Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 15: śivadarśanastuti Kṛṣṇas Schau Śivas, sein Lobpreis und die Gewährung der Gaben

Kṛṣṇa erzählt Yudhiṣṭhira, wie er nach Upamanyus Unterweisung durch strenge Askese Śiva samt Umā schaute, ihn pries und von ihm Gaben erhielt.

vāsudeva uvāca; etac chrutvā vacas tasya pratyakṣam iva darśanam; vismayaṃ paramaṃ gatvā abruvaṃ taṃ mahāmunim; dhanyas tvam asi viprendra kas tvad anyo 'sti puṇyakṛt; yasya devātidevas te sāṃnidhyaṃ kurute ''śrame; api tāvan mamāpy evaṃ dadyāt sa bhagavāñ śivaḥ; darśanaṃ muniśārdūla prasādaṃ cāpi śaṃkaraḥ

Vāsudeva sprach: Als ich diese Worte von ihm gehört hatte, die wie ein unmittelbares Schauen waren, und in höchstes Staunen geraten war, sagte ich zu jenem großen Weisen: „Selig bist du, Bester der Brahmanen; wer sonst ist ein Täter des Verdienstvollen außer dir, dem der Gott der Götter in der Einsiedelei seine Nähe gewährt! Möge doch auch mir jener erhabene Śiva so [viel] geben: den Anblick, Tiger unter den Weisen, und auch die Gnade, Śaṃkara.“

Wort für Wort
vāsudeva uvāca
Vāsudeva sprach (Perf.)
etac chrutvā vacas tasya pratyakṣam iva darśanam
dies gehört habend, seine Rede, einem unmittelbaren Schauen gleich (Abs./Akk.)
vismayaṃ paramaṃ gatvā abruvaṃ taṃ mahāmunim
in höchstes Staunen geraten, sagte ich zu jenem großen Weisen (Abs./Impf.1.Sg./Akk.)
dhanyas tvam asi viprendra kas tvad anyo 'sti puṇyakṛt
selig bist du, Bester der Brahmanen; wer außer dir ist ein Verdienstwirker (Nom./Vok./Abl.)
yasya devātidevas te sāṃnidhyaṃ kurute 'śrame
dem der Gott der Götter in der Einsiedelei Nähe gewährt (Gen./Nom./Akk./Lok.)
api tāvan mamāpy evaṃ dadyāt sa bhagavāñ śivaḥ
möge auch mir so jener erhabene Śiva geben (Opt.3.Sg.)
darśanaṃ muniśārdūla prasādaṃ cāpi śaṃkaraḥ
Anblick, Tiger unter den Weisen, und auch Gnade, [möge] Śaṃkara [geben] (Akk./Vok./Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Einheit mit Zusatzpassage (Sternzeile); Objekt von dadyāt aus dem Kontext ergänzt.

upamanyur uvāca; drakṣyase puṇḍarīkākṣa mahādevaṃ na saṃśayaḥ; acireṇaiva kālena yathā dṛṣṭo mayānagha; cakṣuṣā caiva divyena paśyāmy amitavikrama; ṣaṣṭhe māsi mahādevaṃ drakṣyase puruṣottama; ṣoḍaśāṣṭau varāṃś cāpi prāpsyasi tvaṃ maheśvarāt; sapatnīkād yaduśreṣṭha satyam etad bravīmi te; atītānāgataṃ caiva vartamānaṃ ca nityaśaḥ; viditaṃ me mahābāho prasādāt tasya dhīmataḥ

Upamanyu sprach: „Du wirst Mahādeva schauen, Lotosäugiger, daran ist kein Zweifel, in ganz kurzer Zeit, so wie er von mir gesehen wurde, Makelloser. Mit göttlichem Auge sehe ich [ihn], Unermesslicher an Kraft. Im sechsten Monat wirst du Mahādeva schauen, Bester der Männer. Sechzehn [und] acht Gaben wirst du von Maheśvara erlangen, [der] samt Gattin [erscheint], Bester der Yadu; wahr ist dies, was ich dir sage. Das Vergangene und Künftige und stets auch das Gegenwärtige ist mir bekannt, Starkarmiger, durch die Gnade jenes Weisen.“

Wort für Wort
upamanyur uvāca
Upamanyu sprach
drakṣyase puṇḍarīkākṣa mahādevaṃ na saṃśayaḥ
du wirst schauen, Lotosäugiger, Mahādeva, kein Zweifel (Fut.Med.2.Sg./Vok./Akk./Nom.)
acireṇaiva kālena yathā dṛṣṭo mayānagha
in ganz kurzer Zeit, wie [er] von mir gesehen wurde, Makelloser (Instr./Nom.Part.Pass./Vok.)
cakṣuṣā caiva divyena paśyāmy amitavikrama
mit göttlichem Auge sehe ich, Unermesslicher an Kraft (Instr./Präs.1.Sg./Vok.)
ṣaṣṭhe māsi mahādevaṃ drakṣyasi puruṣottama
im sechsten Monat wirst du Mahādeva sehen, Bester der Männer (Lok./Fut.2.Sg./Vok.)
ṣoḍaśāṣṭau varāṃś cāpi prāpsyasi tvaṃ maheśvarāt
sechzehn [und] acht Gaben wirst du erlangen von Maheśvara (Akk.Pl./Fut.2.Sg./Abl.)
sapatnīkād yaduśreṣṭha satyam etad bravīmi te
samt Gattin, Bester der Yadu; wahr ist dies, ich sage es dir (Abl./Vok./Präs.1.Sg./Dat.)
atītānāgataṃ caiva vartamānaṃ ca nityaśaḥ
Vergangenes und Künftiges und Gegenwärtiges stets (Nom./Adv.)
viditaṃ me mahābāho prasādāt tasya dhīmataḥ
bekannt ist mir, Starkarmiger, durch die Gnade jenes Weisen (Part.Pass./Vok./Abl./Gen.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). ṣoḍaśāṣṭau: „sechzehn [und] acht“ oder „sechzehn [bzw.] acht“ ist grammatisch offen.

etān sahasraśaś cānyān samanudhyātavān haraḥ; kasmāt prasādaṃ bhagavān na kuryāt tava mādhava

Diese und tausend andere hat Hara [wohlwollend] bedacht; warum sollte der Erhabene dir nicht Gnade erweisen, Mādhava?

Wort für Wort
etān sahasraśaś cānyān
diese und zu Tausenden andere (Akk.Pl./Adv.)
samanudhyātavān haraḥ
bedacht hat Hara (Part.Perf.Akt./Nom.)
kasmāt prasādaṃ bhagavān na kuryāt
warum sollte der Erhabene nicht Gnade erweisen (Abl./Akk./Opt.)
tava mādhava
dir, Mādhava (Gen./Dat./Vok.)

etān/anyān: Bezug unbestimmt (wohl Verehrer Śivas).

tvādṛśena hi devānāṃ ślāghanīyaḥ samāgamaḥ; brahmaṇyenānṛśaṃsena śraddadhānena cāpy uta; japyaṃ ca te pradāsyāmi yena drakṣyasi śaṃkaram

Denn mit einem wie dir ist die Begegnung für die Götter rühmenswert, mit einem Brahmanenfreund, Mitleidigen und auch Gläubigen. Und ein Gebet zum Hersagen (japya) werde ich dir geben, durch das du Śaṃkara schauen wirst.

