vāsudeva uvāca; etac chrutvā vacas tasya pratyakṣam iva darśanam; vismayaṃ paramaṃ gatvā abruvaṃ taṃ mahāmunim; dhanyas tvam asi viprendra kas tvad anyo 'sti puṇyakṛt; yasya devātidevas te sāṃnidhyaṃ kurute ''śrame; api tāvan mamāpy evaṃ dadyāt sa bhagavāñ śivaḥ; darśanaṃ muniśārdūla prasādaṃ cāpi śaṃkaraḥ
Vāsudeva sprach: Als ich diese Worte von ihm gehört hatte, die wie ein unmittelbares Schauen waren, und in höchstes Staunen geraten war, sagte ich zu jenem großen Weisen: „Selig bist du, Bester der Brahmanen; wer sonst ist ein Täter des Verdienstvollen außer dir, dem der Gott der Götter in der Einsiedelei seine Nähe gewährt! Möge doch auch mir jener erhabene Śiva so [viel] geben: den Anblick, Tiger unter den Weisen, und auch die Gnade, Śaṃkara.“
Wort für Wort
vāsudeva uvāca
Vāsudeva sprach (Perf.)
etac chrutvā vacas tasya pratyakṣam iva darśanam
dies gehört habend, seine Rede, einem unmittelbaren Schauen gleich (Abs./Akk.)
vismayaṃ paramaṃ gatvā abruvaṃ taṃ mahāmunim
in höchstes Staunen geraten, sagte ich zu jenem großen Weisen (Abs./Impf.1.Sg./Akk.)
dhanyas tvam asi viprendra kas tvad anyo 'sti puṇyakṛt
selig bist du, Bester der Brahmanen; wer außer dir ist ein Verdienstwirker (Nom./Vok./Abl.)
yasya devātidevas te sāṃnidhyaṃ kurute 'śrame
dem der Gott der Götter in der Einsiedelei Nähe gewährt (Gen./Nom./Akk./Lok.)
api tāvan mamāpy evaṃ dadyāt sa bhagavāñ śivaḥ
möge auch mir so jener erhabene Śiva geben (Opt.3.Sg.)
darśanaṃ muniśārdūla prasādaṃ cāpi śaṃkaraḥ
Anblick, Tiger unter den Weisen, und auch Gnade, [möge] Śaṃkara [geben] (Akk./Vok./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Einheit mit Zusatzpassage (Sternzeile); Objekt von dadyāt aus dem Kontext ergänzt.
Upamanyu sprach: „Du wirst Mahādeva schauen, Lotosäugiger, daran ist kein Zweifel, in ganz kurzer Zeit, so wie er von mir gesehen wurde, Makelloser. Mit göttlichem Auge sehe ich [ihn], Unermesslicher an Kraft. Im sechsten Monat wirst du Mahādeva schauen, Bester der Männer. Sechzehn [und] acht Gaben wirst du von Maheśvara erlangen, [der] samt Gattin [erscheint], Bester der Yadu; wahr ist dies, was ich dir sage. Das Vergangene und Künftige und stets auch das Gegenwärtige ist mir bekannt, Starkarmiger, durch die Gnade jenes Weisen.“
Wort für Wort
upamanyur uvāca
Upamanyu sprach
drakṣyase puṇḍarīkākṣa mahādevaṃ na saṃśayaḥ
du wirst schauen, Lotosäugiger, Mahādeva, kein Zweifel (Fut.Med.2.Sg./Vok./Akk./Nom.)
acireṇaiva kālena yathā dṛṣṭo mayānagha
in ganz kurzer Zeit, wie [er] von mir gesehen wurde, Makelloser (Instr./Nom.Part.Pass./Vok.)
cakṣuṣā caiva divyena paśyāmy amitavikrama
mit göttlichem Auge sehe ich, Unermesslicher an Kraft (Instr./Präs.1.Sg./Vok.)
