Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 102: nahuṣāgastyabhṛgusaṃvādaḥ Die Opfergaben von Räucherwerk, Lampen und Spenden; Nahuṣas Hochmut, Bhṛgus und Agastyas Gespräch

Yudhiṣṭhira fragt nach dem Lohn von Blumen-, Räucher- und Lichtspenden sowie dem Sinn der Hausopfer (bali); Bhīṣma antwortet mit der alten Erzählung von Nahuṣa, der als Götterkönig hochmütig wird, und dem Gespräch zwischen Bhṛgu und Agastya über seinen Sturz. Die Einheiten mit Stern sind Zusatzverse der kritischen Ausgabe.

yudhiṣṭhira uvāca; śrutaṃ me bharataśreṣṭha puṣpadhūpapradāyinām; phalaṃ balividhāne ca tad bhūyo vaktum arhasi

Yudhiṣṭhira sprach: „Gehört habe ich von dir, bester der Bharata, über den Lohn derer, die Blumen und Räucherwerk darbringen; auch über den Lohn beim Vollzug der Bali-Spende: Darüber sollst du mir noch weiter berichten.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
śrutaṃ me bharataśreṣṭha
gehört [ist] von mir, Bester der Bharata (Part.Perf.Pass./Vok.)
puṣpadhūpapradāyinām
der Blumen- und Räucherwerkspender (Gen.Pl.)
phalaṃ balividhāne ca
den Lohn und beim Vollzug der Bali-Spende (Akk./Lok.)
tad bhūyo vaktum arhasi
das weiter zu sagen vermagst du / sollst du (Inf., 2.Sg.Präs.)

phalaṃ pradānena ca tad bhūyo vaktuṃ tvam arhasi

Über den Lohn des Spendens [überhaupt] sollst du mir das noch weiter berichten.

Wort für Wort
phalaṃ pradānena ca
den Lohn und durch das Geben (Akk./Instr.)
tad bhūyo
das weiter / noch mehr (Akk./Adv.)
vaktuṃ tvam arhasi
zu sagen sollst du (Inf./Nom./2.Sg.Präs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, nur in einem Teil der Handschriften.

dhūpapradānasya phalaṃ pradīpasya tathaiva ca; balayaś ca kimarthaṃ vai kṣipyante gṛhamedhibhiḥ

[Sag mir] den Lohn des Räucherwerk-Spendens und ebenso den der Lampe; und wozu werden die Bali-Gaben von den Hausvätern [in die Luft] geworfen?

Wort für Wort
dhūpapradānasya phalaṃ
den Lohn der Räucherwerkspende (Gen./Akk.)
pradīpasya tathaiva ca
und ebenso der Lampe (Gen.)
balayaś ca
und die Bali-Gaben (Nom.Pl.)
kimarthaṃ vai
wozu / zu welchem Zweck wahrlich (Adv.)
kṣipyante gṛhamedhibhiḥ
werden hingeworfen von den Hausvätern (3.Pl.Präs.Pass./Instr.Pl.)

bhīṣma uvāca; atrāpy udāharantīmam itihāsaṃ purātanam; nahuṣaṃ prati saṃvādam agastyasya bhṛgos tathā

Bhīṣma sprach: „Hierzu führt man diese alte Erzählung an: ein Gespräch zwischen Agastya und Bhṛgu über Nahuṣa.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
atrāpy udāharanti imam
auch hierzu führt man an diese (3.Pl.Präs./Akk.)
itihāsaṃ purātanam
Erzählung, alte (Akk.Sg.)
nahuṣaṃ prati saṃvādam
Gespräch über Nahuṣa (Akk./Präp./Akk.)
agastyasya bhṛgos tathā
des Agastya und ebenso des Bhṛgu (Gen.)

nahuṣo hi mahārāja rājarṣiḥ sumahātapāḥ; devarājyam anuprāptaḥ sukṛteneha karmaṇā

Nahuṣa nämlich, großer König, ein Königsweiser von gewaltiger Askese, war durch ein gutes Werk hier [auf Erden] zur Herrschaft über die Götter gelangt.

