Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 74: vratādiphalakathanam Die Früchte von Gelübden, Selbstbeherrschung, Wahrheit, Keuschheit und Ehrfurcht vor den Eltern

Yudhiṣṭhira fragt nach den Früchten der Gelübde und Tugenden; Bhīṣma antwortet mit Lob der Selbstbeherrschung, der Wahrheit (höher als tausend Pferdeopfer), der Keuschheit und des Elterndienstes.

yudhiṣṭhira uvāca; visrambhito 'haṃ bhavatā dharmān pravadatā vibho; pravakṣyāmi tu saṃdehaṃ tan me brūhi pitāmaha

Yudhiṣṭhira sprach: „Ich bin durch dich, o Gebieter, der du die Pflichten (dharma) darlegst, zutraulich geworden [d. h. habe Vertrauen gefasst]; ich will dir nun einen Zweifel vortragen – den löse mir, Großvater.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Nom.Sg., Perf. 3.Sg.)
visrambhito 'haṃ bhavatā
zutraulich gemacht bin ich durch dich (Part.Pass. Nom.Sg.; Pron. 1.Sg.; Instr.Sg.)
dharmān pravadatā vibho
der du die Pflichten verkündest (Akk.Pl.; Part.Präs. Instr.Sg.), o Herr (Vok.Sg.)
pravakṣyāmi tu saṃdeham
ich will aber verkünden/vortragen einen Zweifel (Fut. 1.Sg.; Akk.Sg.)
tan me brūhi pitāmaha
den sage mir (Imp. 2.Sg.; Dat./Gen. 1.Sg.), Großvater (Vok.Sg.)

vratānāṃ kiṃ phalaṃ proktaṃ kīdṛśaṃ vā mahādyute; niyamānāṃ phalaṃ kiṃ ca svadhītasya ca kiṃ phalam

Welche Frucht ist den Gelübden (vrata) zugeschrieben, und von welcher Art, du von großem Glanz? Was ist die Frucht der Selbstzucht-Regeln (niyama), und was die Frucht des wohl Studierten?

Wort für Wort
vratānāṃ kiṃ phalaṃ proktaṃ
der Gelübde welche Frucht ist genannt (Gen.Pl.; Nom.Sg.n.; Part.Pass.)
kīdṛśaṃ vā mahādyute
oder von welcher Art, du von großem Glanz (Vok.Sg.)
niyamānāṃ phalaṃ kiṃ ca
und der Regeln Frucht, welche (Gen.Pl.)
svadhītasya ca kiṃ phalam
und des gut Studierten welche Frucht (Gen.Sg.n., Part.Pass. subst.)

damasyeha phalaṃ kiṃ ca vedānāṃ dhāraṇe ca kim; adhyāpane phalaṃ kiṃ ca sarvam icchāmi veditum

Und was ist hier die Frucht der Selbstbeherrschung (dama), und was bringt das Bewahren der Veden? Und was bringt das Unterrichten? Alles möchte ich wissen.

Wort für Wort
damasyeha phalaṃ kiṃ ca
der Selbstbeherrschung hier Frucht welche (Gen.Sg.)
vedānāṃ dhāraṇe ca kim
und beim Bewahren der Veden was (Gen.Pl.; Lok.Sg.)
adhyāpane phalaṃ kiṃ ca
beim Unterrichten welche Frucht (Lok.Sg.)
sarvam icchāmi veditum
alles will ich wissen (Akk.Sg.n.; Präs. 1.Sg.; Inf.)

apratigrāhake kiṃ ca phalaṃ loke pitāmaha; tasya kiṃ ca phalaṃ dṛṣṭaṃ śrutaṃ yaḥ saṃprayacchati

Und welche Frucht gibt es in der Welt, Großvater, beim Nichtannehmenden [von Gaben]? Und welche Frucht ist bei dem gesehen, der [Gaben] hingibt, wie man gehört hat?

Wort für Wort
apratigrāhake kiṃ ca
und beim Nichtannehmenden was (Lok.Sg.)
phalaṃ loke pitāmaha
Frucht in der Welt, Großvater (Lok.Sg.; Vok.Sg.)
tasya kiṃ ca phalaṃ dṛṣṭaṃ
und dessen welche Frucht gesehen (Gen.Sg.; Part.Pass.)
śrutaṃ yaḥ saṃprayacchati
[wie] gehört, der da hingibt (Part.Pass.; Nom.Sg.; Präs. 3.Sg.)

Syntax des zweiten Halbverses etwas elliptisch; tasya ... yaḥ saṃprayacchati als 'bei dem, der gibt' aufgefasst.

svakarmaniratānāṃ ca śūrāṇāṃ cāpi kiṃ phalam; satye ca kiṃ phalaṃ proktaṃ brahmacarye ca kiṃ phalam

Und welche Frucht haben die, die an der eigenen Tätigkeit hängen, und auch die Helden? Welche Frucht ist der Wahrhaftigkeit zugeschrieben, und welche der Keuschheit (brahmacarya)?

