Kapitel 14: upamanyvāśramadarśanam
Bhīṣmas Bitte um Śivas Namen und Kṛṣṇas Bericht von seiner Gottesschau bei Upamanyu
Auf Yudhiṣṭhiras Frage nach den Namen Śivas verweist Bhīṣma an Kṛṣṇa, der von seiner Askese um einen Sohn und der Schau Śivas in der Einsiedelei des Upamanyu erzählt. Das Kapitel enthält die Rahmenhandlung und die Schilderung des Ashrams.
Yudhiṣṭhira sprach: „Von dir, Sohn der Gaṅgā, sind hier die Namen des Herrn der Welt gehört worden [d. h. du kennst sie].“
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
tvayā apageya
von dir, o Sohn der Gaṅgā (Instr./Vok.)
nāmāni śrutāni iha
die Namen, gehört, hier (Nom.Pl.n./Part.Pass.)
jagatpateḥ
des Herrn der Welt (Gen.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Halbvers ist zur Ergänzung von 014.001 eingeschoben, śrutāni ist elliptisch gedeutet.
pitāmaheśāya vibho nāmāny ācakṣva śaṃbhave; babhrave viśvamāyāya mahābhāgyaṃ ca tattvataḥ
„Nenne, Allmächtiger, dem Großvater-Herrn [Pitāmaheśa], dem Śaṃbhu, dem Braunen [Babhru], dem Weltzauberer [Viśvamāya] die Namen, und [nenne] der Wahrheit gemäß [seine] hohe Größe.“
Wort für Wort
pitāmaheśāya
dem Herrn der Ahnen/des Großvaters (Dat.Sg.) [?]
vibho
o Allmächtiger (Vok.)
nāmāni ācakṣva
die Namen nenne (Imp.Med.2.Sg.)
śaṃbhave babhrave
dem Śaṃbhu, dem Braunen (Dat.Sg.)
viśvamāyāya
dem, der die Welt zur Illusion hat (Dat.Sg.)
mahābhāgyaṃ ca tattvataḥ
und die große Glückseligkeit/Größe, der Wahrheit gemäß (Akk.Sg.n./Adv.)
bhīṣma uvāca; surāsuragurau deve śaṃkare 'vyaktayonaye; aśakto 'haṃ guṇān vaktuṃ mahādevasya dhīmataḥ; yo hi sarvagato devo na ca sarvatra dṛśyate; brahmaviṣṇusureśānāṃ sraṣṭā yaḥ prabhur eva ca; brahmādayaḥ piśācāntā yaṃ hi devā upāsate; prakṛtīnāṃ paratvena puruṣasya ca yaḥ paraḥ; cintyate yo yogavidbhir ṛṣibhis tattvadarśibhiḥ; akṣaraṃ paramaṃ prāhur asac ca sadasac ca yaḥ; prakṛtiṃ puruṣaṃ caiva kṣobhayitvā svatejasā; brahmāṇam asṛjat tasmād devadevaḥ prajāpatiḥ; ko hi śakto guṇān vaktuṃ devadevasya dhīmataḥ; garbhajanmajarāyukto martyo mṛtyusamanvitaḥ; ko hi śakto bhavaṃ jñātuṃ madvidhaḥ parameśvaram; ṛte nārāyaṇāt putra śaṅkhacakragadādharāt; eṣa vidvān yaduśreṣṭho viṣṇuḥ paramadurjayaḥ; divyacakṣur mahātejā vīkṣyate yogacakṣuṣā; rudrabhaktyā tu kṛṣṇena jagad vyāptaṃ mahātmanā; taṃ prasādya tadā devaṃ badaryāṃ kila bhārata; arthāt priyataratvaṃ ca sarvalokeṣu vai tadā; prāptavān eva rājendra suvarṇākṣān maheśvarāt; pūrṇaṃ varṣasahasraṃ tu taptavān eṣa mādhavaḥ; prasādya varadaṃ devaṃ carācaraguruṃ śivam; yuge yuge tu kṛṣṇena toṣito vai maheśvaraḥ; bhaktyā paramayā rājan prītaś caiva mahātmanaḥ; aiśvaryaṃ yādṛśaṃ tasya jagadyoner mahātmanaḥ; tad ayaṃ dṛṣṭavān sākṣāt putrārthe harir acyutaḥ; yasmāt parataraṃ caiva nānyaṃ paśyāmi bhārata; vyākhyātuṃ devadevasya śakto nāmāny aśeṣataḥ; eṣa śakto mahābāhur vaktuṃ bhagavato guṇān; vaiśaṃpāyana uvāca; vibhūtiṃ caiva kārtsnyena satyāṃ māheśvarīṃ nṛpa; evam uktvā tadā bhīṣmo vāsudevaṃ mahāyaśāḥ; bhavamāhātmyasaṃyuktam idam āha pitāmahaḥ
Bhīṣma sprach: „Beim Gott Śaṅkara, dem Lehrer der Götter und Asuras, der aus dem Unmanifesten seinen Ursprung hat, vermag ich die Eigenschaften des weisen Mahādeva nicht zu nennen. Er ist der Gott, der alles durchdringt und doch nicht überall gesehen wird; er ist der Schöpfer und Herr von Brahmā, Viṣṇu und den Herren der Götter. Ihn verehren die Götter, von Brahmā bis zu den Piśācas; er steht über den Urstoffen und über dem Puruṣa. Er wird von den Yoga-Kundigen und von den wahrheitsschauenden Sehern gedacht; man nennt ihn das höchste Unvergängliche, das nicht-seiend und zugleich seiend-nichtseiend ist. Nachdem er Prakṛti und Puruṣa durch seine eigene Glut in Aufruhr versetzt hatte, brachte er Brahmā hervor, und aus diesem [entstand] der Gott der Götter, Prajāpati. Wer vermag die Eigenschaften des weisen Gottes der Götter zu nennen, [wenn er] ein Sterblicher ist, mit Mutterleib, Geburt und Nachgeburt behaftet, dem Tod unterworfen? Wer vermag Bhava, den höchsten Herrn, zu erkennen, einer wie ich, außer Nārāyaṇa, mein Sohn, dem Träger von Muschel, Diskus und Keule? Dieser Wissende, der Beste der Yadus, Viṣṇu, überaus unbezwinglich, mit göttlichem Auge, von großer Glut, wird mit dem Auge des Yoga gesehen. Durch Hingabe an Rudra hat Kṛṣṇa, der Hochgesinnte, die Welt durchdrungen. Ihn, den Gott, hatte er damals, so heißt es, in Badarī gnädig gestimmt, Bhārata; und in der Tat [erlangte er] damals auch größere Beliebtheit in allen Welten, [er] erlangte [es] vom goldäugigen Maheśvara, König der Könige. Volle tausend Jahre hat dieser Mādhava Buße geübt, um den gabenspendenden Gott, den Lehrer des Bewegten und Unbewegten, Śiva, gnädig zu stimmen. Zeitalter um Zeitalter ist Maheśvara von Kṛṣṇa zufriedengestellt worden, König, mit höchster Hingabe, und [er ist] dem Hochgesinnten gewogen. Welche Herrschermacht jenem Weltursprung, dem Hochgesinnten, eignet, das hat dieser Hari Acyuta um eines Sohnes willen persönlich gesehen. Höher als ihn sehe ich keinen anderen, Bhārata; [dieser] vermag die Namen des Gottes der Götter ohne Rest darzulegen. Dieser Starkarmige vermag die Eigenschaften des Erhabenen zu nennen, und, König, die Machtfülle des Maheśvara, die wahre, vollständig.“ Vaiśaṃpāyana sprach: „So sprach damals Bhīṣma, der Ruhmreiche, der Großvater, zu Vāsudeva, dies, mit der Größe Bhavas verbunden, [und] sagte:“
Wort für Wort
bhīṣma uvāca surāsuragurau deve śaṃkare
Bhīṣma sprach (Perf.); beim Gott Śaṅkara, dem Lehrer der Götter und Asuras (Lok.Sg.)
avyaktayonaye aśakto ahaṃ guṇān vaktum
der aus dem Unmanifesten entstand (Lok.Sg./Bahuvrīhi) [?]; unfähig bin ich, die Eigenschaften zu nennen (Nom.Sg./Akk.Pl./Inf.)
mahādevasya dhīmataḥ yo hi sarvagato devo
des weisen Mahādeva (Gen.Sg.); der Gott, der alles durchdringt (Nom.Sg.)
na ca sarvatra dṛśyate brahmaviṣṇusureśānāṃ sraṣṭā
und nicht überall gesehen wird (Pass.3.Sg.); der Schöpfer von Brahmā, Viṣṇu und den Götterherren (Gen.Pl./Nom.Sg.Agens)
yaḥ prabhur eva ca brahmādayaḥ piśācāntāḥ
der auch der Herr ist (Nom.Sg.); von Brahmā beginnend bis zu den Piśācas (Nom.Pl.)
yaṃ hi devā upāsate prakṛtīnāṃ paratvena
den die Götter verehren (3.Pl.Präs.Med.); durch das Jenseits-Sein der Urstoffe (Instr.Sg.)
puruṣasya ca yaḥ paraḥ cintyate yo yogavidbhiḥ
und der höher als der Puruṣa ist (Abl./Gen.Sg./Nom.); der von den Yoga-Kundigen gedacht wird (Pass.3.Sg./Instr.Pl.)
ṛṣibhis tattvadarśibhiḥ akṣaraṃ paramaṃ prāhuḥ
von den wahrheitsschauenden Sehern (Instr.Pl.); das höchste Unvergängliche nennen sie (Perf.3.Pl.)
asat ca sadasat ca yaḥ prakṛtiṃ puruṣaṃ ca eva
der nicht-seiend und seiend-nichtseiend ist (Nom.Sg.n.); Prakṛti und auch Puruṣa (Akk.Sg.)
kṣobhayitvā svatejasā brahmāṇam asṛjat
nachdem er [sie] aufgewühlt hatte, durch die eigene Glut (Abs./Instr.Sg.); Brahmā schuf er (Impf.3.Sg.)
tasmād devadevaḥ prajāpatiḥ ko hi śakto guṇān vaktum
aus ihm [entstand] der Gott der Götter, Prajāpati (Abl./Nom.Sg.); wer vermag die Eigenschaften zu nennen (Nom.Sg.)
devadevasya dhīmataḥ garbhajanmajarāyuktaḥ
des weisen Gottes der Götter (Gen.Sg.); mit Mutterleib, Geburt, Nachgeburt behaftet (Nom.Sg.)
martyo mṛtyusamanvitaḥ ko hi śakto bhavaṃ jñātum
ein Sterblicher, vom Tod begleitet (Nom.Sg.); wer vermag Bhava zu erkennen (Nom./Akk./Inf.)
madvidhaḥ parameśvaram ṛte nārāyaṇāt putra
einer wie ich, den höchsten Herrn (Nom./Akk.Sg.); außer Nārāyaṇa, mein Sohn (Abl./Vok.)
dem Träger von Muschel, Diskus, Keule (Abl.Sg.); dieser Wissende, Bester der Yadus, Viṣṇu (Nom.Sg.)
paramadurjayaḥ divyacakṣur mahātejā
überaus unbezwinglich (Nom.Sg.); mit göttlichem Auge, von großer Glut (Nom.Sg.)
vīkṣyate yogacakṣuṣā rudrabhaktyā tu kṛṣṇena
wird gesehen mit dem Yoga-Auge (Pass.3.Sg./Instr.Sg.); durch Rudra-Hingabe aber von Kṛṣṇa (Instr.Sg.)
jagad vyāptaṃ mahātmanā taṃ prasādya tadā devaṃ
die Welt ist durchdrungen vom Hochgesinnten (Part.Pass./Instr.); ihn, den Gott, damals gnädig gestimmt habend (Abs.)
badaryāṃ kila bhārata arthāt priyataratvaṃ ca
in Badarī, so heißt es, Bhārata (Lok./Vok.); und tatsächlich größere Beliebtheit (Abl./Akk.Sg.n.) [?]
sarvalokeṣu vai tadā prāptavān eva rājendra
in allen Welten, wahrlich, damals (Lok.Pl.); erlangt hat er, König der Könige (Part.Perf.Akt./Vok.)
suvarṇākṣān maheśvarāt pūrṇaṃ varṣasahasraṃ tu
vom goldäugigen Maheśvara (Abl.Sg.); volle tausend Jahre (Akk.Sg.)
taptavān eva mādhavaḥ prasādya varadaṃ devaṃ
hat Buße geübt, dieser Mādhava (Part.Perf.Akt./Nom.); um den gabenspendenden Gott gnädig zu stimmen (Abs.)
carācaraguruṃ śivam yuge yuge tu kṛṣṇena
den Lehrer des Bewegten und Unbewegten, Śiva (Akk.Sg.); Zeitalter um Zeitalter von Kṛṣṇa (Lok./Instr.)
toṣito vai maheśvaraḥ bhaktyā paramayā rājan
zufriedengestellt wurde Maheśvara (Part.Pass./Nom.); mit höchster Hingabe, König (Instr./Vok.)
prītaḥ ca eva mahātmanaḥ aiśvaryaṃ yādṛśaṃ tasya
und er ist erfreut über den Hochgesinnten (Nom./Gen.) [?]; welche Herrschermacht jenem eignet (Nom./Gen.)
jagadyoner mahātmanaḥ tad ayaṃ dṛṣṭavān sākṣāt
dem Weltursprung, dem Hochgesinnten (Gen.Sg.); das hat dieser persönlich gesehen (Part.Perf.Akt./Adv.)
putrārthe harir acyutaḥ yasmāt parataraṃ caiva
um eines Sohnes willen, Hari Acyuta (Lok./Nom.); und höher als den (Abl./Komp.)
na anyaṃ paśyāmi bhārata vyākhyātuṃ devadevasya
keinen anderen sehe ich, Bhārata (Präs.1.Sg./Vok.); darzulegen [die Namen] des Gottes der Götter (Inf./Gen.)
śakto nāmāni aśeṣataḥ eṣa śakto mahābāhur
vermag [er] die Namen ohne Rest (Nom./Akk.Pl./Adv.); dieser Starkarmige vermag (Nom.Sg.)
vaktuṃ bhagavato guṇān vaiśaṃpāyana uvāca
die Eigenschaften des Erhabenen zu nennen (Inf./Gen./Akk.Pl.); Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
vibhūtiṃ ca kārtsnyena satyāṃ māheśvarīṃ nṛpa
und die Machtfülle vollständig (Akk.Sg./Instr.); die wahre, des Maheśvara, König (Akk.Sg.f./Vok.)
evam uktvā tadā bhīṣmo vāsudevaṃ mahāyaśāḥ
so gesprochen habend, damals Bhīṣma (Abs./Nom.); zu Vāsudeva, der Ruhmreiche (Akk./Nom.)
bhavamāhātmyasaṃyuktam idam āha pitāmahaḥ
mit Bhavas Größe verbunden (Akk.Sg.n.); dies sprach der Großvater (Perf.3.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, sehr lang und syntaktisch lose gefügt; die Reihenfolge der Halbverse ist unruhig, die Übersetzung folgt dem überlieferten Text. Die Sprecherangabe Vaiśaṃpāyana steht mitten im Block.
„Durch Meditation und durch das Murmeln [von Gebeten] ist stets [die Verehrung] zu vollziehen, die dem eigenen Dharma angemessen ist. Als Verehrer des Gottes Nārāyaṇa verehre Śaṃkara recht.“
Wort für Wort
dhyānena atha japaiḥ
durch Meditation und durch Murmeln [von Gebeten] (Instr.Sg./Pl.)
kāryā svadharmam ucitā sadā
[Verehrung] ist zu vollziehen, dem eigenen Dharma gemäß, stets (Gerundiv f./Akk./Adv.) [?]
deve nārāyaṇe bhaktaḥ
dem Gott Nārāyaṇa ergeben (Lok.Sg./Nom.Sg.)
śaṃkaraṃ sādhu pūjaya
Śaṃkara verehre recht (Akk.Sg./Imp.2.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Text möglicherweise verderbt, Bezug von kāryā (fem.) unklar.
bhīṣma uvāca; surāsuraguro deva viṣṇo tvaṃ vaktum arhasi; śivāya viśvarūpāya yan māṃ pṛcchad yudhiṣṭhiraḥ
Bhīṣma sprach: „Gott, Lehrer der Götter und Asuras, Viṣṇu, du darfst [es] sagen: für Śiva, den Allgestaltigen, [nämlich das], wonach mich Yudhiṣṭhira fragt.“
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
surāsuraguro deva viṣṇo
o Lehrer der Götter und Asuras, Gott, Viṣṇu (Vok.)
tvaṃ vaktum arhasi
du darfst/sollst sagen (2.Sg./Inf.)
śivāya viśvarūpāya
für Śiva, den Allgestaltigen (Dat.Sg.)
yat mām pṛcchat yudhiṣṭhiraḥ
was mich Yudhiṣṭhira fragte/fragt (Impf.[Injunktiv]3.Sg.)
„Sage, Allmächtiger, die Größe für Dhruva [den Festen], Nandin, den Hotṛ-Priester, den Beschützer, den Weltschöpfer, Agni, den Kahlgeschorenen und den Haarknotenträger.“
Wort für Wort
dhruvāya nandine hotre
für den Festen, für Nandin, für den Hotṛ (Dat.Sg.)
goptre viśvasṛje agnaye
für den Beschützer, den Weltschöpfer, für Agni (Dat.Sg.)
mahābhāgyaṃ vibho brūhi
die Größe, Allmächtiger, sage (Akk.Sg./Vok./Imp.2.Sg.)
muṇḍine atha kapardine
für den Kahlgeschorenen und den Haarknotenträger (Dat.Sg.)
hiraṇyagarbhapramukhā devāḥ sendrā maharṣayaḥ; na vidur yasya nidhanam ādiṃ vā sūkṣmadarśinaḥ; sa kathaṃ naramātreṇa śakyo jñātuṃ satāṃ gatiḥ
„Die Götter mit Hiraṇyagarbha an der Spitze samt Indra und die Großen Seher, scharfsichtig, kennen weder sein Ende noch seinen Anfang. Wie könnte er, das Ziel der Guten, von einem bloßen Menschen erkannt werden?“
Wort für Wort
hiraṇyagarbhapramukhā devāḥ
die Götter, Hiraṇyagarbha an der Spitze (Nom.Pl.)
sendrāḥ maharṣayaḥ
samt Indra, die Großen Seher (Nom.Pl.)
na viduḥ yasya nidhanam
nicht kennen sie, dessen Ende (Perf.3.Pl./Gen.)
ādiṃ vā sūkṣmadarśinaḥ
oder Anfang, [obwohl] scharfsichtig (Akk.Sg./Nom.Pl.)
sa kathaṃ naramātreṇa
wie könnte er durch einen bloßen Menschen (Nom./Instr.Sg.)
śakyo jñātuṃ satāṃ gatiḥ
erkannt werden, das Ziel der Guten (Nom.Sg./Inf./Gen.Pl.)
Vaiśaṃpāyana sprach: „Nachdem der Erhabene so gesprochen, sich [mit Wasser] berührt und rein geworden war, erzählte er die Eigenschaften jenes Hochgesinnten, des Weisen.“
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
evam uktvā tu bhagavān
so gesprochen habend, der Erhabene (Abs./Nom.)
guṇān tasya mahātmanaḥ
die Eigenschaften jenes Hochgesinnten (Akk.Pl./Gen.Sg.)
upaspṛśya śuciḥ bhūtvā
nachdem er sich mit Wasser berührt hatte, rein geworden (Abs.)
kathayām āsa dhīmataḥ
erzählte er, [Eigenschaften] des Weisen (Perf.periphr./Gen.Sg.)
„Als Śambara einst vom weisen Sohn der Rukmiṇī [Pradyumna] getötet worden war und das zwölfte Jahr vergangen war, sprach Jāmbavatī tatsächlich zu mir.“
Wort für Wort
śambare nihate pūrvam
als Śambara erschlagen war, einst (Lok.abs.)
raukmiṇeyena dhīmatā
vom Sohn der Rukmiṇī, dem Weisen (Instr.Sg.)
atīte dvādaśe varṣe
als das zwölfte Jahr vergangen war (Lok.abs.)
jāmbavatī abravīt hi mām
Jāmbavatī sprach fürwahr zu mir (Impf.3.Sg./Akk.)
atīte dvādaśe varṣe: nach dem Ablauf von zwölf Jahren bzw. im vergangenen zwölften Jahr; hier als absolute Zeitangabe gedeutet.
„Nachdem sie die Söhne der Rukmiṇī gesehen hatte, Pradyumna, Cārudeṣṇa und die anderen, trat sie, nach einem Sohn verlangend, zu mir und sprach ein Wort, Yudhiṣṭhira.“
Wort für Wort
pradyumnacārudeṣṇādīn
Pradyumna, Cārudeṣṇa und die anderen (Akk.Pl.)
rukmiṇyā vīkṣya putrakān
die Söhne der Rukmiṇī erblickend (Gen./Abs./Akk.Pl.)
putrārthinī mām upetya
nach einem Sohn verlangend, zu mir getreten (Nom.Sg.f./Abs.)
vākyam āha yudhiṣṭhira
ein Wort sprach sie, Yudhiṣṭhira (Akk.Sg./Perf.3.Sg./Vok.)
„Von dir, der du zwölf Jahre lang nur Wind geworden [d. h. von Luft lebend] dich abgezehrt hast, wurden, nachdem du den Herrn der Tiere verehrt hattest, der Rukmiṇī Söhne gezeugt.“
Wort für Wort
tvayā dvādaśa varṣāṇi
von dir zwölf Jahre lang (Instr./Akk.Pl.)
vāyubhūtena śuṣyatā
der du Wind geworden bist, dich abzehrend (Instr.Part.)
ārādhya paśubhartāram
nachdem du den Herrn der Tiere verehrt hattest (Abs./Akk.Sg.)
rukmiṇyā janitāḥ sutāḥ
von Rukmiṇī gezeugt, Söhne (Instr./Part.Pass./Nom.Pl.)
rukmiṇyā janitāḥ: die Söhne sind der Rukmiṇī gezeugt worden, Instr. als Dativ-/Beteiligtenbezug.
ity evaṃ codito devyā tām avocaṃ sumadhyamām; anujānīhi māṃ rājñi kariṣye vacanaṃ tava; sā ca mām abravīd gaccha vijayāya śivāya ca
„So von der Herrin angetrieben, sprach ich zu ihr, der Schlankhüftigen: ‚Erlaube mir [zu gehen], Königin; ich werde dein Wort erfüllen.‘ Und sie sprach zu mir: ‚Geh, zum Sieg und zum Heil.‘“
Wort für Wort
iti evaṃ codito devyā
so von der Herrin angetrieben (Part.Pass./Instr.Sg.)
tām avocaṃ sumadhyamām
zu ihr sprach ich, der Schlankhüftigen (Akk./Aor.1.Sg.)
anujānīhi māṃ rājñi
erlaube mir [zu gehen], Königin (Imp.2.Sg./Akk./Vok.)
kariṣye vacanaṃ tava
ich werde erfüllen dein Wort (Fut.1.Sg.Med./Akk./Gen.)