Wort für Wort
tvādṛśena hi devānāṃ ślāghanīyaḥ samāgamaḥ
denn mit einem wie dir ist der Umgang der Götter rühmenswert (Instr./Gen.Pl./Nom.)
brahmaṇyenānṛśaṃsena
mit dem Brahmanenfreundlichen, Mitleidigen (Instr.)
śraddadhānena cāpy uta
und auch mit dem Gläubigen (Instr.)
japyaṃ ca te pradāsyāmi
und ein Japa-Gebet werde ich dir geben (Akk./Dat./Fut.1.Sg.)
yena drakṣyasi śaṃkaram
durch das du Śaṃkara sehen wirst (Instr./Fut.2.Sg./Akk.)

kṛṣṇa uvāca; abruvaṃ tam ahaṃ brahmaṃs tvatprasādān mahāmune; drakṣye ditijasaṃghānāṃ mardanaṃ tridaśeśvaram

Kṛṣṇa sprach: Ich sagte zu ihm: „Brahmane, durch deine Gnade, großer Weiser, werde ich den Zermalmer der Scharen der Ditisöhne, den Herrn der Dreißig [Götter], schauen.“

Wort für Wort
kṛṣṇa uvāca
Kṛṣṇa sprach
abruvaṃ tam ahaṃ brahmaṃs
ich sagte zu ihm, Brahmane (Impf.1.Sg./Akk./Vok.)
tvatprasādān mahāmune
durch deine Gnade, großer Weiser (Abl./Vok.)
drakṣye ditijasaṃghānāṃ mardanam
ich werde schauen den Zermalmer der Scharen der Ditisöhne (Fut.1.Sg./Gen.Pl./Akk.)
tridaśeśvaram
den Herrn der Dreißig (Götter) (Akk.)

evaṃ kathayatas tasya mahādevāśritāṃ kathām; dināny aṣṭau tato jagmur muhūrtam iva bhārata

Während er so die Erzählung erzählte, die sich auf Mahādeva bezog, vergingen darauf acht Tage wie ein Augenblick, Bhārata.

Wort für Wort
evaṃ kathayatas tasya
so erzählend, von ihm (Gen.abs.)
mahādevāśritāṃ kathām
die auf Mahādeva bezogene Erzählung (Akk.)
dināny aṣṭau tato jagmur
acht Tage gingen darauf dahin (Nom.Pl./Perf.3.Pl.)
muhūrtam iva bhārata
wie ein Augenblick, Bhārata (Akk./Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

dine 'ṣṭame ca vipreṇa dīkṣito 'haṃ yathāvidhi; daṇḍī muṇḍī kuśī cīrī ghṛtākto mekhalī tathā

Am achten Tag wurde ich vom Brahmanen nach Vorschrift geweiht: mit Stab, geschoren, mit Kuśa-Gras, in Bastgewand, mit Ghee gesalbt und mit Gürtel versehen.

Wort für Wort
dine 'ṣṭame ca vipreṇa
und am achten Tag, vom Brahmanen (Lok./Instr.)
dīkṣito 'haṃ yathāvidhi
wurde ich geweiht, vorschriftsgemäß (Part.Pass./Adv.)
daṇḍī muṇḍī kuśī cīrī
stabtragend, geschoren, mit Kuśa-Gras, im Bastgewand (Nom.)
ghṛtākto mekhalī tathā
mit Ghee gesalbt und ebenso gegürtet (Nom.)

māsam ekaṃ phalāhāro dvitīyaṃ salilāśanaḥ; tṛtīyaṃ ca caturthaṃ ca pañcamaṃ cānilāśanaḥ

Einen Monat lang hatte ich Früchte zur Nahrung, den zweiten Wasser zur Nahrung, den dritten, den vierten und den fünften Luft zur Nahrung.

Wort für Wort
māsam ekaṃ phalāhāro
einen Monat lang von Früchten lebend (Akk./Nom.)
dvitīyaṃ salilāśanaḥ
den zweiten von Wasser lebend (Akk./Nom.)
tṛtīyaṃ ca caturthaṃ ca
den dritten und den vierten (Akk.)
pañcamaṃ cānilāśanaḥ
und den fünften von Luft lebend (Akk./Nom.)

ekapādena tiṣṭhaṃś ca ūrdhvabāhur atandritaḥ; tejaḥ sūryasahasrasya apaśyaṃ divi bhārata

Auf einem Bein stehend, die Arme erhoben, unermüdlich, sah ich am Himmel, Bhārata, einen Glanz von tausend Sonnen.

Wort für Wort
ekapādena tiṣṭhaṃś ca
und auf einem Fuß stehend (Instr./Part.Präs.)
ūrdhvabāhur atandritaḥ
mit erhobenen Armen, unermüdlich (Nom.)
tejaḥ sūryasahasrasya
einen Glanz von tausend Sonnen (Akk./Gen.)
apaśyaṃ divi bhārata
sah ich am Himmel, Bhārata (Impf.1.Sg./Lok./Vok.)

tasya madhyagataṃ cāpi tejasaḥ pāṇḍunandana; indrāyudhapinaddhāṅgaṃ vidyunmālāgavākṣakam; nīlaśailacayaprakhyaṃ balākābhūṣitaṃ ghanam

Und in der Mitte jenes Glanzes, Freude der Pāṇḍus, [sah ich] eine Wolke, deren Glieder vom Regenbogen umwunden waren, die Blitzgirlanden als Fenster hatte, einem Haufen dunkler Berge gleich, von Kranichreihen geschmückt.

Wort für Wort
tasya madhyagataṃ cāpi tejasaḥ
und [einen], der in der Mitte jenes Glanzes befindlich (war) (Gen./Akk./Gen.)
pāṇḍunandana
Freude der Pāṇḍus (Vok.)
indrāyudhapinaddhāṅgaṃ
dessen Glieder vom Indra-Bogen (Regenbogen) umwunden (Akk.)
vidyunmālāgavākṣakam
mit Blitzgirlanden als Fenstern (Akk.)
nīlaśailacayaprakhyaṃ
einem Haufen dunkler Berge ähnlich (Akk.)
balākābhūṣitaṃ ghanam
von Kranichen geschmückt, eine Wolke (Akk.)

apaśyam aus 015.006 zu ergänzen.

tam āsthitaś ca bhagavān devyā saha mahādyutiḥ; tapasā tejasā kāntyā dīptayā saha bhāryayā

Diese [Wolke] hatte der erhabene, hochstrahlende [Herr] zusammen mit der Göttin bestiegen, [strahlend] durch Askese, Glanz und Anmut, zusammen mit seiner leuchtenden Gattin.

Wort für Wort
tam āsthitaś ca bhagavān
und diese bestiegen habend, der Erhabene (Akk./Part.Perf./Nom.)
devyā saha mahādyutiḥ
mit der Göttin, der hochstrahlende (Instr./Nom.)
tapasā tejasā kāntyā
durch Askese, Glanz, Anmut (Instr.)
dīptayā saha bhāryayā
mit der leuchtenden Gattin (Instr.)

rarāja bhagavāṃs tatra devyā saha maheśvaraḥ; somena sahitaḥ sūryo yathā meghasthitas tathā

Dort erstrahlte der erhabene Maheśvara mit der Göttin, wie die Sonne, mit dem Mond vereint, in einer Wolke steht.

