Kapitel 18: śivaprasādakīrtanam
Die Seher rühmen Śivas Gnadengaben; Kṛṣṇas Lobpreis auf Śiva und dessen Lohn
Fortsetzung der Belehrung Yudhiṣṭhiras über Mahādeva: Nach Vyāsa berichten weitere Seher von den Gaben, die Śiva ihnen gewährte; danach preist Vāsudeva Śiva als Ursprung aller Wesen und nennt den Lohn der Rezitation.
kapilaś ca tataḥ prāha sāṃkhyarṣir devasaṃmataḥ; mayā janmāny anekāni śaktyā cārādhito bhavaḥ; prītaś ca bhagavāñ jñānaṃ dadau mama bhavāntakam
Und Kapila sprach da, der Sāṃkhya-Seher, von den Göttern geschätzt: „Von mir wurde in vielen Geburten nach Kräften Bhava verehrt; und der Erhabene, erfreut, gab mir das Wissen, das das Dasein beendet [d. h. das Werden vernichtet].“
Wort für Wort
kapilaś ca tataḥ prāha
und Kapila sprach da (Nom.; 3.Sg.Perf.)
sāṃkhyarṣir devasaṃmataḥ
der Sāṃkhya-Seher, von den Göttern geschätzt (Nom.Sg.; PPP)
mayā janmāny anekāni
von mir in vielen Geburten (Instr.; Lok.Pl./Akk.Pl. adv.)
śaktyā cārādhito bhavaḥ
nach Kraft/Vermögen und verehrt wurde Bhava (Instr.; PPP Pass.)
prītaś ca bhagavāñ jñānaṃ dadau
und erfreut gab der Erhabene Wissen (Nom.; Akk.; 3.Sg.Perf.)
mama bhavāntakam
mir das Dasein-Beendende (Gen./Dat.; Akk.Sg.n.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; bhavāntaka = ‚das Werden/Dasein beendend‘.
„Nachdem ich Gokarṇa erreicht und hundert Jahre lang Askese geübt hatte, wurde von Śarva einst ein Hundert Söhne erlangt: nicht aus einem Schoß geboren, gezähmt, dharmakundig, von schönem Glanz,
Wort für Wort
mayā gokarṇam āsādya
von mir, nach Erreichen von Gokarṇa (Instr.; Akk.; Abs.)
tapas taptvā śataṃ samāḥ
Askese geübt habend, hundert Jahre (Akk.; Abs.; Akk.Pl. temporal)
ayonijānāṃ dāntānāṃ
der nicht aus dem Schoß Geborenen, der Gezähmten (Gen.Pl.)
Auch der erhabene Vālmīki sagte zu Yudhiṣṭhira: „Als bei einem Streit unter den Weisen über ein Sāman gesagt wurde: ‚Du bist ein Brahmanenmörder‘, da wurde ich sogleich von jenem Unrecht (Adharma) ergriffen, o Bhārata.“
Wort für Wort
vālmīkiś cāpi bhagavān
und auch der Erhabene Vālmīki (Nom.Sg.)
yudhiṣṭhiram abhāṣata
sprach zu Yudhiṣṭhira (Akk.; 3.Sg.Impf.Med.)
vivāde sāmni munibhir
bei einem Streit über ein Sāman unter/mit Weisen (Lok.; Lok.; Instr.Pl.)
brahmaghno vai bhavān iti
„Brahmanenmörder bist du“ (Nom.; Nom.; iti)
uktaḥ kṣaṇena cāviṣṭas
so angesprochen und im Augenblick ergriffen (PPP; Instr.; PPP)
so 'ham īśānam anagham astauṣaṃ śaraṇaṃ gataḥ; muktaś cāsmy avaśaḥ pāpāt tato duḥkhavināśanaḥ; āha māṃ tripuraghno vai yaśas te 'gryaṃ bhaviṣyati
„Ich nun lobpries, Zuflucht suchend, den makellosen Īśāna; und ich, ohnmächtig [verstrickt], wurde von der Sünde befreit. Da sprach zu mir der Leidvernichter, der Tripura-Töter: ‚Dein Ruhm wird der höchste sein.‘“
Wort für Wort
so 'ham īśānam anagham
ich nun, den Īśāna, den Makellosen (Nom.; Akk.)
astauṣaṃ śaraṇaṃ gataḥ
lobpries ich, zur Zuflucht gegangen (Aor.1.Sg.; Akk.; PPP)
muktaś cāsmy avaśaḥ pāpāt
und ich wurde befreit, hilflos, von der Sünde (PPP; 1.Sg.; Nom.; Abl.)
tato duḥkhavināśanaḥ
dann der Leidvernichter (Nom.Sg.)
āha māṃ tripuraghno vai
sprach zu mir, der Tripura-Töter fürwahr (3.Sg.Perf.; Akk.; Nom.)
yaśas te 'gryaṃ bhaviṣyati
Ruhm wird dir der höchste sein (Nom.; Dat./Gen.; 3.Sg.Fut.)