ṣaṣṭhe māsi mahādevaṃ drakṣyasi puruṣottama
im sechsten Monat wirst du Mahādeva sehen, Bester der Männer (Lok./Fut.2.Sg./Vok.)
ṣoḍaśāṣṭau varāṃś cāpi prāpsyasi tvaṃ maheśvarāt
sechzehn [und] acht Gaben wirst du erlangen von Maheśvara (Akk.Pl./Fut.2.Sg./Abl.)
sapatnīkād yaduśreṣṭha satyam etad bravīmi te
samt Gattin, Bester der Yadu; wahr ist dies, ich sage es dir (Abl./Vok./Präs.1.Sg./Dat.)
atītānāgataṃ caiva vartamānaṃ ca nityaśaḥ
Vergangenes und Künftiges und Gegenwärtiges stets (Nom./Adv.)
viditaṃ me mahābāho prasādāt tasya dhīmataḥ
bekannt ist mir, Starkarmiger, durch die Gnade jenes Weisen (Part.Pass./Vok./Abl./Gen.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). ṣoḍaśāṣṭau: „sechzehn [und] acht“ oder „sechzehn [bzw.] acht“ ist grammatisch offen.
tvādṛśena hi devānāṃ ślāghanīyaḥ samāgamaḥ; brahmaṇyenānṛśaṃsena śraddadhānena cāpy uta; japyaṃ ca te pradāsyāmi yena drakṣyasi śaṃkaram
Denn mit einem wie dir ist die Begegnung für die Götter rühmenswert, mit einem Brahmanenfreund, Mitleidigen und auch Gläubigen. Und ein Gebet zum Hersagen (japya) werde ich dir geben, durch das du Śaṃkara schauen wirst.
Wort für Wort
tvādṛśena hi devānāṃ ślāghanīyaḥ samāgamaḥ
denn mit einem wie dir ist der Umgang der Götter rühmenswert (Instr./Gen.Pl./Nom.)
brahmaṇyenānṛśaṃsena
mit dem Brahmanenfreundlichen, Mitleidigen (Instr.)
śraddadhānena cāpy uta
und auch mit dem Gläubigen (Instr.)
japyaṃ ca te pradāsyāmi
und ein Japa-Gebet werde ich dir geben (Akk./Dat./Fut.1.Sg.)
yena drakṣyasi śaṃkaram
durch das du Śaṃkara sehen wirst (Instr./Fut.2.Sg./Akk.)
Kṛṣṇa sprach: Ich sagte zu ihm: „Brahmane, durch deine Gnade, großer Weiser, werde ich den Zermalmer der Scharen der Ditisöhne, den Herrn der Dreißig [Götter], schauen.“
Wort für Wort
kṛṣṇa uvāca
Kṛṣṇa sprach
abruvaṃ tam ahaṃ brahmaṃs
ich sagte zu ihm, Brahmane (Impf.1.Sg./Akk./Vok.)
tvatprasādān mahāmune
durch deine Gnade, großer Weiser (Abl./Vok.)
drakṣye ditijasaṃghānāṃ mardanam
ich werde schauen den Zermalmer der Scharen der Ditisöhne (Fut.1.Sg./Gen.Pl./Akk.)
dine 'ṣṭame ca vipreṇa dīkṣito 'haṃ yathāvidhi; daṇḍī muṇḍī kuśī cīrī ghṛtākto mekhalī tathā
Am achten Tag wurde ich vom Brahmanen nach Vorschrift geweiht: mit Stab, geschoren, mit Kuśa-Gras, in Bastgewand, mit Ghee gesalbt und mit Gürtel versehen.
Wort für Wort
dine 'ṣṭame ca vipreṇa
und am achten Tag, vom Brahmanen (Lok./Instr.)
dīkṣito 'haṃ yathāvidhi
wurde ich geweiht, vorschriftsgemäß (Part.Pass./Adv.)
daṇḍī muṇḍī kuśī cīrī
stabtragend, geschoren, mit Kuśa-Gras, im Bastgewand (Nom.)
