Kapitel 17: śivasahasranāmastotra
Upamanyus Lobpreis Śivas: das Tausend-Namen-Lied, seine Herkunft, seine Namen und sein Lohn
Upamanyu trägt Kṛṣṇa das Stavarāja, den ‚König der Lobpreise‘, mit den Namen Śivas vor; das Kapitel enthält die Einleitung, die Namensliste und am Ende die Überlieferungskette und Fruchtverheißung. Zusatzverse (star) der kritischen Ausgabe stehen nur in einem Teil der Handschriften.
vāsudeva uvāca; tataḥ sa prayato bhūtvā mama tāta yudhiṣṭhira; prāñjaliḥ prāha viprarṣir nāmasaṃhāram āditaḥ
Vāsudeva sprach: Darauf, mein Lieber, Yudhiṣṭhira, sprach jener Brahmanen-Seher, gesammelt geworden und mit gefalteten Händen, [zu mir] von Anfang an die Aufzählung der Namen [Śivas].
Wort für Wort
vāsudeva uvāca
Vāsudeva sprach (Nom.; 3.Sg.Perf.)
tataḥ sa prayato bhūtvā
darauf jener, gesammelt/rein geworden (Abl.-Adv.; Nom.; Part.Perf.Pass. + Abs.)
mama tāta yudhiṣṭhira
mein Lieber, Yudhiṣṭhira (Gen.-Poss.; Vok.; Vok.)
prāñjaliḥ prāha
mit gefalteten Händen sprach er (Nom.; 3.Sg.Perf.)
viprarṣir
der Brahmanen-Seher (Nom.)
nāmasaṃhāram āditaḥ
die Zusammenstellung der Namen, von Anfang an (Akk.; Abl.-Adv.)
Upamanyu sprach: Mit den von Brahmā verkündeten, von Sehern verkündeten, aus Veda und Vedāṅgas hervorgegangenen, in allen Welten berühmten Namen will ich Sthāṇu [Śiva] preisen.
Wort für Wort
upamanyur uvāca
Upamanyu sprach (Nom.; 3.Sg.Perf.)
brahmaproktair ṛṣiproktair
von Brahmā verkündet, von Sehern verkündet (Instr.Pl.)
vedavedāṅgasaṃbhavaiḥ
aus Veda und Vedāṅgas entstanden (Instr.Pl.; Karmadhāraya/Tatpuruṣa)
sarvalokeṣu vikhyātaiḥ
in allen Welten berühmt (Lok.Pl.; Instr.Pl.)
sthāṇuṃ
Sthāṇu, den Feststehenden (Akk.Sg.)
stoṣyāmi nāmabhiḥ
will ich preisen mit den Namen (1.Sg.Fut.; Instr.Pl.)
[Mit Namen,] die von Großen verfasst, wahr, von Vollendeten [gebilligt] und alle Zwecke bewirkend sind, [und] die vom Seher Taṇḍi in Verehrung gemacht wurden, der sein Selbst dem Gott [geweiht] hat.
Wort für Wort
mahadbhir vihitaiḥ satyaiḥ
von Großen angeordnet, wahr (Instr.Pl.; Part.Perf.Pass.)
siddhaiḥ
von Vollendeten [gebilligt]/bewährt (Instr.Pl.)
sarvārthasādhakaiḥ
alle Zwecke bewirkend (Instr.Pl.; Tatpuruṣa)
ṛṣiṇā taṇḍinā
vom Seher Taṇḍi (Instr.Sg.)
bhaktyā kṛtair
in Hingabe gemacht (Instr.Sg.; Instr.Pl. Part.Perf.Pass.)
devakṛtātmanā
der sein Selbst dem Gott geweiht hat (Instr.Sg.; Bahuvrīhi) [?]
devakṛtātmanā: Deutung unsicher; alternativ ‚dessen Selbst vom Gott [geformt] ist‘.
Wie sie [von den Weisen] genannt wurden, weltberühmt, von den Munis, die die Wirklichkeit schauen: [dieser Lobpreis ist] vorzüglich, erster, zum Himmel führend, allen Wesen heilsam, glückverheißend, überall in der Welt gehört, aus der Brahma-Welt herabgebracht.
Wort für Wort
yathoktair lokavikhyātair
wie genannt, weltberühmt (Instr.Pl.)
munibhis tattvadarśibhiḥ
von Munis, die die Wahrheit schauen (Instr.Pl.)
pravaraṃ prathamaṃ svargyaṃ
vorzüglich, erster, zum Himmel führend (Akk./Nom.Sg.n.)
sarvabhūtahitaṃ śubham
allen Wesen heilsam, glückverheißend (Sg.n.)
śrutaiḥ sarvatra jagati
gehört, überall in der Welt (Instr.Pl.; Adv.; Lok.Sg.)
brahmalokāvatāritaiḥ
aus der Brahma-Welt herabgebracht (Instr.Pl.; Part.Perf.Pass.Kaus.)
Syntax der Halbverse locker; der Bezug der Instrumentale auf die ‚Namen‘ aus Vers 2 ist ergänzt.
na śakyaṃ vistarāt kṛtsnaṃ vaktuṃ śarvasya kena cit; yuktenāpi vibhūtīnām api varṣaśatair api
Nicht kann jemand Śarvas [Wesen] vollständig in der Ausführlichkeit aussprechen, selbst wenn er gesammelt ist und selbst in hundert Jahren, [nämlich] seine Machtentfaltungen.
Wort für Wort
na śakyaṃ vistarāt kṛtsnaṃ
nicht ist möglich in Ausführlichkeit vollständig (Ind.; Abl.; Akk.)
vaktuṃ śarvasya kena cit
zu sprechen [von] Śarva, durch irgendwen (Inf.; Gen.; Instr.)
anādinidhanasyāhaṃ sarvayoner mahātmanaḥ; nāmnāṃ kaṃ cit samuddeśaṃ vakṣye hy avyaktayoninaḥ
Des Anfang- und Endlosen, des Mutterschoßes von allem, des Hochgesinnten, des Unmanifesten als Ursprung: von [seinen] Namen will ich einen Teil aufzählen.
Wort für Wort
anādinidhanasyāhaṃ
des Anfang- und Endlosen; ich (Gen.; Nom.)
sarvayoner mahātmanaḥ
des Ursprungs von allem, des Hochgesinnten (Gen.)
nāmnāṃ kaṃ cit samuddeśaṃ
der Namen eine gewisse Aufzählung (Gen.Pl.; Akk.)
vakṣye hy avyaktayoninaḥ
werde ich sagen; des Unmanifesten-Ursprungs (1.Sg.Fut.; Ptk.; Gen.)
Wie der Kern des Berges das Gold ist, wie der Kern der Blüte der Honig, wie der Kern der Butter der Rahm: so ist dieser Kern [der Namen] herausgezogen.
Wort für Wort
gireḥ sāraṃ yathā hema
wie des Berges Kern das Gold (Gen.; Nom.; Ind.; Nom.)
puṣpāt sāraṃ yathā madhu
wie aus der Blüte der Kern der Honig (Abl.; Nom.; Ind.; Nom.)
ghṛtāt sāraṃ yathā maṇḍas
wie aus der Butter der Kern der Rahm (Abl.; Nom.)
tathaitat sāram uddhṛtam
so ist dieser Kern herausgezogen (Ind.; Nom.; Part.Perf.Pass.)
maṇḍa hier als Rahm/das Feinste des Schmalzes gefasst [?].
Dieses [Lied], das alle Sünde forträumt und mit den vier Veden verbunden ist, ist mit Eifer zu erlernen und von einem, der gesammelten Selbstes ist, [im Gedächtnis] zu bewahren: [es ist] besänftigend, gedeihenfördernd, Unholde vertreibend, reinigend, groß.
Wort für Wort
sarvapāpmāpaham idaṃ
alle Sünde wegnehmend, dieses (Nom.Sg.n.)
caturvedasamanvitam
mit den vier Veden verbunden (Nom.Sg.n.)
prayatnenādhigantavyaṃ
mit Anstrengung zu erlernen (Instr.; Gerundiv)
dhāryaṃ ca prayatātmanā
und zu behalten von einem Selbstbeherrschten (Gerundiv; Instr.)
Dies ist einem Ergebenen zu geben und einem, der gläubig und ein Bejaher [Theist] ist, nicht aber einem, der ungläubiger Art ist, [nicht] einem Nichtbejaher, der sich selbst nicht beherrscht.
Wort für Wort
idaṃ bhaktāya dātavyaṃ
dies einem Ergebenen zu geben (Nom.; Dat.; Gerundiv)
śraddadhānāstikāya ca
und einem Gläubigen, einem Theisten (Dat.)
nāśraddadhānarūpāya
nicht einem der Ungläubigen-Art (Neg.; Dat.)
nāstikāyājitātmane
[nicht] einem Nichtbejaher, der sein Selbst nicht bezwungen hat (Dat.; Bahuvrīhi)
yaś cābhyasūyate devaṃ bhūtātmānaṃ pinākinam; sa kṛṣṇa narakaṃ yāti saha pūrvaiḥ sahānugaiḥ
Wer aber auf den Gott, das Selbst der Wesen, den Pinākin [Bogenträger], Missgunst hegt, der geht, Kṛṣṇa, in die Hölle, zusammen mit seinen Vorfahren und seinen Nachfolgern.
Wort für Wort
yaś cābhyasūyate devaṃ
und wer dem Gott gegenüber neidisch ist (Rel.; 3.Sg.Präs.; Akk.)
bhūtātmānaṃ pinākinam
dem Selbst der Wesen, dem Pinākin (Akk.)
sa kṛṣṇa narakaṃ yāti
der, Kṛṣṇa, geht zur Hölle (Nom.; Vok.; Akk.; 3.Sg.Präs.)
saha pūrvaiḥ sahānugaiḥ
zusammen mit Vorfahren, mit Nachfolgern (Instr.Pl.)
Dies ist Meditation, dies Yoga, dies das höchste Meditationsziel, dies das Murmelgebet, dies Erkenntnis, dies das höchste Geheimnis; wer dies kennt, wird selbst in der Todesstunde zum höchsten Ziel gelangen.