Wort für Wort
rarāja bhagavāṃs tatra
es erstrahlte der Erhabene dort (Perf.3.Sg./Nom.)
devyā saha maheśvaraḥ
mit der Göttin, Maheśvara (Instr./Nom.)
somena sahitaḥ sūryo
wie die mit dem Mond vereinte Sonne (Instr./Nom.)
yathā meghasthitas tathā
wie in der Wolke stehend, so (Adv./Nom.)

saṃhṛṣṭaromā kaunteya vismayotphullalocanaḥ; apaśyaṃ devasaṃghānāṃ gatim ārtiharaṃ haram

Mit gesträubten Körperhaaren, Sohn Kuntīs, und vor Staunen weit geöffneten Augen sah ich Hara, den Zufluchtsort der Götterscharen, den Beender des Leids.

Wort für Wort
saṃhṛṣṭaromā kaunteya
mit gesträubten Haaren, Sohn Kuntīs (Nom./Vok.)
vismayotphullalocanaḥ
mit vor Staunen weit geöffneten Augen (Nom.)
apaśyaṃ devasaṃghānāṃ gatim
ich sah den Zufluchtsort der Götterscharen (Impf.1.Sg./Gen.Pl./Akk.)
ārtiharaṃ haram
Hara, den Leidbeender (Akk.)

kirīṭinaṃ gadinaṃ śūlapāṇiṃ; vyāghrājinaṃ jaṭilaṃ daṇḍapāṇim; pinākinaṃ vajriṇaṃ tīkṣṇadaṃṣṭraṃ; śubhāṅgadaṃ vyālayajñopavītam

[Ich sah ihn,] den Diademträger, Keulenträger, mit dem Dreizack in der Hand, im Tigerfell, mit Flechtenknoten, den Stab in der Hand, den Pināka-Träger, Vajra-Träger, mit scharfen Hauern, mit schönen Armreifen, eine Schlange als Opferschnur tragend.

Wort für Wort
kirīṭinaṃ gadinaṃ śūlapāṇiṃ
den Diademträger, Keulenträger, Dreizack-in-der-Hand (Akk.)
vyāghrājinaṃ jaṭilaṃ daṇḍapāṇim
im Tigerfell, mit Flechtenknoten, den Stab in der Hand (Akk.)
pinākinaṃ vajriṇaṃ tīkṣṇadaṃṣṭraṃ
den Pināka-Träger, Vajra-Träger, mit scharfen Hauern (Akk.)
śubhāṅgadaṃ vyālayajñopavītam
mit schönen Armreifen, mit einer Schlange als Opferschnur (Akk.)

divyāṃ mālām urasānekavarṇāṃ; samudvahantaṃ gulphadeśāvalambām; candraṃ yathā pariviṣṭaṃ sasaṃdhyaṃ; varṣātyaye tadvad apaśyam enam

Auf der Brust einen göttlichen, vielfarbigen Kranz tragend, der bis zu den Knöcheln herabhing: wie den Mond, umgeben von Hof und Abendröte, am Ende der Regenzeit, so sah ich ihn.

Wort für Wort
divyāṃ mālām urasānekavarṇāṃ
einen göttlichen Kranz auf der Brust, vielfarbig (Akk./Instr./Akk.)
samudvahantaṃ gulphadeśāvalambām
tragend, bis zu den Knöcheln herabhängend (Part.Präs./Akk.)
candraṃ yathā pariviṣṭaṃ sasaṃdhyaṃ
wie den Mond, mit Hof, mit Dämmerung (Akk./Adv./Part.Pass.)
varṣātyaye tadvad apaśyam enam
am Ende der Regenzeit, ebenso sah ich ihn (Lok./Adv./Impf.1.Sg./Akk.)

maheśvaraṃ nandivināyakādyaiḥ

[Ich sah] Maheśvara, [umgeben] von Nandin, Vināyaka und anderen.

Wort für Wort
maheśvaraṃ
Maheśvara (Akk.)
nandivināyakādyaiḥ
von Nandin, Vināyaka und anderen (Instr.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Fragmentarische Zusatzzeile; Verb und Konstruktion aus dem Kontext ergänzt.

pramathānāṃ gaṇaiś caiva samantāt parivāritam; śaradīva suduṣprekṣyaṃ pariviṣṭaṃ divākaram

Und ringsum von den Scharen der Pramathas umgeben, wie die Sonne im Herbst mit Hof, schwer anzublicken.

Wort für Wort
pramathānāṃ gaṇaiś caiva
und von den Scharen der Pramathas (Gen.Pl./Instr.Pl.)
samantāt parivāritam
ringsum umgeben (Adv./Part.Pass.)
śaradīva suduṣprekṣyaṃ
wie im Herbst, sehr schwer anzuschauen (Lok./Akk.)
pariviṣṭaṃ divākaram
die von einem Hof umgebene Sonne (Akk.)

ekādaśa tathā cainaṃ rudrāṇāṃ vṛṣavāhanam

Und ebenso [waren da] elf [Rudras] und dieser [Herr], der Stierreiter der Rudras.

Wort für Wort
ekādaśa tathā cainaṃ
elf, ebenso und ihn (Nom./Akk.)
rudrāṇāṃ vṛṣavāhanam
der Rudras Stierreiter (Gen.Pl./Akk.)

Halbvers syntaktisch unvollständig; Satzbau mit 20 zusammen zu lesen.

ekādaśā gatāś caiva rudrāś cainaṃ sukhāvaham

Und die elf Rudras kamen herbei, ihn, den Glückbringenden [zu preisen].

Wort für Wort
ekādaśā gatāś caiva
und die elf sind gekommen (Nom./Part.Pass.)
rudrāś cainaṃ sukhāvaham
die Rudras, und ihn, den Glückbringer (Nom./Akk.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

astuvan niyatātmānaḥ karmabhiḥ śubhakarmiṇam

Sie, selbstbeherrscht, priesen ihn, den Täter des Heilsamen, durch [ihre] Taten.

Wort für Wort
astuvan
sie priesen (Impf.3.Pl.)
niyatātmānaḥ
die Selbstbeherrschten (Nom.Pl.)
karmabhiḥ
durch Taten (Instr.Pl.)
śubhakarmiṇam
den Täter des Heilsamen (Akk.)

ādityā vasavaḥ sādhyā viśvedevās tathāśvinau; viśvābhiḥ stutibhir devaṃ viśvadevaṃ samastuvan

Die Ādityas, Vasus, Sādhyas, Viśvedevas und ebenso die beiden Aśvins lobten den Gott, den Allgott, mit allumfassenden Lobliedern.

Wort für Wort
ādityā vasavaḥ sādhyā
die Ādityas, Vasus, Sādhyas (Nom.Pl.)
viśvedevās tathāśvinau
die Viśvedevas und die beiden Aśvins (Nom.Pl./Nom.Du.)
viśvābhiḥ stutibhir devaṃ
mit allumfassenden Lobliedern den Gott (Instr.Pl./Akk.)
viśvadevaṃ samastuvan
den Allgott lobten sie (Akk./Impf.3.Pl.)

