Kapitel 2: sudarśanākhyānam (gṛhasthena mṛtyujayaḥ)
Sudarśana, der Hausvater, besiegt durch Gastfreundschaft den Tod
Yudhiṣṭhira bittet Bhīṣma um eine Erzählung darüber, wie ein Hausvater den Tod besiegte. Bhīṣma berichtet von Sudarśana und Oghavatī, der Tochter des Königs Duryodhana aus der Ikṣvāku-Linie, die Agni zur Frau begehrt. Der Abschnitt lehrt den Vorrang der Gastfreundschaft im Hausvaterstand.
yudhiṣṭhira uvāca; pitāmaha mahāprājña sarvaśāstraviśārada; śrutaṃ me mahad ākhyānam idaṃ matimatāṃ vara
Yudhiṣṭhira sprach: Großvater, Hochweiser, du in allen Lehrbüchern Bewanderter! Diese große Erzählung habe ich von dir gehört, du Bester der Verständigen.
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
pitāmaha mahāprājña
Großvater, Hochweiser (Vok.)
sarvaśāstraviśārada
in allen Lehrschriften Bewanderter (Vok.)
śrutaṃ me mahad ākhyānam
gehört von mir die große Erzählung (Part.Pass./Instr.-Gen./Nom.-Akk.)
Sein zehnter Sohn aber war einer namens Daśāśva, Bhārata; er wurde König in Māhiṣmatī, einer, dessen Wesen der Dharma war, von wahrhaftiger Tapferkeit.
Sudurjaya, so hieß er, der Beste unter allen Waffenträgern.
Wort für Wort
sudurjaya iti khyātaḥ
Sudurjaya, so genannt (Nom./Part.Pass.)
sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ
der Beste aller Waffenträger (Gen.Pl./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Stern-Vers); nennt den Sohn Sudurjaya statt Durjaya.
ikṣvākos tu śataṃ putrā daśāśvo daśamaḥ smṛtaḥ; māhiṣmatyām abhūd rājā madirāśvas tato 'bhavat; tasya ca dyutimān nāma suvīras tasya cātmajaḥ; durjayas tasya tasyāpi duryodhana iti smṛtaḥ
Ikṣvākus hundert Söhne, Daśāśva gilt als der zehnte; in Māhiṣmatī wurde er König, von ihm stammte Madirāśva. Dessen Sohn hieß Dyutimān, Suvīra war dessen Sohn; Durjaya war dessen Sohn, und dessen Sohn gilt als Duryodhana.
Wort für Wort
ikṣvākos tu śataṃ putrā
Ikṣvākus aber hundert Söhne (Gen./Nom.)
daśāśvo daśamaḥ smṛtaḥ
Daśāśva als zehnter überliefert (Nom./Part.Pass.)
māhiṣmatyām abhūd rājā
in Māhiṣmatī wurde König (Lok./Aor.)
madirāśvas tato 'bhavat
Madirāśva danach entstand (Nom./Impf.)
tasya ca dyutimān nāma
dessen und Dyutimān namens (Gen.)
suvīras tasya cātmajaḥ
Suvīra dessen Sohn (Nom./Gen.)
durjayas tasya
Durjaya dessen (Nom./Gen.)
tasyāpi duryodhana iti smṛtaḥ
dessen auch Duryodhana, so überliefert (Gen./Part.Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Stern-Vers), die die Ahnenreihe der vorangehenden Verse zusammenfasst.
na tasya viṣaye cābhūt kṛpaṇo nāpi durgataḥ; vyādhito vā kṛśo vāpi tasmin nābhūn naraḥ kva cit
In seinem Reich gab es weder einen Elenden noch einen in Not Geratenen, noch einen Kranken oder Abgemagerten; es gab dort überhaupt keinen solchen Mann.
Ein Kranker oder in Not Geratener wurde nicht gesehen.
Wort für Wort
vyādhito durgataś caiva
ein Kranker und ein Notleidender (Nom.)
puruṣaḥ pratyadṛśyata
ein Mann wurde gesehen (Nom./Impf.Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Stern-Vers); der überlieferte Wortlaut ohne na wäre wörtlich positiv (ein Kranker und Notleidender wurde gesehen), im Zusammenhang mit 20 aber verneinend zu verstehen. [?]
yajvā vadānyo medhāvī brahmaṇyaḥ satyasaṃgaraḥ; na cāvamantā dātā ca vedavedāṅgapāragaḥ
Er war Opferer, freigebig, klug, den Brahmanen zugetan, seinem Wort treu, ein Verächter niemandes, ein Geber, der Veda und Vedāṅgas zu Ende gelernt hatte.
Wort für Wort
yajvā vadānyo medhāvī
Opferer, freigebig, klug (Nom.)
brahmaṇyaḥ satyasaṃgaraḥ
brahmanenfreundlich, an sein Versprechen gebunden (Nom.)