Wort für Wort
idaṃ dhyānam idaṃ yogam
dies Meditation, dies Yoga (Nom.Sg.n.)
idaṃ dhyeyam anuttamam
dies das zu Meditierende, unübertroffen (Nom.Sg.n.)
idaṃ japyam idaṃ jñānaṃ
dies das zu Murmelnde, dies Erkenntnis (Nom.Sg.n.)
rahasyam idam uttamam
dies höchstes Geheimnis (Nom.Sg.n.)
idaṃ jñātvāntakāle 'pi
dies erkannt habend, selbst in der Todeszeit (Abs.; Lok.)
gacched dhi paramāṃ gatim
wird er gehen zum höchsten Ziel (Opt.3.Sg.; Ptk.; Akk.)
Seit damals ist dieser [Lobpreis] des hochgesinnten Herrn als „König der Lobpreise“ berühmt und in der Welt von den Unsterblichen verehrt; und aus der Brahma-Welt ist dieser König der Lobpreise herabgebracht worden.
Wort für Wort
tadāprabhṛti caivāyam
und seit damals dieser (Ind.; Nom.)
īśvarasya mahātmanaḥ
des Herrn, des Hochgesinnten (Gen.)
stavarājeti vikhyāto
„König der Lobpreise“, so berühmt (Nom.; Part.Perf.Pass.)
jagaty amarapūjitaḥ
in der Welt, von Unsterblichen verehrt (Lok.; Nom.)
brahmalokād ayaṃ caiva
und aus der Brahma-Welt dieser (Abl.; Nom.)
stavarājo 'vatāritaḥ
der König der Lobpreise, herabgebracht (Nom.; Part.Perf.Pass.Kaus.)
Stier, stierreich, Stiergebender, Vṛṣaparvan [?], Wegnehmer der Geschöpfe (Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (star, nur in einem Teil der Handschriften); viele Namen mehrdeutig, Deutungen teils unsicher. Die wfw-Paare fassen hier je einen Pāda zusammen.
Candrasūryagati [Weg von Mond und Sonne], Ketu [Komet/Banner], Graha [Planet], Grahapati [Herr der Planeten], Vara [Bester]; Adri [Berg], Adryālaya [Bergbewohner], Kartṛ [Macher], Mṛgabāṇārpaṇa [der den Pfeil auf das Wild richtet], Anagha [Makelloser].
Wort für Wort
candrasūryagatiḥ ketur
Weg von Mond und Sonne, Ketu (Nom.)
graho grahapatir varaḥ
Planet, Herr der Planeten, Bester (Nom.)
adrir adryālayaḥ kartā
Berg, Berg-Bewohner, Macher (Nom.)
mṛgabāṇārpaṇo 'naghaḥ
der den Pfeil auf das Wild richtet, der Makellose (Nom.)
Den Wasserkrug Tragender, Bogenträger, Pfeil in der Hand, Schädelschalen-Besitzer; Blitzträger, Śataghnī-Träger, Schwertträger, Paṭṭiśa-Träger und großer Waffenträger.
Wort für Wort
kamaṇḍaludharo dhanvī
Wasserkrug-Träger, Bogenträger (Nom.Sg.m.)
bāṇahastaḥ kapālavān
Pfeil in der Hand, Schädelschalen-Besitzer (Nom.Sg.m.)
aśanī śataghnī
Blitzträger, Śataghnī-Träger (Nom.Sg.m.)
khaḍgī paṭṭiśī ca
Schwertträger, Paṭṭiśa-Träger und (Nom.Sg.m.)
āyudhī mahān
Waffenträger, groß (Nom.Sg.m.)
Śataghnī: Waffe (etwa Keule mit Stacheln oder Wurfwaffe), unsichere Bestimmung; Paṭṭiśa: Wurfspieß/Dreizack-artige Waffe.
sruvahastaḥ surūpaś ca tejas tejaskaro nidhiḥ; uṣṇīṣī ca suvaktraś ca udagro vinatas tathā
Den Löffel [Sruva] in der Hand, Schöngestaltiger, Glanz, Glanzspender, Schatz; Turbanträger und Schönes Antlitz, der Hochragende und ebenso der Demütige.
Wort für Wort
sruvahastaḥ surūpaś ca
Opferlöffel in der Hand, schöngestaltig und (Nom.Sg.m.)
dīrghaś ca harikeśaś ca sutīrthaḥ kṛṣṇa eva ca; sṛgālarūpaḥ sarvārtho muṇḍaḥ kuṇḍī kamaṇḍaluḥ
Der Lange, der Braunhaarige, der Schöne Furtplatz, Kṛṣṇa [der Dunkle] und auch der Schakalgestaltige, Allzweck, Geschorener, Träger eines Krugs, Wasserkrug.
Wort für Wort
dīrghaś ca harikeśaś ca
lang und braunhaarig (Nom.Sg.m.)
sutīrthaḥ kṛṣṇa eva ca
schöne Furt, dunkel eben und (Nom.Sg.m.)
sṛgālarūpaḥ sarvārthaḥ
schakalgestaltig, allen Zweck erfüllend (Nom.Sg.m.)
muṇḍaḥ kuṇḍī kamaṇḍaluḥ
kahlgeschoren, Krugträger, Wasserkrug (Nom.Sg.m.)
kuṇḍī und kamaṇḍalu: Bedeutung im Kontext eines Beinamens-Kataloges unsicher.
ajaś ca mṛgarūpaś ca gandhadhārī kapardy api; ūrdhvaretā ūrdhvaliṅga ūrdhvaśāyī nabhastalaḥ
Der Ungeborene und der Antilopengestaltige, Duftträger, auch Träger des Haarknotens; Aufwärts-Samen [der Enthaltsame], Aufwärts-Phallus, Aufwärts-Liegender, Himmelsraum.
Wort für Wort
ajaś ca mṛgarūpaś ca
ungeboren und antilopengestaltig (Nom.Sg.m.)
gandhadhārī kapardy api
Duftträger, Haarknotenträger auch (Nom.Sg.m.)
ūrdhvaretā ūrdhvaliṅgaḥ
dessen Same aufwärts ist, dessen Zeichen aufwärts ist (Nom.Sg.m.)
trijaṭaś cīravāsāś ca rudraḥ senāpatir vibhuḥ; ahaścaro 'tha naktaṃ ca tigmamanyuḥ suvarcasaḥ
Der mit den drei Haarflechten, der Bastkleidträger, Rudra, Heerführer, der Allmächtige; der bei Tag Wandelnde und der bei Nacht [Wandelnde], mit scharfem Zorn, Strahlender.
Wort für Wort
trijaṭaś cīravāsāś ca
dreifach verfilzt, Bastkleid-tragend und (Nom.Sg.m.)
rudraḥ senāpatir vibhuḥ
Rudra, Heerführer, allmächtig (Nom.Sg.m.)
ahaścaro 'tha naktaṃ ca
tagwandelnd, dann nachts [wandelnd] und (Nom.Sg.m./Adv.)
Der Zeit-Yogin, der mit gewaltigem Schrei, der in allem Wohnende, der [am] Vierweg [Weilende]; Nachtwandler, Totengeister-Wandler, Geschöpfe-Wandler, der Große Herr.
Der an vielen Wesen [Reiche], der mit vielem Reichtum, der Träger von allem, der Unermessliche, Zuflucht; der Tanz Liebende, ständig Tanzende, Tänzer, der allen Tanz [Lāsya] Beherrschende.
Wort für Wort
bahubhūto bahudhanaḥ
vielfach seiend, vielen Reichtum besitzend (Nom.Sg.m.)
sarvādhāro 'mito gatiḥ
Träger von allem, unermesslich, Zuflucht (Nom.Sg.m.)
nṛtyapriyo nityanarto
tanzliebend, ständig tanzend (Nom.Sg.m.)
nartakaḥ sarvalāsakaḥ
Tänzer, Allen-Lāsya-Tänzer (Nom.Sg.m.)
bahubhūta: auch „vielgestaltig, aus vielen Wesen bestehend“; Lesart unsicher.
Der Schopfträger, Stabträger, Haarflechtenträger, Flammende, aus Gestalt Geborene, auf dem Haupt Weilende, Starke; Flötenspieler, Trommler, Tālaschläger, Zeit, Kālakaṭaṃkaṭa.
Der Ordner der Sterngestalten/Sternenkämpfe [?], Zunahme der Eigenschaften, Auflösung, Kommen [?]; Prajāpati, der die Himmelsrichtungen zu Armen hat, Aufteilung, allseitig Gesichtiger.
Wort für Wort
nakṣatravigrahavidhir
der Sterne Gestalt (-Ordnung) Anordner [?] (Nom.Sg.m.)
guṇavṛddhir layo 'gamaḥ
Zunahme der Eigenschaften, Auflösung, Kommen [?] (Nom.Sg.m.)
prajāpatir diśābāhuḥ
Herr der Geschöpfe, mit Himmelsrichtungen als Armen (Nom.Sg.m.)
vimocanaḥ suragaṇo hiraṇyakavacodbhavaḥ; meḍhrajo balacārī ca mahācārī stutas tathā
Der Befreier, die Götterschar, aus goldener Rüstung Entstandener; aus dem Geschlecht Geborener [?], Kraft-Wandler und Groß-Wandler, ebenso Gepriesener.
Wort für Wort
vimocanaḥ suragaṇo
Befreier, Götterschar (Nom.Sg.m.)
hiraṇyakavacodbhavaḥ
aus goldener Rüstung entstanden (Nom.Sg.m.)
meḍhrajo balacārī
aus dem Glied geboren [?], Kraft-Wandler (Nom.Sg.m.)
mahācārī stutas tathā
Groß-Wandler, gepriesen ebenso (Nom.Sg.m.)
meḍhraja: wörtlich „aus dem Glied geboren“; Deutung im Kontext unsicher.
tridaśas trikāladhṛk karmasarvabandhavimocanaḥ; bandhanas tv asurendrāṇāṃ yudhi śatruvināśanaḥ
Der Dreißigfache [Götter], Träger der drei Zeiten, der von allen Fesseln der Taten Befreiende; Fessel der Asura-Fürsten, Vernichter der Feinde im Kampf.