Viśvāmitra sprach da: „Ich war einst ein Kṣatriya; ‚Möge ich Brahmane werden!‘ – so wurde von mir Bhava verehrt; durch seine Gnade habe ich das schwer erreichbare, große Brahmanentum erlangt.“
Wort für Wort
viśvāmitras tadovāca
Viśvāmitra sprach da (Nom.; 3.Sg.Perf.)
kṣatriyo 'haṃ purābhavam
ein Kṣatriya war ich einst (Nom.; 1.Sg.Impf.)
brāhmaṇo 'haṃ bhavānīti
„ein Brahmane möge ich werden“ (1.Sg.Imp.; iti)
mayā cārādhito bhavaḥ
und von mir wurde Bhava verehrt (Instr.; PPP)
tatprasādān mayā prāptaṃ
durch dessen Gnade von mir erlangt (Abl.; PPP)
brāhmaṇyaṃ durlabhaṃ mahat
Brahmanentum, schwer erreichbar, groß (Akk.Sg.n.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.
Asita Devala sprach zum König, dem Sohn Pāṇḍus: „Durch Śakras Fluch, o Kaunteya, ging mein angehäufter Dharma verloren; darum gab mir Bhava Dharma, höchsten Ruhm und langes Leben.“
Wort für Wort
asito devalaś caiva
und Asita Devala (Nom.)
prāha pāṇḍusutaṃ nṛpam
sprach zum Sohn Pāṇḍus, dem König (Akk.)
śāpāc chakrasya kaunteya
durch den Fluch Śakras, Kaunteya (Abl.; Gen.; Vok.)
cito dharmo 'naśan mama
der angehäufte Dharma ging verloren, mein (PPP; 3.Sg.Aor./Impf.; Gen.)
tan me dharmaṃ yaśaś cāgryam
darum mir Dharma und höchsten Ruhm (Adv.; Dat.; Akk.)
„Der Erhabene namens Vasiṣṭha, der Sohn des Manu Cākṣuṣa, sagte beim tausendjährigen Opfersitzung des unfassbaren Śatakratu, als es im Gange war, ein Wort, als von mir ein Sāman angestimmt worden war:
Wort für Wort
vasiṣṭho nāma bhagavāṃś
der Erhabene namens Vasiṣṭha (Nom.)
cākṣuṣasya manoḥ sutaḥ
Sohn des Manu Cākṣuṣa (Gen.; Gen.; Nom.)
śatakrator acintyasya
des unfassbaren Śatakratu (Gen.; Gen.)
satre varṣasahasrike
beim tausendjährigen Opfersitzung (Lok.)
vartamāne 'bravīd vākyaṃ
als es im Gange war, sprach er ein Wort (Lok.abs.; 3.Sg.Impf.; Akk.)
sāmni hy uccārite mayā
als ja ein Sāman angestimmt war von mir (Lok.abs.; PPP; Instr.)
‚Das Rathantara, du Bester der Zweimalgeborenen, ist nicht richtig – so verhält es sich. Bedenke es nochmals mit dem Verstand, lass die Freude fahren, Vorzüglichster der Zweimalgeborenen; du Bösgesinnter hast eine Sünde begangen, die das Opfer nicht [voran]trägt.‘
Wort für Wort
rathantaraṃ dvijaśreṣṭha
das Rathantara, Bester der Zweimalgeborenen (Akk./Nom.; Vok.)
na samyag iti vartate
nicht richtig, so verhält es sich (Adv.; 3.Sg.Präs.Med.)
samīkṣasva punar buddhyā
bedenke nochmals mit dem Verstand (Imp.Med.; Adv.; Instr.)
harṣaṃ tyaktvā dvijottama
die Freude aufgegeben habend, Bester der Zweimalgeborenen (Akk.; Abs.; Vok.)
ayajñavāhinaṃ pāpam
eine das Opfer nicht tragende Sünde (Akk.Sg.n.)
akārṣīs tvaṃ sudurmate
hast du begangen, du Bösgesinnter (Aor.2.Sg.; Nom.; Vok.)
ayajñavāhin: ‚das Opfer nicht tragend/befördernd‘, Bedeutung unsicher.
evam uktvā mahākrodhāt prāha ruṣṭaḥ punar vacaḥ; prajñayā rahito duḥkhī nityaṃ bhīto vanecaraḥ; daśa varṣasahasrāṇi daśāṣṭau ca śatāni ca
Nachdem er so gesprochen, sagte er, erzürnt in großem Zorn, nochmals ein Wort: ‚Der Einsicht beraubt, leidend, stets furchtsam, im Wald umherziehend [sollst du sein] zehntausend Jahre und achtzehnhundert Jahre.‘
Wort für Wort
evam uktvā mahākrodhāt
so gesprochen habend, aus großem Zorn (Abs.; Abl.)
prāha ruṣṭaḥ punar vacaḥ
sprach erzürnt nochmals ein Wort (3.Sg.Perf.; PPP; Akk.)
