Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 80: gomāhātmyam Preis der Kühe: Ursprung, Wirkung der Kuhgabe, Surabhis Nachkommen und die Kapilā-Kühe

Bhīṣma antwortet Yudhiṣṭhira auf die Frage nach dem höchsten Läuterungsmittel mit einem ausführlichen Lob der Kühe, das auch die Unterweisung Vyāsas an Śuka einschließt. Das Kapitel enthält umfangreiche Zusatzpassagen (Surabhi, Phenapa, Rantideva, Kapilā), die nur in einem Teil der Handschriften stehen.

yudhiṣṭhira uvāca; pavitrāṇāṃ pavitraṃ yac chreṣṭhaṃ loke ca yad bhavet; pāvanaṃ paramaṃ caiva tan me brūhi pitāmaha

Yudhiṣṭhira sprach: „Was unter den Läuternden das Läuternde ist, was in der Welt das Beste sein mag und das höchste Reinigungsmittel – das sage mir, Großvater.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
pavitrāṇāṃ pavitraṃ
das Läuternde unter den Läuternden (Gen.Pl./Nom.Sg.n.)
yac chreṣṭhaṃ loke ca yad bhavet
was das Beste in der Welt sein mag (Rel.; Opt.3.Sg.)
pāvanaṃ paramaṃ ca eva
und das höchste Reinigungsmittel (Nom.Sg.n.)
tan me brūhi pitāmaha
das sage mir, Großvater (Imp.2.Sg.; Vok.)

bhīṣma uvāca; gāvo mahārthāḥ puṇyāś ca tārayanti ca mānavān; dhārayanti prajāś cemāḥ payasā haviṣā tathā

Bhīṣma sprach: „Die Kühe sind von großer Bedeutung und heilbringend, und sie führen die Menschen hinüber; sie erhalten diese Geschöpfe mit Milch und ebenso mit Opferschmalz [haviṣ].“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
gāvo mahārthāḥ puṇyāḥ ca
die Kühe, von großem Nutzen und heilbringend (Nom.Pl.f./Nom.Pl.m.)
tārayanti ca mānavān
und sie führen hinüber die Menschen (3.Pl.Kaus.Präs./Akk.Pl.)
dhārayanti prajāḥ ca imāḥ
und sie erhalten diese Geschöpfe (3.Pl.Präs./Akk.Pl.f.)
payasā haviṣā tathā
mit Milch und ebenso mit Opferspende (Instr.Sg.)

na hi puṇyatamaṃ kiṃ cid gobhyo bharatasattama; etāḥ pavitrāḥ puṇyāś ca triṣu lokeṣv anuttamāḥ

Denn nichts ist heiliger als die Kühe, bester der Bharata. Diese sind rein und heilbringend, in den drei Welten unübertroffen.

Wort für Wort
na hi puṇyatamaṃ kiṃ cid
denn nichts Heiligeres (Superl. Nom.Sg.n.)
gobhyaḥ
als die Kühe (Abl.Pl.)
bharatasattama
bester der Bharata (Vok.)
etāḥ pavitrāḥ puṇyāḥ ca
diese sind rein und heilbringend (Nom.Pl.f.)
triṣu lokeṣu anuttamāḥ
in den drei Welten unübertroffen (Lok.Pl./Nom.Pl.f.)

devānām upariṣṭāc ca gāvaḥ prativasanti vai; dattvā caitā narapate yānti svargaṃ manīṣiṇaḥ

Oberhalb der Götter wohnen die Kühe fürwahr; wer sie gibt, Herr der Menschen, der geht als Weiser in den Himmel.

Wort für Wort
devānām upariṣṭāt ca
und oberhalb der Götter (Gen.Pl./Adv.)
gāvaḥ prativasanti vai
wohnen die Kühe fürwahr (Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
dattvā ca etāḥ
und nachdem man diese gegeben hat (Abs./Akk.Pl.f.)
narapate
Herr der Menschen (Vok.)
yānti svargaṃ manīṣiṇaḥ
gehen in den Himmel die Weisen (3.Pl.Präs./Akk./Nom.Pl.)

māndhātā yauvanāśvaś ca yayātir nahuṣas tathā; gāvo dadantaḥ satataṃ sahasraśatasaṃmitāḥ; gatāḥ paramakaṃ sthānaṃ devair api sudurlabham

Māndhātar, Yauvanāśva, Yayāti und ebenso Nahuṣa gaben stets Kühe, nach Hunderttausenden zählend; sie gelangten zur höchsten Stätte, die selbst für die Götter sehr schwer zu erreichen ist.

Wort für Wort
māndhātā yauvanāśvaḥ ca
Māndhātar und Yauvanāśva (Nom.Sg.)
yayātiḥ nahuṣaḥ tathā
Yayāti und ebenso Nahuṣa (Nom.Sg.)
gāvo dadantaḥ satataṃ
Kühe gebend, beständig (Part.Präs.Nom.Pl.m./Adv.)
sahasraśatasaṃmitāḥ
nach hunderttausend bemessen (Kompositum, Nom.Pl.f.)
gatāḥ paramakaṃ sthānaṃ
gingen zur höchsten Stätte (Part.Perf.Pass. Nom.Pl.m./Akk.Sg.n.)
devaiḥ api sudurlabham
selbst von Göttern sehr schwer zu erlangen (Instr.Pl./Akk.Sg.n.)

api cātra purāvṛttaṃ kathayiṣyāmi te 'nagha

Auch hierzu werde ich dir Vergangenes erzählen, Makelloser.

Wort für Wort
api ca atra
und auch hierzu (Adv.)
purāvṛttaṃ
Früher-Geschehenes (Akk.Sg.n.)
kathayiṣyāmi te
werde ich erzählen dir (1.Sg.Fut./Dat.)
anagha
Makelloser (Vok.)

saurabhyaḥ puṇyakarmāṇaḥ pāvakāḥ śubhadarśanāḥ; yadarthaṃ gośatāś caiva saurabhyaḥ surasattama; tac ca me śṛṇu kārtsnyena vadato hy arisūdana; purā devayuge tāta daityendreṣu mahātmasu

Die Saurabheyīs, von heiligem Wirken, läuternd, schön anzusehen [?] – weshalb auch die Hunderte von Kühen Saurabheyīs [sind], bester der Götter [?] – auch das höre von mir vollständig, während ich es sage, Feindbezwinger: einst, im Götterzeitalter, mein Lieber, unter den hochherzigen Daitya-Fürsten …

Wort für Wort
saurabhyaḥ puṇyakarmāṇaḥ
die Saurabheyīs, von heiligem Wirken (Nom.Pl.f./Nom.Pl.f.)
pāvakāḥ śubhadarśanāḥ
läuternd, schön anzusehen (Nom.Pl.f.)
yadarthaṃ gośatāḥ ca eva saurabhyaḥ
weshalb auch die Hunderte von Kühen Saurabheyīs [sind] [?] (Adv./Nom.Pl.)
surasattama
bester der Götter (Vok.)
tat ca me śṛṇu kārtsnyena
und das höre von mir vollständig (Imp.2.Sg./Instr.Sg.n. adv.)
vadataḥ hi arisūdana
der ich spreche, fürwahr, Feindbezwinger (Part.Präs.Gen.Sg./Vok.)
purā devayuge tāta
einst im Götterzeitalter, Lieber (Adv./Lok.Sg./Vok.)
daityendreṣu mahātmasu
unter den hochherzigen Daitya-Fürsten (Lok.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; syntaktisch unvollständig und offenbar lückenhaft (Satzanfang von 6* und Fortsetzung in 7 nicht sicher verbunden), Anrede „bester der Götter“ und der Bezug von yad-artham unklar.

ṛṣīṇām uttamaṃ dhīmān kṛṣṇadvaipāyanaṃ śukaḥ; abhivādyāhnikaṃ kṛtvā śuciḥ prayatamānasaḥ; pitaraṃ paripapraccha dṛṣṭalokaparāvaram

Den besten der Weisen, Kṛṣṇa Dvaipāyana, [seinen Vater], befragte der kluge Śuka, nachdem er ihn begrüßt und das tägliche Ritual vollzogen hatte, rein und mit gesammeltem Geist, den Vater, der die Welt, das Höhere und das Niedere, gesehen hat.

Wort für Wort
ṛṣīṇām uttamaṃ dhīmān
den Besten der Seher, der Kluge (Gen.Pl./Akk.Sg./Nom.Sg.)
kṛṣṇadvaipāyanaṃ śukaḥ
Kṛṣṇa Dvaipāyana, Śuka (Akk.Sg./Nom.Sg.)
abhivādya āhnikaṃ kṛtvā
nachdem er begrüßt und das Tagesritual vollzogen hatte (Abs./Abs.)
śuciḥ prayatamānasaḥ
rein, mit gezügeltem Geist (Nom.Sg.m.)
pitaraṃ paripapraccha
befragte den Vater (Akk.Sg./3.Sg.Perf.)
dṛṣṭalokaparāvaram
der die Welt, Höheres und Niederes, gesehen hat (Bahuvrīhi, Akk.Sg.m.)

ko yajñaḥ sarvayajñānāṃ variṣṭha upalakṣyate; kiṃ ca kṛtvā paraṃ svargaṃ prāpnuvanti manīṣiṇaḥ

„Welches Opfer gilt unter allen Opfern als das vorzüglichste? Und was tuend erlangen die Weisen den höchsten Himmel?“

Wort für Wort
ko yajñaḥ sarvayajñānāṃ
welches Opfer unter allen Opfern (Nom.Sg./Gen.Pl.)
variṣṭha upalakṣyate
gilt als das vorzüglichste (Nom.Sg.m. Superl./3.Sg.Pass.)
kiṃ ca kṛtvā
und was getan habend (Abs.)
paraṃ svargaṃ
den höchsten Himmel (Akk.Sg.)
prāpnuvanti manīṣiṇaḥ
erlangen die Weisen (3.Pl.Präs./Nom.Pl.)

kena devāḥ pavitreṇa svargam aśnanti vā vibho; kiṃ ca yajñasya yajñatvaṃ kva ca yajñaḥ pratiṣṭhitaḥ

„Durch welches Läuterungsmittel genießen die Götter den Himmel, oh Allmächtiger? Und was ist das Opfersein des Opfers, und worin ist das Opfer gegründet?“

Wort für Wort
kena devāḥ pavitreṇa
durch welches Läuterungsmittel die Götter (Instr.Sg./Nom.Pl.)
svargam aśnanti vā vibho
genießen den Himmel, oh Allmächtiger (3.Pl.Präs./Vok.)
kiṃ ca yajñasya yajñatvaṃ
und was ist des Opfers Opfersein (Nom.Sg.n./Gen./Nom.Sg.n.)
kva ca yajñaḥ pratiṣṭhitaḥ
und worin ist das Opfer gegründet (Adv./Nom.Sg./Part.Perf.Pass.)

dānānām uttamaṃ kiṃ ca kiṃ ca satram ataḥ param; pavitrāṇāṃ pavitraṃ ca yat tad brūhi mamānagha

„Was ist das Beste unter den Gaben, und was ist die Opferfeier [satra], die darüber hinausgeht? Und was das Läuternde unter den Läuternden ist, das sage mir, Makelloser.“

Wort für Wort
dānānām uttamaṃ kiṃ ca
und was das Beste der Gaben (Gen.Pl./Nom.Sg.n.)
kiṃ ca satram ataḥ param
und was die Satra-Feier darüber hinaus (Nom.Sg.n./Adv.)
pavitrāṇāṃ pavitraṃ ca yat
und was das Läuternde unter den Läuternden ist (Gen.Pl./Nom.Sg.n.)
tad brūhi mama anagha
das sage mir, Makelloser (Imp.2.Sg./Dat.-Gen. mama/Vok.)

etac chrutvā tu vacanaṃ vyāsaḥ paramadharmavit; putrāyākathayat sarvaṃ tattvena bharatarṣabha

Als Vyāsa, der den höchsten Dharma kennt, diese Rede vernommen hatte, erzählte er dem Sohn alles der Wahrheit gemäß, Stier der Bharata.

Wort für Wort
etat śrutvā tu vacanaṃ
nachdem er diese Rede gehört hatte (Abs./Akk.Sg.n.)
vyāsaḥ paramadharmavit
Vyāsa, Kenner des höchsten Dharma (Nom.Sg.m.)
putrāya akathayat sarvaṃ
dem Sohn erzählte er alles (Dat.Sg./Impf.3.Sg./Akk.)
tattvena
der Wahrheit gemäß (Instr.Sg.)
bharatarṣabha
Stier der Bharata (Vok.)

vyāsa uvāca; gāvaḥ pratiṣṭhā bhūtānāṃ tathā gāvaḥ parāyaṇam; gāvaḥ puṇyāḥ pavitrāś ca pāvanaṃ dharma eva ca

Vyāsa sprach: „Die Kühe sind der Halt der Wesen, und die Kühe sind die letzte Zuflucht; die Kühe sind heilbringend und rein, ein Läuterungsmittel und der Dharma selbst.“

Wort für Wort
vyāsa uvāca
Vyāsa sprach (Perf.)
gāvaḥ pratiṣṭhā bhūtānāṃ
die Kühe sind der Halt der Wesen (Nom.Pl./Nom.Sg.f./Gen.Pl.)
tathā gāvaḥ parāyaṇam
und die Kühe die letzte Zuflucht (Nom.Sg.n.)
gāvaḥ puṇyāḥ pavitrāḥ ca
die Kühe heilbringend und rein (Nom.Pl.f.)
pāvanaṃ dharmaḥ eva ca
ein Läuterungsmittel und der Dharma selbst (Nom.Sg.n./Nom.Sg.m.)

pūrvam āsannaśṛṅgā vai gāva ity anuśuśrumaḥ

Früher, so haben wir überliefert gehört, waren die Kühe [erst] nahe daran, Hörner zu bekommen [?].

Wort für Wort
pūrvam
früher (Adv.)
āsannaśṛṅgāḥ vai
denen Hörner nahe [waren] [?], fürwahr (Bahuvrīhi, Nom.Pl.f.)
gāvaḥ iti
die Kühe, so (Nom.Pl./Zitatpartikel)
anuśuśrumaḥ
haben wir überliefert gehört (1.Pl.Perf.)

āsanna-śṛṅgāḥ ist mehrdeutig: „mit nahen/bevorstehenden Hörnern“, also wohl noch hornlos; die Wiedergabe ist unsicher.

tāḥ kila śṛṅgam ākāṅkṣan varṣātapanivāraṇam; mānuṣīṃ ca tvacaṃ gurvīṃ śītavātātapāsahām; vastrāvaraṇagocarmam avirodhaḥ parasparam; tato brahmā dadau tāsāṃ manasā dhāritāṃ parām

Sie wünschten sich, so heißt es, ein Horn als Schutz gegen Regen und Hitze, und eine menschliche, gewichtige Haut [?], die Kälte, Wind und Hitze nicht erträgt [?]; Gewand, Hülle und Kuhleder [sollen] einander nicht widersprechen. Darauf gab Brahmā ihnen das im Geist gehegte Höchste.

Wort für Wort
tāḥ kila śṛṅgam ākāṅkṣan
sie wünschten sich, so heißt es, ein Horn (Nom.Pl.f./Impf.3.Pl./Akk.Sg.)
varṣātapanivāraṇam
Abwehr von Regen und Hitze (Kompositum, Akk.Sg.n.)
mānuṣīṃ ca tvacaṃ gurvīṃ
und eine menschliche, gewichtige Haut [?] (Akk.Sg.f.)
śītavātātapāsahām
die Kälte, Wind und Hitze nicht erträgt [?] (Akk.Sg.f.)
vastrāvaraṇagocarmam
Gewand, Hülle, Kuhleder (Kompositum, Nom.Sg.n.)
avirodhaḥ parasparam
kein Widerspruch untereinander (Nom.Sg.m./Adv.)
tato brahmā dadau tāsāṃ
dann gab Brahmā ihnen (Adv./Nom.Sg./Perf.3.Sg./Gen.Pl.f.)
manasā dhāritāṃ parām
das im Geist Gehegte, Höchste (Instr.Sg./Part.Pass.Akk.Sg.f./Akk.Sg.f.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Textlich unsicher und stark verknappt: Sinn von „mānuṣīṃ tvacaṃ … asahām“ (menschliche Haut, die Kälte usw. nicht erträgt) und der Halbvers über Gewand und Kuhleder sind nicht sicher zu deuten.

śṛṅgārthe samupāsanta tāḥ kila prabhum avyayam

Um der Hörner willen verehrten sie, so heißt es, den unvergänglichen Herrn.

Wort für Wort
śṛṅgārthe
um der Hörner willen (Lok.Sg.)
samupāsanta
verehrten (Impf.3.Pl.Med.)
tāḥ kila
sie, so heißt es (Nom.Pl.f./Partikel)
prabhum avyayam
den Herrn, den unvergänglichen (Akk.Sg.m.)

tato brahmā tu gāḥ prāyam upaviṣṭāḥ samīkṣya ha; īpsitaṃ pradadau tābhyo gobhyaḥ pratyekaśaḥ prabhuḥ

Da sah Brahmā, der Herr, die Kühe im Fastenentschluss [bis zum Tod] dasitzen und gewährte jeder einzelnen Kuh das Erwünschte.

Wort für Wort
tato brahmā tu gāḥ
da Brahmā die Kühe (Adv./Nom.Sg./Akk.Pl.)
prāyam upaviṣṭāḥ samīkṣya ha
im Fasten [bis zum Tod] sitzend erblickt habend (Akk.Sg./Part.Perf.Akk.Pl.f./Abs.)
īpsitaṃ pradadau
das Erwünschte gewährte er (Part.Pass.Akk.Sg.n./Perf.3.Sg.)
tābhyo gobhyaḥ pratyekaśaḥ
diesen Kühen einzeln (Dat.Pl.f./Adv.)
prabhuḥ
der Herr (Nom.Sg.)

āhūya manujaṃ prāha goṣu svāṃ tanum ādadhaḥ; ācchādanaṃ cāvaraṇaṃ yūyaṃ gṛhṇīta mānavāḥ; śītavātātapaṃ yena dhārayanti prajārthinaḥ; sukumāratvacaṃ yūyaṃ vastrair ācchādayiṣyatha; evam astv iti tāḥ prādāt tvacaṃ svāṃ carma eva ca

Er rief den Menschen herbei und sprach: „Du hast [?] in die Kühe deinen eigenen Leib gelegt. Nehmt Bedeckung und Hülle, ihr Menschen, wodurch die Nachkommen Wünschenden sich gegen Kälte, Wind und Hitze schützen; eure zarte Haut werdet ihr mit Gewändern bedecken.“ „So sei es“, [sprach er] und gab ihnen [den Kühen?] seine Haut und das Leder.

Wort für Wort
āhūya manujaṃ prāha
den Menschen herbeigerufen habend, sprach er (Abs./Akk.Sg./Perf.3.Sg.)
goṣu svāṃ tanum ādadhaḥ
in die Kühe deinen eigenen Leib legtest [?] (Lok.Pl./Akk.Sg.f./2.Sg.Aor.)
ācchādanaṃ ca āvaraṇaṃ
und Bedeckung und Hülle (Akk.Sg.n.)
yūyaṃ gṛhṇīta mānavāḥ
nehmt, ihr Menschen (Imp.2.Pl.Med./Vok.Pl.)
śītavātātapaṃ yena dhārayanti
wodurch sie Kälte, Wind, Hitze abhalten (Akk.Sg.n./Instr.Sg.n./3.Pl.Präs.)
prajārthinaḥ
Nachkommenschaft Wünschende (Nom.Pl.m.)
sukumāratvacaṃ yūyaṃ vastraiḥ ācchādayiṣyatha
eure zarte Haut werdet ihr mit Gewändern bedecken (Akk.Sg.f./Instr.Pl./Fut.2.Pl.)
evam astu iti
„so sei es“ (Imp.3.Sg./Zitatpartikel)
tāḥ prādāt tvacaṃ svāṃ carma eva ca
gab ihnen seine Haut und das Leder (Akk.Pl.f./Aor.3.Sg./Akk.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Subjekt und Person von „ādadhaḥ“ sowie der Adressat von „tāḥ prādāt“ sind unklar.

tāsāṃ śṛṅgāṇy ajāyanta yasyā yādṛṅ manogatam; nānāvarṇāḥ śṛṅgavantyas tā vyarocanta putraka

Ihnen wuchsen Hörner, je nachdem, wie es einer jeden im Sinn lag; vielfarbig, gehörnt, glänzten sie, mein Sohn.

Wort für Wort
tāsāṃ śṛṅgāṇi ajāyanta
ihnen wuchsen Hörner (Gen.Pl.f./Nom.Pl.n./Impf.3.Pl.Med.)
yasyāḥ yādṛk manogatam
je wie es einer im Sinn war (Gen.Sg.f. rel./Adv./Part.Nom.Sg.n.)
nānāvarṇāḥ śṛṅgavantyaḥ
vielfarbig, gehörnt (Nom.Pl.f.)
tāḥ vyarocanta putraka
sie glänzten, mein Sohn (Impf.3.Pl.Med./Vok.)

brahmaṇā varadattās tā havyakavyapradāḥ śubhāḥ; puṇyāḥ pavitrāḥ subhagā divyasaṃsthānalakṣaṇāḥ; gāvas tejo mahad divyaṃ gavāṃ dānaṃ praśasyate

Von Brahmā mit einer Gabe bedacht, spenden sie Opfergaben für Götter und Ahnen, glückbringend, heilbringend, rein, gesegnet, von göttlicher Gestalt und göttlichen Merkmalen. Kühe sind große göttliche Glut [Kraft]; das Geben von Kühen wird gepriesen.

Wort für Wort
brahmaṇā varadattāḥ tāḥ
von Brahmā mit einer Gabe beschenkt, sie (Instr.Sg./Nom.Pl.f.)
havyakavyapradāḥ śubhāḥ
Götter- und Ahnenopfer spendend, glückbringend (Nom.Pl.f.)
puṇyāḥ pavitrāḥ subhagāḥ
heilbringend, rein, gesegnet (Nom.Pl.f.)
divyasaṃsthānalakṣaṇāḥ
von göttlicher Gestalt und Merkmalen (Bahuvrīhi, Nom.Pl.f.)
gāvaḥ tejaḥ mahat divyaṃ
die Kühe sind große göttliche Kraft (Nom.Pl./Nom.Sg.n.)
gavāṃ dānaṃ praśasyate
das Geben der Kühe wird gepriesen (Gen.Pl./Nom.Sg.n./3.Sg.Pass.)

ye caitāḥ saṃprayacchanti sādhavo vītamatsarāḥ; te vai sukṛtinaḥ proktāḥ sarvadānapradāś ca te; gavāṃ lokaṃ tathā puṇyam āpnuvanti ca te 'nagha

Und die Guten, die sie hingeben, frei von Neid, die gelten als Tugendhafte, und sie sind Geber aller Gaben; und sie erlangen die Welt der Kühe und Verdienst, Makelloser.

Wort für Wort
ye ca etāḥ saṃprayacchanti
und die diese hingeben (Nom.Pl.m. rel./Akk.Pl.f./3.Pl.Präs.)
sādhavaḥ vītamatsarāḥ
die Guten, neidlos (Nom.Pl.m.)
te vai sukṛtinaḥ proktāḥ
die gelten fürwahr als Tugendhafte (Nom.Pl./Part.Pass.Nom.Pl.m.)
sarvadānapradāḥ ca te
und sie sind Geber aller Gaben (Nom.Pl.m.)
gavāṃ lokaṃ tathā puṇyam
die Welt der Kühe und ebenso Verdienst (Gen.Pl./Akk.Sg.)
āpnuvanti ca te anagha
und sie erlangen, Makelloser (3.Pl.Präs./Vok.)

yatra vṛkṣā madhuphalā divyapuṣpaphalopagāḥ; puṣpāṇi ca sugandhīni divyāni dvijasattama

Dort, wo Bäume honigsüße Früchte tragen, mit göttlichen Blüten und Früchten versehen, und wohlriechende göttliche Blumen, bester der Zweimalgeborenen [sind] …

Wort für Wort
yatra vṛkṣāḥ madhuphalāḥ
wo Bäume mit honigsüßen Früchten (Adv./Nom.Pl./Nom.Pl.m.)
divyapuṣpaphalopagāḥ
mit göttlichen Blüten und Früchten versehen (Nom.Pl.m.)
puṣpāṇi ca sugandhīni
und Blumen, wohlriechend (Nom.Pl.n.)
divyāni dvijasattama
göttlich, bester der Zweimalgeborenen (Nom.Pl.n./Vok.)

Der Satz setzt sich in den folgenden Versen fort (Beschreibung der Kuhwelt).

phalāni ca rasāḍhyāni mṛdūni rucirāṇi ca

Und Früchte, saftreich, weich und schön.

Wort für Wort
phalāni ca
und Früchte (Nom.Pl.n.)
rasāḍhyāni
reich an Saft (Nom.Pl.n.)
mṛdūni rucirāṇi ca
weich und schön (Nom.Pl.n.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile, Fortsetzung von 22.

sarvā maṇimayī bhūmiḥ sūkṣmakāñcanavālukā; sarvatra sukhasaṃsparśā niṣpaṅkā nīrajā śubhā

Der ganze Boden ist aus Juwelen, mit feinem Goldsand; überall angenehm zu berühren, frei von Schlamm, frei von Staub, strahlend.

Wort für Wort
sarvā maṇimayī bhūmiḥ
der ganze Boden aus Juwelen (Nom.Sg.f.)
sūkṣmakāñcanavālukā
mit feinem Goldsand (Bahuvrīhi, Nom.Sg.f.)
sarvatra sukhasaṃsparśā
überall angenehm zu berühren (Adv./Nom.Sg.f.)
niṣpaṅkā nīrajā śubhā
schlammlos, staubfrei, strahlend (Nom.Sg.f.)

raktotpalavanaiś caiva maṇidaṇḍair hiraṇmayaiḥ; taruṇādityasaṃkāśair bhānti tatra jalāśayāḥ

Mit Hainen roter Lotosblumen, mit Stielen aus Juwelen und Gold, der jungen Sonne gleich, schimmern dort die Wasserbecken.

Wort für Wort
raktotpalavanaiḥ ca eva
und mit Wäldern roter Lotosblumen (Instr.Pl.)
maṇidaṇḍaiḥ hiraṇmayaiḥ
mit Stielen aus Juwelen, goldenen (Instr.Pl.)
taruṇādityasaṃkāśaiḥ
der jungen Sonne gleich (Instr.Pl.)
bhānti tatra jalāśayāḥ
schimmern dort die Wasserbecken (3.Pl.Präs./Adv./Nom.Pl.)

mahārhamaṇipatraiś ca kāñcanaprabhakesaraiḥ; nīlotpalavimiśraiś ca sarobhir bahupaṅkajaiḥ

Mit Blättern aus kostbaren Juwelen, mit Staubfäden von goldenem Glanz, mit blauen Lotosblumen vermischt, mit Seen voller Lotosblumen.

Wort für Wort
mahārhamaṇipatraiḥ ca
und mit Blättern aus kostbaren Juwelen (Instr.Pl.)
kāñcanaprabhakesaraiḥ
mit Staubfäden von goldenem Glanz (Instr.Pl.)
nīlotpalavimiśraiḥ ca
und mit blauen Lotosblumen vermischt (Instr.Pl.)
sarobhiḥ bahupaṅkajaiḥ
mit Seen, reich an Lotosblumen (Instr.Pl.)

Die Wasserbecken (25) sind als von diesen Seen ausgestattet zu denken; Konstruktion in Instrumentalreihe fortgeführt.

karavīravanaiḥ phullaiḥ sahasrāvartasaṃvṛtaiḥ; saṃtānakavanaiḥ phullair vṛkṣaiś ca samalaṃkṛtāḥ

Mit blühenden Karavīra-Wäldern, von Tausendwirbel-[Pflanzen] umgeben [?], und mit blühenden Saṃtānaka-Wäldern und Bäumen sind [die Orte] geschmückt.

Wort für Wort
karavīravanaiḥ phullaiḥ
mit blühenden Oleander-Wäldern (Instr.Pl.)
sahasrāvartasaṃvṛtaiḥ
von Tausendwirbel-[Pflanzen] umgeben [?] (Instr.Pl.)
saṃtānakavanaiḥ phullaiḥ
mit blühenden Saṃtānaka-Wäldern (Instr.Pl.)
vṛkṣaiḥ ca samalaṃkṛtāḥ
und mit Bäumen geschmückt (Instr.Pl./Part.Pass.Nom.Pl.m.)

„sahasrāvarta“ ist unsicher (Pflanzenname oder „tausend Wirbel/Windungen“).

nirmalābhiś ca muktābhir maṇibhiś ca mahādhanaiḥ; uddhūtapulinās tatra jātarūpaiś ca nimnagāḥ

Mit reinen Perlen, mit sehr kostbaren Edelsteinen und mit Gold [sind] dort die Ströme, deren Sandbänke [davon] aufgehäuft sind.

Wort für Wort
nirmalābhiś ca muktābhir
und mit reinen Perlen (Instr. Pl. f.)
maṇibhiś ca mahādhanaiḥ
und mit Edelsteinen, sehr kostbaren (Instr. Pl.)
uddhūtapulinās tatra
deren Sandbänke aufgeworfen sind, dort (Bahuvrīhi, Nom. Pl. f.; Adv.)
jātarūpaiś ca nimnagāḥ
und mit Gold; die Ströme (Instr. Pl.; Nom. Pl. f.)

sarvaratnamayaiś citrair avagāḍhā nagottamaiḥ; jātarūpamayaiś cānyair hutāśanasamaprabhaiḥ

[Sie sind] erfüllt von vorzüglichen, bunten Bergen, die ganz aus Juwelen bestehen, und von anderen, aus Gold bestehenden, die dem Feuer an Glanz gleichen.

Wort für Wort
sarvaratnamayaiś citrair
aus lauter Juwelen bestehend, bunt (Instr. Pl.)
avagāḍhā nagottamaiḥ
durchdrungen von, erfüllt; von vorzüglichen Bergen (Part. Nom. Pl. f.; Instr. Pl.)
jātarūpamayaiś cānyair
und von anderen, aus Gold bestehenden (Instr. Pl.)
hutāśanasamaprabhaiḥ
die dem Feuer an Glanz gleichen (Bahuvrīhi, Instr. Pl.)

avagāḍhā: eigentlich „tief eingetaucht, durchdrungen“; nagottama kann „vorzügliche Berge“ oder „vorzügliche Bäume“ bedeuten; nach Vers 30 sind Berge gemeint.

sauvarṇagirayas tatra maṇiratnaśiloccayāḥ; sarvaratnamayair bhānti śṛṅgaiś cārubhir ucchritaiḥ

Dort leuchten goldene Berge und Felsmassive aus Edelsteinen und Juwelen mit schönen, hoch aufragenden Gipfeln, die ganz aus Juwelen bestehen.

