Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 24: śrāddhavidhi Regeln des Ahnenmahls: Rākṣasa-Anteile, würdige und unwürdige Brahmanen, Lohn der Gaben und Wege zu Hölle und Himmel

Bhīṣma belehrt Yudhiṣṭhira über Zeit und Durchführung von Götter- und Ahnenritus, über verunreinigte Speise und über die Eignung bzw. Nichteignung der eingeladenen Brahmanen; später folgen Empfänger großer Verdienste sowie Taten, die zur Hölle bzw. zum Himmel führen.

yudhiṣṭhira uvāca; śrāddhakāle ca daive ca dharme cāpi pitāmaha; icchāmīha tvayākhyātaṃ vihitaṃ yat surarṣibhiḥ

Yudhiṣṭhira sprach: „Über die Zeit des Ahnenmahls, über den Götterritus und über die Dharma-Pflicht, Großvater – das wünsche ich hier von dir dargelegt zu hören, was von den göttlichen Sehern festgesetzt ist.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Nom.Sg., Perf.)
śrāddhakāle ca daive ca dharme ca api pitāmaha
in der Zeit des Ahnenmahls und im Götterritus und auch im Dharma, Großvater (Lok.Sg., Vok.Sg.)
icchāmi iha tvayā ākhyātam
ich wünsche hier von dir Dargelegtes (1.Sg.Präs., Instr., Part.Pass. Akk.)
vihitaṃ yat surarṣibhiḥ
was festgesetzt ist von den Götter-Sehern (Part.Pass., Rel., Instr.Pl.)

bhīṣma uvāca; daivaṃ pūrvāhṇike kuryād aparāhṇe tu paitṛkam; maṅgalācārasaṃpannaḥ kṛtaśaucaḥ prayatnavān

Bhīṣma sprach: „Den Götterritus soll man am Vormittag vollziehen, den Ahnenritus aber am Nachmittag, [dabei] mit glückverheißendem Brauch ausgestattet, gereinigt und sorgfältig.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Nom.Sg., Perf.)
daivaṃ pūrvāhṇike kuryāt
den Götterritus soll man am Vormittag vollziehen (Akk., Lok., 3.Sg.Opt.)
aparāhṇe tu paitṛkam
am Nachmittag aber den Ahnenritus (Lok., Akk.)
maṅgalācārasaṃpannaḥ kṛtaśaucaḥ prayatnavān
mit glückverheißendem Brauch ausgestattet, mit vollzogener Reinigung, sorgfältig (Nom.Sg.m., Komposita)

manuṣyāṇāṃ tu madhyāhne pradadyād upapattitaḥ; kālahīnaṃ tu yad dānaṃ taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ

Den Menschen aber soll man mittags [Speise] geben, so wie es angemessen ist. Eine Gabe aber, der die [rechte] Zeit fehlt – diesen Anteil kennt man als den der Rākṣasas.

Wort für Wort
manuṣyāṇāṃ tu madhyāhne
den Menschen aber am Mittag (Gen.Pl., Lok.Sg.)
pradadyād upapattitaḥ
soll man geben nach Angemessenheit (3.Sg.Opt., Abl.-Adv.)
kālahīnaṃ tu yad dānam
eine Gabe aber, die der Zeit ermangelt (Kompositum, Nom.Sg.n., Rel.)
taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ
diesen Anteil der Rākṣasas kennen sie (Akk.Sg., Gen.Pl., 3.Pl.Perf.)

laṅghitaṃ cāvalīḍhaṃ ca kalipūrvaṃ ca yat kṛtam; rajasvalābhir dṛṣṭaṃ ca taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ

Was übersprungen, was beleckt, was nach einem Streit dargebracht oder was von menstruierenden Frauen gesehen wurde – diesen Anteil kennt man als den der Rākṣasas.

Wort für Wort
laṅghitaṃ ca avalīḍhaṃ ca
Übersprungenes und Beleckt-Berührtes (Part.Pass. Nom.Sg.n.)
kalipūrvaṃ ca yat kṛtam
und was nach vorausgegangenem Streit getan wurde (Kompositum, Part.Pass.)
rajasvalābhir dṛṣṭaṃ ca
und was von Menstruierenden gesehen wurde (Instr.Pl.f., Part.Pass.)
taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ
diesen Anteil der Rākṣasas kennen sie (3.Pl.Perf.)

avalīḍha: eigtl. ‚beleckt, berührt‘; Bedeutung im Kontext leicht unsicher.

avaghuṣṭaṃ ca yad bhuktam avratena ca bhārata; parāmṛṣṭaṃ śunā caiva taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ

Was ausgerufen [d. h. laut angekündigt] und von einem, der kein Gelübde hält, verzehrt wurde, Bhārata, und was von einem Hund berührt wurde – diesen Anteil kennt man als den der Rākṣasas.

Wort für Wort
avaghuṣṭaṃ ca yad bhuktam
was ausgerufen und verzehrt wurde (Part.Pass. Nom.Sg.n.) [?]
avratena ca bhārata
und von einem Gelübdelosen, Bhārata (Instr.Sg., Vok.Sg.)
parāmṛṣṭaṃ śunā ca eva
und berührt von einem Hund (Part.Pass., Instr.Sg.)
taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ
diesen Anteil der Rākṣasas kennen sie (3.Pl.Perf.)

avaghuṣṭa: Sinn unsicher (‚ausgerufen, angekündigt‘).

keśakīṭāvapatitaṃ kṣutaṃ śvabhir avekṣitam; ruditaṃ cāvadhūtaṃ ca taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ

Was mit hineingefallenem Haar oder Insekt behaftet, was angeniest, von Hunden angeblickt, beweint oder abgeschüttelt wurde – diesen Anteil kennt man als den der Rākṣasas.

Wort für Wort
keśakīṭāvapatitam
in das Haar oder Insekt hineingefallen (Kompositum, Part.Pass.)
kṣutaṃ śvabhir avekṣitam
angeniest, von Hunden angeblickt (Part.Pass., Instr.Pl., Part.Pass.)
ruditaṃ ca avadhūtaṃ ca
und beweint und abgeschüttelt (Part.Pass. Nom.Sg.n.)
taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ
diesen Anteil der Rākṣasas kennen sie (3.Pl.Perf.)

niroṃkāreṇa yad bhuktaṃ saśastreṇa ca bhārata; durātmanā ca yad bhuktaṃ taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ

Was ohne das Om-Sprechen verzehrt wurde, Bhārata, was von einem Bewaffneten und was von einem Bösgesinnten verzehrt wurde – diesen Anteil kennt man als den der Rākṣasas.

Wort für Wort
niroṃkāreṇa yad bhuktam
was ohne Om-Laut verzehrt wurde (Instr.Sg., Rel., Part.Pass.)
saśastreṇa ca bhārata
und von einem Bewaffneten, Bhārata (Instr.Sg., Vok.Sg.)
durātmanā ca yad bhuktam
und was von einem Übelgesinnten verzehrt wurde (Instr.Sg., Part.Pass.)
taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ
diesen Anteil der Rākṣasas kennen sie (3.Pl.Perf.)

parocchiṣṭaṃ ca yad bhuktaṃ paribhuktaṃ ca yad bhavet; daive pitrye ca satataṃ taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ

Was als Rest eines anderen verzehrt wurde und was [schon vorher] genossen worden ist, im Götter- und im Ahnenritus stets – diesen Anteil kennt man als den der Rākṣasas.

Wort für Wort
parocchiṣṭaṃ ca yad bhuktam
und was als Rest eines anderen verzehrt wurde (Kompositum, Nom.Sg.n.)
paribhuktaṃ ca yad bhavet
und was bereits genossen sein mag (Part.Pass., 3.Sg.Opt.)
daive pitrye ca satatam
im Götter- und im Ahnenritus stets (Lok.Sg., Adv.)
taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ
diesen Anteil der Rākṣasas kennen sie (3.Pl.Perf.)

garhitaṃ ninditaṃ caiva pariviṣṭaṃ samanyunā; daivaṃ vāpy atha vā paitryaṃ taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ

Was getadelt und gescholten oder mit Zorn aufgetragen wurde, sei es im Götter- oder im Ahnenritus – diesen Anteil kennt man als den der Rākṣasas.

Wort für Wort
garhitaṃ ninditaṃ ca eva
Getadeltes und Gescholtenes (Part.Pass. Nom.Sg.n.)
pariviṣṭaṃ samanyunā
aufgetragen, serviert mit Zorn (Part.Pass., Instr.Sg.)
daivaṃ vā api atha vā paitryam
sei es Göttliches oder Ahnenbezogenes (Nom.Sg.n.)
taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ
diesen Anteil der Rākṣasas kennen sie (3.Pl.Perf.)

mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ yac chrāddhaṃ pariviṣyate; tribhir varṇair naraśreṣṭha taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ

Ein Ahnenmahl, das ohne Mantra und ohne rituelle Handlung aufgetragen wird, [oder] von den drei Ständen, Bester der Männer – diesen Anteil kennt man als den der Rākṣasas.

Wort für Wort
mantrahīnaṃ kriyāhīnaṃ
ohne Mantra, ohne rituelle Handlung (Komposita, Nom.Sg.n.)
yat śrāddhaṃ pariviṣyate
welches Ahnenmahl aufgetragen wird (Rel., Nom.Sg.n., 3.Sg.Pass.Präs.)
tribhir varṇair naraśreṣṭha
von/mit den drei Ständen [?], Bester der Männer (Instr.Pl., Vok.Sg.)
taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ
diesen Anteil der Rākṣasas kennen sie (3.Pl.Perf.)

tribhir varṇaiḥ: Bezug unklar (‚von den drei Ständen‘ oder ‚[bei den] drei Ständen‘); wörtlich wiedergegeben.

ājyāhutiṃ vinā caiva yat kiṃ cit pariviṣyate; durācāraiś ca yad bhuktaṃ taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ

Und was ohne Opfer von Ghee überhaupt aufgetragen wird und was von Übeltätern verzehrt wurde – diesen Anteil kennt man als den der Rākṣasas.

Wort für Wort
ājyāhutiṃ vinā ca eva
und ohne Ghee-Opfer (Akk.Sg. + Präp.)
yat kiṃ cit pariviṣyate
was auch immer aufgetragen wird (3.Sg.Pass.Präs.)
durācāraiḥ ca yad bhuktam
und was von Übeltätern verzehrt wurde (Instr.Pl., Part.Pass.)
taṃ bhāgaṃ rakṣasāṃ viduḥ
diesen Anteil der Rākṣasas kennen sie (3.Pl.Perf.)

ye bhāgā rakṣasāṃ proktās ta uktā bharatarṣabha; ata ūrdhvaṃ visargasya parīkṣāṃ brāhmaṇe śṛṇu

Die Anteile, die als die der Rākṣasas genannt werden, sind dir genannt, Stier der Bharata. Höre nun die Prüfung beim Brahmanen für die Entlassung [der Gaben/Gäste].

Wort für Wort
ye bhāgā rakṣasāṃ proktāḥ
welche Anteile der Rākṣasas genannt sind (Rel.Nom.Pl., Gen.Pl., Part.Pass.)
te uktā bharatarṣabha
diese sind genannt, Stier der Bharata (Nom.Pl., Part.Pass., Vok.Sg.)
ataḥ ūrdhvaṃ visargasya
von hier an aufwärts, [d. h.] nun, der Entlassung/Spende (Adv., Gen.Sg.)
parīkṣāṃ brāhmaṇe śṛṇu
die Prüfung beim Brahmanen höre (Akk.Sg., Lok.Sg., Imp.)

visarga: ‚Entlassung/Spende‘; Sinn im Kontext etwas offen.

yāvantaḥ patitā viprā jaḍonmattās tathaiva ca; daive vāpy atha vā pitrye rājan nārhanti ketanam

Wie viele gefallene Brahmanen es gibt, Stumpfsinnige und ebenso Wahnsinnige – sie sind im Götter- oder im Ahnenritus nicht der Einladung würdig, König.

Wort für Wort
yāvantaḥ patitā viprāḥ
wie viele gefallene Brahmanen [es gibt] (Nom.Pl.)
jaḍonmattāḥ tathā eva ca
Stumpfe, Wahnsinnige und ebenso (Nom.Pl., Kompositum)
daive vā api atha vā pitrye
im Götterritus oder auch im Ahnenritus (Lok.Sg.)
rājan na arhanti ketanam
König, sie sind der Einladung nicht würdig (Vok.Sg., 3.Pl.Präs., Akk.Sg.)

śvitrī kuṣṭhī ca klībaś ca tathā yakṣmahataś ca yaḥ; apasmārī ca yaś cāndho rājan nārhanti satkṛtim

Wer weißfleckig, aussätzig, impotent oder von der Schwindsucht geschlagen ist, wer Epileptiker oder blind ist – sie verdienen keine Ehrung, König.

Wort für Wort
śvitrī kuṣṭhī ca klībaḥ ca
Weißfleckiger, Aussätziger und Impotenter (Nom.Sg.m.)
tathā yakṣmahataḥ ca yaḥ
ebenso wer von der Schwindsucht geschlagen ist (Nom.Sg.m., Rel.)
apasmārī ca yaḥ ca andhaḥ
und der Epileptiker und wer blind ist (Nom.Sg.m.)
rājan na arhanti satkṛtim
König, sie verdienen keine Ehrung (Vok., 3.Pl.Präs., Akk.Sg.)

cikitsakā devalakā vṛthāniyamadhāriṇaḥ; somavikrayiṇaś caiva śrāddhe nārhanti ketanam

Ärzte, Tempeldiener, solche, die nutzlose Gelübde halten, und auch Somaverkäufer verdienen im Ahnenmahl keine Einladung.