‚In einem Land, dessen Wasser und Futter geschwunden sind, das von anderen Tieren gemieden wird, dessen Bäume für Opfer untauglich sind, das von Rurus und Löwen bewohnt wird, wirst du ein grausames Tier sein, mit großem Leid behaftet.‘
Wort für Wort
naṣṭapānīyayavase
dessen Wasser und Futter verloren sind (Lok.; Bahuvrīhi)
mṛgair anyaiś ca varjite
und von anderen Tieren gemieden (Instr.Pl.; PPP Lok.)
vāsudevas tadovāca punar matimatāṃ varaḥ; suvarṇākṣo mahādevas tapasā toṣito mayā; tato 'tha bhagavān āha prīto māṃ vai yudhiṣṭhira; annāt priyataraḥ kṛṣṇa matprasādād bhaviṣyasi; aparājitaś ca yuddheṣu tejaś caivānalopamam; evaṃ sahasraśaś cātmā mahādevo varaṃ dadau; maṇimanthe 'tha śaile vai purā saṃrādhito mayā; varṣāyutasahasrāṇāṃ sahasraśatam eva ca; tato māṃ bhagavān prīta idaṃ vacanam abravīt; varaṃ vṛṇīṣva bhadraṃ te yas te manasi vartate; tataḥ praṇamya śirasā idaṃ vacanam abruvam; yadi prīto mahādevo bhaktyā paramayā prabhuḥ; nityakālaṃ taveśāna bhaktir bhavatu me sthirā; evam astv iti bhagavāṃs tatroktvāntaradhīyata
Und Vāsudeva, der Beste der Klugen, sprach da wieder: „Der goldäugige Mahādeva wurde von mir durch Askese zufriedengestellt. Da sprach der Erhabene, erfreut, zu mir, Yudhiṣṭhira: ‚Lieber als Speise wirst du, Kṛṣṇa, durch meine Gnade sein [?], unbesiegt in den Kämpfen, und dein Glanz gleich dem Feuer.‘ So gab Mahādeva, der Selbst [?], tausendfach Gaben. Auf dem Berg Maṇimantha wurde er einst von mir verehrt, tausende Zehntausende von Jahren und hunderttausend dazu [?]. Da sprach der Erhabene, erfreut, diese Worte zu mir: ‚Wähle eine Gabe, Heil dir, die in deinem Sinn ist.‘ Da sagte ich, mich mit dem Haupt verneigend, diese Worte: ‚Wenn Mahādeva, der Herr, durch höchste Hingabe erfreut ist, so möge, o Īśāna, zu jeder Zeit meine Hingabe an dich beständig sein.‘ ‚So sei es!‘, sagte der Erhabene dort und verschwand.
Wort für Wort
vāsudevas tadovāca punar
Vāsudeva sprach da wieder (Nom.; 3.Sg.Perf.)
matimatāṃ varaḥ suvarṇākṣo
der Beste der Klugen, der Goldäugige (Gen.Pl.; Nom.)
mahādevas tapasā toṣito mayā
Mahādeva durch Askese zufriedengestellt von mir (Instr.; PPP; Instr.)
annāt priyataraḥ kṛṣṇa
lieber als Speise, Kṛṣṇa [?] (Abl.; Komp.; Vok.)
aparājitaś ca yuddheṣu
und unbesiegt in den Kämpfen (Nom.; Lok.Pl.)
varaṃ vṛṇīṣva bhadraṃ te
wähle eine Gabe, Heil dir (Imp.Med.; Akk.)
nityakālaṃ taveśāna
zu jeder Zeit, dir, Īśāna (Adv.; Gen.; Vok.)
bhaktir bhavatu me sthirā
Hingabe möge mir beständig sein (Nom.; Imp.; Nom.)
evam astv iti bhagavāṃs
„so sei es“, der Erhabene (Imp.; iti; Nom.)
tatroktvāntaradhīyata
dort sprach er und verschwand (Abs.; 3.Sg.Impf.Pass./Med.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; annāt priyataraḥ, evaṃ … cātmā und die Zahlenangabe sind unklar.
Und Jaigīṣavya sprach ebenso [vom] Welterhalter Maheśvara [?].
Wort für Wort
jaigīṣavyas tathā prāha
Jaigīṣavya sprach ebenso (Nom.; 3.Sg.Perf.)
jagaddhātā maheśvaraḥ
der Welterhalter Maheśvara (Nom.) [?]
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Satzbau unklar (jagaddhātā maheśvaraḥ im Nominativ).
Jaigīṣavya sprach: „Mir wurde die achtfache Herrlichkeit einst vom Erhabenen gegeben, nach geringer, aber kräftiger Anstrengung, in Vārāṇasī, o Yudhiṣṭhira.“
Wort für Wort
jaigīṣavya uvāca
Jaigīṣavya sprach
mamāṣṭaguṇam aiśvaryaṃ
mir die achtfache Herrlichkeit (Gen.; Akk.)
dattaṃ bhagavatā purā
gegeben vom Erhabenen einst (PPP; Instr.)
yatnenālpena balinā
durch geringe, [doch] kraftvolle Anstrengung (Instr.)
Und der Weise Parāśara sprach: „Auch von mir wurde er einst zufriedengestellt.“
Wort für Wort
parāśaraś cāha muniḥ
und Parāśara sprach, der Weise (Nom.; 3.Sg.Perf.)
purā mama ca toṣitaḥ
einst von mir auch zufriedengestellt (Adv.; Gen.; PPP)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; mama toṣitaḥ = ‚von mir zufriedengestellt‘ (Gen. statt Instr.).
