vaiśaṃpāyana uvāca; janamejaya uvāca; śaratalpagate bhīṣme kauravāṇāṃ dhuraṃdhare; śayāne vīraśayane pāṇḍavaiḥ samupasthite; yudhiṣṭhiro mahāprājño mama pūrvapitāmahaḥ; dharmāṇām āgamaṃ śrutvā viditvā dharmasaṃśayān; dānānāṃ ca vidhiṃ śrutvā chinnadharmārthasaṃśayaḥ; yad anyad akarod vipra tan me śaṃsitum arhasi; vaiśaṃpāyana uvāca; abhūn muhūrtaṃ stimitaṃ sarvaṃ tad rājamaṇḍalam
Vaiśaṃpāyana sprach: Janamejaya sprach: „Als Bhīṣma, der Deichselträger der Kauravas, auf dem Pfeilbett lag, auf dem Heldenlager ruhte, von den Pāṇḍavas umgeben – Yudhiṣṭhira, der hochweise, mein Urgroßvater, nachdem er die Überlieferung der Pflichten gehört, die Zweifel an den Pflichten erkannt und die Vorschrift der Gaben gehört hatte, seine Zweifel über Pflicht und Nutzen zerschnitten –: was er darüber hinaus noch tat, Brahmane, das sollst du mir berichten.“ Vaiśaṃpāyana sprach: Einen Augenblick lang war die ganze Königsversammlung erstarrt.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca; janamejaya uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach; Janamejaya sprach (Perf.)
śaratalpagate bhīṣme kauravāṇāṃ dhuraṃdhare
als Bhīṣma, der Deichselträger der Kauravas, zum Pfeilbett gegangen war (Lok. abs./Gen. Pl.)
śayāne vīraśayane pāṇḍavaiḥ samupasthite
auf dem Heldenlager ruhend, von den Pāṇḍavas umstanden (Lok./Instr. Pl., Part. Pass.)
yudhiṣṭhiro mahāprājño mama pūrvapitāmahaḥ
Yudhiṣṭhira, der Hochweise, mein Urgroßvater (Nom. Sg.)
dharmāṇām āgamaṃ śrutvā viditvā dharmasaṃśayān
die Überlieferung der Pflichten gehört, die Pflichtzweifel erkannt habend (Gen. Pl./Akk. Sg./Abs. auf -tvā/Akk. Pl.)
dānānāṃ ca vidhiṃ śrutvā chinnadharmārthasaṃśayaḥ
und die Vorschrift der Gaben gehört habend, mit zerschnittenen Zweifeln an Pflicht und Nutzen (Gen. Pl./Akk. Sg./Abs./Bahuvrīhi Nom. Sg.)
yad anyad akarod vipra tan me śaṃsitum arhasi
was er sonst tat, Brahmane, das sollst du mir zu berichten würdig sein (Impf. 3.Sg./Vok./Inf.; 2.Sg.Präs.)
vaiśaṃpāyana uvāca; abhūn muhūrtaṃ stimitaṃ sarvaṃ tad rājamaṇḍalam
Vaiśaṃpāyana sprach; einen Augenblick lang war jener ganze Königskreis erstarrt (Perf.; Akk. der Zeit; Aor. 3.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Satz um Yudhiṣṭhira ist syntaktisch lose (Nominativ ohne Verb), Sinn: „als Yudhiṣṭhira … [dies alles erreicht hatte]“.
tūṣṇīṃbhūte tadā bhīṣme paṭe citram ivārpitam; muhūrtam iva ca dhyātvā vyāsaḥ satyavatīsutaḥ; nṛpaṃ śayānaṃ gāṅgeyam idam āha vacas tadā
Als Bhīṣma da schwieg – wie ein auf Tuch gemaltes Bild [so still war alles] – und Vyāsa, der Sohn der Satyavatī, gleichsam einen Augenblick nachgedacht hatte, sprach er dann zu dem daliegenden König, dem Gāṅgeya, diese Worte.
Wort für Wort
tūṣṇīṃbhūte tadā bhīṣme
als Bhīṣma da verstummt war (Lok. abs.)
paṭe citram ivārpitam
wie ein auf Tuch angebrachtes Bild (Lok./Nom. Sg. n., Part. Pass.)
muhūrtam iva ca dhyātvā
und gleichsam einen Augenblick nachgedacht habend (Akk. der Zeit/Abs.)
vyāsaḥ satyavatīsutaḥ
Vyāsa, Satyavatīs Sohn (Nom. Sg.)
nṛpaṃ śayānaṃ gāṅgeyam
zu dem König, dem daliegenden Gāṅgeya (Akk. Sg.)
idam āha vacas tadā
sprach dann diese Worte (3.Sg.Perf./Akk. Sg.)
„paṭe citram ivārpitam“ bezieht sich dem Sinn nach auf die erstarrte Versammlung.
„Opfere mit vielerlei Opfern, reich an Speise und mit gut gegebenen Opferlohnen, wie Yayāti, Herr der Könige, mit Glauben und Selbstbeherrschung an der Spitze.“
Wort für Wort
yajasva vividhair yajñair
opfere mit vielerlei Opfern (Imp. 2.Sg. Med./Instr. Pl.)
bahvannaiḥ svāptadakṣiṇaiḥ
reich an Speise, mit wohlgegebenen Opferlohnen (Instr. Pl., Bahuvrīhi)
yayātir iva rājendra
wie Yayāti, Herr der Könige (Nom. Sg./Vok.)
śraddhādamapuraḥsaraḥ
Glauben und Selbstbeherrschung voranstellend (Bahuvrīhi Nom. Sg.)