śatakratuś ca bhagavān viṣṇuś cāditinandanau; brahmā rathantaraṃ sāma īrayanti bhavāntike

Und der erhabene Śatakratu und Viṣṇu, die beiden Söhne Aditis, [sowie] Brahmā lassen in seiner Nähe das Rathantara-Sāman erklingen.

Wort für Wort
śatakratuś ca bhagavān
und der erhabene Śatakratu (Nom.)
viṣṇuś cāditinandanau
und Viṣṇu, die beiden Söhne Aditis (Nom./Nom.Du.)
brahmā rathantaraṃ sāma
Brahmā, das Rathantara-Sāman (Nom./Akk.)
īrayanti bhavāntike
lassen erklingen in Bhavas Nähe (Präs.3.Pl./Lok.)

yogīśvarāḥ subahavo yogadaṃ pitaraṃ gurum; brahmarṣayaś ca sasutās tathā devarṣayaś ca vai

Sehr viele Herren des Yoga [verneigen sich vor ihm], dem Vater, dem Lehrer, dem Spender des Yoga, und Brahmanenseher mit ihren Söhnen ebenso wie Götterseher.

Wort für Wort
yogīśvarāḥ subahavo
sehr viele Herren der Yogis (Nom.Pl.)
yogadaṃ pitaraṃ gurum
den Yoga-Spender, Vater, Lehrer (Akk.)
brahmarṣayaś ca sasutās
und Brahmanenseher mit Söhnen (Nom.Pl.)
tathā devarṣayaś ca vai
ebenso auch Götterseher (Nom.Pl.)

Verb namasyanti aus 25 zu ergänzen.

pṛthivī cāntarikṣaṃ ca nakṣatrāṇi grahās tathā; māsārdhamāsā ṛtavo rātryaḥ saṃvatsarāḥ kṣaṇāḥ

Erde und Luftraum, Sternbilder und ebenso Planeten, Monate, Halbmonate, Jahreszeiten, Nächte, Jahre, Augenblicke,

Wort für Wort
pṛthivī cāntarikṣaṃ ca
Erde und Luftraum (Nom.)
nakṣatrāṇi grahās tathā
Mondhäuser und ebenso Planeten (Nom.Pl.)
māsārdhamāsā ṛtavo
Monate, Halbmonate, Jahreszeiten (Nom.Pl.)
rātryaḥ saṃvatsarāḥ kṣaṇāḥ
Nächte, Jahre, Augenblicke (Nom.Pl.)

muhūrtāś ca nimeṣāś ca tathaiva yugaparyayāḥ; divyā rājan namasyanti vidyāḥ sarvā diśas tathā

Muhūrtas und Lidschläge und ebenso die Wechsel der Weltalter, die göttlichen [Wesen], König, verneigen sich, [und] alle Wissenschaften und ebenso die Himmelsrichtungen.

Wort für Wort
muhūrtāś ca nimeṣāś ca
Muhūrtas und Lidschläge (Nom.Pl.)
tathaiva yugaparyayāḥ
und ebenso die Yuga-Wechsel (Nom.Pl.)
divyā rājan namasyanti
göttlich, König, verneigen sich (Nom.Pl./Vok./Präs.3.Pl.)
vidyāḥ sarvā diśas tathā
alle Wissenschaften und ebenso Himmelsrichtungen (Nom.Pl.)

divyāḥ: Bezug unklar (Attribut zu den Vorigen oder eigenes Subjekt).

sanatkumāro vedāś ca itihāsās tathaiva ca; marīcir aṅgirā atriḥ pulastyaḥ pulahaḥ kratuḥ

Sanatkumāra und die Veden und ebenso die Itihāsas, Marīci, Aṅgiras, Atri, Pulastya, Pulaha, Kratu,

Wort für Wort
sanatkumāro vedāś ca
Sanatkumāra und die Veden (Nom.)
itihāsās tathaiva ca
und ebenso die Itihāsas (Nom.Pl.)
marīcir aṅgirā atriḥ
Marīci, Aṅgiras, Atri (Nom.)
pulastyaḥ pulahaḥ kratuḥ
Pulastya, Pulaha, Kratu (Nom.)

manavaḥ saptasomaś ca atharvā sabṛhaspatiḥ; bhṛgur dakṣaḥ kaśyapaś ca vasiṣṭhaḥ kāśya eva ca

die [sieben] Manus und Soma, Atharvan mit Bṛhaspati, Bhṛgu, Dakṣa, Kaśyapa und Vasiṣṭha und ebenso Kāśya,

Wort für Wort
manavaḥ saptasomaś ca
die sieben Manus und Soma (Nom.Pl./Nom.)
atharvā sabṛhaspatiḥ
Atharvan mit Bṛhaspati (Nom.)
bhṛgur dakṣaḥ kaśyapaś ca
Bhṛgu, Dakṣa und Kaśyapa (Nom.)
vasiṣṭhaḥ kāśya eva ca
Vasiṣṭha und Kāśya (Nom.)

saptasomaś: „die sieben (Manus) und Soma“ angenommen.

chandāṃsi dīkṣā yajñāś ca dakṣiṇāḥ pāvako haviḥ; yajñopagāni dravyāṇi mūrtimanti yudhiṣṭhira

Metren, Weihen und Opfer, Opferlöhne, das Feuer, die Opferspende, [alle] zum Opfer gehörigen Dinge, Yudhiṣṭhira, verkörpert,

Wort für Wort
chandāṃsi dīkṣā yajñāś ca
Metren, Weihe und Opfer (Nom.)
dakṣiṇāḥ pāvako haviḥ
Opferlöhne, Feuer, Opferspende (Nom.)
yajñopagāni dravyāṇi
dem Opfer dienliche Dinge (Nom.Pl.)
mūrtimanti yudhiṣṭhira
verkörpert, Yudhiṣṭhira (Nom.Pl./Vok.)

prajānāṃ patayaḥ sarve saritaḥ pannagā nagāḥ; devānāṃ mātaraḥ sarvā devapatnyaḥ sakanyakāḥ

alle Herren der Geschöpfe, Flüsse, Schlangen, Bäume, alle Mütter der Götter, die Götterfrauen samt ihren Töchtern,

Wort für Wort
prajānāṃ patayaḥ sarve
alle Herren der Geschöpfe (Gen.Pl./Nom.Pl.)
saritaḥ pannagā nagāḥ
Flüsse, Schlangen, Bäume (Nom.Pl.)
devānāṃ mātaraḥ sarvā
alle Mütter der Götter (Gen.Pl./Nom.Pl.)
devapatnyaḥ sakanyakāḥ
Götterfrauen mit Töchtern (Nom.Pl.)

nagāḥ: „Bäume“ oder „Berge“ möglich.

sahasrāṇi munīnāṃ ca ayutāny arbudāni ca; namasyanti prabhuṃ śāntaṃ parvatāḥ sāgarā diśaḥ

und Tausende, Zehntausende und Hundert Millionen von Weisen verneigen sich vor dem Herrn, dem Friedvollen, [ebenso] die Berge, Meere und Himmelsrichtungen.