Und in der Mitte jenes Glanzes, Freude der Pāṇḍus, [sah ich] eine Wolke, deren Glieder vom Regenbogen umwunden waren, die Blitzgirlanden als Fenster hatte, einem Haufen dunkler Berge gleich, von Kranichreihen geschmückt.
Wort für Wort
tasya madhyagataṃ cāpi tejasaḥ
und [einen], der in der Mitte jenes Glanzes befindlich (war) (Gen./Akk./Gen.)
pāṇḍunandana
Freude der Pāṇḍus (Vok.)
indrāyudhapinaddhāṅgaṃ
dessen Glieder vom Indra-Bogen (Regenbogen) umwunden (Akk.)
tam āsthitaś ca bhagavān devyā saha mahādyutiḥ; tapasā tejasā kāntyā dīptayā saha bhāryayā
Diese [Wolke] hatte der erhabene, hochstrahlende [Herr] zusammen mit der Göttin bestiegen, [strahlend] durch Askese, Glanz und Anmut, zusammen mit seiner leuchtenden Gattin.
Wort für Wort
tam āsthitaś ca bhagavān
und diese bestiegen habend, der Erhabene (Akk./Part.Perf./Nom.)
saṃhṛṣṭaromā kaunteya vismayotphullalocanaḥ; apaśyaṃ devasaṃghānāṃ gatim ārtiharaṃ haram
Mit gesträubten Körperhaaren, Sohn Kuntīs, und vor Staunen weit geöffneten Augen sah ich Hara, den Zufluchtsort der Götterscharen, den Beender des Leids.
Wort für Wort
saṃhṛṣṭaromā kaunteya
mit gesträubten Haaren, Sohn Kuntīs (Nom./Vok.)
vismayotphullalocanaḥ
mit vor Staunen weit geöffneten Augen (Nom.)
apaśyaṃ devasaṃghānāṃ gatim
ich sah den Zufluchtsort der Götterscharen (Impf.1.Sg./Gen.Pl./Akk.)
[Ich sah ihn,] den Diademträger, Keulenträger, mit dem Dreizack in der Hand, im Tigerfell, mit Flechtenknoten, den Stab in der Hand, den Pināka-Träger, Vajra-Träger, mit scharfen Hauern, mit schönen Armreifen, eine Schlange als Opferschnur tragend.
Wort für Wort
kirīṭinaṃ gadinaṃ śūlapāṇiṃ
den Diademträger, Keulenträger, Dreizack-in-der-Hand (Akk.)
vyāghrājinaṃ jaṭilaṃ daṇḍapāṇim
im Tigerfell, mit Flechtenknoten, den Stab in der Hand (Akk.)
pinākinaṃ vajriṇaṃ tīkṣṇadaṃṣṭraṃ
den Pināka-Träger, Vajra-Träger, mit scharfen Hauern (Akk.)
śubhāṅgadaṃ vyālayajñopavītam
mit schönen Armreifen, mit einer Schlange als Opferschnur (Akk.)
Auf der Brust einen göttlichen, vielfarbigen Kranz tragend, der bis zu den Knöcheln herabhing: wie den Mond, umgeben von Hof und Abendröte, am Ende der Regenzeit, so sah ich ihn.
Wort für Wort
divyāṃ mālām urasānekavarṇāṃ
einen göttlichen Kranz auf der Brust, vielfarbig (Akk./Instr./Akk.)
samudvahantaṃ gulphadeśāvalambām
tragend, bis zu den Knöcheln herabhängend (Part.Präs./Akk.)
candraṃ yathā pariviṣṭaṃ sasaṃdhyaṃ
wie den Mond, mit Hof, mit Dämmerung (Akk./Adv./Part.Pass.)
varṣātyaye tadvad apaśyam enam
am Ende der Regenzeit, ebenso sah ich ihn (Lok./Adv./Impf.1.Sg./Akk.)
[Ich sah] Maheśvara, [umgeben] von Nandin, Vināyaka und anderen.