Wort für Wort
sauvarṇagirayas tatra
goldene Berge, dort (Nom. Pl.; Adv.)
maṇiratnaśiloccayāḥ
Felshaufen/Felsmassive aus Edelsteinen und Juwelen (Nom. Pl.)
sarvaratnamayair bhānti
mit ganz aus Juwelen bestehenden [Gipfeln] leuchten sie (3.Pl. Präs.)
śṛṅgaiś cārubhir ucchritaiḥ
mit Gipfeln, schönen, hochragenden (Instr. Pl.; Part.)

nityapuṣpaphalās tatra nagāḥ patrarathākulāḥ; divyagandharasaiḥ puṣpaiḥ phalaiś ca bharatarṣabha

Dort [gibt es] Bäume, die stets Blüten und Früchte tragen, erfüllt von Vögeln, mit himmlisch duftenden und schmeckenden Blüten und Früchten, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
nityapuṣpaphalās tatra
stets Blüten und Früchte habend, dort (Bahuvrīhi, Nom. Pl.)
nagāḥ patrarathākulāḥ
Bäume, von Vögeln erfüllt (Nom. Pl.)
divyagandharasaiḥ puṣpaiḥ
mit himmlischen Düften und Säften/Geschmäckern, mit Blüten (Instr. Pl.)
phalaiś ca bharatarṣabha
und mit Früchten, o Stier der Bharatas (Instr. Pl.; Vok.)

patraratha (wörtlich „Blattwagen“ bzw. „Flügelwagen“) = Vogel.

ramante puṇyakarmāṇas tatra nityaṃ yudhiṣṭhira; sarvakāmasamṛddhārthā niḥśokā gatamanyavaḥ

Dort ergötzen sich stets die Täter verdienstvoller Werke, o Yudhiṣṭhira, denen alle Wünsche und Ziele erfüllt sind, die ohne Kummer und frei von Zorn sind.

Wort für Wort
ramante puṇyakarmāṇas
es ergötzen sich die Täter guter Werke (3.Pl. Präs. med.; Nom. Pl.)
tatra nityaṃ yudhiṣṭhira
dort, stets, o Yudhiṣṭhira (Adv.; Vok.)
sarvakāmasamṛddhārthā
denen alle Wünsche und Ziele erfüllt sind (Bahuvrīhi, Nom. Pl.)
niḥśokā gatamanyavaḥ
kummerlos, deren Zorn verschwunden ist (Bahuvrīhi, Nom. Pl.)

vimāneṣu vicitreṣu ramaṇīyeṣu bhārata; modante puṇyakarmāṇo viharanto yaśasvinaḥ

In wechselnd bunten, entzückenden Luftpalästen, o Bhārata, freuen sich die Täter guter Werke, ruhmreich umherwandelnd.

Wort für Wort
vimāneṣu vicitreṣu
in Luftpalästen, mannigfaltigen (Lok. Pl.)
ramaṇīyeṣu bhārata
entzückenden, o Bhārata (Lok. Pl.; Vok.)
modante puṇyakarmāṇo
freuen sich die Täter guter Werke (3.Pl. Präs. med.; Nom. Pl.)
viharanto yaśasvinaḥ
umherwandelnd, ruhmreich (Part. Präs., Nom. Pl.)

upakrīḍanti tān rājañ śubhāś cāpsarasāṃ gaṇāḥ; etāṃl lokān avāpnoti gāṃ dattvā vai yudhiṣṭhira

Mit ihnen spielen, o König, schöne Scharen von Apsaras. Diese Welten erlangt man, wenn man eine Kuh gegeben hat, o Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
upakrīḍanti tān rājañ
sie umspielen jene, o König (3.Pl. Präs.; Akk. Pl.; Vok.)
śubhāś cāpsarasāṃ gaṇāḥ
und schöne Scharen von Apsaras (Nom. Pl.; Gen. Pl.)
etāṃl lokān avāpnoti
diese Welten erlangt man (Akk. Pl.; 3.Sg. Präs.)
gāṃ dattvā vai yudhiṣṭhira
wenn man eine Kuh gegeben hat, fürwahr, o Yudhiṣṭhira (Abs.; Vok.)

apsarobhiś ca sahito bhāti vai goprado naraḥ

Und in Gesellschaft von Apsaras glänzt der Mann, der Kühe gibt.

Wort für Wort
apsarobhiś ca sahito
und mit Apsaras versehen/begleitet (Instr. Pl.; Part. Nom. Sg.)
bhāti vai
glänzt fürwahr (3.Sg. Präs.)
goprado naraḥ
der Kühe gebende Mann (Nom. Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (nur in einem Teil der Handschriften).

yāsām adhipatiḥ pūṣā māruto balavān balī; aiśvarye varuṇo rājā tā māṃ pāntu yugaṃdharāḥ

Deren Herr Pūṣan ist, der Māruta, der kraftvolle, starke, und in der Herrschaft König Varuṇa — sie, die Joch-Tragenden [?], sollen mich schützen.

Wort für Wort
yāsām adhipatiḥ pūṣā
deren Herr Pūṣan [ist] (Gen. Pl. f.; Nom.)
māruto balavān balī
der Māruta, kraftvoll, stark (Nom. Sg.)
aiśvarye varuṇo rājā
in der Herrschaft [ist] König Varuṇa (Lok.; Nom.)
tā māṃ pāntu yugaṃdharāḥ
sie sollen mich schützen, die Joch-Tragenden [?] (3.Pl. Imp.; Nom. Pl. f.)

yugaṃdharāḥ: „die das Joch/das Weltzeitalter tragen“; wahrscheinlich Beiname der Kühe als Träger der Welt. Māruta: Vāyu oder ein Marut.

surūpā bahurūpāś ca viśvarūpāś ca mātaraḥ; prājāpatyā iti brahmañ japen nityaṃ yatavrataḥ

„[Die] Mütter, schöngestaltig, vielgestaltig und allgestaltig, ‚die Prajāpati-Zugehörigen‘“ — so soll man, o Brahmane, stets murmeln, wer sein Gelübde bezwungen hat.

Wort für Wort
surūpā bahurūpāś ca
schöngestaltig und vielgestaltig (Nom. Pl. f.)
viśvarūpāś ca mātaraḥ
und allgestaltig, [die] Mütter (Nom. Pl. f.)
prājāpatyā iti brahmañ
„Prajāpati-Zugehörige“ — so, o Brahmane (Nom. Pl. f.; Vok.)
japen nityaṃ yatavrataḥ
soll man murmeln, stets, der Gelübdebezwungene (3.Sg. Opt.; Nom. Sg.)

gās tu śuśrūṣate yaś ca samanveti ca sarvaśaḥ; tasmai tuṣṭāḥ prayacchanti varān api sudurlabhān

Wer aber den Kühen dient und ihnen überallhin folgt, dem gewähren sie, zufrieden, sogar sehr schwer erlangbare Gaben.

Wort für Wort
gās tu śuśrūṣate yaś ca
wer aber den Kühen dient (Akk. Pl.; 3.Sg. Desid. med.)
samanveti ca sarvaśaḥ
und [ihnen] überallhin folgt (3.Sg. Präs.)
tasmai tuṣṭāḥ prayacchanti
dem gewähren [sie], zufrieden (Dat.; Part. Nom. Pl. f.; 3.Pl. Präs.)
varān api sudurlabhān
Gaben sogar sehr schwer erlangbare (Akk. Pl.)

na druhyen manasā cāpi goṣu tā hi sukhapradāḥ; arcayeta sadā caiva namaskāraiś ca pūjayet; dāntaḥ prītamanā nityaṃ gavāṃ vyuṣṭiṃ tathāśnute

Man soll auch im Geiste den Kühen nicht schaden, denn sie sind Glückspender. Man soll [sie] stets verehren und mit Verneigungen ehren; wer selbstbeherrscht und frohen Sinnes ist, erlangt allzeit so das Gedeihen der Kühe.

Wort für Wort
na druhyen manasā cāpi goṣu
man soll nicht schaden, auch im Geiste, gegenüber den Kühen (3.Sg. Opt.; Instr.; Lok. Pl.)
tā hi sukhapradāḥ
denn sie sind Glückspender (Nom. Pl. f.)
arcayeta sadā caiva
man soll verehren, stets und (3.Sg. Opt. med.)
namaskāraiś ca pūjayet
und mit Verneigungen ehren (Instr. Pl.; 3.Sg. Opt.)
dāntaḥ prītamanā nityaṃ
selbstbeherrscht, frohen Sinnes, allzeit (Nom. Sg.)
gavāṃ vyuṣṭiṃ tathāśnute
das Gedeihen der Kühe, so erlangt er (Gen. Pl.; Akk.; 3.Sg. Präs. med.)

vyuṣṭi: eigentlich „Aufleuchten, Gedeihen, Segensfülle“.

yena devāḥ pavitreṇa bhuñjate lokam uttamam; yat pavitraṃ pavitrāṇāṃ tad ghṛtaṃ śirasā vahet

Durch welches Reinigungsmittel die Götter die höchste Welt genießen, [und] was das Reinste der Reinen ist — jenes Ghee soll man auf dem Haupt tragen.

Wort für Wort
yena devāḥ pavitreṇa
durch welches Reinigungsmittel die Götter (Instr.; Nom. Pl.)
bhuñjate lokam uttamam
genießen sie die höchste Welt (3.Pl. Präs. med.; Akk.)
yat pavitraṃ pavitrāṇāṃ
was das Reinigende unter den Reinigenden [ist] (Nom. n.; Gen. Pl.)
tad ghṛtaṃ śirasā vahet
jenes Ghee soll man auf dem Haupt tragen (Akk.; Instr.; 3.Sg. Opt.)

ghṛtena juhuyād agniṃ ghṛtena svasti vācayet; ghṛtaṃ prāśed ghṛtaṃ dadyād gavāṃ vyuṣṭiṃ tathāśnute

Mit Ghee soll man ins Feuer opfern, mit Ghee Segen sprechen lassen, Ghee soll man essen und Ghee geben; so erlangt man das Gedeihen der Kühe.

Wort für Wort
ghṛtena juhuyād agniṃ
mit Ghee soll man opfern ins Feuer (Instr.; 3.Sg. Opt.; Akk.)
ghṛtena svasti vācayet
mit Ghee Heil sprechen lassen (Instr.; 3.Sg. Opt. Kaus.)
ghṛtaṃ prāśed ghṛtaṃ dadyāt
Ghee soll man essen, Ghee geben (3.Sg. Opt.)
gavāṃ vyuṣṭiṃ tathāśnute
das Gedeihen der Kühe erlangt man so (3.Sg. Präs. med.)

tryaham uṣṇaṃ piben mūtraṃ tryaham uṣṇaṃ pibet payaḥ; gavām uṣṇaṃ payaḥ pītvā tryaham uṣṇaṃ ghṛtaṃ pibet; tryaham uṣṇaṃ ghṛtaṃ pītvā vāyubhakṣo bhavet tryaham

Drei Tage lang soll man warmen Urin [der Kühe] trinken, drei Tage lang warme Milch trinken; nachdem man die warme Milch der Kühe getrunken hat, soll man drei Tage warmes Ghee trinken; nachdem man drei Tage warmes Ghee getrunken hat, soll man drei Tage von Luft leben.

Wort für Wort
tryaham uṣṇaṃ piben mūtraṃ
drei Tage lang warmen Urin soll man trinken (Adv.; 3.Sg. Opt.)
tryaham uṣṇaṃ pibet payaḥ
drei Tage warme Milch soll man trinken (3.Sg. Opt.)
gavām uṣṇaṃ payaḥ pītvā
die warme Milch der Kühe getrunken habend (Gen. Pl.; Abs.)
tryaham uṣṇaṃ ghṛtaṃ pibet
drei Tage warmes Ghee soll man trinken (3.Sg. Opt.)
tryaham uṣṇaṃ ghṛtaṃ pītvā
drei Tage warmes Ghee getrunken habend (Abs.)
vāyubhakṣo bhavet tryaham
von Luft sich nährend soll man sein drei Tage lang (Nom. Sg.; 3.Sg. Opt.)

Übliche Bußübung (Kṛcchra-artig); „Urin“ bezieht sich nach dem Zusammenhang auf den Urin der Kuh.

nirhṛtaiś ca yavair gobhir māsaṃ prasṛtayāvakaḥ; brahmahatyāsamaṃ pāpaṃ sarvam etena śudhyati

Einen Monat lang, mit Gerste, die von Kühen ausgeschieden [nirhṛta] ist [?], als einer, der [nur] eine Handvoll Gerstenbrei isst — [dadurch] wird jede Sünde, die dem Brahmanenmord gleichkommt, hiermit getilgt.

Wort für Wort
nirhṛtaiś ca yavair gobhir
mit ausgeschiedener/ausgelesener Gerste, durch Kühe [?] (Part. Instr. Pl.; Instr. Pl.)
māsaṃ prasṛtayāvakaḥ
einen Monat lang, Handvoll-Gerstenbrei-Esser (Akk. der Zeit; Nom. Sg.)
brahmahatyāsamaṃ pāpaṃ
der Tötung eines Brahmanen gleiche Sünde (Akk./Nom. n.)
sarvam etena śudhyati
ganz, hierdurch wird [man] rein (Nom. n.; Instr.; 3.Sg. Präs.)

nirhṛtair yavair gobhiḥ: wörtlich „mit herausgezogener/ausgeschiedener Gerste durch Kühe“; gemeint ist wohl die aus dem Kuhdung ausgelesene Gerste, Sinn nicht ganz sicher. prasṛtayāvaka: „der eine Handvoll Gerstenbrei [als Nahrung] hat“.

parābhavārthaṃ daityānāṃ devaiḥ śaucam idaṃ kṛtam; devatvam api ca prāptāḥ saṃsiddhāś ca mahābalāḥ

Zur Niederwerfung der Daityas ist diese Reinigung von den Göttern vollzogen worden; und sie haben sogar Gottheit erlangt und wurden vollkommen, die Machtvollen.

Wort für Wort
parābhavārthaṃ daityānāṃ
zur Niederlage der Daityas (Adv./Akk. auf -artham; Gen. Pl.)
devaiḥ śaucam idaṃ kṛtam
von den Göttern diese Reinigung vollzogen (Instr. Pl.; Nom.; Part. Pass.)
devatvam api ca prāptāḥ
und Gottheit auch erlangt (Akk.; Part. Nom. Pl.)
saṃsiddhāś ca mahābalāḥ
und vollkommen, sehr mächtig (Part.; Nom. Pl.)

gāvaḥ pavitrāḥ puṇyāś ca pāvanaṃ paramaṃ mahat; tāś ca dattvā dvijātibhyo naraḥ svargam upāśnute

Die Kühe sind rein und verdienstvoll, ein hohes, großes Reinigungsmittel; und wer sie an Zweimalgeborene gibt, erlangt den Himmel.

Wort für Wort
gāvaḥ pavitrāḥ puṇyāś ca
die Kühe [sind] rein und verdienstvoll (Nom. Pl.)
pāvanaṃ paramaṃ mahat
ein Reinigungsmittel, höchstes, großes (Nom. n.)
tāś ca dattvā dvijātibhyo
und sie gegeben habend an Zweimalgeborene (Akk. Pl. f.; Abs.; Dat. Pl.)
naraḥ svargam upāśnute
der Mann erlangt den Himmel (Nom. Sg.; Akk.; 3.Sg. Präs. med.)

gavāṃ madhye śucir bhūtvā gomatīṃ manasā japet; pūtābhir adbhir ācamya śucir bhavati nirmalaḥ

Inmitten der Kühe, rein geworden, soll man im Geist die Gomatī murmeln; nachdem man mit gereinigtem Wasser die Mundspülung vollzogen hat, wird man rein und makellos.

Wort für Wort
gavāṃ madhye śucir bhūtvā
inmitten der Kühe, rein geworden (Gen. Pl.; Abs.)
gomatīṃ manasā japet
die Gomatī im Geist soll man murmeln (Akk.; Instr.; 3.Sg. Opt.)
pūtābhir adbhir ācamya
mit gereinigten Wassern die Mundspülung gemacht habend (Instr. Pl.; Abs.)
śucir bhavati nirmalaḥ
rein wird man, makellos (3.Sg. Präs.; Nom.)

Gomatī: hier ein Vers bzw. eine Rezitationsformel; nicht der Fluss.

agnimadhye gavāṃ madhye brāhmaṇānāṃ ca saṃsadi; vidyāvedavratasnātā brāhmaṇāḥ puṇyakarmiṇaḥ

Inmitten des Feuers, inmitten der Kühe und in der Versammlung der Brahmanen [soll man sie murmeln]; die Brahmanen, die durch Wissen, Veda und Gelübde ‚gebadet‘ sind, [sind] Täter guter Werke.

Wort für Wort
agnimadhye gavāṃ madhye
inmitten des Feuers, inmitten der Kühe (Lok. Sg.)
brāhmaṇānāṃ ca saṃsadi
und in der Versammlung der Brahmanen (Gen. Pl.; Lok.)
vidyāvedavratasnātā
durch Wissen, Veda, Gelübde „gebadet“ (Nom. Pl. m.)
brāhmaṇāḥ puṇyakarmiṇaḥ
Brahmanen, guter Werke Täter (Nom. Pl.)

Der Satz setzt sich in der folgenden Zeile fort („sie sollen die Schüler die Gomatī lehren“); snātaka: der nach dem Vedastudium „Gebadete“.

adhyāpayerañ śiṣyān vai gomatīṃ yajñasaṃmitām; trirātropoṣitaḥ śrutvā gomatīṃ labhate varam

Sie mögen die Schüler die Gomatī lehren, die dem Opfer gleichkommt. Wer drei Nächte gefastet und die Gomatī gehört hat, erlangt eine Gabe.

Wort für Wort
adhyāpayerañ śiṣyān vai
sie sollen lehren die Schüler (3.Pl. Opt. Kaus.; Akk. Pl.)
gomatīṃ yajñasaṃmitām
die Gomatī, dem Opfer gleich (Akk. Sg. f.)
trirātropoṣitaḥ śrutvā
drei Nächte gefastet habend, gehört habend (Part.; Abs.)
gomatīṃ labhate varam
[wer] die Gomatī [gehört hat], erlangt eine Gabe (3.Sg. Präs. med.; Akk.)

adhyāpayerañ = adhyāpayeran (Sandhi vor śiṣyān).

putrakāmaś ca labhate putraṃ dhanam athāpi ca; patikāmā ca bhartāraṃ sarvakāmāṃś ca mānavaḥ; gāvas tuṣṭāḥ prayacchanti sevitā vai na saṃśayaḥ

Der Sohnwünschende erlangt einen Sohn und auch Reichtum, die einen Gatten Wünschende einen Gemahl, der Mensch alle Wünsche. Zufriedene Kühe gewähren [es], wenn sie verehrt werden — daran ist kein Zweifel.

Wort für Wort
putrakāmaś ca labhate putraṃ
und der Sohnwünschende erlangt einen Sohn (Nom.; 3.Sg. Präs. med.; Akk.)
dhanam athāpi ca
Reichtum und auch (Akk.)
patikāmā ca bhartāraṃ
und die einen Gatten Wünschende [erlangt] einen Gemahl (Nom. f.; Akk.)
sarvakāmāṃś ca mānavaḥ
und alle Wünsche der Mensch (Akk. Pl.; Nom.)
gāvas tuṣṭāḥ prayacchanti
die Kühe, zufrieden, gewähren (Nom. Pl.; 3.Pl. Präs.)
sevitā vai na saṃśayaḥ
wenn bedient, fürwahr; kein Zweifel (Part. Pass.; Nom.)

evam etā mahābhāgā yajñiyāḥ sarvakāmadāḥ; rohiṇya iti jānīhi naitābhyo vidyate param

So sind diese hochbegnadeten, opferwürdigen, alle Wünsche gewährenden [Kühe]; erkenne sie als „Rohiṇīs“: Etwas Höheres als diese gibt es nicht.

Wort für Wort
evam etā mahābhāgā
so [sind] diese, hochbegnadet (Nom. Pl. f.)
yajñiyāḥ sarvakāmadāḥ
opferwürdig, alle Wünsche gebend (Nom. Pl.)
rohiṇya iti jānīhi
„Rohiṇīs“ — so erkenne (Nom. Pl.; 2.Sg. Imp.)
naitābhyo vidyate param
nicht gibt es von diesen [her] ein Höheres (Abl. Pl. f.; 3.Sg. Pass.; Nom. n.)

ity uktaḥ sa mahātejāḥ śukaḥ pitrā mahātmanā; pūjayām āsa gā nityaṃ tasmāt tvam api pūjaya

So angesprochen von seinem hochgesinnten Vater, ehrte der sehr strahlende Śuka die Kühe fortan stets; deshalb ehre auch du [sie].

Wort für Wort
ity uktaḥ sa mahātejāḥ
so angesprochen, er, der sehr Strahlende (Part. Pass.; Nom. Sg.)
śukaḥ pitrā mahātmanā
Śuka, von seinem Vater, dem Hochgesinnten (Nom.; Instr.)
pūjayām āsa gā nityaṃ
ehrte er die Kühe stets (Perf. periphr.; Akk. Pl.)
tasmāt tvam api pūjaya
deshalb du auch ehre [sie] (Abl.; 2.Sg. Imp.)

yudhiṣṭhiraḥ; surāṇām asurāṇāṃ ca bhūtānāṃ ca pitāmaha; prabhuḥ sraṣṭā ca bhagavān munibhiḥ stūyate vibhuḥ; tasyopari kathaṃ hy eṣa golokaḥ sthānatāṃ gataḥ; saṃśayo me mahān eṣa tan me vyākhyātum arhasi; bhīṣmaḥ; manovāgbuddhayas tāvad ekasthāḥ kurusattama; tato me śṛṇu kārtsnyena gomahābhāgyam uttamam; puṇyaṃ yaśasyam āyuṣyaṃ tathā svastyayanaṃ mahat; kīrtir viharatāṃ loke gavāṃ yogeṣu bhaktimān; śrūyate hi purāṇeṣu maharṣīṇāṃ mahātmanām; saṃsthāne sarvalokānāṃ devānāṃ cāpi saṃbhave; devatārthe 'mṛtārthe ca yajñārthe caiva bhārata; surabhir nāma vikhyātā rohiṇī kāmarūpiṇī; saṃkalpya manasā pūrvaṃ rohiṇī hy amṛtānanā; ghoraṃ tapaḥ samāsthāya nirmitā viśvakarmaṇā; puruṣaṃ cāsṛjad bhūyas tejasā tapasā ca ha; dedīpyamānaṃ vapuṣā samiddham iva pāvakam; so 'paśyad divyarūpāṃ tāṃ surabhiṃ rohiṇīṃ tadā; dṛṣṭvaiva cātivimanāḥ so 'bhavat kāmamohitaḥ; taṃ kāmārtam atho jñātvā svayaṃbhūr lokabhāvanaḥ; mārto bhava tathā caiṣa bhagavān abhyabhāṣata; tataḥ sa bhagavāṃs tatra mārtāṇḍa iti viśrutaḥ; cakāra nāma taṃ dṛṣṭvā tasyārtībhāvam uttamam; so 'dadād bhagavāṃs tasmai mārtāṇḍāya mahātmane; surūpāṃ surabhiṃ kanyāṃ tapas tejomayīṃ śubhām; yathā mayaiṣa codbhūtas tvaṃ caiveṣā ca rohiṇī; maithunaṃ gatavantau ca tathā cotpatsyati prajā; prajā bhaviṣyate puṇyā pavitraṃ paramaṃ ca vām; na cāpy agamyāgamanād doṣaṃ prāpsyasi karhi cit; tvatprajāsaṃbhavaṃ kṣīraṃ bhaviṣyati paraṃ haviḥ; yajñeṣu cājyabhāgānāṃ tvatprajāmūlajo vidhiḥ; prajāśuśrūṣavaś caiva ye bhaviṣyanti rohiṇi; tava tenaiva puṇyena golokaṃ yāntu mānavāḥ; idaṃ pavitraṃ paramam ṛṣabhaṃ nāma karhi cit; yad vai jñātvā dvijā loke mokṣyante yonisaṃkarāt; etatkriyāḥ prapatsyante mantrabrāhmaṇasaṃskṛtāḥ; devatānāṃ pitṝṇāṃ ca havyakavyapurogamāḥ; tata etena puṇyena prajās tava tu rohiṇi; ūrdhvaṃ mamāpi lokasya vatsyante nirupadravāḥ; bhadraṃ tebhyaś ca bhadraṃ te ye prajāsu bhavanti vai; yugaṃdharāś ca te putrāḥ santu lokasya dhāraṇe; yān yān kāmayase lokāṃs tāṃl lokān anuyāsyasi; sarvadevagaṇāś caiva tava yāsyanti putratām; tava stanasamudbhūtaṃ pibanto 'mṛtam uttamam; evam etān varān sarvān agṛhṇāt surabhis tadā; bruvataḥ sarvalokeśān nirvṛtiṃ cāgamat parām; sṛṣṭvā prajāś ca vipulā lokasaṃdhāraṇāya vai; brahmaṇā samanujñātā surabhir lokam āviśat; evaṃ varapradānena svayaṃbhor eva bhārata; upariṣṭād gavāṃ lokaṃ proktaṃ te sarvam āditaḥ; yudhiṣṭhiraḥ; surabheḥ kāḥ prajāḥ pūrvaṃ mārtāṇḍād abhavan purā; bhīṣmaḥ; etan me śaṃsa tattvena goṣu me prīyate manaḥ; śṛṇu nāmāni divyāni gomātṝṇāṃ viśeṣataḥ; yābhir vyāptās trayo lokāḥ kalyāṇābhir janādhipa; surabhyaḥ prathamodbhūtā yāś ca syuḥ prathamāḥ prajāḥ; mayocyamānāḥ śṛṇu tāḥ prāpsyase vipulaṃ yaśaḥ; taptvā tapo ghoratapāḥ surabhir dīptatejasī; suṣāvaikādaśa sutān rudrā ye chandasi stutāḥ; ajaikapād ahirbudhnyas tryambakaś ca mahāyaśāḥ; vṛṣākapiś ca śaṃbhuś ca kapālī raivatas tathā; haraś ca bahurūpaś ca ugra ugro 'tha vīryavān; tasya caivātmajaḥ śrīmān viśvarūpo mahāyaśāḥ; ekādaśaite kathitā rudrās te nāma nāmataḥ; mahātmāno mahāyogās tejoyuktā mahābalāḥ; ete variṣṭhajanmāno devānāṃ brahmavādinām; viprāṇāṃ prakṛtir loke eta eva hi viśrutāḥ; eta ekādaśa proktā rudrās tribhuvaneśvarāḥ; śataṃ tv etat samākhyātaṃ śatarudraṃ mahātmanām; suṣuve prathamāṃ kanyāṃ surabhiḥ pṛthivīṃ tadā; viśvakāmadughā dhenur yā dhārayati dehinaḥ; sutaṃ gobrāhmaṇaṃ rājann ekam ity abhidhīyate; gobrāhmaṇasya jananī surabhiḥ parikīrtyate; sṛṣṭvā tu prathamaṃ rudrān varadān brahmasaṃbhavān; paścāt prabhuṃ grahapatiṃ suṣuve lokasaṃmatam; somarājānam amṛtaṃ yajñasarvasvam uttamam; oṣadhīnāṃ rasānāṃ ca devānāṃ jīvitasya ca; tataḥ śriyaṃ ca medhāṃ ca kīrtiṃ devīṃ sarasvatīm; catasraḥ suṣuve kanyā yogeṣu niyatāḥ sthitāḥ; etāḥ sṛṣṭvā prajā eṣā surabhiḥ kāmarūpiṇī; suṣuve caramaṃ bhūyo divyā gomātaraḥ śubhāḥ; puṇyāṃ māyāṃ madhuścyotāṃ śivāṃ śīghrāṃ saridvarām; hiraṇyavarṇāṃ subhagāṃ gavyāṃ pṛśnīṃ kuthāvatīm; aṅgāvatīṃ ghṛtavatīṃ dadhikṣīrapayovatīm; amoghāṃ surasāṃ satyāṃ revatīṃ mārutīṃ rasām; ajāṃ ca sikatāṃ caiva śuddhadhūmām adhāriṇīm; jīvāṃ prāṇavatīṃ dhanyāṃ śuddhāṃ dhenuṃ dhanāvahām; indrām ṛddhiṃ ca śāntiṃ ca śāntapāpāṃ saridvarām; catvāriṃśatam ekāṃ ca dhanyās tā divi pūjitāḥ; bhūyo jajñe surabhyāś ca śrīmāṃś candrāṃśusaprabhaḥ; vṛṣo dakṣa iti khyātaḥ kaṇṭhe maṇitalaprabhaḥ; sragvī kakudmān dyutimān mṛṇālasadṛśaprabhaḥ; surabhyanumate datto dhvajo māheśvaras tu saḥ; surabhyaḥ kāmarūpiṇyo gāvaḥ puṇyārtham uttamāḥ; ādityebhyo vasubhyaś ca viśvebhyaś ca dadur varān; surabhis tu tapas taptvā suṣuve gās tataḥ punaḥ; yā dattā lokapālānām indrādīnāṃ yudhiṣṭhira; suṣṭutāṃ kapilāṃ caiva rohiṇīṃ ca yaśasvinīm; sarvakāmadughāṃ caiva marutāṃ kāmarūpiṇīm; gāvo mṛṣṭadughā hy etāś catasro 'mṛtasaṃskṛtāḥ; yāsāṃ bhūtvā purā vatsāḥ pibanty amṛtam uttamam; suṣṭutāṃ devarājāya vāsavāya mahātmane; kapilāṃ dharmarājāya varuṇāya ca rohiṇīm; sarvakāmadughāṃ dhenuṃ rājñe vaiśravaṇāya ca; ity etā lokam ahitā viśrutāḥ surabheḥ prajāḥ; etāsāṃ prajayā pūrṇā pṛthivī munipuṃgava; gobhyaḥ prabhavate sarvaṃ yat kiṃ cid iha śobhanam; surabhyapatyam ity etan nāmatas te 'nupūrvaśaḥ; yudhiṣṭhiraḥ; kīrtitaṃ brūhi rājendra kiṃ bhūyaḥ kathayāmi te; surabhyās tu tadā devyāḥ kīrtir lakṣmīḥ sarasvatī; medhā ca pravarā devī yāś catasro 'bhiviśrutāḥ; pṛthag gobhyaḥ kim etāḥ syur utāho goṣu saṃśritāḥ; bhīṣmaḥ; devāḥ ke vāśritā goṣu tan me brūhi pitāmaha; yaṃ devaṃ saṃśritā gāvas taṃ devaṃ devasaṃjñitam; yad yad devāśritaṃ daivaṃ tat tad daivaṃ dvijā viduḥ; sarveṣām eva devānāṃ pūrvaṃ kila samudbhave; indraḥ; amṛtārthe surapatiḥ surabhiṃ samupasthitaḥ; iccheyam amṛtaṃ dattaṃ tvayā devi rasādhikam; tvatprasādāc chivaṃ mahyam amaratvaṃ bhaved iti; surabhiḥ; vatso bhūtvā surapate pibasva prasnavaṃ mama; tato 'maratvam api tat sthānam aindram avāpsyasi; na ca te vṛtrahan yuddhe vyathāribhyo bhaviṣyati; balārtham ātmanaḥ śakra prasnavaṃ piba me vibho; bhīṣmaḥ; tato 'dhayat stanaṃ tasyāḥ surabhyāḥ surasattamaḥ; amaratvaṃ surūpatvaṃ balaṃ ca padam uttamam; puraṃdaro 'mṛtaṃ pītvā prahṛṣṭaḥ samupasthitaḥ; putro 'haṃ tava bhadraṃ te brūhi kiṃ karavāṇi te; surabhiḥ; kṛtaṃ putra tvayā sarvam upayāhi triviṣṭapam; pālayasva surān sarvāñ jahi ye suraśatravaḥ; na ca gobrāhmaṇe 'vajñā kāryā te śāntim icchatā; gobrāhmaṇasya niḥśvāsaḥ śoṣayed api devatāḥ; gobrāhmaṇapriyo nityaṃ svastiśabdam udāharan; pṛthivyām antarikṣe ca nākapṛṣṭhe ca vikramet; yac ca te 'nyad bhavet kṛtyaṃ tan me brūyāḥ samāsataḥ; tat te sarvaṃ kariṣyāmi satyenaitad bravīmi te; indraḥ; iccheyaṃ goṣu niyataṃ vastuṃ devi bravīmi te; surabhiḥ; ebhiḥ suragaṇaiḥ sārdhaṃ mamānugraham ācara; gavāṃ śarīraṃ pratyakṣam etat kauśika lakṣaye; yo yatrotsahate vastuṃ sa tatra vasatāṃ suraḥ; sarvaṃ pavitraṃ paramaṃ gavāṃ gātraṃ supūjitam; bhīṣmaḥ; tathā kuruṣva bhadraṃ te yathā tvaṃ śakra manyase; tasyās tad vacanaṃ śrutvā surabhyāḥ surasattamaḥ; saha sarvaiḥ suragaṇair abhajat saurabhīṃ prajām; śṛṅge vaktre ca jihvāyāṃ devarājaḥ samāviśat; sarvacchidreṣu pavanaḥ pādeṣu marutāṃ gaṇāḥ; kakudaṃ sarvago rudraḥ kukṣau caiva hutāśanaḥ; sarasvatī staneṣv agryā śrīḥ purīṣe jagatpriyā; mūtre kīrtiḥ sumahatī medhā payasi śāśvatī; vaktre somaś ca vai devo hṛdaye bhagavān yamaḥ; dharmaḥ pucche kriyā lomni bhāskaraś cakṣuṣī śritaḥ; siddhāḥ saṃdhiṣu siddhiś ca tapas tejaś ca ceṣṭane; evaṃ sarve suragaṇā niyatā gātravartmasu; mahatī devatā gāvo brāhmaṇaiḥ parisaṃskṛtāḥ; gām āśrayanti sahitā devā hi prabhaviṣṇavaḥ; kim anyat sarvakāmena na vidadhyād bhavān priyam; bhāvataḥ parayā bhaktyā pūjayasva nareśvara; gāvas tu paramaṃ loke pavitraṃ pāvanaṃ haviḥ; nipātya bhakṣitaḥ svargād bhārgavaḥ phenapaḥ kila; sa ca prāṇān punar labdhvā tato golokam āśritaḥ