„Brahmā, Śiva, Kāśyapa, die Flüsse, die Götter, die dem Geist folgen, die Felder und Kräuter, die Opferträger, die Metren, die Scharen der Seher, die Erde …“
Wort für Wort
brahmā śivaḥ kāśyapaḥ ca
Brahmā, Śiva und Kāśyapa (Nom.Sg.)
nadyo devā manonugāḥ
die Flüsse, die Götter, dem Geist folgend (Nom.Pl.)
kṣetrauṣadhyaḥ
die Felder und Kräuter (Nom.Pl.)
yajñavāhāḥ chandāṃsi
die Opferträger, die Metren (Nom.Pl.)
ṛṣigaṇā dharā
die Seherscharen, die Erde (Nom.Pl./Nom.Sg.f.)
Fortsetzung in den folgenden Versen: sie alle mögen dich schützen (rakṣantu, 014.023).
„die Augenblicke, die kleinsten Zeitteile, die Muhūrtas, die Wimpernschläge, die Wechsel der Weltalter: [sie alle] mögen dich überallhin begleitend schützen, Yādava, [dich] Wohlfahrt Bringenden. Geh einen unversehrten Weg, sei achtsam, Makelloser.“
evaṃ kṛtasvastyayanas tayāhaṃ; tām abhyanujñāya kapīndraputrīm; pituḥ samīpe narasattamasya; mātuś ca rājñaś ca tathāhukasya
„So mit einem Segensspruch versehen von ihr, nachdem ich von ihr, der Tochter des Affenfürsten, Abschied genommen hatte, [ging ich] zum Vater, dem besten der Männer, und zur Mutter und zum König Āhuka.“
Wort für Wort
evaṃ kṛtasvastyayanaḥ
so mit Segensspruch versehen (Nom.Sg.)
tayā aham
von ihr, ich (Instr./Nom.)
tām abhyanujñāya
nachdem ich sie um Erlaubnis gebeten/verabschiedet hatte (Akk./Abs.)
kapīndraputrīm
die Tochter des Affenfürsten (Akk.Sg.f.)
pituḥ samīpe narasattamasya
beim Vater, dem besten der Männer (Gen./Lok./Gen.)
mātuḥ ca rājñaḥ ca tathā āhukasya
der Mutter und des Königs, ebenso des Āhuka (Gen.Sg.)
Die Konstruktion ist elliptisch; das Verb (etwa „ging ich“) folgt erst inhaltlich in den nächsten Versen. Jāmbavatī heißt hier Tochter des Affenfürsten (Jāmbavān); vgl. 014.025 mit vidyādharendra.
tam artham āvedya yad abravīn māṃ; vidyādharendrasya sutā bhṛśārtā; tān abhyanujñāya tadātiduḥkhād; gadaṃ tathaivātibalaṃ ca rāmam
„Nachdem ich die Sache mitgeteilt hatte, die mir die tiefbekümmerte Tochter des Vidyādhara-Fürsten gesagt hatte, nahm ich dann in großem Leid Abschied, ebenso von Gada und dem überaus starken Rāma [Balarāma].“
Wort für Wort
tam artham āvedya
jene Sache mitgeteilt habend (Akk./Abs.)
yad abravīn māṃ
was sie zu mir sagte (Impf.3.Sg.)
vidyādharendrasya sutā
die Tochter des Vidyādhara-Fürsten (Gen./Nom.Sg.f.)
bhṛśārtā
tiefbekümmert (Nom.Sg.f.)
tān abhyanujñāya tadā
von ihnen Abschied genommen habend, damals (Akk.Pl./Abs.)
atiduḥkhāt
aus großem Leid (Abl.)
gadaṃ tathā eva atibalaṃ ca rāmam
Gada und ebenso den überaus starken Rāma (Akk.Sg.)
Das Verb der Bewegung fehlt; „Vidyādhara-Fürst“ steht für Jāmbavān (Text unsicher) [?].
„Nachdem ich die Erlaubnis der Älteren erhalten hatte, dachte ich an Tārkṣya [Garuḍa]. Er trug mich zum Himavat, und nachdem ich dort angekommen war, entließ ich ihn.“
Wort für Wort
prāpya anujñāṃ gurujanāt
nach Erhalt der Erlaubnis von den Älteren (Abs./Akk./Abl.)
„Nachdem ich die Erlaubnis aus dem Mund der Älteren erhalten hatte, o Nachkomme des Ajamīḍha, dann in Gedanken an Tārkṣya gedacht und mit dem Haupt vor Bhava mich verneigt hatte, zog ich darauf in die schöne Nordost-Richtung.“
Wort für Wort
prāpya anujñāṃ gurumukhāt
erhalten die Erlaubnis aus dem Mund der Älteren (Abs./Abl.)
ājamīḍha
o Nachkomme des Ajamīḍha (Vok.)
tārkṣyaṃ tadā manasā cintayitvā
Tārkṣya damals mit dem Geist gedacht habend (Akk./Instr./Abs.)
kṛtvā praṇāmaṃ śirasā bhavāya
nachdem ich Verneigung gemacht hatte mit dem Haupt vor Bhava (Abs./Instr./Dat.)
tato abhyagām
dann zog ich hin (Aor.1.Sg.)
prāg udīcīṃ suramyām
in die Nordost-Richtung, die sehr schöne (Akk.Sg.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). prāg udīcīm: die Richtung zwischen Ost und Nord (Nordost).
„Dann, von mir entlassen, breitete der Vogelfürst die Flügel aus und flog zum Himmel auf. Als der Sohn der Vinatā in den Luftraum gegangen war, [blieb ich] auf dem Berg, der mit allen Wünschen ausgestattet war, mit Blüten, Früchten, [und] wohlerleuchtet, wie es sich gehört; ich stand erfreut, von der Empfindung für Bhava erfüllt.“
Wort für Wort
tato mayā hi anusṛṣṭaḥ khagendraḥ
dann, von mir entlassen, der Vogelfürst (Part.Pass./Nom.)
vitatya pakṣau divam utpapāta
die Flügel ausbreitend, flog zum Himmel auf (Abs./Perf.3.Sg.)
tasmin gate vainateye antarikṣam
als der Sohn der Vinatā in den Luftraum gegangen war (Lok.abs.)
girau tadā sarvakāmopapanne
auf dem Berg, mit allen Wünschen ausgestattet (Lok.Sg.)
puṣpaiḥ phalaiḥ susamiddhaiḥ yathāvat
mit Blüten, Früchten, wohlerleuchtet, wie es sich gehört (Instr.Pl./Adv.)
sthitaḥ prahṛṣṭaḥ
stand ich, erfreut (Part.Pass./Nom.)
bhavabhāvabhāvitaḥ
durch die Empfindung für Bhava erfüllt (Nom.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). susamiddhaiḥ ist unsicher bezogen (Bäume oder Feuer) [?].
tataḥ kṛtasvastyayanas tayāhaṃ; nivedya mātuś ca pituḥ samīpe; tathābhyanujñāya gurūṃś ca sarvān; mahābalaṃ tārkṣyam acintayaṃ vai; so 'haṃ himavataḥ pārśvaṃ prāpya tārkṣyaṃ vyasarjayam
„Dann, mit einem Segensspruch von ihr versehen, nachdem ich es der Mutter und dem Vater mitgeteilt und alle Älteren um Erlaubnis gebeten hatte, dachte ich an den überaus starken Tārkṣya. Ich gelangte zur Flanke des Himavat und entließ Tārkṣya.“
Wort für Wort
tataḥ kṛtasvastyayanaḥ tayā aham
dann mit Segensspruch von ihr versehen, ich (Nom.Sg./Instr.)
nivedya mātuḥ ca pituḥ samīpe
nachdem ich es mitgeteilt hatte bei Mutter und Vater (Abs./Gen./Lok.)
tathā abhyanujñāya gurūn ca sarvān
ebenso alle Älteren um Erlaubnis gebeten habend (Abs./Akk.Pl.)
mahābalaṃ tārkṣyam acintayaṃ vai
an den überaus starken Tārkṣya dachte ich (Akk./Impf.1.Sg.)
so ahaṃ himavataḥ pārśvam prāpya
ich, zur Seite des Himavat gelangt (Nom./Gen./Akk./Abs.)
tārkṣyaṃ vyasarjayam
Tārkṣya entließ ich (Akk./Impf.1.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
„göttlich, [die Einsiedelei] des Upamanyu, des Sohnes des Vyāghrapad, des Hochgesinnten, verehrt von Göttern und Gandharven, mit brahmischer Pracht ausgestattet.“
Wort für Wort
divyaṃ vaiyāghrapadyasya
göttlich, des Vyāghrapad-Sohnes (Akk.Sg.n./Gen.Sg.)
upamanyor mahātmanaḥ
des Upamanyu, des Hochgesinnten (Gen.Sg.)
pūjitaṃ devagandharvaiḥ
verehrt von Göttern und Gandharven (Part.Pass./Instr.Pl.)
brāhmyā lakṣmyā samanvitam
mit brahmischer Pracht versehen (Instr.Sg.f./Part.Pass.)
„[versehen] mit Dhava-, Kakubha-, Kadamba- und Kokospalmen, mit Kuraba-, Ketaka-, Jambu- und Pāṭala-Bäumen, mit Vaṭa-, Varuṇaka-, Vatsanābha- und Bilva-Bäumen, mit Sarala-, Kapittha-, Priyāla-, Sāla- und Tāla-Bäumen“
Wort für Wort
dhavakakubhakadambanārikelaiḥ
mit Dhava, Kakubha, Kadamba, Kokospalmen (Instr.Pl.)
kurabakaketakajambupāṭalābhiḥ
mit Kuraba, Ketaka, Jambu, Pāṭala (Instr.Pl.)
vaṭavaruṇakavatsanābhabilvaiḥ
mit Vaṭa (Banyan), Varuṇaka, Vatsanābha, Bilva (Instr.Pl.)
saralakapitthapriyālasālatālaiḥ
mit Sarala, Kapittha, Priyāla, Sāla, Tāla (Instr.Pl.)
Baumnamen; Fortsetzung in 014.030-031 (…versehen, yutam).
nityapuṣpaphalopetair vṛkṣair aviralair vṛtam; supuṣpaiś ca latāgulmair nirbhayaiś ca mṛgair yutam; viśālaiś cāgniśaraṇair yathāsthānāhitāgnibhiḥ
„umgeben von ewig mit Blüten und Früchten versehenen, dicht stehenden Bäumen, ausgestattet mit blütenreichen Schlingpflanzen und Gebüschen und mit furchtlosen Tieren, und mit weiten Feuerhäusern, [in denen] Feuerhalter an ihren Plätzen [wohnen].“
Wort für Wort
nityapuṣpaphalopetaiḥ
ewig mit Blüten und Früchten versehen (Instr.Pl.)
vṛkṣaiḥ aviralaiḥ vṛtam
von dichten Bäumen umgeben (Instr.Pl./Part.Pass.)
supuṣpaiḥ ca latāgulmaiḥ
und mit blütenreichen Schlingpflanzen und Gebüschen (Instr.Pl.)
nirbhayaiḥ ca mṛgaiḥ yutam
und mit furchtlosen Tieren versehen (Instr.Pl./Part.Pass.)
viśālaiḥ ca agniśaraṇaiḥ
und mit weiten Feuerhäusern (Instr.Pl.)
yathāsthānāhitāgnibhiḥ
mit Feuerhaltern an ihren Plätzen (Instr.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
ruruvāraṇaśārdūlasiṃhadvīpisamākulam; kuraṅgabarhiṇākīrṇaṃ mārjārabhujagāvṛtam; pūgaiś ca mṛgajātīnāṃ mahiṣarkṣaniṣevitam
„erfüllt von Ruru-Hirschen, Elefanten, Tigern, Löwen und Leoparden, bedeckt von Antilopen und Pfauen, umgeben von Katzen und Schlangen, und von Herden der Wildtiere, von Büffeln und Bären besucht.“
Wort für Wort
ruruvāraṇaśārdūlasiṃhadvīpisamākulam
erfüllt von Ruru-Hirschen, Elefanten, Tigern, Löwen, Leoparden (Nom./Akk.Sg.n.)
kuraṅgabarhiṇākīrṇam
bedeckt von Antilopen und Pfauen (Part.Pass.)
mārjārabhujagāvṛtam
umgeben von Katzen und Schlangen (Part.Pass.)
pūgaiḥ ca mṛgajātīnām
und von Herden der Tiergattungen (Instr.Pl./Gen.Pl.)
sakṛtprabhinnaiś ca gajair vibhūṣitaṃ; prahṛṣṭanānāvidhapakṣisevitam; supuṣpitair ambudharaprakāśair; mahīruhāṇāṃ ca vanair vicitraiḥ
„geschmückt mit Elefanten, die immer wieder in Brunst geraten [?], besucht von vielerlei erfreuten Vögeln, mit wohlblühenden Wäldern der Bäume, die Wolken gleichen, [und] bunt.“
Wort für Wort
sakṛtprabhinnaiḥ ca gajaiḥ
und mit Elefanten, immer wieder brünstig (Instr.Pl.) [?]
vibhūṣitam
geschmückt (Part.Pass.)
prahṛṣṭanānāvidhapakṣisevitam
von vielerlei erfreuten Vögeln besucht (Nom./Akk.Sg.n.)
supuṣpitaiḥ ambudharaprakāśaiḥ
mit wohlblühenden, wolkengleichen (Instr.Pl.)
mahīruhāṇāṃ ca vanaiḥ vicitraiḥ
und mit bunten Wäldern der Bäume (Gen.Pl./Instr.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). sakṛtprabhinna: Sinn unsicher (Brunstsaft, der schon einmal/immer wieder floss).
„Mit vielerlei Blütenstaub vermischt, vom Brunstsaft der Elefanten durchduftet, reich an den Gesängen göttlicher Frauen, wehte dort ein angenehmer Wind.“
Wort für Wort
nānāpuṣparajomiśraḥ
mit vielerlei Blütenstaub vermischt (Nom.Sg.m.)
gajadānādhivāsitaḥ
vom Brunstsaft der Elefanten durchduftet (Nom.Sg.m.)
divyastrīgītabahulaḥ
reich an Gesängen göttlicher Frauen (Nom.Sg.m.)
māruto atra sukho vavau
ein Wind wehte dort angenehm (Nom./Adv./Perf.3.Sg.)
„Unter dem Rauschen der Wasserströme, den Rufen der Vögel, dem schönen Trompeten der Elefanten, den erhabenen Gesängen der Kiṃnaras und den schönen Klängen der Sāman-Lieder, o Held.“
Wort für Wort
dhārāninādaiḥ vihagapraṇādaiḥ
mit Rauschen der Wasserströme, Vogelrufen (Instr.Pl.)
śubhaiḥ tathā bṛṃhitaiḥ kuñjarāṇām
mit schönem Trompeten der Elefanten (Instr.Pl./Gen.Pl.)
gītaiḥ tathā kiṃnarāṇām udāraiḥ
mit erhabenen Gesängen der Kiṃnaras (Instr.Pl./Gen.Pl.)
śubhaiḥ svanaiḥ sāmagānāṃ ca vīra
mit schönen Klängen der Sāman-Gesänge, o Held (Instr.Pl./Gen.Pl./Vok.)
Elliptisch: der Satz hängt syntaktisch an der Schilderung des Windes (014.034) bzw. der Einsiedelei.
„Geschmückt mit heiligem, reinem Wasser, stets besucht, König, von der Tochter des Jahnu [der Gaṅgā], und geschmückt von hochgesinnten Großen Sehern, den Besten der Dharmaträger, die dem Feuer gleichen.“
Wort für Wort
vibhūṣitaṃ puṇyapavitratoyayā
geschmückt von heiligem, reinem Wasser (Part.Pass./Instr.Sg.f.)
sadā ca juṣṭaṃ nṛpa
und stets besucht, König (Part.Pass./Vok.)
jahnukanyayā
von der Tochter des Jahnu [Gaṅgā] (Instr.Sg.)
mahātmabhir dharmabhṛtāṃ variṣṭhaiḥ
von Hochgesinnten, den Besten der Dharmaträger (Instr.Pl./Gen.Pl.)
maharṣibhir bhūṣitam agnikalpaiḥ
von Großen Sehern geschmückt, feuergleichen (Instr.Pl./Part.Pass.)
Ringsum geschmückt von den Fürsten der Brahmanen: von Luftessern, Wassertrinkern, stets Murmelnden, den Saṃprakṣālas, Asketen, die stets in Meditation sind, von Rauchessern, Dampftrinkern und Milchtrinkern.
Wort für Wort
vāyvāhārair ambupair
mit Luftessern, Wassertrinkern (Instr.Pl.)
japyanityaiḥ saṃprakṣālair
mit den stets Murmelnden, den Saṃprakṣālas (Instr.Pl.)
yatibhir dhyānanityaiḥ
mit Asketen, stets in Meditation (Instr.Pl.)
dhūmāśanair ūṣmapaiḥ
mit Rauchessern, Dampftrinkern (Instr.Pl.)
kṣīrapaiś ca
und mit Milchtrinkern (Instr.Pl.)
vibhūṣitaṃ brāhmaṇendraiḥ samantāt
geschmückt von Brahmanenfürsten ringsum (PPP Akk.Sg.n./Instr.Pl./Adv.)
[Ebenso von Ṛṣis] in vielen Scharen, die die Veden samt den sechs Hilfswissenschaften bis zum Ende beherrschen, [von] Weisen, die sich am Dharma erfreuen und gesammelt sind.
Wort für Wort
nānāvṛndair
in vielen Scharen (Instr.Pl.)
vedaṣaḍaṅgapāragair
die Veden samt den sechs Gliedern zu Ende beherrschend (Instr.Pl.)
dharmābhirāmair
am Dharma sich erfreuend (Instr.Pl.)
munibhiḥ samāhitaiḥ
von Weisen, gesammelten (Instr.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; Konstruktion an v. 48 anschließend (Instr. zu vibhūṣitam).
gocāriṇo 'thāśmakuṭṭā dantolūkhalinas tathā; marīcipāḥ phenapāś ca tathaiva mṛgacāriṇaḥ
[Da waren] die Kuhgleich-Wandelnden, dann die Steinklopfer und ebenso die, die die Zähne als Mörser gebrauchen, die Lichtstrahlen-Trinker und die Schaumtrinker, und ebenso die, die wie Rehe umherziehen.
Als ich sie sah, wie sie diese und jene überaus schwer zu ertragenden Gelübde auf sich nahmen, reich an Askese, begann ich mit weit geöffneten Augen einzutreten.
Wort für Wort
suduḥkhān niyamāṃs tāṃs tān
überaus schwere Observanzen, diese und jene (Akk.Pl.)
vahataḥ sutaponvitān
[sie,] die tragen/auf sich nehmen, mit großer Askese versehen (Part.Präs. Akk.Pl./Akk.Pl.)
Hochverehrt von den Götterscharen, den Großen, von Śiva und anderen, o Bhārata, den Männern tugendhaften Wirkens, strahlte jener Einsiedeleikreis allezeit, wie am Himmel, o König, die Sonnenscheibe.
Wort für Wort
supūjitaṃ devagaṇair mahātmabhiḥ
hochverehrt von Götterscharen, den Großen (PPP Akk.Sg.n./Instr.Pl.)
śivādibhir bhārata
von Śiva und anderen, o Bhārata (Instr.Pl./Vok.)
puṇyakarmabhiḥ
von Tugendwirkenden (Instr.Pl.)
rarāja tac cāśramamaṇḍalaṃ sadā
es strahlte, und jener Einsiedeleikreis, allezeit (Perf.3.Sg./Nom.Sg.n./Adv.)
krīḍanti sarpair nakulā mṛgair vyāghrāś ca mitravat; prabhāvād dīptatapasaḥ saṃnikarṣaguṇānvitāḥ
Mungos spielen mit Schlangen und Tiger mit Rehen wie Freunde, [alle] durch die Macht der glühenden Askese mit der Eigenschaft der Nähe [d. h. friedlichen Nachbarschaft] begabt.
Wort für Wort
krīḍanti sarpair nakulā
es spielen mit Schlangen die Mungos (3.Pl.Präs./Instr.Pl./Nom.Pl.)
mṛgair vyāghrāś ca mitravat
mit Rehen Tiger auch, freundgleich (Instr.Pl./Nom.Pl./Adv.)
prabhāvād dīptatapasaḥ
durch die Macht [dessen], dessen Askese glüht (Abl.Sg./Gen.Sg.)
saṃnikarṣaguṇānvitāḥ
mit der Eigenschaft der Nähe versehen (Nom.Pl.)
Zu dīptatapasaḥ ist ein Bezug auf die Asketen anzunehmen; saṃnikarṣaguṇa wörtlich „Eigenschaft der Nähe“.
In jener vorzüglichen Einsiedelei, die allen Wesen das Herz erfreut, besucht von Tigern unter den Zweimalgeborenen, die die Veden und Vedāṅgas bis zum Ende beherrschen,
Wort für Wort
tatrāśramapade śreṣṭhe
dort in der vorzüglichen Einsiedelei (Lok.Sg.)
sarvabhūtamanorame
aller Wesen Herz erfreuend (Lok.Sg.)
sevite
besucht (PPP Lok.Sg.)
dvijaśārdūlair
von Tigern unter den Zweimalgeborenen (Instr.Pl.)
vedavedāṅgapāragaiḥ
die Veden und Vedāṅgas zu Ende beherrschend (Instr.Pl.)
Er glänzte wie Feuer durch Glanz und Askese, war in die Mitte seiner Schüler getreten, friedvoll, jung, ein Stier unter den Brahmanen; als ich mich mit dem Haupt vor ihm verneigte, sprach Upamanyu mich an.
Wort für Wort
tejasā tapasā caiva
durch Glanz und Askese (Instr.Sg.)
dīpyamānaṃ yathānalam
leuchtend wie Feuer (Part.Akk.Sg./Adv.)
śiṣyamadhyagataṃ śāntaṃ
in die Mitte der Schüler gegangen, friedvoll (PPP Akk.Sg.)
yuvānaṃ brāhmaṇarṣabham
jung, Stier unter Brahmanen (Akk.Sg.)
śirasā vandamānaṃ mām
mit dem Haupt mich Verneigenden (Instr.Sg./Part.Akk.Sg./Akk.Sg.)
„Willkommen, Lotosäugiger! Fruchtbar sind unsere Askesen, da du, der Verehrungswürdige, uns ehrst und, der du selbst zu erblicken bist [d. h. wert, gesehen zu werden], uns zu sehen wünschst.“
Weil wir dich, den Allgegenwärtigen, erkannt haben, verharren wir im Nachvollzug deines Menschseins [?].