Wort für Wort
sahasrāṇi munīnāṃ ca
und Tausende von Weisen (Nom.Pl./Gen.Pl.)
ayutāny arbudāni ca
Zehntausende und Hundert Millionen (Nom.Pl.)
namasyanti prabhuṃ śāntaṃ
sie verneigen sich vor dem Herrn, dem Friedvollen (Präs.3.Pl./Akk.)
parvatāḥ sāgarā diśaḥ
Berge, Meere, Himmelsrichtungen (Nom.Pl.)

vṛkṣauṣadhyaś ca rājendra dhātavo vividhās tathā

Bäume und Kräuter, König der Könige, und mannigfache Mineralien ebenso.

Wort für Wort
vṛkṣauṣadhyaś ca
Bäume und Kräuter (Nom.Pl.)
rājendra
König der Könige (Vok.)
dhātavo vividhās tathā
Mineralien, mannigfache, ebenso (Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

gandharvāpsarasaś caiva gītavāditrakovidāḥ; divyatānena gāyantaḥ stuvanti bhavam adbhutam; vidyādharā dānavāś ca guhyakā rākṣasās tathā

Auch Gandharvas und Apsaras, kundig in Gesang und Instrumentenspiel, singen mit göttlicher Melodie und preisen den wunderbaren Bhava; Vidyādharas und Dānavas, Guhyakas und ebenso Rākṣasas [taten es ebenso].

Wort für Wort
gandharvāpsarasaś caiva
und Gandharvas und Apsaras (Nom.Pl.)
gītavāditrakovidāḥ
kundig in Gesang und Instrumentenspiel (Nom.Pl.)
divyatānena gāyantaḥ
mit göttlicher Melodie singend (Instr./Part.Präs.)
stuvanti bhavam adbhutam
sie preisen den wunderbaren Bhava (Präs.3.Pl./Akk.)
vidyādharā dānavāś ca
Vidyādharas und Dānavas (Nom.Pl.)
guhyakā rākṣasās tathā
Guhyakas und ebenso Rākṣasas (Nom.Pl.)

Der letzte Pāda hat kein eigenes Verb; stuvanti ist zu ergänzen.

sarvāṇi caiva bhūtāni sthāvarāṇi carāṇi ca; namasyanti mahārāja vāṅmanaḥkarmabhir vibhum; purastād viṣṭhitaḥ śarvo mamāsīt tridaśeśvaraḥ

Und alle Wesen, unbewegliche wie bewegliche, verneigen sich, großer König, mit Rede, Geist und Tat vor dem Allherrscher. Vor mir stand Śarva, der Herr der Dreißig [Götter].

Wort für Wort
sarvāṇi ca eva bhūtāni
und alle Wesen (Nom.Pl.n.)
sthāvarāṇi carāṇi ca
unbewegliche und bewegliche (Nom.Pl.n.)
namasyanti mahārāja
verneigen sich, großer König (3.Pl.Präs./Vok.)
vāṅmanaḥkarmabhir vibhum
mit Rede, Geist und Tat vor dem Allmächtigen (Instr.Pl./Akk.Sg.)
purastād viṣṭhitaḥ śarvaḥ
vorn stehend Śarva (Abl.-Adv./Part.Perf.Pass. Nom.Sg.)
mama āsīt tridaśeśvaraḥ
vor mir war der Herr der Dreißig (Gen./3.Sg.Imperf. as/Nom.)

purastād viṣṭhitaṃ dṛṣṭvā mameśānaṃ ca bhārata; saprajāpatiśakrāntaṃ jagan mām abhyudaikṣata

Als sie mich den Herrn [Īśāna] vor [sich] stehen sahen, Bhārata, blickte die Welt, samt Prajāpati und Śakra [und] bis zu den Letzten, zu mir auf.

Wort für Wort
purastād viṣṭhitaṃ dṛṣṭvā
vorn stehend gesehen habend (Part.Perf.Pass. Akk./Abs.)
mām īśānaṃ ca bhārata
mich, den Herrn, und, Bhārata (Akk./Vok.)
saprajāpatiśakrāntam
samt Prajāpati und Śakra bis zum Ende [?] (Adv./Bahuvrīhi)
jagat mām abhyudaikṣata
die Welt blickte zu mir auf (Nom.Sg.n./Akk./3.Sg.Impf.Med.)

saprajāpatiśakrāntam: Bezug unsicher (‚bis hin zu Antaka‘ oder ‚Prajāpati und Śakra als Äußerste/Eingeschlossene‘); hier als ‚einschließlich … bis zu den Letzten‘ gefasst.

īkṣituṃ ca mahādevaṃ na me śaktir abhūt tadā; tato mām abravīd devaḥ paśya kṛṣṇa vadasva ca

Und Mahādeva anzublicken, dazu hatte ich damals nicht die Kraft. Da sprach der Gott zu mir: „Schau, Kṛṣṇa, und sprich!“

Wort für Wort
īkṣituṃ ca mahādevam
und Mahādeva anzublicken (Inf./Akk.)
na me śaktir abhūt tadā
nicht war mir die Kraft damals (Gen./Nom.f./Aor.)
tato mām abravīd devaḥ
da sprach zu mir der Gott (3.Sg.Impf./Nom.)
paśya kṛṣṇa vadasva ca
schau, Kṛṣṇa, und sprich (Imp.2.Sg./Vok./Imp.Med.)

tvayā hy ārādhitaś cāhaṃ śataśo 'tha sahasraśaḥ; tvatsamo nāsti me kaś cit triṣu lokeṣu vai priyaḥ

„Denn von dir wurde ich hundertfach und tausendfach verehrt; dir gleich ist mir niemand lieb in den drei Welten.“

Wort für Wort
tvayā hi ārādhitaḥ ca aham
denn von dir verehrt ich (Instr./Part.Pass. Nom./Nom.)
śataśaḥ atha sahasraśaḥ
hundertfach und tausendfach (Adv.)
tvatsamaḥ na asti me kaś cit
dir gleich ist mir keiner (Nom.Sg.m./3.Sg.Präs./Dat.-Gen.)
triṣu lokeṣu vai priyaḥ
in den drei Welten wahrlich lieb (Lok.Pl./Nom.Sg.m.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).

śirasā vandite deve devī prītā umābhavat; tato 'ham astuvaṃ sthāṇuṃ stutaṃ brahmādibhiḥ suraiḥ

Als ich den Gott mit gesenktem Haupt ehrte, wurde die Göttin Umā erfreut. Da pries ich Sthāṇu, den von Brahmā und den anderen Göttern Gepriesenen.

Wort für Wort
śirasā vandite deve
mit dem Haupt verehrt der Gott (Instr./Lok.abs.)
devī prītā umā abhavat
die Göttin Umā wurde erfreut (Nom.f./Part.Pass./Impf.)
tato aham astuvam sthāṇum
da pries ich Sthāṇu (Impf.1.Sg./Akk.)
stutaṃ brahmādibhiḥ suraiḥ
den gepriesenen von den Göttern mit Brahmā an der Spitze (Part.Pass. Akk./Instr.Pl.)

tato 'stuvaṃ devadevaṃ devīṃ ca śubhalakṣaṇām

Da pries ich den Gott der Götter und die Göttin mit den glückverheißenden Merkmalen.

