener Preis werde gegeben (Nom. n.; Imp.Pass.)
svabuddhyā niścayaṃ kuru
mit eigenem Verstand fasse einen Entschluss (Instr.; Akk.; Imp.2.Sg.)
Cyavana sprach: Nicht mit Hunderttausend bin ich zu bemessen, o Bester der Könige. Ein angemessener Preis soll gegeben werden; berate dich mit den Ministern.
Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach
nāhaṃ śatasahasreṇa
nicht ich mit Hunderttausend (Instr.)
nimeyaḥ pārthivarṣabha
bemessbar/aufzuwiegen, o Stier unter den Königen (Gerundiv; Vok.)
nahuṣa uvāca; koṭiḥ pradīyatāṃ mūlyaṃ niṣādebhyaḥ purohita; yad etad api naupamyam ato bhūyaḥ pradīyatām
Nahuṣa sprach: Zehn Millionen sollen den Fischern als Preis gegeben werden, o Hauspriester. Was hierin [noch] nicht vergleichbar ist, dafür soll noch mehr gegeben werden.
Wort für Wort
nahuṣa uvāca
Nahuṣa sprach
koṭiḥ pradīyatāṃ mūlyaṃ
eine Koṭi (zehn Millionen) werde als Preis gegeben (Nom.; Imp.Pass.)
niṣādebhyaḥ purohita
den Niṣādas, o Hauspriester (Dat.; Vok.)
yad etad api naupamyam
was auch dieses [noch] Unvergleichbare ist (na + aupamya, Nom. n.)
ato bhūyaḥ pradīyatām
darüber hinaus mehr soll gegeben werden (Adv.; Imp.Pass.)
Zweite Vershälfte knapp und im Sinn nicht ganz sicher: sinngemäß: falls auch das nicht genügt, soll noch mehr gegeben werden.
Cyavana sprach: König, ich bin auch eine Koṭi nicht wert, oder gar mehr, du sehr Glänzender. Ein angemessener Preis soll gegeben werden; berate dich mit den Brahmanen.
Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach
rājan nārhāmy ahaṃ koṭiṃ
König, nicht bin ich eine Koṭi wert (Vok.; 1.Sg.Präs.; Akk.)
Nahuṣa sprach: Das halbe Reich oder das ganze soll den Fischern gegeben werden. Dies halte ich für den Preis – oder was meinst du sonst, Zweimalgeborener?
Wort für Wort
nahuṣa uvāca
Nahuṣa sprach
ardharājyaṃ samagraṃ vā
das halbe Reich oder das ganze (Nom. n.)
niṣādebhyaḥ pradīyatām
den Niṣādas soll gegeben werden (Dat.Pl.; Imp.Pass.)
etan mūlyam ahaṃ manye
dies [als] Preis halte ich (Akk.; 1.Sg.Präs. Med.)
kiṃ vānyan manyase dvija
oder was anderes meinst du, Zweimalgeborener (2.Sg.; Vok.)
dīyatāṃ te purohita; avilambitam ity evam ṛṣiḥ kaṣṭāt pramucyatām
[Es] werde gegeben von dir, o Hauspriester [?] – unverzüglich, so möge der Seher aus der Not befreit werden.
Wort für Wort
dīyatāṃ te purohita
es werde gegeben, von/an dich(?), o Hauspriester (Imp.Pass.; Instr./Dat./Gen. te; Vok.)
avilambitam ity evam
unverzüglich – so (Adv.; Partikel)
ṛṣiḥ kaṣṭāt pramucyatām
der Seher möge aus der Not befreit werden (Nom.; Abl.; Imp.Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers der kritischen Ausgabe; das Objekt zu dīyatām fehlt und te ist mehrdeutig, daher unsicher.
Cyavana sprach: Das halbe Reich oder das ganze bin ich nicht wert, Herrscher. Ein angemessener Preis soll gegeben werden; er soll mit den Sehern bedacht werden.
Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach
ardharājyaṃ samagraṃ vā
das halbe Reich oder das ganze (Akk.)
nāham arhāmi pārthiva
nicht bin ich wert, o König (1.Sg.Präs.; Vok.)
sadṛśaṃ dīyatāṃ mūlyam
ein angemessener Preis werde gegeben
ṛṣibhiḥ saha cintyatām
mit den Sehern soll überlegt werden (Instr.Pl.; Imp.Pass.)
Bhīṣma sprach: Als Nahuṣa das Wort des großen Sehers gehört hatte, war er von Kummer gequält; er überlegte damals, zusammen mit den Ministern und dem Hauspriester.