Wort für Wort
tridaśas trikāladhṛk
Gott (Dreißig), Träger der drei Zeiten (Nom.Sg.m.)
karmasarvabandhavimocanaḥ
von allen Tat-Fesseln Befreier (Nom.Sg.m.)
bandhanas tv asurendrāṇām
Fessler aber der Asura-Fürsten (Nom.Sg.m./Gen.Pl.)
Mit Strahlen des Reichtums, glanzvoll, von der Geschwindigkeit des Reichtums, von großer Kraft; geistschnell, Nachtwandler, allen Welten Glück Spendender.
Wort für Wort
vasuraśmiḥ suvarcasvī
reichtumsstrahlig, glanzvoll (Nom.Sg.m.)
vasuvego mahābalaḥ
reichtumsschnell, sehr stark (Nom.Sg.m.)
manovego niśācāraḥ
geistschnell, nachtwandelnd (Nom.Sg.m.)
sarvalokasukhapradaḥ
allen Welten Glück gebend (Nom.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.
munir ātmapatir loke saṃbhojyaś ca sahasradaḥ; pakṣī ca pakṣirūpī ca atidīpto viśāṃ patiḥ
Der Weise, Herr des Selbst in der Welt, der gut zu Speisende [Bewirtete], Tausendgeber; Vogel und Vogelgestaltiger, sehr Leuchtender, Herr der Menschen [Stämme].
Wort für Wort
munir ātmapatir loke
Weiser, Herr des Selbst in der Welt (Nom.Sg.m./Lok.)
saṃbhojyaś ca sahasradaḥ
gemeinsam zu Speisender, tausendgebend (Nom.Sg.m.)
pakṣī ca pakṣirūpī ca
Vogel und vogelgestaltig (Nom.Sg.m.)
atidīpto viśāṃ patiḥ
überaus leuchtend, Herr der Stämme (Nom.Sg.m./Gen.Pl.)
unmādo madanākāro arthārthakararomaśaḥ; vāmadevaś ca vāmaś ca prāgdakṣiṇyaś ca vāmanaḥ
Der Rasende, mit der Gestalt des Liebesgottes, Zweck-und-Nichtzweck-Schaffender, mit Körperhaaren [?]; Vāmadeva und der Linke, Der Rechte im Osten [?] und der Zwerg.
Wort für Wort
unmādo madanākāro
Wahnsinn, Liebesgott-gestaltig (Nom.Sg.m.)
arthārthakararomaśaḥ
Zweck-Zweck-Schaffer, haarig [?] (Nom.Sg.m.)
vāmadevaś ca vāmaś ca
Vāmadeva und schön/links (Nom.Sg.m.)
prāgdakṣiṇyaś ca vāmanaḥ
östlich-rechts [?] und Zwerg (Nom.Sg.m.)
arthārthakararomaśa und prāgdakṣiṇya: verderbt oder unklar.
siddhayogāpahārī ca siddhaḥ sarvārthasādhakaḥ; bhikṣuś ca bhikṣurūpaś ca viṣāṇī mṛdur avyayaḥ
Der die Yoga-Vollendungen Wegnehmende [?], Vollendeter, alle Zwecke Vollbringender; Bettelmönch und Bettelmönchgestaltiger, Gehörnter, Sanfter, Unvergänglicher.
Die Jahreszeit, der Schöpfer der Jahreszeiten, die Zeit, der Süße, der Honigbereiter, der Unbewegliche; der zu den Bäumen Gehörige, der Sohn des Vājasena [?], stets von den Einsiedeleien Verehrte.
Wort für Wort
ṛtur ṛtukaraḥ
Jahreszeit, Schöpfer der Jahreszeiten (Nom.Sg.m.; Komp.)
kālo madhur
Zeit, der Süße/Frühling (Nom.Sg.m.)
madhukaro 'calaḥ
Honigbereiter, der Unbewegliche (Nom.Sg.m.)
vānaspatyo vājaseno
der zu den Bäumen Gehörige, der Vājasena (Nom.Sg.m.)
nityam āśramapūjitaḥ
stets von den Einsiedeleien Verehrte (Adv.; Nom.Sg.m., Part.Pass.)
Der Brahmacārin, der in den Welten Wandelnde, der überall Wandelnde, der den guten Wandel Kennende; der Herrscher, der Herr, die Zeit, der bei Nacht Wandelnde, der Träger des Pināka-Bogens.
Wort für Wort
brahmacārī lokacārī
Brahmacārin, in den Welten Wandelnder (Nom.Sg.m.)
sarvacārī sucāravit
überall Wandelnder, Kenner des guten Wandels (Nom.Sg.m.)
Der im Anlass Stehende, der Anlass, der Erfreuer, der Freude Schaffende, der Hari.
Wort für Wort
nimittastho
im Anlass Stehender (Nom.Sg.m.)
nimittaṃ ca
und Anlass (Nom.Sg.n.)
nandir
Erfreuer (Nom.Sg.m.)
nandikaro
Freude-Schaffender (Nom.Sg.m.)
hariḥ
Hari, der Braungelbe (Nom.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).
nandīśvaraś ca nandī ca nandano nandivardhanaḥ; bhagasyākṣinihantā ca kālo brahmavidāṃ varaḥ
Der Herr der Nandin-Schar, Nandin, der Erfreuende, der Freude Mehrende; der Zerstörer des Auges des Bhaga, die Zeit, der Beste unter den Brahmankennern.
Wort für Wort
nandīśvaraś ca nandī ca
Herr des Nandin, und Nandin (Nom.Sg.m.)
nandano nandivardhanaḥ
Erfreuender, Freude-Mehrer (Nom.Sg.m.)
bhagasyākṣinihantā ca
und Zerstörer des Auges des Bhaga (Nom.Sg.m.; Gen.Sg.)
Der Vierköpfige, der mit dem großen Liṅga, der mit dem schönen Liṅga ebenso; der Aufseher über das Liṅga, der Aufseher über die Götter, der Aufseher über die Welten, der das Weltzeitalter Tragende.
Wort für Wort
caturmukho
Vierköpfiger (Nom.Sg.m.)
mahāliṅgaś cāruliṅgas
mit großem Liṅga, mit schönem Liṅga (Nom.Sg.m.; Bahuvrīhi)
tathaiva ca
und ebenso (Adv.)
liṅgādhyakṣaḥ surādhyakṣo
Aufseher über das Liṅga, Aufseher über die Götter (Nom.Sg.m.)
lokādhyakṣo yugāvahaḥ
Aufseher über die Welten, Zeitalter-Tragender (Nom.Sg.m.)
bījādhyakṣo bījakartā adhyātmānugato balaḥ; itihāsakaraḥ kalpo gautamo 'tha jaleśvaraḥ
Der Aufseher über den Samen, der Schöpfer des Samens, der dem Selbst [Ātman] Zugewandte, der Kraftvolle; der Verfasser der Itihāsa, der Kalpa [Weltperiode/Ritual], Gautama, dann der Herr der Wasser.
Wort für Wort
bījādhyakṣo bījakartā
Aufseher über den Samen, Samen-Schöpfer (Nom.Sg.m.)
adhyātmānugato balaḥ
dem Selbst Folgender/Zugewandter, Kraft/Bala (Nom.Sg.m.)
Der Prahler, der Nicht-Prahler, der Vaidambha [?], der Unterwerfbare, der Unterwerfende, der Seher; der Schöpfer der Welten, der Herr der Tiere, der große Schöpfer, das große Heilkraut.
Wort für Wort
dambho hy adambho
Prahler, ja Nicht-Prahler (Nom.Sg.m.)
vaidambho
Vaidambha [?] (Nom.Sg.m.)
vaśyo vaśyakaraḥ kaviḥ
Unterwerfbarer, Unterwerfender, Seher (Nom.Sg.m.)
lokakartā paśupatir
Weltenschöpfer, Herr der Tiere (Nom.Sg.m.)
mahākartā mahauṣadhiḥ
großer Schöpfer, großes Heilkraut (Nom.Sg.m./f.)
vaidambha unsicher (evtl. zu dambha 'Betrug/Prahlerei' gehörig).
Der mit dem Vajra in der Hand, der Stützende, der Camūru [?] und ebenso der Dieb.
Wort für Wort
vajrahastaḥ
Vajra in der Hand habend (Nom.Sg.m.)
pratiṣṭambhī
Stützender/Hemmender (Nom.Sg.m.)
camūruḥ
Camūru [?] (Nom.Sg.m.)
stena eva ca
und ebenso Dieb (Nom.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; camūru unklar (Name eines Hirschs / Truppenführer?).
bahuprasādaḥ svapano darpaṇo 'tha tv amitrajit; vedakāraḥ sūtrakāro vidvān samaramardanaḥ
Der reich an Gnade, der Schlafende [?], der Spiegel, dann der Besieger der Feinde; der Veda-Verfasser, der Sūtra-Verfasser, der Wissende, der Vernichter in der Schlacht.
mahāmeghanivāsī ca mahāghoro vaśīkaraḥ; agnijvālo mahājvālo atidhūmro huto haviḥ
Der in den großen Wolken Wohnende, der sehr Schreckliche, der Bezwinger; der mit der Flamme des Feuers, der mit großer Flamme, der sehr Rauchfarbene, der Geopferte, die Opfergabe.
vṛṣaṇaḥ śaṃkaro nityo varcasvī dhūmaketanaḥ; nīlas tathāṅgalubdhaś ca śobhano niravagrahaḥ
Der Stier [Männliche], Śaṃkara, der Ewige, der Glanzvolle, der Rauch als Banner Tragende; der Dunkelblaue, dann der nicht an Körper Haftende, der Prächtige, der Ungehemmte.