Wort für Wort
tato astuvam
da pries ich (Impf.1.Sg.)
devadevam
den Gott der Götter (Akk.Sg.)
devīṃ ca
und die Göttin (Akk.Sg.f.)
śubhalakṣaṇām
die mit glückverheißenden Merkmalen (Akk.Sg.f.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe.

yogeśvarāḥ subahavo maheśaṃ bahudhāstuvan; mahābhūtāni cchandāṃsi prajānāṃ patayo makhāḥ; saritaḥ sāgarā nāgā gandharvāpsarasas tathā; vidyādharāś ca gītena vādyanṛttādinārcayan; tejasvināṃ madhyagataṃ tejorāśiṃ jagatpatim; īkṣituṃ ca mahādevaṃ na me śaktir abhūt tadā; tato devena paśyeti vadasvety abhibhāṣitam; dṛṣṭvā devaṃ tathā devīm astuvaṃ saṃstutaṃ suraiḥ

Sehr viele Herren des Yoga priesen Maheśa auf vielerlei Weise; die großen Elemente, die Metren, die Herren der Geschöpfe, die Opfer, Flüsse, Meere, Nāgas, ebenso Gandharvas und Apsaras; und die Vidyādharas verehrten [ihn] mit Gesang, Instrumentalmusik, Tanz und dergleichen, [ihn], der inmitten der Strahlenden steht, Lichtmasse, Herr der Welt. Und Mahādeva anzublicken, dazu hatte ich damals nicht die Kraft. Da wurde vom Gott gesagt: „Schau!“ und „Sprich!“ Als ich den Gott und ebenso die Göttin gesehen hatte, pries ich [ihn], den von den Göttern Gepriesenen.

Wort für Wort
yogeśvarāḥ subahavo maheśaṃ bahudhā astuvan
sehr viele Yoga-Herren priesen Maheśa vielfach (Nom.Pl./Akk./Adv./Impf.3.Pl.)
mahābhūtāni chandāṃsi prajānāṃ patayo makhāḥ
die großen Elemente, Metren, Prajāpatis, Opfer (Nom.Pl.)
saritaḥ sāgarā nāgā gandharvāpsarasas tathā
Flüsse, Meere, Nāgas, Gandharvas und Apsaras ebenso (Nom.Pl.)
vidyādharāś ca gītena vādyanṛttādinā arcayan
und die Vidyādharas verehrten mit Gesang, Musik, Tanz usw. (Nom.Pl./Instr.Sg./Impf.3.Pl.)
tejasvināṃ madhyagataṃ tejorāśiṃ jagatpatim
in der Mitte der Strahlenden befindlich, Lichtmasse, Weltherr (Gen.Pl./Akk.Sg.)
īkṣituṃ ca mahādevaṃ na me śaktir abhūt tadā
und Mahādeva anzuschauen, dazu war mir damals keine Kraft (Inf./Akk./Aor.)
tato devena paśya iti vadasva iti abhibhāṣitam
da wurde vom Gott „schau“, „sprich“ gesagt (Instr./Imp./Part.Pass. n.)
dṛṣṭvā devaṃ tathā devīm astuvaṃ saṃstutaṃ suraiḥ
den Gott und die Göttin gesehen habend, pries ich den von den Göttern Gepriesenen (Abs./Akk./Impf.1.Sg./Part.Pass./Instr.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe; wiederholt Inhalte der Verse 015.024-028.

namo 'stu te śāśvata sarvayone; brahmādhipaṃ tvām ṛṣayo vadanti; tapaś ca sattvaṃ ca rajas tamaś ca; tvām eva satyaṃ ca vadanti santaḥ

Verehrung sei dir, Ewiger, Ursprung von allem! Als Herrn über Brahman [Brahmā?] nennen dich die Seher; Askese, Sattva, Rajas und Tamas – und dich allein nennen die Guten die Wahrheit.

Wort für Wort
namo astu te śāśvata sarvayone
Verehrung sei dir, Ewiger, Urschoß von allem (Nom./Dat.-Gen./Imp./Vok.)
brahmādhipaṃ tvām ṛṣayo vadanti
als Herrn des Brahman dich die Seher nennen (Akk.Sg./Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
tapaś ca sattvaṃ ca rajas tamaś ca
Askese, Sattva, Rajas und Tamas (Nom.Sg.n.)
tvām eva satyaṃ ca vadanti santaḥ
dich allein und die Wahrheit nennen die Guten (Akk./Nom.Pl.)

brahmādhipa: ‚Herr des Brahman‘ oder ‚Herr Brahmās‘, beides möglich.

tvaṃ vai brahmā ca rudraś ca varuṇo 'gnir manur bhavaḥ; dhātā tvaṣṭā vidhātā ca tvaṃ prabhuḥ sarvatomukhaḥ

Du bist Brahmā und Rudra, Varuṇa, Agni, Manu, Bhava; Dhātṛ, Tvaṣṭṛ und Vidhātṛ; du bist der Herr, der nach allen Seiten gewandt ist.

Wort für Wort
tvaṃ vai brahmā ca rudraś ca
du bist wahrlich Brahmā und Rudra (Nom.Sg.)
varuṇo agnir manur bhavaḥ
Varuṇa, Agni, Manu, Bhava (Nom.Sg.)
dhātā tvaṣṭā vidhātā ca
Dhātṛ, Tvaṣṭṛ und Vidhātṛ (Nom.Sg.)
tvaṃ prabhuḥ sarvatomukhaḥ
du [bist] der Herr, allseitig Gesichter habend (Nom.Sg./Bahuvrīhi)

tvatto jātāni bhūtāni sthāvarāṇi carāṇi ca; tvam ādiḥ sarvabhūtānāṃ saṃhāraś ca tvam eva hi

Aus dir sind die Wesen entstanden, unbewegliche und bewegliche; du bist der Anfang aller Wesen und du allein bist ja auch [ihre] Auflösung.

Wort für Wort
tvattaḥ jātāni bhūtāni
aus dir entstanden die Wesen (Abl./Part.Pass. Nom.Pl.n.)
sthāvarāṇi carāṇi ca
unbewegliche und bewegliche (Nom.Pl.n.)
tvam ādiḥ sarvabhūtānām
du [bist] der Anfang aller Wesen (Nom.Sg./Gen.Pl.)
saṃhāraḥ ca tvam eva hi
und die Auflösung du allein ja (Nom.Sg.)

tvayā sṛṣṭam idaṃ kṛtsnaṃ trailokyaṃ sacarācaram

Von dir wurde dieses Ganze erschaffen, die Dreiwelt samt allem Beweglichen und Unbeweglichen.

Wort für Wort
tvayā sṛṣṭam idaṃ kṛtsnam
von dir erschaffen dieses Ganze (Instr./Part.Pass. Nom.Sg.n.)
trailokyaṃ sacarācaram
die Dreiwelt samt Beweglichem und Unbeweglichem (Nom.Sg.n./Bahuvrīhi)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe.

ye cendriyārthāś ca manaś ca kṛtsnaṃ; ye vāyavaḥ sapta tathaiva cāgniḥ; ye vā divisthā devatāś cāpi puṃsāṃ; tasmāt paraṃ tvām ṛṣayo vadanti

Was die Sinnesobjekte sind und der ganze Geist, was die sieben Winde sind und ebenso das Feuer, und welche Gottheiten der Menschen im Himmel weilen – jenseits davon [als das Höhere] nennen dich die Seher.

