vasiṣṭha uvāca; ghṛtakṣīrapradā gāvo ghṛtayonyo ghṛtodbhavāḥ; ghṛtanadyo ghṛtāvartās tā me santu sadā gṛhe
Vasiṣṭha sprach: „Die Kühe, die Ghee und Milch spenden, aus Ghee entstanden, aus Ghee hervorgegangen, Ghee-Flüsse, Ghee-Strudel [sind] – diese sollen stets in meinem Hause sein.“
Wort für Wort
vasiṣṭha uvāca
Vasiṣṭha sprach (Perf.)
ghṛtakṣīrapradā gāvo
die Ghee und Milch gebenden Kühe (Nom.Pl.f.)
ghṛtayonyo ghṛtodbhavāḥ
aus Ghee entstanden, aus Ghee hervorgegangen (Nom.Pl.)
ghṛtanadyo ghṛtāvartāḥ
Ghee-Flüsse, Ghee-Strudel (Nom.Pl.)
tā me santu sadā gṛhe
diese sollen mir stets im Hause sein (Imp. 3.Pl./Lok.)
ity ācamya japet sāyaṃ prātaś ca puruṣaḥ sadā; yad ahnā kurute pāpaṃ tasmāt sa parimucyate
Nachdem er so das Wasser genippt hat, soll der Mensch stets abends und morgens [dies] murmeln; von dem Übel, das er am Tage tut, wird er daraufhin völlig befreit.
Wort für Wort
ity ācamya japet
so genippt habend, soll er murmeln (Abs./Opt.3.Sg.)
sāyaṃ prātaś ca puruṣaḥ sadā
abends und morgens der Mensch stets (Adv./Nom.Sg.)
yad ahnā kurute pāpaṃ
welches Übel er am Tage tut (Instr./3.Sg.Präs.Med.)
Und nach dem Tode versetzt der Mensch zehn [Ahnen] auf beiden Seiten, die Großväter von Mutter und Vater, in die Welten der guten Taten und reinigt [so] das Geschlecht.
Wort für Wort
daśa cobhayataḥ pretya
zehn und auf beiden Seiten, nach dem Tode (Akk.Pl./Adv./Abs.)
mātāpitroḥ pitāmahān
die Großväter von Mutter und Vater (Gen.Du./Akk.Pl.)
dadhāti sukṛtāṃl lokān
versetzt in die Welten der Wohlgetanen (3.Sg.Präs./Akk.Pl.)
punāti ca kulaṃ naraḥ
und reinigt das Geschlecht, der Mann (3.Sg.Präs./Akk./Nom.)
Wortlaut von dadhāti (Objekt der Versetzung) elliptisch; „Ahnen“ ergänzt.
[Sie sind] rein, das Höchste, die Grundlage der Welt, die unermesslichen Mütter der Himmelsbewohner; man soll sie berühren, [mit ihnen] rechts gehen und [sie] einem würdigen Empfänger geben, wenn man die rechte Zeit bedacht hat.
Wort für Wort
pavitram agryaṃ jagataḥ pratiṣṭhā
rein, vorzüglich, der Welt Grundlage (Nom.Sg.n./Gen./Nom.Sg.f.)
divaukasāṃ mātaro 'thāprameyāḥ
der Himmelsbewohner Mütter und unermesslich (Gen.Pl./Nom.Pl./Nom.Pl.f.)
anvālabhed dakṣiṇato vrajec ca
man soll berühren und rechts gehen (Opt.3.Sg./Adv./Opt.3.Sg.)
dadyāc ca pātre
und man soll geben an einen würdigen Empfänger (Opt.3.Sg./Lok.)
prasamīkṣya kālam
die Zeit erwogen habend (Abs./Akk.)
anvālabhet: „berühren, ergreifen“; die genaue rituelle Handlung ist unsicher.
Wer eine Kuh mit Kalb, eine braune, vielhörnige, mit bronzenem Melkgefäß und einem Gewand als Obergewand gegeben hat, der betritt als Mensch furchtlos die schwer zu betretende Versammlungshalle Yamas.