Sie, die im Feuerhaus des Königs fest entschlossen war zu dienen, vom väterlichen Auftrag bestellt, wollte den Feurigen zufriedenstellen. Als der Gott, der Opferverzehrer, ihre bezaubernde Gestalt sah, sprach Agni, von Manmatha, dem Liebesgott, ergriffen, und suchte sie wechselseitig zur Gattin zu gewinnen: „Liebe mich, du Makellosgliedrige, aus Verlangen, Lotosäugige! Du mit Schenkeln wie Bananenstämme, mit Blicken wie eine Gazelle, mit einem Antlitz wie der Vollmond! Wenn ich dieses herzraubende Antlitz von dir sehe, lotosblattäugig, lieblich mit spielenden Brauenranken, quält mich der Körperlose. Deine Stirn, dem Mondstreif gleich, von Haaren geschmückt; wenn ich dich sehe, mit der Blattzeichnung auf der Stirn, quält mich der Körperlose sehr. Dein Antlitz, von der Morgensonne erhitzt, mit Schweiß und aufsteigendem Schauder, mit Bimba-roten Lippen, gleich einer erblühten Lotosblume, überaus lieblich in seinem Zucken, bringt mir Freude. Deine Stimme, von einem Wall aus Zähnen umschlossen, ist gut behütet; diese Zunge von dir, einem roten Sprößling gleich, ist herzraubend. Gleichmäßig, glatt, wohlgeformt und dicht beisammen sind deine Zähne. Du, die du Zweimalgeborene [Zähne oder Brahmanen] liebst, sei gnädig, liebe mich; du bist ja glücklich begabt! Entzückend ist dein Antlitz mit den schön geschwungenen Augenwinkeln, herzraubend. Deine Brüste, dicht beisammen, Furchtsame, von Perlenketten und Schmuck geziert, gleichen reifen Bilva-Früchten, sind fest und zur Umarmung tauglich.“ Bhīṣma [sprach]: „Du mit tiefem, schönem Nabel, Schönfarbige, liebe mich!“ So vom erhabenen Feuer, als sie allein war, angesprochen, mit ein wenig zitterndem Herzen, beschämt, sagte sie das Wort: „Sind nicht bei edlen Töchtern, zumal bei Mädchen, Mutter und Vater und die Verwandten, die es sind, maßgebend bei der Hingabe? Und bei den Handgreifungs-Sprüchen und im Opfer im Feuer, mitten unter den Guten, ist für ein Mädchen, das [dort] Platz genommen hat, der Gatte die Zuflucht. Ich bin nicht mein eigener Herr, Gott; wirb bei meinem Vater um mich.“ Danach, nach nicht sehr langer Zeit, rief König Duryodhana, so heißt es, in Opfervorbereitungen geschickte Räte zusammen und sprach: „Ich werde ein Opfer darbringen; die Vorbereitungen sollen für mich getroffen werden.“ Darauf wurde sein Opfer von den besten Brahmanen fertig eingerichtet.
Wort für Wort
sā cāgniśaraṇe rājñaḥ; śuśrūṣākṛtaniścayā
und sie im Feuerhaus des Königs (Nom./Lok./Gen.) — zum Dienen fest entschlossen (Nom.)
niyuktā pitṛsaṃdeśād
bestellt auf Geheiß des Vaters (Part.Pass./Abl.)
ārirādhayiṣuḥ śikhim
zufriedenstellen wollend den Feurigen (Des.-Adj./Akk.)
tasyā manoramaṃ rūpaṃ dṛṣṭvā
ihre bezaubernde Gestalt gesehen habend (Gen./Akk./Abs.)
devo hutāśanaḥ agniḥ
der Gott, Opferverzehrer, Agni (Nom.)
manmathena samāviṣṭaḥ
von Manmatha erfüllt (Instr./Part.Pass.)
patnītve yatate mithaḥ
strebt zur Gattinschaft, gegenseitig (Lok./3.Sg.Präs. Med./Adv.)
bhaja mām anavadyāṅgi
liebe mich, Makellosgliedrige (Imp./Akk./Vok.)
kāmāt kamalalocane
aus Verlangen, Lotosäugige (Abl./Vok.)
rambhoru mṛgaśāvākṣi
Bananenschenklige, mit Rehkitzaugen (Vok.)
pūrṇacandranibhānane
mit Vollmond-gleichem Antlitz (Vok.)
tavedaṃ padmapatrākṣaṃ mukhaṃ dṛṣṭvā manoharam
dein dieses lotosblattäugige, herzraubende Antlitz gesehen habend (Gen./Akk./Abs.)
bhrūlatālalitaṃ kāntam
mit spielenden Brauenranken, lieblich (Akk.)
anaṅgo bādhate hi mām
der Körperlose quält ja mich (Nom./3.Sg.Präs. Med./Akk.)
lalāṭaṃ candralekhābhaṃ śiroruhavibhūṣitam
Stirn, mondstreifgleich, von Haaren geschmückt (Akk.)