Wort für Wort
vṛṣaṇaḥ śaṃkaro nityo
Stier, Śaṃkara, Ewiger (Nom.Sg.m.)
varcasvī
Glanzvoller (Nom.Sg.m.)
dhūmaketanaḥ
mit Rauch als Banner (Nom.Sg.m.)
nīlas tathāṅgalubdhaś ca
Dunkelblauer, ebenso an Gliedern nicht Gierender [?] (Nom.Sg.m.)
svastidaḥ svastibhāvaś ca bhāgī bhāgakaro laghuḥ; utsaṅgaś ca mahāṅgaś ca mahāgarbhaḥ paro yuvā
Der Wohlergehen Gebende, dessen Wesen Wohlergehen ist, der Anteilhabende, der Anteil Zuteilende, der Leichte; der Emporgehobene, der Großgliedrige, der mit großem Schoß, der Höchste, der Junge.
Wort für Wort
svastidaḥ svastibhāvaś ca
Wohlergehen-Geber, dessen Wesen Wohlergehen ist (Nom.Sg.m.)
Der Großköpfige, der Großmaßige, der Großäugige, der Wohnstatt der Himmelsrichtungen; der Großzahnige, der Großohrige, der mit großem Glied, der Großkinnige.
Der Großnasige, der mit großer Muschel [Hals], der Großhalsige, der den Leichenverbrennungsplatz Tragende; der Großbrüstige, der Großbrustige, das innere Selbst, der im Wild Wohnende.
Wort für Wort
mahānāso mahākambur
Großnasiger, mit großer Muschel/Nacken (Nom.Sg.m.)
mahānakho mahāromā mahākeśo mahājaṭaḥ; asapatnaḥ prasādaś ca pratyayo girisādhanaḥ
Der Großnagelige, der Großhaarige, der mit großem Haupthaar, der mit großer Flechtenlocke; der Rivalenlose, die Gnade, das Vertrauen, der Bergbezwinger [?].
Wort für Wort
mahānakho mahāromā
Großnägeliger, Großhaariger (Nom.Sg.m.)
mahākeśo mahājaṭaḥ
mit großem Haupthaar, mit großer Flechtenlocke (Nom.Sg.m.)
snehano 'snehanaś caiva ajitaś ca mahāmuniḥ; vṛkṣākāro vṛkṣaketur analo vāyuvāhanaḥ
Der Zärtliche, der Nicht-Zärtliche, der Unbesiegte, der große Weise; der Baumgestaltige, der Baum als Banner Habende, das Feuer, der Wind als Gefährt Habende.
maṇḍalī merudhāmā ca devadānavadarpahā; atharvaśīrṣaḥ sāmāsya ṛksahasrāmitekṣaṇaḥ
Der Kreisförmige, der auf dem Meru Wohnende, der Vernichter des Hochmuts der Götter und Dānavas; der Atharva-Häuptige, der mit dem Sāman als Mund, der mit tausend Ṛc-Versen als Augen [?].
Wort für Wort
maṇḍalī merudhāmā ca
Kreisförmiger, auf dem Meru wohnend (Nom.Sg.m.)
devadānavadarpahā
Hochmut-Vernichter der Götter und Dānavas (Nom.Sg.m.)
atharvaśīrṣaḥ
Atharva-Häuptiger (Nom.Sg.m.)
sāmāsya
mit Sāman als Mund (Nom.Sg.m.)
ṛksahasrāmitekṣaṇaḥ
mit tausend und unermesslichen Ṛc-Augen [?] (Nom.Sg.m.)
Der letzte Komplex (ṛksahasrāmitekṣaṇa) ist syntaktisch mehrdeutig: 'mit Ṛc-Tausenden und unermesslichen Augen'.
yajuḥpādabhujo guhyaḥ prakāśo jaṅgamas tathā; amoghārthaḥ prasādaś ca abhigamyaḥ sudarśanaḥ
Der mit dem Yajus als Füßen und Armen, der Verborgene, das Licht, der Bewegliche ebenso; der mit unfehlbarem Ziel, die Gnade, der Erreichbare, der Schönanzusehende.
Der Gabenliebende, Śarva, der Goldene, der Goldglänzende, der Feste; der Nabel, der Freude Schaffende, der zu Bedenkende, der Herr des Lotusstandes [?], der Feste.
Wort für Wort
upahārapriyaḥ śarvaḥ
Gabenliebender, Śarva (Nom.Sg.m.)
kanakaḥ kāñcanaḥ sthiraḥ
Goldener, Goldglänzender, Fester (Nom.Sg.m.)
nābhir nandikaro
Nabel, Freude-Schaffender (Nom.Sg.m.)
bhāvyaḥ
zu Bedenkender/Künftiger (Nom.Sg.m., Gerundiv)
puṣkarasthapatiḥ sthiraḥ
Herr der Lotus-Stätte [?], Fester (Nom.Sg.m.)
puṣkarasthapati unsicher (Herr des Puṣkara-Ortes / Baumeister des Lotus?).
dvādaśas trāsanaś cādyo yajño yajñasamāhitaḥ; naktaṃ kaliś ca kālaś ca makaraḥ kālapūjitaḥ
Der Zwölfte, der Schrecker, der Erste, das Opfer, der im Opfer Gesammelte; die Nacht, der Streit, die Zeit, das Meerungeheuer, der von der Zeit Verehrte.
sagaṇo gaṇakāraś ca bhūtabhāvanasārathiḥ; bhasmaśāyī bhasmagoptā bhasmabhūtas tarur gaṇaḥ
Der mit Gefolge, der Schar-Bildner, der Lenker der Wesen-Wagen [?]; der auf Asche Liegende, der Aschebewahrer, der zu Asche Gewordene, der Baum, die Schar.
Der Scharlose, ferner der Verschwindende [Lopa], der große Ātman, der von allen Verehrte; der Pfahl, der Dreipfahl, der Vollendete, der Reine, der von den Wesen Bediente.
Der in der Einsiedelei Weilende, der auf der Taube Stehende [?], der Allschöpfer, der Herr, der Beste; der Śākha, der Viśākha, der mit kupferroten Lippen, der Wasserreiche [?], der fest Entschlossene.
Wort für Wort
āśramasthaḥ kapotastho
in der Einsiedelei weilend, auf der Taube stehend [?] (Nom.Sg.m.)
Der Rotbraune, der Nicht-Rotbraune, der Held, das Leben ebenso, der Höhere, der Niedrigere; der Gandharva, ja Aditi, Tārkṣya, der leicht zu Erkennende, der gute Wagenlenker.
Wort für Wort
kapilo 'kapilaḥ śūra
Rotbrauner, Nicht-Rotbrauner, Held (Nom.Sg.m.)
āyuś caiva
und Leben (Nom.Sg.n.)
paro 'paraḥ
Höherer, Niedrigerer (Nom.Sg.m.)
gandharvo hy aditis
Gandharva, ja Aditi (Nom.Sg.m./f.)
tārkṣyaḥ suvijñeyaḥ susārathiḥ
Tārkṣya, gut Erkennbarer, guter Wagenlenker (Nom.Sg.m.)
paraśvadhāyudho deva arthakārī subāndhavaḥ; tumbavīṇī mahākopa ūrdhvaretā jaleśayaḥ
Der mit der Axt als Waffe, der Gott, der Nutzen Schaffende, der gute Verwandte; der Tumbavīṇā-Spieler, der sehr Zornige, der Aufwärts-Zeugende, der im Wasser Liegende.
Wort für Wort
paraśvadhāyudho deva
Axt-Bewaffneter, Gott (Nom.Sg.m.; Vok./Nom.)
arthakārī subāndhavaḥ
Nutzen-Schaffer, guter Verwandter (Nom.Sg.m.)
tumbavīṇī
Tumbavīṇā-Spieler (Nom.Sg.m.)
mahākopa
sehr Zorniger (Nom.Sg.m.)
ūrdhvaretā jaleśayaḥ
mit aufwärts gerichtetem Samen, im Wasser Liegender (Nom.Sg.m.)
ugro vaṃśakaro vaṃśo vaṃśanādo hy aninditaḥ; sarvāṅgarūpo māyāvī suhṛdo hy anilo 'nalaḥ
Der Schreckliche, der Geschlechter-Begründer, das Geschlecht [Bambus], der mit Bambusflöten-Klang, der Untadelige; der mit allgliedriger Gestalt, der Māyā-Kundige, der Freund, ja Wind, Feuer.
Wort für Wort
ugro vaṃśakaro
Schrecklicher, Geschlechter-Schöpfer (Nom.Sg.m.)
vaṃśo vaṃśanādo
Geschlecht/Bambus, mit Flötenklang (Nom.Sg.m.)
hy aninditaḥ
ja Untadeliger (Nom.Sg.m.)
sarvāṅgarūpo māyāvī
allgliedrige Gestalt, Māyā-Kundiger (Nom.Sg.m.)
suhṛdo hy anilo 'nalaḥ
Freund, ja Wind, Feuer (Nom.Sg.m.)
suhṛdaḥ als Nom. Sg. (Sandhi suhṛdo); Sing. suhṛd.
bandhano bandhakartā ca subandhanavimocanaḥ; sa yajñāriḥ sa kāmārir mahādaṃṣṭro mahāyudhaḥ
Der Fesselnde, der Fessel-Macher, der aus guten Fesseln Befreiende; er, der Feind des Opfers, er, der Feind des Begehrens, der Großhauer, der Großwaffige.
ratitīrthaś ca vāgmī ca sarvakāmaguṇāvahaḥ; padmagarbho mahāgarbhaś candravaktro manoramaḥ
Der Freuden-Tīrtha, der Redekundige, der alle Wünsche und Vorzüge Herbeiführende; der Lotus-Schoß, der Großschoß, der mit Mondgesicht, der Herzerfreuende.
Wort für Wort
ratitīrthaś ca vāgmī ca
Tīrtha der Lust und Redekundiger (Nom.Sg.m.)
sarvakāmaguṇāvahaḥ
alle Wünsche und Vorzüge Herbeiführender (Nom.Sg.m.)
balavāṃś copaśāntaś ca purāṇaḥ puṇyacañcurī; kurukartā kālarūpī kurubhūto maheśvaraḥ
Der Kraftvolle und der Beruhigte, der Uralte, der Puṇyacañcurī [?]; der Kuru-Schöpfer, der die Gestalt der Zeit Habende, der zum Kuru Gewordene, der Große Herr.
sarvāśayo darbhaśāyī sarveṣāṃ prāṇināṃ patiḥ; devadevamukho 'saktaḥ sad asat sarvaratnavit
[Er ist] der in allem Ruhende, der auf Darbha-Gras Liegende, der Herr aller Lebewesen; das Antlitz der Götter der Götter, der Ungebundene, Seiendes und Nichtseiendes, Kenner aller Kleinode.