Wort für Wort
nahuṣo hi mahārāja
Nahuṣa nämlich, großer König (Nom./Vok.)
rājarṣiḥ sumahātapāḥ
Königsweiser von sehr großer Askese (Nom.)
devarājyam anuprāptaḥ
die Götterherrschaft erlangt habend (Part.Perf.Pass./Nom.)
sukṛtena iha karmaṇā
durch gutes hier Werk (Instr.)

tatrāpi prayato rājan nahuṣas tridive vasan; mānuṣīś caiva divyāś ca kurvāṇo vividhāḥ kriyāḥ

Auch dort, König, war Nahuṣa, im Himmel weilend, gewissenhaft und vollzog mannigfache Riten, menschliche wie göttliche.

Wort für Wort
tatrāpi prayato rājan
auch dort beflissen, König (Nom./Vok.)
nahuṣas tridive vasan
Nahuṣa im Himmel weilend (Nom./Lok./Part.Präs.)
mānuṣīś caiva divyāś ca
sowohl menschliche als auch göttliche (Akk.Pl.f.)
kurvāṇo vividhāḥ kriyāḥ
vollziehend verschiedene Riten (Part.Präs.Med./Akk.Pl.)

mānuṣyas tatra sarvāḥ sma kriyās tasya mahātmanaḥ; pravṛttās tridive rājan divyāś caiva sanātanāḥ

Alle menschlichen Riten dieses Hochgesinnten waren dort im Himmel in Gang, König, und ebenso die göttlichen, ewig geltenden.

Wort für Wort
mānuṣyas tatra sarvāḥ sma
menschliche dort alle (Nom.Pl.f./Part.)
kriyās tasya mahātmanaḥ
Riten seine, des Hochgesinnten (Nom./Gen.)
pravṛttās tridive rājan
in Gang gekommen im Himmel, König (Part.Perf.Pass./Lok./Vok.)
divyāś caiva sanātanāḥ
und göttliche, ewige (Nom.Pl.f.)

agnikāryāṇi samidhaḥ kuśāḥ sumanasas tathā; balayaś cānnalājābhir dhūpanaṃ dīpakarma ca

Feueropfer, Brennhölzer, Kuśa-Gras und Blumen, ebenso Bali-Gaben mit Reis und Röstkorn, das Räuchern und das Lampenwerk:

Wort für Wort
agnikāryāṇi samidhaḥ
Feuerriten, Brennhölzer (Nom.Pl.)
kuśāḥ sumanasas tathā
Kuśa-Gräser, Blumen und ebenso (Nom.Pl.)
balayaś ca annalājābhiḥ
und Bali-Gaben mit Speise und Röstkorn (Nom.Pl./Instr.Pl.)
dhūpanaṃ dīpakarma ca
das Räuchern und das Lampenwerk (Nom.Sg.)

sarvaṃ tasya gṛhe rājñaḥ prāvartata mahātmanaḥ; japayajñān manoyajñāṃs tridive 'pi cakāra saḥ

alles das ging im Haus jenes hochgesinnten Königs seinen Gang. Auch Murmelopfer und Geistesopfer vollzog er im Himmel.

Wort für Wort
sarvaṃ tasya gṛhe rājñaḥ
alles in seinem Haus des Königs (Nom./Gen./Lok.)
prāvartata mahātmanaḥ
ging vonstatten, des Hochgesinnten (3.Sg.Impf.Med./Gen.)
japayajñān manoyajñān
Murmelopfer, Geistesopfer (Akk.Pl.)
tridive 'pi cakāra saḥ
im Himmel auch vollzog er (Lok./Perf./Nom.)

daivatāny arcayaṃś cāpi vidhivat sa sureśvaraḥ; sarvāṇy eva yathānyāyaṃ yathāpūrvam ariṃdama

Und auch die Götter verehrte er, der Herr der Götter, vorschriftsgemäß, ja alles so, wie es recht ist und wie es früher [üblich] war, Bezwinger der Feinde.

Wort für Wort
daivatāni arcayan ca api
die Gottheiten verehrend auch (Akk.Pl./Part.Präs.)
vidhivat sa sureśvaraḥ
regelgerecht er, der Herr der Götter (Adv./Nom.)
sarvāṇi eva yathānyāyaṃ
alles ebenso, nach dem Recht (Akk.Pl./Adv.)
yathāpūrvam ariṃdama
wie zuvor, Feindebezwinger (Adv./Vok.)

athendrasya bhaviṣyatvād ahaṃkāras tam āviśat; sarvāś caiva kriyās tasya paryahīyanta bhūpate

Dann aber, weil er Indra werden sollte [weil er die Indra-Stellung innehatte], befiel ihn der Ich-Dünkel, und alle seine Riten, Herr der Erde, gingen ein.