dṛṣṭvā te patralekhāṅkam
gesehen habend dein Blattzeichen-gezeichnetes [Antlitz] (Abs./Gen.-Dat./Akk.)
anaṅgo bādhate bhṛśam
der Körperlose quält sehr (Nom./3.Sg.Präs./Adv.)
bālātapenākulitaṃ sasvedapulakodgamam
von Morgensonne erhitzt, mit Schweiß und Schauderaufkommen (Part.Pass./Akk.)
bimbādharoṣṭhaṃ vadanaṃ vibuddham iva paṅkajam
Antlitz mit bimbarotem Lippenpaar wie eine erblühte Lotosblume (Akk.)
atīva cāruvibhrāntaṃ mudam āvahate mama
überaus schön zuckend bringt Freude mir (Part./Akk./3.Sg.Präs. Med./Gen.-Dat.)
dantaprākāraniyatā vāṇī tava surakṣitā
von Zahnwall umschlossene Stimme dein gut behütet (Nom.)
tāmrapallavasaṃkāśā jihveyaṃ te manoharā
rotem Sprößling gleich diese Zunge deine herzraubend (Nom.)
samāḥ snigdhāḥ sujātāś ca sahitāś ca dvijās tava
gleichmäßig, glatt, wohlgeformt, dicht beisammen die Zähne deine (Nom.Pl.)
dvijapriye prasīdasva bhaja māṃ subhagā hy asi
Zähneliebende, sei gnädig, liebe mich, glücklich bist du ja (Vok./Imp./Imp./Nom./2.Sg.Präs.)
manojñaṃ sukṛtāpāṅgaṃ mukhaṃ tava manoharam
reizvoll, mit schönem Augenwinkel, Antlitz dein herzraubend (Nom.)
stanau te saṃhatau bhīru hārābharaṇabhūṣitau
Brüste deine dicht beisammen, Furchtsame, von Kette und Schmuck geziert (Nom.Du./Vok.)
pakvabilvapratīkāśau karkaśau saṃgamakṣamau
reifen Bilva-Früchten gleich, fest, zur Umarmung tauglich (Nom.Du.)
bhīṣmaḥ
Bhīṣma [sprach] (Nom.)
gambhīranābhisubhage bhaja māṃ varavarṇini
mit tiefem Nabel schön, liebe mich, Schönfarbige (Vok./Imp.)
saivam uktā virahite pāvakena mahātmanā
sie so angesprochen, allein, vom Feuer, dem Hochgesinnten (Part.Pass./Lok./Instr.)
īṣad ākampihṛdayā vrīḍitā vākyam abravīt
leicht mit bebendem Herzen, beschämt, sprach das Wort (Nom./Impf.)
nanu nāma kulīnānāṃ kanyakānāṃ viśeṣataḥ
sind nicht bei edlen Mädchen, besonders (Gen.Pl./Adv.)
mātā pitā prabhavataḥ pradāne bāndhavāś ca ye
Mutter und Vater sind maßgebend bei der Hingabe, und die Verwandten, die [da sind] (Nom./3.Du.Präs./Lok.)
pāṇigrahaṇamantraiś ca hute caiva vibhāvasau
und mit den Handgreifungssprüchen und im dargebrachten Feuer (Instr./Lok.)
satāṃ madhye niviṣṭāyāḥ kanyāyāḥ śaraṇaṃ patiḥ
mitten unter den Guten, für das dort sitzende Mädchen ist der Gatte Zuflucht (Gen./Part.Pass./Gen./Nom.)
sāhaṃ nātmavaśā deva pitaraṃ varayasva me
ich bin nicht mein eigener Herr, Gott; werbe um mich bei meinem Vater (Nom./Vok./Imp. Med.)
atha nāticirāt kālād rājā duryodhanaḥ kila
dann nach nicht langer Zeit König Duryodhana, so heißt es (Abl./Nom./Part.)
yajñasaṃbhāranipuṇān mantrīn āhūya coktavān
in Opfervorbereitungen geschickte Räte herbeigerufen habend und sprach (Akk./Abs./Part.Pass.)
yajñaṃ yakṣye 'ham iti vai saṃbhārāḥ saṃbhriyantu me
ein Opfer werde ich darbringen; die Vorbereitungen sollen mir getroffen werden (Fut./Nom./Imp.Pass.)
tataḥ samāhitas tasya yajño brāhmaṇasattamaiḥ
darauf wurde vorbereitet sein Opfer von den besten Brahmanen (Part.Pass./Nom./Instr.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Stern-Vers), lang und in den Sprecherwechseln uneinheitlich; „agniḥ“ und „bhīṣmaḥ“ stehen als eingeschobene Sprecherangaben mitten im Text. Einige Ausdrücke (Zähne als „Wall“, „Zweimalgeborene“) sind mehrdeutig; das Ganze ist zudem stellenweise textlich unsicher. [?]