Yudhiṣṭhira [sprach]: „[Herr] der Götter, der Asuras und der Wesen, o Großvater, der Herr, Schöpfer, der erhabene Allwaltende, wird von den Weisen gepriesen; wie ist über ihm dieser Goloka zu einem [festen] Standort geworden? Das ist mein großer Zweifel; diesen darfst du mir erklären.“ Bhīṣma [sprach]: „Geist, Rede und Verstand sind zunächst [bei dir] auf einen Punkt gerichtet [?], bester der Kuru; [Anm.: kann auch als Aufforderung verstanden werden] so höre denn von mir vollständig die höchste Erhabenheit der Kühe, die verdienstvoll, ruhmbringend, lebensverlängernd und ein großes Heilsmittel ist; [sie ist] Ruhm [für die], die in der Welt umherwandeln, [für den], der den Verbindungen mit den Kühen zugetan ist [?]. Es wird ja in den Purāṇas von den großen Sehern, den Hochgesinnten, berichtet, bei der Einrichtung aller Welten und bei der Entstehung der Götter, für die Götter, für den Nektar und für das Opfer, o Bhārata: Surabhi mit Namen, berühmt, [auch] Rohiṇī, die Gestaltwandelnde, die zunächst im Geist [alles] ersonnen hatte, Rohiṇī, die Nektargesichtige, hatte furchtbare Askese auf sich genommen und wurde von Viśvakarman erschaffen [?]; [Anm.: Subjektwechsel unklar] und sie erschuf weiter einen Mann durch Glut und Askese, der am Leib aufleuchtete wie ein entzündetes Feuer. Er erblickte da jene Surabhi Rohiṇī von göttlicher Gestalt; und kaum hatte er [sie] gesehen, wurde er tief verstört [und] von Begierde betört. Als da der Selbstentstandene, der Erschaffer der Welten, ihn als von Begierde gequält erkannte, sprach dieser Erhabene zu ihm so: ‚Werde sterblich!‘ Darauf wurde jener Erhabene dort unter dem Namen ‚Mārtāṇḍa‘ berühmt; [der Schöpfer] gab ihm den Namen, als er dessen höchsten Zustand der Bedrängnis sah. [Anm.: Wortspiel mārta/ārti; Bezug der Sätze unsicher] Jener Erhabene gab dem hochgesinnten Mārtāṇḍa die schöngestaltige Surabhi zur Tochter, aus Askese und Glanz bestehend, glückverheißend: ‚Wie durch mich dieser [hier], du und diese Rohiṇī hervorgebracht [worden seid] [?], so wird, wenn ihr beide euch geschlechtlich verbunden habt, Nachkommenschaft entstehen. Die Nachkommenschaft wird verdienstvoll sein, und für euch beide ein höchstes Reinigungsmittel. Und du wirst niemals durch verbotenen Beischlaf eine Schuld auf dich laden. Die aus deiner Nachkommenschaft hervorgehende Milch wird das höchste Opfergut sein; und bei den Opfern wird die Regelung der Schmalzanteile aus der Wurzel deiner Nachkommenschaft entstehen. Und die, o Rohiṇī, die der Nachkommenschaft dienen werden, durch eben dieses Verdienst von dir sollen die Menschen in den Goloka gehen. Dies höchste Reinigungsmittel, ‚Stier‘ (ṛṣabha) genannt, [wird es] einst [geben] [?]. Wenn die Zweimalgeborenen dies erkannt haben, werden sie in der Welt aus der Vermischung der Geburt befreit werden. Diese Handlungen ausübend werden sie [den Rang] erlangen, durch Mantra und Brāhmaṇa geweiht, als Vorangehende bei den Opfergaben für die Götter und die Ahnen. Darum, o Rohiṇī, werden deine Nachkommen durch dieses Verdienst auch in meiner Welt droben weilen, unbedrängt. Heil ihnen, und Heil dir, [ihnen,] die unter den Nachkommen entstehen. Und diese Söhne sollen die Jochträger sein beim Tragen der Welt. Welche Welten du auch immer begehrst, in diese Welten wirst du gelangen; und alle Scharen der Götter werden zu deinen Söhnen werden, indem sie den höchsten Nektar trinken, der aus deinen Brüsten hervorgegangen ist.‘ So nahm Surabhi damals all diese Gaben an, während [er] zu den Herren aller Welten sprach, und gelangte zu höchster Beruhigung. Nachdem sie zahlreiche Nachkommen erschaffen hatte, zur Erhaltung der Welt, trat Surabhi, von Brahmā entlassen, in [ihre] Welt ein. So durch diese Gabenverleihung des Selbstentstandenen, o Bhārata, wurde dir die Welt der Kühe droben ganz von Anfang an erklärt.“ Yudhiṣṭhira [sprach]: „Welche Nachkommen der Surabhi sind einst früher aus Mārtāṇḍa entstanden?“ Bhīṣma [sprach]: „Berichte mir dies der Wahrheit gemäß; mein Geist freut sich an den Kühen. [Anm.: Diese Bitte klingt nach Yudhiṣṭhira; die Sprecherangaben sind hier offenbar verschoben] Höre die göttlichen Namen der Kuhmütter im Besonderen, von denen, den glückbringenden, die drei Welten durchdrungen sind, o Herr der Menschen: die Surabhis, die als erste hervorgegangen sind und die die ersten Nachkommen waren; höre sie, von mir genannt; du wirst weiten Ruhm erlangen. Nachdem sie Askese geübt hatte, gebar Surabhi, von furchtbarer Askese, von lodernder Glut, elf Söhne, die Rudras, die im Veda gepriesen werden: Ajaikapād, Ahirbudhnya und Tryambaka, der Hochberühmte, Vṛṣākapi, Śaṃbhu, Kapālin und Raivata, Hara und Bahurūpa, Ugra, und [wieder] der Ugra, der Heldenhafte [?]; [Anm.: die Aufzählung ergibt nicht klar elf Namen] und dessen Sohn, der glückhafte Viśvarūpa, der Hochberühmte. Diese elf Rudras sind genannt, Name für Name; die Hochgesinnten, großen Yogins, mit Glanz begabt, gewaltig; diese sind die von höchstem Geburtsrang unter den Göttern, den Brahma-Rednern, der Ursprung der Brahmanen in der Welt; nur diese sind ja berühmt. Diese elf werden Rudras genannt, die Herren der drei Welten. Hundert aber wird dies genannt, das ‚Hundert-Rudra‘ der Hochgesinnten. [Anm.: Anspielung auf das Śatarudriya] Als Erste gebar Surabhi damals eine Tochter, die Erde, die Wunschmelkkuh für alle Wünsche, die die Lebewesen trägt. Als Sohn wird ‚Kuh-Brahmane‘, o König, als eine Einheit bezeichnet. Die Mutter von Kuh und Brahmane wird Surabhi genannt. Nachdem sie zuerst die Rudras geschaffen hatte, die Gabenspender, aus Brahman entstanden, gebar sie danach den Herrn, den Grahapati [Herrn der Planeten? Herrn der Somabecher?] [?], von der Welt geschätzt, den Somakönig, den Nektar, das Ein und Alles des Opfers, den Höchsten, [Herrn] der Kräuter und der Säfte, der Götter und des Lebens; darauf Śrī, Medhā und Kīrti [Ruhm] und die Göttin Sarasvatī: vier Töchter gebar sie, die in den Yogas fest gegründet stehen. Nachdem diese Surabhi, die Gestaltwandelnde, diese Geschöpfe geschaffen hatte, gebar sie zuletzt wiederum die göttlichen, glückverheißenden Kuhmütter: die Verdienstvolle, Māyā, die Honigträufelnde, die Glückbringende, die Schnelle, die Beste der Flüsse [Saridvarā], die Goldfarbene, die Glückliche, Gavyā, Pṛśnī, Kuthāvatī, Aṅgāvatī, Ghṛtavatī, die mit Sauermilch, Milch und Wasser Versehene, die Unfehlbare, Surasā, die Wahrhaftige, Revatī, Mārutī, Rasā, Ajā, Sikatā und Śuddhadhūmā, Adhāriṇī, Jīvā, Prāṇavatī, Dhanyā, Śuddhā, die Kuh Dhanāvahā [Reichtumbringerin], Indrā, Ṛddhi [Gedeihen] und Śānti [Frieden], Śāntapāpā, die Beste der Flüsse; einundvierzig; diese, die Glücklichen, sind im Himmel verehrt. Wiederum wurde von Surabhi geboren ein glückhafter [Sohn], von mondstrahlengleichem Glanz, der Stier, ‚Dakṣa‘ genannt, am Hals mit einem Glanz wie eine Edelsteinfläche, bekränzt, mit Höcker, glänzend, von Glanz wie Lotosfasern. Mit Surabhis Zustimmung wurde er als Standarte gegeben; er ist der [Stier] Maheśvaras. Die Kühe der Surabhi, gestaltwandelnd, die vorzüglichen, um des Verdienstes willen, gaben den Ādityas, Vasus und Viśvedevas Gaben. Surabhi aber gebar, nachdem sie Askese geübt hatte, darauf wiederum Kühe, die, o Yudhiṣṭhira, den Welthütern, Indra und den anderen, gegeben wurden: die gut gepriesene und Kapilā, und die ruhmvolle Rohiṇī, und die alle Wünsche melkende, gestaltwandelnde [Kuh] der Maruts [?]; diese vier Kühe, rein ausmelkend, mit Nektar bereitet, von denen die [Götter], nachdem sie einst Kälber geworden waren, den höchsten Nektar trinken [?]. Die gut gepriesene [wurde] dem Götterkönig, dem hochgesinnten Vāsava, [gegeben], Kapilā dem König des Dharma [Yama] und Rohiṇī dem Varuṇa, die alle Wünsche melkende Kuh dem König Vaiśravaṇa [Kubera]. So sind diese, von der Welt gepriesen [lokamahitāḥ gelesen; Text: lokam ahitā], die weithin berühmten Nachkommen der Surabhi. Von der Nachkommenschaft dieser ist die Erde erfüllt, o Stier unter den Weisen. Aus den Kühen geht alles hervor, was immer hier Schönes ist. ‚Nachkommenschaft der Surabhi‘, so ist dir dies der Reihe nach mit Namen [genannt].“ Yudhiṣṭhira [sprach]: „Es ist genannt; sprich, Fürst der Könige, was soll ich dir noch weiter erzählen? [Anm.: Sprecherzuweisung vermutlich verschoben] Von der Göttin Surabhi aber damals: Kīrti, Lakṣmī, Sarasvatī und Medhā, die vortreffliche Göttin, jene vier, die berühmt sind: sind diese getrennt von den Kühen, oder in den Kühen wohnend?“ Bhīṣma [sprach]: „Welche Götter aber wohnen in den Kühen? Das sage mir, o Großvater. [Anm.: Frage vermutlich Yudhiṣṭhiras] Zu welchem Gott die Kühe ihre Zuflucht genommen haben, diesen Gott [nennt man] ‚gottbenannt‘ [?]; was immer an Göttlichem bei den Göttern Zuflucht nimmt, dieses Göttliche kennen die Zweimalgeborenen [?]; [Anm.: Text verderbt oder verkürzt] bei der Entstehung aller Götter, so heißt es, früher [?] Indra [sprach]: Um des Nektars willen trat der Götterherr zu Surabhi heran. ‚Ich möchte Nektar haben, von dir gegeben, o Göttin, der an Saft überreich ist; durch deine Gnade möge mir Heil sein, [und] Unsterblichkeit.‘ Surabhi [sprach]: ‚Werde zum Kalb, o Götterherr, und trink meinen Milchstrom; dann wirst du sogar Unsterblichkeit und jenen Rang Indras erlangen; und dir, Vṛtra-Töter, wird im Kampf keine Bedrängnis von Feinden sein. Zur Kraft für dich selbst, Śakra, trink von mir den Milchstrom, o Herr.‘ Bhīṣma [sprach]: Da trank der Beste der Götter die Brust jener Surabhi; Unsterblichkeit, Schönheit, Kraft und höchsten Rang [erlangte er]. Puraṃdara, nachdem er den Nektar getrunken hatte, trat hocherfreut heran: ‚Ich bin dein Sohn, Heil dir; sprich, was soll ich für dich tun?‘ Surabhi [sprach]: ‚Getan ist, mein Sohn, alles durch dich; geh [zurück] in den Himmel. Beschütze alle Götter, erschlage, die die Feinde der Götter sind. Und gegen Kuh und Brahmane darf von dir keine Geringschätzung geübt werden, wenn du Frieden wünschst. Der Seufzer von Kuh und Brahmane vermag sogar Götter auszudörren. Stets Kuh und Brahmane liebend, das Wort ‚svasti‘ aussprechend, sollst du auf der Erde, im Luftraum und auf dem Rücken des Himmels ausschreiten. Und was sonst für dich zu tun sein sollte, das sage mir kurz; das alles werde ich für dich tun; bei der Wahrheit sage ich dir dies.‘ Indra [sprach]: ‚Ich möchte beständig in den Kühen wohnen; ich sage es dir, o Göttin.‘ Surabhi [sprach]: ‚Mit diesen Götterscharen zusammen erweise mir Gunst. Der Kühe Körper ist offenkundig; dies bemerke ich, o Kauśika. Wer wo zu wohnen sich anschickt, der Gott soll dort wohnen. Der ganze Leib der Kühe ist höchst rein, hoch zu verehren.‘ Bhīṣma [sprach]: ‚So tu, Heil dir, wie du, o Śakra, es für richtig hältst.‘ Als der Beste der Götter jene Worte der Surabhi gehört hatte, suchte er samt allen Götterscharen die Nachkommenschaft der Surabhi auf. In den Hörnern, im Maul und auf der Zunge nahm der Götterkönig Platz; in allen Öffnungen der Wind, in den Füßen die Scharen der Maruts; im Höcker der allgegenwärtige Rudra, im Bauch aber der Opferverzehrer [Agni]; in den Eutern die vorzügliche Sarasvatī, im Kot Śrī, die von der Welt Geliebte; im Urin Kīrti, die sehr große, in der Milch Medhā, die ewige; im Maul Soma, der Gott, im Herzen der erhabene Yama; am Schwanz Dharma, im Haar das Ritual, Bhāskara [die Sonne] hat sich in den Augen niedergelassen; die Siddhas in den Gelenken, und Siddhi, Askese und Glanz im Bewegen. So sind alle Götterscharen fest in den Bahnen des Körpers [der Kuh] angesiedelt. Die Kühe sind eine große Gottheit, von den Brahmanen geweiht; bei der Kuh nehmen die Götter vereint Zuflucht, sie, die Mächtigen. Was sonst solltest du, Herr, mit vollem Wunsch [nicht] als Liebes bewirken? [?] [Anm.: Sinn unsicher] Aus [innerer] Haltung und mit höchster Hingabe verehre sie, o Herr der Menschen. Die Kühe aber sind in der Welt das höchste Reinigende, das Reinigungsmittel, die Opfergabe. Niedergeschleudert wurde, so heißt es, vom Himmel her der Bhārgava Phenapa verzehrt [?]; [Anm.: der Bezug zur folgenden Erzählung ist unklar] und er, nachdem er das Leben wiedererlangt hatte, nahm dann im Goloka Zuflucht.