Wort für Wort
cikitsakāḥ devalakāḥ
Ärzte, Tempeldiener (Nom.Pl.)
vṛthāniyamadhāriṇaḥ
die vergeblich/nutzlos Gelübde tragen (Kompositum, Nom.Pl.)
somavikrayiṇaḥ ca eva
und auch Somaverkäufer (Nom.Pl.)
śrāddhe na arhanti ketanam
im Ahnenmahl verdienen sie keine Einladung (Lok.Sg., 3.Pl.Präs., Akk.)

gāyanā nartakāś caiva plavakā vādakās tathā; kathakā yodhakāś caiva rājan nārhanti ketanam

Sänger und Tänzer, Springer [Akrobaten], Musikanten, Erzähler und Kämpfer verdienen keine Einladung, König.

Wort für Wort
gāyanāḥ nartakāḥ ca eva
Sänger und Tänzer (Nom.Pl.)
plavakāḥ vādakāḥ tathā
Springer/Akrobaten und Musikanten ebenso (Nom.Pl.)
kathakāḥ yodhakāḥ ca eva
Erzähler und Kämpfer (Nom.Pl.)
rājan na arhanti ketanam
König, sie verdienen keine Einladung (Vok., 3.Pl.Präs.)

hotāro vṛṣalānāṃ ca vṛṣalādhyāpakās tathā; tathā vṛṣalaśiṣyāś ca rājan nārhanti ketanam

Die Opferpriester von Vṛṣalas, die Lehrer von Vṛṣalas und ebenso die Schüler von Vṛṣalas verdienen keine Einladung, König.

Wort für Wort
hotāraḥ vṛṣalānām ca
und die Opferpriester der Vṛṣalas (Nom.Pl., Gen.Pl.)
vṛṣalādhyāpakāḥ tathā
ebenso die Lehrer von Vṛṣalas (Kompositum, Nom.Pl.)
tathā vṛṣalaśiṣyāḥ ca
und ebenso die Schüler von Vṛṣalas (Nom.Pl.)
rājan na arhanti ketanam
König, sie verdienen keine Einladung (Vok., 3.Pl.Präs.)

anuyoktā ca yo vipro anuyuktaś ca bhārata; nārhatas tāv api śrāddhaṃ brahmavikrayiṇau hi tau

Der Brahmane, der [den Veda] befragt [prüfend abhört], und der, der befragt wird, Bhārata – auch diese beiden verdienen das Ahnenmahl nicht, denn sie sind beide Verkäufer des Brahman [Veda].

Wort für Wort
anuyoktā ca yaḥ vipraḥ
und der Brahmane, der befragt/prüft (Nom.Sg.m.) [?]
anuyuktaḥ ca bhārata
und der Befragte, Bhārata (Part.Pass., Vok.Sg.)
na arhataḥ tau api śrāddham
auch diese beiden verdienen das Ahnenmahl nicht (3.Du.Präs., Nom.Du., Akk.)
brahmavikrayiṇau hi tau
denn diese beiden sind Verkäufer des Brahman (Nom.Du., Part.)

anuyoktṛ/anuyukta: Bezug (Befragen/Prüfen des Veda gegen Entgelt) unsicher.

agraṇīr yaḥ kṛtaḥ pūrvaṃ varṇāvaraparigrahaḥ; brāhmaṇaḥ sarvavidyo 'pi rājan nārhati ketanam

Der, der früher zum Anführer gemacht wurde und [Umgang/Annahme mit] Niedrigeren der Stände pflegt – ein solcher Brahmane, auch wenn er alles Wissen besitzt, verdient keine Einladung, König.

Wort für Wort
agraṇīḥ yaḥ kṛtaḥ pūrvam
wer früher zum Anführer gemacht wurde (Nom.Sg.m., Part.Pass.)
varṇāvaraparigrahaḥ
der [Gaben/Umgang] von den niedrigeren Ständen annimmt (Kompositum, Nom.Sg.m.) [?]
brāhmaṇaḥ sarvavidyaḥ api
ein Brahmane, auch wenn allwissend (Nom.Sg., Kompositum)
rājan na arhati ketanam
König, verdient keine Einladung (3.Sg.Präs.)

anagnayaś ca ye viprā mṛtaniryātakāś ca ye; stenāś ca patitāś caiva rājan nārhanti ketanam

Brahmanen ohne [heilige] Feuer, solche, die Tote hinaustragen, Diebe und Gefallene verdienen keine Einladung, König.

Wort für Wort
anagnayaḥ ca ye viprāḥ
und die Brahmanen ohne Feuer (Nom.Pl.)
mṛtaniryātakāḥ ca ye
und die, die Tote hinaustragen (Nom.Pl.)
stenāḥ patitāḥ ca eva
Diebe und Gefallene (Nom.Pl.)
rājan na arhanti ketanam
König, sie verdienen keine Einladung (3.Pl.Präs.)

aparijñātapūrvāś ca gaṇapūrvāś ca bhārata; putrikāpūrvaputrāś ca śrāddhe nārhanti ketanam

Solche, deren Herkunft zuvor unbekannt ist, solche, die einer Schar [Gruppe] angehören, Bhārata, und Söhne einer zuvor zur Sohnesstelle bestimmten Tochter verdienen im Ahnenmahl keine Einladung.

Wort für Wort
aparijñātapūrvāḥ ca
und solche, die zuvor unbekannt sind (Kompositum, Nom.Pl.)
gaṇapūrvāḥ ca bhārata
und die der Schar zugehörigen, Bhārata (Nom.Pl., Vok.) [?]
putrikāpūrvaputrāḥ ca
und Söhne einer zuvor zur ‚putrikā‘ bestimmten Tochter (Kompositum, Nom.Pl.) [?]
śrāddhe na arhanti ketanam
im Ahnenmahl verdienen sie keine Einladung (Lok.Sg.)

gaṇapūrva und putrikāpūrvaputra: Deutung unsicher.

ṛṇakartā ca yo rājan yaś ca vārdhuṣiko dvijaḥ; prāṇivikrayavṛttiś ca rājan nārhanti ketanam

Wer Schuldner ist, König, und der Zweimalgeborene, der Zinswucherer ist, und wer vom Verkauf von Lebewesen lebt, verdient keine Einladung, König.

Wort für Wort
ṛṇakartā ca yaḥ rājan
und wer Schulden macht, König (Nom.Sg.m., Vok.Sg.)
yaḥ ca vārdhuṣikaḥ dvijaḥ
und der Zweimalgeborene, der Wucherer ist (Nom.Sg.m.)
prāṇivikrayavṛttiḥ ca
und wer vom Verkauf von Lebewesen lebt (Kompositum, Nom.Sg.m.)
rājan na arhanti ketanam
König, sie verdienen keine Einladung (3.Pl.Präs.)

strīpūrvāḥ kāṇḍapṛṣṭhāś ca yāvanto bharatarṣabha; ajapā brāhmaṇāś caiva śrāddhe nārhanti ketanam

Die, die zuvor mit einer Frau [verbunden] waren, die „Pfeilrücken“, so viele es gibt, Stier der Bharata, und Brahmanen, die kein Gebet murmeln, verdienen im Ahnenmahl keine Einladung.

Wort für Wort
strīpūrvāḥ kāṇḍapṛṣṭhāḥ ca
die ‚Frauen-Zuvor‘ und die ‚Pfeilrücken‘ (Nom.Pl.) [?]
yāvantaḥ bharatarṣabha
so viele es gibt, Stier der Bharata (Nom.Pl., Vok.Sg.)
ajapāḥ brāhmaṇāḥ ca eva
und Brahmanen, die kein Gebet murmeln (Nom.Pl.)
śrāddhe na arhanti ketanam
im Ahnenmahl verdienen sie keine Einladung (3.Pl.Präs.)

strīpūrva und kāṇḍapṛṣṭha: Bedeutung unsicher, wörtlich wiedergegeben.

śrāddhe daive ca nirdiṣṭā brāhmaṇā bharatarṣabha; dātuḥ pratigrahītuś ca śṛṇuṣvānugrahaṃ punaḥ

Die Brahmanen, die für Ahnenmahl und Götterritus als [ungeeignet] bezeichnet sind, Stier der Bharata, [sind genannt]; höre nun wiederum die Gunst für den Geber und den Empfänger.

Wort für Wort
śrāddhe daive ca nirdiṣṭāḥ
im Ahnenmahl und im Götterritus bezeichnet (Lok.Sg., Part.Pass.)
brāhmaṇāḥ bharatarṣabha
die Brahmanen, Stier der Bharata (Nom.Pl., Vok.Sg.)
dātuḥ pratigrahītuḥ ca
des Gebers und des Empfängers (Gen.Sg.)
śṛṇuṣva anugrahaṃ punaḥ
höre die Gunst wiederum (Imp.Med., Akk.Sg., Adv.)

cīrṇavratā guṇair yuktā bhaveyur ye 'pi karṣakāḥ; sāvitrījñāḥ kriyāvantas te rājan ketanakṣamāḥ

Auch Bauern, die Gelübde vollzogen haben und mit guten Eigenschaften begabt sind, die die Sāvitrī kennen und die Riten üben, sind, König, der Einladung würdig.

Wort für Wort
cīrṇavratāḥ guṇaiḥ yuktāḥ
die Gelübde vollzogen haben, mit Vorzügen begabt (Nom.Pl., Instr.Pl., Part.Pass.)
bhaveyuḥ ye api karṣakāḥ
die auch Bauern sein mögen (3.Pl.Opt., Rel., Nom.Pl.)
sāvitrījñāḥ kriyāvantaḥ
die die Sāvitrī kennen, ritentreu (Nom.Pl.)
te rājan ketanakṣamāḥ
diese sind, König, einladungswürdig (Nom.Pl., Vok.Sg.)

kṣātradharmiṇam apy ājau ketayet kulajaṃ dvijam; na tv eva vaṇijaṃ tāta śrāddheṣu parikalpayet

Auch einen, der im Kampf der Kṣatriya-Pflicht folgt, aus edler Familie stammenden Zweimalgeborenen mag man einladen; niemals aber, mein Lieber, soll man einen Kaufmann für Ahnenmahle vorsehen.

Wort für Wort
kṣātradharmiṇam api ājau
auch einen der Kṣatriya-Pflicht Folgenden im Kampf (Akk.Sg.m., Lok.Sg.)
ketayet kulajaṃ dvijam
man soll einladen einen Zweimalgeborenen edler Herkunft (3.Sg.Opt., Akk.)
na tu eva vaṇijaṃ tāta
niemals aber einen Kaufmann, mein Lieber (Akk.Sg., Vok.Sg.)
śrāddheṣu parikalpayet
für Ahnenmahle soll man vorsehen (Lok.Pl., 3.Sg.Opt.)

agnihotrī ca yo vipro grāmavāsī ca yo bhavet; astenaś cātithijñaś ca sa rājan ketanakṣamaḥ

Ein Brahmane, der das Agnihotra hält, im Dorf wohnt, kein Dieb ist und Gäste zu ehren versteht, ist, König, einladungswürdig.

Wort für Wort
agnihotrī ca yaḥ vipraḥ
und der Brahmane, der das Agnihotra hält (Nom.Sg.m.)
grāmavāsī ca yaḥ bhavet
und der im Dorf wohnt (Nom.Sg.m., 3.Sg.Opt.)
astenaḥ ca atithijñaḥ ca
und kein Dieb und gastkundig (Nom.Sg.m.)
saḥ rājan ketanakṣamaḥ
der ist, König, einladungswürdig (Nom.Sg.m., Vok.)

sāvitrīṃ japate yas tu trikālaṃ bharatarṣabha

Wer die Sāvitrī dreimal täglich murmelt, Stier der Bharata, …

Wort für Wort
sāvitrīṃ japate yaḥ tu
wer die Sāvitrī murmelt (Akk.Sg., 3.Sg.Präs.Med., Rel.)
trikālam
dreimal täglich (Adv.)
bharatarṣabha
Stier der Bharata (Vok.Sg.)

Halbvers; Satz wird in Einheit 30 fortgeführt, dazwischen steht die Zusatzzeile 29.

rājapreṣyo 'pi sāvitrīṃ japan nityaṃ samāhitaḥ

Auch ein Diener des Königs, der beständig, gesammelt die Sāvitrī murmelt, …

Wort für Wort
rājapreṣyaḥ api
auch ein Diener des Königs (Nom.Sg.m.)
sāvitrīṃ japan
die Sāvitrī murmelnd (Akk.Sg., Part.Präs.)
nityaṃ samāhitaḥ
beständig, gesammelt (Adv., Part.Pass. Nom.Sg.m.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

bhikṣāvṛttiḥ kriyāvāṃś ca sa rājan ketanakṣamaḥ

… wer vom Betteln lebt und die Riten übt, ist, König, einladungswürdig.