Wort für Wort
athendrasya bhaviṣyatvād
dann wegen des Indra-Werdens / Indra-Seins [?] (Gen./Abl.)
ahaṃkāras tam āviśat
Ich-Dünkel ihn befiel (Nom./Akk./3.Sg.Impf.)
sarvāś caiva kriyās tasya
und alle Riten seine (Nom.Pl.f./Gen.)
paryahīyanta bhūpate
gingen ab / verfielen, Herr der Erde (3.Pl.Impf.Pass./Vok.)

„bhaviṣyatvāt“ ist schwierig; mit [?] als „weil er künftig Indra sein sollte / Indra geworden war“ zu verstehen.

sa ṛṣīn vāhayām āsa varadānamadānvitaḥ; parihīnakriyaś cāpi durbalatvam upeyivān

Er ließ die Seher [seine Sänfte] tragen, berauscht vom Rausch der Gabe der Wunschgewährung; ohne Riten geworden, geriet er auch in Schwäche.

Wort für Wort
sa ṛṣīn vāhayām āsa
er die Seher tragen ließ (Nom./Akk.Pl./Perf.Kaus.)
varadānamadānvitaḥ
vom Rausch der Wunschgabe erfüllt (Nom.)
parihīnakriyaś ca api
und der Riten verlustig auch (Nom.)
durbalatvam upeyivān
Schwachheit erlangt habend (Akk./Part.Perf.)

tasya vāhayataḥ kālo munimukhyāṃs tapodhanān; ahaṃkārābhibhūtasya sumahān atyavartata

Während er die Weisenhäupter, die Reichtum-an-Askese-Besitzenden, tragen ließ, verstrich, vom Ich-Dünkel überwältigt, eine sehr lange Zeit.

Wort für Wort
tasya vāhayataḥ kālo
während er tragen ließ, Zeit (Gen.abs./Nom.)
munimukhyān tapodhanān
die Weisen-Häupter, Askese-Reichen (Akk.Pl.)
ahaṃkārābhibhūtasya
des vom Ich-Dünkel Überwältigten (Gen.)
sumahān atyavartata
sehr lange verstrich (Nom./3.Sg.Impf.)

atha paryāyaśa ṛṣīn vāhanāyopacakrame; paryāyaś cāpy agastyasya samapadyata bhārata

Da begann er, der Reihe nach die Seher zum Tragen [heranzuziehen], und die Reihe kam, Bhārata, auch an Agastya.

Wort für Wort
atha paryāyaśa ṛṣīn
da der Reihe nach die Seher (Adv./Akk.Pl.)
vāhanāya upacakrame
zum Tragen begann er (Dat./3.Sg.Perf.)
paryāyaś ca api agastyasya
und die Reihe auch des Agastya (Nom./Gen.)
samapadyata bhārata
trat ein, Bhārata (3.Sg.Impf./Vok.)

athāgamya mahātejā bhṛgur brahmavidāṃ varaḥ; agastyam āśramasthaṃ vai samupetyedam abravīt

Da kam der hochstrahlende Bhṛgu, der Beste der Brahman-Kundigen, heran, trat zu Agastya, der in der Einsiedelei weilte, und sprach dies:

Wort für Wort
athāgamya mahātejā
da herangekommen, hochstrahlend (Abs./Nom.)
bhṛgur brahmavidāṃ varaḥ
Bhṛgu, der Beste der Brahman-Kundigen (Nom./Gen.Pl.)
agastyam āśramasthaṃ vai
zu Agastya, der in der Einsiedelei weilte (Akk.)
samupetya idam abravīt
hingetreten dies sprach er (Abs./Akk./3.Sg.Impf.)

evaṃ vayam asatkāraṃ devendrasyāsya durmateḥ; nahuṣasya kimarthaṃ vai marṣayāma mahāmune

„Weshalb, großer Weiser, ertragen wir diese Mißachtung durch diesen böse gesinnten Nahuṣa, den Götterkönig [Indra]?“