Wort für Wort
maheśvaraṃ
Maheśvara (Akk.)
nandivināyakādyaiḥ
von Nandin, Vināyaka und anderen (Instr.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Fragmentarische Zusatzzeile; Verb und Konstruktion aus dem Kontext ergänzt.
yogīśvarāḥ subahavo yogadaṃ pitaraṃ gurum; brahmarṣayaś ca sasutās tathā devarṣayaś ca vai
Sehr viele Herren des Yoga [verneigen sich vor ihm], dem Vater, dem Lehrer, dem Spender des Yoga, und Brahmanenseher mit ihren Söhnen ebenso wie Götterseher.
muhūrtāś ca nimeṣāś ca tathaiva yugaparyayāḥ; divyā rājan namasyanti vidyāḥ sarvā diśas tathā
Muhūrtas und Lidschläge und ebenso die Wechsel der Weltalter, die göttlichen [Wesen], König, verneigen sich, [und] alle Wissenschaften und ebenso die Himmelsrichtungen.
Wort für Wort
muhūrtāś ca nimeṣāś ca
Muhūrtas und Lidschläge (Nom.Pl.)
tathaiva yugaparyayāḥ
und ebenso die Yuga-Wechsel (Nom.Pl.)
divyā rājan namasyanti
göttlich, König, verneigen sich (Nom.Pl./Vok./Präs.3.Pl.)
vidyāḥ sarvā diśas tathā
alle Wissenschaften und ebenso Himmelsrichtungen (Nom.Pl.)
divyāḥ: Bezug unklar (Attribut zu den Vorigen oder eigenes Subjekt).
und Tausende, Zehntausende und Hundert Millionen von Weisen verneigen sich vor dem Herrn, dem Friedvollen, [ebenso] die Berge, Meere und Himmelsrichtungen.
Wort für Wort
sahasrāṇi munīnāṃ ca
und Tausende von Weisen (Nom.Pl./Gen.Pl.)
ayutāny arbudāni ca
Zehntausende und Hundert Millionen (Nom.Pl.)
namasyanti prabhuṃ śāntaṃ
sie verneigen sich vor dem Herrn, dem Friedvollen (Präs.3.Pl./Akk.)
Auch Gandharvas und Apsaras, kundig in Gesang und Instrumentenspiel, singen mit göttlicher Melodie und preisen den wunderbaren Bhava; Vidyādharas und Dānavas, Guhyakas und ebenso Rākṣasas [taten es ebenso].
Wort für Wort
gandharvāpsarasaś caiva
und Gandharvas und Apsaras (Nom.Pl.)
gītavāditrakovidāḥ
kundig in Gesang und Instrumentenspiel (Nom.Pl.)
divyatānena gāyantaḥ
mit göttlicher Melodie singend (Instr./Part.Präs.)
stuvanti bhavam adbhutam
sie preisen den wunderbaren Bhava (Präs.3.Pl./Akk.)
vidyādharā dānavāś ca
Vidyādharas und Dānavas (Nom.Pl.)
guhyakā rākṣasās tathā
Guhyakas und ebenso Rākṣasas (Nom.Pl.)
Der letzte Pāda hat kein eigenes Verb; stuvanti ist zu ergänzen.
Und alle Wesen, unbewegliche wie bewegliche, verneigen sich, großer König, mit Rede, Geist und Tat vor dem Allherrscher. Vor mir stand Śarva, der Herr der Dreißig [Götter].