Wort für Wort
yudhiṣṭhiraḥ; surāṇām asurāṇāṃ ca bhūtānāṃ ca pitāmaha; prabhuḥ sraṣṭā ca bhagavān munibhiḥ stūyate vibhuḥ; tasyopari kathaṃ hy eṣa golokaḥ sthānatāṃ gataḥ; saṃśayo me mahān eṣa tan me vyākhyātum arhasi
Yudhiṣṭhira [sprach]: „[Herr] der Götter, der Asuras und der Wesen, o Großvater, der Herr, Schöpfer, der erhabene Allwaltende, wird von den Weisen gepriesen; wie ist über ihm dieser Goloka zu einem [festen] Standort geworden? Das ist mein großer Zweifel; diesen darfst du mir erklären.“ (Nom. Sg. mit Sprecherangabe; Gen. Pl., Vok.; stūyate Pass. Präs.; sthānatāṃ gataḥ Part. Perf. Pass.; arhasi 2.Sg. + Inf.)
bhīṣmaḥ; manovāgbuddhayas tāvad ekasthāḥ kurusattama; tato me śṛṇu kārtsnyena gomahābhāgyam uttamam; puṇyaṃ yaśasyam āyuṣyaṃ tathā svastyayanaṃ mahat; kīrtir viharatāṃ loke gavāṃ yogeṣu bhaktimān
Bhīṣma [sprach]: „Geist, Rede und Verstand sind zunächst [bei dir] auf einen Punkt gerichtet [?], bester der Kuru; [Anm.: kann auch als Aufforderung verstanden werden] so höre denn von mir vollständig die höchste Erhabenheit der Kühe, die verdienstvoll, ruhmbringend, lebensverlängernd und ein großes Heilsmittel ist; [sie ist] Ruhm [für die], die in der Welt umherwandeln, [für den], der den Verbindungen mit den Kühen zugetan ist [?]. (ekasthāḥ Nom. Pl.; śṛṇu Imp.; Akk. Sg. n.; bhaktimān Nom. Sg.)
śrūyate hi purāṇeṣu maharṣīṇāṃ mahātmanām; saṃsthāne sarvalokānāṃ devānāṃ cāpi saṃbhave; devatārthe 'mṛtārthe ca yajñārthe caiva bhārata; surabhir nāma vikhyātā rohiṇī kāmarūpiṇī; saṃkalpya manasā pūrvaṃ rohiṇī hy amṛtānanā
Es wird ja in den Purāṇas von den großen Sehern, den Hochgesinnten, berichtet, bei der Einrichtung aller Welten und bei der Entstehung der Götter, für die Götter, für den Nektar und für das Opfer, o Bhārata: Surabhi mit Namen, berühmt, [auch] Rohiṇī, die Gestaltwandelnde, die zunächst im Geist [alles] ersonnen hatte, Rohiṇī, die Nektargesichtige, (śrūyate Pass.; Lok. Sg.; Lok. auf -arthe; Nom. Sg. f.; saṃkalpya Abs.)
ghoraṃ tapaḥ samāsthāya nirmitā viśvakarmaṇā; puruṣaṃ cāsṛjad bhūyas tejasā tapasā ca ha; dedīpyamānaṃ vapuṣā samiddham iva pāvakam; so 'paśyad divyarūpāṃ tāṃ surabhiṃ rohiṇīṃ tadā; dṛṣṭvaiva cātivimanāḥ so 'bhavat kāmamohitaḥ
hatte furchtbare Askese auf sich genommen und wurde von Viśvakarman erschaffen [?]; [Anm.: Subjektwechsel unklar] und sie erschuf weiter einen Mann durch Glut und Askese, der am Leib aufleuchtete wie ein entzündetes Feuer. Er erblickte da jene Surabhi Rohiṇī von göttlicher Gestalt; und kaum hatte er [sie] gesehen, wurde er tief verstört [und] von Begierde betört. (samāsthāya Abs.; nirmitā Part. f.; asṛjat Imperf.; dedīpyamānam Part. Präs. med.; apaśyat Imperf.; abhavat Imperf.)
taṃ kāmārtam atho jñātvā svayaṃbhūr lokabhāvanaḥ; mārto bhava tathā caiṣa bhagavān abhyabhāṣata; tataḥ sa bhagavāṃs tatra mārtāṇḍa iti viśrutaḥ; cakāra nāma taṃ dṛṣṭvā tasyārtībhāvam uttamam; so 'dadād bhagavāṃs tasmai mārtāṇḍāya mahātmane
Als da der Selbstentstandene, der Erschaffer der Welten, ihn als von Begierde gequält erkannte, sprach dieser Erhabene zu ihm so: ‚Werde sterblich!‘ Darauf wurde jener Erhabene dort unter dem Namen ‚Mārtāṇḍa‘ berühmt; [der Schöpfer] gab ihm den Namen, als er dessen höchsten Zustand der Bedrängnis sah. [Anm.: Wortspiel mārta/ārti; Bezug der Sätze unsicher] Jener Erhabene gab dem hochgesinnten Mārtāṇḍa (jñātvā Abs.; abhyabhāṣata Imperf. med.; viśrutaḥ Part.; cakāra Perf.; adadāt Imperf.)
surūpāṃ surabhiṃ kanyāṃ tapas tejomayīṃ śubhām; yathā mayaiṣa codbhūtas tvaṃ caiveṣā ca rohiṇī; maithunaṃ gatavantau ca tathā cotpatsyati prajā; prajā bhaviṣyate puṇyā pavitraṃ paramaṃ ca vām; na cāpy agamyāgamanād doṣaṃ prāpsyasi karhi cit
die schöngestaltige Surabhi zur Tochter, aus Askese und Glanz bestehend, glückverheißend: ‚Wie durch mich dieser [hier], du und diese Rohiṇī hervorgebracht [worden seid] [?], so wird, wenn ihr beide euch geschlechtlich verbunden habt, Nachkommenschaft entstehen. Die Nachkommenschaft wird verdienstvoll sein, und für euch beide ein höchstes Reinigungsmittel. Und du wirst niemals durch verbotenen Beischlaf eine Schuld auf dich laden. (Akk. Sg. f.; udbhūtaḥ Part.; gatavantau Part. Du.; utpatsyati Fut.; bhaviṣyate Fut. med.; prāpsyasi 2.Sg. Fut.)
tvatprajāsaṃbhavaṃ kṣīraṃ bhaviṣyati paraṃ haviḥ; yajñeṣu cājyabhāgānāṃ tvatprajāmūlajo vidhiḥ; prajāśuśrūṣavaś caiva ye bhaviṣyanti rohiṇi; tava tenaiva puṇyena golokaṃ yāntu mānavāḥ; idaṃ pavitraṃ paramam ṛṣabhaṃ nāma karhi cit
Die aus deiner Nachkommenschaft hervorgehende Milch wird das höchste Opfergut sein; und bei den Opfern wird die Regelung der Schmalzanteile aus der Wurzel deiner Nachkommenschaft entstehen. Und die, o Rohiṇī, die der Nachkommenschaft dienen werden, durch eben dieses Verdienst von dir sollen die Menschen in den Goloka gehen. Dies höchste Reinigungsmittel, ‚Stier‘ (ṛṣabha) genannt, [wird es] einst [geben] [?]. (bhaviṣyati Fut.; Kompositum, Bahuvrīhi/Tatpuruṣa; prajāśuśrūṣavaḥ Nom. Pl.; yāntu 3.Pl. Imp.; karhi cit)
yad vai jñātvā dvijā loke mokṣyante yonisaṃkarāt; etatkriyāḥ prapatsyante mantrabrāhmaṇasaṃskṛtāḥ; devatānāṃ pitṝṇāṃ ca havyakavyapurogamāḥ; tata etena puṇyena prajās tava tu rohiṇi; ūrdhvaṃ mamāpi lokasya vatsyante nirupadravāḥ
Wenn die Zweimalgeborenen dies erkannt haben, werden sie in der Welt aus der Vermischung der Geburt befreit werden. Diese Handlungen ausübend werden sie [den Rang] erlangen, durch Mantra und Brāhmaṇa geweiht, als Vorangehende bei den Opfergaben für die Götter und die Ahnen. Darum, o Rohiṇī, werden deine Nachkommen durch dieses Verdienst auch in meiner Welt droben weilen, unbedrängt. (jñātvā Abs.; mokṣyante Fut. Pass.; prapatsyante Fut. med.; Bahuvrīhi; vatsyante Fut. (nächste Zeile); vatsyante Fut. med.)
bhadraṃ tebhyaś ca bhadraṃ te ye prajāsu bhavanti vai; yugaṃdharāś ca te putrāḥ santu lokasya dhāraṇe; yān yān kāmayase lokāṃs tāṃl lokān anuyāsyasi; sarvadevagaṇāś caiva tava yāsyanti putratām; tava stanasamudbhūtaṃ pibanto 'mṛtam uttamam
Heil ihnen, und Heil dir, [ihnen,] die unter den Nachkommen entstehen. Und diese Söhne sollen die Jochträger sein beim Tragen der Welt. Welche Welten du auch immer begehrst, in diese Welten wirst du gelangen; und alle Scharen der Götter werden zu deinen Söhnen werden, indem sie den höchsten Nektar trinken, der aus deinen Brüsten hervorgegangen ist.‘ (bhavanti 3.Pl.; santu Imp.; kāmayase 2.Sg. med.; anuyāsyasi Fut.; yāsyanti Fut.; pibantaḥ Part. Präs.)
evam etān varān sarvān agṛhṇāt surabhis tadā; bruvataḥ sarvalokeśān nirvṛtiṃ cāgamat parām; sṛṣṭvā prajāś ca vipulā lokasaṃdhāraṇāya vai; brahmaṇā samanujñātā surabhir lokam āviśat; evaṃ varapradānena svayaṃbhor eva bhārata
So nahm Surabhi damals all diese Gaben an, während [er] zu den Herren aller Welten sprach, und gelangte zu höchster Beruhigung. Nachdem sie zahlreiche Nachkommen erschaffen hatte, zur Erhaltung der Welt, trat Surabhi, von Brahmā entlassen, in [ihre] Welt ein. So durch diese Gabenverleihung des Selbstentstandenen, o Bhārata, (agṛhṇāt Imperf.; bruvataḥ Gen. abs.; agamat Imperf.; sṛṣṭvā Abs.; samanujñātā Part. f.; āviśat Imperf.; Instr.)
upariṣṭād gavāṃ lokaṃ proktaṃ te sarvam āditaḥ; yudhiṣṭhiraḥ; surabheḥ kāḥ prajāḥ pūrvaṃ mārtāṇḍād abhavan purā; bhīṣmaḥ; etan me śaṃsa tattvena goṣu me prīyate manaḥ
wurde dir die Welt der Kühe droben ganz von Anfang an erklärt.“ Yudhiṣṭhira [sprach]: „Welche Nachkommen der Surabhi sind einst früher aus Mārtāṇḍa entstanden?“ Bhīṣma [sprach]: „Berichte mir dies der Wahrheit gemäß; mein Geist freut sich an den Kühen. [Anm.: Diese Bitte klingt nach Yudhiṣṭhira; die Sprecherangaben sind hier offenbar verschoben] (proktam Part. n.; abhavan Imperf.; śaṃsa Imp.; prīyate Pass.)
śṛṇu nāmāni divyāni gomātṝṇāṃ viśeṣataḥ; yābhir vyāptās trayo lokāḥ kalyāṇābhir janādhipa; surabhyaḥ prathamodbhūtā yāś ca syuḥ prathamāḥ prajāḥ; mayocyamānāḥ śṛṇu tāḥ prāpsyase vipulaṃ yaśaḥ; taptvā tapo ghoratapāḥ surabhir dīptatejasī
Höre die göttlichen Namen der Kuhmütter im Besonderen, von denen, den glückbringenden, die drei Welten durchdrungen sind, o Herr der Menschen: die Surabhis, die als erste hervorgegangen sind und die die ersten Nachkommen waren; höre sie, von mir genannt; du wirst weiten Ruhm erlangen. Nachdem sie Askese geübt hatte, gebar Surabhi, von furchtbarer Askese, von lodernder Glut, (śṛṇu Imp.; vyāptāḥ Part. Pass.; syuḥ Opt.; ucyamānāḥ Part. Pass.; prāpsyase Fut. med.; taptvā Abs.)
suṣāvaikādaśa sutān rudrā ye chandasi stutāḥ; ajaikapād ahirbudhnyas tryambakaś ca mahāyaśāḥ; vṛṣākapiś ca śaṃbhuś ca kapālī raivatas tathā; haraś ca bahurūpaś ca ugra ugro 'tha vīryavān; tasya caivātmajaḥ śrīmān viśvarūpo mahāyaśāḥ
elf Söhne, die Rudras, die im Veda gepriesen werden: Ajaikapād, Ahirbudhnya und Tryambaka, der Hochberühmte, Vṛṣākapi, Śaṃbhu, Kapālin und Raivata, Hara und Bahurūpa, Ugra, und [wieder] der Ugra, der Heldenhafte [?]; [Anm.: die Aufzählung ergibt nicht klar elf Namen] und dessen Sohn, der glückhafte Viśvarūpa, der Hochberühmte. (suṣāva Perf.; Nom. Sg.; Nom. Sg.; Nom. Sg.; ātmajaḥ Nom. Sg.)
ekādaśaite kathitā rudrās te nāma nāmataḥ; mahātmāno mahāyogās tejoyuktā mahābalāḥ; ete variṣṭhajanmāno devānāṃ brahmavādinām; viprāṇāṃ prakṛtir loke eta eva hi viśrutāḥ; eta ekādaśa proktā rudrās tribhuvaneśvarāḥ
Diese elf Rudras sind genannt, Name für Name; die Hochgesinnten, großen Yogins, mit Glanz begabt, gewaltig; diese sind die von höchstem Geburtsrang unter den Göttern, den Brahma-Rednern, der Ursprung der Brahmanen in der Welt; nur diese sind ja berühmt. Diese elf werden Rudras genannt, die Herren der drei Welten. (kathitāḥ Part. Pass.; Nom. Pl.; Bahuvrīhi; viśrutāḥ Part.; proktāḥ Part. Pass.)
śataṃ tv etat samākhyātaṃ śatarudraṃ mahātmanām; suṣuve prathamāṃ kanyāṃ surabhiḥ pṛthivīṃ tadā; viśvakāmadughā dhenur yā dhārayati dehinaḥ; sutaṃ gobrāhmaṇaṃ rājann ekam ity abhidhīyate; gobrāhmaṇasya jananī surabhiḥ parikīrtyate
Hundert aber wird dies genannt, das ‚Hundert-Rudra‘ der Hochgesinnten. [Anm.: Anspielung auf das Śatarudriya] Als Erste gebar Surabhi damals eine Tochter, die Erde, die Wunschmelkkuh für alle Wünsche, die die Lebewesen trägt. Als Sohn wird ‚Kuh-Brahmane‘, o König, als eine Einheit bezeichnet. Die Mutter von Kuh und Brahmane wird Surabhi genannt. (samākhyātam Part. n.; suṣuve Perf. med.; dhārayati Präs.; abhidhīyate Pass.; parikīrtyate Pass.)
sṛṣṭvā tu prathamaṃ rudrān varadān brahmasaṃbhavān; paścāt prabhuṃ grahapatiṃ suṣuve lokasaṃmatam; somarājānam amṛtaṃ yajñasarvasvam uttamam; oṣadhīnāṃ rasānāṃ ca devānāṃ jīvitasya ca; tataḥ śriyaṃ ca medhāṃ ca kīrtiṃ devīṃ sarasvatīm
Nachdem sie zuerst die Rudras geschaffen hatte, die Gabenspender, aus Brahman entstanden, gebar sie danach den Herrn, den Grahapati [Herrn der Planeten? Herrn der Somabecher?] [?], von der Welt geschätzt, den Somakönig, den Nektar, das Ein und Alles des Opfers, den Höchsten, [Herrn] der Kräuter und der Säfte, der Götter und des Lebens; darauf Śrī, Medhā und Kīrti [Ruhm] und die Göttin Sarasvatī: (sṛṣṭvā Abs.; suṣuve Perf. med.; Akk. Sg.; Gen. Pl.; Akk. Sg. f.)
catasraḥ suṣuve kanyā yogeṣu niyatāḥ sthitāḥ; etāḥ sṛṣṭvā prajā eṣā surabhiḥ kāmarūpiṇī; suṣuve caramaṃ bhūyo divyā gomātaraḥ śubhāḥ; puṇyāṃ māyāṃ madhuścyotāṃ śivāṃ śīghrāṃ saridvarām; hiraṇyavarṇāṃ subhagāṃ gavyāṃ pṛśnīṃ kuthāvatīm
vier Töchter gebar sie, die in den Yogas fest gegründet stehen. Nachdem diese Surabhi, die Gestaltwandelnde, diese Geschöpfe geschaffen hatte, gebar sie zuletzt wiederum die göttlichen, glückverheißenden Kuhmütter: die Verdienstvolle, Māyā, die Honigträufelnde, die Glückbringende, die Schnelle, die Beste der Flüsse [Saridvarā], die Goldfarbene, die Glückliche, Gavyā, Pṛśnī, Kuthāvatī, (niyatāḥ Part.; sṛṣṭvā Abs.; suṣuve; Akk. Sg. f. (Namen); Akk. Sg. f.)
aṅgāvatīṃ ghṛtavatīṃ dadhikṣīrapayovatīm; amoghāṃ surasāṃ satyāṃ revatīṃ mārutīṃ rasām; ajāṃ ca sikatāṃ caiva śuddhadhūmām adhāriṇīm; jīvāṃ prāṇavatīṃ dhanyāṃ śuddhāṃ dhenuṃ dhanāvahām; indrām ṛddhiṃ ca śāntiṃ ca śāntapāpāṃ saridvarām
Aṅgāvatī, Ghṛtavatī, die mit Sauermilch, Milch und Wasser Versehene, die Unfehlbare, Surasā, die Wahrhaftige, Revatī, Mārutī, Rasā, Ajā, Sikatā und Śuddhadhūmā, Adhāriṇī, Jīvā, Prāṇavatī, Dhanyā, Śuddhā, die Kuh Dhanāvahā [Reichtumbringerin], Indrā, Ṛddhi [Gedeihen] und Śānti [Frieden], Śāntapāpā, die Beste der Flüsse; (Akk. Sg. f.; Akk. Sg. f.; Akk. Sg. f.; Akk. Sg. f.; Akk. Sg. f.)
catvāriṃśatam ekāṃ ca dhanyās tā divi pūjitāḥ; bhūyo jajñe surabhyāś ca śrīmāṃś candrāṃśusaprabhaḥ; vṛṣo dakṣa iti khyātaḥ kaṇṭhe maṇitalaprabhaḥ; sragvī kakudmān dyutimān mṛṇālasadṛśaprabhaḥ; surabhyanumate datto dhvajo māheśvaras tu saḥ
einundvierzig; diese, die Glücklichen, sind im Himmel verehrt. Wiederum wurde von Surabhi geboren ein glückhafter [Sohn], von mondstrahlengleichem Glanz, der Stier, ‚Dakṣa‘ genannt, am Hals mit einem Glanz wie eine Edelsteinfläche, bekränzt, mit Höcker, glänzend, von Glanz wie Lotosfasern. Mit Surabhis Zustimmung wurde er als Standarte gegeben; er ist der [Stier] Maheśvaras. (pūjitāḥ Part. Pass.; jajñe Perf. med.; khyātaḥ Part.; Bahuvrīhi; dattaḥ Part. Pass.)
surabhyaḥ kāmarūpiṇyo gāvaḥ puṇyārtham uttamāḥ; ādityebhyo vasubhyaś ca viśvebhyaś ca dadur varān; surabhis tu tapas taptvā suṣuve gās tataḥ punaḥ; yā dattā lokapālānām indrādīnāṃ yudhiṣṭhira; suṣṭutāṃ kapilāṃ caiva rohiṇīṃ ca yaśasvinīm
Die Kühe der Surabhi, gestaltwandelnd, die vorzüglichen, um des Verdienstes willen, gaben den Ādityas, Vasus und Viśvedevas Gaben. Surabhi aber gebar, nachdem sie Askese geübt hatte, darauf wiederum Kühe, die, o Yudhiṣṭhira, den Welthütern, Indra und den anderen, gegeben wurden: die gut gepriesene und Kapilā, und die ruhmvolle Rohiṇī, (Nom. Pl.; daduḥ Perf.; taptvā Abs.; suṣuve; dattā Part. f.; Akk. Sg. f.)
sarvakāmadughāṃ caiva marutāṃ kāmarūpiṇīm; gāvo mṛṣṭadughā hy etāś catasro 'mṛtasaṃskṛtāḥ; yāsāṃ bhūtvā purā vatsāḥ pibanty amṛtam uttamam; suṣṭutāṃ devarājāya vāsavāya mahātmane; kapilāṃ dharmarājāya varuṇāya ca rohiṇīm
und die alle Wünsche melkende, gestaltwandelnde [Kuh] der Maruts [?]; diese vier Kühe, rein ausmelkend, mit Nektar bereitet, von denen die [Götter], nachdem sie einst Kälber geworden waren, den höchsten Nektar trinken [?]. Die gut gepriesene [wurde] dem Götterkönig, dem hochgesinnten Vāsava, [gegeben], Kapilā dem König des Dharma [Yama] und Rohiṇī dem Varuṇa, (Akk. Sg. f.; mṛṣṭadughāḥ Bahuvrīhi; pibanti 3.Pl.; Dat. Sg.; Dat. Sg.)
sarvakāmadughāṃ dhenuṃ rājñe vaiśravaṇāya ca; ity etā lokam ahitā viśrutāḥ surabheḥ prajāḥ; etāsāṃ prajayā pūrṇā pṛthivī munipuṃgava; gobhyaḥ prabhavate sarvaṃ yat kiṃ cid iha śobhanam; surabhyapatyam ity etan nāmatas te 'nupūrvaśaḥ
die alle Wünsche melkende Kuh dem König Vaiśravaṇa [Kubera]. So sind diese, von der Welt gepriesen [lokamahitāḥ gelesen; Text: lokam ahitā], die weithin berühmten Nachkommen der Surabhi. Von der Nachkommenschaft dieser ist die Erde erfüllt, o Stier unter den Weisen. Aus den Kühen geht alles hervor, was immer hier Schönes ist. ‚Nachkommenschaft der Surabhi‘, so ist dir dies der Reihe nach mit Namen [genannt].“ (Dat. Sg.; viśrutāḥ Part.; pūrṇā Part. f.; prabhavate Präs. med.; Elliptisch)
yudhiṣṭhiraḥ; kīrtitaṃ brūhi rājendra kiṃ bhūyaḥ kathayāmi te; surabhyās tu tadā devyāḥ kīrtir lakṣmīḥ sarasvatī; medhā ca pravarā devī yāś catasro 'bhiviśrutāḥ; pṛthag gobhyaḥ kim etāḥ syur utāho goṣu saṃśritāḥ
Yudhiṣṭhira [sprach]: „Es ist genannt; sprich, Fürst der Könige, was soll ich dir noch weiter erzählen? [Anm.: Sprecherzuweisung vermutlich verschoben] Von der Göttin Surabhi aber damals: Kīrti, Lakṣmī, Sarasvatī und Medhā, die vortreffliche Göttin, jene vier, die berühmt sind: sind diese getrennt von den Kühen, oder in den Kühen wohnend?“ (brūhi Imp.; Nom. Sg. f.; abhiviśrutāḥ Part.; syuḥ Opt.; saṃśritāḥ Part.)
bhīṣmaḥ; devāḥ ke vāśritā goṣu tan me brūhi pitāmaha; yaṃ devaṃ saṃśritā gāvas taṃ devaṃ devasaṃjñitam; yad yad devāśritaṃ daivaṃ tat tad daivaṃ dvijā viduḥ; sarveṣām eva devānāṃ pūrvaṃ kila samudbhave
Bhīṣma [sprach]: „Welche Götter aber wohnen in den Kühen? Das sage mir, o Großvater. [Anm.: Frage vermutlich Yudhiṣṭhiras] Zu welchem Gott die Kühe ihre Zuflucht genommen haben, diesen Gott [nennt man] ‚gottbenannt‘ [?]; was immer an Göttlichem bei den Göttern Zuflucht nimmt, dieses Göttliche kennen die Zweimalgeborenen [?]; [Anm.: Text verderbt oder verkürzt] bei der Entstehung aller Götter, so heißt es, früher [?] (brūhi Imp.; saṃśritāḥ Part.; viduḥ Perf. (Präs.); samudbhave Lok.)
indraḥ; amṛtārthe surapatiḥ surabhiṃ samupasthitaḥ; iccheyam amṛtaṃ dattaṃ tvayā devi rasādhikam; tvatprasādāc chivaṃ mahyam amaratvaṃ bhaved iti; surabhiḥ
Indra [sprach]: Um des Nektars willen trat der Götterherr zu Surabhi heran. ‚Ich möchte Nektar haben, von dir gegeben, o Göttin, der an Saft überreich ist; durch deine Gnade möge mir Heil sein, [und] Unsterblichkeit.‘ Surabhi [sprach]: (samupasthitaḥ Part.; iccheyam Opt. 1.Sg.; bhavet Opt.)
vatso bhūtvā surapate pibasva prasnavaṃ mama; tato 'maratvam api tat sthānam aindram avāpsyasi; na ca te vṛtrahan yuddhe vyathāribhyo bhaviṣyati; balārtham ātmanaḥ śakra prasnavaṃ piba me vibho; bhīṣmaḥ
‚Werde zum Kalb, o Götterherr, und trink meinen Milchstrom; dann wirst du sogar Unsterblichkeit und jenen Rang Indras erlangen; und dir, Vṛtra-Töter, wird im Kampf keine Bedrängnis von Feinden sein. Zur Kraft für dich selbst, Śakra, trink von mir den Milchstrom, o Herr.‘ Bhīṣma [sprach]: (pibasva Imp. med.; avāpsyasi Fut.; bhaviṣyati Fut.; piba Imp.)
tato 'dhayat stanaṃ tasyāḥ surabhyāḥ surasattamaḥ; amaratvaṃ surūpatvaṃ balaṃ ca padam uttamam; puraṃdaro 'mṛtaṃ pītvā prahṛṣṭaḥ samupasthitaḥ; putro 'haṃ tava bhadraṃ te brūhi kiṃ karavāṇi te; surabhiḥ
Da trank der Beste der Götter die Brust jener Surabhi; Unsterblichkeit, Schönheit, Kraft und höchsten Rang [erlangte er]. Puraṃdara, nachdem er den Nektar getrunken hatte, trat hocherfreut heran: ‚Ich bin dein Sohn, Heil dir; sprich, was soll ich für dich tun?‘ Surabhi [sprach]: (adhayat Imperf.; Akk. (Ergänzung); pītvā Abs.; karavāṇi Imp. 1.Sg.)
kṛtaṃ putra tvayā sarvam upayāhi triviṣṭapam; pālayasva surān sarvāñ jahi ye suraśatravaḥ; na ca gobrāhmaṇe 'vajñā kāryā te śāntim icchatā; gobrāhmaṇasya niḥśvāsaḥ śoṣayed api devatāḥ; gobrāhmaṇapriyo nityaṃ svastiśabdam udāharan
‚Getan ist, mein Sohn, alles durch dich; geh [zurück] in den Himmel. Beschütze alle Götter, erschlage, die die Feinde der Götter sind. Und gegen Kuh und Brahmane darf von dir keine Geringschätzung geübt werden, wenn du Frieden wünschst. Der Seufzer von Kuh und Brahmane vermag sogar Götter auszudörren. Stets Kuh und Brahmane liebend, das Wort ‚svasti‘ aussprechend, (kṛtam Part. n.; upayāhi Imp.; pālayasva Imp.; jahi Imp.; kāryā Gerundiv; śoṣayet Opt.; udāharan Part. Präs.)
pṛthivyām antarikṣe ca nākapṛṣṭhe ca vikramet; yac ca te 'nyad bhavet kṛtyaṃ tan me brūyāḥ samāsataḥ; tat te sarvaṃ kariṣyāmi satyenaitad bravīmi te; indraḥ; iccheyaṃ goṣu niyataṃ vastuṃ devi bravīmi te
sollst du auf der Erde, im Luftraum und auf dem Rücken des Himmels ausschreiten. Und was sonst für dich zu tun sein sollte, das sage mir kurz; das alles werde ich für dich tun; bei der Wahrheit sage ich dir dies.‘ Indra [sprach]: ‚Ich möchte beständig in den Kühen wohnen; ich sage es dir, o Göttin.‘ (vikramet Opt.; brūyāḥ Opt. 2.Sg.; kariṣyāmi Fut.; iccheyam Opt.)
surabhiḥ; ebhiḥ suragaṇaiḥ sārdhaṃ mamānugraham ācara; gavāṃ śarīraṃ pratyakṣam etat kauśika lakṣaye; yo yatrotsahate vastuṃ sa tatra vasatāṃ suraḥ; sarvaṃ pavitraṃ paramaṃ gavāṃ gātraṃ supūjitam
Surabhi [sprach]: ‚Mit diesen Götterscharen zusammen erweise mir Gunst. Der Kühe Körper ist offenkundig; dies bemerke ich, o Kauśika. Wer wo zu wohnen sich anschickt, der Gott soll dort wohnen. Der ganze Leib der Kühe ist höchst rein, hoch zu verehren.‘ (ācara Imp.; lakṣaye 1.Sg.; utsahate Präs. med.; vasatām Imp.; supūjitam Part. n.)
bhīṣmaḥ; tathā kuruṣva bhadraṃ te yathā tvaṃ śakra manyase; tasyās tad vacanaṃ śrutvā surabhyāḥ surasattamaḥ; saha sarvaiḥ suragaṇair abhajat saurabhīṃ prajām; śṛṅge vaktre ca jihvāyāṃ devarājaḥ samāviśat
Bhīṣma [sprach]: ‚So tu, Heil dir, wie du, o Śakra, es für richtig hältst.‘ Als der Beste der Götter jene Worte der Surabhi gehört hatte, suchte er samt allen Götterscharen die Nachkommenschaft der Surabhi auf. In den Hörnern, im Maul und auf der Zunge nahm der Götterkönig Platz; (kuruṣva Imp. med.; manyase 2.Sg.; śrutvā Abs.; abhajat Imperf.; samāviśat Imperf.)
sarvacchidreṣu pavanaḥ pādeṣu marutāṃ gaṇāḥ; kakudaṃ sarvago rudraḥ kukṣau caiva hutāśanaḥ; sarasvatī staneṣv agryā śrīḥ purīṣe jagatpriyā; mūtre kīrtiḥ sumahatī medhā payasi śāśvatī; vaktre somaś ca vai devo hṛdaye bhagavān yamaḥ
in allen Öffnungen der Wind, in den Füßen die Scharen der Maruts; im Höcker der allgegenwärtige Rudra, im Bauch aber der Opferverzehrer [Agni]; in den Eutern die vorzügliche Sarasvatī, im Kot Śrī, die von der Welt Geliebte; im Urin Kīrti, die sehr große, in der Milch Medhā, die ewige; im Maul Soma, der Gott, im Herzen der erhabene Yama; (Lok. Pl.; Lok. Sg.; Lok. Pl./Sg.; Lok. Sg.; Lok. Sg.)
dharmaḥ pucche kriyā lomni bhāskaraś cakṣuṣī śritaḥ; siddhāḥ saṃdhiṣu siddhiś ca tapas tejaś ca ceṣṭane; evaṃ sarve suragaṇā niyatā gātravartmasu; mahatī devatā gāvo brāhmaṇaiḥ parisaṃskṛtāḥ; gām āśrayanti sahitā devā hi prabhaviṣṇavaḥ
am Schwanz Dharma, im Haar das Ritual, Bhāskara [die Sonne] hat sich in den Augen niedergelassen; die Siddhas in den Gelenken, und Siddhi, Askese und Glanz im Bewegen. So sind alle Götterscharen fest in den Bahnen des Körpers [der Kuh] angesiedelt. Die Kühe sind eine große Gottheit, von den Brahmanen geweiht; bei der Kuh nehmen die Götter vereint Zuflucht, sie, die Mächtigen. (śritaḥ Part.; Lok. Pl./Sg.; niyatāḥ Part.; parisaṃskṛtāḥ Part. Pass.; āśrayanti 3.Pl.)
kim anyat sarvakāmena na vidadhyād bhavān priyam; bhāvataḥ parayā bhaktyā pūjayasva nareśvara; gāvas tu paramaṃ loke pavitraṃ pāvanaṃ haviḥ; nipātya bhakṣitaḥ svargād bhārgavaḥ phenapaḥ kila; sa ca prāṇān punar labdhvā tato golokam āśritaḥ
Was sonst solltest du, Herr, mit vollem Wunsch [nicht] als Liebes bewirken? [?] [Anm.: Sinn unsicher] Aus [innerer] Haltung und mit höchster Hingabe verehre sie, o Herr der Menschen. Die Kühe aber sind in der Welt das höchste Reinigende, das Reinigungsmittel, die Opfergabe. Niedergeschleudert wurde, so heißt es, vom Himmel her der Bhārgava Phenapa verzehrt [?]; [Anm.: der Bezug zur folgenden Erzählung ist unklar] und er, nachdem er das Leben wiedererlangt hatte, nahm dann im Goloka Zuflucht. (vidadhyāt Opt.; pūjayasva Imp. med.; Nom. Pl.; nipātya Abs.; bhakṣitaḥ Part.; labdhvā Abs.; āśritaḥ Part.“)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften). Die Sprecherangaben stehen im Text häufig eine Zeile vor dem tatsächlichen Sprecherwechsel; die Zuordnung der Reden folgt daher dem Sinn. Mehrere Stellen sind textlich unsicher (Zeilen zu Viśvakarman/Mārtāṇḍa, Rudra-Liste, lokamahitāḥ, Phenapa am Ende).

yudhiṣṭhiraḥ; kaḥ phenapeti nāmnāsau kathaṃ vā bhakṣitaḥ purā; mṛta ujjīvitaḥ kasmāt kathaṃ golokam āśritaḥ; viruddhe mānuṣe loke tathā samayavartmasu; ṛte daivaṃ hi duṣprāpaṃ mānuṣeṣu viśeṣataḥ; bhīṣmaḥ; saṃśayo me mahān atra tan me vyākhyātum arhasi; śrūyate bhārgave vaṃśe sumitro nāma bhārata; vedādhyayanasaṃpanno vipule tapasi sthitaḥ; vānaprasthāśrame yuktaḥ svakarmanirataḥ sadā; vinayācāratattvajñaḥ sarvadharmārthakovidaḥ; yattas triṣavaṇasnāyī saṃdhyopāsanatatparaḥ; agnihotrarataḥ kṣānto japañ juhvac ca nityadā; pitṝn devāṃś ca niyatam atithīṃś caiva pūjayan; prāṇasaṃdhāraṇārthaṃ ca yat kiṃ cid upahārayan; giris triśikharo nāma yataḥ prabhavate nadī; kulaheti purāṇeṣu viśrutā rudranirmitā; tasyās tīre same deśe puṣpamālāsamākule; vanyauṣadhidrumopete nānāpakṣimṛgāyute; vyapetadaṃśamaśake dhvāṅkṣagṛdhrair asevite; kṛṣṇadarbhatṛṇaprāye suramye jyotiraśmini; sarvonnataiḥ samaiḥ śyāmair yājñīyais tarubhir vṛte; tatrāśramapadaṃ puṇyaṃ bhṛgūṇām abhavat purā; uvāsa tatra niyataḥ sumitro nāma bhārgavaḥ; yathoddiṣṭena pūrveṣāṃ bhṛgūṇāṃ sādhuvartmanām; tasmā āṅgirasaḥ kaś cid dadau gāṃ śarkarīṃ śubhām; varṣāsu paścime māsi paurṇamāsyāṃ śucivrataḥ; sa tāṃ labdhvā dharmaśīlaś cintayām āsa tatparaḥ; sumitraḥ parayā bhaktyā jananīm iva mātaram; tena saṃdhukṣyamāṇā sā rohiṇī kāmacāriṇī; vivṛddhim agamac chreṣṭhā prāṇataś ca sudarśanā; sirāvimuktapārśvāntā vipulāṃ kāntim udvahat; śyāmapārśvāntapṛṣṭhāntā surabhir madhupiṅgalā; bṛhatī sūkṣmaromāntā rūpodagrā tanutvacā; kṛṣṇapucchā śvetavaktrā samavṛttapayodharā; pṛṣṭhonnatā pūrvanatā śaṅkukarṇī sulocanā; dīrghajihvā hrasvaśṛṅgī saṃpūrṇadaśanāntarā; māṃsādhikagalāntā sā prasannā śubhadarśanā; nityaṃ śamayutā snigdhā saṃpūrṇodāttanisvanā; prājāpatyair gavāṃ nityaṃ praśastair lakṣaṇair yutā; yauvanastheva vanitā śuśubhe rūpaśobhayā; vṛṣeṇopagatā sā tu kalyā madhuradarśanā; mithunaṃ janayām āsa tulyarūpam ivātmanaḥ; saṃvardhayām āsa sa tāṃ savatsāṃ bhārgavo ṛṣiḥ; tayoḥ prajādhisaṃsargāt sahasraṃ ca gavām abhūt; gavāṃ jātisahasrāṇi saṃbhūtāni parasparam; ṛṣabhāṇāṃ ca rājendra naivāntaḥ pratidṛśyate; tair āśramapadaṃ ramyam araṇyaṃ caiva sarvaśaḥ; samākulaṃ samabhavan meghair iva nabhaḥsthalam; kāni cit padmavarṇāni kiṃśukābhāni kāni cit; rukmavarṇāni cānyāni candrāṃśusadṛśāni ca; tathā rājatavarṇāni kāni cil lohitāni vai; nīlalohitatāmrāṇi kṛṣṇāni kapilāni ca; nānārāgavicitrāṇi yūthāni bahulāni ca; na ca kṣīraṃ ghṛtaṃ snehād vatsānām upajīvati; bhārgavaḥ kevalaṃ cāsīd gavāṃ prāṇāyane rataḥ; tathā śuśrūṣatas tasya gavāṃ hitam avekṣataḥ; vyatīyāt sumahān kālo vatsocchiṣṭena vartataḥ; kṣutpipāsāpariśrāntaḥ satataṃ prasnavaṃ gavām; vatsair ucchiṣṭamuditaṃ bahukṣīratayā bahu; pītavāṃs tena nāmāsya phenapety abhiviśrutam; bhīṣmaḥ; gautamasyābhiniṣpannam evaṃ nāma yudhiṣṭhira; kadā cit kāmarūpiṇyo gāvaḥ strīveṣam āsthitāḥ; hrade krīḍanti saṃhṛṣṭā gāyantyaḥ puṇyalakṣaṇāḥ; dadṛśus tasya gāvo vai vismayotphullalocanāḥ; striyaḥ; ūcuś ca kā yūyam iti striyo mānuṣayā girā; gāva eva vayaṃ sarvāḥ karmabhiḥ śobhanair yutāḥ; sarvāḥ strīveṣadhāriṇyo yathākāmaṃ carāmahe; gāvaḥ; gavāṃ gāvaḥ paraṃ daivaṃ gavāṃ gāvaḥ parā gatiḥ; striyaḥ; kathayadhvam ihāsmākaṃ kena vaḥ sukṛtāṃ gatiḥ; asmākaṃ haviṣā devā brāhmaṇās tarpitās tathā; kavyena pitaraś caiva havyenāgniś ca tarpitaḥ; prajayā ca tathāsmākaṃ kṛṣir abhyuddhṛtā sadā; śakaṭaiś cāpi saṃyuktā daśavāhaśatena vai; tad etaiḥ sukṛtaiḥ sphītair vayaṃ yāś caiva naḥ prajāḥ; golokam anusaṃprāptā yaḥ paraḥ kāmagocaraḥ; yūyaṃ tu sarvā rohiṇyaḥ saprajāḥ sahapuṃgavāḥ; gāvaḥ; adhogāminya ity eva paśyāmo divyacakṣuṣā; evaṃ gavāṃ paraṃ daivaṃ gāva eva parāyaṇam; svapakṣyās tāraṇīyā vaḥ śaraṇāya gatā vayam; kim asmābhiḥ karaṇīyaṃ vartitavyaṃ kathaṃ cana; striyaḥ; prāpnuyāma ca golokaṃ bhavāma na ca garhitāḥ; vartate rantidevasya satraṃ varṣasahasrakam; tatra tasya nṛpasyāśu paśutvam upagacchata; tatas tasyopayogena paśutve yajñasaṃskṛtāḥ; bhīṣmaḥ; golokān prāpsyatha śubhāṃs tena puṇyena saṃyutāḥ; etat tāsāṃ vacaḥ śrutvā gavāṃ saṃhṛṣṭamānasāḥ; gamanāya manaś cakrur autsukyaṃ cāgaman param; na hi no bhārgavo dātā paśutvenopayojanam; yajñas tasya narendrasya vartate dharmatas tathā; vayaṃ na cānanujñātāḥ śaktā gantuṃ kathaṃ cana; avocann atha tatratyā bhārgavo vadhyatām ayam; etat sarvā rocayata na hi śakyam ato 'nyathā; lokān prāptuṃ sahāsmābhir niścayaḥ kriyatām ayam; na tu tāsāṃ sametānāṃ kā cid ghoreṇa cakṣuṣā; śaknoti bhārgavaṃ draṣṭuṃ satkṛtenopasaṃyutā; atha padmasavarṇābhā bhāskarāṃśusamaprabhāḥ; japālohitatāmrākṣyo nirmāṃsakaṭhinānanāḥ; rohiṇyaḥ kapilāḥ prāhuḥ sarvāsāṃ vai samakṣataḥ; meghastanitanirghoṣās tejobhir abhirañjitāḥ; vayaṃ hi taṃ vadhiṣyāmaḥ sumitraṃ nātra saṃśayaḥ; gāvaḥ; sukṛtaṃ pṛṣṭhataḥ kṛtvā kiṃ naḥ śreyo vidhāsyatha; kapilāḥ sarvavarṇeṣu pradhānatvam avāpsyatha; bhīṣmaḥ; gavāṃ śataphalāc caikāṃ dattvā phalam avāpsyati; etad gavāṃ vacaḥ śrutvā kapilā hṛṣṭamānasāḥ; bhīṣmaḥ; cakruḥ sarvā bhārgavasya sumitrasya vadhe matim; yās tu gomātaras tasya kāmacāriṇya āgatāḥ; samīpaṃ hi sumitrasya kṛtajñāḥ samupasthitāḥ; abhipraśasya caivāhus tam ṛṣiṃ puṇyadarśanāḥ; golokād āgatā veda ṛṣe gomātaro vayam; suprītāḥ sma varaṃ gṛhṇa yam icchasi mahāmune; sumitraḥ; yad dhi goṣu parāṃ buddhiṃ kṛtavān asi nityadā; prīto 'smy anugṛhīto 'smi yan māṃ gomātaraḥ śubhāḥ; suprītamanasaḥ sarvās tiṣṭhante ca varapradāḥ; bhaved goṣv eva me bhaktir yathaivādya tathā sadā; gomātaraḥ; goghnāś caivāvasīdantu narā brahmadviṣaś ca ye; evam etad ṛṣiśreṣṭha hitaṃ vadasi naḥ priyam; sumitraḥ; ehi gaccha sahāsmābhir golokam ṛṣisattama; yūyam iṣṭāṃ gatiṃ yāntu na hy ahaṃ gantum utsahe; bhīṣmaḥ; imā gāvaḥ samutsṛjya tapasvinyo mama priyāḥ; tās tu tasya vacaḥ śrutvā kapilānāṃ sudāruṇam; ninyus tam ṛṣim utkṣipya bhārgavaṃ nabha udvahan; kalevaraṃ tu tatraiva tasya saṃnyasya mātaraḥ; niṣkṛṣya karaṇaṃ yogād anayan bhārgavasya vai; sarvaṃ cāsya tadācakhyuḥ kapilānāṃ viceṣṭitam; yadarthaṃ haraṇaṃ gobhir golokaṃ lokamātaraḥ; tatas tu kapilās tatra tasya dṛṣṭvā kalevaram; yathāpratijñaṃ śṛṅgaiś ca khuraiś cāpy avacūrṇayan; tataḥ saṃchidya bahudhā bhārgavaṃ nṛpasattama; yayur yatretarā gāvas tac ca sarvaṃ nyavedayan; atha gomātṛbhiḥ śaptās tā gāvaḥ pṛthivīcarāḥ; amedhyavadanāḥ kṣipraṃ bhavadhvaṃ brahmaghātakāḥ; evaṃ kṛtajñā gāvo hi yathā gomātaro nṛpa; ṛṣiś ca prāptavāṃl lokaṃ gāvaś ca parimokṣitāḥ; bhīṣmaḥ; tā gāvo rantidevasya gatvā yajñaṃ manīṣiṇaḥ; ātmānaṃ jñāpayām āsur maharṣīṇāṃ samakṣataḥ; rantidevas tato rājā prayataḥ prāñjaliḥ śuciḥ; uvāca gāvaḥ praṇataḥ kim āgamanam ity api; gāvaḥ; icchāmas tava rājendra satre 'smin viniyojanam; rantidevaḥ; paśutvam upasaṃprāptuṃ prasādaṃ kartum arhasi; nāsmi śakto gavāṃ ghātaṃ kartuṃ śatasahasraśaḥ; ghātayitvā tv ahaṃ yuṣmān katham ātmānam uddhare; yaḥ paśutvena saṃyojya yuṣmān svargaṃ nayed iha; gāvaḥ; ātmānaṃ caiva tapasā gāvaḥ samupagamyatām; asmākaṃ tāraṇe yukto dharmātmā tapasi sthitaḥ; rantidevaḥ; śruto 'smābhir bhavān rājaṃs tatas tu svayam āgatāḥ; mama satre paśutvaṃ vo yady evaṃ hi manīṣitam; samayenāham etena juhuyāṃ vo hutāśane; kadā cid yadi vaḥ kā cid akāmā viniyujyate; gāvaḥ; tadā samāptiḥ satrasya gavāṃ syād iti naiṣṭhikī; evam astu mahārāja yathā tvaṃ prabravīṣi naḥ; akāmāḥ syur yadā gāvas tadā satraṃ samāpyatām; bhīṣmaḥ; tataḥ pravṛtte gosatre rantidevasya dhīmataḥ; gosahasrāṇy aharahar niyujyante śamitṛbhiḥ; evaṃ bahūni varṣāṇi vyatītāni narādhipa; gavāṃ vai vadhyamānānāṃ na cāntaḥ pratyadṛśyata; gavāṃ carmasahasrais tu rāśayaḥ parvatopamāḥ; babhūvuḥ kuruśārdūla bahudhā meghasaṃnibhāḥ; medaḥkledavahā caiva prāvartata mahānadī; adyāpi bhuvi vikhyātā nadī carmaṇvatī śubhā; tataḥ kadā cit svaṃ vatsaṃ gaur upāmantrya duḥkhitā; ehi vatsa stanaṃ pāhi mā tvaṃ paścāt kṣudhārditaḥ; tapsyase vimanā duḥkhaṃ ghātitāyāṃ mayi dhruvam; ete hy āyānti caṇḍālāḥ saśastrā māṃ jighāṃsavaḥ; atha śuśrāva tāṃ vāṇīṃ mānuṣīṃ samudāhṛtām; rantidevo mahārāja tatas tāṃ samavārayat; sthāpayām āsa gosatram atha taṃ pārthivarṣabha; satrotsṛṣṭāḥ parityaktā gāvo 'nyāḥ samupāśritāḥ; yās tasya rājño nihatā gāvo yajñe mahātmanaḥ; tā golokam upājagmuḥ prokṣitā brahmavādibhiḥ; rantidevo 'pi rājarṣir iṣṭvā yajñaṃ yathāvidhi; tataḥ sakhyaṃ surapates tridivaṃ cākṣayaṃ yayau; phenapo divi goloke mumude śāśvatīḥ samāḥ; avaśiṣṭāś ca yā gāvas tā babhūvur vanecarāḥ; phenapākhyānam etat te gavāṃ māhātmyam eva ca; kathitaṃ pāvanaṃ puṇyaṃ kṛṣṇadvaipāyaneritam; nārāyaṇo 'pi bhagavān dṛṣṭvā goṣu paraṃ yaśaḥ; śuśrūṣāṃ paramāṃ cakre bhaktiṃ ca bharatarṣabha; tasmāt tvam api rājendra gā vai pūjaya bhārata; dvijebhyaś caiva satataṃ prayaccha kurusattama