duṣkṛtaṃ mama kiṃ nu syād bhavatāṃ vā dvijarṣabhāḥ; yena nāśaṃ jagāmāgniḥ kṛtaṃ kupuruṣeṣv iva
„Was mag mir oder euch an Untat geschehen sein, ihr Stiere unter den Brahmanen, wodurch Agni zugrunde ging, wie [es] bei schlechten Männern [geschieht]?“
Wort für Wort
duṣkṛtaṃ mama kiṃ nu syād
eine Untat von mir was wohl mag sein (Nom./Gen./Opt.)
bhavatāṃ vā dvijarṣabhāḥ
oder von euch, Stiere der Brahmanen (Gen./Vok.)
yena nāśaṃ jagāmāgniḥ
wodurch zum Untergang ging Agni (Instr./Akk./Perf.)
kṛtaṃ kupuruṣeṣv iva
getan wie bei schlechten Männern (Part.Pass./Lok.)
Der Text von 35cd ist wörtlich: „...Agni ging zugrunde, als wäre es unter schlechten Männern getan“. Die Wiedergabe ist deutend. [?]
na hy alpaṃ duṣkṛtaṃ no 'sti yenāgnir nāśam āgataḥ; bhavatāṃ vātha vā mahyaṃ tattvenaitad vimṛśyatām
„Denn keine geringe Untat ist es, die uns beiträfe, wodurch Agni zugrunde ging, sei es bei euch oder bei mir; das soll der Wahrheit gemäß erwogen werden.“
Wort für Wort
na hy alpaṃ duṣkṛtaṃ no 'sti
nicht ja gering ist eine Untat bei uns (Nom./Gen.-Lok./3.Sg.Präs.)
yenāgnir nāśam āgataḥ
wodurch Agni zum Untergang gelangte (Instr./Nom./Part.Pass.)
bhavatāṃ vātha vā mahyaṃ
bei euch oder bei mir (Gen./Dat.)
tattvenaitad vimṛśyatām
der Wahrheit gemäß dies werde erwogen (Instr./Imp.Pass.)
atha dīkṣām upetasya yajñe tasya mahātmanaḥ; āhito havanārthāya vedyām agniḥ praṇaśyata; tataḥ sa bhīto nṛpatir bhṛśaṃ pravyathitendriyaḥ; mantriṇo brāhmaṇāṃś caiva papraccha kim idaṃ bhavet; yajñe samiddho bhagavān naṣṭo me havyavāhanaḥ; saṃmantrakuśalais tais tu brāhmaṇair vedapāragaiḥ; amānuṣo vikāro 'yam iti tair eva bodhitaḥ; dharmavighnakaraṃ vīra naitat tvayy upapadyate; stūyatāṃ bhagavān vahnir brāhmaṇair vedapāragaiḥ; ṛtvigbhir mantrakuśalair gīyatāṃ vai hutāśanaḥ; atha ṛksāmayajuṣāṃ pāragair vedapāragaiḥ; vedatattvārthakuśalaiḥ stutaḥ stomapuraskṛtaiḥ; guhyeṣu nāmadheyeṣu kīrtyamāneṣu pāvakaḥ
Als nun jener Hochherzige zum Opfer geweiht war, erlosch ihm das Feuer, das auf dem Altar zum Darbringen der Spende eingesetzt worden war. Da geriet der König in Furcht, in allen Sinnen heftig erschüttert, und fragte die Minister und die Brahmanen: „Was mag das sein? Im Opfer ist mir der entzündete erhabene Opferträger [Agni] verschwunden.“ Von jenen in der Beratung kundigen, in den Veden vollendeten Brahmanen wurde er belehrt: „Übermenschlich ist diese Störung; sie hindert das Dharma, Held; dies geziemt sich nicht für dich. Der erhabene Agni soll von den in den Veden vollendeten Brahmanen gepriesen werden; von den in den Mantras kundigen Opferpriestern soll der Hutāśana [Feuerverzehrer] besungen werden.“ Da wurde er von den in Ṛg-, Sāman- und Yajusversen Vollendeten, den in den Veden Vollendeten, den in Wahrheit und Sinn der Veden Kundigen gepriesen, mit Lobgesängen voran, und als die geheimen Namen verkündet wurden, [zeigte sich] Pāvaka [der Läuternde],
Wort für Wort
atha dīkṣām upetasya yajñe tasya mahātmanaḥ
als nun jener Hochherzige im Opfer zur Weihe gelangt war (Gen. abs.)