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach
maharṣer vacanaṃ śrutvā
das Wort des großen Sehers gehört habend (Gen.; Akk.; Abs.)
tatra tv anyo vanacaraḥ kaś cin mūlaphalāśanaḥ; nahuṣasya samīpastho gavijāto 'bhavan muniḥ
Dort aber war ein anderer, im Wald Umherziehender, der von Wurzeln und Früchten lebte; bei Nahuṣa stehend, war ein Weiser namens Gavijāta [wörtlich: „von einer Kuh geboren“].
Wort für Wort
tatra tv anyo vanacaraḥ
dort aber [war] ein anderer, im Wald Wandelnder (Nom.)
kaś cin mūlaphalāśanaḥ
irgendeiner, von Wurzeln und Früchten sich nährend (Nom.)
nahuṣasya samīpasthaḥ
in Nahuṣas Nähe befindlich (Gen.; Nom.)
gavijāto 'bhavan muniḥ
Gavijāta war [da], ein Weiser (3.Sg.Impf.; Nom.)
abhavan (statt abhavat) ist metrisch/sprachlich auffällig; als 3.Sg. gedeutet.
nahuṣa uvāca; bravītu bhagavān mūlyaṃ maharṣeḥ sadṛśaṃ bhṛgoḥ; paritrāyasva mām asmād viṣayaṃ ca kulaṃ ca me
Nahuṣa sprach: Der Ehrwürdige nenne den Preis, der dem großen Seher aus [dem Geschlecht des] Bhṛgu angemessen ist. Rette mich vor dieser [Lage], mein Reich und mein Geschlecht.
Wort für Wort
nahuṣa uvāca
Nahuṣa sprach
bravītu bhagavān mūlyaṃ
der Ehrwürdige möge den Preis nennen (Imp.3.Sg.; Nom.)
maharṣeḥ sadṛśaṃ bhṛgoḥ
der dem großen Seher, dem Bhṛgu[-Nachkommen], angemessen [ist] (Gen.; Akk. n.; Gen.)
paritrāyasva mām asmād
rette mich hiervor (Imp.Med.; Akk.; Abl.)
viṣayaṃ ca kulaṃ ca me
und [mein] Reich und mein Geschlecht (Akk.; Akk.; Gen.)
Denn der Ehrwürdige könnte im Zorn sogar die drei Welten gänzlich vernichten – wie viel eher mich, der ich ohne Askese bin und allein auf die Kraft meiner Arme vertraue.
Wort für Wort
hanyād dhi bhagavān kruddhaḥ
denn vernichten könnte der Ehrwürdige, zornig (Opt.; Nom.; Part.)
Für mich, der ich in unergründlichem Wasser versunken bin, samt Ministern und Opferpriestern, werde du ein Floß, großer Seher, und triff die Preisbestimmung.
Wort für Wort
agādhe 'mbhasi magnasya
in unergründlichem Wasser versunken (Lok.; Gen.)
sāmātyasya sahartvijaḥ
samt Ministern, samt Opferpriestern (Gen.; Bahuvrīhi)
plavo bhava maharṣe tvaṃ
werde ein Floß, großer Seher, du (Imp.; Vok.)
kuru mūlyaviniścayam
triff die Preisfestsetzung (Imp.; Akk.)
sahartvijaḥ = saha ṛtvijaḥ (grammatisch unregelmäßig, Genitiv Sg. statt Instr./Pl.); sinngemäß „samt den Opferpriestern“.
Gavijāta: Das Geschlecht der Brahmanen und der Kühe ist ein einziges, in zwei geteilt: an dem einen Ort stehen die Mantras, am anderen steht die Opferspende.
Wort für Wort
gavijātaḥ
Gavijāta [sprach]
brāhmaṇānāṃ gavāṃ caiva
der Brahmanen und der Kühe (Gen.Pl.)
kulam ekaṃ dvidhā kṛtam
ein Geschlecht, in zwei Teile gemacht (Nom. n.; Adv.; Part.Pass.)
ekatra mantrās tiṣṭhanti
an einem Ort stehen die Mantras (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.)
havir anyatra tiṣṭhati
die Opfergabe steht anderswo (Nom.; 3.Sg.Präs.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
anargheyā mahārāja dvijā varṇamahattamāḥ; gāvaś ca pṛthivīpāla gaur mūlyaṃ parikalpyatām
Unschätzbar sind, großer König, die Zweimalgeborenen, die höchsten unter den Ständen, und die Kühe, o Schützer der Erde; als Preis werde eine Kuh angesetzt.