Yudhiṣṭhira [sprach]: „Wer ist dieser, mit dem Namen Phenapa, und wie wurde er einst verzehrt? Tot, wieso wurde er wieder zum Leben erweckt, und wie nahm er im Goloka Zuflucht? In der widerstrebenden Menschenwelt und auf den Pfaden der Übereinkunft ist es ohne göttliche Fügung ja schwer zu erlangen, besonders unter Menschen.“ Bhīṣma [sprach]: „Groß ist mein Zweifel hierbei; das darfst du mir erklären. [Anm.: Diese Bitte klingt nach Yudhiṣṭhira; die Sprecherangaben der Ausgabe stehen in diesem Abschnitt häufig eine Zeile zu früh] Es wird berichtet, im Geschlecht der Bhṛgu [gebe es] einen mit Namen Sumitra, o Bhārata, mit Vedastudium ausgestattet, in weiter Askese fest stehend, dem Waldeinsiedler-Stand ergeben, stets dem eigenen Werk hingegeben, der Wesen von Bescheidenheit und Sitte kannte, in allen Pflicht- und Nutzenlehren bewandert, beherrscht, dreimal täglich badend, dem Dämmerungsdienst ergeben, am Agnihotra Freude findend, geduldig, stets murmelnd und opfernd, die Ahnen, Götter und auch Gäste beständig ehrend, und zur Erhaltung des Lebens, was immer [nötig war], herbeischaffend. Es gibt einen Berg namens Triśikhara, von dem ein Fluss entspringt, in den Purāṇas als Kulahā berühmt, von Rudra geschaffen. An ihrem Ufer, auf ebenem Gelände, das von Blumen und Kränzen erfüllt war, mit Waldkräutern und Bäumen versehen, von mancherlei Vögeln und Tieren bevölkert, frei von Bremsen und Mücken, von Krähen und Geiern nicht besucht, meist mit schwarzem Darbha-Gras und [anderen] Gräsern bewachsen, sehr lieblich, im Lichtschein [?], von allseits hohen, ebenmäßigen, dunkelgrünen, für Opfer geeigneten Bäumen umgeben, dort war einst eine heilige Einsiedelei der Bhṛgus. Dort wohnte, beherrscht, der Bhārgava namens Sumitra, gemäß dem Vorbild der früheren Bhṛgus, die auf gutem Pfad wandelten. Diesem gab ein Āṅgirasa eine glückverheißende Kuh, die Śarkarī [?], in der Regenzeit, im letzten Monat, an einem Vollmondtag, er von reinem Gelübde. Er, nachdem er sie erhalten hatte, dem Dharma ergeben, sorgte sich ganz um sie: Sumitra, mit höchster Hingabe, wie um die eigene Mutter, die Gebärerin. Von ihm gehegt, jene Rohiṇī, nach Belieben umherziehend, gelangte zu Wachstum, die Vorzügliche, an Lebenskraft, und war schön anzusehen; ihre Flanken frei von hervortretenden Adern, trug sie große Schönheit. Surabhi, mit dunklen Flanken und Rückenrändern, honigbraun-gelblich, groß, mit feinem Haar an den Rändern, prächtig an Gestalt, dünnhäutig, schwarzschwänzig, weißmäulig, mit ebenmäßig gerundetem Euter, mit erhöhtem Rücken, vorn geneigt, mit pflockförmigen Ohren, schönäugig, langzüngig, kurzhörnig, mit vollständigem Gebiss, mit reichlichem Fleisch am Halsansatz, gelassen, von schönem Anblick, stets sanftmütig, glatt, mit vollem, kräftigem Laut, stets mit den von Prajāpati stammenden, gepriesenen Merkmalen der Kühe versehen, strahlte sie wie eine Frau in der Blüte der Jugend durch die Schönheit ihrer Gestalt. Als sie aber vom Stier aufgesucht wurde, die Kräftige, von lieblichem Anblick, gebar sie ein Zwillingspaar, das ihr selbst an Gestalt gleich war. Jener Bhārgava-Seher zog sie samt dem Kalb auf. Aus deren Vereinigung zur Nachkommenschaft entstand eine Tausendschaft von Kühen. Tausende von Kuharten entstanden untereinander, und der Stiere, o Fürst der Könige, ist kein Ende zu sehen. Von ihnen wurden die liebliche Einsiedelei und der ganze Wald ringsum erfüllt, so wie der Himmelsraum von Wolken. Manche lotosfarbig, manche wie Kiṃśuka-Blüten schimmernd, andere goldfarben und mondstrahlengleich, ebenso silberfarbige, manche rötliche, blau-rötlich-kupferfarbene, schwarze und rotbraune [Kapilā-]Kühe: von mannigfaltigen Farben bunt waren die zahlreichen Herden. Und Milch und Ghee nutzte er nicht aus Zuneigung zu den Kälbern zum Lebensunterhalt. Der Bhārgava war nur damit beschäftigt, den Kühen den Lebensunterhalt zu sichern. So diente er [ihnen] und sah auf das Wohl der Kühe; eine sehr lange Zeit verging, während er von den Resten der Kälber lebte, von Hunger und Durst erschöpft, [trank er] ständig den Milchstrom der Kühe, den die Kälber übriggelassen hatten, [der] hervorgekommen [war], reichlich durch die Fülle der Milch [?]; weil er [ihn] getrunken hatte, ist ihm der Name Phenapa [Schaumtrinker] weithin bekannt. Bhīṣma [fuhr fort]: So ist bei Gautama [?] der Name entstanden, o Yudhiṣṭhira. [Anm.: Bezug von „Gautama“ unklar] Einst [begaben sich] gestaltwandelnde Kühe, in Frauengestalt gekleidet, [und] spielen an einem See, hocherfreut, singend, mit glückverheißenden Merkmalen. Seine Kühe sahen [sie], mit vor Staunen weit geöffneten Augen. Die Frauen [sprachen]: Und sie sprachen zu den Frauen mit menschlicher Stimme: ‚Wer seid ihr?‘ ‚Kühe sind wir alle, mit guten Werken versehen, alle, die Frauengestalt angenommen haben; nach Belieben wandern wir umher.‘ Die Kühe [sprachen]: ‚Für die Kühe sind die Kühe die höchste Gottheit, für die Kühe sind die Kühe die höchste Zuflucht.‘ Die Frauen [sprachen]: ‚Sagt uns hier: Wodurch [ist] euch der Weg der Gutes-Tuenden [zuteil]? Durch unsere Opfergabe sind Götter und Brahmanen gesättigt, durch die Totenspende die Ahnen, durch die Götterspende Agni; und durch unsere Nachkommenschaft ist der Ackerbau stets gefördert; auch mit Karren sind wir verbunden, mit hundert Zehnergespannen [?]. Durch diese reichlichen guten Werke sind wir und auch unsere Nachkommen zum Goloka gelangt, der das höchste Wunschziel ist; ihr aber alle, Rohiṇīs, samt Nachkommen und samt Stieren —‘ Die Kühe [sprachen]: ‚als Abwärtsgehende, eben so sehen wir [euch] mit göttlichem Auge. So ist für die Kühe die höchste Gottheit, die Kühe selbst sind die Zuflucht. Als die zur eigenen Art Gehörigen, von euch zu Rettenden, sind wir um Schutz gekommen. Was ist von uns zu tun, wie sollen wir uns irgend verhalten, Die Frauen [sprachen]: damit wir den Goloka erlangen und nicht getadelt sind?‘ ‚Es läuft das Opfer des Rantideva, tausend Jahre lang; dort werdet ihr rasch für jenen König den Zustand von Opfertieren eingehen; dann, durch dessen Gebrauch im Zustand von Opfertieren, durch das Opfer geweiht, Bhīṣma [sprach]: werdet ihr die glückverheißenden Golokas erlangen, mit jenem Verdienst verbunden.‘ Als die Kühe diese Worte jener gehört hatten, frohen Sinnes, fassten sie den Entschluss zu gehen, und höchste Ungeduld überkam sie. ‚Denn der Bhārgava wird uns nicht geben zur Verwendung als Opfertiere; das Opfer jenes Königs läuft, gemäß dem Dharma. Und ohne Erlaubnis vermögen wir auf keine Weise zu gehen.‘ Da sprachen die dortigen [Kühe]: ‚Dieser Bhārgava soll getötet werden; stimmt dem alle zu; anders ist es nicht möglich; dieser Entschluss soll gefasst werden, damit wir mit uns die Welten erlangen.‘ Doch keine von ihnen, wenn sie zusammengekommen sind, vermag mit furchtbarem Blick den Bhārgava anzusehen, [da sie] von [ihm] mit Ehrerweisung bedacht sind [?]. Da sprachen die lotosfarbenen, sonnenstrahlengleich glänzenden Rohiṇīs, die mit Augen rot-kupfern wie Hibiskus, mit fleischlosen, harten Mäulern, die Kapilās vor aller Augen, mit einer Stimme wie Donnergrollen, von Glanz strahlend: ‚Wir werden ihn, Sumitra, töten; daran ist kein Zweifel.‘ Die Kühe [sprachen]: ‚Wenn ihr das Verdienst hinter euch lasst, welches Heil werdet ihr uns [dann] verschaffen? Ihr Kapilās werdet unter allen Farben den Vorrang erlangen.‘ Bhīṣma [sprach]: ‚Und wenn man eine [Kapilā] von hundertfacher Frucht unter den Kühen gibt, wird man [entsprechende] Frucht erlangen [?].‘ Als die Kapilās diese Rede der Kühe gehört hatten, frohgemut, Bhīṣma [sprach]: fassten alle den Entschluss zur Tötung des Bhārgava Sumitra. Die Kuhmütter aber, die gestaltwandelnd zu ihm gekommen waren, traten, dankbar, in die Nähe Sumitras heran, und ihn lobend sprachen die von glückverheißendem Anblick zu jenem Seher: ‚Vom Goloka sind wir gekommen, wisse, o Seher, wir Kuhmütter; wir sind hocherfreut; wähle eine Gabe, welche du willst, großer Weiser — Sumitra [sprach]: weil du gegenüber den Kühen stets die höchste Gesinnung gefasst hast.‘ ‚Ich bin erfreut, ich bin begnadet, dass mich die Kuhmütter, die glückverheißenden, hocherfreuten Sinnes, alle als Gabenspenderinnen [zu mir] stehen; möge meine Hingabe allein den Kühen gelten, so wie heute, so allezeit.‘ Die Kuhmütter [sprachen]: ‚Die Kuhmörder sollen zugrunde gehen und die Menschen, die Brahmanen hassen.‘ ‚So ist es, bester der Seher; du sprichst uns Wohltuendes, Liebes.‘ Sumitra [sprach]: ‚Komm, geh mit uns zum Goloka, bester der Seher; ihr mögt das gewünschte Ziel erreichen, denn ich vermag nicht zu gehen.‘ Bhīṣma [sprach]: ‚Diese Kühe, die asketischen, mir lieben, verlassend [vermag ich nicht zu gehen] [?].‘ Diese aber, nachdem sie seine Rede gehört hatten — [sie taten] das sehr Grausame der Kapilās [?] — hoben den Seher, den Bhārgava, empor und trugen ihn in den Himmel. Seinen Leib aber ließen die Mütter eben dort zurück, zogen das Organ [des feinen Körpers] heraus und führten es durch Yoga[kraft] des Bhārgava fort. Und sie erzählten ihm damals alles, das Treiben der Kapilās, weswegen die Entführung durch die Kühe zum Goloka [geschah], [erzählten] die Weltmütter. Darauf aber sahen die Kapilās dort seinen Leib und zermalmten ihn, wie versprochen, mit Hörnern und Hufen. Nachdem sie den Bhārgava vielfach zerteilt hatten, o Bester der Könige, gingen sie dorthin, wo die anderen Kühe waren, und berichteten all dies. Da wurden jene Kühe, die auf Erden wandelten, von den Kuhmüttern verflucht: ‚Mit unreinen Mäulern sollt ihr alsbald sein, Brahmanenmörderinnen!‘ So sind die Kühe dankbar, wie die Kuhmütter, o König; und der Seher gelangte in [seine] Welt, und die Kühe wurden befreit. Bhīṣma [sprach]: Jene weisen Kühe gingen zu Rantidevas Opfer und gaben sich vor den Augen der großen Seher zu erkennen. Darauf sagte der König Rantideva, gesammelt, mit gefalteten Händen, rein, sich verneigend zu den Kühen: ‚Was ist der Grund eures Kommens?‘ Die Kühe [sprachen]: ‚Wir wünschen, o Fürst der Könige, bei diesem Opfer verwendet zu werden.‘ Rantideva [sprach]: ‚Um den Zustand von Opfertieren zu erlangen, darfst du [uns] Gunst erweisen.‘ [Anm.: nach dem Sinn Rede der Kühe] ‚Ich vermag nicht, die Tötung von Kühen, zu Hunderttausenden, zu vollziehen; wie könnte ich mich retten, ich, der ich euch töten ließe, [ich,] der ich euch hier als Opfertiere einsetzend zum Himmel führen soll?‘ [?] Die Kühe [sprachen]: ‚Und [ihr] selbst, o Kühe, mögt durch Askese [das Ziel] erreichen [?]; zu unserer Rettung ist er berufen, der Rechtschaffene, in Askese Feststehende.‘ Rantideva [sprach]: ‚Von uns wurdest du gehört, o König; darum sind wir von selbst gekommen.‘ ‚Wenn es so von euch gewünscht ist, bei meinem Opfer Opfertiere zu sein, unter dieser Bedingung werde ich euch im Feuer opfern: wenn einmal eine von euch gegen ihren Willen eingesetzt wird — Die Kühe [sprachen]: dann soll der Abschluss des Opfers [sein], so lautet die endgültige [Bestimmung] für die Kühe.‘ ‚So sei es, o Großkönig, wie du uns sagst; wenn die Kühe unwillig sind, dann soll das Opfer beendet werden.‘ Bhīṣma [sprach]: Als nun das Kuh-Opfer des klugen Rantideva im Gange war, wurden Tag für Tag Tausende von Kühen durch die Schlachter eingesetzt. So vergingen viele Jahre, o Herrscher der Menschen, und der Kühe, die getötet wurden, war kein Ende zu sehen. Aus Tausenden von Kuhhäuten aber [entstanden] bergegleiche Haufen, o Tiger unter den Kuru, vielfach, wolkengleich; und ein großer Fluss floss dahin, der Fett und Nässe führte; bis heute ist auf Erden der Fluss Carmaṇvatī berühmt, der glückliche. Da rief einmal eine Kuh, betrübt, ihr Kalb heran: ‚Komm, Kälbchen, trink die Brust; nicht [sollst] du später, vom Hunger gequält, betrübt Schmerz leiden, wenn ich getötet worden bin; denn diese Caṇḍālas kommen mit Waffen, mich zu töten wünschend.‘ Da hörte er jenes menschliche Wort, das gesprochen wurde — Rantideva, o Großkönig, und hielt es da zurück; und stellte das Kuh-Opfer ein, o Stier unter den Fürsten. Die anderen Kühe, vom Opfer freigelassen und entlassen, hatten Zuflucht genommen; die Kühe, die bei jenem Opfer des hochgesinnten Königs getötet worden waren, die gelangten zum Goloka, von den Brahma-Kundigen geweiht. Auch Rantideva, der Königsseher, nachdem er das Opfer regelgerecht vollzogen hatte, gelangte zur Freundschaft mit dem Götterherrn und zum unvergänglichen Himmel. Phenapa freute sich im Himmel, im Goloka, ewige Jahre. Und die Kühe, die übrig blieben, wurden zu Waldbewohnern. Diese Erzählung von Phenapa und die Größe der Kühe wurde dir berichtet, reinigend, verdienstvoll, von Kṛṣṇa Dvaipāyana vorgetragen. Auch der erhabene Nārāyaṇa, als er bei den Kühen höchsten Ruhm sah, erwies [ihnen] höchsten Dienst und Hingabe, o Stier der Bharatas. Darum ehre auch du, Fürst der Könige, die Kühe, o Bhārata, und gib [sie] den Zweimalgeborenen stets, bester der Kuru.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhiraḥ; kaḥ phenapeti nāmnāsau kathaṃ vā bhakṣitaḥ purā; mṛta ujjīvitaḥ kasmāt kathaṃ golokam āśritaḥ; viruddhe mānuṣe loke tathā samayavartmasu; ṛte daivaṃ hi duṣprāpaṃ mānuṣeṣu viśeṣataḥ; bhīṣmaḥ
Yudhiṣṭhira [sprach]: „Wer ist dieser, mit dem Namen Phenapa, und wie wurde er einst verzehrt? Tot, wieso wurde er wieder zum Leben erweckt, und wie nahm er im Goloka Zuflucht? In der widerstrebenden Menschenwelt und auf den Pfaden der Übereinkunft ist es ohne göttliche Fügung ja schwer zu erlangen, besonders unter Menschen.“ Bhīṣma [sprach]: (bhakṣitaḥ Part. Pass.; ujjīvitaḥ Part. Pass.; āśritaḥ; Lok.; duṣprāpam)
saṃśayo me mahān atra tan me vyākhyātum arhasi; śrūyate bhārgave vaṃśe sumitro nāma bhārata; vedādhyayanasaṃpanno vipule tapasi sthitaḥ; vānaprasthāśrame yuktaḥ svakarmanirataḥ sadā; vinayācāratattvajñaḥ sarvadharmārthakovidaḥ; yattas triṣavaṇasnāyī saṃdhyopāsanatatparaḥ
„Groß ist mein Zweifel hierbei; das darfst du mir erklären. [Anm.: Diese Bitte klingt nach Yudhiṣṭhira; die Sprecherangaben der Ausgabe stehen in diesem Abschnitt häufig eine Zeile zu früh] Es wird berichtet, im Geschlecht der Bhṛgu [gebe es] einen mit Namen Sumitra, o Bhārata, mit Vedastudium ausgestattet, in weiter Askese fest stehend, dem Waldeinsiedler-Stand ergeben, stets dem eigenen Werk hingegeben, der Wesen von Bescheidenheit und Sitte kannte, in allen Pflicht- und Nutzenlehren bewandert, beherrscht, dreimal täglich badend, dem Dämmerungsdienst ergeben, (arhasi + Inf.; śrūyate Pass.; Bahuvrīhi; yuktaḥ Part.; Nom. Sg.; triṣavaṇasnāyin)
agnihotrarataḥ kṣānto japañ juhvac ca nityadā; pitṝn devāṃś ca niyatam atithīṃś caiva pūjayan; prāṇasaṃdhāraṇārthaṃ ca yat kiṃ cid upahārayan; giris triśikharo nāma yataḥ prabhavate nadī; kulaheti purāṇeṣu viśrutā rudranirmitā; tasyās tīre same deśe puṣpamālāsamākule
am Agnihotra Freude findend, geduldig, stets murmelnd und opfernd, die Ahnen, Götter und auch Gäste beständig ehrend, und zur Erhaltung des Lebens, was immer [nötig war], herbeischaffend. Es gibt einen Berg namens Triśikhara, von dem ein Fluss entspringt, in den Purāṇas als Kulahā berühmt, von Rudra geschaffen. An ihrem Ufer, auf ebenem Gelände, das von Blumen und Kränzen erfüllt war, (japan, juhvat Part.; pūjayan Part.; upahārayan Part. Kaus.; prabhavate Präs.; nirmitā Part. f.; Lok. Sg.)
vanyauṣadhidrumopete nānāpakṣimṛgāyute; vyapetadaṃśamaśake dhvāṅkṣagṛdhrair asevite; kṛṣṇadarbhatṛṇaprāye suramye jyotiraśmini; sarvonnataiḥ samaiḥ śyāmair yājñīyais tarubhir vṛte; tatrāśramapadaṃ puṇyaṃ bhṛgūṇām abhavat purā; uvāsa tatra niyataḥ sumitro nāma bhārgavaḥ
mit Waldkräutern und Bäumen versehen, von mancherlei Vögeln und Tieren bevölkert, frei von Bremsen und Mücken, von Krähen und Geiern nicht besucht, meist mit schwarzem Darbha-Gras und [anderen] Gräsern bewachsen, sehr lieblich, im Lichtschein [?], von allseits hohen, ebenmäßigen, dunkelgrünen, für Opfer geeigneten Bäumen umgeben, dort war einst eine heilige Einsiedelei der Bhṛgus. Dort wohnte, beherrscht, der Bhārgava namens Sumitra, (Lok. Sg.; asevite Part.; Lok. Sg.; vṛte Part.; abhavat Imperf.; uvāsa Perf.)
yathoddiṣṭena pūrveṣāṃ bhṛgūṇāṃ sādhuvartmanām; tasmā āṅgirasaḥ kaś cid dadau gāṃ śarkarīṃ śubhām; varṣāsu paścime māsi paurṇamāsyāṃ śucivrataḥ; sa tāṃ labdhvā dharmaśīlaś cintayām āsa tatparaḥ; sumitraḥ parayā bhaktyā jananīm iva mātaram; tena saṃdhukṣyamāṇā sā rohiṇī kāmacāriṇī
gemäß dem Vorbild der früheren Bhṛgus, die auf gutem Pfad wandelten. Diesem gab ein Āṅgirasa eine glückverheißende Kuh, die Śarkarī [?], in der Regenzeit, im letzten Monat, an einem Vollmondtag, er von reinem Gelübde. Er, nachdem er sie erhalten hatte, dem Dharma ergeben, sorgte sich ganz um sie: Sumitra, mit höchster Hingabe, wie um die eigene Mutter, die Gebärerin. Von ihm gehegt, jene Rohiṇī, nach Belieben umherziehend, (yathoddiṣṭena Instr.; dadau Perf.; Lok.; labdhvā Abs.; cintayām āsa Perf. periphr.; Instr.; saṃdhukṣyamāṇā Part. Pass.)
vivṛddhim agamac chreṣṭhā prāṇataś ca sudarśanā; sirāvimuktapārśvāntā vipulāṃ kāntim udvahat; śyāmapārśvāntapṛṣṭhāntā surabhir madhupiṅgalā; bṛhatī sūkṣmaromāntā rūpodagrā tanutvacā; kṛṣṇapucchā śvetavaktrā samavṛttapayodharā; pṛṣṭhonnatā pūrvanatā śaṅkukarṇī sulocanā
gelangte zu Wachstum, die Vorzügliche, an Lebenskraft, und war schön anzusehen; ihre Flanken frei von hervortretenden Adern, trug sie große Schönheit. Surabhi, mit dunklen Flanken und Rückenrändern, honigbraun-gelblich, groß, mit feinem Haar an den Rändern, prächtig an Gestalt, dünnhäutig, schwarzschwänzig, weißmäulig, mit ebenmäßig gerundetem Euter, mit erhöhtem Rücken, vorn geneigt, mit pflockförmigen Ohren, schönäugig, (agamat Imperf.; udvahat Imperf.; Bahuvrīhi; Bahuvrīhi; Bahuvrīhi; Bahuvrīhi)
dīrghajihvā hrasvaśṛṅgī saṃpūrṇadaśanāntarā; māṃsādhikagalāntā sā prasannā śubhadarśanā; nityaṃ śamayutā snigdhā saṃpūrṇodāttanisvanā; prājāpatyair gavāṃ nityaṃ praśastair lakṣaṇair yutā; yauvanastheva vanitā śuśubhe rūpaśobhayā; vṛṣeṇopagatā sā tu kalyā madhuradarśanā
langzüngig, kurzhörnig, mit vollständigem Gebiss, mit reichlichem Fleisch am Halsansatz, gelassen, von schönem Anblick, stets sanftmütig, glatt, mit vollem, kräftigem Laut, stets mit den von Prajāpati stammenden, gepriesenen Merkmalen der Kühe versehen, strahlte sie wie eine Frau in der Blüte der Jugend durch die Schönheit ihrer Gestalt. Als sie aber vom Stier aufgesucht wurde, die Kräftige, von lieblichem Anblick, (Bahuvrīhi; Bahuvrīhi; Bahuvrīhi; yutā Part. f.; śuśubhe Perf. med.; upagatā Part. f.)
mithunaṃ janayām āsa tulyarūpam ivātmanaḥ; saṃvardhayām āsa sa tāṃ savatsāṃ bhārgavo ṛṣiḥ; tayoḥ prajādhisaṃsargāt sahasraṃ ca gavām abhūt; gavāṃ jātisahasrāṇi saṃbhūtāni parasparam; ṛṣabhāṇāṃ ca rājendra naivāntaḥ pratidṛśyate; tair āśramapadaṃ ramyam araṇyaṃ caiva sarvaśaḥ
gebar sie ein Zwillingspaar, das ihr selbst an Gestalt gleich war. Jener Bhārgava-Seher zog sie samt dem Kalb auf. Aus deren Vereinigung zur Nachkommenschaft entstand eine Tausendschaft von Kühen. Tausende von Kuharten entstanden untereinander, und der Stiere, o Fürst der Könige, ist kein Ende zu sehen. Von ihnen wurden die liebliche Einsiedelei und der ganze Wald ringsum (janayām āsa Perf. periphr.; saṃvardhayām āsa; abhūt Aor.; saṃbhūtāni Part.; pratidṛśyate Pass.; Instr. Pl.)
samākulaṃ samabhavan meghair iva nabhaḥsthalam; kāni cit padmavarṇāni kiṃśukābhāni kāni cit; rukmavarṇāni cānyāni candrāṃśusadṛśāni ca; tathā rājatavarṇāni kāni cil lohitāni vai; nīlalohitatāmrāṇi kṛṣṇāni kapilāni ca; nānārāgavicitrāṇi yūthāni bahulāni ca
erfüllt, so wie der Himmelsraum von Wolken. Manche lotosfarbig, manche wie Kiṃśuka-Blüten schimmernd, andere goldfarben und mondstrahlengleich, ebenso silberfarbige, manche rötliche, blau-rötlich-kupferfarbene, schwarze und rotbraune [Kapilā-]Kühe: von mannigfaltigen Farben bunt waren die zahlreichen Herden. (samabhavan Imperf.; Nom. Pl. n.; Nom. Pl. n.; Nom. Pl. n.; Nom. Pl. n.; yūthāni Nom. Pl.)
na ca kṣīraṃ ghṛtaṃ snehād vatsānām upajīvati; bhārgavaḥ kevalaṃ cāsīd gavāṃ prāṇāyane rataḥ; tathā śuśrūṣatas tasya gavāṃ hitam avekṣataḥ; vyatīyāt sumahān kālo vatsocchiṣṭena vartataḥ; kṣutpipāsāpariśrāntaḥ satataṃ prasnavaṃ gavām; vatsair ucchiṣṭamuditaṃ bahukṣīratayā bahu
Und Milch und Ghee nutzte er nicht aus Zuneigung zu den Kälbern zum Lebensunterhalt. Der Bhārgava war nur damit beschäftigt, den Kühen den Lebensunterhalt zu sichern. So diente er [ihnen] und sah auf das Wohl der Kühe; eine sehr lange Zeit verging, während er von den Resten der Kälber lebte, von Hunger und Durst erschöpft, [trank er] ständig den Milchstrom der Kühe, den die Kälber übriggelassen hatten, [der] hervorgekommen [war], reichlich durch die Fülle der Milch [?]; (upajīvati Präs.; āsīt Imperf.; śuśrūṣataḥ Part. Gen.; vyatīyāt; vartataḥ Part. Gen.; pariśrāntaḥ Part.; ucchiṣṭa; uditam [?])
pītavāṃs tena nāmāsya phenapety abhiviśrutam; bhīṣmaḥ; gautamasyābhiniṣpannam evaṃ nāma yudhiṣṭhira; kadā cit kāmarūpiṇyo gāvaḥ strīveṣam āsthitāḥ; hrade krīḍanti saṃhṛṣṭā gāyantyaḥ puṇyalakṣaṇāḥ; dadṛśus tasya gāvo vai vismayotphullalocanāḥ
weil er [ihn] getrunken hatte, ist ihm der Name Phenapa [Schaumtrinker] weithin bekannt. Bhīṣma [fuhr fort]: So ist bei Gautama [?] der Name entstanden, o Yudhiṣṭhira. [Anm.: Bezug von „Gautama“ unklar] Einst [begaben sich] gestaltwandelnde Kühe, in Frauengestalt gekleidet, [und] spielen an einem See, hocherfreut, singend, mit glückverheißenden Merkmalen. Seine Kühe sahen [sie], mit vor Staunen weit geöffneten Augen. (pītavān Part. Perf. akt.; abhiniṣpannam Part. n.; āsthitāḥ Part.; krīḍanti Präs.; dadṛśuḥ Perf.)
striyaḥ; ūcuś ca kā yūyam iti striyo mānuṣayā girā; gāva eva vayaṃ sarvāḥ karmabhiḥ śobhanair yutāḥ; sarvāḥ strīveṣadhāriṇyo yathākāmaṃ carāmahe; gāvaḥ; gavāṃ gāvaḥ paraṃ daivaṃ gavāṃ gāvaḥ parā gatiḥ
Die Frauen [sprachen]: Und sie sprachen zu den Frauen mit menschlicher Stimme: ‚Wer seid ihr?‘ ‚Kühe sind wir alle, mit guten Werken versehen, alle, die Frauengestalt angenommen haben; nach Belieben wandern wir umher.‘ Die Kühe [sprachen]: ‚Für die Kühe sind die Kühe die höchste Gottheit, für die Kühe sind die Kühe die höchste Zuflucht.‘ (ūcuḥ Perf.; yutāḥ Part.; carāmahe 1.Pl. med.; Gen. Pl.)
striyaḥ; kathayadhvam ihāsmākaṃ kena vaḥ sukṛtāṃ gatiḥ; asmākaṃ haviṣā devā brāhmaṇās tarpitās tathā; kavyena pitaraś caiva havyenāgniś ca tarpitaḥ; prajayā ca tathāsmākaṃ kṛṣir abhyuddhṛtā sadā; śakaṭaiś cāpi saṃyuktā daśavāhaśatena vai
Die Frauen [sprachen]: ‚Sagt uns hier: Wodurch [ist] euch der Weg der Gutes-Tuenden [zuteil]? Durch unsere Opfergabe sind Götter und Brahmanen gesättigt, durch die Totenspende die Ahnen, durch die Götterspende Agni; und durch unsere Nachkommenschaft ist der Ackerbau stets gefördert; auch mit Karren sind wir verbunden, mit hundert Zehnergespannen [?]. (kathayadhvam Imp. med.; tarpitāḥ Part. Pass.; Instr.; abhyuddhṛtā Part. f.; saṃyuktā Part. f.)
tad etaiḥ sukṛtaiḥ sphītair vayaṃ yāś caiva naḥ prajāḥ; golokam anusaṃprāptā yaḥ paraḥ kāmagocaraḥ; yūyaṃ tu sarvā rohiṇyaḥ saprajāḥ sahapuṃgavāḥ; gāvaḥ; adhogāminya ity eva paśyāmo divyacakṣuṣā; evaṃ gavāṃ paraṃ daivaṃ gāva eva parāyaṇam
Durch diese reichlichen guten Werke sind wir und auch unsere Nachkommen zum Goloka gelangt, der das höchste Wunschziel ist; ihr aber alle, Rohiṇīs, samt Nachkommen und samt Stieren —‘ Die Kühe [sprachen]: ‚als Abwärtsgehende, eben so sehen wir [euch] mit göttlichem Auge. So ist für die Kühe die höchste Gottheit, die Kühe selbst sind die Zuflucht. (Instr. Pl.; anusaṃprāptāḥ Part.; Nom. Pl. f.; paśyāmaḥ 1.Pl.; parāyaṇam)
svapakṣyās tāraṇīyā vaḥ śaraṇāya gatā vayam; kim asmābhiḥ karaṇīyaṃ vartitavyaṃ kathaṃ cana; striyaḥ; prāpnuyāma ca golokaṃ bhavāma na ca garhitāḥ; vartate rantidevasya satraṃ varṣasahasrakam; tatra tasya nṛpasyāśu paśutvam upagacchata
Als die zur eigenen Art Gehörigen, von euch zu Rettenden, sind wir um Schutz gekommen. Was ist von uns zu tun, wie sollen wir uns irgend verhalten, Die Frauen [sprachen]: damit wir den Goloka erlangen und nicht getadelt sind?‘ ‚Es läuft das Opfer des Rantideva, tausend Jahre lang; dort werdet ihr rasch für jenen König den Zustand von Opfertieren eingehen; (gatāḥ Part.; karaṇīyam Gerundiv; prāpnuyāma, bhavāma Opt. 1.Pl.; vartate Präs.; upagacchata Imp.)
tatas tasyopayogena paśutve yajñasaṃskṛtāḥ; bhīṣmaḥ; golokān prāpsyatha śubhāṃs tena puṇyena saṃyutāḥ; etat tāsāṃ vacaḥ śrutvā gavāṃ saṃhṛṣṭamānasāḥ; gamanāya manaś cakrur autsukyaṃ cāgaman param; na hi no bhārgavo dātā paśutvenopayojanam
dann, durch dessen Gebrauch im Zustand von Opfertieren, durch das Opfer geweiht, Bhīṣma [sprach]: werdet ihr die glückverheißenden Golokas erlangen, mit jenem Verdienst verbunden.‘ Als die Kühe diese Worte jener gehört hatten, frohen Sinnes, fassten sie den Entschluss zu gehen, und höchste Ungeduld überkam sie. ‚Denn der Bhārgava wird uns nicht geben zur Verwendung als Opfertiere; (saṃskṛtāḥ Part. Pass.; prāpsyatha Fut.; śrutvā Abs.; cakruḥ Perf.; āgaman Aor.; dātā Nom. Agens)
yajñas tasya narendrasya vartate dharmatas tathā; vayaṃ na cānanujñātāḥ śaktā gantuṃ kathaṃ cana; avocann atha tatratyā bhārgavo vadhyatām ayam; etat sarvā rocayata na hi śakyam ato 'nyathā; lokān prāptuṃ sahāsmābhir niścayaḥ kriyatām ayam; na tu tāsāṃ sametānāṃ kā cid ghoreṇa cakṣuṣā
das Opfer jenes Königs läuft, gemäß dem Dharma. Und ohne Erlaubnis vermögen wir auf keine Weise zu gehen.‘ Da sprachen die dortigen [Kühe]: ‚Dieser Bhārgava soll getötet werden; stimmt dem alle zu; anders ist es nicht möglich; dieser Entschluss soll gefasst werden, damit wir mit uns die Welten erlangen.‘ Doch keine von ihnen, wenn sie zusammengekommen sind, vermag mit furchtbarem Blick (vartate Präs.; anujñātāḥ Part.; avocan Aor.; vadhyatām Imp. Pass.; rocayata Imp.; kriyatām Imp. Pass.; śaknoti Präs.)
śaknoti bhārgavaṃ draṣṭuṃ satkṛtenopasaṃyutā; atha padmasavarṇābhā bhāskarāṃśusamaprabhāḥ; japālohitatāmrākṣyo nirmāṃsakaṭhinānanāḥ; rohiṇyaḥ kapilāḥ prāhuḥ sarvāsāṃ vai samakṣataḥ; meghastanitanirghoṣās tejobhir abhirañjitāḥ; vayaṃ hi taṃ vadhiṣyāmaḥ sumitraṃ nātra saṃśayaḥ
den Bhārgava anzusehen, [da sie] von [ihm] mit Ehrerweisung bedacht sind [?]. Da sprachen die lotosfarbenen, sonnenstrahlengleich glänzenden Rohiṇīs, die mit Augen rot-kupfern wie Hibiskus, mit fleischlosen, harten Mäulern, die Kapilās vor aller Augen, mit einer Stimme wie Donnergrollen, von Glanz strahlend: ‚Wir werden ihn, Sumitra, töten; daran ist kein Zweifel.‘ (draṣṭum Inf.; prāhuḥ Perf.; Bahuvrīhi; prāhuḥ Perf.; Bahuvrīhi; vadhiṣyāmaḥ Fut.)
gāvaḥ; sukṛtaṃ pṛṣṭhataḥ kṛtvā kiṃ naḥ śreyo vidhāsyatha; kapilāḥ sarvavarṇeṣu pradhānatvam avāpsyatha; bhīṣmaḥ; gavāṃ śataphalāc caikāṃ dattvā phalam avāpsyati; etad gavāṃ vacaḥ śrutvā kapilā hṛṣṭamānasāḥ
Die Kühe [sprachen]: ‚Wenn ihr das Verdienst hinter euch lasst, welches Heil werdet ihr uns [dann] verschaffen? Ihr Kapilās werdet unter allen Farben den Vorrang erlangen.‘ Bhīṣma [sprach]: ‚Und wenn man eine [Kapilā] von hundertfacher Frucht unter den Kühen gibt, wird man [entsprechende] Frucht erlangen [?].‘ Als die Kapilās diese Rede der Kühe gehört hatten, frohgemut, (kṛtvā Abs.; vidhāsyatha Fut.; avāpsyatha Fut.; dattvā Abs.; avāpsyati Fut.; śrutvā Abs.)
bhīṣmaḥ; cakruḥ sarvā bhārgavasya sumitrasya vadhe matim; yās tu gomātaras tasya kāmacāriṇya āgatāḥ; samīpaṃ hi sumitrasya kṛtajñāḥ samupasthitāḥ; abhipraśasya caivāhus tam ṛṣiṃ puṇyadarśanāḥ; golokād āgatā veda ṛṣe gomātaro vayam
Bhīṣma [sprach]: fassten alle den Entschluss zur Tötung des Bhārgava Sumitra. Die Kuhmütter aber, die gestaltwandelnd zu ihm gekommen waren, traten, dankbar, in die Nähe Sumitras heran, und ihn lobend sprachen die von glückverheißendem Anblick zu jenem Seher: ‚Vom Goloka sind wir gekommen, wisse, o Seher, wir Kuhmütter; (cakruḥ Perf.; āgatāḥ Part.; samupasthitāḥ Part.; abhipraśasya Abs.; āhuḥ Perf.; āgatāḥ Part.; veda Imp./Präs.)
suprītāḥ sma varaṃ gṛhṇa yam icchasi mahāmune; sumitraḥ; yad dhi goṣu parāṃ buddhiṃ kṛtavān asi nityadā; prīto 'smy anugṛhīto 'smi yan māṃ gomātaraḥ śubhāḥ; suprītamanasaḥ sarvās tiṣṭhante ca varapradāḥ; bhaved goṣv eva me bhaktir yathaivādya tathā sadā
wir sind hocherfreut; wähle eine Gabe, welche du willst, großer Weiser — Sumitra [sprach]: weil du gegenüber den Kühen stets die höchste Gesinnung gefasst hast.‘ ‚Ich bin erfreut, ich bin begnadet, dass mich die Kuhmütter, die glückverheißenden, hocherfreuten Sinnes, alle als Gabenspenderinnen [zu mir] stehen; möge meine Hingabe allein den Kühen gelten, so wie heute, so allezeit.‘ (gṛhṇa Imp.; kṛtavān asi 2.Sg.; prītaḥ, anugṛhītaḥ Part.; tiṣṭhante Präs. med.; bhavet Opt.)
gomātaraḥ; goghnāś caivāvasīdantu narā brahmadviṣaś ca ye; evam etad ṛṣiśreṣṭha hitaṃ vadasi naḥ priyam; sumitraḥ; ehi gaccha sahāsmābhir golokam ṛṣisattama; yūyam iṣṭāṃ gatiṃ yāntu na hy ahaṃ gantum utsahe
Die Kuhmütter [sprachen]: ‚Die Kuhmörder sollen zugrunde gehen und die Menschen, die Brahmanen hassen.‘ ‚So ist es, bester der Seher; du sprichst uns Wohltuendes, Liebes.‘ Sumitra [sprach]: ‚Komm, geh mit uns zum Goloka, bester der Seher; ihr mögt das gewünschte Ziel erreichen, denn ich vermag nicht zu gehen.‘ (avasīdantu Imp.; vadasi 2.Sg.; ehi, gaccha Imp.; yāntu Imp.; utsahe 1.Sg. med.)
bhīṣmaḥ; imā gāvaḥ samutsṛjya tapasvinyo mama priyāḥ; tās tu tasya vacaḥ śrutvā kapilānāṃ sudāruṇam; ninyus tam ṛṣim utkṣipya bhārgavaṃ nabha udvahan; kalevaraṃ tu tatraiva tasya saṃnyasya mātaraḥ; niṣkṛṣya karaṇaṃ yogād anayan bhārgavasya vai
Bhīṣma [sprach]: ‚Diese Kühe, die asketischen, mir lieben, verlassend [vermag ich nicht zu gehen] [?].‘ Diese aber, nachdem sie seine Rede gehört hatten — [sie taten] das sehr Grausame der Kapilās [?] — hoben den Seher, den Bhārgava, empor und trugen ihn in den Himmel. Seinen Leib aber ließen die Mütter eben dort zurück, zogen das Organ [des feinen Körpers] heraus und führten es durch Yoga[kraft] des Bhārgava fort. (samutsṛjya Abs.; śrutvā Abs.; ninyuḥ Perf.; utkṣipya Abs.; saṃnyasya Abs.; niṣkṛṣya Abs.; anayan Imperf.)
sarvaṃ cāsya tadācakhyuḥ kapilānāṃ viceṣṭitam; yadarthaṃ haraṇaṃ gobhir golokaṃ lokamātaraḥ; tatas tu kapilās tatra tasya dṛṣṭvā kalevaram; yathāpratijñaṃ śṛṅgaiś ca khuraiś cāpy avacūrṇayan; tataḥ saṃchidya bahudhā bhārgavaṃ nṛpasattama; yayur yatretarā gāvas tac ca sarvaṃ nyavedayan
Und sie erzählten ihm damals alles, das Treiben der Kapilās, weswegen die Entführung durch die Kühe zum Goloka [geschah], [erzählten] die Weltmütter. Darauf aber sahen die Kapilās dort seinen Leib und zermalmten ihn, wie versprochen, mit Hörnern und Hufen. Nachdem sie den Bhārgava vielfach zerteilt hatten, o Bester der Könige, gingen sie dorthin, wo die anderen Kühe waren, und berichteten all dies. (ācakhyuḥ Perf.; haraṇam; dṛṣṭvā Abs.; avacūrṇayan Imperf.; saṃchidya Abs.; yayuḥ Perf.; nyavedayan Imperf.)
atha gomātṛbhiḥ śaptās tā gāvaḥ pṛthivīcarāḥ; amedhyavadanāḥ kṣipraṃ bhavadhvaṃ brahmaghātakāḥ; evaṃ kṛtajñā gāvo hi yathā gomātaro nṛpa; ṛṣiś ca prāptavāṃl lokaṃ gāvaś ca parimokṣitāḥ; bhīṣmaḥ; tā gāvo rantidevasya gatvā yajñaṃ manīṣiṇaḥ
Da wurden jene Kühe, die auf Erden wandelten, von den Kuhmüttern verflucht: ‚Mit unreinen Mäulern sollt ihr alsbald sein, Brahmanenmörderinnen!‘ So sind die Kühe dankbar, wie die Kuhmütter, o König; und der Seher gelangte in [seine] Welt, und die Kühe wurden befreit. Bhīṣma [sprach]: Jene weisen Kühe gingen zu Rantidevas Opfer (śaptāḥ Part. Pass.; bhavadhvam Imp.; kṛtajñāḥ; prāptavān Part.; parimokṣitāḥ Part. Pass.; gatvā Abs.)
ātmānaṃ jñāpayām āsur maharṣīṇāṃ samakṣataḥ; rantidevas tato rājā prayataḥ prāñjaliḥ śuciḥ; uvāca gāvaḥ praṇataḥ kim āgamanam ity api; gāvaḥ; icchāmas tava rājendra satre 'smin viniyojanam; rantidevaḥ
und gaben sich vor den Augen der großen Seher zu erkennen. Darauf sagte der König Rantideva, gesammelt, mit gefalteten Händen, rein, sich verneigend zu den Kühen: ‚Was ist der Grund eures Kommens?‘ Die Kühe [sprachen]: ‚Wir wünschen, o Fürst der Könige, bei diesem Opfer verwendet zu werden.‘ Rantideva [sprach]: (jñāpayām āsuḥ Kaus. Perf.; uvāca Perf.; praṇataḥ Part.; iccāmaḥ 1.Pl.)
paśutvam upasaṃprāptuṃ prasādaṃ kartum arhasi; nāsmi śakto gavāṃ ghātaṃ kartuṃ śatasahasraśaḥ; ghātayitvā tv ahaṃ yuṣmān katham ātmānam uddhare; yaḥ paśutvena saṃyojya yuṣmān svargaṃ nayed iha; gāvaḥ; ātmānaṃ caiva tapasā gāvaḥ samupagamyatām
‚Um den Zustand von Opfertieren zu erlangen, darfst du [uns] Gunst erweisen.‘ [Anm.: nach dem Sinn Rede der Kühe] ‚Ich vermag nicht, die Tötung von Kühen, zu Hunderttausenden, zu vollziehen; wie könnte ich mich retten, ich, der ich euch töten ließe, [ich,] der ich euch hier als Opfertiere einsetzend zum Himmel führen soll?‘ [?] Die Kühe [sprachen]: ‚Und [ihr] selbst, o Kühe, mögt durch Askese [das Ziel] erreichen [?]; (arhasi 2.Sg.; śaktaḥ; uddhare Opt. 1.Sg.; nayet Opt.; samupagamyatām Imp. Pass.)
asmākaṃ tāraṇe yukto dharmātmā tapasi sthitaḥ; rantidevaḥ; śruto 'smābhir bhavān rājaṃs tatas tu svayam āgatāḥ; mama satre paśutvaṃ vo yady evaṃ hi manīṣitam; samayenāham etena juhuyāṃ vo hutāśane; kadā cid yadi vaḥ kā cid akāmā viniyujyate
zu unserer Rettung ist er berufen, der Rechtschaffene, in Askese Feststehende.‘ Rantideva [sprach]: ‚Von uns wurdest du gehört, o König; darum sind wir von selbst gekommen.‘ ‚Wenn es so von euch gewünscht ist, bei meinem Opfer Opfertiere zu sein, unter dieser Bedingung werde ich euch im Feuer opfern: wenn einmal eine von euch gegen ihren Willen eingesetzt wird — (yuktaḥ Part.; śrutaḥ Part.; āgatāḥ; manīṣitam Part. n.; juhuyām Opt. 1.Sg.; viniyujyate Pass.)
gāvaḥ; tadā samāptiḥ satrasya gavāṃ syād iti naiṣṭhikī; evam astu mahārāja yathā tvaṃ prabravīṣi naḥ; akāmāḥ syur yadā gāvas tadā satraṃ samāpyatām; bhīṣmaḥ; tataḥ pravṛtte gosatre rantidevasya dhīmataḥ
Die Kühe [sprachen]: dann soll der Abschluss des Opfers [sein], so lautet die endgültige [Bestimmung] für die Kühe.‘ ‚So sei es, o Großkönig, wie du uns sagst; wenn die Kühe unwillig sind, dann soll das Opfer beendet werden.‘ Bhīṣma [sprach]: Als nun das Kuh-Opfer des klugen Rantideva im Gange war, (syāt Opt.; astu Imp.; samāpyatām Imp. Pass.; pravṛtte Lok. abs.)
gosahasrāṇy aharahar niyujyante śamitṛbhiḥ; evaṃ bahūni varṣāṇi vyatītāni narādhipa; gavāṃ vai vadhyamānānāṃ na cāntaḥ pratyadṛśyata; gavāṃ carmasahasrais tu rāśayaḥ parvatopamāḥ; babhūvuḥ kuruśārdūla bahudhā meghasaṃnibhāḥ; medaḥkledavahā caiva prāvartata mahānadī
wurden Tag für Tag Tausende von Kühen durch die Schlachter eingesetzt. So vergingen viele Jahre, o Herrscher der Menschen, und der Kühe, die getötet wurden, war kein Ende zu sehen. Aus Tausenden von Kuhhäuten aber [entstanden] bergegleiche Haufen, o Tiger unter den Kuru, vielfach, wolkengleich; und ein großer Fluss floss dahin, der Fett und Nässe führte; (niyujyante Pass.; vyatītāni Part.; vadhyamānānām Part. Gen.; rāśayaḥ Nom. Pl.; babhūvuḥ Perf.; prāvartata Imperf. med.)
adyāpi bhuvi vikhyātā nadī carmaṇvatī śubhā; tataḥ kadā cit svaṃ vatsaṃ gaur upāmantrya duḥkhitā; ehi vatsa stanaṃ pāhi mā tvaṃ paścāt kṣudhārditaḥ; tapsyase vimanā duḥkhaṃ ghātitāyāṃ mayi dhruvam; ete hy āyānti caṇḍālāḥ saśastrā māṃ jighāṃsavaḥ; atha śuśrāva tāṃ vāṇīṃ mānuṣīṃ samudāhṛtām
bis heute ist auf Erden der Fluss Carmaṇvatī berühmt, der glückliche. Da rief einmal eine Kuh, betrübt, ihr Kalb heran: ‚Komm, Kälbchen, trink die Brust; nicht [sollst] du später, vom Hunger gequält, betrübt Schmerz leiden, wenn ich getötet worden bin; denn diese Caṇḍālas kommen mit Waffen, mich zu töten wünschend.‘ Da hörte er jenes menschliche Wort, das gesprochen wurde — (vikhyātā Part. f.; upāmantrya Abs.; ehi, pāhi Imp.; tapsyase Fut. med.; āyānti Präs.; jighāṃsavaḥ Desid.; śuśrāva Perf.)
rantidevo mahārāja tatas tāṃ samavārayat; sthāpayām āsa gosatram atha taṃ pārthivarṣabha; satrotsṛṣṭāḥ parityaktā gāvo 'nyāḥ samupāśritāḥ; yās tasya rājño nihatā gāvo yajñe mahātmanaḥ; tā golokam upājagmuḥ prokṣitā brahmavādibhiḥ; rantidevo 'pi rājarṣir iṣṭvā yajñaṃ yathāvidhi
Rantideva, o Großkönig, und hielt es da zurück; und stellte das Kuh-Opfer ein, o Stier unter den Fürsten. Die anderen Kühe, vom Opfer freigelassen und entlassen, hatten Zuflucht genommen; die Kühe, die bei jenem Opfer des hochgesinnten Königs getötet worden waren, die gelangten zum Goloka, von den Brahma-Kundigen geweiht. Auch Rantideva, der Königsseher, nachdem er das Opfer regelgerecht vollzogen hatte, (samavārayat Imperf. Kaus.; sthāpayām āsa Perf. periphr.; samupāśritāḥ Part.; nihatāḥ Part. Pass.; upājagmuḥ Perf.; prokṣitāḥ Part. Pass.; iṣṭvā Abs.)
tataḥ sakhyaṃ surapates tridivaṃ cākṣayaṃ yayau; phenapo divi goloke mumude śāśvatīḥ samāḥ; avaśiṣṭāś ca yā gāvas tā babhūvur vanecarāḥ; phenapākhyānam etat te gavāṃ māhātmyam eva ca; kathitaṃ pāvanaṃ puṇyaṃ kṛṣṇadvaipāyaneritam; nārāyaṇo 'pi bhagavān dṛṣṭvā goṣu paraṃ yaśaḥ
gelangte zur Freundschaft mit dem Götterherrn und zum unvergänglichen Himmel. Phenapa freute sich im Himmel, im Goloka, ewige Jahre. Und die Kühe, die übrig blieben, wurden zu Waldbewohnern. Diese Erzählung von Phenapa und die Größe der Kühe wurde dir berichtet, reinigend, verdienstvoll, von Kṛṣṇa Dvaipāyana vorgetragen. Auch der erhabene Nārāyaṇa, als er bei den Kühen höchsten Ruhm sah, (yayau Perf.; mumude Perf. med.; babhūvuḥ Perf.; Nom. n.; kathitam Part. n.; dṛṣṭvā Abs.)
śuśrūṣāṃ paramāṃ cakre bhaktiṃ ca bharatarṣabha; tasmāt tvam api rājendra gā vai pūjaya bhārata; dvijebhyaś caiva satataṃ prayaccha kurusattama
erwies [ihnen] höchsten Dienst und Hingabe, o Stier der Bharatas. Darum ehre auch du, Fürst der Könige, die Kühe, o Bhārata, und gib [sie] den Zweimalgeborenen stets, bester der Kuru.“ (cakre Perf. med.; pūjaya Imp.; prayaccha Imp.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Phenapa-Erzählung). Die Sprecherangaben stehen häufig eine Zeile vor dem eigentlichen Sprecherwechsel; die Redezuordnung folgt dem Sinn. Bhīṣma erzählt; innere Reden der Kühe, Frauen, Sumitras und Rantidevas stehen in ‚…‘.