Wort für Wort
ye ca indriyārthāḥ ca manaḥ ca kṛtsnam
und die Sinnesobjekte und der ganze Geist (Nom.Pl./Nom.Sg.n.)
ye vāyavaḥ sapta tathā eva ca agniḥ
die sieben Winde und ebenso das Feuer (Nom.Pl./Nom.Sg.)
ye vā divisthā devatāḥ ca api puṃsām
und welche im Himmel weilenden Gottheiten der Menschen (Lok.-Kompositum/Nom.Pl.f./Gen.Pl.)
tasmāt param tvām ṛṣayo vadanti
darüber hinaus dich die Seher nennen (Abl./Akk./Nom.Pl.)

puṃsām devatāḥ: ‚Gottheiten der Menschen‘ (d. h. der Wesen) nach der einfachsten Lesart.

vedā yajñāś ca somaś ca dakṣiṇā pāvako haviḥ; yajñopagaṃ ca yat kiṃ cid bhagavāṃs tad asaṃśayam

Die Veden, die Opfer, Soma, die Opfergabe, das Feuer, die Spende, und was immer zum Opfer gehört – [das ist] ohne Zweifel [alles du], Erhabener.

Wort für Wort
vedā yajñāś ca somaś ca
die Veden, Opfer und Soma (Nom.Pl./Nom.Sg.)
dakṣiṇā pāvako haviḥ
Opferlohn, Feuer, Opferspeise (Nom.Sg.)
yajñopagaṃ ca yat kiṃ cit
und was immer zum Opfer dient (Nom.Sg.n./Rel.)
bhagavāṃs tad asaṃśayam
Erhabener, das [bist du] ohne Zweifel (Vok./Nom.Sg.n./Adv.)

iṣṭaṃ dattam adhītaṃ ca vratāni niyamāś ca ye; hrīḥ kīrtiḥ śrīr dyutis tuṣṭiḥ siddhiś caiva tvadarpaṇā

Das Geopferte, das Gegebene, das Studierte, die Gelübde und die Observanzen, Scham, Ruhm, Glück, Glanz, Zufriedenheit und Vollendung – [alles] ist dir dargebracht.

Wort für Wort
iṣṭaṃ dattam adhītaṃ ca
das Geopferte, Gegebene und Studierte (Part.Pass. n.)
vratāni niyamāś ca ye
die Gelübde und Observanzen, welche (Nom.Pl.)
hrīḥ kīrtiḥ śrīr dyutiḥ
Scham, Ruhm, Glück, Glanz (Nom.Sg.f.)
tuṣṭiḥ siddhiḥ ca eva tvadarpaṇā
Zufriedenheit und Vollendung, dir dargebracht (Nom.Sg.f./Bahuvrīhi)

kāmaḥ krodho bhayaṃ lobho madaḥ stambho 'tha matsaraḥ; ādhayo vyādhayaś caiva bhagavaṃs tanayās tava

Begierde, Zorn, Furcht, Gier, Rausch, Starrsinn und Neid, seelische und körperliche Leiden – [sie alle], Erhabener, sind deine Söhne.

Wort für Wort
kāmaḥ krodho bhayaṃ lobhaḥ
Begierde, Zorn, Furcht, Gier (Nom.Sg.)
madaḥ stambho atha matsaraḥ
Rausch, Starrsinn und Neid (Nom.Sg.)
ādhayo vyādhayaḥ ca eva
seelische Leiden und körperliche Krankheiten (Nom.Pl.)
bhagavan tanayāḥ tava
Erhabener, Söhne dein (Vok./Nom.Pl./Gen.)

kṛtir vikāraḥ pralayaḥ pradhānaṃ prabhavo 'vyayaḥ; manasaḥ paramā yoniḥ svabhāvaś cāpi śāśvataḥ; avyaktaḥ pāvana vibho sahasrāṃśo hiraṇmayaḥ

Das Wirken [?], die Umbildung, die Auflösung, der Urstoff, der Ursprung, der Unvergängliche; die höchste Quelle des Geistes und auch die ewige Eigennatur; der Unmanifeste, Läuternde, Allmächtige, Tausendstrahlige, Goldene [bist du].

Wort für Wort
kṛtir vikāraḥ pralayaḥ
Wirken [?], Umbildung, Auflösung (Nom.Sg.)
pradhānaṃ prabhavo avyayaḥ
Urstoff, Ursprung, Unvergänglicher (Nom.Sg.)
manasaḥ paramā yoniḥ
des Geistes höchste Quelle (Gen.Sg./Nom.Sg.f.)
svabhāvaḥ ca api śāśvataḥ
und auch die ewige Eigennatur (Nom.Sg.)
avyaktaḥ pāvana vibho
Unmanifester, Läuternder, Allmächtiger (Nom./Vok.)
sahasrāṃśo hiraṇmayaḥ
tausendstrahlig, golden (Nom.Sg.)

kṛti unsicher (‚Tun, Schöpfung‘; vielleicht Verschreibung für prakṛti).

ādir guṇānāṃ sarveṣāṃ bhavān vai jīvanāśrayaḥ; mahān ātmā matir brahmā viśvaḥ śaṃbhuḥ svayaṃbhuvaḥ

Du bist der Ursprung aller Guṇas und der Halt des Lebens; der Große, das Selbst, der Verstand, Brahmā, Viśva, Śaṃbhu, [Sohn/Herr] des Selbstentstandenen [?].

Wort für Wort
ādir guṇānāṃ sarveṣām
Ursprung aller Guṇas (Nom.Sg./Gen.Pl.)
bhavān vai jīvanāśrayaḥ
du bist wahrlich Stütze des Lebens (Nom.Sg./Tatpuruṣa)
mahān ātmā matir brahmā
der Große, das Selbst, Verstand, Brahmā (Nom.Sg.)
viśvaḥ śaṃbhuḥ svayaṃbhuvaḥ
Viśva, Śaṃbhu, des Selbstentstandenen [?] (Nom.Sg./Gen.Sg.)

svayaṃbhuvaḥ am Ende ist grammatisch unklar (Gen. oder Nom. eines Stammes -bhū); hier als Genitiv gefasst.

buddhiḥ prajñopalabdhiś ca saṃvit khyātir dhṛtiḥ smṛtiḥ; paryāyavācakaiḥ śabdair mahān ātmā vibhāvyase

Verstand, Einsicht, Wahrnehmung, Bewusstsein, Erkenntnis, Standhaftigkeit, Erinnerung – mit diesen gleichbedeutenden Wörtern wirst du als das Große Selbst erkannt.

Wort für Wort
buddhiḥ prajñā upalabdhiḥ ca
Verstand, Einsicht und Wahrnehmung (Nom.Sg.f.)
saṃvit khyātir dhṛtiḥ smṛtiḥ
Bewusstsein, Erkenntnis, Standhaftigkeit, Erinnerung (Nom.Sg.f.)
paryāyavācakaiḥ śabdaiḥ
durch gleichbedeutende Wörter (Instr.Pl.)
mahān ātmā vibhāvyase
als das Große Selbst wirst du erkannt (Nom.Sg./Pass.2.Sg.)

tvāṃ buddhvā brāhmaṇo vidvān na pramohaṃ nigacchati

Hat der wissende Brahmane dich erkannt, verfällt er nicht der Verblendung.