Wort für Wort
bhikṣāvṛttiḥ
vom Betteln lebend (Kompositum, Nom.Sg.m.)
kriyāvān ca
und ritentreu (Nom.Sg.m.)
saḥ rājan ketanakṣamaḥ
der ist, König, einladungswürdig (Nom.Sg.m., Vok.)

mātā pātraṃ pitā pātraṃ pātraṃ kṣīṇāś ca bāndhavāḥ; dīnaḥ pātraṃ vratī pātraṃ pātraṃ vṛttair alaṃkṛtam

Die Mutter ist ein [würdiges] Gefäß, der Vater ist ein Gefäß, die heruntergekommenen Verwandten sind ein Gefäß; der Arme ist ein Gefäß, der Gelübdehalter ist ein Gefäß, ein Gefäß ist, wer mit gutem Wandel geschmückt ist.

Wort für Wort
mātā pātraṃ pitā pātram
die Mutter ist Gefäß, der Vater ist Gefäß (Nom.Sg., Nom.Sg.n.)
pātraṃ kṣīṇāḥ ca bāndhavāḥ
Gefäß sind auch die geschwundenen [verarmten] Verwandten (Nom.Pl.)
dīnaḥ pātraṃ vratī pātram
der Elende ist Gefäß, der Gelübdehalter ist Gefäß (Nom.Sg.)
pātraṃ vṛttaiḥ alaṃkṛtam
Gefäß ist, wer mit [gutem] Wandel geschmückt ist (Instr.Pl., Part.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; pātra hier im Sinn von ‚würdiger Empfänger‘.

uditāstamito yaś ca tathaivāstamitoditaḥ; ahiṃsraś cālpadoṣaś ca sa rājan ketanakṣamaḥ

Wer, nachdem die Sonne aufgegangen, [den Ritus] beendet hat, und ebenso wer nach dem Untergang [ihn] verrichtet, wer gewaltlos ist und geringe Fehler hat, der ist, König, einladungswürdig.

Wort für Wort
uditāstamitaḥ ca yaḥ
und wer ‚aufgegangen-untergegangen‘ [?] (Kompositum, Nom.Sg.m.)
tathā eva astamitoditaḥ
und ebenso ‚untergegangen-aufgegangen‘ [?] (Kompositum)
ahiṃsraḥ ca alpadoṣaḥ ca
und gewaltlos und mit geringen Fehlern (Nom.Sg.m.)
saḥ rājan ketanakṣamaḥ
der ist, König, einladungswürdig (Nom.Sg.m.)

uditāstamita/astamitodita: Sinn unsicher (wohl: wer bei Auf- bzw. Untergang der Sonne bestimmte Riten vollzieht).

akalkako hy atarkaś ca brāhmaṇo bharatarṣabha; sasaṃjño bhaikṣyavṛttiś ca sa rājan ketanakṣamaḥ

Ein Brahmane, der ohne Falsch, nicht streitsüchtig, Stier der Bharata, verständig ist und vom Betteln lebt, ist, König, einladungswürdig.

Wort für Wort
akalkakaḥ hi atarkaḥ ca
ohne Falsch und nicht streitend (Nom.Sg.m.)
brāhmaṇaḥ bharatarṣabha
ein Brahmane, Stier der Bharata (Nom.Sg., Vok.)
sasaṃjñaḥ bhaikṣyavṛttiḥ ca
bewusst/verständig und vom Betteln lebend (Nom.Sg.m.) [?]
saḥ rājan ketanakṣamaḥ
der ist, König, einladungswürdig (Nom.Sg.m.)

sasaṃjña: ‚bei Bewusstsein/verständig‘ oder ‚mit [gutem] Namen‘; unsicher.

avratī kitavaḥ stenaḥ prāṇivikrayy atho vaṇik; paścāc ca pītavān somaṃ sa rājan ketanakṣamaḥ

Wer gelübdelos, Spieler, Dieb, Verkäufer von Lebewesen oder Kaufmann [war] und danach Soma getrunken hat, ist, König, einladungswürdig.

Wort für Wort
avratī kitavaḥ stenaḥ
gelübdelos, Spieler, Dieb (Nom.Sg.m.)
prāṇivikrayī atho vaṇik
Verkäufer von Lebewesen, sodann Kaufmann (Nom.Sg.)
paścāt ca pītavān somam
und der danach Soma getrunken hat (Adv., Part.Perf.Akt., Akk.Sg.)
saḥ rājan ketanakṣamaḥ
der ist, König, einladungswürdig (Nom.Sg.m.)

Gemeint ist offenbar: wer früher so lebte, dann aber umkehrte und das Somaopfer vollzog.

arjayitvā dhanaṃ pūrvaṃ dāruṇaiḥ kṛṣikarmabhiḥ; bhavet sarvātithiḥ paścāt sa rājan ketanakṣamaḥ

Wer zuvor durch harte Feldarbeit Vermögen erworben hat und danach ein Gastgeber für alle wird, der ist, König, einladungswürdig.

Wort für Wort
arjayitvā dhanaṃ pūrvam
nachdem er zuvor Vermögen erworben hat (Absolutiv, Akk., Adv.)
dāruṇaiḥ kṛṣikarmabhiḥ
durch harte Feldarbeiten (Instr.Pl.)
bhavet sarvātithiḥ paścāt
danach möge er Gastgeber aller werden (3.Sg.Opt., Nom.Sg.m., Adv.)
saḥ rājan ketanakṣamaḥ
der ist, König, einladungswürdig (Nom.Sg.m.)

brahmavikrayanirdiṣṭaṃ striyā yac cārjitaṃ dhanam; adeyaṃ pitṛdevebhyo yac ca klaibyād upārjitam

Was als Verkauf des Brahman [Veda] bezeichnet ist, was durch eine Frau erworben wurde und was aus Unmännlichkeit [Feigheit] erworben wurde – dieses Vermögen darf man den Ahnen und Göttern nicht geben.

Wort für Wort
brahmavikrayanirdiṣṭam
als Verkauf des Brahman bezeichnet (Kompositum, Part.Pass.)
striyā yat ca arjitaṃ dhanam
und was durch eine Frau erworben wurde, das Vermögen (Instr.Sg., Part.Pass.)
adeyaṃ pitṛdevebhyaḥ
nicht zu geben den Ahnen und Göttern (Gerundiv, Dat.Pl.)
yat ca klaibyāt upārjitam
und was aus Unmännlichkeit erworben wurde (Abl.Sg., Part.Pass.)

kriyamāṇe 'pavarge tu yo dvijo bharatarṣabha; na vyāharati yad yuktaṃ tasyādharmo gavānṛtam

Wenn der Abschluss vollzogen wird und ein Zweimalgeborener, Stier der Bharata, nicht das Passende ausspricht, dessen Unrecht ist wie eine Lüge um eine Kuh.

Wort für Wort
kriyamāṇe apavarge tu
wenn der Abschluss vollzogen wird (Lok.abs., Part.Pass.)
yaḥ dvijaḥ bharatarṣabha
der Zweimalgeborene, der, Stier der Bharata (Rel., Nom.Sg., Vok.)
na vyāharati yat yuktam
nicht ausspricht, was passend ist (3.Sg.Präs., Part.Pass.)
tasya adharmaḥ gavānṛtam
dessen Unrecht [ist] eine Lüge um eine Kuh (Gen.Sg., Nom.Sg.)

śrāddhasya brāhmaṇaḥ kālaḥ prāptaṃ dadhi ghṛtaṃ tathā; somakṣayaś ca māṃsaṃ ca yad āraṇyaṃ yudhiṣṭhira

Der Brahmane ist die [rechte] Zeit des Ahnenmahls; auch Dickmilch und Ghee sind [passend] gekommen, ferner der Schwund des Soma [Neumond] und Fleisch, das aus dem Wald stammt, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
śrāddhasya brāhmaṇaḥ kālaḥ
der Brahmane ist die Zeit des Ahnenmahls (Gen.Sg., Nom.Sg.)
prāptaṃ dadhi ghṛtaṃ tathā
erlangt/gekommen sind Dickmilch und Ghee ebenso (Part.Pass., Nom.Sg.n.) [?]
somakṣayaḥ ca māṃsaṃ ca
und der Schwund des Soma [Neumond] und Fleisch (Nom.Sg.)
yat āraṇyaṃ yudhiṣṭhira
welches aus dem Wald ist, Yudhiṣṭhira (Rel., Nom.Sg.n., Vok.)

Verderbte/knappe Stelle; wörtlich wiedergegeben.

muhūrtānāṃ trayaṃ pūrvam ahnaḥ prātar iti smṛtam; japadhyānādibhis tasmin vipraiḥ kāryaṃ śubhavratam; saṃgavākhyaṃ tribhāgaṃ tu madhyāhnas trimuhūrtakaḥ; laukikaṃ saṃgave 'rdhaṃ ca snānādi hy atha madhyame; caturtham aparāhṇaṃ tu trimuhūrtaṃ tu pitryakam; sāyāhnas trimuhūrtaṃ ca madhyamaṃ kavibhiḥ smṛtam; caturthe tv aparāhṇākhye śrāddhaṃ kuryāt sadā nṛpa; prāgudīcīmukhā viprā viśvedevāś ca dakṣiṇāḥ; śrāviteṣu sutṛpteṣu piṇḍaṃ dadyāt sadakṣiṇam

Die ersten drei Muhūrtas des Tages gelten als „Morgen“; in dieser Zeit sollen die Brahmanen das glückverheißende Gelübde [-werk] mit Murmeln [von Mantras], Meditation und dergleichen verrichten. Das als Saṃgava bezeichnete [zweite] Tagesdrittel [?] aber, der Mittag, hat drei Muhūrtas; Weltliches [gehört] in den Saṃgava, und [dessen] Hälfte [?], dann im mittleren [Abschnitt] Baden und dergleichen. Der vierte, der Nachmittag, mit drei Muhūrtas, gehört den Ahnen; der Abend mit drei Muhūrtas gilt bei den Kundigen als der mittlere [?]. Im vierten, Nachmittag genannten [Abschnitt] soll man stets das Śrāddha vollziehen, o König. Die Brahmanen [sitzen] nach Osten und Norden gewandt, die Viśvedevas aber [nach Süden gewandt?]; wenn [ihnen] vorgetragen wurde und sie wohlgesättigt sind, soll man den Opferkloß samt Opferlohn geben.

Wort für Wort
muhūrtānāṃ trayaṃ pūrvam ahnaḥ prātar iti smṛtam
drei Muhūrtas, der erste [Teil] des Tages, gilt als „Morgen“ (Gen.Pl./Nom.Sg.n.; Part.Perf.Pass.)
japadhyānādibhis tasmin vipraiḥ kāryaṃ śubhavratam
mit Murmeln, Meditation usw. ist darin von den Brahmanen das glückverheißende Gelübde zu verrichten (Instr.Pl.; Lok.Sg.; Instr.Pl.; Gerundiv)
saṃgavākhyaṃ tribhāgaṃ tu madhyāhnas trimuhūrtakaḥ
das Saṃgava genannte Drittel aber; der Mittag hat drei Muhūrtas (Akk./Nom.Sg.; Bahuvrīhi)
laukikaṃ saṃgave 'rdhaṃ ca snānādi hy atha madhyame
Weltliches im Saṃgava und die Hälfte [?]; Baden usw. dann im mittleren (Nom./Lok.Sg.)
caturtham aparāhṇaṃ tu trimuhūrtaṃ tu pitryakam
der vierte, der Nachmittag, drei Muhūrtas lang, den Ahnen zugehörig (Nom.Sg.n.)
sāyāhnas trimuhūrtaṃ ca madhyamaṃ kavibhiḥ smṛtam
der Abend, drei Muhūrtas, als mittlerer bei den Kundigen überliefert (Nom.Sg.; Instr.Pl.; Part.Perf.Pass.)
caturthe tv aparāhṇākhye śrāddhaṃ kuryāt sadā nṛpa
im vierten, Nachmittag genannten [Abschnitt] soll man stets das Śrāddha vollziehen, o König (Lok.Sg.; Opt.3.Sg.; Vok.)
prāgudīcīmukhā viprā viśvedevāś ca dakṣiṇāḥ
nach Osten und Norden gewandte Brahmanen und die Viśvedevas, südlich [?] (Nom.Pl.)
śrāviteṣu sutṛpteṣu piṇḍaṃ dadyāt sadakṣiṇam
wenn vorgetragen [wurde] und sie gut gesättigt sind, soll man den Kloß samt Lohn geben (Lok.abs.; Opt.3.Sg.; Akk.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Kompakte, technische Zusatzpassage; Zuordnung von saṃgava, madhyama und dakṣiṇāḥ unsicher.

śrāddhāpavarge viprasya svadhā vai svaditā bhavet; kṣatriyasyāpy atho brūyāt prīyantāṃ pitaras tv iti

Am Ende des Śrāddha soll beim Brahmanen [gesagt werden]: „Die Svadhā sei wohl ausgesprochen (svaditā)“; beim Kṣatriya aber spreche man: „Mögen die Ahnen sich erfreuen“.