āhito havanārthāya vedyām agniḥ praṇaśyata
das zum Darbringen eingesetzte Feuer auf dem Altar verschwand (Part. Perf. Pass./Lok./3.Sg.Impf. Med.)
tataḥ sa bhīto nṛpatir bhṛśaṃ pravyathitendriyaḥ
da der König, erschrocken, heftig in den Sinnen erschüttert (Nom.)
mantriṇo brāhmaṇāṃś caiva papraccha kim idaṃ bhavet
fragte die Minister und die Brahmanen: was mag das sein? (Akk. Pl.; 3.Sg.Perf.; Opt.)
yajñe samiddho bhagavān naṣṭo me havyavāhanaḥ
im Opfer ist mir der entzündete erhabene Opferträger verschwunden (Lok.; Nom.)
saṃmantrakuśalais tais tu brāhmaṇair vedapāragaiḥ
von jenen beratungskundigen, vedavollendeten Brahmanen (Instr. Pl.)
amānuṣo vikāro 'yam iti tair eva bodhitaḥ
„übermenschlich ist diese Störung“, so wurde er von ebendiesen belehrt (Nom.; Part. Kaus. Pass.)
dharmavighnakaraṃ vīra naitat tvayy upapadyate
das Dharma-Hindernis bewirkend, Held, dies geziemt sich nicht für dich (Nom.; Vok.; 3.Sg.Präs.)
stūyatāṃ bhagavān vahnir brāhmaṇair vedapāragaiḥ
gepriesen werden soll der erhabene Agni von vedavollendeten Brahmanen (3.Sg.Imp.Pass.)
ṛtvigbhir mantrakuśalair gīyatāṃ vai hutāśanaḥ
von mantrakundigen Opferpriestern soll der Hutāśana besungen werden (Instr. Pl.; 3.Sg.Imp.Pass.)
da, von den in Ṛg-, Sāman-, Yajusversen Vollendeten, den Vedavollendeten, den in Sinn und Wahrheit der Veden Kundigen, mit Lobgesängen an der Spitze, gepriesen (Instr. Pl.; Part. Pass.)
guhyeṣu nāmadheyeṣu kīrtyamāneṣu pāvakaḥ
als die geheimen Namen verkündet wurden, Pāvaka (Lok. abs.; Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Der Satz läuft in Einheit 40 weiter (Pāvaka … svaṃ rūpaṃ dīptimat kṛtvā). Zusatzpassage.
prāyācata nṛpaḥ śulkaṃ bhagavantaṃ vibhāvasum; nityaṃ sāṃnidhyam iha te citrabhāno bhaved iti; tam āha bhagavān agnir evam astv iti pārthivam
Der König erbat vom erhabenen Vibhāvasu [Agni] als Brautgabe: „Deine Gegenwart hier möge stets sein, Citrabhānu.“ Zu dem Fürsten sagte der erhabene Agni: „So sei es.“
Wort für Wort
prāyācata nṛpaḥ śulkaṃ
der König erbat als Brautpreis (3.Sg.Impf. Med.; Akk.)
bhagavantaṃ vibhāvasum
vom erhabenen Vibhāvasu (Akk. Sg.)
nityaṃ sāṃnidhyam iha te citrabhāno bhaved iti
„stets möge hier deine Gegenwart sein, Citrabhānu“ (Opt. 3.Sg.; Vok.)
yena yena ca tuṣyeta nityam eva tvayātithiḥ; apy ātmanaḥ pradānena na te kāryā vicāraṇā
Womit auch immer der Gast von dir stets zufriedengestellt wird, [das gib ihm], selbst durch Hingabe deiner selbst; dabei darf es für dich kein Bedenken geben.
Wort für Wort
yena yena ca tuṣyeta
und womit auch immer er zufrieden sein mag (Opt. 3.Sg.)
nityam eva tvayātithiḥ
stets, von dir, der Gast (Instr.; Nom.)
apy ātmanaḥ pradānena
selbst durch Hingabe deiner selbst (Instr.)
na te kāryā vicāraṇā
nicht ist von dir Bedenken zu hegen (Gerundiv f.)
Ergänzung „das gib ihm“ sinngemäß; der Satz ist elliptisch.
Wenn ich fortgegangen bin, Glückliche, und ebenso wenn ich zugegen bin, Makellose: Der Gast darf von dir nicht missachtet werden, wenn ich dir maßgebend bin.
Wort für Wort
niṣkrānte mayi kalyāṇi
wenn ich fortgegangen bin, Glückliche (Lok. abs.; Vok.)
tathā saṃnihite 'naghe
und ebenso wenn [ich] anwesend [bin], Makellose (Lok. abs.; Vok.)
nātithis te 'vamantavyaḥ
der Gast darf von dir nicht missachtet werden (Gerundiv)
tam abravīd oghavatī yatā mūrdhni kṛtāñjaliḥ; na me tvadvacanāt kiṃ cid akartavyaṃ kathaṃ cana
Zu ihm sprach Oghavatī, gesammelt, die Hände an der Stirn gefaltet: „Nichts, was du sagst, darf ich auf keine Weise unterlassen.“
Wort für Wort
tam abravīd oghavatī
zu ihm sprach Oghavatī (3.Sg.Impf.)
yatā mūrdhni kṛtāñjaliḥ
gesammelt, an der Stirn die Hände gefaltet (Part. f.; Lok.; Bahuvrīhi)
na me tvadvacanāt kiṃ cid
nicht [ist] mir aufgrund deines Wortes etwas (Abl.)
akartavyaṃ kathaṃ cana
zu Unterlassendes, in keiner Weise (Gerundiv)
Text yatā: gedeutet als yatā (f. Part. von yam, „beherrscht, gesammelt“); alternativ Verderbnis für yathā [?]. Zweite Hälfte wörtlich: „Für mich gibt es aufgrund deines Wortes nichts, was in keiner Weise zu tun wäre“, d. h. alles, was du sagst, tue ich.