Wort für Wort
manuṣyatānuvṛttyā
durch Nachfolge/Anpassung an das Menschsein (Instr.Sg.)
tvāṃ jñātvā
dich erkannt habend (Akk./Abs.)
tiṣṭhāma
wir bleiben (1.Pl.Präs.)
sarvagam
den Allgegenwärtigen (Akk.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, Sinn unsicher: manuṣyatānuvṛttyā könnte auch „im Gleichklang mit [deinem] Menschsein [Handeln]“ bedeuten.
ihaiva devatāśreṣṭhaṃ devāḥ sarṣigaṇāḥ purā; tapasā brahmacaryeṇa satyena ca damena ca; toṣayitvā śubhān kāmān prāpnuvaṃs te janārdana
„Gerade hier haben einst die Götter samt den Scharen der Ṛṣis den Besten der Götter durch Askese, Keuschheit, Wahrheit und Selbstbezähmung zufriedengestellt und glückliche Wünsche erlangt, o Janārdana.“
Wort für Wort
ihaiva devatāśreṣṭhaṃ
gerade hier den Besten der Gottheiten (Adv./Akk.Sg.)
„Der Erhabene ist hier ein Schatzhaus der Glanzkräfte und Askesen. Er entlässt Zustände, mit Glück und Unglück verbunden, und zieht sie wieder ein; er weilt mit der Göttin, unfassbar, [er,] den du erflehst, o Feindtöter.“
Wort für Wort
tejasāṃ tapasāṃ caiva nidhiḥ
der Schatz der Glanzkräfte und Askesen (Gen.Pl./Nom.Sg.)
sa bhagavān iha
er, der Erhabene, hier (Nom.Sg./Adv.)
śubhāśubhānvitān bhāvān
mit Gutem und Üblem verbundene Zustände (Akk.Pl.)
visṛjan saṃkṣipann api
entlassend und auch einziehend (Part.Präs.Nom.Sg.)
āste devyā sahācintyo
er weilt mit der Göttin, unfassbar (3.Sg.Präs./Instr./Nom.)
yat tad bhagavatā pūrvaṃ dattaṃ cakraṃ tavānagha; jalāntaracaraṃ hatvā daityaṃ ca balagarvitam; utpāditaṃ vṛṣāṅkena dīptajvalanasaṃnibham; dattaṃ bhagavatā tubhyaṃ durdarśaṃ tejasādbhutam; na śakyaṃ draṣṭum anyena varjayitvā pinākinam; sudarśanaṃ bhavety evaṃ bhavenoktaṃ tadā tu tat; sudarśanaṃ tadā tasya loke nāma pratiṣṭhitam; taj jīrṇam abhavat tāta grahasyāṅgeṣu keśava; grahasyātibalasyāṅge varadattasya dhīmataḥ; na śastrāṇi vahanty aṅge cakravajraśatāny api
Jenes Cakra, das der Erhabene dir einst gegeben, o Makelloser, nachdem er den im Wasser wandelnden, von Kraft berauschten Daitya getötet hatte, das von dem Stierzeichenträger [Śiva] hervorgebracht wurde, glänzend wie flammendes Feuer, das der Erhabene dir gab, schwer anzuschauen, wunderbar an Glanz. Kein anderer kann es ansehen, außer dem Pinākin. „Sudarśana sollst du sein“, so wurde es damals von Bhava gesagt; und so wurde in der Welt der Name Sudarśana für es gefestigt. Es wurde zerrieben, Lieber, an den Gliedern des Graha, Keśava, an den Gliedern des überaus starken, mit einer Gabe begabten, klugen Graha: an seinem Leib haften Waffen nicht [?], nicht einmal hundert Cakras und Vajras.
Wort für Wort
yat tad bhagavatā pūrvaṃ dattaṃ cakraṃ tavānagha
jenes Cakra, das vom Erhabenen einst dir gegeben, o Makelloser (Instr./PPP/Gen./Vok.)
jalāntaracaraṃ hatvā daityaṃ ca balagarvitam
den im Wasser Wandelnden getötet habend, den Daitya, kraftstolzen (Abs./Akk.Sg.)
utpāditaṃ vṛṣāṅkena dīptajvalanasaṃnibham
hervorgebracht vom Stierzeichen-Träger, wie leuchtendes Feuer (PPP/Instr./Akk.Sg.)
dattaṃ bhagavatā tubhyaṃ durdarśaṃ tejasādbhutam
gegeben vom Erhabenen dir, schwer zu sehen, wunderbar an Glanz (PPP/Dat./Akk.Sg.)
na śakyaṃ draṣṭum anyena varjayitvā pinākinam
nicht möglich zu sehen für einen anderen, ausgenommen Pinākin (Adj./Inf./Instr./Abs./Akk.)
sudarśanaṃ bhavety evaṃ bhavenoktaṃ tadā tu tat
„Sudarśana sei“, so von Bhava damals gesagt (Imp./PPP Nom.Sg.n.)
sudarśanaṃ tadā tasya loke nāma pratiṣṭhitam
Sudarśana, damals sein Name, in der Welt gefestigt (Nom.Sg.n./PPP)
taj jīrṇam abhavat tāta grahasyāṅgeṣu keśava
das wurde zerrieben, Lieber, an den Gliedern des Graha, Keśava (PPP/Impf./Vok.)
grahasyātibalasyāṅge varadattasya dhīmataḥ
am Leib des überstarken, gabenbegabten, klugen Graha (Gen./Lok.Sg.)
na śastrāṇi vahanty aṅge cakravajraśatāny api
Waffen [ver]tragen/haften nicht am Leib, auch hundert Cakras und Vajras nicht (3.Pl.Präs./Lok.Sg./Nom.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; na śastrāṇi vahanty aṅge ist im Sinn unsicher (vahanti: „tragen, führen“).
„Entsprechend [dem Namen] sollst du sein“, wurde gesagt; „durch das Anschauen“ [Sudarśana]. „So sei es.“ [?]
Wort für Wort
sadṛśaṃ bhavatety uktaṃ
„sei entsprechend“, so gesagt (Adv./Imp./PPP)
darśanena
durch das Anschauen (Instr.Sg.)
tathāstu tat
so sei das (Imp.3.Sg./Pron.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, sehr knapp und im Sinn unsicher; vermutlich Namensdeutung von Sudarśana.
Zufrieden gab er auch dem Vidyutprabha die Herrschaft über die drei Welten. Hunderttausend Jahre lang war er Herr aller Welten; und er sprach: „Du wirst stets mein Gefolgsmann sein.“
Wort für Wort
tuṣṭo vidyutprabhasyāpi
zufrieden, auch dem Vidyutprabha (Nom./Gen.)
trilokeśvaratām adāt
die Herrschaft über die drei Welten gab er (Akk./Aor.3.Sg.)
śataṃ varṣasahasrāṇāṃ
hundert Tausende von Jahren (Akk.)
sarvalokeśvaro 'bhavat
Herr aller Welten war er (Nom./Impf.3.Sg.)
mamaivānucaraṃ nityaṃ bhavitāsīti cābravīt
„mein Gefolgsmann stets wirst du sein“, und sprach er (Fut.2.Sg./Impf.3.Sg.)
Im Text steht anucaro (Nom.); hier als anucaraṃ-Sinn gelesen: „mein Gefolgsmann“.
Ebenso [gab es] einen großen Asura namens Śatamukha, vom Schöpfer geschaffen, durch den ein volles Jahrhundert lang das Feuer mit dem eigenen Fleisch geopfert wurde. Zu ihm sprach der zufriedene Erhabene Śaṃkara: „Was soll ich tun?“
Wort für Wort
tathā śatamukho nāma
ebenso Śatamukha namens (Nom.Sg.)
dhātrā sṛṣṭo mahāsuraḥ
vom Schöpfer geschaffen, großer Asura (Instr./PPP/Nom.)
yena varṣaśataṃ sāgram
durch den ein Jahrhundert, volles (Instr./Akk.)
ātmamāṃsair huto 'nalaḥ
mit eigenem Fleisch geopfert das Feuer (Instr.Pl./PPP Nom.Sg.)
taṃ prāha bhagavāṃs tuṣṭaḥ
zu ihm sprach der Erhabene, zufrieden (Akk./Perf./Nom./PPP)
yājñavalkya iti khyāta ṛṣiḥ paramadhārmikaḥ; ārādhya sa mahādevaṃ prāptavāñ jñānam uttamam; vedavyāsaś ca yogātmā parāśarasuto muniḥ; so 'pi śaṃkaram ārādhya prāptavān atulaṃ yaśaḥ
Yājñavalkya, so heißt der berühmte, höchst dharmatreue Ṛṣi; nachdem er Mahādeva verehrt hatte, erlangte er höchstes Wissen. Und Vedavyāsa, yogaseelig, der Weise, Sohn des Parāśara, erlangte, indem auch er Śaṃkara verehrte, unvergleichlichen Ruhm.
Wort für Wort
yājñavalkya iti khyāta
Yājñavalkya, so bekannt (Nom./Part./PPP)
ṛṣiḥ paramadhārmikaḥ
Ṛṣi, höchst rechtschaffen (Nom.Sg.)
ārādhya sa mahādevaṃ
verehrt habend, er Mahādeva (Abs./Nom./Akk.)
prāptavāñ jñānam uttamam
erlangte er Wissen, höchstes (Perf.Part./Akk.Sg.n.)
vedavyāsaś ca yogātmā
und Vedavyāsa, yogaseelig (Nom.Sg.)
parāśarasuto muniḥ
Parāśaras Sohn, der Weise (Nom.Sg.)
so 'pi śaṃkaram ārādhya
auch er, Śaṃkara verehrend (Nom./Akk./Abs.)
prāptavān atulaṃ yaśaḥ
erlangte unvergleichlichen Ruhm (Part./Akk.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
mahādevasya roṣāc ca āpo naṣṭāḥ purābhavan; tāś ca saptakapālena devair anyāḥ pravartitāḥ
Und durch Mahādevas Zorn gingen einst die Wasser verloren; jene [Wasser] wurden dann von den Göttern, [als] andere, mit dem Siebenschalen-[Opfer] wieder in Umlauf gebracht.
Wort für Wort
mahādevasya roṣāc ca
und durch Mahādevas Zorn (Gen./Abl.)
āpo naṣṭāḥ purābhavan
die Wasser verloren, einst wurden sie (Nom.Pl./PPP/Adv./Impf.3.Pl.)
tāś ca saptakapālena
und diese, mit dem Siebenschalen-[Opfer] (Nom.Pl./Instr.Sg.)
devair anyāḥ pravartitāḥ
von den Göttern, andere, in Gang gebracht (Instr.Pl./Nom.Pl./PPP Kaus.)
saptakapāla: wörtlich „mit sieben Schalen“ (Opferkuchen-Schalen); Deutung unsicher.
Auch Atris Gattin, eine Kennerin des Brahman [Brahmavādinī], verließ ihren Gatten [und sprach]: „Ich will jenem Weisen nie mehr untertan sein.“ Nach diesen Worten ging sie, wie es heißt, zu Mahādeva um Zuflucht.
Wort für Wort
atrer bhāryāpi bhartāraṃ
auch Atris Gattin, den Gatten (Gen./Nom./Akk.)
saṃtyajya brahmavādinī
verlassen habend, Brahmavādinī (Abs./Nom.Sg.f.)
nāhaṃ tasya muner bhūyo
nicht ich, jenes Weisen, wieder (Neg./Nom./Gen./Adv.)
vaśagā syāṃ kathaṃ cana
untertan möge ich sein auf keine Weise (Nom.Sg.f./Opt.1.Sg.)
ity uktvā sā mahādevam
so gesagt habend, sie, Mahādeva (Abs./Nom./Akk.)
agacchac charaṇaṃ kila
ging sie zur Zuflucht, wie es heißt (Impf.3.Sg./Akk./Part.)
„Ohne Gatten wird es geschehen, durch Carudra [?], ohne Zweifel.“
Wort für Wort
vinā bhartrā
ohne Gatten (Instr.Sg.)
carudreṇa
durch Carudra [?] (Instr.Sg.)
bhaviṣyati na saṃśayaḥ
wird sein, kein Zweifel (Fut.3.Sg./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; carudreṇa vermutlich verderbt (evtl. caru „Opferbrei“ + Rudra).
vikarṇaś ca mahādevaṃ tathā bhaktasukhāvaham; prasādya bhagavān siddhiṃ prāptavān madhusūdana
Auch Vikarṇa, der Erhabene, erlangte, nachdem er Mahādeva, den Bringer der Freude für seine Verehrer, gnädig gestimmt hatte, Vollendung, o Madhusūdana.
Wort für Wort
vikarṇaś ca mahādevaṃ
und Vikarṇa, Mahādeva (Nom./Akk.)
tathā bhaktasukhāvaham
ebenso, den Freude-Bringer den Gläubigen (Adv./Akk.Sg.)
prasādya bhagavān
gnädig gestimmt habend, der Erhabene (Abs./Nom.)
siddhiṃ prāptavān madhusūdana
Vollendung erlangte er, o Madhusūdana (Akk./Part./Vok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
taṃ cāha bhagavāṃs tuṣṭo granthakāro bhaviṣyasi; vatsākṣayā ca te kīrtis trailokye vai bhaviṣyati; akṣayaṃ ca kulaṃ te 'stu maharṣibhir alaṃkṛtam
Zu ihm sprach der zufriedene Erhabene: „Du wirst ein Verfasser von Werken sein; und dein Ruhm, mein Kind, wird in den drei Welten unvergänglich sein. Auch dein Geschlecht sei unvergänglich, geschmückt von großen Ṛṣis.“
Wort für Wort
taṃ cāha bhagavāṃs tuṣṭo
und zu ihm sprach der Erhabene, zufrieden (Akk./Perf./Nom./PPP)
granthakāro bhaviṣyasi
Verfasser eines Werkes wirst du sein (Nom./Fut.2.Sg.)
vatsākṣayā ca te kīrtis
mein Kind, unvergänglich auch dein Ruhm (Vok./Nom.Sg.f./Gen./Nom.)
trailokye vai bhaviṣyati
in den drei Welten gewiss wird sein (Lok./Fut.3.Sg.)
akṣayaṃ ca kulaṃ te 'stu
unvergänglich auch dein Geschlecht sei (Nom.Sg.n./Imp.3.Sg.)
tam āha bhagavān rudraḥ sākṣāt tuṣṭo 'smi te 'nagha; granthakṛl lokavikhyāto bhavitāsy ajarāmaraḥ
Zu ihm sprach der erhabene Rudra: „Ich bin dir persönlich zufrieden, o Makelloser; du wirst ein Verfasser von Werken sein, weltberühmt, alterslos und unsterblich.“
Wort für Wort
tam āha bhagavān rudraḥ
zu ihm sprach der Erhabene Rudra (Akk./Perf./Nom.)
sākṣāt tuṣṭo 'smi te 'nagha
persönlich zufrieden bin ich dir, Makelloser (Adv./PPP/1.Sg./Dat./Vok.)
granthakṛl lokavikhyāto
Werkverfasser, weltberühmt (Nom.Sg.)
bhavitāsy ajarāmaraḥ
wirst du sein, alterslos, unsterblich (Fut.2.Sg./Nom.)
śakreṇa tu purā devo vārāṇasyāṃ janārdana; ārādhito 'bhūd bhaktena digvāsā bhasmaguṇṭhanaḥ; ārādhya sa mahādevaṃ devarājyam avāptavān; nāradena tu bhaktyāsau bhava ārādhitaḥ purā; tasya prīto mahādevo jagau devagurur guruḥ; tejasā tapasā kīrtyā tvatsamo na bhaviṣyati; gītenaiva ca divyena nityaṃ mām anuyāsyasi
Von Śakra aber wurde einst in Vārāṇasī, o Janārdana, jener Gott verehrt – den Himmelsgekleideten, mit Asche Bestreuten – durch [seine] Hingabe. Nachdem er Mahādeva verehrt hatte, erlangte er die Herrschaft über die Götter. Von Nārada aber wurde dieser Bhava einst in Hingabe verehrt; über ihn erfreut, sang Mahādeva, der Lehrer, der Lehrer der Götter [?]: „An Glanz, Askese und Ruhm wird keiner dir gleich sein; und allein durch himmlischen Gesang wirst du mir stets nachfolgen.“
Wort für Wort
śakreṇa tu purā devo vārāṇasyāṃ janārdana
von Śakra aber einst der Gott in Vārāṇasī, o Janārdana (Instr./Lok./Vok.)
ārādhito 'bhūd bhaktena
wurde verehrt durch den Ergebenen (Aor. Pass. / Instr.)
digvāsā bhasmaguṇṭhanaḥ
Himmelsgekleideter, mit Asche Bestreuter (Nom. Sg. m., Epitheta)
ārādhya sa mahādevaṃ devarājyam avāptavān
nachdem er Mahādeva verehrt hatte, erlangte er die Götterherrschaft (Abs.; Part. Perf. Akt.)
nāradena tu bhaktyāsau bhava ārādhitaḥ purā
von Nārada aber wurde durch Hingabe dieser Bhava einst verehrt (Instr.; Nom.; Part. Pass.)
tasya prīto mahādevo jagau devagurur guruḥ
ihm gegenüber erfreut sang/sprach Mahādeva, Götterlehrer, Lehrer (Perf. 3.Sg.; Nom.)
tejasā tapasā kīrtyā tvatsamo na bhaviṣyati
an Glanz, Askese, Ruhm wird keiner dir gleich sein (Instr.; Fut. 3.Sg.)
gītenaiva ca divyena nityaṃ mām anuyāsyasi
und allein durch himmlischen Gesang wirst du mir stets folgen (Instr.; Fut. 2.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Subjekt und Sprecher von „jagau devagurur guruḥ“ syntaktisch unklar.
śākalyo granthakartā ca sāvarṇiś ca tathābhavat; bāṇaḥ skandasamatvaṃ ca kāmo darpavimokṣaṇam; lavaṇo 'vadhyatām anyair daśāsyaś ca punar balam; antako 'ntam anuprāptas tasmāt ko 'nyo 'paraḥ prabhuḥ
Śākalya wurde so, auch der Verfasser des Werks, und Sāvarṇi; Bāṇa [erlangte] Gleichheit mit Skanda, Kāma [die] Befreiung vom Hochmut [?]; Lavaṇa Unverwundbarkeit durch andere, und der Zehngesichtige [Rāvaṇa] wiederum Stärke; Antaka erlangte [sein] Ende. Wer sonst also ist ein anderer, höherer Herr?
Wort für Wort
śākalyo granthakartā ca sāvarṇiś ca tathābhavat
Śākalya und der Werkverfasser und Sāvarṇi wurden ebenso (Nom.; Impf. 3.Sg.)
bāṇaḥ skandasamatvaṃ ca
Bāṇa und Gleichheit mit Skanda (Nom.; Akk. n.)
kāmo darpavimokṣaṇam
Kāma, Befreiung vom Hochmut (Nom.; Akk./Nom. n.)
lavaṇo 'vadhyatām anyaiḥ
Lavaṇa Unerschlagbarkeit durch andere (Nom.; Akk. f.; Instr. Pl.)
daśāsyaś ca punar balam
und der Zehngesichtige wiederum Kraft (Nom.; Adv.; Akk. n.)
antako 'ntam anuprāptaḥ
Antaka hat ein Ende erreicht (Nom.; Akk.; Part. Perf. Pass.)
tasmāt ko 'nyo 'paraḥ prabhuḥ
daher: welcher andere, höhere Herr? (Abl.; Nom. m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, Text und Sinn stellenweise dunkel (verkürzte Anspielungen auf Beispiele göttlicher Gnade).
„Einst, im Kṛtayuga, mein Lieber, gab es einen Seher von großem Ruhm, Vyāghrapāda genannt, der Veda und Vedāṅgas bis ans Ende durchschritten hatte. Ich war sein Sohn, und Dhaumya war mein jüngerer Bruder.“
Wort für Wort
purā kṛtayuge tāta
einst im Kṛtayuga, mein Lieber (Adv.; Lok.; Vok.)
ṛṣir āsīn mahāyaśāḥ
es war ein Seher von großem Ruhm (Nom.; Impf. 3.Sg.; Nom.)
vyāghrapāda iti khyāto
Vyāghrapāda genannt (Nom.; Part. Pass.)
vedavedāṅgapāragaḥ
der Veda und Vedāṅgas vollendet Beherrschende (Nom. Sg. m., Kompositum)
tasyāham abhavaṃ putro
dessen Sohn wurde/war ich (Gen.; Impf. 1.Sg.; Nom.)
pitrāhaṃ yajñakāle hi nīto jñātikulaṃ mahat; tatra sā kṣarate devī divyā gauḥ suranandinī; tasyāhaṃ tat payaḥ pītvā rasena hy amṛtopamam; jñātvā kṣīraguṇāṃś caiva upalabhya hi saṃbhavam
„Von [meinem] Vater wurde ich zur Opferzeit in eine große Verwandtschaftsfamilie geführt. Dort gibt jene göttliche Kuh, die Freude der Götter, Milch; von ihr trank ich jene Milch, die mit [ihrem] Saft dem Nektar gleich war; und [so] erkannte ich die Vorzüge der Milch und ihren Ursprung [?].“
Wort für Wort
pitrāhaṃ yajñakāle hi nīto jñātikulaṃ mahat
von [meinem] Vater wurde ich zur Opferzeit in eine große Verwandtenfamilie geführt (Instr.; Nom.; Lok.; Part. Pass.; Akk.)
tatra sā kṣarate devī divyā gauḥ suranandinī
dort ergießt sie sich, die göttliche Kuh, Freude der Götter (Präs. 3.Sg.; Nom. f.)
tasyāhaṃ tat payaḥ pītvā
von ihr, ich, jene Milch getrunken habend (Gen.; Akk.; Abs.)
rasena hy amṛtopamam
durch [ihren] Saft nektargleich (Instr.; Akk. n.)
jñātvā kṣīraguṇāṃś caiva
und die Vorzüge der Milch erkannt habend (Abs.; Akk. Pl.)
upalabhya hi saṃbhavam
und [ihren] Ursprung wahrgenommen habend (Abs.; Akk.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Satz bleibt syntaktisch unvollständig (Absolutiva ohne Hauptverb), „saṃbhavam“ unsicher.
„[Für die], die sich am göttlichen, von den Vālakhilyas besuchten Fluss aufhalten – woher Milch für die im Wald weilenden Weisen, die im Gebirge wohnen, die Läuternden, die sich von Waldkost Nährenden, die in Waldeinsiedeleien Lebenden, die sich vom Essen der Dörfer abgewandt haben und Früchte des Waldes verzehren? Es gibt keine Milch, mein Sohn, im Wald, der frei von Surabhis Kuhherde ist, in Flüssen, Schluchten, Bergen und an mancherlei heiligen Furten. Für uns, die wir durch Askese stets im Gebet [verharren], ist Śiva das höchste Ziel.“
Wort für Wort
āsthitānāṃ nadīṃ divyāṃ vālakhilyair niṣevitām
für die, die am göttlichen, von Vālakhilyas besuchten Fluss weilen (Gen. Pl.; Akk. f.; Instr.; Part. Pass. f.)
kutaḥ kṣīraṃ vanasthānāṃ munīnāṃ girivāsinām
woher Milch für die im Wald weilenden, im Gebirge wohnenden Weisen (Adv.; Nom.; Gen. Pl.)
pāvanānāṃ vanāśānāṃ vanāśramanivāsinām
für die Läuternden, Waldesser, Bewohner von Waldeinsiedeleien (Gen. Pl.)
grāmyāhāranivṛttānām āraṇyaphalabhojinām
die vom Dorfessen abgelassen haben, die Waldfrüchte genießen (Gen. Pl.)
nāsti putra payo 'raṇye
es gibt keine Milch, Sohn, im Wald (Präs. 3.Sg.; Vok.; Nom. n.; Lok.)
surabhīgotravarjite
der ohne Herde der Surabhi ist (Lok. m., Kompositum)
nadīgahvaraśaileṣu tīrtheṣu vividheṣu ca
in Flüssen, Schluchten, Bergen und mancherlei Furten (Lok. Pl.)
tapasā japyanityānām
für die durch Askese stets dem Gebet Ergebenen (Instr.; Gen. Pl.)