Wort für Wort
śrāddhāpavarge viprasya
am Abschluss des Śrāddha, beim Brahmanen (Lok.Sg.; Gen.Sg.)
svadhā vai svaditā bhavet
„Svadhā“ fürwahr „wohlschmeckend/wohlgefällig“ soll es sein (Nom.Sg.f.; Part.; Opt.3.Sg.)
kṣatriyasyāpy atho brūyāt
auch beim Kṣatriya aber soll man sagen (Gen.Sg.; Opt.3.Sg.)
prīyantāṃ pitaras tv iti
„Mögen sich die Ahnen erfreuen“, so (Imp.Pass.3.Pl.; Nom.Pl.)

svaditā: Deutung als Ausrufformel („gut geschmeckt“) unsicher.

apavarge tu vaiśyasya śrāddhakarmaṇi bhārata; akṣayyam abhidhātavyaṃ svasti śūdrasya bhārata

Beim Abschluss des Śrāddha-Ritus eines Vaiśya, Bhārata, ist „Unvergänglich [sei es]“ zu sagen; beim Śūdra, Bhārata, „Heil“.

Wort für Wort
apavarge tu vaiśyasya śrāddhakarmaṇi bhārata
beim Abschluss aber, beim Vaiśya, im Śrāddha-Ritus, Bhārata (Lok.Sg.; Gen.Sg.; Lok.Sg.; Vok.)
akṣayyam abhidhātavyam
„Unvergänglich“ ist zu sagen (Akk.Sg.n.; Gerundiv)
svasti śūdrasya bhārata
„Heil“ beim Śūdra, Bhārata (Ind.; Gen.Sg.; Vok.)

puṇyāhavācanaṃ daive brāhmaṇasya vidhīyate; etad eva niroṃkāraṃ kṣatriyasya vidhīyate

Das Puṇyāha-Sprechen [„Glückstag“-Formel] wird beim Götterritus für den Brahmanen vorgeschrieben; eben dieses wird für den Kṣatriya ohne das Om vorgeschrieben.

Wort für Wort
puṇyāhavācanaṃ daive
das Sprechen des Glückstages beim Götteropfer (Nom.Sg.n.; Lok.Sg.)
brāhmaṇasya vidhīyate
für den Brahmanen wird vorgeschrieben (Gen.Sg.; Pass.3.Sg.)
etad eva niroṃkāraṃ
eben dies ohne Om (Nom.Sg.n.; Bahuvrīhi)
kṣatriyasya vidhīyate
für den Kṣatriya wird vorgeschrieben (Gen.Sg.; Pass.3.Sg.)

gohiṃsāyāṃ caturbhāgaṃ pūrvaṃ viprādiketanaḥ; varṇāvareṣu bhuñjānaṃ kramāc chūdre caturguṇam; nānyatra brāhmaṇo brūyāt pūrvaṃ vipreṇa ketitaḥ; abhojane ca doṣaḥ syād varjayec chūdraketanam; śūdrānnarasapuṣṭāṅgo dvijo nordhvāṃ gatiṃ labhet; aśucir naiva cāśnīyān nāstiko mānavarjitaḥ; na pūrvaṃ laṅghayel lobhād ekavarṇo 'pi pārthiva; viprāḥ smṛtā bhūmidevā upakurvāṇavarjitāḥ

Bei Tötung einer Kuh [trifft] ein Viertel [der Schuld] den zuerst von einem Brahmanen usw. Eingeladenen; wer bei Niedrigeren isst, dem [wächst] der Reihe nach beim Śūdra das Vierfache zu [?]. Kein Brahmane soll anderswo [essen], der zuvor von einem Brahmanen eingeladen wurde; auch Nichtessen soll ein Fehler sein [?]; man meide die Einladung eines Śūdra. Ein Zweigeborener, dessen Glieder von Speisesaft eines Śūdra genährt sind, erlangt keinen Weg nach oben. Unrein soll man nicht essen, [ebenso] der Ungläubige, der Ehrlose; nicht soll man den Vorrangigen aus Gier übergehen, auch wenn man einer einzigen Klasse angehört, o Fürst. Brahmanen gelten als Götter auf Erden, sofern sie nicht ohne Wohltaten [für andere] sind [?].

Wort für Wort
gohiṃsāyāṃ caturbhāgaṃ pūrvaṃ viprādiketanaḥ
bei Kuhtötung ein Viertel; der zuerst von Brahmanen usw. Eingeladene (Lok.Sg.; Akk./Nom.Sg.; Bahuvrīhi)
varṇāvareṣu bhuñjānaṃ kramāc chūdre caturguṇam
bei niedrigeren Ständen Essender, der Reihe nach beim Śūdra vierfach (Lok.Pl.; Part.Präs.; Abl.; Lok.Sg.)
nānyatra brāhmaṇo brūyāt pūrvaṃ vipreṇa ketitaḥ
nicht anderswo soll der Brahmane [essen/zusagen], zuvor von einem Brahmanen eingeladen (Opt.3.Sg.; Part.Perf.Pass.)
abhojane ca doṣaḥ syād varjayec chūdraketanam
und im Nichtessen sei ein Fehler; man meide die Einladung durch einen Śūdra (Lok.Sg.; Opt.3.Sg.; Opt.3.Sg.)
śūdrānnarasapuṣṭāṅgo dvijo nordhvāṃ gatiṃ labhet
der Zweigeborene, dessen Körper vom Saft der Śūdra-Speise genährt ist, erlangt keinen Weg nach oben (Bahuvrīhi; Nom.; Opt.3.Sg.)
aśucir naiva cāśnīyān nāstiko mānavarjitaḥ
unrein soll man nicht essen; der Ungläubige, der Ehrlose (Nom.Sg.; Opt.3.Sg.)
na pūrvaṃ laṅghayel lobhād ekavarṇo 'pi pārthiva
nicht soll man den Früheren aus Gier übergehen, auch als Angehöriger nur einer Klasse, o König (Opt.Kaus.3.Sg.; Abl.; Vok.)
viprāḥ smṛtā bhūmidevā upakurvāṇavarjitāḥ
Brahmanen gelten als Erdgötter, [außer] den ohne Wohltat Bleibenden [?] (Nom.Pl.; Part.Perf.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Star-Passage; Zeilen 1-2 und 4 sind syntaktisch dunkel und teils wohl verderbt.

vaiśyasya caiva vaktavyaṃ prīyantāṃ devatā iti

Und beim Vaiśya ist zu sagen: „Mögen sich die Götter erfreuen.“

Wort für Wort
vaiśyasya caiva vaktavyaṃ
und beim Vaiśya ist zu sagen (Gen.Sg.; Gerundiv)
prīyantāṃ devatā iti
„Mögen sich die Gottheiten erfreuen“, so (Imp.Pass.3.Pl.; Nom.Pl.)

karmaṇām ānupūrvīṃ ca vidhipūrvakṛtaṃ śṛṇu; jātakarmādikān sarvāṃs triṣu varṇeṣu bhārata; brahmakṣatre hi mantroktā vaiśyasya ca yudhiṣṭhira

Höre auch die Abfolge der Riten, in der Ordnung nach der Vorschrift getan: alle Riten, angefangen mit der Geburtszeremonie, [gelten] bei den drei Ständen, Bhārata; bei Brahmanen und Kṣatriyas sind sie mit Mantras vorgeschrieben, und beim Vaiśya, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
karmaṇām ānupūrvīṃ ca vidhipūrvakṛtaṃ śṛṇu
und höre die Reihenfolge der Riten, nach Vorschrift Getanes (Gen.Pl.; Akk.Sg.f.; Akk.; Imp.2.Sg.)
jātakarmādikān sarvāṃs
alle, mit der Geburtszeremonie beginnenden (Akk.Pl.)
triṣu varṇeṣu bhārata
bei den drei Ständen, Bhārata (Lok.Pl.; Vok.)
brahmakṣatre hi mantroktā
bei Brahmanen und Kṣatriyas nämlich mit Mantras gesprochen (Lok.Du.; Part.Perf.Pass.Nom.Pl.)
vaiśyasya ca yudhiṣṭhira
und des Vaiśya, Yudhiṣṭhira (Gen.Sg.; Vok.)

Konstruktion in der zweiten Vershälfte elliptisch.

viprasya raśanā mauñjī maurvī rājanyagāminī; bālvajīty eva vaiśyasya dharma eṣa yudhiṣṭhira

Der Gürtel des Brahmanen ist aus Muñja-Gras, der des Kṣatriya aus Bogensehnenhanf [Maurvī]; des Vaiśya aus Bālvaja-Gras: Dies ist die Regel, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
viprasya raśanā mauñjī
des Brahmanen Gürtel aus Muñja (Gen.Sg.; Nom.Sg.f.)
maurvī rājanyagāminī
aus Maurvī, dem Kṣatriya zukommend (Nom.Sg.f.)
bālvajīty eva vaiśyasya
„aus Bālvaja“ eben, des Vaiśya (Nom.Sg.f.; Gen.Sg.)
dharma eṣa yudhiṣṭhira
dies ist die Regel, Yudhiṣṭhira (Nom.Sg.; Vok.)

pālāśo dvijadaṇḍaḥ syād aśvatthaḥ kṣatriyasya tu; audumbaraś ca vaiśyasya dharma eṣa yudhiṣṭhira

Der Stab des Zweigeborenen sei aus Palāśa, der des Kṣatriya aber aus Aśvattha, und der des Vaiśya aus Udumbara: Dies ist die Regel, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
pālāśo dvijadaṇḍaḥ syād
aus Palāśa sei der Stab des Zweigeborenen (Nom.Sg.; Opt.3.Sg.)
aśvatthaḥ kṣatriyasya tu
aus Aśvattha aber der des Kṣatriya (Nom.Sg.; Gen.Sg.)
audumbaraś ca vaiśyasya
und aus Udumbara der des Vaiśya (Nom.Sg.; Gen.Sg.)
dharma eṣa yudhiṣṭhira
dies ist die Regel, Yudhiṣṭhira (Nom.Sg.; Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

dātuḥ pratigrahītuś ca dharmādharmāv imau śṛṇu; brāhmaṇasyānṛte 'dharmaḥ proktaḥ pātakasaṃjñitaḥ; caturguṇaḥ kṣatriyasya vaiśyasyāṣṭaguṇaḥ smṛtaḥ

Höre nun Recht und Unrecht dieser beiden, des Gebers und des Nehmers. Beim Brahmanen wird für Unwahrheit ein Unrecht ausgesprochen, das „Sündenfall“ genannt wird; beim Kṣatriya ist es das Vierfache, beim Vaiśya gilt es als Achtfaches.

Wort für Wort
dātuḥ pratigrahītuś ca dharmādharmāv imau śṛṇu
des Gebers und des Nehmers, dieses Recht und Unrecht höre (Gen.Sg.; Nom.Du.; Imp.2.Sg.)
brāhmaṇasyānṛte 'dharmaḥ
beim Brahmanen im Falle der Unwahrheit Unrecht (Gen.Sg.; Lok.Sg.; Nom.Sg.)
proktaḥ pātakasaṃjñitaḥ
ausgesprochen, „Sünde“ genannt (Part.Perf.Pass.; Bahuvrīhi)
caturguṇaḥ kṣatriyasya
vierfach beim Kṣatriya (Nom.Sg.)
vaiśyasyāṣṭaguṇaḥ smṛtaḥ
beim Vaiśya achtfach gilt es (Gen.Sg.; Nom.Sg.; Part.Perf.Pass.)

Bezug der Faktoren (Unrecht des Nehmers bzw. Gebers) ist im Text elliptisch.

nānyatra brāhmaṇo 'śnīyāt pūrvaṃ vipreṇa ketitaḥ; yavīyān paśuhiṃsāyāṃ tulyadharmo bhavet sa hi

Ein Brahmane soll nirgends sonst essen, wenn er zuvor von einem Brahmanen eingeladen wurde; ein Jüngerer [Eingeladener] soll bei einer Tiertötung ihm im Recht [Schuld] gleich sein.

Wort für Wort
nānyatra brāhmaṇo 'śnīyāt
nicht anderswo soll ein Brahmane essen (Opt.3.Sg.)
pūrvaṃ vipreṇa ketitaḥ
zuvor von einem Brahmanen eingeladen (Instr.Sg.; Part.Perf.Pass.)
yavīyān paśuhiṃsāyāṃ
der Jüngere, bei Tiertötung (Nom.Sg.Komp.; Lok.Sg.)
tulyadharmo bhavet sa hi
gleichen Rechts soll er sein, der nämlich (Bahuvrīhi; Opt.3.Sg.)

Bezug von yavīyān und Sinn der Gleichstellung unsicher.

atha rājanyavaiśyābhyāṃ yady aśnīyāt tu ketitaḥ; yavīyān paśuhiṃsāyāṃ bhāgārdhaṃ samavāpnuyāt

Wenn er aber, von einem Kṣatriya oder Vaiśya eingeladen, [dennoch woanders] isst, so erlangt der Jüngere bei einer Tiertötung die Hälfte des Anteils.

Wort für Wort
atha rājanyavaiśyābhyāṃ
wenn aber von Kṣatriya und Vaiśya (Instr.Du.)
yady aśnīyāt tu ketitaḥ
wenn er isst, eingeladen (Opt.3.Sg.; Part.Perf.Pass.)
yavīyān paśuhiṃsāyāṃ
der Jüngere bei Tiertötung (Nom.Sg.Komp.; Lok.Sg.)
bhāgārdhaṃ samavāpnuyāt
die Hälfte des Anteils würde er erlangen (Akk.Sg.; Opt.3.Sg.)