Wort für Wort
dhenuṃ savatsāṃ kapilāṃ bhūriśṛṅgāṃ
eine Kuh mit Kalb, braun, vielhörnig (Akk.Sg.f.)
kāṃsyopadohāṃ vasanottarīyām
mit Bronze-Melkgefäß, mit Gewand als Überwurf (Akk.Sg.f.)
pradāya tāṃ gāhati durvigāhyāṃ
gegeben habend betritt er die schwer zu betretende (Abs./3.Sg.Präs./Akk.Sg.f.)
yāmyāṃ sabhāṃ vītabhayo manuṣyaḥ
Yamas Halle, furchtlos, der Mensch (Akk.Sg.f./Nom.Sg.)
Es gibt keine verdienstlichere Gabe als diese, keinen verdienstvolleren Lohn als diesen; und kein Wesen in den Welten kann sich als vorzüglicher erweisen als dieses.
Wort für Wort
nātaḥ puṇyataraṃ dānam
nicht verdienstvoller als dies ein Geschenk (Nom.Sg.n.)
nātaḥ puṇyataraṃ phalam
nicht verdienstvoller als dies ein Lohn (Nom.Sg.n.)
nāto viśiṣṭaṃ lokeṣu
nicht vorzüglicher als dies in den Welten (Nom.Sg.n./Lok.Pl.)
Diese Kuh, von der dieses ganze Weltall, Unbewegliches und Bewegliches, durchdrungen ist, die Mutter des Gewesenen und Künftigen, verehre ich mit dem Haupt.
Wort für Wort
yayā sarvam idaṃ vyāptaṃ
von der dies All durchdrungen ist (Instr.f./Nom.n./Part.Pass.)
jagat sthāvarajaṅgamam
die Welt, Unbewegliches und Bewegliches (Nom.Sg.n.)
tāṃ dhenuṃ śirasā vande
diese Kuh verehre ich mit dem Haupt (Akk.f./Instr./1.Sg.Präs.)
bhūtabhavyasya mātaram
Mutter des Gewesenen und Künftigen (Gen.n./Akk.f.)
guṇavacanasamuccayaikadeśo; nṛvara mayaiṣa gavāṃ prakīrtitas te; na hi param iha dānam asti gobhyo; bhavanti na cāpi parāyaṇaṃ tathānyat
Ein Teil der Sammlung der Lobesworte auf die Kühe, du Bester der Männer, ist dir von mir hier verkündet worden; denn es gibt hier kein höheres Geschenk als die Kühe, und sie sind auch nicht [nur] eine andere Zuflucht wie sonst.
Wort für Wort
guṇavacanasamuccayaikadeśaḥ
ein Teil der Sammlung von Worten über die Vorzüge (Nom.Sg.m.)
nṛvara mayaiṣa gavāṃ prakīrtitas te
Bester der Männer, von mir dieser der Kühe verkündet dir (Vok./Instr./Nom./Gen.Pl./Part.Pass./Dat.-Gen.)
na hi param iha dānam asti gobhyaḥ
denn kein höheres Geschenk gibt es hier als Kühe (Nom.n./Adv./3.Sg./Abl.Pl.)
bhavanti na cāpi parāyaṇaṃ tathānyat
und sie sind auch nicht ein anderes Endziel so (3.Pl./Akk./Nom.n.)
Letzter Pāda verderbt bzw. syntaktisch dunkel; Wiedergabe unsicher [?].
bhīṣma uvāca; param idam iti bhūmipo vicintya; pravaram ṛṣer vacanaṃ tato mahātmā; vyasṛjata niyatātmavān dvijebhyaḥ; subahu ca godhanam āptavāṃś ca lokān
Bhīṣma sprach: „Dies ist das Höchste“, so bedachte der König das vorzügliche Wort des Sehers; der Hochgesinnte, in sich Gefestigte gab [Kühe] an die Brahmanen und erlangte sehr viel Kuhreichtum und [himmlische] Welten.
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
param idam iti bhūmipo vicintya
Höchstes dies, so, der König, erwogen habend (Nom.n./Abs.)
pravaram ṛṣer vacanaṃ tato mahātmā
das vorzügliche Wort des Sehers, dann der Hochgesinnte (Akk./Gen./Akk./Nom.)
vyasṛjata niyatātmavān dvijebhyaḥ
gab hin, selbstbeherrscht, an die Zweimalgeborenen (Impf.Med./Nom./Dat.Pl.)
subahu ca godhanam āptavāṃś ca lokān
sehr viel Kuhreichtum und erlangte auch Welten (Akk.n./Part.Perf.Nom./Akk.Pl.)