śivo naḥ paramā gatiḥ
Śiva ist unser höchstes Ziel (Nom.; Gen. Pl.; Nom. f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Anschluss der ersten Zeile („āsthitānām“) an das Vorhergehende locker.
„Ohne Virūpākṣa, den Gabenspender, den unvergänglichen Sthāṇu, gnädig gestimmt zu haben – woher [dann] Milchreis, mein Kind, und Freuden und Gewänder?“
Wort für Wort
aprasādya virūpākṣaṃ
ohne Virūpākṣa gnädig gestimmt zu haben (Abs. neg.; Akk.)
varadaṃ sthāṇum avyayam
den Gabenspender, den Sthāṇu, den Unvergänglichen (Akk. m.)
„Dieser ist die Ursache von allem, der Schöpfer, Rudra, der Dreiäugige; achtarmig, Zopfträger, mit Schlangen geschmückt, den Mond als Krone; die Schlange als Opferschnur, mit seinem Gefolge, der Blauhalsige, der Gatte der Umā; schönzahnig, hold lächelnd, mit Schlangenohrringen, mit Asche geschmückt; der alle Wünsche gewährt, wenn er in Hingabe mit Blüten und Wurzeln verehrt wird.“
Wort für Wort
sarvakāraṇabhūto 'yaṃ dhātā rudras trilocanaḥ
dieser, Ursache von allem, Schöpfer, Rudra, Dreiäugiger (Nom. Sg. m.)
aṣṭabāhur jaṭī nāgabhūṣaṇaḥ candraśekharaḥ
achtarmig, Zopfträger, schlangengeschmückt, mondgekrönt (Nom. m.)
nāgopavītī sagaṇo nīlakaṇṭha umāpatiḥ
mit Schlangenschnur, mit Gefolge, Blauhals, Gatte der Umā (Nom. m.)
sudaṃṣṭraḥ susmito nāgakuṇḍalo bhasmabhāsitaḥ
schönzahnig, hold lächelnd, Schlangenohrring, aschebeglänzt (Nom. m.)
sarvakāmaprado bhaktyā
der alle Wünsche gibt, durch Hingabe (Nom.; Instr.)
pūjitaḥ puṣpamūlakaiḥ
verehrt mit Blüten und Wurzeln (Part. Pass.; Instr. Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.
jananyās tad vacaḥ śrutvā tadāprabhṛti śatruhan; prāñjaliḥ praṇato bhūtvā idam ambām acodayam; ko 'yam amba mahādevaḥ sa kathaṃ ca prasīdati; kutra vā vasate devo draṣṭavyo vā kathaṃ ca saḥ; tuṣyate vā kathaṃ śarvo rūpaṃ vā tasya kīdṛśam; kathaṃ jñeyaḥ prasanno vā darśayej jananī mama; evam uktā tadā kṛṣṇa mātā me sutavatsalā; mūrdhany āghrāya govinda sabāṣpākulalocanā; pramārjantī ca gātrāṇi mama vai madhusūdana; ambā; dhairyam ālambya jananī idam āha surottama; durvijñeyo mahādevo durārādhyo durantakaḥ; durādhṛṣyaś ca durgrāhyo durdṛśyo hy akṛtātmabhiḥ; yasya rūpāṇy anekāni pravadanti manīṣiṇaḥ; sthānāni ca vicitrāṇi prasādāś cāpy anekaśaḥ; ko hi tattvena tad veda īśasya caritaṃ śubham; kṛtavān yāni rūpāṇi devadevaḥ purā kila; krīḍate ca yathā śarvaḥ prasīdati yathā ca vai; hṛdisthaḥ sarvabhūtānāṃ viśvarūpo maheśvaraḥ; bhaktānām anukampārthaṃ darśanaṃ ca yathāśrutam; munīnāṃ bruvatāṃ divyām īśānacaritāṃ kathām; kṛtavān yāni rūpāṇi kathitāni divaukasaiḥ; anugrahārthaṃ viprāṇāṃ śṛṇu vatsa samāsataḥ; tāni te kīrtayiṣyāmi yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi; brahmaviṣṇusurendrāṇāṃ rudrādityāśvinām api; viśveṣām api devānāṃ vapur dhārayate bhavaḥ; narāṇāṃ devanārīṇāṃ tathā pretapiśācayoḥ; kirātaśabarāṇāṃ ca jalajānām anekaśaḥ; karoti bhagavān rūpam āṭavyaśabarāṇy api; kūrmo matsyas tathā śaṅkhaḥ pravālāṅkurabhūṣaṇaḥ; yakṣarākṣasasarpāṇāṃ daityadānavayor api; vapur dhārayate devo bhūyaś ca bilavāsinām; vyāghrasiṃhamṛgāṇāṃ ca tarakṣvṛkṣapatatriṇām; ulūkaśvaśṛgālānāṃ rūpāṇi kurute 'pi ca; haṃsakākamayūrāṇāṃ kṛkalāsakasārasām; rūpāṇi ca balākānāṃ gṛdhracakrāṅgayor api; karoti vā sa rūpāṇi dhārayaty api parvatam; gorūpī ca mahādevo hastyaśvoṣṭrakharākṛtiḥ; chāgaśārdūlarūpaś ca anekamṛgarūpadhṛk; aṇḍajānāṃ ca divyānāṃ vapur dhārayate bhavaḥ; daṇḍī chatrī ca kuṇḍī ca dvijānāṃ dhāraṇas tathā; ṣaṇmukho vai bahumukhas trinetro bahuśīrṣakaḥ; anekakaṭipādaś ca anekodaravaktradhṛk; anekapāṇipārśvaś ca anekagaṇasaṃvṛtaḥ; ṛṣigandharvarūpaś ca siddhacāraṇarūpadhṛk; bhasmapāṇḍuragātraś ca candrārdhakṛtabhūṣaṇaḥ; anekarāvasaṃghuṣṭaś cānekastutisaṃstutaḥ; sarvabhūtāntakaḥ sarvaḥ sarvalokapratiṣṭhitaḥ; sarvalokāntarātmā ca sarvagaḥ sarvavādy api; sarvatra bhagavāñ jñeyo hṛdisthaḥ sarvadehinām; yo hi yaṃ kāmayet kāmaṃ yasminn arthe 'rcyate punaḥ; tat sarvaṃ vetti deveśas taṃ prapadya yadīcchasi; nandate kupyate cāpi tathā huṃkārayaty api; cakrī śūlī gadāpāṇir musalī khaḍgapaṭṭiśī; bhūdharo nāgamauñjī ca nāgakuṇḍalakuṇḍalī; nāgayajñopavītī ca nāgacarmottaracchadaḥ; hasate gāyate caiva nṛtyate sumanoharam; vādayaty api vādyāni vicitrāṇi gaṇair vṛtaḥ; valgate jṛmbhate caiva rudate rodayaty api; unmattamattarūpaṃ ca bhāṣate cāpi susvaraḥ; atīva hasate raudras trāsayan nayanair janam; jāgarti caiva svapiti jṛmbhate ca yathāsukham; japate japyate caiva tapate tapyate punaḥ; dadāti pratigṛhṇāti yuñjate dhyāyate 'pi ca; vedīmadhye tathā yūpe goṣṭhamadhye hutāśane; dṛśyate dṛśyate cāpi bālo vṛddho yuvā tathā; krīḍate ṛṣikanyābhir ṛṣipatnībhir eva ca; ūrdhvakeśo mahāśepho nagno vikṛtalocanaḥ; gauraḥ śyāmas tathā kṛṣṇaḥ pāṇḍuro dhūmalohitaḥ; vikṛtākṣo viśālākṣo digvāsāḥ sarvavāsakaḥ; arūpasyādyarūpasya atirūpādyarūpiṇaḥ; anādyantam ajasyāntaṃ vetsyate ko 'sya tattvataḥ; hṛdi prāṇo mano jīvo yogātmā yogasaṃjñitaḥ; dhyānaṃ tat paramātmā ca bhāvagrāhyo maheśvaraḥ; vādako gāyanaś caiva sahasraśatalocanaḥ; ekavaktro dvivaktraś ca trivaktro 'nekavaktrakaḥ; tadbhaktas tadgato nityaṃ tanniṣṭhas tatparāyaṇaḥ; bhaja putra mahādevaṃ tataḥ prāpsyasi cepsitam
Als ich die Worte der Mutter gehört hatte, von da an, o Feindtöter, fragte ich [sie], die Hände zusammenlegend und mich verneigend, so: „Wer ist dieser Mahādeva, Mutter, und wie wird er gnädig? Oder wo wohnt der Gott, oder wie ist er zu sehen? Wie wird Śarva zufriedengestellt, oder wie ist seine Gestalt? Wie ist er zu erkennen, oder wenn er gnädig ist – möge meine Mutter [ihn] mir zeigen [?].“ So angesprochen, o Kṛṣṇa, [tat] meine Mutter, die ihren Sohn liebte, [dies]: o Govinda, mich auf dem Scheitel küssend, mit tränenerfüllten Augen und meine Glieder streichelnd, o Madhusūdana – [Anm.: ‚ambā‘ steht als abgesprengtes Wort im Text (Mutter)]. Fassung gewinnend, sprach die Mutter dies, o Bester der Götter: „Schwer zu erkennen ist Mahādeva, schwer zu verehren, schwer zu vollenden [?], unbezwingbar, schwer zu fassen, schwer zu schauen für die, deren Selbst nicht geläutert ist. Seine vielen Gestalten nennen die Weisen, und seine wunderbaren Orte und Gnadenerweise in Vielzahl. Wer kennt wahrhaft das heilvolle Wirken Īśas, welche Gestalten der Gott der Götter einst angenommen haben soll, wie Śarva spielt und wie er gnädig wird – im Herzen aller Wesen wohnend, Maheśvara, der Allgestaltige –, und wie sein Erscheinen für die Ergebenen aus Mitgefühl, wie man es gehört hat, [geschieht]. Die göttliche Erzählung vom Wirken Īśānas, die die Weisen erzählen, die Gestalten, die er annahm, von den Himmelsbewohnern berichtet: aus Gunst gegenüber den Brahmanen höre, mein Kind, in Kürze. Sie will ich dir erzählen, wonach du mich fragst. Bhava nimmt den Körper des Brahmā, des Viṣṇu, des Götterherrschers [Indra], der Rudras, Ādityas und Aśvins an, auch aller Allgötter; der Menschen, der Götterfrauen, ebenso der Gespenster und Piśācas; der Kirātas und Śabaras und vielfach der Wasserwesen; der Herr macht sich Gestalt auch der Waldbewohner und Śabaras. [Er wird] Schildkröte, Fisch und Muschel, geschmückt mit Korallensprossen; der Yakṣas, Rākṣasas und Schlangen, der Daityas und Dānavas Leib nimmt der Gott an, und weiter derer, die in Erdhöhlen wohnen; der Tiger, Löwen und Tiere, der Hyänen, Bären und Vögel, der Eulen, Hunde und Schakale nimmt er auch Gestalten an; der Gänse, Krähen und Pfauen, der Kṛkalāsakas und Kraniche, die Gestalten auch der Reiher, der Geier und Cakravāka-Vögel; er macht Gestalten, und er trägt sogar einen Berg. Als Kuh gestaltet ist Mahādeva, mit der Gestalt von Elefant, Pferd, Kamel und Esel, mit der Form von Ziege und Tiger, mit der Gestalt vieler Tiere. Auch der eierentstandenen himmlischen [Wesen] Leib nimmt Bhava an; Stabträger, Schirmträger und Wasserkrugträger, und so [auch] der Brahmanen Träger [Erhalter]; sechsgesichtig und vielgesichtig, dreiäugig, vielköpfig; vielerlei Hüften und Füße, vielerlei Bäuche und Gesichter tragend; vielerlei Hände und Seiten habend, von vielen Scharen umgeben; in der Gestalt von Sehern und Gandharven, in der Gestalt von Siddhas und Cāraṇas; die Glieder aschenbleich, mit dem halben Mond als Schmuck; von vielerlei Rufen erfüllt, von vielerlei Lobpreisungen gepriesen; Ende aller Wesen, der All-Eine, in allen Welten gegründet; Innerstes Selbst aller Welten, allgegenwärtig, alles sprechend [?]; überall ist der Erhabene zu erkennen, im Herzen aller Verkörperten wohnend. Wer immer einen Wunsch wünscht und um welcher Sache willen er wiederum verehrt wird – all das weiß der Herr der Götter; nimm zu ihm Zuflucht, wenn du willst. Er freut sich und zürnt auch, und er stößt ebenso den Laut ‚Huṃ‘ aus; mit Diskus, Dreizack, Keule in der Hand, mit Mörserkeule, Schwert und Wurfspieß; Berge tragend, mit Schlangengürtel aus Muñja-Gras, mit Schlangenohrringen geschmückt; mit Schlangen als Opferschnur und einem Schlangenfell als Obergewand; er lacht, singt und tanzt überaus lieblich; er lässt auch Instrumente erklingen, die vielfältigen, von Scharen umgeben; er springt und gähnt, er weint und lässt auch weinen; von der Gestalt eines Wahnsinnigen und Trunkenen und spricht doch mit schöner Stimme; er lacht überaus, der Schreckliche, und erschreckt mit den Augen die Menschen; er wacht und schläft und gähnt nach Belieben; er murmelt und wird [angerufen] mit Gebet, er übt Askese und wird durch Askese [erreicht]; er gibt und nimmt an, er sammelt sich und meditiert; auf der Altarfläche, ebenso am Opferpfosten, inmitten des Kuhstalls, im Opferfeuer wird er gesehen; und er wird gesehen als Knabe, Greis und Jüngling; er spielt mit Seherstöchtern und mit Seherfrauen; mit aufwärts stehendem Haar, mit großem Glied, nackt, mit entstellten Augen; hell, dunkel, ebenso schwarz, bleich, rauchrot; mit entstellten Augen, weitäugig, himmelsgekleidet, in allem gekleidet; des Gestaltlosen, Ursprünglichen, Übergestaltigen, des Ursprungs-Gestalteten: [seines] anfangs- und endlosen, ungeborenen Endes – wer wird das wahrhaft erkennen? Im Herzen: Lebenshauch, Denken, Lebensprinzip, Yoga-Selbst, ‚Yoga‘ genannt; Meditation, das Höchste Selbst; durch das Gefühl zu ergreifen ist Maheśvara; Spieler und Sänger, mit tausend und hundert Augen; einmündig, zweimündig, dreimündig, vielmündig. Sei ihm ergeben, ihm zugewandt, ihm stets zugetan, ihn zum Ziel habend: verehre, mein Sohn, Mahādeva, dann wirst du das Gewünschte erlangen.“
Wort für Wort
jananyās tad vacaḥ śrutvā tadāprabhṛti śatruhan
der Mutter jenes Wort gehört habend (Gen.; Akk.; Abs.); von da an, o Feindtöter (Adv.; Vok.)
prāñjaliḥ praṇato bhūtvā idam ambām acodayam ko 'yam amba mahādevaḥ sa kathaṃ ca prasīdati
mit gefalteten Händen, verneigt geworden, fragte ich die Mutter so (Nom.; Part.; Abs.; Akk.; Impf. 1.Sg.); wer ist dieser, Mutter, Mahādeva, und wie wird er gnädig (Nom.; Vok.; Präs. 3.Sg.)
wo wohnt der Gott, oder wie ist er zu sehen (Präs. 3.Sg.; Gerundiv); oder wie wird Śarva zufrieden, welcherart seine Gestalt (Präs. Pass.; Nom. n.)
kathaṃ jñeyaḥ prasanno vā darśayej jananī mama evam uktā tadā kṛṣṇa mātā me sutavatsalā
wie zu erkennen, oder gnädig – möge die Mutter mir zeigen (Gerundiv; Opt. Kaus.); so angesprochen damals, o Kṛṣṇa, meine kindesliebende Mutter (Part. Pass. f.; Vok.; Nom.)
mūrdhany āghrāya govinda sabāṣpākulalocanā pramārjantī ca gātrāṇi mama vai madhusūdana
auf dem Scheitel küssend, o Govinda, mit tränenvollen Augen (Lok.; Abs.; Vok.; Nom. f.); und meine Glieder streichelnd, o Madhusūdana (Part. Präs. f.; Akk. Pl.; Vok.)
Mutter, Fassung gewinnend, sprach dies, o Bester der Götter (Nom.; Abs.; Perf. 3.Sg.; Vok.); schwer erkennbar Mahādeva, schwer zu verehren, schwer zu vollenden (Nom. m.)
durādhṛṣyaś ca durgrāhyo durdṛśyo hy akṛtātmabhiḥ yasya rūpāṇy anekāni pravadanti manīṣiṇaḥ
unbezwingbar, schwer zu fassen, schwer zu sehen für Ungeläuterte (Nom.; Instr. Pl.); dessen viele Gestalten die Weisen nennen (Gen.; Akk.; Präs. 3.Pl.; Nom.)
sthānāni ca vicitrāṇi prasādāś cāpy anekaśaḥ ko hi tattvena tad veda īśasya caritaṃ śubham
und wunderbare Orte und vielfach Gnaden (Akk./Nom. Pl.); wer kennt wahrhaft das heilvolle Wirken Īśas (Nom.; Instr.; Präs. 3.Sg.; Gen.)
kṛtavān yāni rūpāṇi devadevaḥ purā kila krīḍate ca yathā śarvaḥ prasīdati yathā ca vai
welche Gestalten der Gott der Götter einst angenommen haben soll (Part. Perf.; Akk. Pl.); und wie Śarva spielt und wie er gnädig wird (Präs. 3.Sg.)
hṛdisthaḥ sarvabhūtānāṃ viśvarūpo maheśvaraḥ bhaktānām anukampārthaṃ darśanaṃ ca yathāśrutam
im Herzen aller Wesen weilend, Allgestaltiger, Maheśvara (Nom. m.; Gen. Pl.); aus Mitgefühl mit den Ergebenen, und das Erscheinen wie gehört (Gen. Pl.; Adv.; Akk.)
die göttliche Erzählung vom Wirken Īśānas, die Weise erzählen (Gen. Pl.; Part.; Akk. f.); welche Gestalten er annahm, von den Himmelsbewohnern berichtet (Part. Pass.; Instr. Pl.)
anugrahārthaṃ viprāṇāṃ śṛṇu vatsa samāsataḥ tāni te kīrtayiṣyāmi yan māṃ tvaṃ paripṛcchasi
zur Gunst der Brahmanen höre, Kind, in Kürze (Adv.; Gen. Pl.; Imp.; Vok.; Adv.); diese will ich dir verkünden, wonach du mich fragst (Fut. 1.Sg.; Präs. 2.Sg.)
brahmaviṣṇusurendrāṇāṃ rudrādityāśvinām api viśveṣām api devānāṃ vapur dhārayate bhavaḥ
des Brahmā, Viṣṇu, Indra, der Rudras, Ādityas, Aśvins (Gen.); auch aller Götter Körper nimmt Bhava an (Gen. Pl.; Akk.; Präs. 3.Sg. Med.)
narāṇāṃ devanārīṇāṃ tathā pretapiśācayoḥ kirātaśabarāṇāṃ ca jalajānām anekaśaḥ
der Menschen, Götterfrauen, ebenso der Gespenster und Piśācas (Gen.); der Kirātas, Śabaras und vielfach der Wassergeborenen (Gen. Pl.)
karoti bhagavān rūpam āṭavyaśabarāṇy api kūrmo matsyas tathā śaṅkhaḥ pravālāṅkurabhūṣaṇaḥ
der Erhabene macht Gestalt, auch der Waldbewohner und Śabaras (Präs. 3.Sg.; Akk.); Schildkröte, Fisch, ebenso Muschel, korallensprossengeschmückt (Nom.)
yakṣarākṣasasarpāṇāṃ daityadānavayor api vapur dhārayate devo bhūyaś ca bilavāsinām
der Yakṣas, Rākṣasas, Schlangen, Daityas und Dānavas (Gen.); der Gott nimmt Körper an, und ferner der Höhlenbewohner (Präs.; Gen. Pl.)
vyāghrasiṃhamṛgāṇāṃ ca tarakṣvṛkṣapatatriṇām ulūkaśvaśṛgālānāṃ rūpāṇi kurute 'pi ca
der Tiger, Löwen, Tiere, Hyänen, Bären, Vögel (Gen. Pl.); der Eulen, Hunde, Schakale Gestalten macht er auch (Gen. Pl.; Präs. Med.)
haṃsakākamayūrāṇāṃ kṛkalāsakasārasām rūpāṇi ca balākānāṃ gṛdhracakrāṅgayor api
der Gänse, Krähen, Pfauen, Kṛkalāsakas, Kraniche (Gen. Pl.); Gestalten auch der Reiher, Geier und Cakravākas (Akk.; Gen.)
karoti vā sa rūpāṇi dhārayaty api parvatam gorūpī ca mahādevo hastyaśvoṣṭrakharākṛtiḥ
er macht Gestalten und trägt auch einen Berg (Präs. 3.Sg.); als Kuh gestaltet Mahādeva, mit Gestalt von Elefant, Pferd, Kamel, Esel (Nom.)
chāgaśārdūlarūpaś ca anekamṛgarūpadhṛk aṇḍajānāṃ ca divyānāṃ vapur dhārayate bhavaḥ
mit Gestalt von Ziege und Tiger, vielerlei Tiergestalten tragend (Nom.); und der eiergeborenen göttlichen Wesen Körper nimmt Bhava an (Gen. Pl.)
daṇḍī chatrī ca kuṇḍī ca dvijānāṃ dhāraṇas tathā ṣaṇmukho vai bahumukhas trinetro bahuśīrṣakaḥ
Stabträger, Schirmträger, Krugträger, und der Brahmanen Erhalter (Nom.; Gen. Pl.); sechsgesichtig, vielgesichtig, dreiäugig, vielköpfig (Nom.)
anekakaṭipādaś ca anekodaravaktradhṛk anekapāṇipārśvaś ca anekagaṇasaṃvṛtaḥ
vielerlei Hüften, Füße, Bäuche und Gesichter tragend (Nom.); vielerlei Hände und Seiten habend, von vielen Scharen umgeben (Nom.)