Wort für Wort
svakarmaniratānāṃ ca
und derer, die am eigenen Werk hängen (Gen.Pl., Kompositum)
śūrāṇāṃ cāpi kiṃ phalam
und auch der Helden welche Frucht (Gen.Pl.)
satye ca kiṃ phalaṃ proktaṃ
und bei der Wahrheit welche Frucht ist genannt (Lok.Sg.; Part.Pass.)
brahmacarye ca kiṃ phalam
und bei der Keuschheit/dem Brahmanenwandel welche Frucht (Lok.Sg.)

pitṛśuśrūṣaṇe kiṃ ca mātṛśuśrūṣaṇe tathā; ācāryaguruśuśrūṣāsv anukrośānukampane

Was [bringt] der Dienst am Vater und ebenso der Dienst an der Mutter, [was] der Dienst an Lehrer und Meister, was das Mitleid und die Anteilnahme?

Wort für Wort
pitṛśuśrūṣaṇe kiṃ ca
beim Vaterdienst was (Lok.Sg.)
mātṛśuśrūṣaṇe tathā
ebenso beim Mutterdienst (Lok.Sg.)
ācāryaguruśuśrūṣāsu
bei den Diensten an Lehrer und Meister (Lok.Pl.)
anukrośānukampane
bei Mitleid und Anteilnahme (Lok.Sg. Dual-Komp.)

Zweiter Halbvers elliptisch; 'was [ist die Frucht]' ergänzt.

etat sarvam aśeṣeṇa pitāmaha yathātatham; vettum icchāmi dharmajña paraṃ kautūhalaṃ hi me

All dies möchte ich vollständig und der Wahrheit gemäß wissen, Großvater, du, der die Pflicht kennt; denn groß ist meine Wissbegier.

Wort für Wort
etat sarvam aśeṣeṇa
dies alles ohne Rest, vollständig (Akk.Sg.n.; Instr.)
pitāmaha yathātatham
Großvater, der Wirklichkeit gemäß (Vok.Sg.; Adv.)
vettum icchāmi dharmajña
wissen will ich, Pflichtkenner (Inf.; Präs. 1.Sg.; Vok.Sg.)
paraṃ kautūhalaṃ hi me
höchst/groß ist ja Neugier mir (Nom.Sg.n.; Gen./Dat. 1.Sg.)

bhīṣma uvāca; yo vrataṃ vai yathoddiṣṭaṃ tathā saṃpratipadyate; akhaṇḍaṃ samyag ārabdhaṃ tasya lokāḥ sanātanāḥ

Bhīṣma sprach: Wer ein Gelübde so, wie es vorgeschrieben ist, auf sich nimmt – unverletzt und recht begonnen –, dessen sind ewige Welten.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach
yo vrataṃ vai yathoddiṣṭaṃ
wer das Gelübde fürwahr, wie angewiesen (Nom.Sg.; Akk.Sg.; Part.Pass.)
tathā saṃpratipadyate
so ausführt/auf sich nimmt (Präs. Med. 3.Sg.)
akhaṇḍaṃ samyag ārabdhaṃ
unversehrt, recht begonnen (Part.Pass. Akk.Sg.n.)
tasya lokāḥ sanātanāḥ
dessen sind Welten ewige (Gen.Sg.; Nom.Pl.m.)

niyamānāṃ phalaṃ rājan pratyakṣam iha dṛśyate; niyamānāṃ kratūnāṃ ca tvayāvāptam idaṃ phalam

Die Frucht der Regeln, König, sieht man hier unmittelbar; und diese Frucht der Regeln und der Opfer hast du selbst erlangt.

Wort für Wort
niyamānāṃ phalaṃ rājan
der Regeln Frucht, König (Gen.Pl.; Vok.Sg.)
pratyakṣam iha dṛśyate
vor Augen hier wird gesehen (Adv.; Präs.Pass. 3.Sg.)
niyamānāṃ kratūnāṃ ca
der Regeln und der Opfer (Gen.Pl.)
tvayāvāptam idaṃ phalam
von dir erlangt diese Frucht (Instr.; Part.Pass.)

Die Wiederholung von niyamānām im zweiten Pāda ist auffällig; wörtlich so übernommen.

svadhītasyāpi ca phalaṃ dṛśyate 'mutra ceha ca; ihaloke 'rthavān nityaṃ brahmaloke ca modate

Auch die Frucht des wohl Studierten sieht man im Jenseits und hier: In dieser Welt ist er stets wohlhabend, und in der Brahma-Welt freut er sich.