Wort für Wort
anargheyā mahārāja
unbezahlbar, o Großkönig (Nom.Pl.; Vok.)
dvijā varṇamahattamāḥ
die Zweimalgeborenen, die Größten unter den Ständen (Nom.Pl.)
gāvaś ca pṛthivīpāla
und die Kühe, o Erdenschützer (Nom.Pl.; Vok.)
gaur mūlyaṃ parikalpyatām
eine Kuh werde als Preis festgesetzt (Nom.; Akk.; Imp.Pass.)
„Steh auf, steh auf, Brahmanen-Seher! Durch eine Kuh bist du gekauft, Bhārgava. Dies halte ich für [deinen Preis], o Bester unter den Dharma-Tragenden.“
Wort für Wort
uttiṣṭhottiṣṭha viprarṣe
steh auf, steh auf, Brahmanen-Seher (Imp.; Vok.)
gavā krīto 'si bhārgava
durch eine Kuh gekauft bist du, Bhārgava (Instr.; Part.Pass.; 2.Sg.)
etan mūlyam ahaṃ manye
dies [als] Preis halte ich (Akk.; 1.Sg.Präs.)
tava dharmabhṛtāṃ vara
dein[en], o Bester der Dharma-Tragenden (Gen.; Gen.Pl.; Vok.)
cyavana uvāca; uttiṣṭhāmy eṣa rājendra samyak krīto 'smi te 'nagha; gobhis tulyaṃ na paśyāmi dhanaṃ kiṃ cid ihācyuta
Cyavana sprach: „Ich stehe [nun] auf, König der Könige; ich bin von dir vollkommen erkauft, Makelloser. Einen Reichtum, der den Kühen gleichkäme, sehe ich hier nirgends, Unerschütterlicher.“
Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach (Perf.)
uttiṣṭhāmy eṣa rājendra
ich stehe auf, dieser [ich], König der Könige (1.Sg.Präs./Vok.)
samyak krīto 'smi te 'nagha
vollkommen erkauft bin ich von dir, Makelloser (Part.Pass./Gen. als Instr./Vok.)
gobhis tulyaṃ na paśyāmi
den Kühen gleich sehe ich nicht (Instr.Pl./1.Sg.Präs.)
gāvo lakṣmyāḥ sadā mūlaṃ goṣu pāpmā na vidyate; annam eva sadā gāvo devānāṃ paramaṃ haviḥ
Die Kühe sind allezeit die Wurzel des Glücks; bei den Kühen findet sich kein Übel. Die Kühe sind ja stets die Nahrung selbst, die höchste Opferspeise der Götter.
Wort für Wort
gāvo lakṣmyāḥ sadā mūlaṃ
die Kühe [sind] stets die Wurzel des Glücks (Nom.Pl./Gen.Sg./Nom.n.)
goṣu pāpmā na vidyate
bei den Kühen ist Übel nicht vorhanden (Lok.Pl./3.Sg.Pass.)
svāhākāravaṣaṭkārau goṣu nityaṃ pratiṣṭhitau; gāvo yajñapraṇetryo vai tathā yajñasya tā mukham
Der Ruf „svāhā“ und der Ruf „vaṣaṭ“ sind in den Kühen für immer gegründet; die Kühe sind wahrlich die Leiterinnen des Opfers, und sie sind der Mund des Opfers.
Wort für Wort
svāhākāravaṣaṭkārau
svāhā-Ruf und vaṣaṭ-Ruf (Nom.Du.m.)
goṣu nityaṃ pratiṣṭhitau
in den Kühen stets gegründet (Lok.Pl./Part.Pass. Du.)
gāvo yajñapraṇetryo vai
die Kühe [sind] Leiterinnen des Opfers fürwahr (Nom.Pl.f.)
tathā yajñasya tā mukham
ebenso des Opfers sie [sind] der Mund (Gen./Nom.Pl.f./Nom.n.)
Die Kühe sind die Stiege zum Himmel, die Kühe werden auch im Himmel verehrt; die Kühe sind göttliche Wunschmelkerinnen; etwas anderes Höheres gilt nicht [als solches].
