Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 50: cyavana-nahuṣa-saṃvāda: matsyair saha jāloddhāraḥ Cyavana wird mit den Fischen aus dem Wasser gezogen und die Fischer melden es Nahuṣa

Auf Yudhiṣṭhiras Frage nach der Größe der Kühe erzählt Bhīṣma die alte Geschichte von Cyavana und Nahuṣa. Das Kapitel schildert, wie der zwölf Jahre im Wasser weilende Weise von Fischern mitsamt den Fischen ans Land gezogen wird.

yudhiṣṭhira uvāca; darśane kīdṛśaḥ snehaḥ saṃvāse ca pitāmaha; mahābhāgyaṃ gavāṃ caiva tan me brūhi pitāmaha

Yudhiṣṭhira sprach: „Was für eine Zuneigung besteht im Anblick und im Zusammenleben, Großvater? Und die hohe Glückseligkeit der Kühe: Das sage mir, Großvater!“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
darśane kīdṛśaḥ snehaḥ
im Anblick, was für eine Zuneigung (Lok. / Nom.)
saṃvāse ca pitāmaha
und im Zusammenleben, Großvater (Lok. / Vok.)
mahābhāgyaṃ gavāṃ caiva
und die Hoheit/das große Glück der Kühe (Akk. / Gen.Pl.)
tan me brūhi pitāmaha
das sage mir, Großvater (Akk. / Dat. / Imp. / Vok.)

bhīṣma uvāca; hanta te kathayiṣyāmi purāvṛttaṃ mahādyute; nahuṣasya ca saṃvādaṃ maharṣeś cyavanasya ca

Bhīṣma sprach: „Wohlan, ich werde dir eine Begebenheit aus alter Zeit erzählen, du Hochglänzender: das Gespräch zwischen Nahuṣa und dem großen Seher Cyavana.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
hanta te kathayiṣyāmi
wohlan, dir werde ich erzählen (Part. / Dat. / 1.Sg.Fut.)
purāvṛttaṃ mahādyute
Begebenheit aus alter Zeit, Hochglänzender (Akk. / Vok.)
nahuṣasya ca saṃvādaṃ
und das Gespräch Nahuṣas (Gen. / Akk.)
maharṣeś cyavanasya ca
und des großen Sehers Cyavana (Gen.)

purā maharṣiś cyavano bhārgavo bharatarṣabha; udavāsakṛtārambho babhūva sumahāvrataḥ

Vor Zeiten, Stier unter den Bharata, machte sich der große Seher Cyavana aus dem Geschlecht des Bhṛgu, ein Mann sehr großer Gelübde, daran, im Wasser zu wohnen.

Wort für Wort
purā maharṣiś cyavano bhārgavo
vor Zeiten der große Seher Cyavana, der Bhārgava (Adv. / Nom.)
bharatarṣabha
Stier unter den Bharata (Vok.)
udavāsakṛtārambho
der das Wohnen im Wasser zu beginnen unternommen hatte (Bahuvrīhi, Nom.)
babhūva sumahāvrataḥ
wurde/war, mit sehr großem Gelübde (3.Sg.Perf. / Bahuvrīhi, Nom.)

nihatya mānaṃ krodhaṃ ca praharṣaṃ śokam eva ca; varṣāṇi dvādaśa munir jalavāse dhṛtavrataḥ

Stolz und Zorn, Übermut und Kummer hatte er niedergeschlagen; zwölf Jahre lang [lebte] der Weise im Wasser, an seinem Gelübde festhaltend.

Wort für Wort
nihatya mānaṃ krodhaṃ ca
nach Niederschlagen von Stolz und Zorn (Abs. / Akk.)
praharṣaṃ śokam eva ca
und von Übermut/Freudentaumel und ebenso von Kummer (Akk.)
varṣāṇi dvādaśa munir
zwölf Jahre lang, der Weise (Akk.Pl. / Nom.)
jalavāse dhṛtavrataḥ
im Wasserleben, an das Gelübde gebunden (Lok. / Bahuvrīhi, Nom.)