ṛṣigandharvarūpaś ca siddhacāraṇarūpadhṛk bhasmapāṇḍuragātraś ca candrārdhakṛtabhūṣaṇaḥ
in Gestalt von Sehern, Gandharven, Siddhas, Cāraṇas (Nom.); aschebleich am Leib, den Halbmond als Schmuck (Nom.)
von vielerlei Rufen erfüllt, von vielen Lobpreisungen gepriesen (Nom.); Ende aller Wesen, der All-Eine, in allen Welten gegründet (Nom.)
sarvalokāntarātmā ca sarvagaḥ sarvavādy api sarvatra bhagavāñ jñeyo hṛdisthaḥ sarvadehinām
inneres Selbst aller Welten, allgegenwärtig, alles sprechend/tönend [?] (Nom.); überall ist der Erhabene zu erkennen, im Herzen aller Verkörperten (Gerundiv; Gen. Pl.)
yo hi yaṃ kāmayet kāmaṃ yasminn arthe 'rcyate punaḥ tat sarvaṃ vetti deveśas taṃ prapadya yadīcchasi
wer immer welchen Wunsch wünschen mag, und in welcher Sache er wiederum verehrt wird (Opt. 3.Sg.; Präs. Pass.); all das weiß der Götterherr; nimm zu ihm Zuflucht, wenn du willst (Präs. 3.Sg.; Abs.; Präs. 2.Sg.)
er lacht, singt und tanzt überaus reizend (Präs. 3.Sg.; Adv.); er lässt auch vielfältige Instrumente erklingen, von Scharen umgeben (Kaus.; Akk.; Instr.; Part.)
valgate jṛmbhate caiva rudate rodayaty api unmattamattarūpaṃ ca bhāṣate cāpi susvaraḥ
er springt, gähnt, weint und lässt auch weinen (Präs. 3.Sg.; Kaus.); in Gestalt eines Wahnsinnigen und Trunkenen, und spricht doch schönstimmig (Akk. n.; Nom.)
er lacht überaus, der Schreckliche, mit Augen die Leute erschreckend (Nom.; Part. Kaus.; Instr.); er wacht, schläft und gähnt nach Belieben (Präs. 3.Sg.)
er murmelt, wird [im Gebet] angerufen, übt Askese, wird durch Askese gesucht (Präs. Med./Pass.); er gibt, nimmt an, sammelt sich und meditiert (Präs. 3.Sg.)
in der Mitte des Altars, am Opferpfosten, im Kuhstall, im Feuer (Lok.); er wird gesehen und wieder gesehen, als Knabe, Greis und Jüngling (Präs. Pass.; Nom.)
krīḍate ṛṣikanyābhir ṛṣipatnībhir eva ca ūrdhvakeśo mahāśepho nagno vikṛtalocanaḥ
er spielt mit Seherstöchtern und Seherfrauen (Präs.; Instr. Pl.); mit aufwärts stehendem Haar, mit großem Glied, nackt, mit entstellten Augen (Nom.)
arūpasyādyarūpasya atirūpādyarūpiṇaḥ anādyantam ajasyāntaṃ vetsyate ko 'sya tattvataḥ
des Gestaltlosen, Urgestaltigen, Übergestaltigen [?] (Gen.); des anfangs- und endlosen Ungeborenen Ende – wer wird es wahrhaft kennen (Akk.; Fut. Med.; Nom.)
hṛdi prāṇo mano jīvo yogātmā yogasaṃjñitaḥ dhyānaṃ tat paramātmā ca bhāvagrāhyo maheśvaraḥ
im Herzen Lebenshauch, Denken, Lebensprinzip, Yoga-Selbst, ‚Yoga‘ genannt (Lok.; Nom.); Meditation, das Höchste Selbst, durch Gefühl zu ergreifen: Maheśvara (Nom.; Nom. m.)
vādako gāyanaś caiva sahasraśatalocanaḥ ekavaktro dvivaktraś ca trivaktro 'nekavaktrakaḥ
Spieler, Sänger, mit tausend und hundert Augen (Nom.); einmündig, zweimündig, dreimündig, vielmündig (Nom.)
ihm ergeben, ihm zugewandt, stets ihm fest, ihn zum Ziel habend (Nom.); verehre, Sohn, Mahādeva, dann wirst du das Ersehnte erlangen (Imp.; Vok.; Fut. 2.Sg.; Part. Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (@004), sehr lang. Das isolierte „ambā“ vor „dhairyam ālambya“ steht als eigenes Fragment im Text (wohl Sprecherangabe/Vokativ). Einige Epitheta (durantaka, sarvavādin, arūpasyādyarūpasya) unsicher. Zur Übersichtlichkeit sind die Wort-für-Wort-Paare hier zu Doppelgruppen zusammengefasst.
Ein Jahrhundert lang lebte ich damals nur von Früchten, das zweite von abgefallenen Blättern, das dritte hatte ich Wasser als Nahrung; und siebenhundert [Jahre] lang lebte ich damals nur von Luft.
Wort für Wort
ekaṃ varṣaśataṃ caiva
und ein Jahrhundert lang (Akk. der Dauer)
phalāhāras tadābhavam
von Früchten sich nährend wurde ich damals (Nom.; Adv.; Impf. 1.Sg.)
dvitīyaṃ śīrṇaparṇāśī
das zweite: Abgefallenes Laub essend (Akk.; Nom.)
tṛtīyaṃ cāmbubhojanaḥ
und das dritte: Wasser zur Nahrung habend (Akk.; Nom.)
Da er ihn als einen erkannte, der nur ihm ergeben ist, stellte er ihn auf die Probe.
Wort für Wort
ekabhakta iti jñātvā
‚er ist einzig ergeben‘, so erkannt habend (Nom.; Abs.)
jijñāsāṃ kurute tadā
stellt er damals eine Prüfung an (Akk. f.; Präs. Med. 3.Sg.; Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; „ekabhakta“ evtl. auch als „Einmalesser“ (‚nur einmal isst‘) lesbar; hier nach dem Kontext als ‚einzig Ergebener‘ gefasst [?].
[Er kam] auf einem großen Elefanten, [der] weiß wie Nektar [war], rotäugig, mit starr [aufgestellten] Ohren, brünstig, mit erhobenem Rüssel, schrecklich, vierzahnig.
Wort für Wort
sudhāvadātaṃ raktākṣam
nektarweiß, rotäugig (Akk. m.)
stabdhakarṇaṃ madotkaṭam
mit starren Ohren, brünstig (Akk. m.)
āveṣṭitakaraṃ raudram
mit eingerolltem/erhobenem Rüssel, schrecklich (Akk. m.)
dieses Wort ist wohl entschieden (Nom. n.; Part. Pass.)
na yan maheśvaraṃ muktvā
was nicht Maheśvara ausgenommen (Neg.; Rel.; Akk.; Abs.)
kathānyā mama rocate
eine andere Erzählung gefällt mir (Nom.; Gen./Dat.; Präs. 3.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Konstruktion der zweiten Zeile gedrängt, sinngemäß wiedergegeben [?].
„Wahrlich, Kauśika: Vom Kreislauf [der Wiedergeburt] möge mir keine Erlösung [aus Maheśvara] zuteilwerden [?]; nur die an Maheśvara geknüpfte Erzählung ist mir jetzt lieb zu hören, keine andere.“
Wort für Wort
satyaṃ kauśika saṃsārān
wahrlich, Kauśika, aus dem Kreislauf (Adv.; Vok.; Abl.)
mā mamāstu vinirvṛtiḥ
möge mir keine Beruhigung/Erlösung sein (Prohib.; Gen.; Imp. 3.Sg.; Nom.)
adya maheśvarabaddhā kathā
jetzt die an Maheśvara gebundene Erzählung (Adv.; Nom. f.)
mamānyā priyā śrotum
mir – eine andere lieb zu hören [?] (Gen.; Nom.; Nom.; Inf.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile, Text und Metrum gestört; Sinn unsicher.
„Auf Paśupatis Wort hin will ich auf der Stelle ein Wurm werden oder auch ein vielästiger Baum; doch selbst die Herrlichkeit der Herrschaft über die drei Welten, aus der Gunstgabe eines anderen als Paśupati erwachsen, ist mir unwillkommen.“
Wort für Wort
paśupativacanād bhavāmi sadyaḥ
auf Paśupatis Wort werde ich sogleich (Abl.; Präs. 1.Sg.; Adv.)
kṛmir atha vā tarur apy anekaśākhaḥ
ein Wurm oder auch ein vielästiger Baum (Nom.; Nom.)
apaśupativaraprasādajā me
aus der Gabengnade eines Nicht-Paśupati geboren, mir (Nom. f.; Gen.)
tribhuvanarājyavibhūtir apy aniṣṭā
auch die Pracht der Dreiweltenherrschaft [ist] unerwünscht (Nom. f.; Nom. f.)
janma śvapākamadhye 'pi me 'stu haracaraṇavandanaratasya; mā vānīśvarabhakto bhavāmi bhavane 'pi śakrasya; vāyvambubhujo 'pi sato narasya duḥkhakṣayaḥ kutas tasya; bhavati hi surāsuragurau yasya na viśveśvare bhaktiḥ; alam anyābhis teṣāṃ kathābhir atyarthadharmayuktābhiḥ; yeṣāṃ na kṣaṇam api rucito haracaraṇasmaraṇavicchedaḥ; haracaraṇaniratamatinā bhavitavyam anārjavaṃ yugaṃ prāpya; saṃsārabhayaṃ na bhavati harabhaktirasāyanaṃ pītvā; divasaṃ divasārdhaṃ vā muhūrtaṃ vā kṣaṇaṃ lavam; na hy alabdhaprasādasya bhaktir bhavati śaṃkare
„Meine Geburt sei auch inmitten der Hundeköcher [Ausgestoßenen], wenn ich nur Haras Füße verehre; oder ich möchte nicht Maheśvara-Ergebener sein – nicht einmal im Hause Śakras. Wie soll für einen Menschen, auch wenn er von Luft und Wasser lebt, Leidensende sein, wenn er keine Hingabe an den Allherrn hat, den Lehrer der Götter und Asuras? Genug jener anderen, überaus dharmareichen Erzählungen für die, denen die Unterbrechung des Gedenkens an Haras Füße nicht einen Augenblick lieb ist. Wer sich auf Haras Füße richtet, muss in einem Zeitalter, das nicht redlich ist, [Gedeihen finden]; die Furcht vor dem Kreislauf besteht nicht, wenn man das Elixier der Hara-Hingabe getrunken hat: Tag, halben Tag, Muhūrta, Augenblick, Moment – nicht kommt ohne erlangte Gnade Hingabe zu Śaṃkara auf.“
Wort für Wort
janma śvapākamadhye 'pi me 'stu haracaraṇavandanaratasya
auch inmitten der Hundeköche sei meine Geburt, der ich an Haras Fußverehrung Freude habe (Nom.; Lok.; Imp.; Gen.)
mā vānīśvarabhakto bhavāmi bhavane 'pi śakrasya
oder ich werde nicht Ergebener eines Nicht-Herrn, auch nicht im Haus Śakras [?] (Prohib.; Präs. 1.Sg.; Lok.)
vāyvambubhujo 'pi sato narasya duḥkhakṣayaḥ kutas tasya
auch für einen Menschen, der von Luft und Wasser lebt: woher Leidensende für ihn (Gen.; Nom.; Adv.)
bhavati hi surāsuragurau yasya na viśveśvare bhaktiḥ
wenn dessen Hingabe nicht dem Allherrn gilt, dem Lehrer von Göttern und Asuras (Präs.; Lok.; Nom. f.)
alam anyābhis teṣāṃ kathābhir atyarthadharmayuktābhiḥ
genug mit den anderen, überaus dharmagemäßen Erzählungen für sie (Adv.; Instr. Pl.; Gen.)
yeṣāṃ na kṣaṇam api rucito haracaraṇasmaraṇavicchedaḥ
denen auch nicht einen Augenblick die Unterbrechung des Gedenkens an Haras Füße lieb ist (Gen.; Nom.)
wer den Sinn auf Haras Füße richtet, muss sein, [wenn er] das unredliche Zeitalter erreicht [?] (Instr.; Gerundiv; Abs.)
saṃsārabhayaṃ na bhavati harabhaktirasāyanaṃ pītvā
Furcht vor dem Kreislauf entsteht nicht, nachdem man das Elixier der Hara-Hingabe getrunken hat (Nom.; Abs.)
divasaṃ divasārdhaṃ vā muhūrtaṃ vā kṣaṇaṃ lavam
einen Tag oder halben Tag, einen Muhūrta, einen Augenblick, einen Moment (Akk. der Dauer)
na hy alabdhaprasādasya bhaktir bhavati śaṃkare
denn wem die Gnade nicht zuteilwurde, der hat keine Hingabe an Śaṃkara (Gen.; Nom. f.; Lok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage, stark verderbt und ohne klare Satzgrenzen (Kāvya-Strophen, wohl späterer Einschub). Mehrere Zeilen, besonders „bhavitavyam anārjavaṃ yugaṃ prāpya“, sind sinngemäß und unsicher wiedergegeben; die Wort-für-Wort-Paare sind gruppiert.
śvāpi maheśvaravacanād bhavāmi sa hi naḥ paraḥ kāmaḥ; tridaśagaṇarājyam api khalu necchāmy amaheśvarājñaptam; na nākapṛṣṭhaṃ na ca devarājyaṃ; na brahmalokaṃ na ca niṣkalatvam; na sarvakāmān akhilān vṛṇomi; harasya dāsatvam ahaṃ vṛṇomi
„Auch ein Hund möchte ich auf Maheśvaras Wort hin werden – denn das ist mein höchster Wunsch; die Herrschaft der Dreißig-Götterschar wünsche ich wahrlich nicht, wenn sie nicht von Maheśvara befohlen ist. Nicht den Rücken des Himmels, nicht die Götterherrschaft, nicht die Brahmawelt, nicht die Ungeteiltheit; nicht alle Wünsche vollständig erwähle ich: Dienerschaft bei Hara erwähle ich.“
Wort für Wort
śvāpi maheśvaravacanād bhavāmi
auch Hund werde ich auf Maheśvaras Wort (Nom.; Abl.; Präs. 1.Sg.)
sa hi naḥ paraḥ kāmaḥ
denn das ist unser höchster Wunsch (Nom.; Gen. Pl.; Nom.)
tridaśagaṇarājyam api khalu necchāmy
auch die Herrschaft der Götterschar wünsche ich wahrlich nicht (Akk.; Präs. 1.Sg.)
amaheśvarājñaptam
nicht von Maheśvara befohlen (Part. Pass. n.)
na nākapṛṣṭhaṃ na ca devarājyam
nicht den Himmelsrücken, nicht die Götterherrschaft (Akk.)
na brahmalokaṃ na ca niṣkalatvam
nicht die Brahmawelt, nicht Teillosigkeit (Akk.)
na sarvakāmān akhilān vṛṇomi
nicht alle Wünsche vollständig erwähle ich (Akk. Pl.; Präs. 1.Sg.)
harasya dāsatvam ahaṃ vṛṇomi
Haras Dienerschaft erwähle ich (Gen.; Akk. n.; Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; „niṣkalatva“ (‚Teillosigkeit‘, wohl eine Form der Erlösung) unsicher [?].
„Solange der Herr Paśupati, mein Gebieter, dessen Haupt der makellose Mondsplitter schmückt, nicht erfreut ist, so lange ertrage ich die Leiden, die dem Körper zugeteilt sind, unter den Schlägen von hundert Geburten, Altern und Tod.“
Wort für Wort
yāvac chaśāṅkaśakalāmalabaddhamaulir
solange, wessen Krone mit dem makellosen Mondsplitter gebunden ist (Konj.; Nom. m.)
na prīyate paśupatir bhagavān mameśaḥ
nicht erfreut ist Paśupati, der Erhabene, mein Herr (Präs. Pass. 3.Sg.; Nom.)
tāvaj jarāmaraṇajanmaśatābhighātair
so lange durch die Schläge von Altern, Tod und hundert Geburten (Adv.; Instr. Pl.)
duḥkhāni dehavihitāni samudvahāmi
die dem Körper zugeteilten Leiden ertrage ich (Akk. Pl. n.; Part. Pass.; Präs. 1.Sg.)
divasakaraśaśāṅkavahnidīptaṃ; tribhuvanasāram apāram ādyam ekam; ajaram amaram aprasādya rudraṃ; jagati pumān iha ko labheta śāntim
Von Sonne, Mond und Feuer strahlend, das Wesen der drei Welten, grenzenlos, der Erste, der Eine, alterslos, unsterblich: Welcher Mann auf der Erde könnte Frieden finden, ohne Rudra gnädig gestimmt zu haben?
Wort für Wort
divasakaraśaśāṅkavahnidīptam
von Sonne, Mond und Feuer strahlend (Kompositum; Akk.Sg.n., zu rudram)
tribhuvanasāram apāram ādyam ekam
das Wesen der drei Welten, grenzenlos, den Ersten, den Einen (Akk.Sg.)
ajaram amaram
alterslos, unsterblich (Akk.Sg.)
aprasādya rudram
ohne gnädig gestimmt zu haben Rudra (Abs. mit a-, Akk.)
jagati pumān iha
in der Welt ein Mann hier (Lok./Nom.Sg.)
ko labheta śāntim
wer könnte erlangen Frieden (Opt.Med. 3.Sg. von labh)
Wenn ich denn durch meine Fehler abermals eine Geburt erhalte, so möge mir in jeder einzelnen Geburt, in jedem Dasein, meine Hingabe [an Rudra] unvergänglich sein.
Wort für Wort
yadi nāma janma bhūyaḥ
wenn nun eine Geburt wieder (Nom.Sg.n./Adv.)
bhavati madīyaiḥ punar doṣaiḥ
entsteht/erfolgt durch meine wiederum Fehler (3.Sg.Präs.; Instr.Pl.)
tasmiṃs tasmiñ janmani
in jener und jener Geburt (Lok.Sg.)
bhave bhaven me 'kṣayā bhaktiḥ
im Dasein möge sein mir unvergängliche Hingabe (Lok.Sg.; Opt.3.Sg.; Dat./Gen.; Nom.Sg.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
Upamanyu [sprach]: Das Seiende und das Nichtseiende, das Manifeste und das Unmanifeste, wie die Brahmakundigen ihn nennen, den Ewigen, Einen und Vielen: diesen wähle ich als Gabe. Ohne Anfang, Mitte und Ende, dessen Erkenntnis und Herrschermacht unausdenkbar ist, das höchste Selbst: ihn wählen wir als Gabe. Der alle Herrschaft besitzt, unerzeugt und unvergänglich, der aus dem Samenlosen der Same Entstandene: ihn wählen wir als Gabe. Das Licht jenseits der Finsternis, das Höchste der in Askese Verharrenden, nach dessen Erkenntnis man nicht mehr trauert: ihn wählen wir als Gabe. Den Kenner der Regungen der Wesen, der alle Wesen überwältigt, den allgegenwärtigen, allgewährenden Gott verehre ich, Puraṃdara. Den von Argumentierereien Freien, der den Sinn von Sāṃkhya und Yoga schenkt, den Höchsten, dem die Wahrheitskenner dienen: ihn wählen wir als Gabe. Maghavan, den man den Herrn der Götter nennt, den Selbst des Maghavan [d. h. Indras]: den Lehrer aller Wesen, den Gott, ihn wählen wir als Gabe. Der einst den Gott Brahmā erschuf, den Förderer der Welten, und mit dem Ei den Raum erfüllte: ihn wählen wir als Gabe. Feuer, Wasser, Wind, Erde, Raum, Erkenntnis und Denken, das Große: sag, wer könnte ihr Schöpfer sein, ein anderer als der höchste Herr? Denkorgan, Verstand, Ichbewusstsein, die Elementarfeinstoffe und die Sinne: sag, Śakra, wer sonst ist ihr Höchster, wenn nicht Śiva? Als Schöpfer der Welt nennt man hier den Großvater [Brahmā]; doch er erlangt große Herrlichkeit erst, wenn er den Herrn der Götter verehrt hat. Die höchste Herrschaft des Erhabenen, mit Brahmā und Viṣṇu an der Spitze, ist von Mahādeva her vorhanden: sag, wer ist höher als der höchste Herr? Wer außer dem Herrn der Götter vermag denn den Vorrang der Anführer der Daitya und Dānava und die Bezwingung der Feinde zu bewirken oder Söhne zu verschaffen? Himmelsrichtungen, Zeit, die Glanzkräfte der Sonne, Planeten, Wind, Mond und Sterne: wisse, diese stammen von Mahādeva; sag, wer ist höher als der höchste Herr? Oder in Entstehung und Vernichtung des Opfers oder der Tripura, in der Oberherrschaft über die Anführer der Daitya und Dānava und in der Bezwingung der Feinde [ist er der Wirkende]. Was soll hier viel an Sprüchen und Argumentationen, Puraṃdara? Als Tausendäugigen habe ich dich gesehen, du bester der Götter, von Siddhas und Gandharvas, von Göttern und Sehern verehrt; durch die Gnade des Götter-Gottes [ist] all das [so], o Bester der Kuśikas. Diese Gesamtheit ist die des Allgegenwärtigen mit den offenen, ungebundenen Haaren; unter Beseeltem und Unbeseeltem, Śakra, erkenne den Maheśvara. In den Welten Bhū und den anderen bis zu den größten, in den Welten und Weltengrenzen, in den Inselbereichen und in den Herrlichkeiten und Zwischenräumen des Meru: so nennen die Wahrheitsseher den Gott, den Erhabenen, den Maghavan. Wenn die Götter, Śakra, eine andere Gestalt des Seienden sähen, warum gehen dann die von den Asuras bedrängten Götter nicht zu einem [anderen] als Zuflucht? Bei den Schlägen gegen die Götter samt Yakṣas, Schlangen und Rākṣasas, bei ihrer gegenseitigen Vernichtung ist Bhava der Geber der Herrschaft am eigenen Platz. Bei Andhaka und Śumbha, Duṃdubhi und Mahiṣa, bei den Kräften der Herren der Yakṣas, den Rākṣasas und den Nivātakavacas: sag, wer außer Maheśvara [könnte] die Gabe [zu deren] Vernichtung [geben]? Wessen Same wurde einst in den Mund des Lehrers der Götter und Asuras geopfert, oder wessen anderen Same war es, durch den der goldene Berg geschaffen wurde? Als Luftgekleideter wird welcher andere in der Welt gerühmt, und wer ist aufwärts-Samiger? Und in wessen Hälfte sitzt die Geliebte, und von wem wurde der Körperlose besiegt? Sag, Indra, wessen höchste Stätte preisen die Götter? Von wem heißt es, dass er auf dem Leichenfeld zum Spiel oder beim Tanz angesprochen wird? Wessen Herrschaft ist gleich, oder wer spielt mit den Wesen? Wessen gleichstarke Götterscharen sind von Herrschaft berauscht? Wessen unbewegliche Stätte, von den drei Welten verehrt, wird verkündet? Wer sonst lässt regnen, glüht, wer leuchtet mit Glanz? Woher kommt der Reichtum der Pflanzen, oder wer trägt das Gut? Wer spielt nach Belieben in den drei Welten mit Beweglichem und Unbeweglichem? Dem die Yogis mit Erkenntnis, Vollkommenheit und Tatyoga dienen, und der von Sehern, Gandharvas und Siddhas als höchste Ursache bestimmt ist; dem Surāsuras durch Werke, Opfer und Ritualpraxis dienen, der stets frei ist von den Früchten der Werke: ihn nenne ich die Ursache. Grob und fein, unvergleichlich, unfassbar, im Bereich der Eigenschaften, eigenschaftslos und Herr der Eigenschaften: die höchste Stätte des Maheśvara. Der Herr des Alls, Lehrer der Ursachen, Ursache des Endes der Welten und Weltengrenzen; das Gewordene, Nichtgewordene und Zukünftige, der Erzeuger, Ursache von allem; das Unvergängliche und das Vergängliche, das Unmanifeste, Wissen und Nichtwissen, Getanes und Ungetanes, Dharma und Adharma: woher diese kommen, Śakra, den nenne ich die Ursache. Sieh hier unmittelbar, Götterfürst, das Zeichen, das Liṅga, mit der Bhaga gekennzeichnet, [gemacht] vom Götter-Gott Rudra, dem Grund von Schöpfung und Auflösung. Von meiner Mutter wurde mir einst die Ursache genannt, die Ursache der Welt; es gibt nichts Höheres als Īśa, Śakra; nimm bei ihm Zuflucht, wenn du willst. Offenkundig ist dir, Herr der Götter, bekannt, dass die drei Welten aus dem Zeichen der Vereinigung entstanden sind, mit ihrer Schar der Wandlungen und der Eigenschaftslosigkeit, aus dem Samen Brahmās und der anderen entstanden. Denn Brahmā, Indra, Mahendra und Viṣṇu samt den Göttern, Daityas und Asuras, deren Sinn von tausend Wünschen erfüllt ist: sie preisen keinen anderen als höher als Īśa. Diesen Gott, den durch Erkenntnis erklärbaren Höchsten der bewegten und unbewegten Welt, wünsche ich, mit gesammeltem Sinn, wünschend um der Erlösung willen, als Śarva, als Śiva.