Bezug des Satzes (wer isst, wer Jüngerer) unklar; wörtlich wiedergegeben.

daivaṃ vāpy atha vā pitryaṃ yo 'śnīyād brāhmaṇādiṣu; asnāto brāhmaṇo rājaṃs tasyādharmo gavānṛtam

Wer ein Götter- oder Ahnen[opfer-Mahl] bei Brahmanen usw. isst, [wenn er] ungebadet [ist], o König, dem [wächst] das Unrecht einer Kuh-Unwahrheit zu.

Wort für Wort
daivaṃ vāpy atha vā pitryaṃ
sei es ein Götter- oder Ahnen[-mahl] (Akk.Sg.n.)
yo 'śnīyād brāhmaṇādiṣu
wer isst bei Brahmanen usw. (Opt.3.Sg.; Lok.Pl.)
asnāto brāhmaṇo rājan
als ungebadeter Brahmane, o König (Nom.Sg.; Vok.)
tasyādharmo gavānṛtam
dessen Unrecht ist [wie] Kuh-Unwahrheit (Gen.Sg.; Nom.Sg.; Kompositum)

gavānṛtam: „Kuh-Unwahrheit“, d.h. Schuld wie beim falschen Zeugnis über eine Kuh [?].

āśauco brāhmaṇo rājan yo 'śnīyād brāhmaṇādiṣu; jñānapūrvam atho lobhāt tasyādharmo gavānṛtam

Ein unreiner Brahmane, o König, der bei Brahmanen usw. isst, [sei es] wissentlich, sei es aus Gier: dessen Unrecht ist die Kuh-Unwahrheit.

Wort für Wort
āśauco brāhmaṇo rājan
unrein, der Brahmane, o König (Nom.Sg.; Vok.)
yo 'śnīyād brāhmaṇādiṣu
der isst bei Brahmanen usw. (Opt.3.Sg.; Lok.Pl.)
jñānapūrvam atho lobhāt
wissentlich oder aus Gier (Adv.; Abl.Sg.)
tasyādharmo gavānṛtam
dessen Unrecht ist die Kuh-Unwahrheit (Gen.Sg.; Nom.Sg.)

annenānnaṃ ca yo lipset karmārthaṃ caiva bhārata; āmantrayati rājendra tasyādharmo 'nṛtaṃ smṛtam

Wer mit Speise [andere] Speise erlangen will, und zwar um eines Ritus willen, Bhārata, [und] einlädt, o König der Könige: dessen Unrecht gilt als Unwahrheit.

Wort für Wort
annenānnaṃ ca yo lipset
und wer mit Speise Speise begehren sollte (Instr.Sg.; Akk.Sg.; Opt.Desid.3.Sg.)
karmārthaṃ caiva bhārata
und zum Zweck eines Ritus, Bhārata (Adv.; Vok.)
āmantrayati rājendra
lädt ein, o Herr der Könige (3.Sg.Präs.; Vok.)
tasyādharmo 'nṛtaṃ smṛtam
dessen Unrecht gilt als Unwahrheit (Gen.Sg.; Part.Perf.Pass.)

lipset: Form von lip- („bestreichen“) oder lips- („zu erlangen wünschen“); Lesart unsicher.

avedavratacāritrās tribhir varṇair yudhiṣṭhira; mantravat pariviṣyante teṣv adharmo gavānṛtam

Wenn solche, die ohne Veda-Gelübde und [rechten] Wandel sind, von den drei Ständen, Yudhiṣṭhira, mit Mantras bewirtet werden: bei ihnen [liegt] Unrecht, die Kuh-Unwahrheit.

Wort für Wort
avedavratacāritrās
die ohne Veda-Gelübde und Wandel [sind] (Nom.Pl.; Bahuvrīhi)
tribhir varṇair yudhiṣṭhira
von den drei Ständen, Yudhiṣṭhira (Instr.Pl.; Vok.)
mantravat pariviṣyante
werden mit Mantras bewirtet (Adv.; Pass.3.Pl.)
teṣv adharmo gavānṛtam
bei ihnen Unrecht, Kuh-Unwahrheit (Lok.Pl.; Nom.Sg.)

yudhiṣṭhira uvāca; pitryaṃ vāpy atha vā daivaṃ dīyate yat pitāmaha; etad icchāmy ahaṃ śrotuṃ dattaṃ yeṣu mahāphalam

Yudhiṣṭhira sprach: „Was dem Ahnen- oder Götter[-ritus] gegeben wird, Großvater: Dies möchte ich hören, bei welchen Gegebenes große Frucht [trägt].“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.3.Sg.)
pitryaṃ vāpy atha vā daivaṃ dīyate yat pitāmaha
was dem Ahnen- oder Götter[-ritus] gegeben wird, Großvater (Pass.3.Sg.; Vok.)
etad icchāmy ahaṃ śrotum
dies möchte ich hören (Präs.1.Sg.; Inf.)
dattaṃ yeṣu mahāphalam
bei welchen das Gegebene große Frucht [hat] (Part.Perf.Pass.; Lok.Pl.; Bahuvrīhi)

bhīṣma uvāca; yeṣāṃ dārāḥ pratīkṣante suvṛṣṭim iva karṣakāḥ; uccheṣapariśeṣaṃ hi tān bhojaya yudhiṣṭhira

Bhīṣma sprach: „Deren Frauen [auf sie] warten, wie Bauern auf guten Regen, und [die] auf Speisereste angewiesen sind: Diese speise, Yudhiṣṭhira.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.3.Sg.)
yeṣāṃ dārāḥ pratīkṣante
deren Ehefrauen warten (Gen.Pl.; Nom.Pl.; Präs.3.Pl.)
suvṛṣṭim iva karṣakāḥ
wie Bauern auf guten Regen (Akk.Sg.; Nom.Pl.)
uccheṣapariśeṣaṃ hi
denn auf Reste und Überbleibsel [angewiesen] (Akk.Sg.n.)
tān bhojaya yudhiṣṭhira
diese speise, Yudhiṣṭhira (Imp.Kaus.2.Sg.; Vok.)

uccheṣapariśeṣam: Deutung des Kompositums unsicher; Lesart [?] „auf Reste angewiesen“ ist konjektural.

cāritraniyatā rājan ye kṛśāḥ kṛśavṛttayaḥ; arthinaś copagacchanti teṣu dattaṃ mahāphalam

Die im Wandel gefestigt sind, o König, die abgemagert sind und ein karges Leben führen, und die als Bittende herantreten: Bei diesen [trägt] Gegebenes große Frucht.

Wort für Wort
cāritraniyatā rājan
im Wandel gebunden, o König (Nom.Pl.; Vok.)
ye kṛśāḥ kṛśavṛttayaḥ
die mager sind, mit magerem Lebensunterhalt (Nom.Pl.; Bahuvrīhi)
arthinaś copagacchanti
und die als Bittende herankommen (Nom.Pl.; Präs.3.Pl.)
teṣu dattaṃ mahāphalam
bei ihnen Gegebenes von großer Frucht (Lok.Pl.; Part.Perf.Pass.; Bahuvrīhi)

tadbhaktās tadgṛhā rājaṃs taddhanās tadapāśrayāḥ; arthinaś ca bhavanty arthe teṣu dattaṃ mahāphalam

Die ihm ergeben sind, deren Haus, deren Besitz, deren Zuflucht dort ist [beim Geber], o König, und die um einer Sache willen zu Bittenden werden: Bei diesen [trägt] Gegebenes große Frucht.

Wort für Wort
tadbhaktās tadgṛhā rājan
ihm ergeben, dessen Haus [sie bewohnen], o König (Nom.Pl.; Bahuvrīhi; Vok.)
taddhanās tadapāśrayāḥ
dessen Besitz [sie haben], dessen Zuflucht (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
arthinaś ca bhavanty arthe
und werden zu Bittenden in einer Sache (Nom.Pl.; Präs.3.Pl.; Lok.Sg.)
teṣu dattaṃ mahāphalam
bei ihnen Gegebenes von großer Frucht (Lok.Pl.)

tad- in den Komposita bezieht sich vermutlich auf den Geber; unsicher.

taskarebhyaḥ parebhyo vā ye bhayārtā yudhiṣṭhira; arthino bhoktum icchanti teṣu dattaṃ mahāphalam

Die von Dieben oder von Feinden bedroht und in Furcht sind, Yudhiṣṭhira, und als Bittende essen wollen: Bei diesen [trägt] Gegebenes große Frucht.

Wort für Wort
taskarebhyaḥ parebhyo vā
vor Dieben oder Fremden/Feinden (Abl.Pl.)
ye bhayārtā yudhiṣṭhira
die von Furcht bedrängt [sind], Yudhiṣṭhira (Nom.Pl.; Vok.)
arthino bhoktum icchanti
als Bittende zu essen wünschen (Nom.Pl.; Inf.; Präs.3.Pl.)
teṣu dattaṃ mahāphalam
bei ihnen Gegebenes von großer Frucht (Lok.Pl.)

akalkakasya viprasya bhaikṣotkarakṛtātmanaḥ; baṭavo yasya bhikṣanti tebhyo dattaṃ mahāphalam

Einem makellosen Brahmanen, der sich durch Betteln [und] Ährenlesen geläutert hat und bei dem Knaben um Almosen betteln: Ihnen gegeben [trägt es] große Frucht.

Wort für Wort
akalkakasya viprasya
des makellosen Brahmanen (Gen.Sg.)
bhaikṣotkarakṛtātmanaḥ
der durch Betteln und Auflesen [Getreide] sein Selbst [rein] gemacht hat (Bahuvrīhi Gen.Sg.)
baṭavo yasya bhikṣanti
bei dem Knaben betteln (Nom.Pl.; Gen.Sg.; Präs.3.Pl.)
tebhyo dattaṃ mahāphalam
ihnen Gegebenes von großer Frucht (Dat.Pl.)

bhaikṣotkarakṛtātmanaḥ: Deutung [?]; utkara „Haufen/Aufgelesenes“; alternativ „dessen Selbst durch Almosen und Gaben geformt ist“.

hṛtasvā hṛtadārāś ca ye viprā deśasaṃplave; arthārtham abhigacchanti tebhyo dattaṃ mahāphalam

Brahmanen, denen Besitz und Frauen geraubt wurden bei einem Landesunglück [Überschwemmung/Umsturz], und die um Besitz zu erlangen herantreten: Ihnen Gegebenes [trägt] große Frucht.

Wort für Wort
hṛtasvā hṛtadārāś ca
denen Besitz geraubt, denen Frauen geraubt (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
ye viprā deśasaṃplave
die Brahmanen bei einer Landesüberflutung/-zerrüttung (Nom.Pl.; Lok.Sg.)
arthārtham abhigacchanti
um Besitz willen herantreten (Adv.; Präs.3.Pl.)
tebhyo dattaṃ mahāphalam
ihnen Gegebenes von großer Frucht (Dat.Pl.)

vratino niyamasthāś ca ye viprāḥ śrutasaṃmatāḥ; tatsamāptyartham icchanti teṣu dattaṃ mahāphalam

Brahmanen mit Gelübden, die in Regeln stehen, von den Schriftkundigen anerkannt, und die dessen Vollendung wünschen: Bei diesen [trägt] Gegebenes große Frucht.

Wort für Wort
vratino niyamasthāś ca
Gelübdehaltende und in Zucht Stehende (Nom.Pl.)
ye viprāḥ śrutasaṃmatāḥ
die Brahmanen, durch Überlieferung/Gelehrsamkeit anerkannt (Nom.Pl.; Bahuvrīhi)
tatsamāptyartham icchanti
zu deren Vollendung wünschen sie (Adv.; Präs.3.Pl.)
teṣu dattaṃ mahāphalam
bei ihnen Gegebenes von großer Frucht (Lok.Pl.)

tatsamāptyartham: Bezug von tat- [?] unklar, vermutlich auf das Gelübde.

avyutkrāntāś ca dharmeṣu pāṣaṇḍasamayeṣu ca; kṛśaprāṇāḥ kṛśadhanās teṣu dattaṃ mahāphalam

Die von den Rechtsnormen nicht abgewichen sind und auch nicht von den Satzungen der Häretiker [?], die schwach an Lebenskraft und Besitz sind: Bei diesen [trägt] Gegebenes große Frucht.

Wort für Wort
avyutkrāntāś ca dharmeṣu
und nicht abgewichen von den Rechtsnormen (Nom.Pl.; Lok.Pl.)
pāṣaṇḍasamayeṣu ca
und in den Satzungen der Häretiker [?] (Lok.Pl.)
kṛśaprāṇāḥ kṛśadhanāḥ
mager an Lebenskraft, mager an Besitz (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
teṣu dattaṃ mahāphalam
bei ihnen Gegebenes von großer Frucht (Lok.Pl.)

pāṣaṇḍasamayeṣu: Sinn unsicher; ev. „nicht abgewichen von den Regeln, auch nicht [zu] den Häretikern-Sitten“ (Negation ambivalent).

vratānāṃ pāraṇārthāya gurvarthe yajñadakṣiṇām; niveśārthaṃ ca vidvāṃsas teṣāṃ dattaṃ mahāphalam; pitroś ca rakṣaṇārthāya putradārārtham eva ca; mahāvyādhivimokṣārthaṃ teṣu dattaṃ mahāphalam; bālāḥ striyaś ca vāñchanti subhaktaṃ cāpy asādhanāḥ; svargam āyānti dattvaiṣāṃ nirayān nopayānti te

Zur Beendigung von Gelübden, für den Lehrer, als Opferlohn eines Opfers und zur Gründung eines Hausstands, [für] Wissende: Ihnen Gegebenes [trägt] große Frucht. Zum Schutz der Eltern und für Sohn und Frau, zur Befreiung von einer schweren Krankheit: Bei diesen [trägt] Gegebenes große Frucht. Kinder und Frauen wünschen gute Speise, und [auch] die Mittellosen; wer ihnen gibt, geht in den Himmel und kommt nicht in Höllen.