yudhiṣṭhiraḥ; pavitrāṇāṃ pavitraṃ yac chreṣṭhaṃ lokeṣu pūjitam; bhīṣmaḥ; mahāvrataṃ mahābhāga tan me brūhi pitāmaha; atrāpy udāharantīmam itihāsaṃ purātanam; pituḥ putrasya saṃvādaṃ vyāsasya ca śukasya ca; ṛṣīṇām uttamaṃ kṛṣṇaṃ bhāvitātmānam acyutam; pāraṃparyaviśeṣajñaṃ sarvaśāstrārthakovidam; kṛtaśaucaḥ śukas tatra kṛtajapyaḥ kṛtāhnikaḥ; paraṃ niyamam āsthāya paraṃ dharmam upāśritaḥ; praṇamya śirasā vyāsaṃ sūkṣmatattvārthadarśinam; śukaḥ papraccha vai praśnaṃ dānadharmakutūhalaḥ; bahucitrāṇi dānāni bahuśaḥ śaṃsase mune; mahārthaṃ pāvanaṃ puṇyaṃ kiṃ svid dānaṃ mahāphalam; kena durgāṇi tarati kena lokān avāpnute; kena vā mahad āpnoti iha loke paratra ca; ke vā yajñasya voḍhāraḥ keṣu yajñaḥ pratiṣṭhitaḥ; kiṃ ca yajñasya yajñatvaṃ kiṃ ca yajñasya bheṣajam; yajñānām uttamaṃ kiṃ ca tad bhavān prabravītu me; sa tasmai bhajamānāya jātakautūhalāya ca; vyāso vratanidhiḥ prāha gavām idam anuttamam; dhanyaṃ yaśasyam āyuṣyaṃ loke śrutisukhāvaham; yat pavitraṃ pavitrāṇāṃ maṅgalānāṃ ca maṅgalam; sarvapāpapraśamanaṃ tat samāsena me śṛṇu; yad idaṃ tiṣṭhate loke jagat sthāvarajaṃgamam; gāvas tāḥ prāpya tiṣṭhanti goloke puṇyadarśanāḥ; mātaraḥ sarvabhūtānāṃ viśvasya jagataś ca ha; rudrāṇām atha sādhyānāṃ gāva eva tu mātaraḥ; rudrāṇāṃ mātaro hy etā ādityānāṃ svasā smṛtāḥ; vasūnāṃ ca duhitryas tā brahmasaṃtānamūlajāḥ; yāsām adhipatiḥ pūṣā maruto vālabandhanāḥ; aiśvaryaṃ varuṇo rājā viśvedevāḥ samāśritāḥ; ya evaṃ veda tā gāvo mātaro devapūjitāḥ; sa vipro brahmalokāya gavāṃ lokāya vā dhruvaḥ; gāvas tu nāvamanyeta karmaṇā manasā girā; gavāṃ sthānaṃ paraṃ loke prārthayed yaḥ parāṃ gatim; na padbhyāṃ tāḍayed gāvo na daṇḍena na muṣṭinā; imāṃ vidyām upāśritya pāvanīṃ brahmanirmitām; mātṝṇām anupāte ca na gomadhye na govraje; naro mūtrapurīṣasya dṛṣṭvā kuryād visarjanam; śuddhāś candanaśītāṅgyaś candraraśmisamaprabhāḥ; saumyāḥ surabhyaḥ subhagā gāvo guggulugandhayaḥ; sarve devāviśan gāvaḥ samudram iva sindhavaḥ; divaṃ caivāntarikṣaṃ ca gavāṃ vyuṣṭiṃ samaśnute; dadhinā juhuyād agniṃ dadhinā svasti vācayet; dadhi dadyāc ca prāśeta gavāṃ vyuṣṭiṃ samaśnute; ghṛtena juhuyād agniṃ ghṛtena svasti vācayet; ghṛtam ālabhya prāśnīyād gavāṃ vyuṣṭiṃ samaśnute; gāvaḥ saṃjīvanā yās tu gāvo dānam anuttamam; tāḥ puṇyagopāḥ suphalā bhajamānaṃ bhajantu mām; yena devāḥ pavitreṇa svargalokam ito gatāḥ; tat pavitraṃ pavitrāṇāṃ mama mūrdhni pratiṣṭhitam; vīṇāmṛdaṅgapaṇavā gavāṃ gātraṃ pratiṣṭhitāḥ; krīḍārativihārārthe triṣu lokeṣu vartate; na tatra devā vartante nāgnihotrāṇi juhvati; na yajñair ijyate cātra yatra gaur vai na duhyate; kṣīraṃ dadhi ghṛtaṃ yāsāṃ rasānām uttamo rasaḥ; amṛtaprabhavā gāvas trailokyaṃ yena jīvati; iḍām āhūya dhenuṃ ca savatsāṃ yajñamātaram; upāhvayanti yaṃ viprā gāvo yajñahaviṣkṛtāḥ; yā medhyā prathamaṃ karma iyaṃ dhenuḥ sarasvatī; paurṇamāsena vatsena kāmaṃ kāmaguṇānvitā; yatra sarvam idaṃ protaṃ yat kiṃ cij jaṃgamaṃ jagat; sā gaur vai prathamā puṇyā sarvabhūtahite ratā; dhāraṇāḥ pāvanāḥ puṇyā bhāvanā bhūtabhāvanāḥ; gāvo mām abhirakṣantu iha loke paratra ca; eṣa yajñaḥ sahopāṅga eṣa yajñaḥ sanātanaḥ; vedāḥ sahopaniṣado gavāṃ rūpe pratiṣṭhitāḥ; etat tāta mayā proktaṃ gavām iha paraṃ matam; sarvataḥ śrāvayen nityaṃ prayato brahmasaṃsadi; śrutvā labheta tāṃl lokān ye mayā parikīrtitāḥ; śrāvayitvāpi prītātmā lokāṃs tān pratipadyate; dhenum ekāṃ sadā dadyād ahany ahani pāvanīm; tat tathā prāpnuyād vipraḥ paṭhan vai gomatīṃ sadā; atha dhenur na vidyeta tiladhenum anuttamām; dadyād gomatikalpena tāṃ dhenuṃ sarvapāvanīm; āhnikaṃ gomatīṃ nityaṃ yaḥ paṭheta sadā naraḥ; sarvapāpāt pramucyeta prayatātmā ya ācaret; ghṛtaṃ vā nityam ālabhya prāśya vā gomatīṃ japet; snātvā vā gokarīṣeṇa paṭhan pāpāt pramucyate; manasā gomatīṃ japyed gomatyā nityam āhnikam; na tv eva divasaṃ kuryād vyarthaṃ gomatipāṭhakaḥ; gomatīṃ japamānā hi devā devatvam āpnuvan; ṛṣitvam ṛṣayaś cāpi gomatyā sarvam āpnuvan; baddho bandhāt pramucyeta kṛcchrān mucyeta saṃkaṭāt; gomatīṃ sevate yas tu labhate priyasaṃgamam; etat pavitraṃ kārtsnyena etad vratam anuttamam; etat tu pṛthivīpāla pāvanaṃ śṛṇvatāṃ sadā; putrakāmāś ca ye ke cid dhanakāmāś ca mānavāḥ; adhvāne coravairibhyo mucyate gomatīṃ paṭhan; pūrvavairānubandheṣu raṇe cāpy ātatāyinaḥ; śukaḥ; labhate jayam evāśu sadā gomatipāṭhakaḥ; kṣatriyāś caiva śūdrāś ca mantrahīnāś ca ye dvijāḥ; vyāsaḥ; kapilām upajīvanti katham etat pitar bhavet; kṣatriyāś caiva śūdrāś ca mantrahīnāś ca ye dvijāḥ; kapilām upajīvanti teṣāṃ vakṣyāmi nirṇayam; kapilās tūttamā loke goṣu caivottamā matāḥ; tāsāṃ dātā labhet svargaṃ vidhinā yaś ca sevate; spṛśeta kapilāṃ yas tu daṇḍena caraṇena vā; sa tena sparśamātreṇa narakāyopapadyate; mantreṇa yuñjyāt kapilāṃ mantreṇaiva pramucyate; mantrahīnaṃ tu yo yuñjyāt kṛmiyonau prasūyate; prahārahatamarmāṅgā duḥkhena ca jaḍīkṛtā; padāni yāvad gaccheta tāval lokān kṛmir bhavet; yāvac ca bindavas tasyāḥ śoṇitasya kṣitiṃ gatāḥ; tāvad varṣasahasrāṇi narakaṃ pratipadyate; mantreṇa yuñjyāt kapilāṃ mantreṇa viniyojayet; mantrahīnair anuyuto majjayet tamasi prabho; kapilāṃ ye 'pi jīvanti buddhimohānvitā narāḥ; te 'pi varṣasahasrāṇi patanti narake nṛpa; atha nyāyena ye viprāḥ kapilām upayuñjate; tasmiṃl loke pramodante lokāś caiṣām anāmayāḥ; vidhinā ye na kurvanti śūdrāṃs tān upadhāraya; śukaḥ; nānāvarṇair upetānāṃ gavāṃ kiṃ munisattama; vyāsaḥ; kapilāḥ sarvavarṇeṣu variṣṭhatvam avāpnuvan; śṛṇu putra yathā goṣu variṣṭhāḥ kapilāḥ smṛtāḥ; kapilatvaṃ ca saṃprāptāḥ pūjyāś ca satataṃ nṛṣu; agniḥ purāpacakrāma devebhya iti naḥ śrutam; devebhyo māṃ chādayata śaraṇyāḥ śaraṇaṃ gatam; ūcus tāḥ sahitās tatra svāgataṃ tava pāvaka; iha guptas tvam asmābhir na devair upalapsyase; atha devā vivitsantaḥ pāvakaṃ paricakramuḥ; goṣu guptaṃ ca vijñāya tāḥ kṣipram upatasthire; yuṣmāsu nivasaty agnir iti gāḥ samacūcudan; prakāśyatāṃ hutavaho lokān na cchettum arhatha; evam astv ity anujñāya pāvakaṃ samadarśayan; adhigamya pāvakaṃ tuṣṭās te devāḥ sadya eva tu; agniṃ pracodayām āsuḥ kriyatāṃ goṣv anugrahaḥ; gavāṃ tu yāsāṃ gātreṣu pāvakaḥ samavasthitaḥ; kapilatvam anuprāptāḥ sarvaśreṣṭhatvam eva ca; mahāphalatvaṃ loke ca dadau tāsāṃ hutāśanaḥ; tasmād dhi sarvavarṇānāṃ kapilāṃ gāṃ pradāpaya; śrotriyāya praśāntāya prayatāyāgnihotriṇe; yāvanti romāṇi bhavanti dhenvā; yugāni tāvanti punāti dātṝn; pratigrahītṝṃś ca punāti dattā; śukaḥ; śiṣṭe tu gaur vai pratipādanena; kena varṇavibhāgena vijñeyā kapilā bhavet; vyāsaḥ; kati vā lakṣaṇāny asyā dṛṣṭāni munibhiḥ purā; śṛṇu tāta yathā goṣu vijñeyā kapilā bhavet; netrayoḥ śṛṅgayoś caiva khureṣu vṛṣaṇeṣu ca; karṇato ghrāṇataś cāpi ṣaḍvidhāḥ kapilāḥ smṛtāḥ; eteṣāṃ lakṣaṇānāṃ tu yady ekam api dṛśyate; kapilāṃ tāṃ vijānīyād evam āhur manīṣiṇaḥ; āgneyī netrakapilā khurair māheśvarī bhavet; grīvāyāṃ vaiṣṇavī jñeyā pūṣṇo ghrāṇād ajāyata; karṇatas tu vasantena svayonim abhijāyate; gāyatryāś ca vṛṣaṇayor utpattiḥ ṣaḍguṇā smṛtā; evaṃ gāvaś ca viprāś ca gāyatrī satyam eva ca; vasantaś ca suparṇaś ca ekataḥ samajāyata; netrayoḥ kapilāṃ yas tu vāhayeta duheta vā; sa pāpakarmā narake pratiṣṭhāṃ pratipadyate; narakād vipramuktas tu tiryagyoniṃ niṣevate; yadā labheta mānuṣyaṃ jātyandho jāyate naraḥ; śṛṅgayoḥ kapilāṃ yas tu vāhayeta duheta vā; tiryagyoniṃ sa labhate jāyamānaḥ punaḥ punaḥ; khureṣu kapilāṃ yas tu vāhayeta duheta vā; tamasy apāre majjeta dhanahīno narādhamaḥ; kapilāṃ vāladhāneṣu vāhayeta duheta vā; nirāśrayaḥ sadā caiva jāyate yadi cet kṛmiḥ; varṇena kapilāṃ yas tu jānann apy upajīvati; sahasraśaḥ kṛmir bhūtvā mānuṣyaṃ prāpnuyād atha; caṇḍālaḥ pāpakarmā vā jāyate sa narādhamaḥ; ghrāṇena kapilāṃ yas tu pramādād upajīvati; so 'pi varṣasahasrāṇi tiryagyonau prajāyate; vyādhigrasto jaḍo rogī bhaven mānuṣyam āgataḥ; madhusarpiḥsugandhās tu kapilāḥ śāstrataḥ smṛtāḥ; etāḥ samupajīveta so 'pi tiryakṣu jāyate; sthāvaratvam anuprāpto yadi mānuṣyatāṃ labhet; alpāyuḥ sa bhavej jāto hīnavarṇakulodbhavaḥ; ye tu pāpā hy asūyante kapilāṃ vāhayanti ca; nirayeṣu pratiṣṭhante yāvad ābhūtasaṃplavam