Wort für Wort
upamanyuḥ sad asad vyaktam avyaktam yam āhur brahmavādinaḥ
Upamanyu [sprach] (Nom.Sg.) | das Seiende, Nichtseiende, Manifeste, Unmanifeste (Nom./Akk.Sg.n.) | den nennen die Brahmakundigen (Akk.; Perf.3.Pl.; Nom.Pl.)
den Ewigen, Einen und Vielen; diesen wähle ich als Gabe (Akk.; Abl.; 1.Sg.Präs.) | ohne Anfang, Mitte, Ende, mit unausdenkbarem Wissen und Herrschermacht (Akk.Sg.) | das höchste Selbst, deshalb wählen wir ihn als Gabe (Akk.; 1.Pl.Med.)
dessen ganze Herrschaft unerzeugt, unvergänglich (Akk.Sg.n.) | aus dem Samenlosen als Same entstanden (Abl.; Akk.) | jenseits der Finsternis das Licht, das Höchste der Askese-Verharrenden (Abl./Gen.; Nom.Sg.n.; Gen.Pl.)
nach dessen Erkenntnis man nicht trauert (Abs.; 3.Pl.Präs.) | den Kenner der Regungen der Wesen, Überwältiger aller Wesen (Akk.Sg.) | den Allgegenwärtigen, Allgewährenden, Gott verehre ich, Puraṃdara (Akk.; 1.Sg.; Vok.)
frei von Argumentationen, den Sinn von Sāṃkhya und Yoga gebend, höchsten (Instr.Pl.; Akk.Sg.) | dem dienen die Wahrheitskenner (3.Pl.Präs.; Nom.Pl.) | Maghavan, den man Selbst des Maghavan, Herrn der Götter nennt (Vok.; Akk.; 3.Pl.)
den Lehrer aller Wesen, den Gott (Akk.Sg.) | der einst erschuf den Gott Brahmā, Förderer der Welten (Impf.3.Sg.; Akk.) | das Ei, den Raum erfüllend (Akk.; Abs.)
agnir āpo 'nilaḥ pṛthvī khaṃ buddhiś ca mano mahān sraṣṭā caiṣāṃ bhaved yo 'nyo brūhi kaḥ parameśvarāt mano matir ahaṃkāras tanmātrāṇīndriyāṇi ca
Feuer, Wasser, Wind, Erde, Raum, Erkenntnis, Denken, das Große (Nom.) | ihr Schöpfer könnte sein wer anderes; sag, wer als der höchste Herr (Nom.Sg.; Opt.3.Sg.; Imp.; Abl.) | Manas, Verstand, Ichbewusstsein, Feinelemente und Sinne (Nom.)
brūhi caiṣāṃ bhavec chakra ko 'nyo 'sti paramaḥ śivāt sraṣṭāraṃ bhuvanasyeha vadantīha pitāmaham ārādhya sa tu deveśam aśnute mahatīṃ śriyam
sag, ihr, Śakra, wer sonst ist höher als Śiva (Imp.; Gen.Pl.; Vok.; Abl.) | als Schöpfer der Welt nennt man hier den Großvater (Akk.; 3.Pl.) | nachdem er den Herrn der Götter verehrt, erlangt er große Herrlichkeit (Abs.; 3.Sg.Med.; Akk.)
beim Erhabenen die höchste Herrschaft, mit Brahmā und Viṣṇu an der Spitze (Lok.; Nom.Sg.n.) | ist vorhanden fürwahr von Mahādeva her; sag, wer als der höchste Herr (Pass.3.Sg.; Abl.) | wegen Oberherrschaft über die Häupter der Daityas und Dānavas und Feindebezwingung (Gen.Pl.; Abl.)
ko 'nyaḥ śaknoti deveśād ṛte saṃpādituṃ sutān dikkālasūryatejāṃsi grahavāyvindutārakāḥ viddhi tv ete mahādevād brūhi kaḥ parameśvarāt
welcher andere vermag außer dem Götterherrn Söhne zu verschaffen (3.Sg.; Inf.; Akk.Pl.) | Himmelsrichtungen, Zeit, Glanzkräfte der Sonne, Planeten, Wind, Mond, Sterne (Nom.Pl.) | wisse, diese sind von Mahādeva; sag, wer als der höchste Herr (Imp.; Abl.)
oder in Entstehung und Vernichtung des Opfers oder der Tripura (Lok.Du.; Gen.) | was hier mit vielen Sprüchen, Argumentationen, Puraṃdara (Instr.Pl.; Vok.) | den Tausendäugigen habe ich, gesehen, dich eben, bester der Götter (Abs.; Akk.; Vok.) [?]
pūjitaṃ siddhagandharvair devaiś ca ṛṣibhis tathā devadevaprasādena tat sarvaṃ kuśikottama avyaktamuktakeśāya sarvagasyedam ātmakam
verehrt von Siddhas, Gandharvas, Göttern und Sehern (Part.; Instr.Pl.) | durch die Gnade des Götter-Gottes all das, Bester der Kuśikas (Instr.; Vok.) | für den Ungebundenhaarigen, Allgegenwärtigen ist dies wesenhaft (Dat.; Gen.) [?]
cetanācetanādyeṣu śakra viddhi maheśvarāt bhuvādyeṣu mahānteṣu lokālokāntareṣu ca dvīpasthāneṣu meroś ca vibhaveṣv antareṣu ca
unter Beseeltem, Unbeseeltem usw., Śakra, wisse es von Maheśvara (Lok.Pl.; Imp.; Abl.) | in Bhū usw. bis zu den größten, in Welt- und Weltengrenzräumen (Lok.Pl.) | in Inselbereichen, des Meru, in Machtentfaltungen, Zwischenräumen (Lok.Pl.; Gen.)
o Erhabener, Maghavan, den Gott sagen die Wahrheitsseher (Vok.; 3.Pl.Med.) | wenn die Götter, Śakra, eine andere Gestalt des Seins sehen (3.Pl.; Akk.Sg.f.) | warum gehen sie nicht zur Zuflucht, die von Asuras bedrängten Götter (3.Pl.; Part.; Instr.)
bei Schlägen gegen die Götter samt Yakṣas, Schlangen, Rākṣasas (Lok.Pl.; Gen.Pl.) | bei gegenseitigen Vernichtungen ist Bhava Geber der Herrschaft am eigenen Platz (Lok.Pl.; Nom.) | des Andhaka, Śumbha, Duṃdubhi und Mahiṣa (Gen.)
yakṣendrabalarakṣaḥsu nivātakavaceṣu ca varadānāvaghātāya brūhi ko 'nyo maheśvarāt surāsuraguror vaktre kasya retaḥ purā hutam
bei den Kräften der Yakṣaherren, den Rākṣasas und Nivātakavacas (Lok.Pl.) | zur Vernichtung der Gabe sag, wer anders als Maheśvara (Dat.; Imp.; Abl.) [?] | in den Mund des Lehrers der Götter und Asuras wessen Same einst geopfert (Gen.; Lok.; Part.)
oder wessen anderen Same, durch den der goldene Berg gemacht wurde (Gen.; Instr.; Part.) | als Luftgekleideter wird welcher andere gerühmt, wer ist aufwärts-samig (Pass.3.Sg.; Nom.) | in wessen Hälfte steht die Geliebte, von wem wurde der Körperlose besiegt (Lok.; Part.; Instr.)
brūhīndra paramaṃ sthānaṃ kasya devaiḥ praśasyate śmaśāne kasya krīḍārthaṃ nṛtye vā ko 'bhibhāṣyate kasyaiśvaryaṃ samānaṃ vā bhūtaiḥ ko vāpi krīḍate
sag, Indra, wessen höchste Stätte wird von den Göttern gepriesen (Imp.; Vok.; Pass.) | auf dem Leichenfeld, wer wird zum Spiel oder Tanz angesprochen (Lok.; Pass.3.Sg.) | wessen Herrschaft gleich, oder wer spielt mit den Wesen (Instr.Pl.; 3.Sg.Med.)
kasya tulyabalā devagaṇā aiśvaryadarpitāḥ ghuṣyate hy acalaṃ sthānaṃ kasya trailokyapūjitam varṣate tapate ko 'nyo jvalate tejasā ca kaḥ
wessen gleichstarke Götterscharen, von Herrschaft berauscht (Nom.Pl.) | verkündet wird ja die unbewegliche Stätte, von den drei Welten verehrt, wessen (Pass.3.Sg.) | wer sonst regnet, glüht, und wer leuchtet mit Glanz (3.Sg.Präs.)
kasmād oṣadhisaṃpattiḥ ko vā dhārayate vasu prakāmaṃ krīḍate ko vā trailokye sacarācare jñānasiddhikriyāyogaiḥ sevyamānaś ca yogibhiḥ
woher der Reichtum der Pflanzen, oder wer trägt das Gut (Abl.; 3.Sg.Kaus.) | nach Belieben spielt wer in den drei Welten samt Beweglichem und Unbeweglichem (Adv.; Lok.) | von Yogis mit Erkenntnis, Vollkommenheit, Tatyoga bedient (Instr.Pl.; Part.Pass.)
ṛṣigandharvasiddhaiś ca vihitaṃ kāraṇaṃ param karmayajñakriyāyogaiḥ sevyamānaḥ surāsuraiḥ nityaṃ karmaphalair hīnaṃ tam ahaṃ kāraṇaṃ vade
von Sehern, Gandharvas, Siddhas als höchste Ursache bestimmt (Instr.Pl.; Part.) | von Göttern und Asuras durch Werke, Opfer, Ritualpraxis bedient (Instr.Pl.) | stets frei von Werkfrüchten, ihn nenne ich die Ursache (Instr.Pl.; Akk.; 1.Sg.)
grob, fein, unvergleichlich, unfassbar, im Bereich der Eigenschaften (Akk.Sg.n.) | eigenschaftslos, Herr der Eigenschaften, die höchste Stätte des Maheśvara (Akk.) | Herr des Alls, Lehrer der Ursachen, Ursache der Weltenenden (Akk.)
bhūtābhūtabhaviṣyac ca janakaṃ sarvakāraṇam akṣarākṣaram avyaktaṃ vidyāvidye kṛtākṛte dharmādharmau yataḥ śakra tam ahaṃ kāraṇaṃ vade
Gewordenes, Nichtgewordenes, Zukünftiges, Erzeuger, Ursache von allem (Akk./Nom.) | das Unvergängliche und Vergängliche, Unmanifeste, Wissen und Nichtwissen, Getanes und Ungetanes (Nom.Du.) | Dharma und Adharma, woher, Śakra, ihn nenne ich die Ursache (Nom.Du.; Abl.-Adv.)
unmittelbar hier, Götterfürst, sieh das Liṅga, mit Bhaga gekennzeichnet (Adv.; Imp.; Akk.; Part.) | durch den Götter-Gott Rudra, den Grund von Schöpfung und Auflösung (Instr.Sg.) | von der Mutter zuvor mir genannt die Ursache, Ursache der Welt (Instr.; Part.)
es gibt nichts Höheres als Īśa, Śakra; nimm bei ihm Zuflucht, wenn du willst (3.Sg.; Abl.; Abs./Imp.; 2.Sg.) | offenkundig ist dir, Götterherr, bekannt das aus dem Zeichen der Vereinigung Entstandene (Part.Pass.; Vok.) | die drei Welten mit ihrer Schar der Wandlungen und Eigenschaftslosigkeit, aus Samen Brahmās usw. entstanden (Nom.Sg.n.) [?]
yad brahmendramahendraviṣṇusahitā devāś ca daityāsurā nānyaṃ kāmasahasrakalpitadhiyaḥ śaṃsanti īśāt param taṃ devaṃ sacarācarasya jagato vyākhyātavedyottamam
da Brahmā, Indra, Mahendra, Viṣṇu samt Göttern, Daityas, Asuras (Nom.Pl.) [?] | keinen anderen, deren Sinn von tausend Wünschen erfüllt, preisen als höher als Īśa (Akk.; Nom.Pl.; 3.Pl.; Abl.) | diesen Gott, der bewegten und unbewegten Welt, durch Erkenntnis erklärbaren Höchsten (Akk.; Gen.)
wünschend erwähle ich mit gesammeltem Sinn zur Erlösung Śarva, Śiva (Nom.; 1.Sg.Kaus.; Dat.; Akk.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sehr langer Sternzusatz (Zuweisung an Upamanyu, Wechselrede mit Indra); der Text ist stellenweise verderbt und syntaktisch sprunghaft, daher an mehreren Stellen nur sinngemäß wiedergegeben. Die Zeilen um „avyaktamuktakeśāya sarvagasyedam ātmakam“, „yad brahmendramahendra…“ und „ṛṣigandharvasiddhaiś ca vihitaṃ kāraṇaṃ param“ sind unsicher [?].
upamanyur uvāca; hetubhir vā kim anyais te īśaḥ kāraṇakāraṇam; na śuśruma yad anyasya liṅgam abhyarcyate suraiḥ
Upamanyu sprach: Was sollen dir andere Gründe? Īśa ist der Grund der Gründe. Wir haben nicht gehört, dass von den Göttern ein anderes Zeichen [Liṅga] verehrt würde.
Wort für Wort
upamanyur uvāca
Upamanyu sprach (Nom.; Perf.3.Sg.)
hetubhir vā kim anyais te
mit Gründen oder was mit anderen dir (Instr.Pl.; Gen./Dat.)
īśaḥ kāraṇakāraṇam
Īśa ist der Grund der Gründe (Nom.Sg.)
na śuśruma yad anyasya
nicht haben wir gehört, dass eines anderen (Perf.1.Pl.; Gen.Sg.)
liṅgam abhyarcyate suraiḥ
ein Liṅga verehrt wird von den Göttern (Nom.; Pass.3.Sg.; Instr.Pl.)
kasyānyasya suraiḥ sarvair liṅgaṃ muktvā maheśvaram; arcyate 'rcitapūrvaṃ vā brūhi yady asti te śrutiḥ
Wessen anderen [Gottes] Liṅga wird von allen Göttern verehrt oder wurde früher verehrt, außer Maheśvara? Sag es, wenn du eine Überlieferung [darüber] hast.
Wort für Wort
kasyānyasya suraiḥ sarvaiḥ
welches anderen von allen Göttern (Gen.; Instr.Pl.)
liṅgaṃ muktvā maheśvaram
das Liṅga, Maheśvara ausgenommen (Akk.; Abs.)
arcyate 'rcitapūrvaṃ vā
wird verehrt oder früher verehrt worden (Pass.3.Sg.; Part.)
brūhi yady asti te śrutiḥ
sag, wenn du eine Überlieferung hast (Imp.; 3.Sg.; Nom.Sg.f.)
na padmāṅkā na cakrāṅkā na vajrāṅkā yataḥ prajāḥ; liṅgāṅkā ca bhagāṅkā ca tasmān māheśvarī prajā; devyāḥ kāraṇarūpabhāvajanitāḥ sarvā bhagāṅkāḥ striyo; liṅgenāpi harasya sarvapuruṣāḥ pratyakṣacihnīkṛtāḥ; yo 'nyat kāraṇam īśvarāt pravadate devyā ca yan nāṅkitaṃ; trailokye sacarācare sa tu pumān bāhyo bhaved durmatiḥ; puṃliṅgaṃ sarvam īśānaṃ strīliṅgaṃ viddhi cāpy umām; dvābhyāṃ tanubhyāṃ vyāptaṃ hi carācaram idaṃ jagat
Weil die Geschöpfe nicht mit Lotos, nicht mit Diskus, nicht mit Vajra gezeichnet sind, sondern mit Liṅga und Bhaga, deshalb ist das Geschlecht [der Geschöpfe] das des Maheśvara. Alle Frauen, aus dem Wesenszustand der Göttin, der Ursache, hervorgegangen, sind mit der Bhaga gezeichnet; alle Männer sind durch das Liṅga Haras als offenkundiges Zeichen gekennzeichnet. Wer eine andere Ursache als Īśvara nennt, die nicht von der Göttin gezeichnet ist, der törichte Mann soll in den drei Welten samt Beweglichem und Unbeweglichem ein Außenstehender sein. Alles Männliche wisse als Īśāna, alles Weibliche wisse als Umā; von beiden Körpern ist diese bewegte und unbewegte Welt durchdrungen.
Wort für Wort
na padmāṅkā na cakrāṅkā na vajrāṅkā yataḥ prajāḥ
nicht lotos-, nicht diskus-, nicht vajragezeichnet, weil die Geschöpfe (Nom.Pl.f.)
liṅgāṅkā ca bhagāṅkā ca tasmān māheśvarī prajā
liṅga- und bhagagezeichnet, deshalb Maheśvaras das Geschlecht (Nom.Sg.f.; Abl.)
alles Männliche als Īśāna, alles Weibliche wisse auch als Umā (Akk.; Imp.)
dvābhyāṃ tanubhyāṃ vyāptaṃ hi carācaram idaṃ jagat
von beiden Körpern durchdrungen diese bewegte und unbewegte Welt (Instr.Du.; Part.; Nom.Sg.n.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sternzusatz mit stark sexualsymbolischer Sprache; Sinn von „bāhyaḥ“ (Außenstehender/Ausgestoßener) und der Bau der dritten Zeile sind unsicher [?].
evam uktvā tu devendraṃ duḥkhād ākulitendriyaḥ; na prasīdati me rudraḥ kim etad iti cintayan; athāpaśyaṃ kṣaṇenaiva tam evairāvataṃ punaḥ
Nachdem ich so zum Götterfürsten gesprochen hatte, mit vor Schmerz verwirrten Sinnen, dachte ich: „Rudra ist mir nicht gnädig; was ist das?“ Da sah ich im selben Augenblick wieder eben jenen Airāvata.
Wort für Wort
evam uktvā tu devendram
so gesprochen habend zum Götterfürsten (Abs.; Akk.)
duḥkhād ākulitendriyaḥ
vor Schmerz mit verwirrten Sinnen (Abl.; Nom.)
na prasīdati me rudraḥ
nicht gnädig ist mir Rudra (3.Sg.Präs.; Dat./Gen.)
[Ihn], der Schwan, Jasmin und Mond glich, mit dem Glanz von Lotosfaser und Kumuda-Blüte, der Gestalt eines Stiers annahm, sichtbar wie der Milchozean, das Meer.
kirīṭaṃ ca jaṭābhāraḥ sarpādyābharaṇāni ca; vajrādiśūlamātaṅgagambhīrasmitam āgatam
Krone und Haarlast, Schlangen und andere Schmuckstücke, [mit] Vajra und Dreizack: so kam er heran, mit tiefem Lächeln wie ein Elefant.
Wort für Wort
kirīṭaṃ ca jaṭābhāraḥ
Krone und Haarlast (Nom./Akk.)
sarpādyābharaṇāni ca
und Schlangen usw. als Schmuck (Nom.Pl.n.)
vajrādiśūlamātaṅgagambhīrasmitam
mit Vajra usw., Dreizack, Elefant, tiefem Lächeln (Kompositum) [?]
āgatam
gekommen (Part.Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zweite Zeile sprachlich unsicher (Vergleich mit „mātaṅga“ und Bezug von „āgatam“) [?].
sahasrabhujajihvāsyo bhīṣaṇo nāgavigrahaḥ; śaṅkhaśūlāsibhiś caiva paṭṭasai rūpavān sthitaḥ; yena ca tripuraṃ dagdhaṃ sarvadevamayaḥ śaraḥ; śūlaṃ ca yauvanopetaṃ lavaṇasya kare sthitam
Mit tausend Armen, Zungen und Mündern, furchtbar, Schlangengestalt; mit Muschel, Dreizack und Schwertern und mit der Kampfaxt, schön anzusehen, stand er da. Der Pfeil, durch den die Tripura verbrannt wurden, besteht aus allen Göttern; und der Dreizack, jugendkräftig, war in der Hand des Lavaṇa.
Wort für Wort
sahasrabhujajihvāsyo bhīṣaṇo nāgavigrahaḥ
mit tausend Armen, Zungen, Mündern, furchtbar, Schlangengestalt (Nom.)
śaṅkhaśūlāsibhiś caiva paṭṭasai rūpavān sthitaḥ
mit Muschel, Dreizack, Schwertern, Paṭṭisa, schön, stehend (Instr.Pl.) [?]
yena ca tripuraṃ dagdhaṃ
durch den die Tripura verbrannt wurde (Instr.; Nom.; Part.)
sarvadevamayaḥ śaraḥ
der aus allen Göttern bestehende Pfeil (Nom.)
śūlaṃ ca yauvanopetaṃ
und der Dreizack, mit Jugend begabt (Nom.)
lavaṇasya kare sthitam
in der Hand des Lavaṇa befindlich (Gen.; Lok.; Part.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sternzusatz; „paṭṭasai rūpavān“ ist im Text verderbt, „paṭṭasa“ (Streitaxt/Wurfspieß) und der Bezug von „rūpavān“ sind unsicher [?].