Wort für Wort
vratānāṃ pāraṇārthāya gurvarthe yajñadakṣiṇām
zum Vollenden von Gelübden, für den Lehrer, als Opferlohn (Gen.Pl.; Dat.Sg.; Lok./Adv.; Akk.Sg.)
niveśārthaṃ ca vidvāṃsas teṣāṃ dattaṃ mahāphalam
und zur Niederlassung [Hausgründung], Wissende; Ihnen Gegebenes [trägt] große Frucht (Adv.; Nom.Pl.; Gen.Pl.)
pitroś ca rakṣaṇārthāya putradārārtham eva ca
und zum Schutz der Eltern und eben für Sohn und Frau (Gen.Du.; Dat.Sg.; Adv.)
mahāvyādhivimokṣārthaṃ teṣu dattaṃ mahāphalam
zur Befreiung von großer Krankheit; bei ihnen Gegebenes von großer Frucht (Adv.; Lok.Pl.)
bālāḥ striyaś ca vāñchanti subhaktaṃ cāpy asādhanāḥ
Kinder und Frauen wünschen gute Speise, und [auch] Mittellose (Nom.Pl.; Präs.3.Pl.; Akk.Sg.)
svargam āyānti dattvaiṣāṃ nirayān nopayānti te
in den Himmel gehen sie, wenn sie diesen gegeben haben; sie kommen nicht zu den Höllen (Präs.3.Pl.; Abs.; Abl.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Syntax der ersten Verse elliptisch, der Bezug von vidvāṃsaḥ teilweise unsicher.

kṛtasarvasvaharaṇā nirdoṣāḥ prabhaviṣṇubhiḥ; spṛhayanti ca bhuktānnaṃ teṣu dattaṃ mahāphalam

Denen durch Mächtige alles Besitztum geraubt wurde, obwohl sie ohne Schuld sind, und die nach gekochter Speise verlangen: Bei diesen [trägt] Gegebenes große Frucht.

Wort für Wort
kṛtasarvasvaharaṇā
denen ihr gesamter Besitz weggenommen wurde (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
nirdoṣāḥ prabhaviṣṇubhiḥ
schuldlos, durch Mächtige (Nom.Pl.; Instr.Pl.)
spṛhayanti ca bhuktānnam
und sie verlangen nach Essbarem (Präs.3.Pl.; Akk.Sg.)
teṣu dattaṃ mahāphalam
bei ihnen Gegebenes von großer Frucht (Lok.Pl.)

kṛtasarvasvaharaṇā: Bahuvrīhi mit Passiv-Part.; wörtlich „an denen das Wegnehmen alles Eigentums begangen wurde“.

tapasvinas taponiṣṭhās teṣāṃ bhaikṣacarāś ca ye; arthinaḥ kiṃ cid icchanti teṣu dattaṃ mahāphalam

Asketen, die im Tapas verharren, und die von ihnen [?] Almosen-Gehenden, und Bittende, die irgendetwas wünschen: Bei diesen [trägt] Gegebenes große Frucht.

Wort für Wort
tapasvinas taponiṣṭhās
Asketen, dem Tapas ergeben (Nom.Pl.; Nom.Pl.)
teṣāṃ bhaikṣacarāś ca ye
und von ihnen die vom Betteln Lebenden (Gen.Pl.; Nom.Pl.)
arthinaḥ kiṃ cid icchanti
Bittende, die etwas wünschen (Nom.Pl.; Präs.3.Pl.)
teṣu dattaṃ mahāphalam
bei ihnen Gegebenes von großer Frucht (Lok.Pl.)

teṣāṃ (Gen.Pl.) hier unklar; ev. „unter ihnen“ [?].

mahāphalavidhir dāne śrutas te bharatarṣabha; nirayaṃ yena gacchanti svargaṃ caiva hi tac chṛṇu

Die Regel des großen Lohns bei der Gabe hast du gehört, Stier der Bharatas; höre nun, wodurch man in die Hölle geht und wodurch in den Himmel.

Wort für Wort
mahāphalavidhir dāne
die Vorschrift von großer Frucht bei der Gabe (Nom.Sg.; Lok.Sg.)
śrutas te bharatarṣabha
von dir gehört, Stier der Bharatas (Part.Perf.Pass.; Instr./Gen.; Vok.)
nirayaṃ yena gacchanti
die Hölle, wodurch sie gehen (Akk.Sg.; Instr.Sg.; Präs.3.Pl.)
svargaṃ caiva hi tac chṛṇu
und den Himmel: das höre (Akk.Sg.; Imp.2.Sg.)

gurvarthaṃ vābhayārthaṃ vā varjayitvā yudhiṣṭhira; ye 'nṛtaṃ kathayanti sma te vai nirayagāminaḥ

Außer für den Lehrer oder zur Rettung [aus Gefahr], Yudhiṣṭhira: Die, die Unwahrheit gesprochen haben, gehen wahrlich in die Hölle.

Wort für Wort
gurvarthaṃ vābhayārthaṃ vā
um des Lehrers willen oder um der Furchtlosigkeit willen (Adv.)
varjayitvā yudhiṣṭhira
ausgenommen, Yudhiṣṭhira (Abs.; Vok.)
ye 'nṛtaṃ kathayanti sma
die Unwahrheit sagten (Nom.Pl.; Akk.Sg.; Präs.+sma)
te vai nirayagāminaḥ
die gehen wahrlich in die Hölle (Nom.Pl.)

paradārābhihartāraḥ paradārābhimarśinaḥ; paradāraprayoktāras te vai nirayagāminaḥ

Die die Frauen anderer entführen, die Frauen anderer schänden, die Frauen anderer [zu Vergehen] anstiften: Die gehen wahrlich in die Hölle.

Wort für Wort
paradārābhihartāraḥ
Entführer fremder Frauen (Nom.Pl.)
paradārābhimarśinaḥ
Berührer/Schänder fremder Frauen (Nom.Pl.)
paradāraprayoktāraḥ
die fremde Frauen [zu Vergehen] antreiben (Nom.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
die gehen wahrlich in die Hölle (Nom.Pl.)

ye parasvāpahartāraḥ parasvānāṃ ca nāśakāḥ; sūcakāś ca pareṣāṃ ye te vai nirayagāminaḥ

Die, die fremdes Gut rauben und fremdes Vermögen vernichten, und die, die andere verraten: Die gehen wahrlich in die Hölle.

Wort für Wort
ye parasvāpahartāraḥ
die Räuber fremden Guts (Nom.Pl.)
parasvānāṃ ca nāśakāḥ
und Zerstörer fremden Guts (Gen.Pl.; Nom.Pl.)
sūcakāś ca pareṣāṃ ye
und die Angeber/Verräter anderer (Nom.Pl.; Gen.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
die gehen wahrlich in die Hölle (Nom.Pl.)

prapāṇāṃ ca sabhānāṃ ca saṃkramāṇāṃ ca bhārata; agārāṇāṃ ca bhettāro narā nirayagāminaḥ

Menschen, die Wasserstellen, Versammlungshallen, Brücken und Häuser zerstören, Bhārata, gehen in die Hölle.

Wort für Wort
prapāṇāṃ ca sabhānāṃ ca
der Tränken und der Versammlungshallen (Gen.Pl.)
saṃkramāṇāṃ ca bhārata
und der Übergänge/Brücken, Bhārata (Gen.Pl.; Vok.)
agārāṇāṃ ca bhettāraḥ
und der Häuser Zerstörer (Gen.Pl.; Nom.Pl.)
narā nirayagāminaḥ
Menschen, die zur Hölle gehen (Nom.Pl.)

anāthāṃ pramadāṃ bālāṃ vṛddhāṃ bhītāṃ tapasvinīm; vañcayanti narā ye ca te vai nirayagāminaḥ

Und die Menschen, die eine Schutzlose, eine junge Frau, ein Kind, eine Greisin, eine Verängstigte, eine Asketin betrügen: Die gehen wahrlich in die Hölle.

Wort für Wort
anāthāṃ pramadāṃ bālāṃ
die Schutzlose, die Frau, das Mädchen (Akk.Sg.f.)
vṛddhāṃ bhītāṃ tapasvinīm
die Greisin, die Furchtsame, die Asketin (Akk.Sg.f.)
vañcayanti narā ye ca
und die Menschen, die betrügen (Präs.3.Pl.; Nom.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
die gehen wahrlich in die Hölle (Nom.Pl.)

vṛtticchedaṃ gṛhacchedaṃ dāracchedaṃ ca bhārata; mitracchedaṃ tathāśāyās te vai nirayagāminaḥ

Wer [andere] um Lebensunterhalt, um Haus, um Frau und um Freunde bringt, Bhārata, und ebenso [sie] um Hoffnung [betrügt]: Die gehen wahrlich in die Hölle.

Wort für Wort
vṛtticchedaṃ gṛhacchedaṃ
Abschneiden der Lebensgrundlage, Abschneiden des Hauses (Akk.Sg.)
dāracchedaṃ ca bhārata
und Abschneiden der Frau, Bhārata (Akk.Sg.; Vok.)
mitracchedaṃ tathāśāyāḥ
Abschneiden des Freundes, ebenso der Hoffnung (Akk.Sg.; Gen.Sg.)
te vai nirayagāminaḥ
die gehen wahrlich in die Hölle (Nom.Pl.)

Die Konstruktion (Akkusative des „Abschneidens“, ohne finites Verb) ist elliptisch; Übersetzung sinngemäß ergänzt.

sūcakāḥ saṃdhibhettāraḥ paravṛttyupajīvakāḥ; akṛtajñāś ca mitrāṇāṃ te vai nirayagāminaḥ

Angeber, Vertragsbrecher, die vom Erwerb anderer Lebende, und Undankbare gegenüber Freunden: Die gehen wahrlich in die Hölle.

Wort für Wort
sūcakāḥ saṃdhibhettāraḥ
Angeber, Zerbrecher von Bündnissen (Nom.Pl.)
paravṛttyupajīvakāḥ
die von fremdem Lebensunterhalt leben (Nom.Pl.)
akṛtajñāś ca mitrāṇām
und Undankbare gegenüber Freunden (Nom.Pl.; Gen.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
die gehen wahrlich in die Hölle (Nom.Pl.)

pāṣaṇḍā dūṣakāś caiva samayānāṃ ca dūṣakāḥ; ye pratyavasitāś caiva te vai nirayagāminaḥ

Häretiker und Verderber, und die Verderber von Übereinkünften, und die, die [in den Stand zurück]gekehrt sind [?]: Die gehen wahrlich in die Hölle.

Wort für Wort
pāṣaṇḍā dūṣakāś caiva
Häretiker und Verderber (Nom.Pl.)
samayānāṃ ca dūṣakāḥ
und Verderber der Abmachungen (Gen.Pl.; Nom.Pl.)
ye pratyavasitāś caiva
und die, die abgefallen/zurückgekehrt sind [?] (Nom.Pl.; Part.Perf.Pass.)
te vai nirayagāminaḥ
die gehen wahrlich in die Hölle (Nom.Pl.)

pratyavasita: Bedeutung unsicher („wieder in einen früheren Zustand zurückgefallen“?).

viṣamavyavahārāś ca viṣamāś caiva vṛddhiṣu; lābheṣu viṣamāś caiva te vai nirayagāminaḥ; dyūtasaṃvyavahārāś ca niṣparīkṣāś ca mānavāḥ; prāṇihiṃsāpravṛttāś ca te vai nirayagāminaḥ

Die in Geschäften Unredlichen und die beim Zins Unredlichen und die bei Gewinnen Unredlichen: Die gehen wahrlich in die Hölle. Menschen, die sich dem Würfelspiel [im Geschäftsverkehr] hingeben, ohne Prüfung [handeln] und der Tötung von Lebewesen zugetan sind: Die gehen wahrlich in die Hölle.