Obgleich die Königstochter ihn so mit anderen erwünschten Dingen zu gewinnen suchte, wählte der Zweimalgeborene von ihr keine andere Gabe als die Hingabe ihrer selbst.
Wort für Wort
tathā saṃchandyamāno 'nyair
so [obwohl] bedrängt/angeboten mit anderen (Part. Pass. Kaus.)
īpsitair nṛpakanyayā
mit Erwünschtem, von der Königstochter (Instr.)
nānyam ātmapradānāt
keinen anderen als die Selbsthingabe (Abl.)
sa tasyā vavre varaṃ dvijaḥ
wählte der Zweimalgeborene von ihr als Gabe (3.Sg.Perf. Med.; Akk.)
[Sudarśana sprach:] „Die ihrem Gatten Ergebene, von wahrhaftigem Wesen, stets der Aufrichtigkeit zugetan – warum antwortet sie heute nicht, lächelnd wie sonst?“
Wort für Wort
pativratā satyaśīlā
dem Gatten Gelübde-treu, wahrhaftigen Wesens (Nom.Sg.f.)
nityaṃ ca ārjave ratā
und stets an Aufrichtigkeit erfreut (Nom.Sg.f./Lok.)
kathaṃ na pratyudeti adya
warum tritt sie heute nicht entgegen / antwortet nicht (3.Sg.Präs.)
smayamānā yathā purā
lächelnd (Part.Präs.Med.), wie früher
Die Sprecherangabe fehlt im Text; die Rede gehört nach dem Zusammenhang Sudarśana.
uṭajasthas tu taṃ vipraḥ pratyuvāca sudarśanam; atithiṃ viddhi saṃprāptaṃ pāvake brāhmaṇaṃ ca mām
Der Brahmane aber, in der Laubhütte weilend, antwortete jenem Sudarśana: „Wisse, dass ich, ein Brahmane, als Gast [zu dir] gekommen bin, o Feuer[-Gleicher].“
Wort für Wort
uṭajasthaḥ tu taṃ vipraḥ
in der Hütte befindlich aber, jenen, der Brahmane (Nom.Sg.)
pratyuvāca sudarśanam
antwortete dem Sudarśana (Perf./Akk.)
atithiṃ viddhi saṃprāptam
als Gast wisse [mich] angekommen (Imp.2.Sg./Akk.Sg.)
pāvake brāhmaṇaṃ ca mām
o Feuer / im Feuer, und mich als Brahmanen (Vok./Lok.Sg., Akk.)
pāvake ist unsicher (Vokativ ‚du Feuergleicher‘ oder Lokativ ‚im Feuer‘); Deutung [?].
anayā chandyamāno 'haṃ bhāryayā tava sattama; tais tair atithisatkārair ārjave 'syā dṛḍhaṃ manaḥ
„Von dieser deiner Gattin, o Bester der Guten, bin ich mit mancherlei Gastehrungen eingeladen worden [wörtlich: umworben]; ihr Sinn ist fest in der Aufrichtigkeit.“
Wort für Wort
anayā chandyamānaḥ aham
von dieser eingeladen/umworben ich (Instr.f., Part.Pass., Nom.)
bhāryayā tava sattama
von deiner Gattin, o Bester (Instr./Vok.)
taiḥ taiḥ atithisatkāraiḥ
mit jenen und jenen Gastehrungen (Instr.Pl.)
ārjave asyāḥ dṛḍhaṃ manaḥ
in Aufrichtigkeit ihr fest der Sinn (Lok., Gen.f., Nom.n.)
kūṭamudgarahastas tu mṛtyus taṃ vai samanvayāt; hīnapratijñam atrainaṃ vadhiṣyāmīti cintayan
Der Tod aber, eine Keule mit Hammer[-Kopf] in der Hand, folgte ihm, indem er dachte: „Hier will ich diesen, der sein Gelöbnis gebrochen hat, erschlagen.“
Wort für Wort
kūṭamudgarahastaḥ tu
einen Hammer/Keule in der Hand haltend aber (Nom.)
mṛtyuḥ taṃ vai samanvayāt
der Tod ihn wahrlich folgte (Impf.)