Wort für Wort
svadhītasyāpi ca phalaṃ
auch des gut Studierten Frucht (Gen.Sg.)
dṛśyate 'mutra ceha ca
wird gesehen dort und hier (Präs.Pass.; Adv.)
ihaloke 'rthavān nityaṃ
in dieser Welt reich, stets (Lok.Sg.; Nom.Sg.)
brahmaloke ca modate
und in der Brahma-Welt freut er sich (Lok.Sg.; Präs. Med. 3.Sg.)

damasya tu phalaṃ rājañ śṛṇu tvaṃ vistareṇa me; dāntāḥ sarvatra sukhino dāntāḥ sarvatra nirvṛtāḥ

Höre nun von mir, König, ausführlich die Frucht der Selbstbeherrschung: Die Selbstbeherrschten sind überall glücklich, die Selbstbeherrschten überall zufrieden.

Wort für Wort
damasya tu phalaṃ rājañ
der Selbstbeherrschung aber Frucht, König
śṛṇu tvaṃ vistareṇa me
höre du ausführlich von mir (Imp. 2.Sg.; Instr.)
dāntāḥ sarvatra sukhinaḥ
die Gebändigten überall glücklich (Nom.Pl.)
dāntāḥ sarvatra nirvṛtāḥ
die Gebändigten überall zufrieden/befriedet (Part.Pass.)

yatrecchāgāmino dāntāḥ sarvaśatruniṣūdanāḥ; prārthayanti ca yad dāntā labhante tan na saṃśayaḥ

Wohin sie wollen, gehen die Selbstbeherrschten, die alle Feinde vernichten; und was immer die Selbstbeherrschten erbitten, das erlangen sie – daran ist kein Zweifel.

Wort für Wort
yatrecchāgāmino dāntāḥ
wohin nach Belieben gehend die Gebändigten (Nom.Pl.)
sarvaśatruniṣūdanāḥ
alle Feinde vernichtend (Nom.Pl.)
prārthayanti ca yad dāntā
und was erbitten die Gebändigten (Präs. 3.Pl.)
labhante tan na saṃśayaḥ
das erlangen sie, nicht [ist] Zweifel (Präs. Med. 3.Pl.)

yujyante sarvakāmair hi dāntāḥ sarvatra pāṇḍava; svarge tathā pramodante tapasā vikrameṇa ca

Mit allen Wünschen sind die Selbstbeherrschten überall verbunden, Pāṇḍava; und im Himmel freuen sie sich durch Askese und durch Tapferkeit.

Wort für Wort
yujyante sarvakāmair hi
werden verbunden mit allen Wünschen (Präs.Pass. 3.Pl.; Instr.Pl.)
dāntāḥ sarvatra pāṇḍava
die Gebändigten überall, Pāṇḍava
svarge tathā pramodante
im Himmel ebenso freuen sie sich (Lok.; Präs. Med.)
tapasā vikrameṇa ca
durch Askese und durch Kraft/Tapferkeit (Instr.Sg.)

dānair yajñaiś ca vividhair yathā dāntāḥ kṣamānvitāḥ

Wie die Selbstbeherrschten, mit Nachsicht begabt, durch Gaben und mannigfache Opfer [Lohn gewinnen] –

Wort für Wort
dānair yajñaiś ca vividhair
durch Gaben und Opfer mannigfache (Instr.Pl.)
yathā dāntāḥ kṣamānvitāḥ
wie die Gebändigten, mit Nachsicht ausgestattet (Nom.Pl.)

Halbvers 14ab ist syntaktisch unvollständig; erst mit 14c-d (n. 16) und der Zusatzzeile n. 15 verständlich. Ergänzung in [ ] ist Deutung.

dānād damo viśiṣṭo hi dānaṃ kiṃ cid dvijātaye

Die Selbstbeherrschung ist besser als das Geben; denn eine Gabe [gilt] nur einem Zweimalgeborenen (Brahmanen) [im Einzelfall].

Wort für Wort
dānād damo viśiṣṭo hi
vom Geben ist die Selbstbeherrschung ausgezeichnet, denn (Abl.Sg.; Nom.Sg.)
dānaṃ kiṃ cid dvijātaye
eine Gabe [nur] etwas, einem Zweimalgeborenen (Nom./Akk.Sg.; Dat.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile (*0368); kiṃ cid dvijātaye ist knapp und unsicher gedeutet [?].

dātā kupyati no dāntas tasmād dānāt paro damaḥ

Der Geber wird zornig, der Selbstbeherrschte nicht; darum ist die Selbstbeherrschung höher als das Geben.

Wort für Wort
dātā kupyati
der Geber wird zornig (Nom.Sg.; Präs. 3.Sg.)
no dāntas
nicht der Gebändigte
tasmād dānāt paro damaḥ
darum als das Geben höher die Selbstbeherrschung (Abl.Sg.; Nom.Sg.)

yas tu dadyād akupyan hi tasya lokāḥ sanātanāḥ; krodho hanti hi yad dānaṃ tasmād dānāt paro damaḥ

Wer aber gibt, ohne zu zürnen, dessen sind ewige Welten; denn der Zorn zerstört die Gabe – darum ist die Selbstbeherrschung höher als das Geben.