Die Axt, die Rāma die Kṣatriya-Erlösung [wörtlich: Kṣatriya-Leere] brachte, auf Śaṃkaras Befehl.
Wort für Wort
rāmaniḥkṣatriyakaraḥ
der Kṣatriya-los-Macher Rāmas (Nom.)
paraśuḥ śaṃkarājñayā
die Axt auf Śaṃkaras Befehl (Nom.; Instr.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sternzusatz; „niḥkṣatriyakaraḥ“ als „Kṣatriya-los-Macher“ gedeutet, Zusammenhang mit dem Kontext unsicher [?].
nirdadāha jagat kṛtsnaṃ trailokyaṃ sacarācaram; maheśvarabhujotsṛṣṭaṃ nimeṣārdhān na saṃśayaḥ
[Die Waffe] verbrannte die ganze Welt, die drei Welten samt Beweglichem und Unbeweglichem, wenn sie von Maheśvaras Arm abgeschossen wird, in einem halben Augenblick; kein Zweifel.
Wort für Wort
nirdadāha jagat kṛtsnam
verbrannte die ganze Welt (Perf.3.Sg.; Akk.)
trailokyaṃ sacarācaram
die drei Welten samt Beweglichem und Unbeweglichem (Akk.)
maheśvarabhujotsṛṣṭam
von Maheśvaras Arm abgeschossen (Part.)
nimeṣārdhān na saṃśayaḥ
in einem halben Wimpernschlag, kein Zweifel (Abl.; Nom.)
Für den es in dieser Welt weder unter Brahmā, Viṣṇu noch unter den Göttern etwas Unerschlagbares gibt: den habe ich gesehen, Lieber, das höchste Wunder und Staunen.
Wort für Wort
nāvadhyo yasya loke 'smin
nicht unerschlagbar ist für den in dieser Welt (Nom.; Gen.; Lok.)
brahmaviṣṇusureṣv api
selbst unter Brahmā, Viṣṇu, Göttern (Lok.Pl.)
tad ahaṃ dṛṣṭavāṃs tāta
das habe ich gesehen, Lieber (Part.Perf.Akt.; Vok.)
Eine geheime, überlegene Waffe gibt es noch, ihr gleich oder gar überstärker: jene, die als „der Dreizack“ bekannt ist, bei allen Welten als [Waffe] des Dreizackträgers.
Wort für Wort
guhyam astraṃ paraṃ ca api
geheime, überlegene Waffe, ferner auch (Nom.Sg.n.)
tat-tulya-adhikam eva vā
ihr gleich oder sogar überlegen (Nom.Sg.n.)
yat tat śūlam iti khyātam
die als „Dreizack“ bekannt ist (Part.Perf.Pass.)
sarva-lokeṣu śūlinaḥ
in allen Welten [bekannt] des Dreizackträgers (Lok.Pl. / Gen.Sg.)
Sie würde, vom Dreizackträger [gegen jemanden] geschleudert, die ganze Erde zerspalten oder den großen Ozean austrocknen oder die ganze Welt einziehen [= vernichten].
Wort für Wort
dārayet yat mahīṃ kṛtsnām
sie würde zerspalten die ganze Erde (Opt.Kaus.3.Sg. / Akk.Sg.f.)
śoṣayet vā mahā-udadhim
oder austrocknen den großen Ozean (Opt.Kaus.3.Sg. / Akk.Sg.m.)
saṃharet vā jagat kṛtsnam
oder einziehen die ganze Welt (Opt.3.Sg. / Akk.Sg.n.)
visṛṣṭaṃ śūla-pāṇinā
geschleudert vom Dreizack in der Hand Tragenden (Part.Perf.Pass. / Instr.Sg.)
Durch sie wurde einst Māṃdhātṛ, der Sohn des Yuvanāśva, samt seinem Heer erschlagen, der Weltherrscher von großer Glut, der König, der die drei Welten besiegte.
Wort für Wort
yauvanāśvaḥ hataḥ yena
der Yuvanāśva-Sohn wurde erschlagen durch die (Nom.Sg.m. / Part.Pass. / Instr.Sg.n.)
[Er,] der sehr starke, sehr kraftvolle, an Tapferkeit dem Śakra gleiche, [wurde,] o Govinda, hier von dem Rakṣas Lavaṇa [erschlagen], allein durch [den Dreizack], der in dessen Hand [lag].
Wort für Wort
mahā-balaḥ mahā-vīryaḥ
sehr stark, sehr kraftvoll (Nom.Sg.m.)
śakra-tulya-parākramaḥ
an Tapferkeit Śakra gleich (Nom.Sg.m.)
kara-sthena eva govinda
allein durch [das Ding] in der Hand, o Govinda (Instr.Sg.n. / Vok.)
lavaṇasya iha rakṣasaḥ
des Rakṣas Lavaṇa, hier (Gen.Sg.m. / Adv.)
Der Satz ist elliptisch; „hataḥ“ aus dem vorigen Vers ergänzt.
Rauchlos, flammend, schwarz, wie eine aufgegangene Todessonne; mit Schlangen in der Hand, unbeschreibbar, wie der Ende-Bringer mit der Schlinge in der Hand: diese Waffe habe ich, o Govinda, in Rudras Nähe gesehen.
Wort für Wort
vidhūmaṃ sa-arciṣaṃ kṛṣṇam
rauchlos, mit Flamme, schwarz (Akk.Sg.n.)
kāla-sūryam iva uditam
wie eine aufgegangene Zeit-/Todessonne (Akk.Sg.m. / Part.Perf.Pass.)
sarpa-hastam anirdeśyam
Schlangen in der Hand, nicht zu beschreiben (Akk.Sg.n.)
pāśa-hastam iva antakam
wie den Beender (Yama) mit der Schlinge in der Hand (Akk.Sg.m.)
dṛṣṭavān asmi govinda
gesehen habe ich, o Govinda (Part.Perf.Akt. + as / Vok.)
[Auch] dessen erhabene, durch scharfe Wucht [ausgezeichnete] Waffe, die einst [entstand],
Wort für Wort
paramaṃ tīkṣṇa-sāreṇa
erhabene, durch scharfe Kernkraft (Nom.Sg.n. / Instr.Sg.m.)
śastraṃ tasya api yat purā
die Waffe auch von diesem, welche einst (Nom.Sg.n. / Gen.Sg. / Rel.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Text knapp und syntaktisch unklar [?], Übersetzung tastend.
[das Beil,] vom zufriedenen Mahādeva [gegeben], der Kṣatriyas Vernichter, durch das Kārtavīrya, der Weltherrscher, in der großen Schlacht erschlagen wurde.
Wort für Wort
mahādevena tuṣṭena
von Mahādeva, dem zufriedenen (Instr.Sg.m.)
kṣatriyāṇāṃ kṣayaṃ-karaḥ
der Kṣatriyas Untergang bewirkend (Nom.Sg.m.)
kārtavīryaḥ hataḥ yena
Kārtavīrya wurde erschlagen durch welches (Nom.Sg.m. / Part.Pass. / Instr.Sg.n.)
cakravartī mahā-mṛdhe
der Weltherrscher, in der großen Schlacht (Nom.Sg.m. / Lok.Sg.)
Mit glänzender Schneide, mit sehr furchtbarem Antlitz, am Schaft [mit] Schlangen umwunden, erschien es nahe dem Dreizackträger, gleich der Spitze einer lodernden Flamme.
Wort für Wort
dīpta-dhāraḥ su-raudra-āsyaḥ
mit leuchtender Schneide, mit sehr schrecklichem Gesicht (Nom.Sg.m.)
sarpa-kaṇṭha-agra-veṣṭitaḥ
an Hals und Spitze von Schlangen umwunden (Nom.Sg.m.)
abhavat śūlinaḥ abhyāśe
wurde/erschien in der Nähe des Dreizackträgers (Impf.3.Sg. / Gen. / Lok.)
dīpta-vahni-śikha-upamaḥ
gleich einer lodernden Feuerflamme (Nom.Sg.m.)
Die Gliederung von „sarpakaṇṭhāgra-“ ist unsicher [?]; das Beil (paraśu) ist Subjekt.
savyadeśe tu devasya brahmā lokapitāmahaḥ; divyaṃ vimānam āsthāya haṃsayuktaṃ manojavam
Zur Rechten [?] des Gottes aber [stand] Brahmā, der Großvater der Welten, der ein göttliches, mit Gänsen bespanntes, gedankenschnelles Himmelsgefährt bestiegen hatte.
Wort für Wort
savya-deśe tu devasya
auf der (rechten?) Seite aber des Gottes (Lok.Sg. / Gen.Sg.)
brahmā loka-pitāmahaḥ
Brahmā, der Weltengroßvater (Nom.Sg.m.)
divyaṃ vimānam āsthāya
ein göttliches Himmelsgefährt bestiegen habend (Abs.)
haṃsa-yuktaṃ mano-javam
mit Gänsen bespannt, gedankenschnell (Akk.Sg.n.)
savya heißt gewöhnlich „links“; da Nārāyaṇa im folgenden Vers ausdrücklich zur Linken steht, hier wohl „rechts“ gemeint [?].
[Ihn,] die Gestalt der Welt, das große Liṅga, in deren Mitte von strotzender Erscheinung.
Wort für Wort
jagat-mūrtiṃ mahā-liṅgam
die Gestalt der Welt, das große Zeichen/Liṅga (Akk.Sg.)
tat-madhye sphīta-rūpiṇam
in dessen Mitte, von schwellender Gestalt (Lok. / Akk.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Bezug und Konstruktion unklar (Akkusativreihe ohne Verb), tastend übersetzt [?].
Brahmā, damals Bhava preisend, sang das Rathantara-Lied; Nārāyaṇa sang damals mit dem Jyeṣṭha-Sāman den Götterherrn; Śakra sang, das höchste Brahman rezitierend, das beste Śatarudrīya.
Wort für Wort
brahmā bhavaṃ tadā stunvan
Brahmā, Bhava damals preisend (Nom. / Akk. / Part.Präs.)
rathantaram udīrayan
das Rathantara-Sāman anstimmend (Akk.Sg.n. / Part.Präs.Kaus.)
jyeṣṭha-sāmnā ca deva-īśam
und mit dem Jyeṣṭha-Sāman den Götterherrn (Instr.Sg.n. / Akk.Sg.m.)
jagau nārāyaṇaḥ tadā
sang Nārāyaṇa damals (Perf.3.Sg. / Nom.Sg.)
gṛṇan śakraḥ param brahma
rezitierend Śakra das höchste Brahman (Part.Präs. / Nom. / Akk.Sg.n.)
namas te kṛṣṇavāsāya kṛṣṇakuñcitamūrdhaje; kṛṣṇājinottarīyāya kṛṣṇāṣṭam iratāya ca
Verehrung dir, dem in Schwarz Gekleideten, dem mit schwarzem, gelocktem Haupthaar; dem mit schwarzem Antilopenfell als Obergewand, dem an der dunklen Achten [des Monats] Gefallenden [?]!
Wort für Wort
namaḥ te kṛṣṇa-vāsāya
Verehrung dir, dem in Schwarz Gekleideten (Dat.Sg.m.)
kṛṣṇa-kuñcita-mūrdha-jāya
dem mit schwarzem, gekräuseltem Haar (Dat.Sg.m.)
kṛṣṇa-ajina-uttarīyāya
dem mit schwarzem Antilopenfell als Überwurf (Dat.Sg.m.)
kṛṣṇa-aṣṭamī-ratāya ca
und dem an der schwarzen Achten Gefallenden [?] (Dat.Sg.m.)
kṛṣṇāṣṭamiratāya: „an der dunklen Achten (8. Tag der dunklen Monatshälfte) Gefallen findend“; Text möglicherweise verderbt [?].
namo 'stu raktavarṇāya raktāmbaradharāya ca; raktadhvajapatākāya raktasraganulepine; namo 'stu pītavarṇāya pītāmbaradharāya ca; pītadhvajapatākāya pītasraganulepine; namo 'stūcchritachatrāya kirīṭavaradhāriṇe; ardhahārārdhakeyūraardhakuṇḍalakarṇine; namaḥ pavanavegāya namo devāya vai namaḥ; surendrāya munīndrāya mahendrāya namo 'stu te; namaḥ padmārdhamālāya utpalair miśritāya ca; ardhacandanaliptāya ardhasraganulepine; nama ādityavaktrāya ādityanayanāya ca; nama ādityavarṇāya ādityapratimāya ca; namaḥ somāya saumyāya saumyavaktradharāya ca; saumyarūpāya mukhyāya saumyadaṃṣṭrāvibhūṣaṇe; namaḥ śyāmāya gaurāya ardhapītārdhapāṇḍure; nārīnaraśarīrāya strīpuṃsāya namo 'stu te; namo 'stu vṛṣavāhāya gajendragamanāya ca; durgamāya namas tubhyam agamyāgamanāya ca; namo 'stu gaṇagītāya gaṇavṛndaratāya ca; gaṇānuyātamārgāya gaṇanityavratāya ca; namaḥ śvetābhravarṇāya saṃdhyārāgaprabhāya ca; anuddiṣṭābhidhānāya svarūpāya namo 'stu te; namo raktāgravāsāya raktasūtradharāya ca; raktamālāvicitrāya raktāmbaradharāya ca; maṇibhūṣitamūrdhāya namaś candrārdhabhūṣiṇe; vicitramaṇimūrdhāya kusumāṣṭadharāya ca; namo 'gnimukhanetrāya sahasraśaśilocane; agnirūpāya kāntāya namo 'stu gahanāya ca; khacarāya namas tubhyaṃ gocarābhiratāya ca; bhūcarāya bhuvanāya anantāya śivāya ca; namo digvāsase nityam adhivāsasuvāsase; namo jagannivāsāya pratipattisukhāya ca; nityam udbaddhamukuṭe mahākeyūradhāriṇe; sarpakaṇṭhopahārāya vicitrābharaṇāya ca; namas trinetranetrāya sahasraśatalocane; strīpuṃsāya napuṃsāya namaḥ sāṃkhyāya yogine; śaṃyor abhisravantāya atharvāya namo namaḥ; namaḥ sarvārtināśāya namaḥ śokaharāya ca; namo meghaninādāya bahumāyādharāya ca; bījakṣetrādhipālāya sraṣṭārāya namo namaḥ; namaḥ surāsureśāya viśveśāya namo namaḥ; namaḥ pavanavegāya namaḥ pavanarūpiṇe; namaḥ kāñcanamālāya girimālāya vai namaḥ; namaḥ surārimālāya caṇḍavegāya vai namaḥ; brahmaśiropahartāya mahiṣaghnāya vai namaḥ; namaḥ strīrūpadhārāya sarvarūpadharāya ca; namas tripurahartāya yajñavidhvaṃsanāya ca; namaḥ kāmāṅganāśāya kāladaṇḍadharāya ca; namaḥ skandaviśākhāya brahmadaṇḍāya vai namaḥ; namo bhavāya śarvāya viśvarūpāya vai namaḥ; īśānāya bhagaghnāya namo 'stv andhakaghātine; namo viśvāya māyāya cintyācintyāya vai namaḥ
Verehrung sei dem Rotfarbigen, dem Rotgewand Tragenden, dem mit roter Fahnenstandarte, dem mit roter Girlande und Salbung; Verehrung sei dem Gelbfarbigen, dem Gelbgewand Tragenden, dem mit gelber Fahnenstandarte, dem mit gelber Girlande und Salbung! Verehrung sei dem mit erhobenem Schirm, dem den vortrefflichen Kopfschmuck Tragenden, dem, der zur Hälfte Halsschmuck, zur Hälfte Armreif, zur Hälfte Ohrring an den Ohren trägt; Verehrung dem Windschnellen; Verehrung dem Gott, wahrlich Verehrung; dem Herrn der Götter, dem Herrn der Weisen, dem Großen Indra sei Verehrung dir! Verehrung dem, der eine halbe Lotusgirlande [trägt], und dem mit Lotosblüten Vermischten; dem halb mit Sandel Bestrichenen, dem halb mit Girlande Gesalbten; Verehrung dem mit Sonnenantlitz und Sonnenaugen; Verehrung dem von Sonnenfarbe und dem der Sonne Gleichen! Verehrung dem Soma, dem Milden, dem Träger eines milden Antlitzes, dem von milder Gestalt, dem Vornehmsten, dem mit milden Fangzähnen als Schmuck; Verehrung dem Dunklen und Hellen, dem halb Gelben und halb Weißen; dem, dessen Leib der einer Frau und eines Mannes ist, dem Weib-Mann sei Verehrung dir! Verehrung sei dem Stierreiter und dem im Gang dem Elefantenfürsten Gleichen; dir, dem Schwerzugänglichen, Verehrung, und dem, dessen Kommen unfassbar ist; Verehrung dem von den Scharen Besungenen und dem an Scharen von Scharen Gefallenden, dem, dessen Weg von den Scharen begleitet wird, dem, der ständig ein Gelübde mit den Scharen hält; Verehrung dem von der Farbe weißer Wolken und dem vom Glanz der Abendröte; dem, dessen Name nicht [ausdrücklich] genannt ist, dir, dem Eigengestaltigen, sei Verehrung! Verehrung dem mit rot[gesäumtem] Gewand, dem Träger einer roten Schnur, dem mit roten Girlanden Bunten, dem Rotgewand Tragenden; dem mit juwelengeschmücktem Haupt, Verehrung dem mit Halbmond Geschmückten; dem mit buntem Juwelenhaupt, dem Träger [von Kränzen] aus acht Blumen [?]; Verehrung dem mit Feuer als Mund und Augen, dem mit tausend Monden als Augen; dem Feuergestaltigen, dem Lieblichen, Verehrung sei dem Unergründlichen; dir, dem Himmelsgänger, Verehrung, und dem am Weidegang [?] Gefallenden; dem Erdgänger, der Welt, dem Unendlichen und Freundlichen [Śiva]! Verehrung dem stets Himmelsgekleideten [= Nackten], dem gut Gekleideten mit Obergewand; Verehrung dem, der die Welt zur Wohnstatt hat, und dem, dessen Wonne das Erlangen [?] ist; dem stets mit hochgebundenem Diadem, dem Träger großer Armreife; dem mit Schlangen am Hals als Schmuck und mit buntem Geschmeide; Verehrung dem, dessen Augen die Augen des Dreiäugigen sind, dem mit Hunderten und Tausenden Augen; dem Weib-Mann und Nichtmann, Verehrung dem Sāṃkhya-Kundigen, dem Yogin; dem Strömenden der Wohltat [?], dem Atharvan, Verehrung, Verehrung! Verehrung dem Beender aller Not, Verehrung dem Kummerzerstörer; Verehrung dem mit Wolkendonner, dem Träger vieler Zaubermacht; dem Hüter von Same und Feld, dem Schöpfer, Verehrung, Verehrung; Verehrung dem Herrn der Götter und Asuras, dem Herrn des Alls, Verehrung, Verehrung! Verehrung dem Windschnellen, Verehrung dem Windgestaltigen; Verehrung dem mit Goldgirlande, dem mit Berggirlande, wahrlich Verehrung; Verehrung dem mit der Girlande der Götterfeinde [Schädelkette], dem stürmisch Schnellen, wahrlich Verehrung; dem, der Brahmās Haupt abnahm, dem Büffeldämon-Töter, wahrlich Verehrung; Verehrung dem, der Frauengestalt annimmt, und dem, der alle Gestalten annimmt; Verehrung dem Zerstörer der drei Städte und dem Vernichter des Opfers; Verehrung dem Vernichter des Leibes des Kāma [Liebesgottes] und dem Träger des Zeitstabes; Verehrung dem von Skanda und Viśākha Begleiteten, dem Brahmā-Stab, wahrlich Verehrung; Verehrung dem Bhava, dem Śarva, dem Allgestaltigen, wahrlich Verehrung; dem Īśāna, dem Bhaga-Schläger, Verehrung sei dem Andhaka-Töter; Verehrung dem All, der Māyā, dem Denkbaren und Undenkbaren, wahrlich Verehrung!
Wort für Wort
namo 'stu rakta-varṇāya rakta-ambara-dharāya ca | rakta-dhvaja-patākāya rakta-srag-anulepine
Verehrung sei dem Rotfarbigen und Rotgewand Tragenden (Dat.Sg.m.) | dem mit roter Fahne, roter Girlande und Salbe (Dat.Sg.m.)
namo 'stu pīta-varṇāya pīta-ambara-dharāya ca | pīta-dhvaja-patākāya pīta-srag-anulepine
Verehrung dem Gelbfarbigen und Gelbgewand Tragenden (Dat.Sg.m.) | dem mit gelber Fahne, gelber Girlande und Salbe (Dat.Sg.m.)
namo 'stu ucchrita-chatrāya kirīṭa-vara-dhāriṇe | ardha-hāra-ardha-keyūra-ardha-kuṇḍala-karṇine
dem mit erhobenem Schirm, dem den vortrefflichen Kopfschmuck Tragenden (Dat.Sg.m.) | halb Halskette, halb Armreif, halb Ohrring an den Ohren tragend (Dat.Sg.m.)
namaḥ pavana-vegāya namo devāya vai namaḥ | sura-indrāya muni-indrāya mahā-indrāya namo 'stu te
Verehrung dem Windschnellen, dem Gott wahrlich (Dat.Sg.) | dem Götterfürsten, Weisenfürsten, Großen Indra Verehrung dir (Dat.Sg.m.)
namaḥ padma-ardha-mālāya utpalair miśritāya ca | ardha-candana-liptāya ardha-srag-anulepine
Verehrung dem mit halber Lotusgirlande und mit Lotosblüten Vermischten (Dat.Sg.m. / Instr.Pl.) | dem halb mit Sandel Bestrichenen, halb mit Girlande Gesalbten (Dat.Sg.m.)
nama āditya-vaktrāya āditya-nayanāya ca | nama āditya-varṇāya āditya-pratimāya ca
Verehrung dem mit Sonnenantlitz und Sonnenaugen (Dat.Sg.m.) | Verehrung dem von Sonnenfarbe und Sonnengleichen (Dat.Sg.m.)
namaḥ somāya saumyāya saumya-vaktra-dharāya ca | saumya-rūpāya mukhyāya saumya-daṃṣṭrā-vibhūṣaṇe
Verehrung dem Soma, dem Milden, dem mildes Antlitz Tragenden (Dat.Sg.m.) | dem von milder Gestalt, dem Ersten, dem mit milden Fangzähnen als Schmuck (Dat.Sg.m.)
namaḥ śyāmāya gaurāya ardha-pīta-ardha-pāṇḍure | nārī-nara-śarīrāya strī-puṃsāya namo 'stu te
Verehrung dem Dunklen, dem Hellen, halb Gelben, halb Weißen (Dat.Sg.m.) | dem mit Frauen- und Männerleib, dem Weib-Mann, Verehrung dir (Dat.Sg.m.)
namo 'stu vṛṣa-vāhāya gaja-indra-gamanāya ca | durgamāya namas tubhyam agamya-āgamanāya ca
Verehrung dem Stierreiter, dem mit Elefantenfürsten-Gang (Dat.Sg.m.) | dem Schwerzugänglichen Verehrung dir, dem mit unfassbarem Kommen (Dat.Sg.m.)
namo 'stu gaṇa-gītāya gaṇa-vṛnda-ratāya ca | gaṇa-anuyāta-mārgāya gaṇa-nitya-vratāya ca
Verehrung dem von Scharen Besungenen, an Scharenmengen Gefallenden (Dat.Sg.m.) | dem, dessen Weg Scharen folgen, dem mit stetem Gelübde bei den Scharen (Dat.Sg.m.)
namaḥ śveta-abhra-varṇāya saṃdhyā-rāga-prabhāya ca | anuddiṣṭa-abhidhānāya sva-rūpāya namo 'stu te
Verehrung dem von Farbe weißer Wolken, mit Glanz der Abendröte (Dat.Sg.m.) | dem mit nicht genanntem Namen, dem Eigengestaltigen, Verehrung dir (Dat.Sg.m.)
namo rakta-agra-vāsāya rakta-sūtra-dharāya ca | rakta-mālā-vicitrāya rakta-ambara-dharāya ca
Verehrung dem mit rotgesäumtem Gewand, dem Träger roter Schnur (Dat.Sg.m.) | dem mit roten Girlanden Bunten, dem Rotgewand Tragenden (Dat.Sg.m.)
maṇi-bhūṣita-mūrdhāya namaś candra-ardha-bhūṣiṇe | vicitra-maṇi-mūrdhāya kusuma-aṣṭa-dharāya ca
dem mit juwelengeschmücktem Haupt, Verehrung dem mit Halbmond Geschmückten (Dat.Sg.m.) | dem mit buntem Juwelenhaupt, dem Träger von acht Blumen [?] (Dat.Sg.m.)
namo 'gni-mukha-netrāya sahasra-śaśi-locane | agni-rūpāya kāntāya namo 'stu gahanāya ca
Verehrung dem mit Feuer als Mund und Augen, mit tausend Monden als Augen (Dat.Sg.m.) | dem Feuergestaltigen, Lieblichen, Verehrung dem Unergründlichen (Dat.Sg.m.)
khacarāya namas tubhyaṃ go-cara-abhiratāya ca | bhū-carāya bhuvanāya anantāya śivāya ca
dem Himmelsgänger Verehrung dir, dem am Weidegang [?] Gefallenden (Dat.Sg.m.) | dem Erdgänger, der Welt, dem Unendlichen, dem Freundlichen (Dat.Sg.m.)
namo dig-vāsase nityam adhivāsa-su-vāsase | namo jagat-nivāsāya pratipatti-sukhāya ca
Verehrung dem Himmelsgegenden-Gekleideten, stets, dem im Obergewand gut Gekleideten (Dat.Sg.m.) | Verehrung dem Weltbewohner und dem an Erlangen Wonne Habenden [?] (Dat.Sg.m.)
nityam udbaddha-mukuṭe mahā-keyūra-dhāriṇe | sarpa-kaṇṭha-upahārāya vicitra-ābharaṇāya ca
dem stets mit hochgebundener Krone, dem Träger großer Armreifen (Dat.Sg.m.) | dem mit Schlangenhalsschmuck und buntem Geschmeide (Dat.Sg.m.)