hīnapratijñam atra enam
den Gelöbnisbrüchigen hier, diesen (Akk.)
vadhiṣyāmi iti cintayan
ich werde erschlagen, so denkend (1.Sg.Fut., Part.Präs.)
kūṭamudgara-: Bedeutung ‚Keule/Hammer‘ nicht ganz sicher [?].
surataṃ te 'stu viprāgrya prītir hi paramā mama; gṛhasthasya hi dharmo 'gryaḥ saṃprāptātithipūjanam
„Wohl bekomme es dir, Bester der Brahmanen! Meine Freude ist höchste. Denn die höchste Pflicht des Hausvaters ist die Verehrung des angekommenen Gastes.“
Wort für Wort
surataṃ te astu viprāgrya
Wohlgefallen dir sei, o Bester der Brahmanen (Nom.n., Imp., Vok.)
prītiḥ hi paramā mama
denn Freude höchste mir (Nom.f.)
gṛhasthasya hi dharmaḥ agryaḥ
des Hausvaters denn Pflicht ist die höchste (Gen., Nom.)
saṃprāptātithipūjanam
Verehrung des angekommenen Gastes (Tatpuruṣa, Nom.n.)
surata: hier im Sinne von ‚Wohlgefallen/Behagen‘ gedeutet [?].
[Zusatzvers:] „…einer, der hier sein Gelöbnis gebrochen hat, wenn er [ungeehrt] von dem Angekommenen fortgeht [?].“
Wort für Wort
hīnapratijñam
gelöbnisbrüchig / mit verfehltem Versprechen (Akk.Sg.)
atra ekam
hier, allein (Adv., Akk.)
saṃprāptasya tu
des Angekommenen aber (Gen.)
gacchati
geht (3.Sg.Präs.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Text unklar und vermutlich verderbt (Wiederholung von hīnapratijñam aus V. 81); Übersetzung unsicher.
„Erde, Wind, Raum, Wasser und als fünftes das Licht, Erkenntnis, Selbst, Geist, Zeit und die Himmelsrichtungen – [das sind] die zehn Eigenschaften [?].“
Wort für Wort
pṛthivī vāyuḥ ākāśam
Erde, Wind, Raum (Nom.)
āpaḥ jyotiḥ ca pañcamam
Wasser und Licht als fünftes
buddhiḥ ātmā manaḥ kālaḥ
Erkenntnis, Selbst, Geist, Zeit (Nom.)
diśaḥ ca eva guṇāḥ daśa
und eben die Richtungen: zehn Eigenschaften/Bestandteile (Nom.Pl.)
dharmo 'ham asmi bhadraṃ te jijñāsārthaṃ tavānagha; prāptaḥ satyaṃ ca te jñātvā prītir me paramā tvayi
„Ich bin Dharma. Heil dir! Um dich zu prüfen, Makelloser, bin ich gekommen; und da ich deine Wahrhaftigkeit erkannt habe, ist meine Freude an dir höchste.“
Wort für Wort
dharmaḥ aham asmi bhadraṃ te
Dharma ich bin; Heil dir
jijñāsā-artham tava anagha
zum Zweck der Prüfung dein, o Makelloser (Vok.)
prāptaḥ satyaṃ ca te jñātvā
gekommen, und deine Wahrheit erkannt habend (Part., Abs.)
vijitaś ca tvayā mṛtyur yo 'yaṃ tvām anugacchati; randhrānveṣī tava sadā tvayā dhṛtyā vaśīkṛtaḥ
„Auch der Tod, der dir hier folgt, ist von dir besiegt: Er, der stets nach einer Lücke bei dir sucht, ist durch deine Standhaftigkeit unterworfen worden.“
Wort für Wort
vijitaḥ ca tvayā mṛtyuḥ
besiegt und von dir der Tod (Part.Pass., Instr.)
yaḥ ayaṃ tvām anugacchati
der, dieser, dir folgt (3.Sg.Präs.)
randhrānveṣī tava sadā
Schwachstellen-suchend bei dir stets (Nom.)
tvayā dhṛtyā vaśīkṛtaḥ
von dir durch Standhaftigkeit unterworfen (Instr., Part.Pass.)
rakṣitā tvadguṇair eṣā pativrataguṇais tathā; adhṛṣyā yad iyaṃ brūyāt tathā tan nānyathā bhavet
„Sie wird durch deine Vorzüge beschützt und ebenso durch die Vorzüge der Gattentreue; sie ist unantastbar. Was sie sagt, so wird es geschehen, nicht anders.“
Wort für Wort
rakṣitā tvadguṇaiḥ eṣā
beschützt durch deine Vorzüge, sie (Part.Pass.f., Instr.Pl.)
„Zur Hälfte wird sie unter dem Namen Oghavatī [‚Flutreiche‘] [Fluss], zur Hälfte wird sie dir mit dem Körper folgen, die Hochbeglückte; denn Yoga steht in ihrer Gewalt.“
Wort für Wort
ardhena oghavatī nāma
zur Hälfte Oghavatī mit Namen
tvām ardhena anuyāsyati
dir zur Hälfte wird folgen (Fut.)