Wort für Wort
yas tu dadyād akupyan hi
wer aber geben sollte, nicht zürnend (Opt. 3.Sg.; Part.Präs.)
tasya lokāḥ sanātanāḥ
dessen [sind] Welten ewige
krodho hanti hi yad dānaṃ
der Zorn zerstört ja, was [eine] Gabe [ist] (Nom.Sg.; Präs. 3.Sg.)
tasmād dānāt paro damaḥ
darum ist höher als Geben die Selbstbeherrschung

vidyādānāt paraṃ nāsti vedavidyā mahāphalā

Höheres als die Gabe des Wissens gibt es nicht; das Veda-Wissen trägt große Frucht.

Wort für Wort
vidyādānāt paraṃ nāsti
als die Wissensgabe Höheres nicht ist (Abl.Sg.; Präs. 3.Sg.)
vedavidyā mahāphalā
das Veda-Wissen [ist] von großer Frucht (Nom.Sg.f.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile (*0369).

adṛśyāni mahārāja sthānāny ayutaśo divi; ṛṣīṇāṃ sarvalokeṣu yānīto yānti devatāḥ

Unsichtbare Stätten, großer König, zu Zehntausenden im Himmel, in allen Welten die der Seher, von hier aus gehen die Götter [zu ihnen]. [?]

Wort für Wort
adṛśyāni mahārāja
unsichtbare, großer König (Nom.Pl.n.; Vok.Sg.)
sthānāny ayutaśo divi
Stätten zu Zehntausenden im Himmel (Nom.Pl.; Adv.; Lok.Sg.)
ṛṣīṇāṃ sarvalokeṣu
der Seher in allen Welten (Gen.Pl.; Lok.Pl.)
yānīto yānti devatāḥ
die von hier gehen die Gottheiten (Nom.Pl.f.; Präs. 3.Pl.)

Der Halbvers yānīto yānti devatāḥ ist syntaktisch schwierig; Deutung unsicher.

damena yāni nṛpate gacchanti paramarṣayaḥ; kāmayānā mahat sthānaṃ tasmād dānāt paro damaḥ

Zu denen, die durch Selbstbeherrschung, o Fürst, die höchsten Seher gehen, den großen Stätten, nach denen sie verlangen – darum ist die Selbstbeherrschung höher als das Geben.

Wort für Wort
damena yāni nṛpate
durch Selbstbeherrschung [zu] welchen, o Fürst (Instr.Sg.; Rel. Akk.Pl.n.; Vok.)
gacchanti paramarṣayaḥ
gehen die höchsten Seher (Präs. 3.Pl.; Nom.Pl.)
kāmayānā mahat sthānaṃ
begehrend die große Stätte (Part.Präs. Med. Nom.Pl.; Akk.Sg.n.)
tasmād dānāt paro damaḥ
darum höher als Geben die Selbstbeherrschung

adhyāpakaḥ parikleśād akṣayaṃ phalam aśnute; vidhivat pāvakaṃ hutvā brahmaloke narādhipa

Der Lehrende erlangt aus [seiner] Mühsal unvergängliche Frucht, wenn er nach Vorschrift das Feuer geopfert hat, in der Brahma-Welt, Herrscher der Menschen.

Wort für Wort
adhyāpakaḥ parikleśād
der Lehrer aus der Mühsal (Nom.Sg.; Abl.Sg.)
akṣayaṃ phalam aśnute
unvergängliche Frucht erlangt (Akk.Sg.; Präs. Med. 3.Sg.)
vidhivat pāvakaṃ hutvā
vorschriftsgemäß, das Feuer geopfert habend (Adv.; Absol.)
brahmaloke narādhipa
in der Brahma-Welt, Menschenherrscher (Lok.Sg.; Vok.Sg.)

adhītyāpi hi yo vedān nyāyavidbhyaḥ prayacchati; gurukarmapraśaṃsī ca so 'pi svarge mahīyate

Wer auch, nachdem er die Veden gelernt hat, sie an die Rechtskundigen weitergibt und das Werk des Lehrers preist, der wird ebenfalls im Himmel geehrt.

Wort für Wort
adhītyāpi hi yo vedān
wer auch, gelernt habend die Veden (Absol.; Akk.Pl.)
nyāyavidbhyaḥ prayacchati
den Rechtskundigen gibt er weiter (Dat.Pl.; Präs. 3.Sg.)
gurukarmapraśaṃsī ca
und das Lehrerwerk preisend (Nom.Sg.)
so 'pi svarge mahīyate
auch der im Himmel wird geehrt (Lok.Sg.; Präs.Pass. 3.Sg.)

kṣatriyo 'dhyayane yukto yajane dānakarmaṇi; yuddhe yaś ca paritrātā so 'pi svarge mahīyate

Ein Kṣatriya, der dem Studium, dem Opfern und dem Geben ergeben ist und im Kampf Beschützer ist, der wird ebenfalls im Himmel geehrt.