Wort für Wort
gāvaḥ svargasya sopānaṃ
die Kühe [sind] des Himmels Stiege (Nom.Pl./Gen./Nom.n.)
gāvaḥ svarge 'pi pūjitāḥ
die Kühe [sind] auch im Himmel verehrt (Lok./Part.Pass.)
gāvaḥ kāmadughā devyo
die Kühe [sind] Wunsch-Melkerinnen, Göttinnen (Nom.Pl.f.)
ity etad goṣu me proktaṃ māhātmyaṃ pārthivarṣabha; guṇaikadeśavacanaṃ śakyaṃ pārāyaṇaṃ na tu
So ist dir dies als Größe der Kühe von mir verkündet worden, Stier unter den Fürsten; eine Darlegung nur eines Teils der Vorzüge ist möglich, ein vollständiges Durchgehen aber nicht.
Wort für Wort
ity etad goṣu me proktaṃ
so dies über die Kühe von mir verkündet (Lok.Pl./Instr./Part.Pass.)
māhātmyaṃ pārthivarṣabha
die Größe, Stier unter den Fürsten (Nom.n./Vok.)
guṇaikadeśavacanaṃ
Rede über einen Teil der Vorzüge (Nom.n., Kompositum)
śakyaṃ pārāyaṇaṃ na tu
möglich; ein vollständiges Durchgehen aber nicht (Adj./Nom.n.)
Die Niṣādas sprachen: „Anblick und Gespräch ist mit uns zustande gekommen, Weiser; die Freundschaft der Guten [entsteht] mit sieben Schritten: erweise uns Gnade, Herr.“
Wort für Wort
niṣādā ūcuḥ
die Niṣādas sprachen (Perf.)
darśanaṃ kathanaṃ caiva
Anblick und Gespräch (Nom.n.)
sahāsmābhiḥ kṛtaṃ mune
mit uns getan, Weiser (Instr.Pl./Part.Pass./Vok.)
satāṃ saptapadaṃ mitraṃ
der Guten Sieben-Schritte-Freundschaft (Gen.Pl./Nom.n.)
prasādaṃ naḥ kuru prabho
Gnade uns erweise, Herr (Akk./Dat.Pl./Imp./Vok.)
„saptapadaṃ mitram“: Freundschaft entsteht bei Guten schon nach sieben gemeinsamen Schritten [Anm.: sprichwörtlich].
atyantāpadi śaktānāṃ paritrāṇaṃ hi kurvatām; yā gatir viditā tv adya narake śaraṇaṃ bhavān
Was als Ausweg bekannt ist für die, die in äußerster Not [andere] zu retten vermögen und Rettung bewirken, [das bist] heute du: In der Hölle bist du unsere Zuflucht.
Wort für Wort
atyantāpadi śaktānāṃ
in äußerster Not, den Fähigen (Lok./Gen.Pl.)
paritrāṇaṃ hi kurvatām
Rettung wirkend, denn (Akk./Part.Präs. Gen.Pl.)
yā gatir viditā tv adya
welcher Weg bekannt, aber heute (Nom.f./Part.Pass.)
narake śaraṇaṃ bhavān
in der Hölle Zuflucht [bist] du (Lok./Nom.n./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Text und Syntax des Verses sind unsicher, die Wiedergabe ist tastend.
Cyavana sprach: „Der Blick eines Elenden, eines Munis und einer Giftschlange verbrennt den Menschen mitsamt der Wurzel, wie ein lodernd brennendes Feuer trockenes Gras.“
Wort für Wort
cyavana uvāca
Cyavana sprach (Perf.)
kṛpaṇasya ca yac cakṣur
und des Elenden, welcher Blick (Gen./Nom.n.)
muner āśīviṣasya ca
des Munis und der Giftschlange (Gen.)
naraṃ samūlaṃ dahati
den Menschen mit der Wurzel verbrennt er (Akk./3.Sg.Präs.)
kakṣam agnir iva jvalan
wie Gestrüpp ein Feuer, lodernd (Akk./Nom./Part.Präs.)
tato jagrāha dharme sa sthitim indranibho nṛpaḥ; tatheti coditaḥ prītas tāv ṛṣī pratyapūjayat
Dann fasste er, Indra gleich, der König, Standhaftigkeit im Dharma; und, mit „So sei es“ ermuntert, erwiderte er erfreut die Verehrung der beiden Seher.
Wort für Wort
tato jagrāha dharme sa
da fasste er im Dharma (Perf.3.Sg./Lok.)
sthitim indranibho nṛpaḥ
Standhaftigkeit, Indra gleich, der König (Akk./Nom.)
tatheti coditaḥ prītas
„so sei es“ und angeregt, erfreut (Part.Pass.)
tāv ṛṣī pratyapūjayat
die beiden Seher verehrte er wieder (Akk.Du./Impf.3.Sg.)