Wort für Wort
sarvāśayaḥ
der in allem Ruhende / Sitz von allem (Nom.Sg.m., Kompositum)
darbhaśāyī
der auf Darbha-Gras Liegende (Nom.Sg.m.)
sarveṣāṃ prāṇinām patiḥ
Herr aller Lebewesen (Gen.Pl. / Nom.Sg.)
devadevamukhaḥ
Antlitz/Mund des Gottes der Götter (Nom.Sg.m., Kompositum)
Der auf dem Gipfel des Kailāsa Wohnende, der beim Himavat-Gebirge Zuflucht Nehmende, der Ufer Wegnehmende, der Ufer Schaffende, der vieler Wissenschaften Kundige, der viel Gebende.
Wort für Wort
kailāsaśikharāvāsī
der auf dem Kailāsa-Gipfel Wohnende (Nom.Sg.m.)
himavadgirisaṃśrayaḥ
der beim Himavat-Berg Zuflucht Habende (Nom.Sg.m.)
Der Kaufmann, der Mehrende, der Baum, der Mungo, der Sandelbaum, die schützende Hülle [?]; der mit kräftigem Nacken, der mit großem Schlüsselbein, der Unbewegte [oder: Unbegehrliche] und das große Heilkraut.
Wort für Wort
vaṇijaḥ
Kaufmann (Nom.Sg.m.)
vardhanaḥ vṛkṣaḥ
der Mehrende, Baum (Nom.Sg.m.)
nakulaḥ candanaḥ
Mungo, Sandelbaum (Nom.Sg.m.)
chadaḥ
Hülle/Blätterdach (Nom.Sg.m.)
sāragrīvaḥ
der mit kräftigem Nacken (Nom.Sg.m.)
mahājatruḥ
der mit großem Schlüsselbein (Nom.Sg.m.)
alolaḥ ca mahauṣadhaḥ
der Unbewegte/Unbegehrliche und das große Heilkraut (Nom.Sg.m.)
Der Herr der Lebenshauche, der Bindende [?], der Baum, der Mungo und der Bergbewohner [?]; der mit kurzem Nacken, der mit großen Knien, der Unbewegte und das große Heilmittel.
Wort für Wort
prāṇeśaḥ
Herr der Lebenshauche (Nom.Sg.m.)
bandhakī vṛkṣaḥ
der Bindende [?], Baum (Nom.Sg.m.)
nakulaḥ ca
und der Mungo (Nom.Sg.m.)
ādrikaḥ tathā
ebenso der Bergbewohner [?] (Nom.Sg.m.)
hrasvagrīvaḥ
der Kurzhalsige (Nom.Sg.m.)
mahājānuḥ
der mit großen Knien (Nom.Sg.m.)
alolaḥ ca mahauṣadhiḥ
der Unbewegte und das große Heilkraut (Nom.Sg.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, Text teils unsicher.
Der Erfolg Schaffende, der Zielerfüllung [selbst], der, dem die Metrik und die Grammatik nachgeordnet sind; der Löwengebrüll [Habende], der mit Löwenzähnen, der auf dem Löwen Gehende, der Löwe als Reittier Habende.
Wort für Wort
siddhārthakārī
der Zweckerfüllung Bewirkende (Nom.Sg.m.)
siddhārthaḥ
der Zweckerfüllte (Nom.Sg.m.)
chandovyākaraṇottaraḥ
dem Metrik und Grammatik nachfolgen [?] / der über Metrik und Grammatik Hinausliegende (Nom.Sg.m.)
siṃhanādaḥ
Löwenbrüller (Nom.Sg.m.)
siṃhadaṃṣṭraḥ
der Löwenzähnige (Nom.Sg.m.)
siṃhagaḥ siṃhavāhanaḥ
der auf dem Löwen Gehende, der Löwe als Reittier Habende (Nom.Sg.m.)
Der Selbst der Macht, die Zeit der Welt, die Fächerpalme, der Welt Heil [Bringende], der Baum; der Sāraṅga [Hirsch/Bogen], der mit neuen Rädern am Leib [?], der Bannerkranz-Träger, der mit Wohlbefinden [?].
Wort für Wort
prabhāvātmā
dessen Wesen Macht ist (Nom.Sg.m.)
jagatkālaḥ
Zeit der Welt (Nom.Sg.m.)
tālaḥ
Fächerpalme (Nom.Sg.m.)
lokahitaḥ taruḥ
der der Welt Heilsame, Baum (Nom.Sg.m.)
sāraṅgaḥ
der Gefleckte/Sāraṅga (Nom.Sg.m.)
navacakrāṅgaḥ
der mit neuen Rädern an den Gliedern [?] (Nom.Sg.m.)
ketumālī sabhāvanaḥ
der Bannerkranz-Träger, der mit Versammlungshain/Wohlsein [?] (Nom.Sg.m.)
Die Wohnstatt der Wesen, der Herr der Wesen, Tag und Nacht, der Schmutz [und] der Makellose; der Reichtum Tragende, das Selbst aller Wesen, der Unbewegliche, der gut Wissende, der Erwachte; der Nicht-Freund aller Wesen [?], der Unbewegte, der das Bewegliche Kennende, der Weise.
Wort für Wort
bhūtālayaḥ bhūtapatiḥ
Wohnstatt der Wesen, Herr der Wesen (Nom.Sg.m.)
ahorātraḥ malaḥ amalaḥ
Tag und Nacht, Schmutz, der Makellose (Nom.Sg.m.)
vasubhṛt sarvabhūtātmā
Reichtumsträger, Selbst aller Wesen (Nom.Sg.m.)
niścalaḥ suvidiḥ budhaḥ
der Unbewegliche, gut Wissende, Erwachte (Nom.Sg.m.)
asuhṛt sarvabhūtānām
Nicht-Freund [?] aller Wesen (Nom.Sg.m. / Gen.Pl.)
niścalaḥ calavit budhaḥ
der Unbewegte, Kenner des Beweglichen, Weise (Nom.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; Text und Sinn von asuhṛt unsicher.
amoghaḥ saṃyato hy aśvo bhojanaḥ prāṇadhāraṇaḥ; dhṛtimān matimān dakṣaḥ satkṛtaś ca yugādhipaḥ
Der Unfehlbare, der Bezähmte, ja das Ross, der Speisende, der die Lebenshauche Haltende; der Standhafte, der Verständige, der Geschickte, der Geehrte und der Herr der Weltzeitalter.
Wort für Wort
amoghaḥ saṃyataḥ
der Unfehlbare, der Bezähmte (Nom.Sg.m.)
hi aśvaḥ
ja, das Ross (Nom.Sg.m.)
bhojanaḥ prāṇadhāraṇaḥ
der Genießende, der die Lebenshauche Erhaltende (Nom.Sg.m.)
gopālir gopatir grāmo gocarmavasano haraḥ; hiraṇyabāhuś ca tathā guhāpālaḥ praveśinām
Der Rinderhirten-Sprössling [?], der Herr der Kühe, das Dorf, der in Rindshaut Gekleidete, Hara; und der mit goldenen Armen, der Höhlenhüter der Eintretenden.
Wort für Wort
gopāliḥ gopatiḥ
Hirte, Herr der Kühe (Nom.Sg.m.)
grāmaḥ
Dorf/Gemeinschaft (Nom.Sg.m.)
gocarmavasanaḥ
in Rindshaut gekleidet (Nom.Sg.m.)
haraḥ
Hara, der Raffende (Nom.Sg.m.)
hiraṇyabāhuḥ ca tathā
und ebenso der Goldarmige (Nom.Sg.m.)
guhāpālaḥ praveśinām
Hüter der Höhle [für] die Eintretenden (Nom.Sg.m. / Gen.Pl.)
pratiṣṭhāyī mahāharṣo jitakāmo jitendriyaḥ; gandhāraś ca surālaś ca tapaḥkarmaratir dhanuḥ
Der Feststehende, die große Freude, der Bezwinger der Begierden, der Sinnenbezwinger; Gāndhāra [Ton] und der Fülle Habende [?], der an Askese und Werk sich Erfreuende, der Bogen.
Wort für Wort
pratiṣṭhāyī
Feststehender (Nom.Sg.m.)
mahāharṣaḥ
große Freude (Nom.Sg.m.)
jitakāmaḥ jitendriyaḥ
der Begierden-, der Sinnenbezwinger (Nom.Sg.m.)
gāndhāraḥ ca surālaḥ ca
Gāndhāra [Ton] und der Sehr-Gewundene [?] (Nom.Sg.m.)
mahāgīto mahānṛtto hy apsarogaṇasevitaḥ; mahāketur dhanur dhātur naikasānucaraś calaḥ
Der Großes Singende, der groß Tanzende, ja von Apsaras-Scharen Bediente; der mit großem Banner, der Bogen, der Erhalter, der mit nicht nur einem Gefolge, der Bewegliche.
Wort für Wort
mahāgītaḥ mahānṛttaḥ
der groß Singende, groß Tanzende (Nom.Sg.m.)
hi apsarogaṇasevitaḥ
ja, von Apsaras-Scharen bedient (Nom.Sg.m., PPP)
mahāketuḥ
der mit großem Banner (Nom.Sg.m.)
dhanuḥ dhātuḥ
Bogen, Element/Stifter (Nom.Sg.n. / Nom.Sg.m.)
na ekasānucaraḥ
der mit mehr als einem Gefolge, dessen Begleiter viele sind (Nom.Sg.m.)
Der zu Meldende [?], der Ergriffene [Besessenheit], der allen Wohlgeruch und Wohlsein Bringende; das Tor(bogen), der Hinüberführer, der Wind, und er läuft dahin, an einem Ort [?].