ādadhat sarvabhūteṣu visrambhaṃ paramaṃ śubham; jalecareṣu sattveṣu śītaraśmir iva prabhuḥ

Gegenüber allen Wesen hegte er höchstes, heilsames Vertrauen, zu den im Wasser lebenden Wesen wie der Herr mit den kühlen Strahlen [der Mond].

Wort für Wort
ādadhat sarvabhūteṣu
hegend, gegenüber allen Wesen (Part.Präs. / Lok.Pl.)
visrambhaṃ paramaṃ śubham
Vertrauen, höchstes, heilsames (Akk.)
jalecareṣu sattveṣu
unter den im Wasser wandelnden Wesen (Lok.Pl.)
śītaraśmir iva prabhuḥ
wie der Herr mit kühlen Strahlen (Bahuvrīhi, Nom.)

sthāṇubhūtaḥ śucir bhūtvā daivatebhyaḥ praṇamya ca; gaṅgāyamunayor madhye jalaṃ saṃpraviveśa ha

Wie ein Pfahl unbeweglich geworden und rein, verneigte er sich vor den Göttern und trat zwischen Gaṅgā und Yamunā ins Wasser hinein.

Wort für Wort
sthāṇubhūtaḥ śucir bhūtvā
einem Pfahl gleich geworden, rein geworden (Nom. / Abs.)
daivatebhyaḥ praṇamya ca
und vor den Gottheiten sich verneigt habend (Dat.Pl. / Abs.)
gaṅgāyamunayor madhye
zwischen Gaṅgā und Yamunā (Gen.Du. / Lok.)
jalaṃ saṃpraviveśa ha
ins Wasser trat er hinein (Akk. / 3.Sg.Perf. / Partikel)

gaṅgāyamunayor vegaṃ subhīmaṃ bhīmaniḥsvanam; pratijagrāha śirasā vātavegasamaṃ jave

Den überaus furchtbaren, furchtbar tosenden Andrang von Gaṅgā und Yamunā, der an Schnelligkeit dem Sturmwind glich, fing er mit dem Kopf auf.

Wort für Wort
gaṅgāyamunayor vegaṃ
den Andrang von Gaṅgā und Yamunā (Gen.Du. / Akk.)
subhīmaṃ bhīmaniḥsvanam
sehr furchtbar, mit furchtbarem Getöse (Akk. / Bahuvrīhi, Akk.)
pratijagrāha śirasā
fing auf mit dem Kopf (3.Sg.Perf. / Instr.)
vātavegasamaṃ jave
dem Sturmwind an Wucht gleich, an Schnelligkeit (Akk. / Lok.)

gaṅgā ca yamunā caiva saritaś cānugās tayoḥ; pradakṣiṇam ṛṣiṃ cakrur na cainaṃ paryapīḍayan

Gaṅgā und Yamunā und die ihnen folgenden Ströme umkreisten den Seher mit der rechten Seite zu ihm [ihn ehrend] und bedrängten ihn nicht.

Wort für Wort
gaṅgā ca yamunā caiva
Gaṅgā und Yamunā (Nom.)
saritaś cānugās tayoḥ
und die Flüsse, die ihnen folgenden (Nom.Pl. / Gen.Du.)
pradakṣiṇam ṛṣiṃ cakrur
rechtsherum den Seher machten sie [umkreisten sie] (Adv. / Akk. / 3.Pl.Perf.)
na cainaṃ paryapīḍayan
und ihn bedrängten sie nicht (Impf.)

antarjale sa suṣvāpa kāṣṭhabhūto mahāmuniḥ; tataś cordhvasthito dhīmān abhavad bharatarṣabha

Im Innern des Wassers schlief der große Weise, einem Holzscheit gleich geworden; dann stand der Weise wieder aufrecht, Stier unter den Bharata.