Wort für Wort
evaṃ vayam asatkāraṃ
so wir die Mißachtung (Adv./Nom.Pl./Akk.)
devendrasya asya durmateḥ
des Götterherrn, dieses Böswilligen (Gen.)
nahuṣasya kimarthaṃ vai
des Nahuṣa, wozu wahrlich (Gen./Adv.)
marṣayāma mahāmune
ertragen wir, großer Weiser (1.Pl.Präs./Vok.)

agastya uvāca; katham eṣa mayā śakyaḥ śaptuṃ yasya mahāmune; varadena varo datto bhavato viditaś ca saḥ

Agastya sprach: „Wie kann ich ihn verfluchen, großer Weiser, dem, du weißt es ja, vom Gabenspender eine Gabe gewährt wurde?

Wort für Wort
agastya uvāca
Agastya sprach (Perf.)
katham eṣa mayā śakyaḥ śaptum
wie dieser von mir kann verflucht werden (Adv./Nom./Instr./Inf.)
yasya mahāmune
dem, großer Weiser (Gen./Vok.)
varadena varo datto
vom Gabenspender eine Gabe gegeben (Instr./Nom./Part.Pass.)
bhavato viditaś ca saḥ
von dir bekannt, und sie (Gen./Part.Pass./Nom.)

yo me dṛṣṭipathaṃ gacchet sa me vaśyo bhaved iti; ity anena varo devād yācito gacchatā divam

‚Wer in meinen Blickkreis gerät, der soll mir untertan sein.‘ Diese Gabe erbat er vom Gott, als er zum Himmel ging.

Wort für Wort
yo me dṛṣṭipathaṃ gacchet
wer meinen Blickweg betritt (Rel./Gen./Akk./Opt.)
sa me vaśyo bhavet iti
der soll mir gefügig sein, so (Nom./Opt.)
ity anena varo
so von ihm die Gabe (Instr./Nom.)
devād yācito gacchatā divam
vom Gott erbeten, von ihm, der zum Himmel ging (Abl./Part.Pass./Instr.Part.Präs./Akk.)

evaṃ na dagdhaḥ sa mayā bhavatā ca na saṃśayaḥ; anyenāpy ṛṣimukhyena na śapto na ca pātitaḥ

So wurde er von mir nicht verbrannt, und von dir nicht, daran ist kein Zweifel; auch von keinem anderen Seher-Häuptling wurde er verflucht oder gestürzt.

Wort für Wort
evaṃ na dagdhaḥ sa mayā
so nicht verbrannt er von mir (Adv./Part.Pass./Instr.)
bhavatā ca na saṃśayaḥ
und von dir; kein Zweifel (Instr./Nom.)
anyena api ṛṣimukhyena
von einem anderen auch, Seher-Häuptling (Instr.)
na śapto na ca pātitaḥ
nicht verflucht und nicht gestürzt (Part.Pass.)

amṛtaṃ caiva pānāya dattam asmai purā vibho; mahātmane tadarthaṃ ca nāsmābhir vinipātyate

Und Unsterblichkeitstrank ist ihm vor Zeiten, Herr, zum Trinken gegeben worden; deshalb wird dieser Hochgesinnte von uns nicht zu Fall gebracht.

Wort für Wort
amṛtaṃ caiva pānāya
Unsterblichkeitstrank und zum Trinken (Akk./Dat.)
dattam asmai purā vibho
gegeben ihm einst, Herr (Part.Pass./Dat./Adv./Vok.)
mahātmane tadarthaṃ ca
dem Hochgesinnten, und deswegen (Dat./Adv.)
na asmābhir vinipātyate
nicht von uns zu Fall gebracht (Instr./3.Sg.Präs.Pass.)

prāyacchata varaṃ devaḥ prajānāṃ duḥkhakārakam; dvijeṣv adharmayuktāni sa karoti narādhamaḥ

Der Gott gewährte eine Gabe, die den Geschöpfen Leid schafft; dieser niedrigste der Menschen tut den Zweimalgeborenen gegenüber Unrechtes an.

Wort für Wort
prāyacchata varaṃ devaḥ
gewährte eine Gabe, der Gott (3.Sg.Impf./Akk./Nom.) [?]
prajānāṃ duḥkhakārakam
der Geschöpfe Leid bewirkend (Gen.Pl./Akk.)
dvijeṣu adharmayuktāni
gegenüber den Zweimalgeborenen Unrechtmäßiges (Lok.Pl./Akk.Pl.)
sa karoti narādhamaḥ
er tut, der niedrigste Mensch (3.Sg.Präs./Nom.)