Wort für Wort
sarvāṇi ca eva bhūtāni
und alle Wesen (Nom.Pl.n.)
sthāvarāṇi carāṇi ca
unbewegliche und bewegliche (Nom.Pl.n.)
namasyanti mahārāja
verneigen sich, großer König (3.Pl.Präs./Vok.)
vāṅmanaḥkarmabhir vibhum
mit Rede, Geist und Tat vor dem Allmächtigen (Instr.Pl./Akk.Sg.)
samt Prajāpati und Śakra bis zum Ende [?] (Adv./Bahuvrīhi)
jagat mām abhyudaikṣata
die Welt blickte zu mir auf (Nom.Sg.n./Akk./3.Sg.Impf.Med.)
saprajāpatiśakrāntam: Bezug unsicher (‚bis hin zu Antaka‘ oder ‚Prajāpati und Śakra als Äußerste/Eingeschlossene‘); hier als ‚einschließlich … bis zu den Letzten‘ gefasst.
tvayā hy ārādhitaś cāhaṃ śataśo 'tha sahasraśaḥ; tvatsamo nāsti me kaś cit triṣu lokeṣu vai priyaḥ
„Denn von dir wurde ich hundertfach und tausendfach verehrt; dir gleich ist mir niemand lieb in den drei Welten.“
Wort für Wort
tvayā hi ārādhitaḥ ca aham
denn von dir verehrt ich (Instr./Part.Pass. Nom./Nom.)
śataśaḥ atha sahasraśaḥ
hundertfach und tausendfach (Adv.)
tvatsamaḥ na asti me kaś cit
dir gleich ist mir keiner (Nom.Sg.m./3.Sg.Präs./Dat.-Gen.)
triṣu lokeṣu vai priyaḥ
in den drei Welten wahrlich lieb (Lok.Pl./Nom.Sg.m.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).
yogeśvarāḥ subahavo maheśaṃ bahudhāstuvan; mahābhūtāni cchandāṃsi prajānāṃ patayo makhāḥ; saritaḥ sāgarā nāgā gandharvāpsarasas tathā; vidyādharāś ca gītena vādyanṛttādinārcayan; tejasvināṃ madhyagataṃ tejorāśiṃ jagatpatim; īkṣituṃ ca mahādevaṃ na me śaktir abhūt tadā; tato devena paśyeti vadasvety abhibhāṣitam; dṛṣṭvā devaṃ tathā devīm astuvaṃ saṃstutaṃ suraiḥ
Sehr viele Herren des Yoga priesen Maheśa auf vielerlei Weise; die großen Elemente, die Metren, die Herren der Geschöpfe, die Opfer, Flüsse, Meere, Nāgas, ebenso Gandharvas und Apsaras; und die Vidyādharas verehrten [ihn] mit Gesang, Instrumentalmusik, Tanz und dergleichen, [ihn], der inmitten der Strahlenden steht, Lichtmasse, Herr der Welt. Und Mahādeva anzublicken, dazu hatte ich damals nicht die Kraft. Da wurde vom Gott gesagt: „Schau!“ und „Sprich!“ Als ich den Gott und ebenso die Göttin gesehen hatte, pries ich [ihn], den von den Göttern Gepriesenen.
Wort für Wort
yogeśvarāḥ subahavo maheśaṃ bahudhā astuvan
sehr viele Yoga-Herren priesen Maheśa vielfach (Nom.Pl./Akk./Adv./Impf.3.Pl.)
mahābhūtāni chandāṃsi prajānāṃ patayo makhāḥ
die großen Elemente, Metren, Prajāpatis, Opfer (Nom.Pl.)
saritaḥ sāgarā nāgā gandharvāpsarasas tathā
Flüsse, Meere, Nāgas, Gandharvas und Apsaras ebenso (Nom.Pl.)
vidyādharāś ca gītena vādyanṛttādinā arcayan
und die Vidyādharas verehrten mit Gesang, Musik, Tanz usw. (Nom.Pl./Instr.Sg./Impf.3.Pl.)
tejasvināṃ madhyagataṃ tejorāśiṃ jagatpatim
in der Mitte der Strahlenden befindlich, Lichtmasse, Weltherr (Gen.Pl./Akk.Sg.)