Wort für Wort
antarjale sa suṣvāpa
im Innern des Wassers schlief er (Lok. / 3.Sg.Perf.)
kāṣṭhabhūto mahāmuniḥ
zum Holzstück geworden, der große Weise (Nom.)
tataś cordhvasthito
und dann aufrecht stehend (Adv. / Nom.)
dhīmān abhavad bharatarṣabha
der Verständige wurde/war, Stier unter den Bharata (Nom. / Impf. / Vok.)

jalaukasāṃ sa sattvānāṃ babhūva priyadarśanaḥ; upājighranta ca tadā matsyās taṃ hṛṣṭamānasāḥ; tatra tasyāsataḥ kālaḥ samatīto 'bhavan mahān

Für die im Wasser wohnenden Wesen wurde er einer, den man gern ansah; und die Fische beschnupperten ihn da freudigen Herzens. Während er dort weilte, verging eine lange Zeit.

Wort für Wort
jalaukasāṃ sa sattvānāṃ
unter den im Wasser hausenden Wesen, er (Gen.Pl. / Nom.)
babhūva priyadarśanaḥ
wurde er lieblich anzusehen (3.Sg.Perf. / Bahuvrīhi)
upājighranta ca tadā matsyās
und da beschnupperten die Fische (3.Pl.Impf. Med. / Nom.Pl.)
taṃ hṛṣṭamānasāḥ
ihn, freudigen Herzens (Akk. / Bahuvrīhi, Nom.Pl.)
tatra tasyāsataḥ kālaḥ
dort, während er weilte, Zeit (Adv. / Gen.abs. Part.Präs. / Nom.)
samatīto 'bhavan mahān
verging, eine lange [Zeit] (Part.Perf.Pass. / Impf. / Nom.)

tataḥ kadā cit samaye kasmiṃś cin matsyajīvinaḥ; taṃ deśaṃ samupājagmur jālahastā mahādyute

Dann kamen zu irgendeiner Zeit Fischer, die vom Fischfang lebten, an jene Stelle, Hochglänzender, Netze in den Händen.

Wort für Wort
tataḥ kadā cit samaye
dann einmal zu einer Zeit (Adv. / Lok.)
kasmiṃś cin matsyajīvinaḥ
zu irgendeiner, vom Fisch lebend (Lok. / Nom.Pl.)
taṃ deśaṃ samupājagmur
an diesen Ort kamen sie heran (Akk. / 3.Pl.Perf.)
jālahastā mahādyute
Netz in der Hand, Hochglänzender (Bahuvrīhi, Nom.Pl. / Vok.)

niṣādā bahavas tatra matsyoddharaṇaniścitāḥ; vyāyatā balinaḥ śūrāḥ salileṣv anivartinaḥ; abhyāyayuś ca taṃ deśaṃ niścitā jālakarmaṇi

Viele Niṣāda waren dort, entschlossen, Fische herauszuholen, kräftig, stark, tapfer, im Wasser nicht umkehrend; und sie kamen an diese Stelle, im Netzwerk erfahren.

Wort für Wort
niṣādā bahavas tatra
Niṣāda, viele, dort (Nom.Pl.)
matsyoddharaṇaniścitāḥ
zum Herausholen von Fischen entschlossen (Nom.Pl.)
vyāyatā balinaḥ śūrāḥ
ausdauernd, stark, tapfer (Nom.Pl.)
salileṣv anivartinaḥ
in den Wassern nicht zurückweichend (Lok.Pl. / Nom.Pl.)
abhyāyayuś ca taṃ deśaṃ
und sie kamen an diesen Ort (3.Pl.Perf. / Akk.)
niścitā jālakarmaṇi
fest entschlossen zur Netzarbeit (Nom.Pl. / Lok.)

jālaṃ ca yojayām āsur viśeṣeṇa janādhipa; matsyodakaṃ samāsādya tadā bharatasattama

Und sie spannten das Netz besonders sorgfältig aus, Herrscher der Menschen, als sie da an das fischreiche Wasser gelangt waren, Bester der Bharata.