Wort für Wort
āvedanīyaḥ āveśaḥ
der Anzumeldende [?], das Ergreifen/Eindringen (Nom.Sg.m.)
sarvagandhasukhāvahaḥ
der allen Duft und alle Freude Bringende (Nom.Sg.m.)
toraṇaḥ tāraṇaḥ
Torbogen, Hinüberführender (Nom.Sg.m.)
vāyuḥ
Wind (Nom.Sg.m.)
paridhāvati
läuft umher (3.Sg.Präs.)
ca ekataḥ
und von einer Seite / an einem Ort [?] (Abl.-Adv.)
saṃyogo vardhano vṛddho mahāvṛddho gaṇādhipaḥ; nitya ātmasahāyaś ca devāsurapatiḥ patiḥ
Die Verbindung, der Mehrende, der Gealterte, der große Alte, der Herr der Scharen; der Ewige, der sich selbst zum Helfer Habende, der Herr der Götter und Asuras, der Herr.
Wort für Wort
saṃyogaḥ vardhanaḥ
Verbindung, Mehrender (Nom.Sg.m.)
vṛddhaḥ mahāvṛddhaḥ
der Alte, der große Alte (Nom.Sg.m.)
gaṇādhipaḥ
Herr der Scharen (Nom.Sg.m.)
nityaḥ ātmasahāyaḥ ca
der Ewige und der sich selbst zum Beistand Habende (Nom.Sg.m.)
yuktaś ca yuktabāhuś ca dvividhaś ca suparvaṇaḥ; āṣāḍhaś ca suṣāḍhaś ca dhruvo harihaṇo haraḥ
Der Gejochte [Gesammelte] und der mit gejochten Armen, der Zweifache, der mit schönen Gelenken; Āṣāḍha und Suṣāḍha, der Feste, der Falben-Fortnehmende [?], Hara.
Wort für Wort
yuktaḥ ca yuktabāhuḥ ca
der Gesammelte und der mit gefügten Armen (Nom.Sg.m.)
dvividhaḥ ca
und der Zweifache (Nom.Sg.m.)
suparvaṇaḥ
der mit guten Gelenken (Nom.Sg.m.)
āṣāḍhaḥ ca suṣāḍhaḥ ca
Āṣāḍha und Suṣāḍha (Nom.Sg.m.)
dhruvaḥ
der Feste (Nom.Sg.m.)
harihaṇaḥ haraḥ
der Falben-Erschlagende/Fortnehmende [?], Hara (Nom.Sg.m.)
vapur āvartamānebhyo vasuśreṣṭho mahāpathaḥ; śirohārī vimarṣaś ca sarvalakṣaṇabhūṣitaḥ
Der Leib [?] für die Sich-Wendenden, der Reichtums-Beste, der große Pfad; der Kopf-Wegnehmende, das Erwägen, der mit allen [Glücks]Zeichen Geschmückte.
Wort für Wort
vapuḥ āvartamānebhyaḥ
Leib/Gestalt für die Kreisenden (Nom.Sg.n. / Dat.Pl.)
akṣaś ca rathayogī ca sarvayogī mahābalaḥ; samāmnāyo 'samāmnāyas tīrthadevo mahārathaḥ
Die Achse und der Wagen-Yogi, der Yogi von allem, der Großmächtige; die Überlieferung und die Nicht-Überlieferung, der Gott der Furten, der große Wagenkämpfer.
Der Leblose, der Belebende, das Mantra, der mit glücklichem Auge/Würfel [?], der sehr Raue; der Kleinode Hervorbringende, der Rotgliedrige, der Kenner des Trinkens des großen Ozeans.
mūlo viśālo hy amṛto vyaktāvyaktas taponidhiḥ; ārohaṇo nirohaś ca śailahārī mahātapāḥ
Die Wurzel, der Weite, ja der Unsterbliche, das Manifeste und Unmanifeste, der Schatz der Askese; der Aufstieg, der Abstieg, der Berge-Wegnehmende, der Große an Askese.
Wort für Wort
mūlaḥ viśālaḥ
Wurzel, Weiter (Nom.Sg.m.)
hi amṛtaḥ
ja, der Unsterbliche (Nom.Sg.m.)
vyaktāvyaktaḥ
Manifest-Unmanifester (Nom.Sg.m.)
taponidhiḥ
Schatz der Askese (Nom.Sg.m.)
ārohaṇaḥ nirohaḥ ca
Aufsteigen und Absteigen (Nom.Sg.m.)
śailahārī mahātapāḥ
Bergeträger/-Nehmender, groß an Askese (Nom.Sg.m.)
Der dem Heer Gleiche [?], der große Zeitalter-Ordnende, der Zeitalter und Nicht-Zeitalter Schaffende, Hari; die Zeitalter-Gestalt, die große Gestalt, der Wind, der Dichte [Undurchdringliche], der Berg.
Wort für Wort
senākalpaḥ mahākalpaḥ
der Heerordnende [?], der große Kalpa (Nom.Sg.m.)
yugāyugakaraḥ
der Zeitalter und Nicht-Zeitalter Schaffende (Nom.Sg.m.)
nyāyanirvāpaṇaḥ pādaḥ paṇḍito hy acalopamaḥ; bahumālo mahāmālaḥ sumālo bahulocanaḥ
Der das Recht zur Ruhe bringt [?], der Fuß, der Gelehrte, ja der dem Unbeweglichen [Berg] Gleiche; der mit vielen Kränzen, der mit großem Kranz, der mit schönem Kranz, der Vielaugige.
Die Ausdehnung, der Salzige, der Brunnen, die Blüte, der mit fruchtbarem Aufgang; der Stier, der mit Stierzeichen am Leib, der Juwel-Bilva [?], der Träger des Haarknotens.
Der Mond, die Entlassung [Emission], der Schönmündige, der Gott, der alle Waffen Habende, der Ertragende; der Bekanntmachende, der aus Nektar Geborene, der Sugāndhāra, der mit großem Bogen.
Wort für Wort
induḥ visargaḥ
Mond, Entlassung (Nom.Sg.m.)
sumukhaḥ suraḥ
Schönantlitzig, Gott (Nom.Sg.m.)
sarvāyudhaḥ sahaḥ
der alle Waffen [Habende], der Standhaltende (Nom.Sg.m.)
gandhamālī ca bhagavān utthānaḥ sarvakarmaṇām; manthāno bahulo bāhuḥ sakalaḥ sarvalocanaḥ
Der Girlanden aus Wohlgerüchen Tragende und der Erhabene, der Aufstand aller Werke; der Quirlende, der Viele, der Arm, der Vollständige, der Allaugige.
Wort für Wort
gandhamālī ca bhagavān
der Duftkranz-Träger und der Erhabene (Nom.Sg.m.)
utthānaḥ sarvakarmaṇām
Aufstehen/Ansporn aller Werke (Nom.Sg.m. / Gen.Pl.)
Der mit Händen und Füßen Schlagende [?], der Handklatscher, der mit hochgerichtetem Zusammenschluss [?], der Träger; der Schirm, der mit schönem Schirm, der Berühmte, die Zuflucht aller Welten, der Große.
Der Kahlgeschorene, der Missgestaltete, der Verwandelte, der mit Stab und Kahlkopf, der Verwandler; der Gelbäugige [Löwenäugige], der Kakubh, der Donnerkeilträger, der mit lodernder Zunge, der Tausendfüßige.
Der Tausendköpfige, der Götterfürst, der aus allen Göttern Bestehende, der Lehrer; der Tausendarmige, der an allen Gliedern, die Zuflucht, der Schöpfer aller Welten.
Das Reinigende, der Dreihonigige, das Mantra, der Jüngste [Kleinste], der Schwarz-Braune; der Schöpfer des Brahmā-Stabes, der Śataghnī [Waffe] und Hundertschlingen-Träger.
Der Lotus-Schoß, der große Schoß, der Brahmā-Schoß, der aus dem Wasser Entstandene; der Strahlenbesitzer, der Brahman-Schaffende, Brahmā, der Brahman-Kenner, der Brāhmaṇa, das Ziel.
Der von unendlicher Gestalt, der nicht nur mit einem Selbst, der von scharfem Glanz, der Selbstentstandene [?]; der mit aufwärts gerichtetem Selbst, der Herr der Tiere, der windschnelle, der gedankenschnelle.
Wort für Wort
anantarūpaḥ
von unendlicher Gestalt (Nom.Sg.m.)
na ekātmā
nicht Einziges-Selbst, vielgestaltig (Nom.Sg.m.)
tigmatejāḥ
von scharfem Glanz (Nom.Sg.m.)
svayaṃbhuvaḥ
des Selbstentstandenen [Gen.] [?]
ūrdhvagātmā paśupatiḥ
aufwärts strebenden Selbstes, Herr der Tiere (Nom.Sg.m.)
Der mit Sandel [Gesalbte], der obere Lotuskranz, der Wohlgeruch-Hinübertragende, der Mann; der mit großer Karṇikāra-Girlande, der Blaugekrönte, der Pināka-Träger.
Wort für Wort
candanī
Sandelbesalbter (Nom.Sg.m.)
padmamālāgryaḥ
der Beste an Lotuskränzen [?] (Nom.Sg.m.)
surabhyuttaraṇaḥ
der zu Wohlgerüchen Hinüberführende [?] (Nom.Sg.m.)
Der Herr Umās, der Geliebte Umās, der die Jāhnavī [Gaṅgā] Tragende, der Gatte Umās; der Beste, der Eber, der Gabenspender, der Herr der Wunsch-Gaben, der mit großem Getöse.
mahāprasādo damanaḥ śatruhā śvetapiṅgalaḥ; prītātmā prayatātmā ca saṃyatātmā pradhānadhṛk
Die große Gnade, der Bändiger, der Feindetöter, der Weiß-Braune; der Frohgesinnte, der Gesammelte, der Zügelnde, der die Urmaterie [Pradhāna] Tragende.
Der Sohn aller Seiten [?], Tārkṣya, der das Dharma [Recht] allen Gemeinsame, der Beste; das Selbst des Beweglichen und Unbeweglichen, das feine Selbst, der Gute Stier, der Herr der Rinder und Stiere.