Wort für Wort
viṣamavyavahārāś ca viṣamāś caiva vṛddhiṣu
Unredliche im Geschäft und Unredliche beim Zins (Nom.Pl.; Lok.Pl.)
lābheṣu viṣamāś caiva
und Unredliche bei Gewinnen (Lok.Pl.; Nom.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
die gehen wahrlich in die Hölle (Nom.Pl.)
dyūtasaṃvyavahārāś ca niṣparīkṣāś ca mānavāḥ
die mit Würfelspiel Verkehrenden und ohne Prüfung [Handelnden], Menschen (Nom.Pl.)
prāṇihiṃsāpravṛttāś ca
und der Tötung von Lebewesen Zugewandte (Nom.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
die gehen wahrlich in die Hölle (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

kṛtāśaṃ kṛtanirveśaṃ kṛtabhaktaṃ kṛtaśramam; bhedair ye vyapakarṣanti te vai nirayagāminaḥ

Wer jemanden, der Hoffnung gefasst hat, sich verdingt [?] hat, Speise erhalten hat und sich abgemüht hat, durch Ränke [von sich] wegdrängt, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
kṛtāśaṃ kṛtanirveśaṃ
der Hoffnung gefasst hat, der sich verdingt hat [?] (Akk.Sg.m., Bahuvrīhi)
kṛtabhaktaṃ kṛtaśramam
der Speise erhalten hat, der sich abgemüht hat (Akk.Sg.m.)
bhedair ye
durch Ränke/Zwietracht, die (Instr.Pl./Nom.Pl.)
vyapakarṣanti
sie drängen weg (3.Pl.Präs.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

kṛtanirveśa: „Lohn/Dienstverhältnis eingegangen“ ist unsicher; vyapakarṣanti: „wegziehen, verdrängen“.

paryaśnanti ca ye dārān agnibhṛtyātithīṃs tathā; utsannapitṛdevejyās te vai nirayagāminaḥ

Und die, die vor [ihren] Frauen, [dem heiligen] Feuer, den Dienern und ebenso den Gästen essen, bei denen die Opfer für Ahnen und Götter eingestellt sind, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
paryaśnanti ca ye
und die zuvor/vor [ihnen] essen (3.Pl.Präs./Nom.Pl.)
dārān agnibhṛtyātithīṃs tathā
Frauen, Feuer, Diener und Gäste (Akk.Pl., Dvandva)
utsannapitṛdevejyāḥ
bei denen Ahnen- und Götteropfer verfallen sind (Nom.Pl., Bahuvrīhi)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

paryaśnanti: „rings/zuvor essen“ [?], gemeint wohl: essen, bevor jene versorgt sind.

vedavikrayiṇaś caiva vedānāṃ caiva dūṣakāḥ; vedānāṃ lekhakāś caiva te vai nirayagāminaḥ

Die Veden verkaufen, die Veden schänden und die Veden [gegen Entgelt] aufschreiben, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
vedavikrayiṇaś caiva
Veda-Verkäufer (Nom.Pl.)
vedānāṃ caiva dūṣakāḥ
Schänder der Veden (Gen.Pl./Nom.Pl.)
vedānāṃ lekhakāś caiva
Aufschreiber der Veden (Gen.Pl./Nom.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

cāturāśramyabāhyāś ca śrutibāhyāś ca ye narāḥ; vikarmabhiś ca jīvanti te vai nirayagāminaḥ

Männer, die außerhalb der vier Lebensstufen und außerhalb der Offenbarung stehen und von verbotenen Handlungen leben, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
cāturāśramyabāhyāś ca
und außerhalb der vier Lebensstufen (Nom.Pl.)
śrutibāhyāś ca ye narāḥ
und außerhalb der Śruti stehend, die Männer (Nom.Pl.)
vikarmabhiś ca jīvanti
und leben von Untaten/verbotenen Werken (3.Pl.Präs./Instr.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

keśavikrayikā rājan viṣavikrayikāś ca ye; kṣīravikrayikāś caiva te vai nirayagāminaḥ

Die Haarverkäufer, König, und die Giftverkäufer und ebenso die Milchverkäufer, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
keśavikrayikā rājan
Haarverkäufer, König (Nom.Pl./Vok.Sg.)
viṣavikrayikāś ca ye
und die Giftverkäufer (Nom.Pl.)
kṣīravikrayikāś caiva
und Milchverkäufer (Nom.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

brāhmaṇānāṃ gavāṃ caiva kanyānāṃ ca yudhiṣṭhira; ye 'ntaraṃ yānti kāryeṣu te vai nirayagāminaḥ

Die, Yudhiṣṭhira, bei den Angelegenheiten der Brāhmaṇas, der Kühe und der Mädchen dazwischentreten [und sie behindern], die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
brāhmaṇānāṃ gavāṃ caiva
der Brāhmaṇas und der Kühe (Gen.Pl.)
kanyānāṃ ca yudhiṣṭhira
und der Mädchen, Yudhiṣṭhira (Gen.Pl./Vok.)
ye 'ntaraṃ yānti kāryeṣu
die dazwischentreten in den Angelegenheiten (3.Pl.Präs./Lok.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

antaraṃ yānti: „dazwischentreten, ein Hindernis bereiten“.

śastravikrayakāś caiva kartāraś ca yudhiṣṭhira; śalyānāṃ dhanuṣāṃ caiva te vai nirayagāminaḥ

Die Waffenverkäufer, Yudhiṣṭhira, und die Hersteller von Pfeilen und Bogen, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
śastravikrayakāś caiva
und Waffenverkäufer (Nom.Pl.)
kartāraś ca yudhiṣṭhira
und Hersteller, Yudhiṣṭhira (Nom.Pl./Vok.)
śalyānāṃ dhanuṣāṃ caiva
von Pfeilen und Bogen (Gen.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

śalyair vā śaṅkubhir vāpi śvabhrair vā bharatarṣabha; ye mārgam anurundhanti te vai nirayagāminaḥ

Die, Stier der Bharatas, mit Pfeilen, mit Pfählen oder mit Gruben den Weg versperren, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
śalyair vā śaṅkubhir vāpi
mit Pfeilen/Stacheln oder mit Pfählen (Instr.Pl.)
śvabhrair vā bharatarṣabha
oder mit Gruben, Stier der Bharatas (Instr.Pl./Vok.)
ye mārgam anurundhanti
die den Weg versperren (3.Pl.Präs.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

śalya hier als Pfeil/Spitze bzw. Stachel [?].

upādhyāyāṃś ca bhṛtyāṃś ca bhaktāṃś ca bharatarṣabha; ye tyajanty asamarthāṃs tāṃs te vai nirayagāminaḥ

Die Lehrer, Diener und ergebene [Anhänger], Stier der Bharatas, verlassen, wenn diese unfähig [zum Unterhalt] sind, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
upādhyāyāṃś ca bhṛtyāṃś ca
Lehrer und Diener (Akk.Pl.)
bhaktāṃś ca bharatarṣabha
und Ergebene, Stier der Bharatas (Akk.Pl./Vok.)
ye tyajanty asamarthāṃs tān
die verlassen, wenn sie unfähig sind (3.Pl.Präs./Akk.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

aprāptadamakāś caiva nāsānāṃ vedhakās tathā; bandhakāś ca paśūnāṃ ye te vai nirayagāminaḥ

Die, die [Tiere] bezähmen, ehe sie [das rechte Alter] erreicht haben, und die, die [ihnen] die Nasen durchbohren, und die, die Tiere fesseln, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
aprāptadamakāś caiva
und die [Unreife] Bezähmenden (Nom.Pl.)
nāsānāṃ vedhakās tathā
ebenso Durchbohrer der Nasen (Gen.Pl./Nom.Pl.)
bandhakāś ca paśūnāṃ ye
und Fesseler der Tiere, die (Nom.Pl./Gen.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

aprāptadamakāḥ: „die [Tiere] vor der Reife zureiten“ [?].

agoptāraś chaladravyā baliṣaḍbhāgatatparāḥ; samarthāś cāpy adātāras te vai nirayagāminaḥ

Die nicht schützen, [fremdes] Gut durch Trug [an sich bringen], nur auf Abgabe und den sechsten Teil bedacht sind und, obwohl vermögend, nicht geben, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
agoptāraś chaladravyā
Nichtschützer, Trug-Güter [erwerbend] (Nom.Pl.)
baliṣaḍbhāgatatparāḥ
auf Abgabe und Sechstel bedacht (Nom.Pl.)
samarthāś cāpy adātāras
und obwohl fähig Nichtgebende (Nom.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

chaladravyāḥ: „Gut durch Trug [erwerbend]“ [?].

saṃśrutya cāpradātāro daridrāṇāṃ vinindakāḥ; śrotriyāṇāṃ vinītānāṃ daridrāṇāṃ vinindakāḥ; kṣamiṇāṃ nindakāś caiva te vai nirayagāminaḥ

Die, die zugesagt haben und nicht geben, die Armen tadeln, die gelehrten Brahmanen [und] Wohlerzogenen [und] Armen tadeln und die Nachsichtigen tadeln, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
saṃśrutya cāpradātāro
und nach Zusage Nichtgebende (Abs./Nom.Pl.)
daridrāṇāṃ vinindakāḥ
Tadler der Armen (Gen.Pl./Nom.Pl.)
śrotriyāṇāṃ vinītānāṃ
der Vedakundigen, der Wohlerzogenen (Gen.Pl.)
daridrāṇāṃ vinindakāḥ
Tadler der Armen (Gen.Pl./Nom.Pl.)
kṣamiṇāṃ nindakāś caiva
und Tadler der Nachsichtigen (Gen.Pl./Nom.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; daridrāṇāṃ vinindakāḥ steht zweimal.

kṣāntān dāntāṃs tathā prājñān dīrghakālaṃ sahoṣitān; tyajanti kṛtakṛtyā ye te vai nirayagāminaḥ

Die Nachsichtigen, Selbstbeherrschten und Weisen, die lange [mit ihnen] zusammengelebt haben, verlassen sie, wenn ihr Zweck erfüllt ist, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
kṣāntān dāntāṃs tathā prājñān
Nachsichtige, Bezwungene und Weise (Akk.Pl.)
dīrghakālaṃ sahoṣitān
lange Zeit Zusammengelebte (Akk.Pl.)
tyajanti kṛtakṛtyā ye
sie verlassen, die ihr Ziel erreicht haben (3.Pl.Präs./Nom.Pl.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

bālānām atha vṛddhānāṃ dāsānāṃ caiva ye narāḥ; adattvā bhakṣayanty agre te vai nirayagāminaḥ

Die Männer, die [vor] Kindern, Alten und Dienern essen, ohne [ihnen] gegeben zu haben, die gehen fürwahr in die Hölle.

Wort für Wort
bālānām atha vṛddhānāṃ
der Kinder und der Alten (Gen.Pl.)
dāsānāṃ caiva ye narāḥ
und der Diener, die Männer (Gen.Pl./Nom.Pl.)
adattvā bhakṣayanty agre
ohne gegeben zu haben essen sie zuerst (Abs./3.Pl.Präs.)
te vai nirayagāminaḥ
sie gehen fürwahr in die Hölle (Nom.Pl.)

adattvā bhakṣayanty agre: „essen zuerst, ohne zu geben“.

ete pūrvarṣibhir dṛṣṭāḥ proktā nirayagāminaḥ; bhāginaḥ svargalokasya vakṣyāmi bharatarṣabha

Diese, die als in die Hölle Gehende von den früheren Sehern erschaut und verkündet wurden, [habe ich genannt]; nun werde ich, Stier der Bharatas, die Teilhaber der Himmelswelt nennen.

Wort für Wort
ete pūrvarṣibhir dṛṣṭāḥ
diese, von früheren Sehern erschaut (Nom.Pl./Instr.Pl., Part.Pass.)
proktā nirayagāminaḥ
als in die Hölle Gehende verkündet (Part.Pass./Nom.Pl.)
bhāginaḥ svargalokasya
die Teilhaber der Himmelswelt (Akk.Pl./Gen.Sg.)
vakṣyāmi bharatarṣabha
ich werde sagen, Stier der Bharatas (1.Sg.Fut./Vok.)

sarveṣv eva tu kāryeṣu daivapūrveṣu bhārata; hanti putrān paśūn kṛtsnān brāhmaṇātikramaḥ kṛtaḥ

Bei allen Handlungen, die mit den Göttern beginnen, Bhārata, vernichtet die begangene Missachtung eines Brāhmaṇa die Söhne und alles Vieh.