Wort für Wort
jālaṃ ca yojayām āsur
und das Netz fügten sie zusammen/spannten sie (Akk. / Periphr.Perf.)
viśeṣeṇa janādhipa
besonders, Herrscher der Menschen (Instr. / Vok.)
matsyodakaṃ samāsādya
zum Fischwasser gelangt (Akk. / Abs.)
tadā bharatasattama
damals, Bester der Bharata (Adv. / Vok.)

tatas te bahubhir yogaiḥ kaivartā matsyakāṅkṣiṇaḥ; gaṅgāyamunayor vāri jālair abhyakiraṃs tataḥ

Dann überschütteten jene Fischer, nach Fischen begierig, mit vielerlei Kunstgriffen das Wasser von Gaṅgā und Yamunā mit Netzen.

Wort für Wort
tatas te bahubhir yogaiḥ
dann sie mit vielen Kunstgriffen (Adv. / Nom.Pl. / Instr.Pl.)
kaivartā matsyakāṅkṣiṇaḥ
die Fischer, nach Fischen verlangend (Nom.Pl.)
gaṅgāyamunayor vāri
von Gaṅgā und Yamunā das Wasser (Gen.Du. / Akk.)
jālair abhyakiraṃs tataḥ
mit Netzen überschütteten sie, dann (Instr.Pl. / Impf. / Adv.)

jālaṃ suvitataṃ teṣāṃ navasūtrakṛtaṃ tathā; vistārāyāmasaṃpannaṃ yat tatra salile kṣamam

Ihr Netz war weit ausgebreitet und ganz neu aus Garn gefertigt, mit Breite und Länge versehen, so dass es im Wasser dort geeignet war.

Wort für Wort
jālaṃ suvitataṃ teṣāṃ
das Netz, gut ausgespannt, ihr (Nom. / Gen.Pl.)
navasūtrakṛtaṃ tathā
aus neuem Garn gemacht, ebenso (Nom.)
vistārāyāmasaṃpannaṃ
mit Breite und Länge ausgestattet (Nom.)
yat tatra salile kṣamam
welches dort im Wasser tauglich war (Rel. / Lok. / Nom.)

tatas te sumahac caiva balavac ca suvartitam; prakīrya sarvataḥ sarve jālaṃ cakṛṣire tadā

Dann warfen sie alle es von allen Seiten aus, das sehr große, kräftige und gut gedrehte Netz, und zogen es damals ein.

Wort für Wort
tatas te sumahac caiva
dann sie, und das sehr große (Nom.Pl. / Akk.)
balavac ca suvartitam
und starke, gut gedrehte (Akk.)
prakīrya sarvataḥ sarve
ausgeworfen habend, von allen Seiten, alle (Abs. / Adv. / Nom.Pl.)
jālaṃ cakṛṣire tadā
das Netz zogen sie da (Akk. / 3.Pl.Perf. Med.)

abhītarūpāḥ saṃhṛṣṭās te 'nyonyavaśavartinaḥ; babandhus tatra matsyāṃś ca tathānyāñ jalacāriṇaḥ

Ohne Furcht, hocherfreut, einander willfährig, fingen sie dort Fische und auch andere Wasserbewohner.

Wort für Wort
abhītarūpāḥ saṃhṛṣṭās
furchtlosen Aussehens, hocherfreut (Nom.Pl.)
te 'nyonyavaśavartinaḥ
sie, einander gehorchend (Nom.Pl.)
babandhus tatra matsyāṃś ca
fingen/banden sie dort, und Fische (3.Pl.Perf. / Adv. / Akk.Pl.)
tathānyāñ jalacāriṇaḥ
und ebenso andere Wassertiere (Akk.Pl.)

tathā matsyaiḥ parivṛtaṃ cyavanaṃ bhṛgunandanam; ākarṣanta mahārāja jālenātha yadṛcchayā

So zogen sie Cyavana, den Freudenspender der Bhṛgu, von Fischen umgeben, o großer König, mit dem Netz herauf, wie es sich [gerade] fügte.