īkṣituṃ ca mahādevaṃ na me śaktir abhūt tadā
und Mahādeva anzuschauen, dazu war mir damals keine Kraft (Inf./Akk./Aor.)
tato devena paśya iti vadasva iti abhibhāṣitam
da wurde vom Gott „schau“, „sprich“ gesagt (Instr./Imp./Part.Pass. n.)
dṛṣṭvā devaṃ tathā devīm astuvaṃ saṃstutaṃ suraiḥ
den Gott und die Göttin gesehen habend, pries ich den von den Göttern Gepriesenen (Abs./Akk./Impf.1.Sg./Part.Pass./Instr.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe; wiederholt Inhalte der Verse 015.024-028.
namo 'stu te śāśvata sarvayone; brahmādhipaṃ tvām ṛṣayo vadanti; tapaś ca sattvaṃ ca rajas tamaś ca; tvām eva satyaṃ ca vadanti santaḥ
Verehrung sei dir, Ewiger, Ursprung von allem! Als Herrn über Brahman [Brahmā?] nennen dich die Seher; Askese, Sattva, Rajas und Tamas – und dich allein nennen die Guten die Wahrheit.
Wort für Wort
namo astu te śāśvata sarvayone
Verehrung sei dir, Ewiger, Urschoß von allem (Nom./Dat.-Gen./Imp./Vok.)
brahmādhipaṃ tvām ṛṣayo vadanti
als Herrn des Brahman dich die Seher nennen (Akk.Sg./Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
tapaś ca sattvaṃ ca rajas tamaś ca
Askese, Sattva, Rajas und Tamas (Nom.Sg.n.)
tvām eva satyaṃ ca vadanti santaḥ
dich allein und die Wahrheit nennen die Guten (Akk./Nom.Pl.)
brahmādhipa: ‚Herr des Brahman‘ oder ‚Herr Brahmās‘, beides möglich.
ye cendriyārthāś ca manaś ca kṛtsnaṃ; ye vāyavaḥ sapta tathaiva cāgniḥ; ye vā divisthā devatāś cāpi puṃsāṃ; tasmāt paraṃ tvām ṛṣayo vadanti
Was die Sinnesobjekte sind und der ganze Geist, was die sieben Winde sind und ebenso das Feuer, und welche Gottheiten der Menschen im Himmel weilen – jenseits davon [als das Höhere] nennen dich die Seher.
Wort für Wort
ye ca indriyārthāḥ ca manaḥ ca kṛtsnam
und die Sinnesobjekte und der ganze Geist (Nom.Pl./Nom.Sg.n.)
ye vāyavaḥ sapta tathā eva ca agniḥ
die sieben Winde und ebenso das Feuer (Nom.Pl./Nom.Sg.)
ye vā divisthā devatāḥ ca api puṃsām
und welche im Himmel weilenden Gottheiten der Menschen (Lok.-Kompositum/Nom.Pl.f./Gen.Pl.)
tasmāt param tvām ṛṣayo vadanti
darüber hinaus dich die Seher nennen (Abl./Akk./Nom.Pl.)
puṃsām devatāḥ: ‚Gottheiten der Menschen‘ (d. h. der Wesen) nach der einfachsten Lesart.
iṣṭaṃ dattam adhītaṃ ca vratāni niyamāś ca ye; hrīḥ kīrtiḥ śrīr dyutis tuṣṭiḥ siddhiś caiva tvadarpaṇā
Das Geopferte, das Gegebene, das Studierte, die Gelübde und die Observanzen, Scham, Ruhm, Glück, Glanz, Zufriedenheit und Vollendung – [alles] ist dir dargebracht.
Wort für Wort
iṣṭaṃ dattam adhītaṃ ca
das Geopferte, Gegebene und Studierte (Part.Pass. n.)
vratāni niyamāś ca ye
die Gelübde und Observanzen, welche (Nom.Pl.)
hrīḥ kīrtiḥ śrīr dyutiḥ
Scham, Ruhm, Glück, Glanz (Nom.Sg.f.)
tuṣṭiḥ siddhiḥ ca eva tvadarpaṇā
Zufriedenheit und Vollendung, dir dargebracht (Nom.Sg.f./Bahuvrīhi)
Das Wirken [?], die Umbildung, die Auflösung, der Urstoff, der Ursprung, der Unvergängliche; die höchste Quelle des Geistes und auch die ewige Eigennatur; der Unmanifeste, Läuternde, Allmächtige, Tausendstrahlige, Goldene [bist du].