Gārgya sprach: „Das vierundsechzigteilige, wunderbare Wissen um die Zeit gab er mir, am Ufer der Sarasvatī zufrieden durch geistiges Opfer, o Pāṇḍava.“
Wort für Wort
gārgya uvāca
Gārgya sprach
catuḥṣaṣṭyaṅgam adadāt
das vierundsechzigteilige gab er (Akk.; 3.Sg.Impf.)
kālajñānaṃ mamādbhutam
Wissen um die Zeit, mir, wunderbar (Akk.; Dat.; Akk.)
sarasvatyās taṭe tuṣṭo
am Ufer der Sarasvatī zufrieden (Gen.; Lok.; Nom.)
manoyajñena pāṇḍava
durch ein Opfer des Geistes, Pāṇḍava (Instr.; Vok.)
Parāśara sprach: „Nachdem ich einst Śarva zufriedengestellt hatte, dachte ich im Geist, o König, [an einen Sohn]: großer Asket, von großem Glanz, großer Yogin, von großem Ruhm, Vedavyāsa, Wohnstatt des Glücks, brahmanenfreundlich, von mitleidsvollem Wesen –
Wort für Wort
parāśara uvāca
Parāśara sprach
prasādyāhaṃ purā śarvaṃ
nachdem ich einst Śarva besänftigt hatte (Abs.; Akk.)
manasācintayaṃ nṛpa
dachte ich im Geist, König (Instr.; 1.Sg.Impf.; Vok.)
mahātapā mahātejā
großer Asket, von großem Glanz (Nom.)
mahāyogī mahāyaśāḥ
großer Yogin, von großem Ruhm (Nom.)
vedavyāsaḥ śriyāvāso
Vedavyāsa, Wohnstatt des Glücks (Nom.)
brahmaṇyaḥ karuṇātmakaḥ
brahmanenfreundlich, mitleidsvoll (Nom.)
Die Nominative beschreiben den erhofften Sohn (s. Unit 33).
„Das erkennend sprach zu mir Śaṃkara, der Tripura-Zerstörer: ‚Die Tochter der Ahnen, Tochter des Vasu, durch Fluch im Haus eines Fischers entstanden – in ihr [wird] ein Viṣṇukṛtā genannter [Sohn] sein, ein Läuterer der Guten durch Wissen.‘
Wort für Wort
tad abhijñāya mām āha
das erkennend sprach er zu mir (Abs.; Akk.; 3.Sg.Perf.)
śaṃkaras tripurārdanaḥ
Śaṃkara, der Tripura-Zerstörer (Nom.)
pitṛkanyā vasoḥ putrī
die Ahnentochter, Tochter des Vasu (Nom.; Gen.)
śāpād dāśagṛhoditā
durch Fluch im Haus eines Fischers entstanden (Abl.; PPP)
tasyāṃ viṣṇukṛtā nāma
in ihr Viṣṇukṛtā genannt [?] (Lok.; Nom.)
vidyayā śodhakaḥ satām
durch Wissen Läuterer der Guten (Instr.; Nom.; Gen.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Halbvers tasyāṃ viṣṇukṛtā nāma … ist grammatisch unklar (viṣṇukṛtā feminin).
„Wenn er in mir Gestalt annimmt, wird aus der Frucht jenes [Wunsches] Kṛṣṇa entstehen; und in der Schöpfungsperiode des Manu Sāvarṇa wird er auch einer der Sieben Seher sein.“
Wort für Wort
mayi saṃbhavatas tasya
in mir, wenn er entsteht/sich verkörpert, seiner (Lok./Gen.)
phalāt kṛṣṇo bhaviṣyati
aus der Frucht wird Kṛṣṇa [Dvaipāyana] sein (Abl./3.Sg.Fut.)
sāvarṇasya manoḥ sarge
in der Schöpfung des Manu Sāvarṇa (Gen./Lok.)
saptarṣiś ca bhaviṣyati
und einer der Sieben Seher wird er sein (Nom./3.Sg.Fut.)
Sprecher Śiva; die Einleitung steht in Einheit 35 (Kap. 018.028).
Und Māṇḍavya sprach: „Herr der Götter, sei ein Verehrter/Ergebener zum Wohl der Welt.“[?]
Wort für Wort
māṇḍavyaś cāha
und Māṇḍavya sprach (Nom./3.Sg.Perf.)
deveśa
Herr der Götter (Vok.)
bhakto lokahite
ergeben/verehrt, zum Wohl der Welt (Nom./Lok.)
bhave
sei (Opt.2.Sg.?) / Bhava (Vok.)[?]
