Kapitel 140: agastyavasiṣṭhamāhātmyam
Vāyu preist die Taten der Brahmanen Agastya und Vasiṣṭha gegenüber dem Kṣatriya
Fortsetzung des Gesprächs zwischen Vāyu und dem Haihaya-König über den Vorrang der Brahmanen: Agastyas Feuer vernichtet die Dānavas, und Vasiṣṭha schützt die Götter vor den Khalin-Dānavas und lässt die Sarayū entstehen.
karmejyā mānavānāṃ ca dānavair haihayarṣabha; bhraṣṭaiśvaryās tato devāś ceruḥ pṛthvīm iti śrutiḥ
Auch das Opferwerk der Menschen [war] von den Dānavas [geraubt], du Stier der Haihayas. Ihrer Herrschaft verlustig, zogen die Götter darauf über die Erde – so die Überlieferung.
Wort für Wort
karmejyā mānavānāṃ ca
das Opferwerk der Menschen und (Nom.Sg.; Gen.Pl.)
dānavair haihayarṣabha
von den Dānavas, Stier der Haihayas (Instr.Pl.; Vok.)
bhraṣṭaiśvaryās tato devāḥ
der Herrschaft verlustig, darauf die Götter (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
ceruḥ pṛthvīm
zogen umher, die Erde (Perf. 3.Pl.; Akk.Sg.)
iti śrutiḥ
so [lautet] die Überlieferung (Nom.Sg.)
Zu karmejyā mānavānām ist ein Verb (hṛtā) aus Vers 2 zu ergänzen.
abhivādya ca taṃ devā dṛṣṭvā ca yaśasā vṛtam; idam ūcur mahātmānaṃ vākyaṃ kāle janādhipa
Und nachdem die Götter ihn begrüßt und ihn von Ruhm umgeben gesehen hatten, sprachen sie zur rechten Zeit, Herr der Menschen, diese Worte zu dem Hochgesinnten.
Wort für Wort
abhivādya ca taṃ devāḥ
und nachdem sie begrüßt hatten ihn, die Götter (Abs.; Akk.; Nom.Pl.)
dṛṣṭvā ca yaśasā vṛtam
und gesehen habend, von Ruhm umgeben (Abs.; Instr.; PPP Akk.Sg.)
idam ūcur mahātmānaṃ
dies sprachen sie zu dem Hochgesinnten (Perf. 3.Pl.; Akk.Sg.)
vākyaṃ kāle janādhipa
Wort zur rechten Zeit, Herrscher der Leute (Akk.Sg.; Lok.Sg.; Vok.)
dānavair yudhi bhagnāḥ sma tathaiśvaryāc ca bhraṃśitāḥ; tad asmān no bhayāt tīvrāt trāhi tvaṃ munipuṃgava
„Von den Dānavas sind wir im Kampf zerschlagen und ebenso der Herrschaft beraubt worden. Darum rette du uns, Stier unter den Munis, vor der schrecklichen Furcht.“
Wort für Wort
dānavair yudhi bhagnāḥ sma
von den Dānavas im Kampf zerschlagen sind wir (Instr.Pl.; Lok.Sg.; PPP Nom.Pl. + 1.Pl. Präs.)
tathaiśvaryāc ca bhraṃśitāḥ
und ebenso von der Herrschaft gebracht (Abl.Sg.; Kaus.-PPP Nom.Pl.)
tad asmān no bhayāt tīvrāt
darum uns vor Furcht, heftiger (Adv.; Akk.Pl.; Abl.Sg.)
trāhi tvaṃ munipuṃgava
rette du, Stier unter den Munis (Imp. 2.Sg.; Nom.; Vok.)
balis tu yajate yajñam aśvamedhaṃ mahīṃ gataḥ; ye 'nye svasthā mahīsthāś ca te na dagdhā mahāsurāḥ
Bali aber, auf die Erde gegangen, vollzieht ein Opfer, das Rossopfer. Die anderen großen Asuras, die wohlbehalten waren und auf der Erde weilten, wurden nicht verbrannt.
Wort für Wort
balis tu yajate yajñam
Bali aber opfert Opfer (Nom.Sg.; Präs. 3.Sg. Med.; Akk.Sg.)
aśvamedhaṃ mahīṃ gataḥ
das Rossopfer, auf die Erde gegangen (Akk.Sg.; Akk.Sg.; PPP Nom.Sg.)
ye ’nye svasthā mahīsthāś ca
die anderen, wohlbehalten und erdbewohnend (Rel. Nom.Pl.; Nom.Pl.)
te na dagdhā mahāsurāḥ
sie nicht verbrannt, die großen Asuras (PPP Nom.Pl.)
tato lokāḥ punaḥ prāptāḥ suraiḥ śāntaṃ ca tad rajaḥ; athainam abruvan devā bhūmiṣṭhān asurāñ jahi
Darauf wurden die Welten von den Göttern zurückgewonnen, und jener Staub [der Kämpfe] legte sich. Da sagten die Götter zu ihm: „Erschlage die Asuras, die auf der Erde sind.“
Wort für Wort
tato lokāḥ punaḥ prāptāḥ
darauf die Welten wieder erlangt (PPP Nom.Pl.)