Der Sinn von „prāyacchata … devaḥ“ ist unsicher (Subjekt vermutlich der gabenspendende Gott); die Lesung ist verderbt möglich [?].

atra yat prāptakālaṃ nas tad brūhi vadatāṃ vara; bhavāṃś cāpi yathā brūyāt kurvīmahi tathā vayam

Was hier für uns an der Zeit ist, das sage, du Bester der Redenden; und wie du es auch sagen wirst, so wollen wir handeln.“

Wort für Wort
atra yat prāptakālaṃ naḥ
hierbei was an der Zeit ist für uns (Adv./Rel./Akk./Gen.)
tad brūhi vadatāṃ vara
das sage, Bester der Redenden (Imp./Gen.Pl./Vok.)
bhavāṃś ca api yathā brūyāt
und du auch wie du sagst (Nom./Opt.)
kurvīmahi tathā vayam
so wollen wir handeln (1.Pl.Opt.Med./Nom.)

bhṛgur uvāca; pitāmahaniyogena bhavantam aham āgataḥ; pratikartuṃ balavati nahuṣe darpam āsthite

Bhṛgu sprach: „Auf Geheiß des Großvaters [Brahmā] bin ich zu dir gekommen, um gegen den machtvollen Nahuṣa, der sich auf Hochmut stützt, Abhilfe zu schaffen.

Wort für Wort
bhṛgur uvāca
Bhṛgu sprach (Perf.)
pitāmahaniyogena
auf Geheiß des Großvaters (Instr.)
bhavantam aham āgataḥ
zu dir ich gekommen (Akk./Nom./Part.Perf.)
pratikartuṃ balavati
Abhilfe zu tun gegen den Mächtigen (Inf./Lok.)
nahuṣe darpam āsthite
gegen Nahuṣa, der sich dem Hochmut hingegeben hat (Lok./Akk./Part.Perf.)

adya hi tvā sudurbuddhī rathe yokṣyati devarāṭ; adyainam aham udvṛttaṃ kariṣye 'nindram ojasā

Heute nämlich wird der überaus Böswillige, der Götterkönig, dich vor den Wagen spannen; heute werde ich ihn, den Aufsässigen, durch [meine] Kraft indralos machen.

Wort für Wort
adya hi tvā sudurbuddhī
heute nämlich dich, der Böswillige (Adv./Akk./Nom.)
rathe yokṣyati devarāṭ
an den Wagen wird spannen der Götterkönig (Lok./3.Sg.Fut./Nom.)
adya enam aham udvṛttaṃ
heute ihn ich, den Aufsässigen (Akk./Nom.)
kariṣye 'nindram ojasā
werde machen ohne Indra-Würde durch Kraft (1.Sg.Fut./Akk./Instr.)

„tvā sudurbuddhī“ = tvā(ṃ) sudurbuddhiḥ.

adyendraṃ sthāpayiṣyāmi paśyatas te śatakratum; saṃcālya pāpakarmāṇam indrasthānāt sudurmatim

Heute werde ich Indra, den Śatakratu, vor deinen Augen [wieder] einsetzen, nachdem ich den Übeltäter, den Böswilligen, aus der Indra-Stellung gestürzt habe.

Wort für Wort
adya indraṃ sthāpayiṣyāmi
heute Indra werde ich einsetzen (Adv./Akk./1.Sg.Fut.Kaus.)
paśyatas te śatakratum
vor deinen Augen, den Śatakratu (Gen.Part./Akk.)
saṃcālya pāpakarmāṇam
nachdem ich erschüttert habe den Übeltäter (Abs./Akk.)
indrasthānāt sudurmatim
aus der Indra-Stellung, den Böswilligen (Abl./Akk.)

adya cāsau kudevendras tvāṃ padā dharṣayiṣyati; daivopahatacittatvād ātmanāśāya mandadhīḥ

Und heute wird dieser schlechte Götterherr dich mit dem Fuß angreifen, weil sein Sinn vom Schicksal geschlagen ist, zum eigenen Untergang, der Törichte.