Wort für Wort
kṣatriyo 'dhyayane yukto
ein Kṣatriya im Studium hingegeben (Nom.Sg.; Lok.Sg.; Part.Pass.)
yajane dānakarmaṇi
im Opfern und im Geben (Lok.Sg.)
yuddhe yaś ca paritrātā
und wer im Kampf Retter/Beschützer [ist] (Lok.Sg.; Nom.Sg.)
so 'pi svarge mahīyate
auch der im Himmel wird geehrt

vaiśyaḥ svakarmanirataḥ pradānāl labhate mahat; śūdraḥ svakarmanirataḥ svargaṃ śuśrūṣayārcchati

Ein Vaiśya, der an seinem eigenen Werk hängt, erlangt durch Gabe Großes; ein Śūdra, der an seinem eigenen Werk hängt, gelangt durch Dienst in den Himmel.

Wort für Wort
vaiśyaḥ svakarmanirataḥ
ein Vaiśya, am eigenen Werk hängend (Nom.Sg.)
pradānāl labhate mahat
durch Schenken erlangt er Großes (Abl.Sg.; Präs. Med. 3.Sg.; Akk.Sg.n.)
śūdraḥ svakarmanirataḥ
ein Śūdra, am eigenen Werk hängend
svargaṃ śuśrūṣayārcchati
den Himmel durch Dienst erreicht er (Akk.Sg.; Instr.Sg.; Präs. 3.Sg.)

śūrā bahuvidhāḥ proktās teṣām arthāṃś ca me śṛṇu; śūrānvayānāṃ nirdiṣṭaṃ phalaṃ śūrasya caiva ha

Helden werden vielerlei genannt; höre von mir ihre Bedeutungen: Für die Nachkommen von Helden und für den Helden selbst ist die Frucht angegeben.

Wort für Wort
śūrā bahuvidhāḥ proktās
Helden vielerlei sind genannt (Nom.Pl.; Part.Pass.)
teṣām arthāṃś ca me śṛṇu
und deren Bedeutungen höre von mir (Gen.Pl.; Akk.Pl.; Imp.)
śūrānvayānāṃ nirdiṣṭaṃ
der Heldengeschlechter ist angegeben (Gen.Pl.; Part.Pass.)
phalaṃ śūrasya caiva ha
die Frucht, und des Helden selbst (Nom.Sg.; Gen.Sg.)

Zweiter Halbvers unsicher: śūrānvayānām als 'der Heldensippen' gedeutet [?].

śūrāṇāṃ cāpi nirdiṣṭaṃ phalaṃ ca niyataṃ śṛṇu

Auch für die Helden ist die Frucht angegeben; höre sie, die feststeht.

Wort für Wort
śūrāṇāṃ cāpi nirdiṣṭaṃ
und auch der Helden ist angegeben (Gen.Pl.; Part.Pass.)
phalaṃ ca niyataṃ śṛṇu
und die Frucht, die bestimmte, höre (Akk.Sg.; Adj.; Imp. 2.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile (*0370).

yajñaśūrā dame śūrāḥ satyaśūrās tathāpare; yuddhaśūrās tathaivoktā dānaśūrāś ca mānavāḥ

Opferhelden, Helden der Selbstbeherrschung, ebenso andere Wahrheitshelden; Kampfhelden werden genannt, ebenso Menschen, die Helden im Geben sind.

Wort für Wort
yajñaśūrā dame śūrāḥ
Opferhelden, in der Selbstbeherrschung Helden (Nom.Pl.; Lok.Sg.)
satyaśūrās tathāpare
Wahrheitshelden, ebenso andere
yuddhaśūrās tathaivoktā
Kampfhelden ebenso werden genannt (Part.Pass.)
dānaśūrāś ca mānavāḥ
und Gabenhelden, Menschen (Nom.Pl.)

buddhiśūrās tathaivānye kṣamāśūrās tathāpare; ārjave ca tathā śūrāḥ śame vartanti mānavāḥ

Ebenso andere sind Helden des Verstandes, wieder andere Helden der Nachsicht; Menschen gibt es, die Helden in Aufrichtigkeit sind und in Ruhe/Gleichmut leben.

Wort für Wort
buddhiśūrās tathaivānye
Verstandeshelden ebenso andere
kṣamāśūrās tathāpare
Nachsichtshelden, ebenso andere
ārjave ca tathā śūrāḥ
und in der Geradheit ebenso Helden (Lok.Sg.)
śame vartanti mānavāḥ
in der Ruhe verweilen Menschen (Lok.Sg.; Präs. 3.Pl.)

tais tais tu niyamaiḥ śūrā bahavaḥ santi cāpare; vedādhyayanaśūrāś ca śūrāś cādhyāpane ratāḥ

Durch diese und jene Regeln gibt es viele Helden und noch andere: Helden im Veda-Studium und Helden, die am Unterrichten hängen.