Verehrung dem mit Augen des Dreiäugigen, dem mit tausend mal hundert Augen (Dat.Sg.m.) | dem Weib-Mann, dem Nichtmann, Verehrung dem Sāṃkhya-Kundigen, dem Yogin (Dat.Sg.m.)
śaṃyor abhisravantāya atharvāya namo namaḥ | namaḥ sarva-arti-nāśāya namaḥ śoka-harāya ca
dem Heil-Strömenden [?], dem Atharvan, Verehrung, Verehrung (Dat.Sg.m.) | Verehrung dem Zerstörer aller Not, dem Kummerbeseitiger (Dat.Sg.m.)
namo megha-ninādāya bahu-māyā-dharāya ca | bīja-kṣetra-adhipālāya sraṣṭārāya namo namaḥ
dem mit Wolkendonner, dem Träger vieler Māyā (Dat.Sg.m.) | dem Hüter von Same und Feld, dem Schöpfer, Verehrung, Verehrung (Dat.Sg.m.)
namaḥ sura-asura-īśāya viśva-īśāya namo namaḥ | namaḥ pavana-vegāya namaḥ pavana-rūpiṇe
dem Herrn der Götter und Asuras, dem Herrn des Alls (Dat.Sg.m.) | dem Windschnellen, dem Windgestaltigen (Dat.Sg.m.)
namaḥ kāñcana-mālāya giri-mālāya vai namaḥ | namaḥ sura-ari-mālāya caṇḍa-vegāya vai namaḥ
dem mit Goldkranz, dem mit Berggirlande (Dat.Sg.m.) | dem mit Kranz der Götterfeinde, dem Zornschnellen (Dat.Sg.m.)
brahma-śiraḥ-upahartāya mahiṣa-ghnāya vai namaḥ | namaḥ strī-rūpa-dhārāya sarva-rūpa-dharāya ca
dem Brahmās Haupt Abnehmenden, dem Büffel-Töter (Dat.Sg.m.) | dem Frauengestalt Annehmenden, dem alle Gestalten Tragenden (Dat.Sg.m.)
namas tripura-hartāya yajña-vidhvaṃsanāya ca | namaḥ kāma-aṅga-nāśāya kāla-daṇḍa-dharāya ca
dem Zerstörer der drei Städte, dem Opfervernichter (Dat.Sg.m.) | dem Vernichter von Kāmas Leib, dem Träger des Zeitstabes (Dat.Sg.m.)
namaḥ skanda-viśākhāya brahma-daṇḍāya vai namaḥ | namo bhavāya śarvāya viśva-rūpāya vai namaḥ
dem mit Skanda und Viśākha, dem Brahmastab (Dat.Sg.m.) | dem Bhava, dem Śarva, dem Allgestaltigen (Dat.Sg.m.)
īśānāya bhaga-ghnāya namo 'stv andhaka-ghātine | namo viśvāya māyāya cintya-acintyāya vai namaḥ
dem Īśāna, dem Bhaga-Schlagenden, dem Andhaka-Töter (Dat.Sg.m.) | dem All, der Māyā, dem Denkbaren und Undenkbaren (Dat.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Stern-Text) mit langer Preisreihe im Dativ; einzelne Epitheta sind unsicher [?], teils vermutlich verderbt. Die wfw-Paare fassen je zwei Pādas zusammen, getrennt durch „|“.
Du bist der Stier [der Vorzüglichste] unter den Reinigenden, unter den Yogins der Unteilbare, Śiva; unter den Lebensstufen der Hausvater; unter den Herrschern der Große Herr; du wirst Kubera unter allen Yakṣas [genannt], unter den Opfern Viṣṇu.
Wort für Wort
ṛṣabhaḥ tvaṃ pavitrāṇām
Stier/Bester bist du unter den Reinigenden (Nom.Sg. / Gen.Pl.)
yogināṃ niṣkalaḥ śivaḥ
unter den Yogins der Unteilbare, Śiva (Gen.Pl. / Nom.Sg.m.)
āśramāṇāṃ gṛhasthaḥ tvam
unter den Lebensstufen der Hausvater du (Gen.Pl. / Nom.Sg.)
īśvarāṇāṃ maheśvaraḥ
unter den Herrschern der Große Herr (Gen.Pl. / Nom.Sg.)
kuberaḥ sarva-yakṣāṇām
Kubera unter allen Yakṣas (Nom. / Gen.Pl.)
kratūnāṃ viṣṇuḥ ucyase
unter den Opfern Viṣṇu wirst du genannt (Gen.Pl. / Nom. / Präs.Pass.2.Sg.)
parvatānāṃ mahāmerur nakṣatrāṇāṃ ca candramāḥ; vasiṣṭhas tvam ṛṣīṇāṃ ca grahāṇāṃ sūrya ucyase
Unter den Bergen [bist du] der große Meru, unter den Sternbildern der Mond; du [bist] Vasiṣṭha unter den Ṛṣis, unter den Planeten wirst du Sūrya [Sonne] genannt.
Wort für Wort
parvatānāṃ mahā-meruḥ
unter den Bergen der große Meru (Gen.Pl. / Nom.Sg.)
nakṣatrāṇāṃ ca candramāḥ
und unter den Sternbildern der Mond (Gen.Pl. / Nom.Sg.)
vasiṣṭhaḥ tvam ṛṣīṇāṃ ca
Vasiṣṭha du unter den Ṛṣis (Nom. / Gen.Pl.)
grahāṇāṃ sūryaḥ ucyase
unter den Planeten Sūrya wirst du genannt (Gen.Pl. / Nom. / Präs.Pass.)
sāmavedaś ca vedānāṃ yajuṣāṃ śatarudriyam; sanatkumāro yogīnāṃ sāṃkhyānāṃ kapilo hy asi
Unter den Veden [bist du] der Sāmaveda, unter den Yajus[-Texten] das Śatarudriya; unter den Yogins Sanatkumāra, und unter den Sāṃkhyas bist du fürwahr Kapila.
Wort für Wort
sāma-vedaḥ ca vedānām
und der Sāmaveda unter den Veden (Nom. / Gen.Pl.)
yajuṣāṃ śata-rudriyam
unter den Yajus das Śatarudriya (Gen.Pl. / Nom.Sg.n.)
sanatkumāraḥ yogināṃ
Sanatkumāra unter den Yogins (Nom. / Gen.Pl.)
sāṃkhyānāṃ kapilaḥ hi asi
unter den Sāṃkhyas Kapila fürwahr bist du (Gen.Pl. / Nom. / Präs.2.Sg.)
śakro 'si marutāṃ deva pitṝṇāṃ dharmarāḍ asi; brahmalokaś ca lokānāṃ gatīnāṃ mokṣa ucyase
Śakra bist du unter den Maruts, o Gott; unter den Ahnen bist du Dharmarāj [Yama]; unter den Welten [der] Brahma-Welt, und unter den Zielen wirst du die Erlösung genannt.
Wort für Wort
śakraḥ asi marutāṃ deva
Śakra bist du unter den Maruts, o Gott (Nom. / Gen.Pl. / Vok.)
pitṝṇāṃ dharma-rāj asi
unter den Ahnen bist du König des Rechts (Gen.Pl. / Nom.Sg.)
brahma-lokaḥ ca lokānām
und die Brahma-Welt unter den Welten (Nom. / Gen.Pl.)
gatīnāṃ mokṣaḥ ucyase
unter den Zielen die Erlösung wirst du genannt (Gen.Pl. / Nom. / Präs.Pass.)
kṣīrodaḥ sāgarāṇāṃ ca śailānāṃ himavān giriḥ; varṇānāṃ brāhmaṇaś cāsi viprāṇāṃ dīkṣito dvijaḥ; ādis tvam asi lokānāṃ saṃhartā kāla eva ca
Unter den Meeren [bist du] der Milchozean, unter den Bergen der Himavat; unter den Ständen bist du der Brāhmaṇa, unter den Brahmanen der Geweihte, der Zweimalgeborene; du bist der Ursprung der Welten und der Einzieher und die Zeit selbst.
Wort für Wort
kṣīra-udaḥ sāgarāṇāṃ ca
der Milchozean unter den Meeren (Nom. / Gen.Pl.)
śailānāṃ himavān giriḥ
unter den Felsen der Himavat-Berg (Gen.Pl. / Nom.)
varṇānāṃ brāhmaṇaḥ ca asi
unter den Ständen bist du der Brāhmaṇa (Gen.Pl. / Nom. / Präs.2.Sg.)
viprāṇāṃ dīkṣitaḥ dvijaḥ
unter den Vipras der Geweihte, Zweimalgeborene (Gen.Pl. / Nom.Sg.m.)
yac cānyad api lokeṣu sattvaṃ tejodhikaṃ smṛtam; tat sarvaṃ bhagavān eva iti me niścitā matiḥ
Und was es sonst noch in den Welten an Wesen gibt, das als übermäßig kraftvoll gilt: all das ist nur der Erhabene [selbst] – so ist mein fester Entschluss.
Wort für Wort
yat ca anyat api lokeṣu
und was sonst noch in den Welten (Nom.Sg.n. / Lok.Pl.)
sattvaṃ tejaḥ-adhikam smṛtam
Wesen, an Glanz überlegen, gilt (Nom.Sg.n. / Part.Pass.)
tat sarvaṃ bhagavān eva
all das ist der Erhabene selbst (Nom.Sg.n. / Nom.Sg.m.)
iti me niścitā matiḥ
so [ist] mein feststehender Sinn (Nom.Sg.f. / Gen./Dat.)
Und welches Vergehen ich aus Unwissenheit begangen habe, o Höchster Herr, [weil ich dachte:] „Er ist mein Ergebener“ – all das, Herr der Götter, verdienst du zu verzeihen.
Wort für Wort
yaṃ ca aparādhaṃ kṛtavān
und welches Vergehen ich begangen habe (Akk.Sg.m. / Part.Perf.Akt.)
ajñānāt parama-īśvara
aus Unwissenheit, o Höchster Herr (Abl.Sg. / Vok.)
mat-bhaktaḥ iti deva-īśa
„mein Ergebener“ so, Herr der Götter (Nom.Sg.m. / Vok.)
tat sarvaṃ kṣantum arhasi
all das zu verzeihen verdienst du (Akk.Sg.n. / Inf. / Präs.2.Sg.)
„madbhakta iti“ ist knapp: wohl „[in dem Glauben,] er ist mein Ergebener, [wollte ich ihn nicht ehren]“ [?]; Bezug nicht sicher.
Und getäuscht war ich, Herr der Götter, dir gegenüber durch den Wechsel der Gestalt; deshalb wurde von mir das Ehrwasser nicht gegeben und auch das Fußwasser nicht, Herr der Götter.
Wort für Wort
mohitaḥ ca asmi deva-īśa
und verwirrt bin ich, Herr der Götter (Part.Pass. / Präs.1.Sg. / Vok.)
tubhyaṃ rūpa-viparyayāt
dir gegenüber wegen der Gestaltverwandlung (Dat. / Abl.Sg.m.)
tena na arghyaṃ mayā dattam
deshalb nicht das Ehrwasser von mir gegeben (Instr. / Nom.Sg.n. / Instr. / Part.Pass.)
pādyaṃ ca api sura-īśvara
und auch das Fußwasser, Herr der Götter (Nom.Sg.n. / Vok.)
Als der Speerträger so zu ihnen gesprochen hatte, sagten da, o Kṛṣṇa, jene Götter alle mit gefalteten Händen, nachdem sie sich vor dem Stierbannerträger verneigt hatten:
Wort für Wort
evam uktās tataḥ kṛṣṇa
so angesprochen da, o Kṛṣṇa (Part.Nom.Pl./Vok.)
surās te
jene Götter (Nom.Pl.)
śūlapāṇinā
vom Speerhändigen [Śiva] (Instr.Sg.)
ūcuḥ prāñjalayaḥ sarve
sprachen mit gefalteten Händen, alle (Perf.3.Pl./Nom.Pl.)
namaskṛtvā vṛṣadhvajam
nachdem sie gehuldigt hatten dem Stierbanner-Träger (Abs./Akk.Sg.)
yaṃ na paśyanti cārādhya devā hy amitavikramam; tam ahaṃ dṛṣṭavān devaṃ ko 'nyo dhanyataro mayā
„Den die Götter, auch wenn sie ihn verehrt haben, nicht sehen, den Gott von unermesslicher Tapferkeit, ihn habe ich gesehen; wer ist glücklicher zu preisen als ich?“
Wort für Wort
yaṃ na paśyanti cārādhya
den nicht sehen, auch nach Verehrung (Präs.3.Pl./Abs.)
devā hy amitavikramam
die Götter, den [Gott] von unermesslicher Tapferkeit (Nom.Pl./Akk.Sg.)
tam ahaṃ dṛṣṭavān devaṃ
ihn habe ich gesehen, den Gott (Part.Perf.Akt.Nom.Sg.)
ko 'nyo dhanyataro mayā
wer anders [ist] glücklicher als ich (Nom./Kompar./Instr.)
„So meditieren die Wissenden über das höchste, ewige Prinzip, das ‚der Sechsundzwanzigste‘ genannt wird, das Höhere als das Höchste, das Unvergängliche.“
Wort für Wort
evaṃ dhyāyanti vidvāṃsaḥ
so meditieren die Wissenden (Präs.3.Pl./Nom.Pl.)
paraṃ tattvaṃ sanātanam
das höchste Prinzip, das ewige (Akk.Sg.n.)
ṣaḍviṃśakam iti khyātaṃ
‚Sechsundzwanzigster‘ so genannt (Akk.Sg.n./Part.)
yat parātparam akṣaram
welches höher als das Höchste, unvergänglich ist (Nom.Sg.n.)
sa eṣa bhagavān devaḥ sarvatattvādir avyayaḥ; sarvatattvavidhānajñaḥ pradhānapuruṣeśvaraḥ
„Eben dieser ist der Gott, der Ehrwürdige, der Ursprung aller Prinzipien, der Unvergängliche, kundig der Einrichtung aller Prinzipien, Herr über Pradhāna und Puruṣa.“
Wort für Wort
sa eṣa bhagavān devaḥ
dieser da, der Ehrwürdige, der Gott (Nom.Sg.)
sarvatattvādir avyayaḥ
Anfang aller Prinzipien, unvergänglich (Komp./Nom.Sg.)
sarvatattvavidhānajñaḥ
kundig der Anordnung aller Prinzipien (Komp./Nom.Sg.)
„Der Herr, der aus der rechten Körperseite Brahmā erschuf, den Ursprung der Welt, ebenso aus der linken Flanke Viṣṇu zum Schutz der Welten, und als das Ende des Weltzeitalters gekommen war, der Gebieter aus seinem Körper Rudra erschuf.“
Wort für Wort
yo 'sṛjad dakṣiṇād aṅgād
der erschuf aus dem rechten Körperteil (Impf.3.Sg./Abl.)
brahmāṇaṃ lokasaṃbhavam
Brahmā, den Ursprung der Welt (Akk.Sg.)
vāmapārśvāt tathā viṣṇuṃ
aus der linken Seite ebenso Viṣṇu (Abl./Akk.)
lokarakṣārtham īśvaraḥ
zum Schutz der Welten, der Herr (Adv./Nom.Sg.)
yugānte caiva saṃprāpte
und am Ende des Zeitalters, als es gekommen war (Lok.Abs.)
rudram aṅgāt sṛjat prabhuḥ
Rudra aus dem Körper erschuf der Gebieter (Akk./Abl./Impf.3.Sg./Nom.)
sṛjat ist metrisch als Imperfekt (asṛjat) gebraucht.
„Dieser Rudra, der das ganze Universum, Bewegliches und Unbewegliches, einzieht, wird zur Zeit [Kāla], voll großer Glut, gleich dem Weltvernichtungsfeuer.“
Wort für Wort
sa rudraḥ saṃharan kṛtsnaṃ
dieser Rudra, einziehend das Ganze (Nom./Part.Präs./Akk.)
jagat sthāvarajaṅgamam
die Welt, Unbewegliches und Bewegliches (Akk.Sg.n.)
kālo bhūtvā mahātejāḥ
Zeit [Tod] geworden, von großer Glut (Abs./Nom.Sg.)
„Dieser Gott Mahādeva, nachdem er die Welt, Bewegliches und Unbewegliches, erschaffen hat, bleibt am Ende des Kalpa bestehen, indem er allen die Erinnerung entreißt.“
Wort für Wort
eṣa devo mahādevo
dieser Gott, Mahādeva (Nom.Sg.)
jagat sṛṣṭvā carācaram
die Welt erschaffen habend, Bewegliches und Unbewegliches (Akk./Abs.)
kalpānte caiva sarveṣāṃ
und am Ende des Kalpa, aller (Lok./Gen.Pl.)
smṛtim ākṣipya tiṣṭhati
die Erinnerung entreißend, bleibt er (Akk./Abs./Präs.3.Sg.)
„Dich, nachdem ich mich mit dem Haupt verneigt und dich besänftigt habe, bitte ich, o Herr:“
Wort für Wort
taṃ tvāṃ praṇamya śirasā
dich, nachdem ich mich verneigt habe mit dem Haupt (Akk./Abs./Instr.)
prasādya prārthaye prabho
dich besänftigt habend, bitte ich, o Herr (Abs./Präs.Med.1.Sg./Vok.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; „taṃ tvāṃ“ wörtlich ‚ihn, dich‘, hier als Anrede-Emphase gefasst.
So angesprochen sprach der Ehrwürdige zu mir, der von der Welt Verehrte, Maheśvara, der Großglänzende, Lehrer des Beweglichen und Unbeweglichen, der Herr:
Wort für Wort
evam uktaḥ sa māṃ prāha
so angesprochen sprach er zu mir (Part./Perf.3.Sg.)
bhagavāṃl lokapūjitaḥ
der Ehrwürdige, von der Welt verehrt (Nom.Sg.)
maheśvaro mahātejāś
Maheśvara, der Großglänzende (Nom.Sg.)
carācaraguruḥ prabhuḥ
Lehrer des Beweglichen und Unbeweglichen, der Herr (Nom.Sg.)
„Dort und eben dort wird er Gegenwart herstellen, ohne Zweifel.“
Wort für Wort
tatra tatraiva sāṃnidhyaṃ
dort und eben dort Gegenwart (Adv./Akk.)
kariṣyati na saṃśayaḥ
wird er herstellen, kein Zweifel (Fut.3.Sg./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; Subjekt von kariṣyati nicht ausdrücklich genannt (sinngemäß der Milchozean).
akṣayā bāndhavāś caiva kulaṃ gotraṃ ca te sadā; bhaviṣyati dvijaśreṣṭha mayi bhaktiś ca śāśvatī
„Unvergänglich werden deine Verwandten stets sein und deine Familie und deine Sippe, bester der Zweimalgeborenen, und beständig deine Hingabe an mich.“
Wort für Wort
akṣayā bāndhavāś caiva
unvergänglich und die Verwandten (Nom.Pl.)
kulaṃ gotraṃ ca te sadā
Familie und Sippe dein stets (Nom.Sg.n./Gen./Adv.)
bhaviṣyati dvijaśreṣṭha
wird sein, bester der Zweimalgeborenen (Fut.3.Sg./Vok.)
mayi bhaktiś ca śāśvatī
und an mir Hingabe, ewige (Lok./Nom.Sg.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers.
evam uktvā sa bhagavān sūryakoṭisamaprabhaḥ; mameśāno varaṃ dattvā tatraivāntaradhīyata
Nachdem er so gesprochen hatte, verschwand der Ehrwürdige, dessen Glanz einer Million Sonnen gleicht, mein Herr, nachdem er die Gabe gewährt hatte, gerade dort.
Wort für Wort
evam uktvā sa bhagavān
so gesprochen habend, jener Ehrwürdige (Abs./Nom.)
sūryakoṭisamaprabhaḥ
dessen Glanz einer Million Sonnen gleicht (Komp./Nom.Sg.)
mameśāno varaṃ dattvā
mein Herr, die Gabe gegeben habend (Nom.Sg./Akk./Abs.)