śarīreṇa mahābhāgā
mit dem Körper, die Hochbeglückte (Instr., Nom.f.)
pañca bhūtāny atikrāntaḥ svavīryāc ca manobhavaḥ; gṛhasthadharmeṇānena kāmakrodhau ca te jitau
„Du hast die fünf Elemente überschritten und aus eigener Kraft den Geistgeborenen [die Begierde] [?]; durch diese Hausvater-Pflicht sind dir Begehren und Zorn besiegt.“
Wort für Wort
pañca bhūtāni atikrāntaḥ
die fünf Elemente überschritten habend (Part.)
svavīryāt ca manobhavaḥ
aus eigener Kraft und der Geistgeborene (Abl., Nom.)
gṛhasthadharmeṇa anena
durch diese Hausvater-Pflicht (Instr.)
kāmakrodhau ca te jitau
Begehren und Zorn dir besiegt (Dual, Part.Pass.)
manobhavaḥ (‚Geistgeborener‘, sonst Name des Liebesgottes/der Begierde) steht syntaktisch unklar; Wiedergabe [?].
sneho rāgaś ca tandrī ca moho drohaś ca kevalaḥ; tava śuśrūṣayā rājan rājaputryā vinirjitāḥ
„Zuneigung, Leidenschaft, Trägheit, Verblendung und Feindseligkeit – [sie alle] sind durch deinen Dienst, o König, und durch die Königstochter völlig überwunden.“
Wort für Wort
snehaḥ rāgaḥ ca tandrī ca
Zuneigung, Leidenschaft und Trägheit (Nom.)
mohaḥ drohaḥ ca kevalaḥ
Verblendung und Feindseligkeit, ganz (Nom.)
tava śuśrūṣayā rājan
durch deinen Dienst, o König (Instr., Vok.)
rājaputryā vinirjitāḥ
durch die Königstochter besiegt (Instr., Part.Pass.Pl.)
kevalaḥ ist grammatisch unklar (Singular); als Verstärkung ‚gänzlich‘ gedeutet [?].
bhīṣma uvāca; śuklānāṃ tu sahasreṇa vājināṃ ratham uttamam; yuktaṃ pragṛhya bhagavān vyavasāyo jagāma tam
Bhīṣma sprach: Mit tausend weißen Rossen bespannt, hatte der Erhabene [Dharma] den vorzüglichen Wagen ergriffen; Vyavasāya [die Entschlossenheit] fuhr zu ihm [?].
Wort für Wort
bhīṣmaḥ uvāca
Bhīṣma sprach
śuklānāṃ tu sahasreṇa vājinām
mit tausend weißen Rossen (Gen.Pl., Instr.)
ratham uttamam yuktaṃ pragṛhya
den besten, bespannten Wagen ergriffen habend (Abs.)
bhagavān vyavasāyaḥ jagāma tam
der Erhabene Vyavasāya ging zu ihm (Perf.)
Der Vers ist unklar; vyavasāya ‚Entschluss/Entschlossenheit‘ ist hier vermutlich als Person aufgefasst [?].
pātraṃ tv atithim āsādya śīlāḍhyaṃ yo na pūjayet; sa dattvā sukṛtaṃ tasya kṣapayeta hy anarcitaḥ
„Wer aber einen würdigen, an Charakter reichen Gast antrifft und ihn nicht ehrt, der überlässt ihm sein gutes Werk, denn ungeehrt vernichtet er [es] [?].“
Wort für Wort
pātraṃ tu atithim āsādya
einen würdigen Gast aber erreichend (Abs.)
śīlāḍhyaṃ yaḥ na pūjayet
an Charakter reich, wer nicht ehren sollte (Opt.)
saḥ dattvā sukṛtaṃ tasya
der, gebend das Verdienst, dessen
kṣapayeta hi anarcitaḥ
möge vernichten denn, ungeehrt (Opt.Med.)
Der Vers ist syntaktisch mehrdeutig (Subjekt von kṣapayeta); Wiedergabe [?].
dhanyaṃ yaśasyam āyuṣyam idam ākhyānam uttamam; bubhūṣatābhimantavyaṃ sarvaduścaritāpaham
Diese vorzügliche Erzählung bringt Reichtum, Ruhm und langes Leben; wer Gedeihen wünscht, soll sie sich vergegenwärtigen; sie beseitigt alles Fehlverhalten.
Wort für Wort
dhanyaṃ yaśasyam āyuṣyam
reichtum-, ruhm-, lebensfördernd (Nom.n.)
idam ākhyānam uttamam
diese Erzählung, vorzügliche
bubhūṣatā abhimantavyam
vom Gedeihen-Wünschenden zu vergegenwärtigen (Instr., Gerundiv)