Wort für Wort
tais tais tu niyamaiḥ śūrā
durch diese und jene Regeln Helden (Instr.Pl.)
bahavaḥ santi cāpare
viele gibt es und andere (Nom.Pl.; Präs. 3.Pl.)
vedādhyayanaśūrāś ca
und Helden im Vedastudium
śūrāś cādhyāpane ratāḥ
und Helden, im Unterrichten erfreut (Lok.Sg.; Part.Pass.)

guruśuśrūṣayā śūrāḥ pitṛśuśrūṣayāpare; mātṛśuśrūṣayā śūrā bhaikṣyaśūrās tathāpare

Durch Dienst am Lehrer sind manche Helden, andere durch Dienst am Vater; durch Dienst an der Mutter sind Helden, andere ebenso Helden des Bettelns.

Wort für Wort
guruśuśrūṣayā śūrāḥ
durch Lehrerdienst Helden (Instr.Sg.)
pitṛśuśrūṣayāpare
durch Vaterdienst andere
mātṛśuśrūṣayā śūrā
durch Mutterdienst Helden
bhaikṣyaśūrās tathāpare
Bettelhelden, ebenso andere

sāṃkhyaśūrāś ca bahavo yogaśūrās tathāpare; araṇye gṛhavāse ca śūrāś cātithipūjane; sarve yānti parāṃl lokān svakarmaphalanirjitān

Viele sind Helden der Sāṃkhya-Lehre, andere Helden des Yoga; im Wald, im Hausleben und in der Gastverehrung sind sie Helden. Alle gelangen in die höchsten Welten, die durch die Frucht ihres eigenen Handelns errungen sind.

Wort für Wort
sāṃkhyaśūrāś ca bahavo
und Sāṃkhya-Helden viele
yogaśūrās tathāpare
Yoga-Helden, ebenso andere
araṇye gṛhavāse ca
im Wald und im Hausleben (Lok.Sg.)
śūrāś cātithipūjane
und Helden in der Gastverehrung (Lok.Sg.)
sarve yānti parāṃl lokān
alle gehen zu den höchsten Welten (Präs. 3.Pl.; Akk.Pl.)
svakarmaphalanirjitān
durch die Frucht ihres eigenen Werks errungen (Part.Pass. Akk.Pl.)

dhāraṇaṃ sarvavedānāṃ sarvatīrthāvagāhanam; satyaṃ ca bruvato nityaṃ samaṃ vā syān na vā samam

Das Bewahren aller Veden und das Baden in allen heiligen Furten [(tīrtha)] – und [das Wahrsprechen] dessen, der stets die Wahrheit sagt: Es mag gleich sein oder nicht gleich.

Wort für Wort
dhāraṇaṃ sarvavedānāṃ
das Bewahren aller Veden (Nom.Sg.n.; Gen.Pl.)
sarvatīrthāvagāhanam
das Baden in allen Furten (Nom.Sg.n.)
satyaṃ ca bruvato nityaṃ
und Wahrheit dem stets Sprechenden (Akk./Nom.; Part.Präs. Gen.Sg.)
samaṃ vā syān na vā samam
gleich mag es sein oder nicht gleich (Nom.Sg.n.; Opt. 3.Sg.)

Vergleichsvers: Ob Vedabewahren plus Tīrtha-Bäder der Wahrheit gleichkommen, bleibe fraglich; Konstruktion knapp.

aśvamedhasahasraṃ ca satyaṃ ca tulayā dhṛtam; aśvamedhasahasrād dhi satyam eva viśiṣyate

Tausend Pferdeopfer und die Wahrheit wurden auf die Waage gelegt; von tausend Pferdeopfern wird die Wahrheit allein übertroffen [d. h. ragt hervor].

Wort für Wort
aśvamedhasahasraṃ ca
und tausend Pferdeopfer (Akk.Sg.n.)
satyaṃ ca tulayā dhṛtam
und Wahrheit auf die Waage gelegt (Instr.Sg.; Part.Pass.)
aśvamedhasahasrād dhi
von tausend Pferdeopfern ja (Abl.Sg.)
satyam eva viśiṣyate
die Wahrheit allein ragt hervor (Präs.Pass. 3.Sg.)

satyena sūryas tapati satyenāgniḥ pradīpyate; satyena māruto vāti sarvaṃ satye pratiṣṭhitam

Durch die Wahrheit brennt die Sonne, durch die Wahrheit wird das Feuer entflammt, durch die Wahrheit weht der Wind; alles ist in der Wahrheit gegründet.