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile; Text und Syntax unklar (bhave evtl. Vokativ Bhava = Śiva).
māṇḍavya uvāca; acauraś cauraśaṅkāyāṃ śūle bhinno hy ahaṃ yadā; tatrasthena stuto devaḥ prāha māṃ vai maheśvaraḥ
Māṇḍavya sprach: „Als ich, kein Dieb, im Verdacht, ein Dieb zu sein, auf den Pfahl aufgespießt wurde, da pries ich den Gott, während ich dort war, und Maheśvara sprach zu mir:“
Wort für Wort
māṇḍavya uvāca
Māṇḍavya sprach
acauraś cauraśaṅkāyāṃ
kein Dieb, im Verdacht des Diebseins (Nom./Lok.)
śūle bhinno hy ahaṃ yadā
auf dem Pfahl durchbohrt, wahrlich ich, als (Lok./Part./Nom.)
tatrasthena stuto devaḥ
von mir, der dort weilte, wurde der Gott gepriesen (Instr./Nom.)
mokṣaṃ prāpsyasi śūlāc ca jīviṣyasi samārbudam; rujā śūlakṛtā caiva na te vipra bhaviṣyati; ādhibhir vyādhibhiś caiva varjitas tvaṃ bhaviṣyasi
„Du wirst vom Pfahl befreit werden und eine volle Arbuda [Jahre] leben; und der vom Pfahl herrührende Schmerz wird dir nicht sein, Brahmane; frei von seelischen Leiden und Krankheiten wirst du sein.“
Wort für Wort
mokṣaṃ prāpsyasi śūlāc ca
Befreiung wirst du erlangen und vom Pfahl (2.Sg.Fut./Abl.)
jīviṣyasi samārbudam
du wirst leben eine volle Arbuda [Jahre] (2.Sg.Fut./Akk.)
rujā śūlakṛtā caiva
und der vom Pfahl verursachte Schmerz (Nom.)
na te vipra bhaviṣyati
wird dir nicht sein, Brahmane (Dat./Gen./Vok.)
ādhibhir vyādhibhiś caiva
und von Kümmernissen, von Krankheiten (Instr.Pl.)
varjitas tvaṃ bhaviṣyasi
frei wirst du sein (Part./Nom./Fut.)
samārbudam: Arbuda als große Zahl (Jahre) ergänzt.
Nachdem er so gesprochen hatte, verschwand der Erhabene, der Erlesene, der Stierreiter, Maheśvara, großer König, im Fell Gekleidete, von großem Glanz, samt seinem Gefolge, der Beste der Götter, genau dort.
upaspṛśya gṛhītvedhmaṃ kuśāṃś ca śaraṇād gurūn; tān visṛjya ca māṃ prāha pitā sāsrāvilekṣaṇaḥ
Er hatte sich den Mund gespült, Brennholz und Kuśa-Gras aus der Hütte genommen [und] die Ehrwürdigen; nachdem er diese entlassen hatte, sprach mein Vater zu mir, die Augen voller Tränen.
Wort für Wort
upaspṛśya gṛhītvedhmaṃ
Wasser berührt (nippt) habend, Brennholz genommen habend (Abs.)
kuśāṃś ca śaraṇād
und Kuśa-Gräser, aus der Hütte (Akk.Pl./Abl.)
gurūn tān visṛjya ca
die Ehrwürdigen, diese entlassen habend (Akk./Abs.)
praṇamantaṃ pariṣvajya mūrdhni cāghrāya pāṇḍava; diṣṭyā dṛṣṭo 'si me putra kṛtavidya ihāgataḥ
Er umarmte [mich], der ich mich verneigte, roch an meinem Haupt, Pāṇḍava, und sprach: „Zum Glück sehe ich dich, mein Sohn, der du die Wissenschaft vollendet hast und hierher gekommen bist.“
Wort für Wort
praṇamantaṃ pariṣvajya
den sich Verneigenden umarmt habend (Part.Akk./Abs.)
mūrdhni cāghrāya pāṇḍava
und am Haupt gerochen habend, Pāṇḍava (Lok./Abs./Vok.)
diṣṭyā dṛṣṭo 'si me putra
zum Glück gesehen bist du von mir, Sohn (Instr./Part./2.Sg.)
kṛtavidya ihāgataḥ
der das Wissen vollendet hat, hier angekommen (Nom./Part.)
Der Vater spricht; der Verseinleitung fehlt ein ausdrückliches „sprach“.