Wort für Wort
sarveṣv eva tu kāryeṣu
in allen Verrichtungen (Lok.Pl.)
daivapūrveṣu bhārata
die mit dem Göttlichen beginnen, Bhārata (Lok.Pl./Vok.)
hanti putrān paśūn kṛtsnān
vernichtet Söhne und alles Vieh (3.Sg.Präs./Akk.Pl.)
brāhmaṇātikramaḥ kṛtaḥ
die Übertretung gegen einen Brāhmaṇa, begangen (Nom.Sg./Part.Pass.)

dānena tapasā caiva satyena ca yudhiṣṭhira; ye dharmam anuvartante te narāḥ svargagāminaḥ

Wer durch Gabe, Askese und Wahrhaftigkeit, Yudhiṣṭhira, dem Dharma folgt, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
dānena tapasā caiva
durch Gabe und Askese (Instr.Sg.)
satyena ca yudhiṣṭhira
und durch Wahrheit, Yudhiṣṭhira (Instr./Vok.)
ye dharmam anuvartante
die dem Dharma folgen (3.Pl.Präs.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

śuśrūṣābhis tapobhiś ca śrutam ādāya bhārata; ye pratigrahaniḥsnehās te narāḥ svargagāminaḥ

Die, Bhārata, durch Dienst und Askese Gelerntes [Wissen] aufgenommen haben und frei von Anhänglichkeit an das Annehmen von Gaben sind, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
śuśrūṣābhis tapobhiś ca
durch Dienste und Askesen (Instr.Pl.)
śrutam ādāya bhārata
Gelerntes aufgenommen habend, Bhārata (Abs./Vok.)
ye pratigrahaniḥsnehās
die ohne Zuneigung zum Gabenannehmen sind (Nom.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

bhayāt pāpāt tathābādhād dāridryād vyādhidharṣaṇāt; yatkṛte pratimucyante te narāḥ svargagāminaḥ

Diejenigen, um derentwillen [andere] von Furcht, Sünde, Bedrängnis, Armut und Krankheitsplage befreit werden, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
bhayāt pāpāt tathābādhād
aus Furcht, Sünde und Bedrängnis (Abl.Sg.)
dāridryād vyādhidharṣaṇāt
aus Armut, aus Krankheitsplage (Abl.Sg.)
yatkṛte pratimucyante
um dessentwillen sie befreit werden (Lok./3.Pl.Pass.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

kṣamāvantaś ca dhīrāś ca dharmakāryeṣu cotthitāḥ; maṅgalācārayuktāś ca te narāḥ svargagāminaḥ

Die Nachsichtigen und Standhaften, die sich um Dharma-Werke erheben und glückverheißende Sitte üben, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
kṣamāvantaś ca dhīrāś ca
nachsichtig und standhaft (Nom.Pl.)
dharmakāryeṣu cotthitāḥ
und bei Dharma-Werken aufgestanden/eifrig (Lok.Pl./Nom.Pl.)
maṅgalācārayuktāś ca
und mit heilvollem Wandel verbunden (Nom.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

nivṛttā madhumāṃsebhyaḥ paradārebhya eva ca; nivṛttāś caiva madyebhyas te narāḥ svargagāminaḥ

Die sich von Honig und Fleisch abgewandt haben, von fremden Frauen und ebenso vom Rauschtrank, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
nivṛttā madhumāṃsebhyaḥ
abgewandt von Honig und Fleisch (Nom.Pl./Abl.Pl.)
paradārebhya eva ca
und von fremden Frauen (Abl.Pl.)
nivṛttāś caiva madyebhyas
und abgewandt von Rauschtränken (Nom.Pl./Abl.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

madhu hier wohl Honig(-Wein) [?].

āśramāṇāṃ ca kartāraḥ kulānāṃ caiva bhārata; deśānāṃ nagarāṇāṃ ca te narāḥ svargagāminaḥ

Die Gründer von Einsiedeleien, von Geschlechtern, Bhārata, von Landschaften und Städten, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
āśramāṇāṃ ca kartāraḥ
und Schöpfer von Einsiedeleien (Gen.Pl./Nom.Pl.)
kulānāṃ caiva bhārata
und von Geschlechtern, Bhārata (Gen.Pl./Vok.)
deśānāṃ nagarāṇāṃ ca
von Landschaften und Städten (Gen.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

vastrābharaṇadātāro bhakṣapānānnadās tathā; kuṭumbānāṃ ca dātāras te narāḥ svargagāminaḥ

Die Gewänder und Schmuck geben, Speise, Trank und Nahrung spenden und Hausständen [Gaben] geben, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
vastrābharaṇadātāro
Geber von Gewändern und Schmuck (Nom.Pl.)
bhakṣapānānnadās tathā
ebenso Spender von Speise, Trank und Nahrung (Nom.Pl.)
kuṭumbānāṃ ca dātāras
und Geber an Familien (Gen.Pl./Nom.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

sarvahiṃsānivṛttāś ca narāḥ sarvasahāś ca ye; sarvasyāśrayabhūtāś ca te narāḥ svargagāminaḥ

Die Männer, die von aller Gewalttat abgelassen haben, alles ertragen und allen Zuflucht sind, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
sarvahiṃsānivṛttāś ca
und von jeder Gewalt abgewandt (Nom.Pl.)
narāḥ sarvasahāś ca ye
Männer, die alles ertragen (Nom.Pl.)
sarvasyāśrayabhūtāś ca
und allen Zuflucht seiend (Nom.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

mātaraṃ pitaraṃ caiva śuśrūṣanti jitendriyāḥ; bhrātṝṇāṃ caiva sasnehās te narāḥ svargagāminaḥ

Die Mutter und den Vater achten und ihnen dienen, [ihre Sinne] bezwungen, und zu den Brüdern liebevoll sind, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
mātaraṃ pitaraṃ caiva
Mutter und Vater (Akk.Sg.)
śuśrūṣanti jitendriyāḥ
sie dienen, sinnenbezwungen (3.Pl.Präs./Nom.Pl.)
bhrātṝṇāṃ caiva sasnehās
und zu den Brüdern liebevoll (Gen.Pl./Nom.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

āḍhyāś ca balavantaś ca yauvanasthāś ca bhārata; ye vai jitendriyā dhīrās te narāḥ svargagāminaḥ

Die wohlhabend und kräftig sind und in der Jugend stehen, Bhārata, [und] die fürwahr selbstbeherrscht und standhaft sind, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
āḍhyāś ca balavantaś ca
und reich und stark (Nom.Pl.)
yauvanasthāś ca bhārata
und in der Jugend stehend, Bhārata (Nom.Pl./Vok.)
ye vai jitendriyā dhīrās
die fürwahr sinnenbezwungen, standhaft (Nom.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

aparāddheṣu sasnehā mṛdavo mitravatsalāḥ; ārādhanasukhāś cāpi te narāḥ svargagāminaḥ

Die gegenüber Fehlenden liebevoll, sanft, freundesgeneigt und leicht zu versöhnen sind, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
aparāddheṣu sasnehā
gegenüber Schuldigen liebevoll (Lok.Pl./Nom.Pl.)
mṛdavo mitravatsalāḥ
sanft, freundeszugetan (Nom.Pl.)
ārādhanasukhāś cāpi
und leicht zu gewinnen (Nom.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

aparāddheṣu: „gegenüber denen, die sich vergangen haben“; ārādhanasukhāḥ: „leicht zu besänftigen“.

sahasrapariveṣṭāras tathaiva ca sahasradāḥ; trātāraś ca sahasrāṇāṃ puruṣāḥ svargagāminaḥ

Die Tausend [bei Tisch] bedienen und ebenso Tausend schenken und Tausende beschützen, [diese] Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
sahasrapariveṣṭāras
Tausend Umgebende/Bedienende (Nom.Pl.)
tathaiva ca sahasradāḥ
und ebenso Tausend-Geber (Nom.Pl.)
trātāraś ca sahasrāṇāṃ
und Beschützer von Tausenden (Nom.Pl./Gen.Pl.)
puruṣāḥ svargagāminaḥ
Männer, zum Himmel gehend (Nom.Pl.)

sahasrapariveṣṭāraḥ: „die Tausende speisen/umgeben“ [?].

suvarṇasya ca dātāro gavāṃ ca bharatarṣabha; yānānāṃ vāhanānāṃ ca te narāḥ svargagāminaḥ

Die Geber von Gold und von Kühen, Stier der Bharatas, von Wagen und Reittieren, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
suvarṇasya ca dātāro
und Geber von Gold (Gen.Sg./Nom.Pl.)
gavāṃ ca bharatarṣabha
und von Kühen, Stier der Bharatas (Gen.Pl./Vok.)
yānānāṃ vāhanānāṃ ca
von Fahrzeugen und Zugtieren (Gen.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

vaivāhikānāṃ kanyānāṃ preṣyāṇāṃ ca yudhiṣṭhira; dātāro vāsasāṃ caiva te narāḥ svargagāminaḥ

Die Geber von Hochzeitsmädchen [Bräuten], von Dienern, Yudhiṣṭhira, und von Gewändern, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
vaivāhikānāṃ kanyānāṃ
der zur Heirat bestimmten Mädchen (Gen.Pl.)
preṣyāṇāṃ ca yudhiṣṭhira
und der Diener, Yudhiṣṭhira (Gen.Pl./Vok.)
dātāro vāsasāṃ caiva
und Geber von Kleidern (Nom.Pl./Gen.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

vaivāhikānāṃ kanyānāṃ: „für die Ehe bestimmte Mädchen“, gemeint ist das Ausstatten/Vermählen [?].

vihārāvasathodyānakūpārāmasabhāpradāḥ; vaprāṇāṃ caiva kartāras te narāḥ svargagāminaḥ

Die Spender von Lustgärten, Rasthäusern, Parks, Brunnen, Hainen und Versammlungshallen und die Erbauer von Dämmen, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
vihārāvasathodyāna
Ruheplätze, Rasthäuser, Parks (Kompositumglied)
kūpārāmasabhāpradāḥ
Brunnen, Haine, Hallen-Spender (Nom.Pl.)
vaprāṇāṃ caiva kartāras
und Erbauer von Dämmen (Gen.Pl./Nom.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

vihāra: Ruhe-/Lustplatz [?]; vapra: Damm, Wall oder Feldrain.

bhakṣyapānānnadātāras tathā pādukadā narāḥ; ye vai svaśaktitaḥ kuryus te vai nirayaśatravaḥ

Die Spender von Speise, Trank und Nahrung und ebenso Geber von Sandalen, die Männer, die nach [eigener] Kraft [so] handeln, sind fürwahr Feinde der Hölle.

Wort für Wort
bhakṣyapānānnadātāras
Spender von Speise, Trank, Nahrung (Nom.Pl.)
tathā pādukadā narāḥ
ebenso Sandalengeber, Männer (Nom.Pl.)
ye vai svaśaktitaḥ kuryus
die fürwahr nach eigener Kraft tun (Opt.3.Pl.)
te vai nirayaśatravaḥ
sie sind fürwahr Höllenfeinde (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; nirayaśatravaḥ „Feinde der Hölle“, d. h. die Hölle meidend.

niveśanānāṃ kṣetrāṇāṃ vasatīnāṃ ca bhārata; dātāraḥ prārthitānāṃ ca te narāḥ svargagāminaḥ

Die Geber von Häusern, Feldern und Wohnstätten, Bhārata, und von Erbetenem, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
niveśanānāṃ kṣetrāṇāṃ
von Häusern und Feldern (Gen.Pl.)
vasatīnāṃ ca bhārata
und von Wohnstätten, Bhārata (Gen.Pl./Vok.)
dātāraḥ prārthitānāṃ ca
und Geber von Erbetenem (Nom.Pl./Gen.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

rasānām atha bījānāṃ dhānyānāṃ ca yudhiṣṭhira; svayam utpādya dātāraḥ puruṣāḥ svargagāminaḥ

Die Geber von Säften, Saatgut und Getreide, Yudhiṣṭhira, die es selbst erzeugt haben, [diese] Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
rasānām atha bījānāṃ
von Säften und Samen (Gen.Pl.)
dhānyānāṃ ca yudhiṣṭhira
und von Getreide, Yudhiṣṭhira (Gen.Pl./Vok.)
svayam utpādya dātāraḥ
selbst erzeugt habend, Geber (Abs./Nom.Pl.)
puruṣāḥ svargagāminaḥ
Männer, zum Himmel gehend (Nom.Pl.)

yasmin kasmin kule jātā bahuputrāḥ śatāyuṣaḥ; sānukrośā jitakrodhāḥ puruṣāḥ svargagāminaḥ

Die in welcher Familie auch immer geboren sind, viele Söhne haben, hundert Jahre alt werden, mitfühlend sind und den Zorn besiegt haben, [diese] Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
yasmin kasmin kule jātā
in welcher Familie auch immer geboren (Lok.Sg./Nom.Pl.)
bahuputrāḥ śatāyuṣaḥ
mit vielen Söhnen, hundertjährig (Nom.Pl.)
sānukrośā jitakrodhāḥ
mitfühlend, zornbesiegt (Nom.Pl.)
puruṣāḥ svargagāminaḥ
Männer, zum Himmel gehend (Nom.Pl.)

gaṅgāditīrthaniratāḥ pitṛtīrthakarāś ca ye; iṣṭāpūrtaratā ye ca te narāḥ svargagāminaḥ

Die der Gaṅgā und anderen heiligen Furten ergeben sind, die Furten für die Ahnen anlegen und die dem Geopferten und Gestifteten ergeben sind, diese Männer gehen zum Himmel.

Wort für Wort
gaṅgāditīrthaniratāḥ
an Gaṅgā und anderen Furten Hängende (Nom.Pl.)
pitṛtīrthakarāś ca ye
und die Ahnenfurten Schaffenden (Nom.Pl.)
iṣṭāpūrtaratā ye ca
und die dem Geopferten und Gestifteten ergeben sind (Nom.Pl.)
te narāḥ svargagāminaḥ
diese Männer gehen zum Himmel (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; iṣṭāpūrta: Opfer und fromme Stiftungen.

etad uktam amutrārthaṃ daivaṃ pitryaṃ ca bhārata; dharmādharmau ca dānasya yathā pūrvarṣibhiḥ kṛtau

Dies ist gesagt worden für das Jenseits, [über] das Göttliche und das den Ahnen Zugehörige, Bhārata, und über Dharma und Adharma der Gabe, wie sie von den früheren Sehern bestimmt wurden.

Wort für Wort
etad uktam amutrārthaṃ
dies ist gesagt für das Jenseits (Part.Pass./Nom.Sg.)
daivaṃ pitryaṃ ca bhārata
das Göttliche und das Ahnenbezogene, Bhārata (Akk.Sg./Vok.)
dharmādharmau ca dānasya
Dharma und Adharma der Gabe (Nom.Du./Gen.Sg.)
yathā pūrvarṣibhiḥ kṛtau
wie von früheren Sehern gemacht/festgelegt (Instr.Pl./Part.Pass.Du.)

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