suraiḥ śāntaṃ ca tad rajaḥ
von den Göttern, und beruhigt jener Staub (Instr.Pl.; PPP Nom.Sg.n.)
athainam abruvan devāḥ
da zu ihm sprachen die Götter (Akk.Sg.; Impf. 3.Pl.)
bhūmiṣṭhān asurāñ jahi
die erdbewohnenden Asuras erschlage (Akk.Pl.; Imp. 2.Sg.)
rajas könnte auch „Unruhe, Aufruhr“ meinen; „Staub“ gewählt.
ity ukta āha devān sa na śaknomi mahīgatān; dagdhuṃ tapo hi kṣīyen me dhakṣyāmīti ca pārthiva
So angesprochen, sagte er zu den Göttern: „Ich vermag [es] nicht, die auf der Erde Befindlichen zu verbrennen; denn meine Askese würde schwinden. Ich werde [sie] verbrennen“, [sagte er] auch, König.
Wort für Wort
ity ukta āha devān sa
so angesprochen sprach er zu den Göttern (PPP Nom.Sg.; Perf. 3.Sg.; Akk.Pl.)
na śaknomi mahīgatān
nicht kann ich, die zur Erde Gegangenen (Präs. 1.Sg.; Akk.Pl.)
dagdhuṃ tapo hi kṣīyen me
zu verbrennen; Askese denn würde schwinden mir (Inf.; Nom.Sg.; Opt. 3.Sg.; Gen./Dat.)
dhakṣyāmīti ca pārthiva
„ich werde verbrennen“, und, König (Fut. 1.Sg.; Vok.)
Der Schluss („dhakṣyāmīti ca“) ist knapp und schwer zu deuten; wörtlich: „und ‚ich werde verbrennen‘“. Vermutlich zugleich Einschränkung und Ankündigung [?].
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzzeile der kritischen Ausgabe (*); Satz unvollständig, Verb fehlt; der Bezug auf die Ādityas in Vers 17 ist Ergänzung.
adūrāt tu tatas teṣāṃ brahmadattavaraṃ saraḥ; hatā hatā vai te tatra jīvanty āplutya dānavāḥ
Nicht weit von ihnen aber [lag] ein See, von Brahmā mit einer Gabe versehen: Immer wieder erschlagen, lebten die Dānavas dort wieder auf, sobald sie eintauchten.
Wort für Wort
adūrāt tu tatas teṣām
nicht fern aber von dort ihrer (Abl.Sg.; Adv.; Gen.Pl.)
brahmadattavaraṃ saraḥ
See mit von Brahmā gegebener Gabe (Bahuvrīhi Nom.Sg.n.)
hatā hatā vai te tatra
erschlagen und erschlagen fürwahr sie dort (PPP Nom.Pl.; Iteration)
jīvanty āplutya dānavāḥ
leben sie, eingetaucht (Präs. 3.Pl.; Abs.; Nom.Pl.)
brahmadattavaraṃ: „dem von Brahmā eine Gabe gegeben war“ oder „von Brahmā verliehene Gabe habend“.
kailāsaṃ prasthitāṃ cāpi nadīṃ gaṅgāṃ mahātapāḥ; ānayat tat saro divyaṃ tayā bhinnaṃ ca tat saraḥ
Auch die Gaṅgā, den Fluss, der zum Kailāsa unterwegs war, leitete der große Asket hierher, jenen göttlichen See; und durch sie wurde jener See durchbrochen.
Wort für Wort
kailāsaṃ prasthitāṃ cāpi
zum Kailāsa aufgebrochen und auch (Akk.Sg.; PPP Akk.Sg.f.)
nadīṃ gaṅgāṃ mahātapāḥ
den Fluss Gaṅgā, der große Asket (Akk.Sg.; Nom.Sg.)
ānayat tat saro divyam
führte herbei, jenen See, göttlichen (Impf. 3.Sg.; Akk.Sg.)
tayā bhinnaṃ ca tat saraḥ
durch sie durchbrochen und jener See (Instr.Sg.; PPP Nom.Sg.n.)
Anm.: ānayat tat saro divyam ist knapp; „führte [sie] zu jenem göttlichen See“ ist ebenso möglich.
So wurden die Bewohner des dritten Himmels samt Indra von Vasiṣṭha beschützt, und die Daityas, die von Brahmā Gaben erhalten hatten, wurden von dem Hochgesinnten erschlagen.
Wort für Wort
evaṃ sendrā vasiṣṭhena
so samt Indra von Vasiṣṭha (Adv.; Bahuvrīhi Nom.Pl.; Instr.Sg.)
rakṣitās tridivaukasaḥ
beschützt, die Himmelsbewohner (PPP Nom.Pl.; Nom.Pl.)
brahmadattavarāś caiva
die von Brahmā Gaben Empfangenden und ebenso (Bahuvrīhi Nom.Pl.)
hatā daityā mahātmanā
erschlagen die Daityas von dem Hochgesinnten (PPP Nom.Pl.; Instr.Sg.)