Wort für Wort
sarvapārśvasutaḥ tārkṣyaḥ
Sohn von allen Seiten [?], Tārkṣya (Nom.Sg.m.)
dharmasādhāraṇaḥ varaḥ
dem Dharma gemeinsam, der Beste (Nom.Sg.m.)
carācarātmā
Selbst des Beweglichen und Unbeweglichen (Nom.Sg.m.)
Der Sādhya-Seher, der Vasu, der Āditya, Vivasvat, Savitṛ, der Gnädige [Mṛḍa]; Vyāsa, die Kürze von allem, die Ausführlichkeit, der Umlauf, die Methode.
Die Jahreszeit, das Jahr, der Monat, die Monatshälfte, der Zahl-Vollender; Kalā, Kāṣṭhā, Lava, Mātrā, die Stunde, der Tag, die Nächte, die Augenblicke.
viśvakṣetraṃ prajābījaṃ liṅgam ādyas tv aninditaḥ; sad asad vyaktam avyaktaṃ pitā mātā pitāmahaḥ
Das Feld der Welt, der Same der Geschöpfe, das Merkmal [Liṅga], der Erste, ja der Untadelige; Seiendes und Nichtseiendes, das Manifeste und das Unmanifeste, Vater, Mutter, Großvater.
Das Himmelstor, das Tor der Geschöpfe, das Tor der Erlösung, der Dritte Himmel [Triviṣṭapa]; das Verlöschen [Nirvāṇa] und die Erquickung, die Brahmā-Welt, das höchste Ziel.
Der Schöpfer der Götter und Asuras, die Zuflucht der Götter und Asuras, der Lehrer der Götter und Asuras, der Gott, der von Göttern und Asuras Verehrte.
Wort für Wort
devāsuravinirmātā
Erschaffer der Götter und Asuras (Nom.Sg.m.)
devāsuraparāyaṇaḥ
höchste Zuflucht der Götter und Asuras (Nom.Sg.m.)
Der große Minister der Götter und Asuras, die Zuflucht der Scharen der Götter und Asuras, der Aufseher der Scharen der Götter und Asuras, der Anführer der Scharen der Götter und Asuras.
Wort für Wort
devāsuramahāmātraḥ
großer Vertrauter/Minister der Götter und Asuras (Nom.Sg.m.)
devāsuragaṇāśrayaḥ
Zuflucht der Götter- und Asura-Scharen (Nom.Sg.m.)
devāsuragaṇādhyakṣaḥ
Aufseher der Götter- und Asura-Scharen (Nom.Sg.m.)
devāsuragaṇāgraṇīḥ
Anführer der Götter- und Asura-Scharen (Nom.Sg.m.)
Gott über den Göttern, göttlicher Seher, Gewährer von Gaben an die Besten der Götter und Asuras; Herr der Götter und Asuras, der Gott, großer Herr der Götter und Asuras.
Wort für Wort
devātidevaḥ devarṣiḥ
Gott über den Göttern, Götterseher (Nom.Sg.)
devāsuravarapradaḥ
Gewährer von Gaben an Götter und Asuras (Nom.Sg., Kompositum)
Der aus allen Göttern Bestehende, der Unfassbare, Wesen der Götter, aus sich selbst Entstandener; der Durchbrechende, der Dreischrittige, der Heiler, der Staubfreie, der in staubfreie [Gewänder] Gekleidete.
Wort für Wort
sarvadevamayaḥ acintyaḥ
aus allen Göttern bestehend, unfassbar (Nom.Sg.)
devatātmā ātmasaṃbhavaḥ
Selbst der Gottheiten, aus sich selbst entstanden (Nom.Sg.)
udbhit trikramaḥ vaidyaḥ
der Durchbrechende, Dreischrittige, Arzt (Nom.Sg.)
virajaḥ virajombaraḥ
staubfrei, mit staubfreiem Gewand (Nom.Sg.)
virajombaraḥ: viraja-ambaraḥ; udbhid im Text als udbhidas (Sandhi) gegeben.
Der Preisenswerte, der Elefant, Tiger unter den Göttern, Löwe der Götter, Stier unter den Menschen; Vorzüglichster unter den Weisen [bzw. Göttern], der Beste, der Höchste unter den Höchsten aller Götter.
Wort für Wort
īḍyaḥ hastī
preisenswert, Elefant (Nom.Sg.)
suravyāghraḥ devasiṃhaḥ
Tiger unter den Göttern, Löwe der Götter (Nom.Sg.)
nararṣabhaḥ
Stier unter den Menschen (Nom.Sg.)
vibudhāgravaraḥ śreṣṭhaḥ
Vorzüglichster unter den Weisen/Göttern, Bester (Nom.Sg.)
sarvadevottamottamaḥ
Höchster unter den Höchsten aller Götter (Nom.Sg.)
Der Angewandte [bzw. Eingesetzte], der Schöne, der Donnerkeil, der Herrscher, der mächtige Herr, der Unvergängliche; der Lehrer, der Geliebte, der Eigene, die Schöpfung, der Reine, der Träger von allem [Fahrzeug aller].
Der Gehörnte, der Hörner Liebende, der Braune, König der Könige, der Leidfreie; der Erfreuliche, Schar der Götter, der Ruhende [bzw. Ruhe], der Vollbringer von allem.
Der mit dem Stirnauge, dessen Leib das All ist, der Hirschfarbene [bzw. Gelbliche], der Glanz des Brahman Besitzende; und Herr der Unbeweglichen, Mehrer der Selbstzügelung und der Sinne.
Der Zielerfüllte, der um aller Wesen willen [Handelnde], der Unfassbare, der Wahrhaftige im Gelübde, der Reine; Herr der Gelübde, das höchste Brahman, der Erlösten höchstes Ziel.
Wort für Wort
siddhārthaḥ sarvabhūtārthaḥ
dessen Ziel erreicht ist, für alle Wesen (da) (Nom.Sg.)
Der Befreite, der dessen Glanz frei [entfaltet] ist, der Glückhafte, Mehrer des Glücks, die Welt: So ist der Erhabene, gemäß dem Vorrang [der Namen], in Hingabe von mir gepriesen worden.
Wort für Wort
vimuktaḥ muktatejāḥ ca
befreit, mit freigesetztem Glanz (Nom.Sg.)
śrīmān śrīvardhanaḥ
glückhaft, Mehrer des Glücks (Nom.Sg.)
jagat
die Welt (Nom.Sg.n.)
yathāpradhānam bhagavān
gemäß dem Vorrang, der Erhabene (Adv./Nom.Sg.)
iti bhaktyā stutaḥ mayā
so in Hingabe gepriesen von mir (Instr., Part.Pass.)
Dieses Unsterbliche, Unendliche, Unermessliche, das das Leid aller Menschen tilgt, von allem zu Wissende, von vielen ausgesprochen, das Vorzügliche, scharf durch das Zusammenfügen der Silben von Śivas Ruf [?].
Wort für Wort
idam amṛtam anantam aprameyam
dies Unsterbliche, Unendliche, Unermessliche (Nom./Akk.Sg.n.)
sakalajanārtiharam
das Leid aller Menschen tilgend (Nom.Sg.n.)
samastavedyam
ganz zu wissen (Nom.Sg.n.)
japata bahubhiḥ īritam
murmelt [es]! von vielen ausgesprochen (Imp.2.Pl./Part.Pass.)
viśeṣyam
das Auszuzeichnende (Nom.Sg.n.)
śivapadamantravighaṭṭanena tīvram
durch das Zusammenfügen/Reiben der Śiva-Worte und Sprüche, scharf/heftig (Instr.Sg./Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sternstrophe, Text stark verderbt und unklar; Übersetzung unsicher [?].
namaḥ śivāyeti sadā pradānaṃ bhagavān iti; bhaktyā stuto mayā yat tad vidus tattvaṃ surarṣabhāḥ
„Verneigung Śiva!“ – so [lautet] stets die Darbringung; „der Erhabene“ – dass ich [ihn] in Hingabe gepriesen habe: Dies Wesen erkennen die Stiere unter den Göttern.
Wort für Wort
namaḥ śivāya iti
Verneigung dem Śiva, so (Dat.)
sadā pradānam
stets die Darbringung (Adv./Nom.Sg.n.)
bhagavān iti
der Erhabene, so (Nom.Sg.)
bhaktyā stutaḥ mayā yat
in Hingabe gepriesen von mir, dass (Instr.)
tat viduḥ tattvam
das Wesen erkennen sie (3.Pl.Perf.)
surarṣabhāḥ
Stiere unter den Göttern (Nom.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sternstrophe, syntaktisch unklar [?].
bhaktim eva puraskṛtya mayā yajñapatir vasuḥ; tato 'bhyanujñāṃ prāpyaiva stuto matimatāṃ varaḥ
Allein die Hingabe voranstellend habe ich Vasu, den Herrn der Opfer, gepriesen, nachdem ich dazu die Erlaubnis erhalten hatte, den Besten der Verständigen.
Wort für Wort
bhaktim eva puraskṛtya
allein die Hingabe voranstellend (Akk.Sg./Abs.)
mayā yajñapatiḥ vasuḥ
von mir der Opferherr Vasu (Instr./Nom.Sg.)
tataḥ abhyanujñām prāpya eva
dann nach Erhalt der Erlaubnis (Abs.)
stutaḥ matimatām varaḥ
gepriesen, der Beste der Verständigen (Part.Pass./Gen.Pl.)
tathaiva ca manuṣyeṣu ye manuṣyāḥ pradhānataḥ; āstikāḥ śraddadhānāś ca bahubhir janmabhiḥ stavaiḥ
Und ebenso unter den Menschen: Die Menschen, die vor allem gläubig und vertrauensvoll sind, durch viele Geburten hindurch mit Preisungen [ihn verehren].
Wort für Wort
tathā eva ca manuṣyeṣu
und ebenso unter den Menschen (Lok.Pl.)
ye manuṣyāḥ pradhānataḥ
welche Menschen vorrangig (Nom.Pl./Adv.)