Yudhiṣṭhira [sprach]: „[Sage mir,] was das Reinste der Reinen, das Beste, in den Welten Verehrte [ist], Bhīṣma [sprach]: das große Gelübde, o Hochbegnadeter; das sage mir, Großvater.“ „Hierzu erzählt man diese alte Erzählung, das Gespräch von Vater und Sohn, von Vyāsa und Śuka: den Besten der Seher, Kṛṣṇa [Vyāsa], den Selbstgeläuterten, den Unerschütterlichen, der die Besonderheiten der Überlieferungsfolge kennt, in allen Śāstra-Zwecken bewandert, Śuka, [der] dort Reinigung, Murmeln und Tagespflicht vollzogen hatte, höchste Bindung auf sich genommen, höchstem Dharma zugewandt, verneigte sich mit dem Haupt vor Vyāsa, dem Schauer feinster Wahrheiten und Ziele, und stellte, wissbegierig hinsichtlich der Dharma des Gebens, eine Frage: ‚Vielfältige Gaben preist du oft, o Weiser; welche Gabe ist wohl von großem Sinn, reinigend, verdienstvoll, von großer Frucht? Wodurch überwindet man Unwegsamkeiten, wodurch erlangt man Welten? Oder wodurch erlangt man Großes hier in der Welt und jenseits? Wer sind die Träger des Opfers, worin ist das Opfer gegründet? Was ist das Opfer-Sein des Opfers, was die Arznei des Opfers? Und was ist das Höchste unter den Opfern? Das möge dein Ehrwürden mir sagen.‘ Ihm, der [ihn] verehrte und Neugier gefasst hatte, sprach Vyāsa, der Schatz der Gelübde, dies unübertreffliche [Wort] über die Kühe: das segensreich, ruhmbringend, lebensverlängernd, in der Welt dem Ohr Freude bringend, was das Reinste der Reinen und das Heil der Heile ist, ‚[es] beschwichtigt alle Sünden; das höre von mir in Kürze. Diese ganze Welt, die besteht, das Bewegliche und Unbewegliche umfassend, diese Kühe, [sie] erlangt habend, bestehen im Goloka, von glückverheißendem Anblick; die Mütter aller Wesen und der ganzen Welt; der Rudras und der Sādhyas aber sind die Kühe eben die Mütter; der Rudras Mütter sind diese, der Ādityas gelten sie als Schwestern, und der Vasus Töchter sind sie, aus der Wurzel des Brahma-Geschlechts geboren; deren Herr Pūṣan ist, die Maruts [als?] Schwanzhaar-Binder [?]; [Anm.: vālabandhanāḥ unklar] die Herrschaft [besitzt] König Varuṇa, die Viśvedevas haben sich [an sie] angelehnt. Wer so weiß, dass jene Kühe die Mütter, von den Göttern verehrt, sind, dieser Brahmane [erlangt] gewiss den Brahmaloka oder die Welt der Kühe. Die Kühe soll man aber nicht geringschätzen, durch Tat, Gedanken oder Wort; wer den höchsten Standort der Kühe in der Welt, das höchste Ziel erstrebt, der soll die Kühe nicht mit den Füßen schlagen, nicht mit dem Stock, nicht mit der Faust. Diese reinigende, von Brahmā geschaffene Wissenschaft sich zu eigen machend, und beim Nahen der Mütter, weder inmitten der Kühe noch im Kuhstall, soll ein Mann, [sie] sehend, nicht Urin und Kot absetzen. Rein, mit sandelkühlem Körper, mit mondstrahlengleichem Glanz, sanft, wohlduftend, glücklich, die Kühe, nach Guggulu duftend; alle Götter traten in die Kühe ein, wie die Flüsse ins Meer. Himmel und Luftraum erlangt man, das Gedeihen der Kühe erlangt man. Mit Sauermilch soll man ins Feuer opfern, mit Sauermilch Heil sprechen lassen; Sauermilch soll man geben und essen; das Gedeihen der Kühe erlangt man. Mit Ghee soll man ins Feuer opfern, mit Ghee Heil sprechen lassen; Ghee berührend soll man [es] essen; das Gedeihen der Kühe erlangt man. Die Kühe, die Lebensspender sind, die Kühe [sind] die unübertreffliche Gabe; sie, mit verdienstvollen Hütern, von guter Frucht, mögen mich, der ich [sie] verehre, ihrerseits verehren. Durch dessen Reinigungskraft die Götter von hier zur Himmelswelt gegangen sind, dieses Reinigende der Reinigenden ist auf meinem Haupt gegründet. Laute, Trommel und Pauke sind im Leib der Kühe gegründet; zum Spiel, Vergnügen und Lustwandeln besteht [er] in den drei Welten. Dort weilen die Götter nicht, und Agnihotras werden nicht geopfert, und nicht wird dort mit Opfern geopfert, wo eine Kuh nicht gemolken wird. Milch, Sauermilch, Ghee [gehören denen], die unter den Säften der höchste Saft [sind]; aus Nektar entstanden sind die Kühe, durch die die Dreiwelt lebt. Nachdem sie Iḍā und die Kuh samt Kalb, die Mutter des Opfers, gerufen haben, rufen [sie] die Brahmanen herbei — die Kühe, für die Opfergabe des Opfers bereitet. Diese Kuh Sarasvatī, die zuerst für das Werk [Opfer] rein ist, mit dem Vollmond-Kalb nach Wunsch, mit Wunschvorzügen begabt, in der dies alles eingewoben ist, was immer Bewegliches in der Welt [ist], sie, die Kuh, die erste, verdienstvolle, am Wohl aller Wesen sich freuend; Tragende, Reinigende, Verdienstvolle, Erhaltende, die Wesen Erhaltende: die Kühe mögen mich beschützen, hier in der Welt und jenseits. Dies ist das Opfer samt Nebenteilen, dies ist das ewige Opfer; die Veden samt Upaniṣaden sind in der Gestalt der Kühe gegründet. Dies, mein Sohn, wurde von mir gesagt, die hier höchste Lehrmeinung über die Kühe. Überall soll man [es] stets hören lassen, beflissen, in der Versammlung der Brahmanen; wer [es] gehört hat, erlangt jene Welten, die von mir genannt wurden; und auch wer [es] hat hören lassen, mit frohem Herzen, gelangt zu jenen Welten. Eine reinigende Milchkuh soll man stets geben, Tag für Tag; dasselbe [Verdienst] erlangt der Brahmane, indem er stets die Gomatī rezitiert. Wenn aber keine Milchkuh vorhanden ist: eine unübertreffliche Sesamkuh soll man geben, nach dem Verfahren der Gomatī — diese alles reinigende Kuh. Wer die Gomatī täglich, stets, immer rezitiert, [als] Mann, der wird von aller Sünde befreit, der gesammelten Geistes wandelt. Oder mit Ghee stets [sich] berührend, oder [es] gegessen habend, soll man die Gomatī murmeln; oder nachdem man mit Kuhdung gebadet hat, wird man, [sie] rezitierend, von Sünde befreit. Im Geiste soll man die Gomatī murmeln, [als] die tägliche Übung mit der Gomatī; doch niemals soll der Rezitator der Gomatī einen Tag nutzlos machen. Denn die Gomatī murmelnd, erlangten die Götter Göttlichkeit, und die Seher Sehertum; durch die Gomatī erlangten sie alles. Der Gefesselte wird von der Fessel befreit, aus Mühsal wird man befreit, aus Bedrängnis; wer aber der Gomatī dient, erlangt Zusammensein mit Liebem. Dies ist das ganz Reinigende, dies das unübertreffliche Gelübde; dies aber, o Beschützer der Erde, [ist] stets reinigend für die Hörenden; und die Menschen, die Sohneswunsch haben und Reichtumswunsch, auf der Straße wird man von Dieben und Feinden befreit, wenn man die Gomatī rezitiert; in den Folgen früherer Feindschaften und auch im Kampf [gegen] Angreifer — Śuka [sprach]: erlangt der Rezitator der Gomatī stets rasch den Sieg.‘ ‚Die Kṣatriyas und Śūdras und die Zweimalgeborenen ohne Mantra, Vyāsa [sprach]: die von der Kapilā leben — wie kann das sein, Vater?‘ ‚Die Kṣatriyas und Śūdras und die Zweimalgeborenen ohne Mantra, die von der Kapilā leben — deren Entscheidung will ich sagen. Die Kapilās sind in der Welt die Besten, und unter den Kühen gelten sie als die Besten; wer sie gibt, erlangt den Himmel, und wer [ihnen] regelgerecht dient. Wer aber eine Kapilā mit dem Stock oder mit dem Fuß berührt, der geht durch eben diese bloße Berührung zur Hölle. Mit Mantra soll man eine Kapilā einspannen, mit Mantra allein wird man [von Schuld] befreit; wer aber ohne Mantra [sie] einspannt, wird im Schoß eines Wurmes geboren. [Die Kuh,] an ihren Gliedern und Lebenspunkten von Schlägen getroffen und vor Schmerz betäubt, so viele Schritte sie geht, so viele Welten [lang] wird er ein Wurm sein [?]; und wie viele Tropfen ihres Blutes zur Erde gefallen sind, so viele tausend Jahre geht er zur Hölle. Mit Mantra soll man eine Kapilā einspannen, mit Mantra [sie] einsetzen; wer, von Mantra-losen [Menschen] begleitet, [sie einsetzt], lässt [sich] versinken im Finstern, o Herr. Auch die Menschen, die von einer Kapilā leben, von Verblendung des Verstandes erfüllt, auch sie fallen tausende Jahre in die Hölle, o König. Die Brahmanen aber, die eine Kapilā regelgerecht nutzen, in jener Welt freuen sie sich, und ihre Welten sind leidfrei. Die aber, die es nicht nach Vorschrift tun — wisse, dass sie Śūdras sind.‘ Śuka [sprach]: ‚Was [gilt] von den Kühen, die mit mancherlei Farben versehen sind, o bester der Weisen?‘ Vyāsa [sprach]: ‚Die Kapilās erlangten unter allen Farben den Vorrang; höre, mein Sohn, wie unter den Kühen die Kapilās als die Besten gelten, und wie sie die Kapilā-Farbe erlangten und stets bei den Menschen zu verehren sind. Agni entwich einst vor den Göttern, so haben wir gehört; »Verbergt mich vor den Göttern, ihr Zuflucht Gebenden — [ich,] der zu [euch als] Zuflucht gekommen ist.« Diese sprachen dort vereint: »Willkommen, Pāvaka [Agni]; hier von uns verborgen, wirst du von den Göttern nicht gefunden werden.« Da suchten die Götter, [ihn] zu finden, Pāvaka ringsum auf; und, [ihn] bei den Kühen verborgen erkennend, traten sie rasch [zu ihnen] heran: »In euch wohnt Agni« — so trieben sie die Kühe an; »Der Opferträger soll offenbar gemacht werden; ihr dürft die Welten nicht abschneiden.« »So sei es«, sagten sie zu und zeigten Pāvaka. Nachdem die Götter Pāvaka erlangt hatten, zufrieden, sogleich, trieben sie Agni an: »Den Kühen soll Gunst erwiesen werden.« Von den Kühen aber, in deren Leibern Pāvaka sich niedergelassen hatte, [diese] erlangten die Kapilā-Farbe und den höchsten Rang unter allen und große Frucht[barkeit] in der Welt gab ihnen der Opferverzehrer [Agni]. Darum lass unter allen Farben die Kapilā-Kuh schenken, an einen Śrotriya, Friedvollen, Gesammelten, Agnihotra-Halter. So viele Haare eine Kuh hat, so viele Zeitalter reinigt sie die Geber; und die Empfänger reinigt sie, wenn sie gegeben wird; Śuka [sprach]: bei einem Gebildeten aber [reinigt] die Kuh durch die Übergabe [?].‘ ‚Nach welcher Einteilung der Farben ist die Kapilā zu erkennen? Vyāsa [sprach]: Und wie viele Merkmale wurden an ihr von den Weisen einst gesehen?‘ ‚Höre, Lieber, wie unter den Kühen die Kapilā zu erkennen ist: an den Augen, an den Hörnern, an den Hufen und an den Hoden, am Ohr und an der Nase — sechsfach sind die Kapilās überliefert. Wenn aber von diesen Merkmalen auch nur eines gesehen wird, so soll man sie als Kapilā erkennen; so sagen die Klugen. Die Agni-gehörige ist die mit kapilā-farbigen Augen; an den Hufen wird die Māheśvarī sein; am Hals ist die Vaiṣṇavī zu erkennen; von Pūṣan [entstand sie] aus der Nase; am Ohr aber wird sie durch Vasanta aus eigenem Schoß geboren [?]; und der Ursprung aus Gāyatrī an den Hoden gilt als sechsfach [?]. So sind Kühe und Brahmanen, Gāyatrī und Wahrheit, Vasanta und Suparṇa zusammen entstanden. Wer aber eine Kapilā [mit dem Merkmal] der Augen fahren lässt oder melkt, der Übeltäter erlangt in der Hölle Standort; aus der Hölle befreit aber gelangt er in einen Tierschoß; wenn er [je] Menschsein erlangt, wird der Mann blind geboren. Wer eine Kapilā [mit dem Merkmal] der Hörner fahren lässt oder melkt, erlangt Tierschoß, geboren werdend, wieder und wieder. Wer eine Kapilā [mit dem Merkmal] der Hufe fahren lässt oder melkt, wird im grenzenlosen Dunkel versinken, besitzlos, der niedrigste der Menschen. Wer eine Kapilā [mit dem Merkmal] der Schwanzhaare [?] fahren lässt oder melkt, ohne Halt ist er stets, und wird geboren, wenn überhaupt, als Wurm. Wer aber eine Kapilā [nach ihrer] Farbe, wissend, dennoch zum Lebensunterhalt nutzt, wird tausendfach zum Wurm geworden, dann Menschsein erlangen; ein Caṇḍāla oder ein Übeltäter wird er, der niedrigste der Menschen, geboren. Wer aber eine Kapilā [an der] Nase aus Unachtsamkeit nutzt, auch der wird tausend Jahre im Tierschoß geboren; von Krankheit befallen, stumpf, siech, wird er, wenn er zum Menschsein gekommen ist. Die aber nach Honig und Ghee duftenden Kapilās gelten nach der Lehre [als solche]; wer diese [zum Unterhalt] nutzt, wird auch unter Tieren geboren; nachdem er ins Pflanzenstadium gelangt ist — wenn er Menschsein erlangt, wird er kurzlebig geboren, in niederen Standes- und Geschlechtsverhältnissen entstanden. Die Bösen aber, die neiden und eine Kapilā fahren lassen, werden in den Höllen bleiben bis zur Auflösung der Wesen.‘“