vāsudeva uvāca; upamanyur mayi prāha tapann iva divākaraḥ; aśubhaiḥ pāpakarmāṇo ye narāḥ kaluṣīkṛtāḥ; īśānaṃ na prapadyante tamorājasavṛttayaḥ; īśvaraṃ saṃprapadyante dvijā bhāvitabhāvanāḥ; sarvathā vartamāno 'pi yo bhaktaḥ parameśvare; sadṛśo 'raṇyavāsīnāṃ munīnāṃ bhāvitātmanām; brahmatvaṃ keśavatvaṃ vā śakratvaṃ vā suraiḥ saha; trailokyasyādhipatyaṃ vā tuṣṭo rudraḥ prayacchati; manasāpi śivaṃ tāta ye prapadyanti mānavāḥ; vidhūya sarvapāpāni devaiḥ saha vasanti te; bhittvā chittvā ca kūlāni hatvā sarvam idaṃ jagat; yajed devaṃ virūpākṣaṃ na sa pāpena lipyate; sarvalakṣaṇahīno 'pi yukto vā sarvapātakaiḥ; sarvaṃ tudati tat pāpaṃ bhāvayañ chivam ātmanā; kīṭapakṣipataṃgānāṃ tiraścām api keśava; mahādevaprapannānāṃ na bhayaṃ vidyate kva cit; evam eva mahādevaṃ bhaktā ye mānavā bhuvi; na te saṃsāravaśagā iti me niścitā matiḥ; tataḥ kṛṣṇo 'bravīd vākyaṃ dharmaputraṃ yudhiṣṭhiram
Vāsudeva sprach: „Upamanyu sprach zu mir, wie die Sonne brennend: ‚Die Menschen, die üble Taten tun, durch Unheilvolles befleckt, von finsterem und leidenschaftlichem Wandel, nehmen nicht Zuflucht zu Īśāna. Zu Īśvara nehmen Zuflucht die Zweimalgeborenen, deren Sinnen geläutert ist. Wer auch immer auf jede Weise lebt, doch dem höchsten Herrn ergeben ist, gleicht den im Wald wohnenden Weisen mit geläutertem Selbst. Brahmā-Stellung, Keśava-Stellung oder Indra-Stellung samt den Göttern oder die Herrschaft über die drei Welten gibt Rudra, wenn er zufrieden ist. Die Menschen, die auch nur im Geist Zuflucht bei Śiva nehmen, mein Lieber, schütteln alle Sünden ab und wohnen bei den Göttern. Selbst wer Ufer aufgerissen und durchschnitten und diese ganze Welt erschlagen hat, wenn er den Gott Virūpākṣa verehrt, wird von der Sünde nicht befleckt. Selbst ohne alle glückverheißenden Merkmale oder mit allen Todsünden behaftet, vertreibt er alle jene Sünde, indem er Śiva im Selbst betrachtet. Selbst von Würmern, Vögeln, Insekten und Tieren, Keśava, die bei Mahādeva Zuflucht genommen haben, ist nirgends Furcht vorhanden. Ebenso sind die Verehrer Mahādevas unter den Menschen auf Erden nicht dem Saṃsāra unterworfen; das ist meine feste Überzeugung.‘ Darauf sprach Kṛṣṇa das Wort zu Yudhiṣṭhira, dem Sohn des Dharma.“
Wort für Wort
vāsudeva uvāca; upamanyur mayi prāha
Vāsudeva sprach; Upamanyu sprach zu mir (Nom./3.Sg.Perf.)
tapann iva divākaraḥ
wie die Sonne brennend (Part./Nom.)
aśubhaiḥ pāpakarmāṇo ye narāḥ kaluṣīkṛtāḥ
die Männer, die von Unheilvollem befleckt sind, üble Täter (Instr.Pl./Nom.Pl.)
īśānaṃ na prapadyante tamorājasavṛttayaḥ
zu Īśāna nicht Zuflucht nehmen, von finsterem und leidenschaftlichem Wandel (3.Pl.Med.)
īśvaraṃ saṃprapadyante dvijā bhāvitabhāvanāḥ
zu Īśvara nehmen Zuflucht die Zweimalgeborenen, mit geläuterter Betrachtung (3.Pl./Nom.Pl.)
sarvathā vartamāno 'pi yo bhaktaḥ parameśvare
wer auf jede Weise lebend doch ergeben dem höchsten Herrn (Part./Nom./Lok.)
sadṛśo 'raṇyavāsīnāṃ munīnāṃ bhāvitātmanām
gleich den Waldbewohnern, den Weisen mit geläutertem Selbst (Nom./Gen.Pl.)
brahmatvaṃ keśavatvaṃ vā śakratvaṃ vā suraiḥ saha
Brahmā-tum, Keśava-tum oder Indra-tum mit den Göttern (Akk.)
trailokyasyādhipatyaṃ vā tuṣṭo rudraḥ prayacchati
oder die Herrschaft über die drei Welten; zufrieden gibt Rudra (Akk./3.Sg.Präs.)
manasāpi śivaṃ tāta ye prapadyanti mānavāḥ
selbst mit dem Geist Śiva, Lieber, die Menschen Zuflucht nehmen (Instr./Vok./3.Pl.)
vidhūya sarvapāpāni devaiḥ saha vasanti te
alle Sünden abgeschüttelt habend, wohnen sie mit den Göttern (Abs./3.Pl.)
bhittvā chittvā ca kūlāni hatvā sarvam idaṃ jagat
gespalten, zerschnitten die Ufer, erschlagen diese ganze Welt (Abs.)
yajed devaṃ virūpākṣaṃ na sa pāpena lipyate
er möge den Gott Virūpākṣa verehren, er wird nicht von Sünde befleckt (Opt./Pass.)
sarvalakṣaṇahīno 'pi yukto vā sarvapātakaiḥ
auch ohne alle Merkmale oder mit allen Sünden verbunden (Nom.)
sarvaṃ tudati tat pāpaṃ bhāvayañ chivam ātmanā
alle jene Sünde durchsticht er, Śiva im Selbst vergegenwärtigend (3.Sg.Präs./Part.)