Wort für Wort
tathā matsyaiḥ parivṛtaṃ
so von Fischen umgeben (Instr.Pl. / Akk.)
cyavanaṃ bhṛgunandanam
Cyavana, den Freudenspender der Bhṛgu (Akk.)
ākarṣanta mahārāja
zogen heran, großer König (3.Pl.Impf. Med. / Vok.)
jālenātha yadṛcchayā
mit dem Netz, nun, zufällig (Instr. / Adv. / Instr.)

nadīśaivaladigdhāṅgaṃ hariśmaśrujaṭādharam; lagnaiḥ śaṅkhagaṇair gātraiḥ koṣṭhaiś citrair ivāvṛtam

Sein Körper war mit Flussalgen beschmiert, er trug grünen Bart und Flechten; an seinen Gliedern hafteten Scharen von Muscheln, und er war wie von bunten Flecken bedeckt.

Wort für Wort
nadīśaivaladigdhāṅgaṃ
dessen Körper mit Flussalgen beschmiert (Bahuvrīhi, Akk.)
hariśmaśrujaṭādharam
grünen Bart und Flechten tragend (Akk.)
lagnaiḥ śaṅkhagaṇair gātraiḥ
mit festhaftenden Muschelscharen an den Gliedern (Instr.Pl.)
koṣṭhaiś citrair ivāvṛtam
wie von bunten Flecken/Kammern bedeckt (Instr.Pl. / Part.)

koṣṭhaiḥ citraiḥ: „bunte Flecken“ unsicher [?].

taṃ jālenoddhṛtaṃ dṛṣṭvā te tadā vedapāragam; sarve prāñjalayo dāśāḥ śirobhiḥ prāpatan bhuvi

Als sie ihn, den Veda-Vollender, mit dem Netz heraufgezogen sahen, fielen alle Fischer da mit gefalteten Händen mit den Köpfen zur Erde nieder.

Wort für Wort
taṃ jālenoddhṛtaṃ dṛṣṭvā
ihn, mit dem Netz heraufgezogen, gesehen habend (Akk. / Instr. / Abs.)
te tadā vedapāragam
sie da, den Veda-Vollender (Nom.Pl. / Akk.)
sarve prāñjalayo dāśāḥ
alle mit gefalteten Händen, die Fischer (Nom.Pl.)
śirobhiḥ prāpatan bhuvi
mit den Köpfen fielen sie nieder, zur Erde (Instr.Pl. / Impf. / Lok./Akk.)

parikhedaparitrāsāj jālasyākarṣaṇena ca; matsyā babhūvur vyāpannāḥ sthalasaṃkarṣaṇena ca

Vor Bedrängnis und Schrecken, durch das Ziehen des Netzes und durch das Ans-Land-Schleppen kamen die Fische um.

Wort für Wort
parikhedaparitrāsāj
wegen Qual und Schrecken (Abl.)
jālasyākarṣaṇena ca
und durch das Ziehen des Netzes (Gen. / Instr.)
matsyā babhūvur vyāpannāḥ
die Fische wurden zugrunde gerichtet (Nom.Pl. / 3.Pl.Perf. / Part.)
sthalasaṃkarṣaṇena ca
und durch das Schleifen auf das Trockene (Instr.)

sa munis tat tadā dṛṣṭvā matsyānāṃ kadanaṃ kṛtam; babhūva kṛpayāviṣṭo niḥśvasaṃś ca punaḥ punaḥ

Als der Weise da das Hinschlachten der Fische gesehen hatte, wurde er von Mitleid ergriffen und seufzte immer wieder.

Wort für Wort
sa munis tat tadā dṛṣṭvā
der Weise, dies da gesehen habend (Nom. / Akk. / Adv. / Abs.)
matsyānāṃ kadanaṃ kṛtam
das Hinschlachten der Fische, das geschehene (Gen.Pl. / Akk.)
babhūva kṛpayāviṣṭo
wurde er, von Mitleid erfüllt (3.Sg.Perf. / Instr. + Part.)
niḥśvasaṃś ca punaḥ punaḥ
und seufzend, immer wieder (Part.Präs. / Adv.)

niṣādā ūcuḥ; ajñānād yat kṛtaṃ pāpaṃ prasādaṃ tatra naḥ kuru; karavāma priyaṃ kiṃ te tan no brūhi mahāmune