Wort für Wort
satyena sūryas tapati
durch Wahrheit die Sonne glüht (Instr.; Präs. 3.Sg.)
satyenāgniḥ pradīpyate
durch Wahrheit das Feuer wird entzündet (Präs.Pass.)
satyena māruto vāti
durch Wahrheit der Wind weht
sarvaṃ satye pratiṣṭhitam
alles in der Wahrheit gegründet (Lok.Sg.; Part.Pass.)

satyena devān prīṇāti pitṝn vai brāhmaṇāṃs tathā; satyam āhuḥ paraṃ dharmaṃ tasmāt satyaṃ na laṅghayet

Durch die Wahrheit erfreut man die Götter, ebenso die Väter und die Brahmanen; die Wahrheit nennt man die höchste Pflicht; darum soll man die Wahrheit nicht übertreten.

Wort für Wort
satyena devān prīṇāti
durch Wahrheit die Götter erfreut man (Akk.Pl.; Präs. 3.Sg.)
pitṝn vai brāhmaṇāṃs tathā
die Väter fürwahr und Brahmanen ebenso
satyam āhuḥ paraṃ dharmaṃ
die Wahrheit nennen sie die höchste Pflicht (Perf. 3.Pl.)
tasmāt satyaṃ na laṅghayet
darum die Wahrheit nicht übertrete man (Opt. 3.Sg.)

munayaḥ satyaniratā munayaḥ satyavikramāḥ; munayaḥ satyaśapathās tasmāt satyaṃ viśiṣyate; satyavantaḥ svargaloke modante bharatarṣabha

Die Weisen (Munis) hängen an der Wahrheit, die Munis haben Wahrheit als Tapferkeit, die Munis haben Wahrheit als Schwur; darum ragt die Wahrheit hervor. Die Wahrhaftigen freuen sich in der Himmelswelt, Stier unter den Bharatas.

Wort für Wort
munayaḥ satyaniratā
die Munis an der Wahrheit hängend (Nom.Pl.)
munayaḥ satyavikramāḥ
die Munis mit Wahrheit als Kraft (Nom.Pl.)
munayaḥ satyaśapathās
die Munis mit Wahrheit als Eid
tasmāt satyaṃ viśiṣyate
darum ragt die Wahrheit hervor
satyavantaḥ svargaloke modante
die Wahrhaftigen in der Himmelswelt freuen sich (Nom.Pl.; Lok.; Präs. Med.)
bharatarṣabha
Stier der Bharatas (Vok.Sg.)

damaḥ satyaphalāvāptir uktā sarvātmanā mayā; asaṃśayaṃ vinītātmā sarvaḥ svarge mahīyate

Selbstbeherrschung und das Erlangen der Frucht der Wahrheit sind von mir mit allem Nachdruck dargelegt worden; ohne Zweifel wird jeder mit gezügeltem Selbst im Himmel geehrt.

Wort für Wort
damaḥ satyaphalāvāptir
Selbstbeherrschung [und] Erlangen der Wahrheitsfrucht (Nom.Sg.)
uktā sarvātmanā mayā
ist gesagt, mit ganzem Wesen, von mir (Part.Pass.; Instr.)
asaṃśayaṃ vinītātmā
ohne Zweifel, der Gezügelte (Adv.; Nom.Sg.)
sarvaḥ svarge mahīyate
jeder im Himmel wird geehrt

uktā (Fem.) neben damaḥ (Mask.) grammatisch unsauber; als Bezug auf satyaphalāvāptiḥ gedeutet [?].

brahmacaryasya tu guṇāñ śṛṇu me vasudhādhipa; ā janmamaraṇād yas tu brahmacārī bhaved iha; na tasya kiṃ cid aprāpyam iti viddhi janādhipa

Höre von mir die Vorzüge der Keuschheit (brahmacarya), Herr der Erde: Wer von der Geburt bis zum Tod hier Brahmacārin bliebe, für den gibt es nichts Unerreichbares – das wisse, Herr der Menschen.

Wort für Wort
brahmacaryasya tu guṇāñ śṛṇu me
der Keuschheit aber Vorzüge höre von mir (Gen.Sg.; Akk.Pl.)
vasudhādhipa
Herr der Erde (Vok.Sg.)
ā janmamaraṇād yas tu
von Geburt bis zum Tod wer aber (Abl.)
brahmacārī bhaved iha
ein Brahmacārin sein sollte hier (Opt. 3.Sg.)
na tasya kiṃ cid aprāpyam
nicht für ihn irgend etwas Unerreichbares (Nom.Sg.n.)
iti viddhi janādhipa
so wisse, Menschenherrscher (Imp. 2.Sg.; Vok.)

bahvyaḥ koṭyas tv ṛṣīṇāṃ tu brahmaloke vasanty uta; satye ratānāṃ satataṃ dāntānām ūrdhvaretasām

Viele Millionen von Sehern weilen, so heißt es, in der Brahma-Welt: [Seher,] die stets an der Wahrheit hängen, Selbstbeherrschte, die ihren Samen nach oben lenken.