Du bist der Ursprung aller Guṇas und der Halt des Lebens; der Große, das Selbst, der Verstand, Brahmā, Viśva, Śaṃbhu, [Sohn/Herr] des Selbstentstandenen [?].
Wort für Wort
ādir guṇānāṃ sarveṣām
Ursprung aller Guṇas (Nom.Sg./Gen.Pl.)
bhavān vai jīvanāśrayaḥ
du bist wahrlich Stütze des Lebens (Nom.Sg./Tatpuruṣa)
mahān ātmā matir brahmā
der Große, das Selbst, Verstand, Brahmā (Nom.Sg.)
viśvaḥ śaṃbhuḥ svayaṃbhuvaḥ
Viśva, Śaṃbhu, des Selbstentstandenen [?] (Nom.Sg./Gen.Sg.)
svayaṃbhuvaḥ am Ende ist grammatisch unklar (Gen. oder Nom. eines Stammes -bhū); hier als Genitiv gefasst.
Verstand, Einsicht, Wahrnehmung, Bewusstsein, Erkenntnis, Standhaftigkeit, Erinnerung – mit diesen gleichbedeutenden Wörtern wirst du als das Große Selbst erkannt.
phalaṃ tvam asi tigmāṃśo nimeṣādiṣu karmasu; tvaṃ vai prabhārciḥ puruṣaḥ sarvasya hṛdi saṃsthitaḥ; aṇimā laghimā prāptir īśāno jyotir avyayaḥ
Du bist die Frucht, Scharfstrahliger, in Handlungen wie dem Blinzeln und dergleichen; du bist wahrlich der Puruṣa von strahlendem Glanz, in aller Herzen wohnend; Animā, Laghimā, Prāpti, der Herrscher, das unvergängliche Licht.
Wort für Wort
phalaṃ tvam asi tigmāṃśo
die Frucht bist du, Scharfstrahliger (Nom.Sg.n./Vok.)
nimeṣādiṣu karmasu
in Handlungen wie dem Blinzeln usw. (Lok.Pl.)
tvaṃ vai prabhārciḥ puruṣaḥ
du bist wahrlich der Puruṣa mit strahlender Flamme (Nom.Sg.)
tvayi buddhir matir lokāḥ prapannāḥ saṃśritāś ca ye; dhyānino nityayogāś ca satyasaṃdhā jitendriyāḥ
In dir [ruhen] Verstand und Geist; die Menschen, die bei dir Zuflucht genommen haben und die sich an dich halten: die Meditierenden, stets im Yoga Geübten, Wahrhaftigen, Sinnesbezwinger.
Wort für Wort
tvayi buddhir matir
in dir Verstand, Geist (Lok./Nom.Sg.f.)
lokāḥ prapannāḥ saṃśritāḥ ca ye
die Menschen, die Zuflucht genommen und sich angeschlossen haben (Nom.Pl./Part.Pass.)
dhyānino nityayogāḥ ca
Meditierende und stets im Yoga Geübte (Nom.Pl.)
satyasaṃdhā jitendriyāḥ
Wahrhaftige, Sinnesbezwinger (Nom.Pl./Bahuvrīhi)
lokāḥ hier als ‚Menschen/Wesen‘ gefasst; die Konstruktion ist elliptisch.
Wer dich als den Festen erkennt, den in der Höhle [des Herzens] Weilenden, den Herrn, Uralten, Puruṣa, Allgestaltigen, Goldenen, den höchsten Weg der Einsichtigen – dieser Einsichtige steht jenseits des Verstandes.