āstikāḥ śraddadhānāḥ ca
gläubig und vertrauend (Nom.Pl.)
bahubhiḥ janmabhiḥ stavaiḥ
durch viele Geburten, mit Preisungen (Instr.Pl.)
Der Satz ist elliptisch; das Prädikat folgt in 189 (stuvanti) [Anm.].
In Hingabe [denken sie] an den einzigen Herrscher, den höchsten, ewigen Gott, mit Tat, Denken und Rede, in der Gesinnung von unermesslichem Glanz; schlafend und wachend, gehend und sitzend, mit geöffnetem und geschlossenem Auge, immer wieder [ihn] bedenkend.
Wort für Wort
bhaktyā hi ananyam īśānam
in Hingabe, den Einzigen, den Herrscher (Instr./Akk.Sg.)
param devam sanātanam
den höchsten, ewigen Gott (Akk.Sg.)
karmaṇā manasā vācā
mit Tat, Geist, Wort (Instr.Sg.)
bhāvena amitatejasaḥ
mit Gesinnung, von unermesslichem Glanz (Instr./Nom.Pl.)
svapantaḥ jāgramāṇāḥ ca
schlafend und wachend (Part.Präs./Nom.Pl.)
vrajan upaviśan tathā
gehend, sich setzend, so (Part.Präs.)
unmiṣan nimiṣan ca eva cintayantaḥ punaḥ punaḥ
Augen öffnend und schließend, denkend, immer wieder (Part.Präs.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sternstrophe; amitatejasaḥ und Bezug der Partizipien unklar [?].
stuvanti stūyamānāś ca tuṣyanti ca ramanti ca; janmakoṭisahasreṣu nānāsaṃsārayoniṣu
Sie preisen [ihn] und, selbst gepriesen, sind sie zufrieden und freuen sich; in tausend Millionen Geburten, in den verschiedenen Schoßformen des Saṃsāra.
Wort für Wort
stuvanti stūyamānāḥ ca
sie preisen und werden gepriesen (3.Pl.Präs./Part.Pass.)
tuṣyanti ca ramanti ca
sind zufrieden und freuen sich (3.Pl.Präs.)
janmakoṭisahasreṣu
in tausend Millionen Geburten (Lok.Pl.)
nānāsaṃsārayoniṣu
in den mannigfachen Schößen des Kreislaufs (Lok.Pl.)
Bei einem Lebewesen, dessen Sünde vollständig gereinigt ist, entsteht Hingabe an Bhava; und die entstandene Hingabe an Bhava ist ausschließlich, von ganzem Wesen.
Wort für Wort
jantoḥ viśuddhapāpasya
des Lebewesens, dessen Sünde völlig rein ist (Gen.Sg.)
bhave bhaktiḥ prajāyate
zu Bhava entsteht Hingabe (Lok./Nom./3.Sg.Pass.)
utpannā ca bhave bhaktiḥ
und die entstandene Hingabe an Bhava (Part.Perf./Nom.Sg.f.)
Der Grund ist für den überall [von allem] Befreiten in ihm [in Śiva] völlig gefestigt [?]. Dies ist bei den Göttern schwer zu erlangen und bei den Menschen nicht zu finden.
Wort für Wort
kāraṇam bhāvitam tasya
der Grund, verwirklicht, dessen (Nom./Part.Pass./Gen.)
sarvamuktasya sarvataḥ
des völlig Befreiten, überall (Gen.Sg./Adv.)
etat deveṣu duṣprāpam
dies bei den Göttern schwer erreichbar (Lok.Pl.)
manuṣyeṣu na labhyate
bei den Menschen nicht zu finden (Lok.Pl./3.Sg.Pass.)
Vers 191ab syntaktisch dunkel; Wiedergabe unsicher [?].
Ungehinderte, unerschütterliche, unfehlbare Hingabe an Rudra – durch seine Gnade allein entsteht sie bei den Menschen; durch sie erlangen diejenigen, deren Herz in seinem Wesen aufgegangen ist, die höchste Vollendung.
Wort für Wort
nirvighnā niścalā rudre
ungehindert, unerschütterlich, an Rudra (Nom.Sg.f./Lok.)
bhaktiḥ avyabhicāriṇī
Hingabe, nicht abirrend (Nom.Sg.f.)
tasya eva ca prasādena
und allein durch seine Gnade (Instr.Sg.)
bhaktiḥ utpadyate nṛṇām
Hingabe entsteht bei den Menschen (3.Sg.Präs./Gen.Pl.)
yayā yānti parām siddhim
durch die sie zur höchsten Vollendung gelangen (Instr./3.Pl.)
tadbhāvagatacetasaḥ
deren Bewusstsein in sein Wesen eingegangen ist (Nom.Pl.)
ye sarvabhāvopagatāḥ paratvenābhavan narāḥ; prapannavatsalo devaḥ saṃsārāt tān samuddharet
Die Menschen, die in allem Wesen [ihm] zugewandt und ihn als das Höchste betrachtend sind – den den Zufluchtsuchenden Zugetanen, den Gott, möge er sie aus dem Saṃsāra emporheben.
Wort für Wort
ye sarvabhāvopagatāḥ
die, die ganz [zu ihm] gegangen sind (Nom.Pl.)
paratvena abhavan narāḥ
als das Höchste [ihn erkennend] wurden, die Menschen (Instr./Impf.3.Pl.)
prapannavatsalaḥ devaḥ
den Zuflucht Suchenden zugetan, der Gott (Nom.Sg.)
saṃsārāt tān samuddharet
aus dem Kreislauf sie herausheben möge (Abl./Akk./Opt.)
So wurde von diesem, dem Indra gleichen, reinen Verstandes Taṇḍi der Erhabene, der Herr des Seienden und Nichtseienden, der Fellgekleidete, gepriesen, o Kṛṣṇa.
Wort für Wort
iti tena indrakalpena
so von diesem, Indra gleichen (Instr.)
bhagavān sadasatpatiḥ
der Erhabene, Herr des Seienden und Nichtseienden (Nom.Sg.)
kṛttivāsāḥ stutaḥ
der Fellgekleidete, gepriesen (Nom./Part.Pass.)
kṛṣṇa taṇḍinā śuddhabuddhinā
o Kṛṣṇa, von Taṇḍi, reinen Verstandes (Vok./Instr.)
Er wird gesungen, und Brahmā möge in der Nähe Śaṃkaras erwachen [?]. Dies ist heilig und rein, zu jeder Zeit Sünde vernichtend; Yoga, Erlösung, Himmel und Zufriedenheit gewährend. Die dies mit ungeteilter Hingabe an Śaṃkara rezitieren, gehen dann zu dem Ziel, das die Anhänger von Sāṃkhya und Yoga erreichen. Diesen Lobpreis soll man stets mit Eifer in der Nähe Rudras [rezitieren]; ein Jahr lang wandle der Ergebene: Er erlangt die erwünschte Frucht. Dies ist das höchste Geheimnis, im Herzen Brahmās gegründet.
Wort für Wort
gīyate ca sa budhyeta
es wird gesungen, und er möge erwachen (3.Sg.Pass./Opt.)
brahmā śaṃkarasaṃnidhau
Brahmā in der Nähe Śaṃkaras (Nom./Lok.)
idam puṇyam pavitram ca sarvadā pāpanāśanam
dies heilig, rein, stets sündenvernichtend (Nom.Sg.n.)
so rezitieren dies die, die mit einziger Hingabe an Śaṃkara (3.Pl.Präs./Instr./Lok.)
yā gatiḥ sāṃkhyayogānām vrajanti etām gatim tadā
das Ziel der Sāṃkhya- und Yoga-Anhänger, zu diesem Ziel gehen sie dann (Nom./Gen.Pl./Akk.)
stavam etam prayatnena sadā rudrasya saṃnidhau
diesen Lobpreis mit Eifer, stets in Rudras Nähe (Akk./Instr./Lok.)
abdam ekam caret bhaktaḥ prāpnuyāt īpsitam phalam
ein Jahr lang wandle der Ergebene, erlange die erwünschte Frucht (Akk./Opt.)
etat rahasyam paramam brahmaṇaḥ hṛdi saṃsthitam
dies höchste Geheimnis, in Brahmās Herz gegründet (Nom./Gen./Lok./Part.Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Sternstrophe; 198a-b syntaktisch unklar [?]; ein Jahr lang wandle: cared im Sinn von ‚den Lobpreis regelmäßig üben‘ [?].
Von Mārkaṇḍeya habe ich es durch Zügelung erlangt, o Janārdana; auch dir, Vernichter der Feinde, gebe ich heute den berühmten Lobpreis, der zum Himmel führt, Gesundheit, langes Leben, Wohlstand und Kraft bringt.
Wort für Wort
mārkaṇḍeyāt mayā prāptam
von Mārkaṇḍeya von mir erlangt (Abl./Instr./Part.Pass.)
niyamena janārdana
durch Zügelung, o Janārdana (Instr./Vok.)
tava api aham amitraghna
auch dir, ich, o Feindetöter (Gen./Nom./Vok.)
stavam dadmi adya viśrutam
den Lobpreis gebe ich heute, den berühmten (Akk./1.Sg.Präs./Adv./Part.)
svargyam ārogyam āyuṣyam dhanyam balyam tathā eva ca
yaḥ paṭheta śucir bhūtvā brahmacārī jitendriyaḥ; abhagnayogo varṣaṃ tu so 'śvamedhaphalaṃ labhet
Wer [ihn] rezitiert, rein geworden, enthaltsam, die Sinne bezwingend, ein Jahr lang ohne Unterbrechung der Übung, der würde die Frucht eines Rosseopfers erlangen.
Wort für Wort
yaḥ paṭheta śuciḥ bhūtvā
wer rezitieren möge, rein geworden (Nom./Opt./Abs.)
brahmacārī jitendriyaḥ
enthaltsam, Sinne bezwungen (Nom.Sg.)
abhagnayogaḥ varṣam tu
ohne Unterbrechung der Übung, ein Jahr (Nom./Akk.)
saḥ aśvamedhaphalam labhet
der würde Rosseopfer-Frucht erlangen (Nom./Akk./Opt.)