Wort für Wort
yudhiṣṭhiraḥ; pavitrāṇāṃ pavitraṃ yac chreṣṭhaṃ lokeṣu pūjitam; bhīṣmaḥ; mahāvrataṃ mahābhāga tan me brūhi pitāmaha; atrāpy udāharantīmam itihāsaṃ purātanam
Yudhiṣṭhira [sprach]: „[Sage mir,] was das Reinste der Reinen, das Beste, in den Welten Verehrte [ist], Bhīṣma [sprach]: das große Gelübde, o Hochbegnadeter; das sage mir, Großvater.“ „Hierzu erzählt man diese alte Erzählung, (Nom. n.; pūjitam Part.; brūhi Imp.; udāharanti 3.Pl.)
pituḥ putrasya saṃvādaṃ vyāsasya ca śukasya ca; ṛṣīṇām uttamaṃ kṛṣṇaṃ bhāvitātmānam acyutam; pāraṃparyaviśeṣajñaṃ sarvaśāstrārthakovidam; kṛtaśaucaḥ śukas tatra kṛtajapyaḥ kṛtāhnikaḥ; paraṃ niyamam āsthāya paraṃ dharmam upāśritaḥ
das Gespräch von Vater und Sohn, von Vyāsa und Śuka: den Besten der Seher, Kṛṣṇa [Vyāsa], den Selbstgeläuterten, den Unerschütterlichen, der die Besonderheiten der Überlieferungsfolge kennt, in allen Śāstra-Zwecken bewandert, Śuka, [der] dort Reinigung, Murmeln und Tagespflicht vollzogen hatte, höchste Bindung auf sich genommen, höchstem Dharma zugewandt, (Gen. Du./Sg.; bhāvitātmānam Bahuvrīhi; Akk. Sg.; kṛta- Part. Bahuvrīhi; āsthāya, upāśritaḥ)
praṇamya śirasā vyāsaṃ sūkṣmatattvārthadarśinam; śukaḥ papraccha vai praśnaṃ dānadharmakutūhalaḥ; bahucitrāṇi dānāni bahuśaḥ śaṃsase mune; mahārthaṃ pāvanaṃ puṇyaṃ kiṃ svid dānaṃ mahāphalam; kena durgāṇi tarati kena lokān avāpnute
verneigte sich mit dem Haupt vor Vyāsa, dem Schauer feinster Wahrheiten und Ziele, und stellte, wissbegierig hinsichtlich der Dharma des Gebens, eine Frage: ‚Vielfältige Gaben preist du oft, o Weiser; welche Gabe ist wohl von großem Sinn, reinigend, verdienstvoll, von großer Frucht? Wodurch überwindet man Unwegsamkeiten, wodurch erlangt man Welten? (praṇamya Abs.; papraccha Perf.; śaṃsase 2.Sg. med.; kiṃ svid; tarati, avāpnute)
kena vā mahad āpnoti iha loke paratra ca; ke vā yajñasya voḍhāraḥ keṣu yajñaḥ pratiṣṭhitaḥ; kiṃ ca yajñasya yajñatvaṃ kiṃ ca yajñasya bheṣajam; yajñānām uttamaṃ kiṃ ca tad bhavān prabravītu me; sa tasmai bhajamānāya jātakautūhalāya ca
Oder wodurch erlangt man Großes hier in der Welt und jenseits? Wer sind die Träger des Opfers, worin ist das Opfer gegründet? Was ist das Opfer-Sein des Opfers, was die Arznei des Opfers? Und was ist das Höchste unter den Opfern? Das möge dein Ehrwürden mir sagen.‘ Ihm, der [ihn] verehrte und Neugier gefasst hatte, (āpnoti; pratiṣṭhitaḥ Part.; yajñatvam; prabravītu Imp.; bhajamānāya Part. Dat.)
vyāso vratanidhiḥ prāha gavām idam anuttamam; dhanyaṃ yaśasyam āyuṣyaṃ loke śrutisukhāvaham; yat pavitraṃ pavitrāṇāṃ maṅgalānāṃ ca maṅgalam; sarvapāpapraśamanaṃ tat samāsena me śṛṇu; yad idaṃ tiṣṭhate loke jagat sthāvarajaṃgamam
sprach Vyāsa, der Schatz der Gelübde, dies unübertreffliche [Wort] über die Kühe: das segensreich, ruhmbringend, lebensverlängernd, in der Welt dem Ohr Freude bringend, was das Reinste der Reinen und das Heil der Heile ist, ‚[es] beschwichtigt alle Sünden; das höre von mir in Kürze. Diese ganze Welt, die besteht, das Bewegliche und Unbewegliche umfassend, (prāha Perf.; Akk. n.; Nom. n.; śṛṇu Imp.; tiṣṭhate Präs. med.)
gāvas tāḥ prāpya tiṣṭhanti goloke puṇyadarśanāḥ; mātaraḥ sarvabhūtānāṃ viśvasya jagataś ca ha; rudrāṇām atha sādhyānāṃ gāva eva tu mātaraḥ; rudrāṇāṃ mātaro hy etā ādityānāṃ svasā smṛtāḥ; vasūnāṃ ca duhitryas tā brahmasaṃtānamūlajāḥ
diese Kühe, [sie] erlangt habend, bestehen im Goloka, von glückverheißendem Anblick; die Mütter aller Wesen und der ganzen Welt; der Rudras und der Sādhyas aber sind die Kühe eben die Mütter; der Rudras Mütter sind diese, der Ādityas gelten sie als Schwestern, und der Vasus Töchter sind sie, aus der Wurzel des Brahma-Geschlechts geboren; (prāpya Abs.; Nom. Pl.; Gen. Pl.; smṛtāḥ Part.; Bahuvrīhi)
yāsām adhipatiḥ pūṣā maruto vālabandhanāḥ; aiśvaryaṃ varuṇo rājā viśvedevāḥ samāśritāḥ; ya evaṃ veda tā gāvo mātaro devapūjitāḥ; sa vipro brahmalokāya gavāṃ lokāya vā dhruvaḥ; gāvas tu nāvamanyeta karmaṇā manasā girā
deren Herr Pūṣan ist, die Maruts [als?] Schwanzhaar-Binder [?]; [Anm.: vālabandhanāḥ unklar] die Herrschaft [besitzt] König Varuṇa, die Viśvedevas haben sich [an sie] angelehnt. Wer so weiß, dass jene Kühe die Mütter, von den Göttern verehrt, sind, dieser Brahmane [erlangt] gewiss den Brahmaloka oder die Welt der Kühe. Die Kühe soll man aber nicht geringschätzen, durch Tat, Gedanken oder Wort; (adhipatiḥ; samāśritāḥ Part.; veda 3.Sg.; dhruvam; avamanyeta Opt. med.)
gavāṃ sthānaṃ paraṃ loke prārthayed yaḥ parāṃ gatim; na padbhyāṃ tāḍayed gāvo na daṇḍena na muṣṭinā; imāṃ vidyām upāśritya pāvanīṃ brahmanirmitām; mātṝṇām anupāte ca na gomadhye na govraje; naro mūtrapurīṣasya dṛṣṭvā kuryād visarjanam
wer den höchsten Standort der Kühe in der Welt, das höchste Ziel erstrebt, der soll die Kühe nicht mit den Füßen schlagen, nicht mit dem Stock, nicht mit der Faust. Diese reinigende, von Brahmā geschaffene Wissenschaft sich zu eigen machend, und beim Nahen der Mütter, weder inmitten der Kühe noch im Kuhstall, soll ein Mann, [sie] sehend, nicht Urin und Kot absetzen. (prārthayet Opt.; tāḍayet Opt.; upāśritya Abs.; anupāte Lok.; kuryāt Opt.; dṛṣṭvā Abs.)
śuddhāś candanaśītāṅgyaś candraraśmisamaprabhāḥ; saumyāḥ surabhyaḥ subhagā gāvo guggulugandhayaḥ; sarve devāviśan gāvaḥ samudram iva sindhavaḥ; divaṃ caivāntarikṣaṃ ca gavāṃ vyuṣṭiṃ samaśnute; dadhinā juhuyād agniṃ dadhinā svasti vācayet
Rein, mit sandelkühlem Körper, mit mondstrahlengleichem Glanz, sanft, wohlduftend, glücklich, die Kühe, nach Guggulu duftend; alle Götter traten in die Kühe ein, wie die Flüsse ins Meer. Himmel und Luftraum erlangt man, das Gedeihen der Kühe erlangt man. Mit Sauermilch soll man ins Feuer opfern, mit Sauermilch Heil sprechen lassen; (Nom. Pl. f.; Nom. Pl.; āviśan Imperf.; samaśnute Präs. med.; juhuyāt Opt.; vācayet Opt. Kaus.)
dadhi dadyāc ca prāśeta gavāṃ vyuṣṭiṃ samaśnute; ghṛtena juhuyād agniṃ ghṛtena svasti vācayet; ghṛtam ālabhya prāśnīyād gavāṃ vyuṣṭiṃ samaśnute; gāvaḥ saṃjīvanā yās tu gāvo dānam anuttamam; tāḥ puṇyagopāḥ suphalā bhajamānaṃ bhajantu mām
Sauermilch soll man geben und essen; das Gedeihen der Kühe erlangt man. Mit Ghee soll man ins Feuer opfern, mit Ghee Heil sprechen lassen; Ghee berührend soll man [es] essen; das Gedeihen der Kühe erlangt man. Die Kühe, die Lebensspender sind, die Kühe [sind] die unübertreffliche Gabe; sie, mit verdienstvollen Hütern, von guter Frucht, mögen mich, der ich [sie] verehre, ihrerseits verehren. (dadyāt, prāśeta; Opt.; ālabhya Abs.; prāśnīyāt Opt.; saṃjīvanāḥ; bhajantu Imp.)
yena devāḥ pavitreṇa svargalokam ito gatāḥ; tat pavitraṃ pavitrāṇāṃ mama mūrdhni pratiṣṭhitam; vīṇāmṛdaṅgapaṇavā gavāṃ gātraṃ pratiṣṭhitāḥ; krīḍārativihārārthe triṣu lokeṣu vartate; na tatra devā vartante nāgnihotrāṇi juhvati
Durch dessen Reinigungskraft die Götter von hier zur Himmelswelt gegangen sind, dieses Reinigende der Reinigenden ist auf meinem Haupt gegründet. Laute, Trommel und Pauke sind im Leib der Kühe gegründet; zum Spiel, Vergnügen und Lustwandeln besteht [er] in den drei Welten. Dort weilen die Götter nicht, und Agnihotras werden nicht geopfert, (gatāḥ Part.; pratiṣṭhitam Part.; Nom. Pl. m.; vartate Präs. med.; juhvati 3.Pl.)
na yajñair ijyate cātra yatra gaur vai na duhyate; kṣīraṃ dadhi ghṛtaṃ yāsāṃ rasānām uttamo rasaḥ; amṛtaprabhavā gāvas trailokyaṃ yena jīvati; iḍām āhūya dhenuṃ ca savatsāṃ yajñamātaram; upāhvayanti yaṃ viprā gāvo yajñahaviṣkṛtāḥ
und nicht wird dort mit Opfern geopfert, wo eine Kuh nicht gemolken wird. Milch, Sauermilch, Ghee [gehören denen], die unter den Säften der höchste Saft [sind]; aus Nektar entstanden sind die Kühe, durch die die Dreiwelt lebt. Nachdem sie Iḍā und die Kuh samt Kalb, die Mutter des Opfers, gerufen haben, rufen [sie] die Brahmanen herbei — die Kühe, für die Opfergabe des Opfers bereitet. (ijyate Pass.; duhyate Pass.; Gen. Pl. f.; jīvati Präs.; āhūya Abs.; upāhvayanti 3.Pl.)
yā medhyā prathamaṃ karma iyaṃ dhenuḥ sarasvatī; paurṇamāsena vatsena kāmaṃ kāmaguṇānvitā; yatra sarvam idaṃ protaṃ yat kiṃ cij jaṃgamaṃ jagat; sā gaur vai prathamā puṇyā sarvabhūtahite ratā; dhāraṇāḥ pāvanāḥ puṇyā bhāvanā bhūtabhāvanāḥ
Diese Kuh Sarasvatī, die zuerst für das Werk [Opfer] rein ist, mit dem Vollmond-Kalb nach Wunsch, mit Wunschvorzügen begabt, in der dies alles eingewoben ist, was immer Bewegliches in der Welt [ist], sie, die Kuh, die erste, verdienstvolle, am Wohl aller Wesen sich freuend; Tragende, Reinigende, Verdienstvolle, Erhaltende, die Wesen Erhaltende: (medhyā; anvitā Part. f.; protam Part.; ratā Part. f.; Nom. Pl. f.)
gāvo mām abhirakṣantu iha loke paratra ca; eṣa yajñaḥ sahopāṅga eṣa yajñaḥ sanātanaḥ; vedāḥ sahopaniṣado gavāṃ rūpe pratiṣṭhitāḥ; etat tāta mayā proktaṃ gavām iha paraṃ matam; sarvataḥ śrāvayen nityaṃ prayato brahmasaṃsadi
die Kühe mögen mich beschützen, hier in der Welt und jenseits. Dies ist das Opfer samt Nebenteilen, dies ist das ewige Opfer; die Veden samt Upaniṣaden sind in der Gestalt der Kühe gegründet. Dies, mein Sohn, wurde von mir gesagt, die hier höchste Lehrmeinung über die Kühe. Überall soll man [es] stets hören lassen, beflissen, in der Versammlung der Brahmanen; (abhirakṣantu Imp.; Nom. Sg.; pratiṣṭhitāḥ Part.; proktam Part. n.; śrāvayet Opt. Kaus.)
śrutvā labheta tāṃl lokān ye mayā parikīrtitāḥ; śrāvayitvāpi prītātmā lokāṃs tān pratipadyate; dhenum ekāṃ sadā dadyād ahany ahani pāvanīm; tat tathā prāpnuyād vipraḥ paṭhan vai gomatīṃ sadā; atha dhenur na vidyeta tiladhenum anuttamām
wer [es] gehört hat, erlangt jene Welten, die von mir genannt wurden; und auch wer [es] hat hören lassen, mit frohem Herzen, gelangt zu jenen Welten. Eine reinigende Milchkuh soll man stets geben, Tag für Tag; dasselbe [Verdienst] erlangt der Brahmane, indem er stets die Gomatī rezitiert. Wenn aber keine Milchkuh vorhanden ist: eine unübertreffliche Sesamkuh (śrutvā Abs.; labheta Opt. med.; pratipadyate Präs. med.; dadyāt Opt.; prāpnuyāt Opt.; paṭhan Part.; vidyeta Opt. Pass.)
dadyād gomatikalpena tāṃ dhenuṃ sarvapāvanīm; āhnikaṃ gomatīṃ nityaṃ yaḥ paṭheta sadā naraḥ; sarvapāpāt pramucyeta prayatātmā ya ācaret; ghṛtaṃ vā nityam ālabhya prāśya vā gomatīṃ japet; snātvā vā gokarīṣeṇa paṭhan pāpāt pramucyate
soll man geben, nach dem Verfahren der Gomatī — diese alles reinigende Kuh. Wer die Gomatī täglich, stets, immer rezitiert, [als] Mann, der wird von aller Sünde befreit, der gesammelten Geistes wandelt. Oder mit Ghee stets [sich] berührend, oder [es] gegessen habend, soll man die Gomatī murmeln; oder nachdem man mit Kuhdung gebadet hat, wird man, [sie] rezitierend, von Sünde befreit. (dadyāt Opt.; paṭheta Opt. med.; pramucyeta Opt. Pass.; ācaret; ālabhya, prāśya Abs.; japet; snātvā Abs.)
manasā gomatīṃ japyed gomatyā nityam āhnikam; na tv eva divasaṃ kuryād vyarthaṃ gomatipāṭhakaḥ; gomatīṃ japamānā hi devā devatvam āpnuvan; ṛṣitvam ṛṣayaś cāpi gomatyā sarvam āpnuvan; baddho bandhāt pramucyeta kṛcchrān mucyeta saṃkaṭāt
Im Geiste soll man die Gomatī murmeln, [als] die tägliche Übung mit der Gomatī; doch niemals soll der Rezitator der Gomatī einen Tag nutzlos machen. Denn die Gomatī murmelnd, erlangten die Götter Göttlichkeit, und die Seher Sehertum; durch die Gomatī erlangten sie alles. Der Gefesselte wird von der Fessel befreit, aus Mühsal wird man befreit, aus Bedrängnis; (japyet Opt.; kuryāt Opt.; āpnuvan Aor./Imperf.; āpnuvan; mucyeta Opt. Pass.)
gomatīṃ sevate yas tu labhate priyasaṃgamam; etat pavitraṃ kārtsnyena etad vratam anuttamam; etat tu pṛthivīpāla pāvanaṃ śṛṇvatāṃ sadā; putrakāmāś ca ye ke cid dhanakāmāś ca mānavāḥ; adhvāne coravairibhyo mucyate gomatīṃ paṭhan
wer aber der Gomatī dient, erlangt Zusammensein mit Liebem. Dies ist das ganz Reinigende, dies das unübertreffliche Gelübde; dies aber, o Beschützer der Erde, [ist] stets reinigend für die Hörenden; und die Menschen, die Sohneswunsch haben und Reichtumswunsch, auf der Straße wird man von Dieben und Feinden befreit, wenn man die Gomatī rezitiert; (sevate, labhate Präs. med.; Nom. n.; śṛṇvatām Part. Gen.; Nom. Pl.; mucyate Pass.)
pūrvavairānubandheṣu raṇe cāpy ātatāyinaḥ; śukaḥ; labhate jayam evāśu sadā gomatipāṭhakaḥ; kṣatriyāś caiva śūdrāś ca mantrahīnāś ca ye dvijāḥ; vyāsaḥ
in den Folgen früherer Feindschaften und auch im Kampf [gegen] Angreifer — Śuka [sprach]: erlangt der Rezitator der Gomatī stets rasch den Sieg.‘ ‚Die Kṣatriyas und Śūdras und die Zweimalgeborenen ohne Mantra, Vyāsa [sprach]: (Lok. Pl.; labhate Präs. med.; Nom. Pl.)
kapilām upajīvanti katham etat pitar bhavet; kṣatriyāś caiva śūdrāś ca mantrahīnāś ca ye dvijāḥ; kapilām upajīvanti teṣāṃ vakṣyāmi nirṇayam; kapilās tūttamā loke goṣu caivottamā matāḥ; tāsāṃ dātā labhet svargaṃ vidhinā yaś ca sevate
die von der Kapilā leben — wie kann das sein, Vater?‘ ‚Die Kṣatriyas und Śūdras und die Zweimalgeborenen ohne Mantra, die von der Kapilā leben — deren Entscheidung will ich sagen. Die Kapilās sind in der Welt die Besten, und unter den Kühen gelten sie als die Besten; wer sie gibt, erlangt den Himmel, und wer [ihnen] regelgerecht dient. (upajīvanti 3.Pl.; bhavet Opt.; Nom. Pl.; vakṣyāmi Fut.; matāḥ Part.; labhet Opt.)
spṛśeta kapilāṃ yas tu daṇḍena caraṇena vā; sa tena sparśamātreṇa narakāyopapadyate; mantreṇa yuñjyāt kapilāṃ mantreṇaiva pramucyate; mantrahīnaṃ tu yo yuñjyāt kṛmiyonau prasūyate; prahārahatamarmāṅgā duḥkhena ca jaḍīkṛtā
Wer aber eine Kapilā mit dem Stock oder mit dem Fuß berührt, der geht durch eben diese bloße Berührung zur Hölle. Mit Mantra soll man eine Kapilā einspannen, mit Mantra allein wird man [von Schuld] befreit; wer aber ohne Mantra [sie] einspannt, wird im Schoß eines Wurmes geboren. [Die Kuh,] an ihren Gliedern und Lebenspunkten von Schlägen getroffen und vor Schmerz betäubt, (spṛśeta Opt.; upapadyate Präs. med.; yuñjyāt Opt.; prasūyate Pass.; Part.)
padāni yāvad gaccheta tāval lokān kṛmir bhavet; yāvac ca bindavas tasyāḥ śoṇitasya kṣitiṃ gatāḥ; tāvad varṣasahasrāṇi narakaṃ pratipadyate; mantreṇa yuñjyāt kapilāṃ mantreṇa viniyojayet; mantrahīnair anuyuto majjayet tamasi prabho
so viele Schritte sie geht, so viele Welten [lang] wird er ein Wurm sein [?]; und wie viele Tropfen ihres Blutes zur Erde gefallen sind, so viele tausend Jahre geht er zur Hölle. Mit Mantra soll man eine Kapilā einspannen, mit Mantra [sie] einsetzen; wer, von Mantra-losen [Menschen] begleitet, [sie einsetzt], lässt [sich] versinken im Finstern, o Herr. (gaccheta Opt.; gatāḥ Part.; pratipadyate; viniyojayet Opt. Kaus.; anuyutaḥ Part.; majjayet Opt. Kaus.)
kapilāṃ ye 'pi jīvanti buddhimohānvitā narāḥ; te 'pi varṣasahasrāṇi patanti narake nṛpa; atha nyāyena ye viprāḥ kapilām upayuñjate; tasmiṃl loke pramodante lokāś caiṣām anāmayāḥ; vidhinā ye na kurvanti śūdrāṃs tān upadhāraya
Auch die Menschen, die von einer Kapilā leben, von Verblendung des Verstandes erfüllt, auch sie fallen tausende Jahre in die Hölle, o König. Die Brahmanen aber, die eine Kapilā regelgerecht nutzen, in jener Welt freuen sie sich, und ihre Welten sind leidfrei. Die aber, die es nicht nach Vorschrift tun — wisse, dass sie Śūdras sind.‘ (jīvanti; patanti; upayuñjate; pramodante; upadhāraya Imp.)
śukaḥ; nānāvarṇair upetānāṃ gavāṃ kiṃ munisattama; vyāsaḥ; kapilāḥ sarvavarṇeṣu variṣṭhatvam avāpnuvan; śṛṇu putra yathā goṣu variṣṭhāḥ kapilāḥ smṛtāḥ
Śuka [sprach]: ‚Was [gilt] von den Kühen, die mit mancherlei Farben versehen sind, o bester der Weisen?‘ Vyāsa [sprach]: ‚Die Kapilās erlangten unter allen Farben den Vorrang; höre, mein Sohn, wie unter den Kühen die Kapilās als die Besten gelten, (upetānām Part. Gen.; avāpnuvan; smṛtāḥ)
kapilatvaṃ ca saṃprāptāḥ pūjyāś ca satataṃ nṛṣu; agniḥ purāpacakrāma devebhya iti naḥ śrutam; devebhyo māṃ chādayata śaraṇyāḥ śaraṇaṃ gatam; ūcus tāḥ sahitās tatra svāgataṃ tava pāvaka; iha guptas tvam asmābhir na devair upalapsyase
und wie sie die Kapilā-Farbe erlangten und stets bei den Menschen zu verehren sind. Agni entwich einst vor den Göttern, so haben wir gehört; »Verbergt mich vor den Göttern, ihr Zuflucht Gebenden — [ich,] der zu [euch als] Zuflucht gekommen ist.« Diese sprachen dort vereint: »Willkommen, Pāvaka [Agni]; hier von uns verborgen, wirst du von den Göttern nicht gefunden werden.« (saṃprāptāḥ Part.; pūjyāḥ Gerundiv; apacakrāma Perf.; chādayata Imp. Kaus.; ūcuḥ Perf.; guptaḥ Part.; upalapsyase Fut. Pass.)
atha devā vivitsantaḥ pāvakaṃ paricakramuḥ; goṣu guptaṃ ca vijñāya tāḥ kṣipram upatasthire; yuṣmāsu nivasaty agnir iti gāḥ samacūcudan; prakāśyatāṃ hutavaho lokān na cchettum arhatha; evam astv ity anujñāya pāvakaṃ samadarśayan
Da suchten die Götter, [ihn] zu finden, Pāvaka ringsum auf; und, [ihn] bei den Kühen verborgen erkennend, traten sie rasch [zu ihnen] heran: »In euch wohnt Agni« — so trieben sie die Kühe an; »Der Opferträger soll offenbar gemacht werden; ihr dürft die Welten nicht abschneiden.« »So sei es«, sagten sie zu und zeigten Pāvaka. (vivitsantaḥ Desid. Part.; vijñāya Abs.; upatasthire Perf. med.; samacūcudan Aor. Kaus.; prakāśyatām Imp. Pass.; arhatha; anujñāya Abs.; samadarśayan Imperf. Kaus.)
adhigamya pāvakaṃ tuṣṭās te devāḥ sadya eva tu; agniṃ pracodayām āsuḥ kriyatāṃ goṣv anugrahaḥ; gavāṃ tu yāsāṃ gātreṣu pāvakaḥ samavasthitaḥ; kapilatvam anuprāptāḥ sarvaśreṣṭhatvam eva ca; mahāphalatvaṃ loke ca dadau tāsāṃ hutāśanaḥ
Nachdem die Götter Pāvaka erlangt hatten, zufrieden, sogleich, trieben sie Agni an: »Den Kühen soll Gunst erwiesen werden.« Von den Kühen aber, in deren Leibern Pāvaka sich niedergelassen hatte, [diese] erlangten die Kapilā-Farbe und den höchsten Rang unter allen und große Frucht[barkeit] in der Welt gab ihnen der Opferverzehrer [Agni]. (adhigamya Abs.; pracodayām āsuḥ; kriyatām Imp. Pass.; samavasthitaḥ Part.; anuprāptāḥ Part.; dadau Perf.)
tasmād dhi sarvavarṇānāṃ kapilāṃ gāṃ pradāpaya; śrotriyāya praśāntāya prayatāyāgnihotriṇe; yāvanti romāṇi bhavanti dhenvā; yugāni tāvanti punāti dātṝn; pratigrahītṝṃś ca punāti dattā
Darum lass unter allen Farben die Kapilā-Kuh schenken, an einen Śrotriya, Friedvollen, Gesammelten, Agnihotra-Halter. So viele Haare eine Kuh hat, so viele Zeitalter reinigt sie die Geber; und die Empfänger reinigt sie, wenn sie gegeben wird; (pradāpaya Imp. Kaus.; Dat. Sg.; bhavanti; punāti Präs.; dattā Part. f.)
śukaḥ; śiṣṭe tu gaur vai pratipādanena; kena varṇavibhāgena vijñeyā kapilā bhavet; vyāsaḥ; kati vā lakṣaṇāny asyā dṛṣṭāni munibhiḥ purā
Śuka [sprach]: bei einem Gebildeten aber [reinigt] die Kuh durch die Übergabe [?].‘ ‚Nach welcher Einteilung der Farben ist die Kapilā zu erkennen? Vyāsa [sprach]: Und wie viele Merkmale wurden an ihr von den Weisen einst gesehen?‘ (pratipādanena Instr.; vijñeyā Gerundiv; dṛṣṭāni Part. Pass.)
śṛṇu tāta yathā goṣu vijñeyā kapilā bhavet; netrayoḥ śṛṅgayoś caiva khureṣu vṛṣaṇeṣu ca; karṇato ghrāṇataś cāpi ṣaḍvidhāḥ kapilāḥ smṛtāḥ; eteṣāṃ lakṣaṇānāṃ tu yady ekam api dṛśyate; kapilāṃ tāṃ vijānīyād evam āhur manīṣiṇaḥ
‚Höre, Lieber, wie unter den Kühen die Kapilā zu erkennen ist: an den Augen, an den Hörnern, an den Hufen und an den Hoden, am Ohr und an der Nase — sechsfach sind die Kapilās überliefert. Wenn aber von diesen Merkmalen auch nur eines gesehen wird, so soll man sie als Kapilā erkennen; so sagen die Klugen. (śṛṇu Imp.; Lok. Pl./Du.; ṣaḍvidhāḥ; smṛtāḥ; dṛśyate Pass.; vijānīyāt Opt.; āhuḥ)
āgneyī netrakapilā khurair māheśvarī bhavet; grīvāyāṃ vaiṣṇavī jñeyā pūṣṇo ghrāṇād ajāyata; karṇatas tu vasantena svayonim abhijāyate; gāyatryāś ca vṛṣaṇayor utpattiḥ ṣaḍguṇā smṛtā; evaṃ gāvaś ca viprāś ca gāyatrī satyam eva ca
Die Agni-gehörige ist die mit kapilā-farbigen Augen; an den Hufen wird die Māheśvarī sein; am Hals ist die Vaiṣṇavī zu erkennen; von Pūṣan [entstand sie] aus der Nase; am Ohr aber wird sie durch Vasanta aus eigenem Schoß geboren [?]; und der Ursprung aus Gāyatrī an den Hoden gilt als sechsfach [?]. So sind Kühe und Brahmanen, Gāyatrī und Wahrheit, (Nom. Sg. f.; bhavet Opt.; jñeyā Gerundiv; ajāyata Imperf. med.; abhijāyate Präs. med.; smṛtā Part. f.; Nom. Pl.)
vasantaś ca suparṇaś ca ekataḥ samajāyata; netrayoḥ kapilāṃ yas tu vāhayeta duheta vā; sa pāpakarmā narake pratiṣṭhāṃ pratipadyate; narakād vipramuktas tu tiryagyoniṃ niṣevate; yadā labheta mānuṣyaṃ jātyandho jāyate naraḥ
Vasanta und Suparṇa zusammen entstanden. Wer aber eine Kapilā [mit dem Merkmal] der Augen fahren lässt oder melkt, der Übeltäter erlangt in der Hölle Standort; aus der Hölle befreit aber gelangt er in einen Tierschoß; wenn er [je] Menschsein erlangt, wird der Mann blind geboren. (samajāyata Imperf. med.; vāhayeta, duheta Opt.; pratipadyate; vipramuktaḥ Part.; labheta Opt.; jāyate Pass.)
śṛṅgayoḥ kapilāṃ yas tu vāhayeta duheta vā; tiryagyoniṃ sa labhate jāyamānaḥ punaḥ punaḥ; khureṣu kapilāṃ yas tu vāhayeta duheta vā; tamasy apāre majjeta dhanahīno narādhamaḥ; kapilāṃ vāladhāneṣu vāhayeta duheta vā
Wer eine Kapilā [mit dem Merkmal] der Hörner fahren lässt oder melkt, erlangt Tierschoß, geboren werdend, wieder und wieder. Wer eine Kapilā [mit dem Merkmal] der Hufe fahren lässt oder melkt, wird im grenzenlosen Dunkel versinken, besitzlos, der niedrigste der Menschen. Wer eine Kapilā [mit dem Merkmal] der Schwanzhaare [?] fahren lässt oder melkt, (Opt.; jāyamānaḥ Part.; Opt.; majjeta Opt. med.; Opt.)
nirāśrayaḥ sadā caiva jāyate yadi cet kṛmiḥ; varṇena kapilāṃ yas tu jānann apy upajīvati; sahasraśaḥ kṛmir bhūtvā mānuṣyaṃ prāpnuyād atha; caṇḍālaḥ pāpakarmā vā jāyate sa narādhamaḥ; ghrāṇena kapilāṃ yas tu pramādād upajīvati
ohne Halt ist er stets, und wird geboren, wenn überhaupt, als Wurm. Wer aber eine Kapilā [nach ihrer] Farbe, wissend, dennoch zum Lebensunterhalt nutzt, wird tausendfach zum Wurm geworden, dann Menschsein erlangen; ein Caṇḍāla oder ein Übeltäter wird er, der niedrigste der Menschen, geboren. Wer aber eine Kapilā [an der] Nase aus Unachtsamkeit nutzt, (jāyate; jānan Part.; bhūtvā Abs.; prāpnuyāt Opt.; jāyate; upajīvati)
so 'pi varṣasahasrāṇi tiryagyonau prajāyate; vyādhigrasto jaḍo rogī bhaven mānuṣyam āgataḥ; madhusarpiḥsugandhās tu kapilāḥ śāstrataḥ smṛtāḥ; etāḥ samupajīveta so 'pi tiryakṣu jāyate; sthāvaratvam anuprāpto yadi mānuṣyatāṃ labhet
auch der wird tausend Jahre im Tierschoß geboren; von Krankheit befallen, stumpf, siech, wird er, wenn er zum Menschsein gekommen ist. Die aber nach Honig und Ghee duftenden Kapilās gelten nach der Lehre [als solche]; wer diese [zum Unterhalt] nutzt, wird auch unter Tieren geboren; nachdem er ins Pflanzenstadium gelangt ist — wenn er Menschsein erlangt, (prajāyate; bhavet Opt.; āgataḥ Part.; smṛtāḥ Part.; upajīveta Opt. med.; anuprāptaḥ Part.; labhet Opt.)
alpāyuḥ sa bhavej jāto hīnavarṇakulodbhavaḥ; ye tu pāpā hy asūyante kapilāṃ vāhayanti ca; nirayeṣu pratiṣṭhante yāvad ābhūtasaṃplavam
wird er kurzlebig geboren, in niederen Standes- und Geschlechtsverhältnissen entstanden. Die Bösen aber, die neiden und eine Kapilā fahren lassen, werden in den Höllen bleiben bis zur Auflösung der Wesen.‘“ (bhavet Opt.; asūyante, vāhayanti; pratiṣṭhante Präs. med.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Vyāsa-Śuka-Gespräch über Gomatī und die Kapilā-Kühe). Die Sprecherangaben stehen häufig eine Zeile zu früh; Redegrenzen nach dem Sinn. Die Merkmalsangaben (netra, śṛṅga, khura, vāladhāna, ghrāṇa) sind knapp formuliert; „nach dem Merkmal der …“ ist ergänzt.

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