Wort für Wort
yas tvāṃ dhruvaṃ vedayate guhāśayam
wer dich als den Festen, in der Höhle Ruhenden erkennt (Rel./Akk./3.Sg.Präs.Med.)
prabhuṃ purāṇaṃ puruṣaṃ viśvarūpam
den Herrn, Uralten, Puruṣa, Allgestaltigen (Akk.Sg.)
hiraṇmayaṃ buddhimatāṃ parāṃ gatim
den Goldenen, den höchsten Weg der Einsichtigen (Akk./Gen.Pl.)
sa buddhimān buddhim atītya tiṣṭhati
dieser Einsichtige, den Verstand überschritten habend, steht (Nom./Akk./Abs./3.Sg.)
viditvā sapta sūkṣmāṇi ṣaḍaṅgaṃ tvāṃ ca mūrtitaḥ; pradhānavidhiyogasthas tvām eva viśate budhaḥ
Hat der Weise die sieben Feinen erkannt und dich, den Sechsgliedrigen, in [deiner] Gestalt, geht er, im Yoga der Pradhāna-Ordnung gefestigt, in dich allein ein.
Wort für Wort
viditvā sapta sūkṣmāṇi
erkannt habend die sieben Feinen (Abs./Akk.Pl.n.)
ṣaḍaṅgaṃ tvāṃ ca mūrtitaḥ
und dich, den Sechsgliedrigen, in Gestalt (Akk.Sg./Abl.-Adv.)
pradhānavidhiyogasthaḥ
im Yoga der Pradhāna-Ordnung stehend (Nom.Sg.)
tvām eva viśate budhaḥ
in dich allein geht ein der Weise (Akk./3.Sg.Präs./Nom.)
‚die sieben Feinen‘ und ‚sechsgliedrig‘ sind technische Ausdrücke, deren genauer Bezug offenbleibt.
Als so von mir zu Bhava, dem Leidvernichter, gesprochen worden war, Pārtha, stieß die ganze Welt, Bewegliches und Unbewegliches, einen Löwenschrei aus.
Wort für Wort
evam ukte mayā pārtha
als so gesprochen war von mir, Pārtha (Lok.abs./Instr./Vok.)
bhave ca ārtivināśane
und zu Bhava, dem Leidvernichter (Lok.)
carācaraṃ jagat sarvam
die ganze bewegliche und unbewegliche Welt (Nom.Sg.n.)
saviprasaṃghāś ca surāsurāś ca; nāgāḥ piśācāḥ pitaro vayāṃsi; rakṣogaṇā bhūtagaṇāś ca sarve; maharṣayaś caiva tathā praṇemuḥ
Die Scharen der Brahmanen, die Götter und Asuras, Nāgas, Piśācas, die Ahnen, die Vögel, die Scharen der Rākṣasas und alle Scharen der Geister und ebenso die großen Seher verneigten sich.
Wort für Wort
saviprasaṃghāḥ ca surāsurāḥ ca
samt den Brahmanenscharen, und Götter und Asuras (Nom.Pl.)
nāgāḥ piśācāḥ pitaro vayāṃsi
Nāgas, Piśācas, Ahnen, Vögel (Nom.Pl.)
rakṣogaṇā bhūtagaṇāḥ ca sarve
Rākṣasa-Scharen und Geisterscharen, alle (Nom.Pl.)
maharṣayaḥ ca eva tathā praṇemuḥ
und die großen Seher ebenso verneigten sich (Nom.Pl./Perf.3.Pl.)
Der Erhabene, der Wohltäter der Welt, blickte auf die Göttin Umā und auf mich, und als er auch Śatakratu angesehen hatte, sprach Śaṃkara selbst zu mir.
Wort für Wort
nirīkṣya bhagavān devīm umām
angeblickt habend der Erhabene die Göttin Umā (Abs./Nom./Akk.)
māṃ ca jagaddhitaḥ
und mich, der Weltwohltäter (Akk./Nom.Sg.)
śatakratuṃ ca abhivīkṣya
und Śatakratu angesehen habend (Akk./Abs.)
svayaṃ mām āha śaṃkaraḥ
selbst zu mir sprach Śaṃkara (Adv./Akk./Perf.3.Sg./Nom.)