Die Niṣāda sprachen: „Für die Sünde, die wir aus Unwissenheit begangen haben, sei uns gnädig! Was können wir dir Angenehmes tun? Das sage uns, großer Weiser!“

Wort für Wort
niṣādā ūcuḥ
die Niṣāda sprachen (Nom.Pl. / Perf.)
ajñānād yat kṛtaṃ pāpaṃ
aus Unwissenheit, was begangen wurde an Sünde (Abl. / Rel. / Part. / Nom.)
prasādaṃ tatra naḥ kuru
Gnade darin uns tue (Akk. / Adv. / Pron. / Imp.)
karavāma priyaṃ kiṃ te
was Liebes sollen wir tun dir (Konj.1.Pl. / Akk. / Pron. / Dat.)
tan no brūhi mahāmune
das sage uns, großer Weiser (Akk. / Dat. / Imp. / Vok.)

bhīṣma uvāca; ity ukto matsyamadhyasthaś cyavano vākyam abravīt; yo me 'dya paramaḥ kāmas taṃ śṛṇudhvaṃ samāhitāḥ

Bhīṣma sprach: So angesprochen, sprach Cyavana, inmitten der Fische befindlich, das Wort: „Den höchsten Wunsch, den ich heute habe, den hört aufmerksam an!“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
ity ukto matsyamadhyasthaś
so angesprochen, inmitten der Fische stehend (Part. / Nom.)
cyavano vākyam abravīt
Cyavana sprach das Wort (Nom. / Akk. / Impf.)
yo me 'dya paramaḥ kāmas
welcher mein heute höchster Wunsch ist (Rel. / Gen. / Adv. / Nom.)
taṃ śṛṇudhvaṃ samāhitāḥ
den hört, gesammelten Sinnes (Akk. / Imp.2.Pl. / Nom.Pl.)

prāṇotsargaṃ vikrayaṃ vā matsyair yāsyāmy ahaṃ saha; saṃvāsān notsahe tyaktuṃ salilādhyuṣitān imān

„Entweder Hingabe des Lebens oder Verkauf: Mit den Fischen zusammen werde ich es erleiden. Ich vermag nicht, die Trennung aufzugeben von diesen [Wesen], mit denen ich zusammengelebt habe und die im Wasser wohnen.“

Wort für Wort
prāṇotsargaṃ vikrayaṃ vā
Lebenshingabe oder Verkauf (Akk. / Partikel)
matsyair yāsyāmy ahaṃ saha
mit den Fischen werde ich eingehen, ich zusammen (Instr.Pl. / 1.Sg.Fut. / Pron. / Präp.)
saṃvāsān notsahe tyaktuṃ
wegen des Zusammenlebens vermag ich nicht zu verlassen (Abl. / 1.Sg.Präs. / Inf.)
salilādhyuṣitān imān
diese im Wasser Wohnenden (Akk.Pl. / Part. / Pron.)

Der Vers ist knapp: saṃvāsān kann als Abl. („wegen des Zusammenlebens“) gefasst werden; yāsyāmi wird hier als „ich werde erleiden/eingehen“ wiedergegeben.

ity uktās te niṣādās tu subhṛśaṃ bhayakampitāḥ; sarve viṣaṇṇavadanā nahuṣāya nyavedayan

So angesprochen, wurden die Niṣāda gar sehr von Furcht erschüttert; alle, mit bedrücktem Gesicht, meldeten es Nahuṣa.

Wort für Wort
ity uktās te niṣādās tu
so angesprochen, jene Niṣāda aber (Part. / Nom.Pl.)
subhṛśaṃ bhayakampitāḥ
sehr, von Furcht zitternd (Adv. / Nom.Pl.)
sarve viṣaṇṇavadanā
alle, mit niedergeschlagenem Gesicht (Nom.Pl. / Bahuvrīhi)
nahuṣāya nyavedayan
dem Nahuṣa meldeten sie (Dat. / 3.Pl.Impf.)

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