kīṭapakṣipataṃgānāṃ tiraścām api keśava
selbst der Würmer, Vögel, Insekten, Tiere, Keśava (Gen.Pl./Vok.)
mahādevaprapannānāṃ na bhayaṃ vidyate kva cit
der zu Mahādeva Zuflucht Genommenen, Furcht nirgends vorhanden (Gen.Pl./Nom./Pass.)
evam eva mahādevaṃ bhaktā ye mānavā bhuvi
ebenso Mahādeva ergeben, die Menschen auf Erden (Nom.Pl./Lok.)
na te saṃsāravaśagā iti me niścitā matiḥ
nicht sind sie dem Saṃsāra unterworfen, so ist meine feste Überzeugung (Nom.)
darauf sprach Kṛṣṇa das Wort zum Sohn des Dharma Yudhiṣṭhira (3.Sg.Impf./Akk.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; kūlāni (Ufer/Dämme) wohl bildlich für Schranken [?]; die Schlusszeile ist Wiederholung der Rahmenformel. Der Sprechrahmen (Vāsudeva zitiert Upamanyu) bleibt unklar.
Sonne und Mond, Wind und Feuer, Himmel, Erde, die Wasser, die Vasus und die Allgötter, Dhātṛ, Aryaman, Śukra und Bṛhaspati, die Rudras samt den Sādhyas, Varuṇa, der Hüter des Reichtums.
Wort für Wort
ādityacandrāv anilānalau ca
Sonne und Mond, Wind und Feuer (Nom.Du.)
dyaur bhūmir āpo
Himmel, Erde, Wasser (Nom.)
vasavo 'tha viśve
die Vasus und die Allgötter (Nom.Pl.)
dhātāryamā śukrabṛhaspatī ca
Dhātṛ, Aryaman, Śukra und Bṛhaspati (Nom.)
rudrāḥ sasādhyā varuṇo vittagopaḥ
die Rudras samt Sādhyas, Varuṇa, Hüter des Reichtums (Nom.)
Beginn der Aufzählung; Regens ist śarvāj jātam viddhi in 018.053.
brahmā śakro māruto brahma satyaṃ; vedā yajñā dakṣiṇā vedavāhāḥ; somo yaṣṭā yac ca havyaṃ haviś ca; rakṣā dīkṣā niyamā ye ca ke cit
Brahmā, Śakra, die Maruts, das Brahman, die Wahrheit, die Veden, die Opfer, der Opferlohn, die Veda-Träger, Soma, der Opferer, was Opfergabe für die Götter und was Opferspeise ist, Schutz, Weihe und welche Observanzen es auch gibt.
Wort für Wort
brahmā śakro māruto
Brahmā, Śakra, der Marut-Schar (Nom.)
brahma satyaṃ
Brahman, Wahrheit (Nom.)
vedā yajñā dakṣiṇā vedavāhāḥ
Veden, Opfer, Opferlohn, Veda-Träger (Nom.Pl.)
somo yaṣṭā
Soma, der Opferer (Nom.)
yac ca havyaṃ haviś ca
und was Götter-Opfergabe und Opferspeise (Nom.n.)
rakṣā dīkṣā niyamā ye ca ke cit
Schutz, Weihe, Observanzen und welche auch immer (Nom.)
vedavāhāḥ unsicher (Träger des Veda, evtl. Rosse) [?].
Svāhā, Vaṣaṭ, die Brahmanen, die Saurabheyas [Kühe], der Dharma, das Rad, das Zeitrad und das Bewegliche, Ruhm, Selbstbezähmung, die verständige Festigkeit, Gutes und Schlechtes und die sieben Weisen.
Der höchste Verstand im Geist und beim Sehen, die Vollendung im Berühren und welche Vollendung der Handlungen [es gibt]; die Scharen der Götter, die Ūṣmapas und Somapas, die Lekhas, Suyāmas, Tuṣitas, Brahmakāyas.
Wort für Wort
agryā buddhir manasā darśane ca
höchster Verstand im Geist und beim Sehen (Nom.f./Instr./Lok.)
ābhāsvarā gandhapā dṛṣṭipāś ca; vācā viruddhāś ca manoviruddhāḥ; śuddhāś ca nirvāṇaratāś ca devāḥ; sparśāśanā darśapā ājyapāś ca
Die Ābhāsvaras, Gandhapas und Dṛṣṭipas, die durch Rede Gehemmten und die im Geist Gehemmten, die Reinen und die im Nirvāṇa sich erfreuenden Götter, die Sparśāśanas, Darśapas und Ājyapas.
Wort für Wort
ābhāsvarā gandhapā dṛṣṭipāś ca
Ābhāsvaras, Duft-Trinker, Blick-Trinker (Nom.Pl.)
vācā viruddhāś ca manoviruddhāḥ
durch Rede gehemmt und durch Geist gehemmt (Instr./Part.Nom.)