Wort für Wort
bahvyaḥ koṭyas tv ṛṣīṇāṃ tu
viele Kroren aber von Sehern (Nom.Pl.f.; Gen.Pl.)
brahmaloke vasanty uta
in der Brahma-Welt wohnen sie, so heißt es (Lok.; Präs. 3.Pl.; Partikel)
satye ratānāṃ satataṃ
die an der Wahrheit erfreut stets (Gen.Pl.; Adv.)
dāntānām ūrdhvaretasām
der Gebändigten, der den Samen nach oben Führenden (Gen.Pl.)

brahmacaryaṃ dahed rājan sarvapāpāny upāsitam; brāhmaṇena viśeṣeṇa brāhmaṇo hy agnir ucyate

Die Keuschheit, wenn sie geübt wird, verbrennt alle Sünden, König, besonders beim Brahmanen; denn der Brahmane wird Feuer genannt.

Wort für Wort
brahmacaryaṃ dahed rājan
Keuschheit soll verbrennen, König (Opt. 3.Sg.)
sarvapāpāny upāsitam
alle Sünden, geübt (Akk.Pl.; Part.Pass.)
brāhmaṇena viśeṣeṇa
durch den Brahmanen besonders (Instr.; Adv.)
brāhmaṇo hy agnir ucyate
denn der Brahmane [als] Feuer wird genannt (Nom.; Präs.Pass.)

pratyakṣaṃ ca tavāpy etad brāhmaṇeṣu tapasviṣu; bibheti hi yathā śakro brahmacāripradharṣitaḥ; tad brahmacaryasya phalam ṛṣīṇām iha dṛśyate

Und auch dir ist dies bei den Brahmanen, den Asketen, vor Augen: Wie Śakra sich fürchtet, wenn er von einem Brahmacārin bedrängt wird – das ist die Frucht der Keuschheit, die man hier bei den Sehern sieht.

Wort für Wort
pratyakṣaṃ ca tavāpy etad
und vor Augen auch dir dies (Nom.Sg.n.; Gen.)
brāhmaṇeṣu tapasviṣu
bei den Brahmanen, den Asketen (Lok.Pl.)
bibheti hi yathā śakro
denn wie sich fürchtet Śakra (Präs. 3.Sg.)
brahmacāripradharṣitaḥ
von einem Brahmacārin bezwungen/bedrängt (Part.Pass.)
tad brahmacaryasya phalam
das ist der Keuschheit Frucht
ṛṣīṇām iha dṛśyate
bei den Sehern hier wird sie gesehen

mātāpitroḥ pūjane yo dharmas tam api me śṛṇu; śuśrūṣate yaḥ pitaraṃ na cāsūyet kathaṃ cana; mātaraṃ vānahaṃvādī gurum ācāryam eva ca

Höre auch von mir, welche Pflicht in der Verehrung von Mutter und Vater liegt: [Wer] dem Vater dient und niemals [ihm] grollt, der Mutter [dient] und nicht mit „Ich bin es“ [prahlerisch] spricht, und ebenso dem Lehrer und Meister –

Wort für Wort
mātāpitroḥ pūjane yo dharmas
in der Verehrung von Mutter und Vater welche Pflicht (Gen.Du.; Lok.Sg.)
tam api me śṛṇu
auch diese höre von mir
śuśrūṣate yaḥ pitaraṃ
wer dem Vater dient (Präs. Med. 3.Sg.; Akk.Sg.)
na cāsūyet kathaṃ cana
und nicht grollen soll [er] in keiner Weise (Opt. 3.Sg.)
mātaraṃ vānahaṃvādī
oder die Mutter [ehrt], nicht selbstgefällig redend (Akk.Sg.; Nom.Sg.)
gurum ācāryam eva ca
den Meister und den Lehrer ebenso (Akk.Sg.)

Satzbau erstreckt sich über Vers 42-43; anahaṃvādī = nicht 'Ich-sagend' (nicht prahlend/rechthaberisch) [?].

tasya rājan phalaṃ viddhi svarloke sthānam uttamam; na ca paśyeta narakaṃ guruśuśrūṣur ātmavān

Für den, König, wisse die Frucht: in der Himmelswelt einen höchsten Platz; und der Meisterdiener, der selbstbeherrschte, wird keine Hölle sehen.

Wort für Wort
tasya rājan phalaṃ viddhi
dessen, König, Frucht wisse (Gen.; Imp. 2.Sg.)
svarloke sthānam uttamam
in der Himmelswelt einen Platz, höchsten (Lok.Sg.; Akk.Sg.n.)
na ca paśyeta narakaṃ
und nicht sehen soll [er] Hölle (Opt. 3.Sg.; Akk.Sg.)
guruśuśrūṣur ātmavān
der Meisterdiener, selbstbeherrscht (Nom.Sg.)

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