Wort für Wort
adya ca asau kudevendras
und heute dieser schlechte Götterherr (Adv./Nom.)
tvāṃ padā dharṣayiṣyati
dich mit dem Fuß wird er angreifen (Akk./Instr./3.Sg.Fut.)
daivopahatacittatvāt
wegen des vom Schicksal geschlagenen Sinnes (Abl.)
ātmanāśāya mandadhīḥ
zum eigenen Untergang, der Schwachsinnige (Dat./Nom.)

vyutkrāntadharmaṃ tam ahaṃ dharṣaṇāmarṣito bhṛśam; ahir bhavasveti ruṣā śapsye pāpaṃ dvijadruham

Ihn, der die Ordnung [Dharma] überschritten hat, werde ich, über die Mißhandlung heftig erzürnt, im Zorn verfluchen: ‚Werde zur Schlange!‘, den Frevler, den Brahmanen-Schädiger.

Wort für Wort
vyutkrāntadharmaṃ tam aham
der die Ordnung überschritten hat, ihn ich (Akk./Nom.)
dharṣaṇāmarṣito bhṛśam
über die Mißhandlung erzürnt sehr (Part.Pass./Adv.)
ahir bhavasva iti ruṣā
Schlange werde! so im Zorn (Nom./Imp.Med./Instr.)
śapsye pāpaṃ dvijadruham
werde verfluchen den Frevler, Zweimalgeborenen-Schädiger (1.Sg.Fut./Akk.)

tata enaṃ sudurbuddhiṃ dhikśabdābhihatatviṣam; dharaṇyāṃ pātayiṣyāmi prekṣatas te mahāmune

Dann werde ich ihn, den Böswilligen, dessen Glanz vom Ruf „Pfui!“ erschlagen ist, auf die Erde stürzen, vor deinen Augen, großer Weiser.

Wort für Wort
tata enaṃ sudurbuddhiṃ
dann ihn, den Böswilligen (Adv./Akk.)
dhikśabdābhihatatviṣam
dessen Glanz vom Pfui-Ruf getroffen (Akk.)
dharaṇyāṃ pātayiṣyāmi
auf die Erde werde ich stürzen (Lok./1.Sg.Fut.Kaus.)
prekṣatas te mahāmune
vor deinen Augen, großer Weiser (Gen.Part./Vok.)

nahuṣaṃ pāpakarmāṇam aiśvaryabalamohitam; yathā ca rocate tubhyaṃ tathā kartāsmy ahaṃ mune

Den Nahuṣa, den Übeltäter, verblendet von Herrschermacht und Kraft: So, wie es dir gefällt, werde ich es tun, Weiser.“

Wort für Wort
nahuṣaṃ pāpakarmāṇam
den Nahuṣa, den Übeltäter (Akk.)
aiśvaryabalamohitam
durch Herrschaft und Kraft verblendet (Akk.)
yathā ca rocate tubhyaṃ
und wie es dir gefällt (Adv./3.Sg.Präs./Dat.)
tathā kartāsmi aham mune
so werde ich tun, Weiser (Adv./Nom.Ag.+1.Sg./Vok.)

evam uktas tu bhṛguṇā maitrāvaruṇir avyayaḥ; agastyaḥ paramaprīto babhūva vigatajvaraḥ

So von Bhṛgu angesprochen, wurde Agastya, der Sohn von Mitra und Varuṇa, der Unvergängliche, hocherfreut und von seiner Sorge befreit.

Wort für Wort
evam uktas tu bhṛguṇā
so angesprochen aber von Bhṛgu (Part.Pass./Instr.)
maitrāvaruṇir avyayaḥ
der Mitra-Varuṇa-Sohn, der Unvergängliche (Nom.)
agastyaḥ paramaprīto
Agastya, höchst erfreut (Nom.)
babhūva vigatajvaraḥ
wurde, von Fieber/Kummer befreit (3.Sg.Perf./Nom.)

tathā cakāra tat sarvaṃ papāta nahuṣo yathā

Und so tat er all das, wodurch Nahuṣa stürzte.

Wort für Wort
tathā cakāra tat sarvaṃ
so tat er das alles (Adv./3.Sg.Perf./Akk.)
papāta nahuṣo yathā
fiel Nahuṣa wie / wodurch (3.Sg.Perf./Nom./Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, nur in einem Teil der Handschriften.

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