śuddhāś ca nirvāṇaratāś ca devāḥ
Reine und im Nirvāṇa sich erfreuende Götter (Nom.Pl.)
cintāgatā ye ca deveṣu mukhyā; ye cāpy anye devatāś cājamīḍha; suparṇagandharvapiśācadānavā; yakṣās tathā pannagāś cāraṇāś ca
Die im Denken Angelangten, die unter den Göttern die Vornehmsten sind, und auch die anderen Gottheiten, o Ajamīḍha; Suparṇas, Gandharvas, Piśācas und Dānavas, ebenso Yakṣas, Schlangen und Cāraṇas.
Wort für Wort
cintāgatā ye ca deveṣu mukhyā
die im Denken Angelangten und unter den Göttern die Ersten (Nom.Pl./Lok.)
Das Feine, das Grobe, das Weiche und das Nicht-Feine, Glück, Leid und was zwischen Glück und Leid liegt, Sāṃkhya, Yoga und was das Höchste der Höchsten ist: wisse, dass dies von mir Genannte aus Śarva entstanden ist.
Aus ihm entstanden sind die Wesenschöpfer, die Erlesenen, alle Götter, die Hüter dieser Welt, die, nachdem sie in diese Erde eingegangen waren, die uralte Schöpfung jenes Gottes schützten.
Wort für Wort
tatsaṃbhūtā bhūtakṛto vareṇyāḥ
aus ihm entstanden, Wesenschöpfer, erlesen (Nom.Pl.)
vicinvantaṃ manasā toṣṭuvīmi; kiṃ cit tattvaṃ prāṇahetor nato 'smi; dadātu devaḥ sa varān iheṣṭān; abhiṣṭuto naḥ prabhur avyayaḥ sadā
Den mit dem Geist Forschenden preise ich; um des Lebens willen habe ich mich vor irgendeiner Wahrheit verneigt [?]. Der Gott gewähre uns hier gewünschte Gaben; von uns gepriesen [sei] der Herr, stets unvergänglich.
Wort für Wort
vicinvantaṃ manasā toṣṭuvīmi
den mit Geist Suchenden preise ich (Part.Akk./Instr./1.Sg.Int.)
kiṃ cit tattvaṃ prāṇahetor
irgendein Wesen/Wahrheit, um des Lebens willen (Akk./Abl.)
nato 'smi
verneigt habe ich mich (Part./1.Sg.)
dadātu devaḥ sa varān iheṣṭān
gewähren möge jener Gott hier gewünschte Gaben (Imp./Akk.Pl.)
abhiṣṭuto naḥ
gepriesen von uns (Part./Instr.)
prabhur avyayaḥ sadā
der Herr, unvergänglich, immer (Nom.)
Zeile 1 und 2 syntaktisch unsicher (tattva, prāṇahetoḥ) [?].
Wer dieses Loblied, die Sinne zügelnd, rein geworden, als Mann rezitiert, ungebrochen im Yoga, diszipliniert, ein Jahr lang, der würde die Frucht erlangen, die [im] Pferdeopfer [liegt].
Wort für Wort
imaṃ stavaṃ saṃniyamyendriyāṇi
dieses Loblied, die Sinne gezügelt habend (Akk./Abs.)
śucir bhūtvā yaḥ puruṣaḥ paṭheta
rein geworden, welcher Mann rezitieren möge (Nom./Opt.)
abhagnayogo niyato 'bdam ekaṃ
mit ungebrochenem Yoga, diszipliniert, ein Jahr lang (Nom./Akk.)
sa prāpnuyād aśvamedhe phalaṃ yat
der würde erlangen die Frucht, die beim Pferdeopfer (Opt./Lok./Akk.)
Ein Brahmane würde alle Veden erlangen, ein König die ganze Erde erobern, ein Vaiśya Gewinn und Geschicklichkeit erlangen, ein Śūdra nach dem Tod einen guten Weg und Glück.
Wort für Wort
vedān kṛtsnān brāhmaṇaḥ prāpnuyāc ca
alle Veden würde ein Brahmane erlangen (Akk.Pl./Nom./Opt.)
jayed rājā pṛthivīṃ cāpi kṛtsnām
erobern möge der König die Erde, auch ganze (Opt./Nom./Akk.)
vaiśyo lābhaṃ prāpnuyān naipuṇaṃ ca
der Vaiśya Gewinn erlangen und Geschicklichkeit (Akk.)
śūdro gatiṃ pretya tathā sukhaṃ ca
der Śūdra Weg, nach dem Tod, ebenso Glück (Akk./Abs.)
Nachdem sie diesen König der Loblieder – alle Fehler vertreibend, verdienstvoll, reinigend, ruhmbringend – [gesprochen] hatten, richteten sie den Geist auf Rudra.
Wort für Wort
stavarājam imaṃ kṛtvā
diesen Hymnenkönig gemacht/angestimmt habend (Akk./Abs.)
rudrāya dadhire manaḥ
auf Rudra richteten sie den Geist (Dat./3.Pl.Perf.Med./Akk.)
sarvadoṣāpahaṃ puṇyaṃ
alle Fehler vertreibend, verdienstlich (Akk.)
pavitraṃ ca yaśasvinam
und reinigend, ruhmreich (Akk.)
kṛtvā: „hergestellt/gesungen“; Subjekt der 3.Pl. unklar [?].