Wort für Wort
tvāṃ buddhvā
dich erkannt habend (Akk./Abs.)
brāhmaṇo vidvān
der Brahmane, wissend (Nom.Sg.)
na pramohaṃ nigacchati
nicht der Verblendung verfällt er (Akk./3.Sg.Präs.)

tattvavid brāhmaṇo vidvān aprameyagatis tathā

Der Wahrheitskenner, der wissende Brahmane, und ebenso [du,] dessen Weg unermesslich ist.

Wort für Wort
tattvavid brāhmaṇo vidvān
der Wahrheitskenner, Brahmane, wissend (Nom.Sg.)
aprameyagatiḥ tathā
der mit unermesslichem Weg, ebenso (Nom.Sg./Bahuvrīhi)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe; Konstruktion elliptisch.

hṛdayaṃ sarvabhūtānāṃ kṣetrajñas tvam ṛṣiṣṭutaḥ

Du bist das Herz aller Wesen, der Kṣetrajña [Kenner des Feldes], von den Sehern gepriesen.

Wort für Wort
hṛdayaṃ sarvabhūtānām
das Herz aller Wesen (Nom.Sg.n./Gen.Pl.)
kṣetrajñaḥ tvam
der Kenner des Feldes du (Nom.Sg.)
ṛṣiṣṭutaḥ
von Sehern gepriesen (Nom.Sg.m./Tatpuruṣa)

sarvataḥpāṇipādas tvaṃ sarvatokṣiśiromukhaḥ; sarvataḥśrutimāṃl loke sarvam āvṛtya tiṣṭhasi

Überall hast du Hände und Füße, überall Augen, Köpfe und Gesichter, überall hörst du in der Welt; alles umfassend stehst du da.

Wort für Wort
sarvataḥpāṇipādaḥ tvam
überall Hände und Füße habend du (Nom.Sg./Bahuvrīhi)
sarvatokṣiśiromukhaḥ
überall Augen, Köpfe, Gesichter habend (Nom.Sg.)
sarvataḥśrutimān loke
überall Gehör habend in der Welt (Nom.Sg./Lok.)
sarvam āvṛtya tiṣṭhasi
alles umhüllt habend stehst du (Abs./2.Sg.Präs.)

phalaṃ tvam asi tigmāṃśo nimeṣādiṣu karmasu; tvaṃ vai prabhārciḥ puruṣaḥ sarvasya hṛdi saṃsthitaḥ; aṇimā laghimā prāptir īśāno jyotir avyayaḥ

Du bist die Frucht, Scharfstrahliger, in Handlungen wie dem Blinzeln und dergleichen; du bist wahrlich der Puruṣa von strahlendem Glanz, in aller Herzen wohnend; Animā, Laghimā, Prāpti, der Herrscher, das unvergängliche Licht.

Wort für Wort
phalaṃ tvam asi tigmāṃśo
die Frucht bist du, Scharfstrahliger (Nom.Sg.n./Vok.)
nimeṣādiṣu karmasu
in Handlungen wie dem Blinzeln usw. (Lok.Pl.)
tvaṃ vai prabhārciḥ puruṣaḥ
du bist wahrlich der Puruṣa mit strahlender Flamme (Nom.Sg.)
sarvasya hṛdi saṃsthitaḥ
in aller Herz wohnend (Gen.Sg./Lok./Part.Pass.)
aṇimā laghimā prāptiḥ
Animā, Laghimā, Prāpti (Nom.Sg.f.)
īśāno jyotir avyayaḥ
Herrscher, unvergängliches Licht (Nom.Sg.)

tvayi buddhir matir lokāḥ prapannāḥ saṃśritāś ca ye; dhyānino nityayogāś ca satyasaṃdhā jitendriyāḥ

In dir [ruhen] Verstand und Geist; die Menschen, die bei dir Zuflucht genommen haben und die sich an dich halten: die Meditierenden, stets im Yoga Geübten, Wahrhaftigen, Sinnesbezwinger.

Wort für Wort
tvayi buddhir matir
in dir Verstand, Geist (Lok./Nom.Sg.f.)
lokāḥ prapannāḥ saṃśritāḥ ca ye
die Menschen, die Zuflucht genommen und sich angeschlossen haben (Nom.Pl./Part.Pass.)
dhyānino nityayogāḥ ca
Meditierende und stets im Yoga Geübte (Nom.Pl.)
satyasaṃdhā jitendriyāḥ
Wahrhaftige, Sinnesbezwinger (Nom.Pl./Bahuvrīhi)

lokāḥ hier als ‚Menschen/Wesen‘ gefasst; die Konstruktion ist elliptisch.

yas tvāṃ dhruvaṃ vedayate guhāśayaṃ; prabhuṃ purāṇaṃ puruṣaṃ viśvarūpam; hiraṇmayaṃ buddhimatāṃ parāṃ gatiṃ; sa buddhimān buddhim atītya tiṣṭhati

Wer dich als den Festen erkennt, den in der Höhle [des Herzens] Weilenden, den Herrn, Uralten, Puruṣa, Allgestaltigen, Goldenen, den höchsten Weg der Einsichtigen – dieser Einsichtige steht jenseits des Verstandes.

Wort für Wort
yas tvāṃ dhruvaṃ vedayate guhāśayam
wer dich als den Festen, in der Höhle Ruhenden erkennt (Rel./Akk./3.Sg.Präs.Med.)
prabhuṃ purāṇaṃ puruṣaṃ viśvarūpam
den Herrn, Uralten, Puruṣa, Allgestaltigen (Akk.Sg.)
hiraṇmayaṃ buddhimatāṃ parāṃ gatim
den Goldenen, den höchsten Weg der Einsichtigen (Akk./Gen.Pl.)
sa buddhimān buddhim atītya tiṣṭhati
dieser Einsichtige, den Verstand überschritten habend, steht (Nom./Akk./Abs./3.Sg.)

viditvā sapta sūkṣmāṇi ṣaḍaṅgaṃ tvāṃ ca mūrtitaḥ; pradhānavidhiyogasthas tvām eva viśate budhaḥ

Hat der Weise die sieben Feinen erkannt und dich, den Sechsgliedrigen, in [deiner] Gestalt, geht er, im Yoga der Pradhāna-Ordnung gefestigt, in dich allein ein.

Wort für Wort
viditvā sapta sūkṣmāṇi
erkannt habend die sieben Feinen (Abs./Akk.Pl.n.)
ṣaḍaṅgaṃ tvāṃ ca mūrtitaḥ
und dich, den Sechsgliedrigen, in Gestalt (Akk.Sg./Abl.-Adv.)
pradhānavidhiyogasthaḥ
im Yoga der Pradhāna-Ordnung stehend (Nom.Sg.)
tvām eva viśate budhaḥ
in dich allein geht ein der Weise (Akk./3.Sg.Präs./Nom.)

‚die sieben Feinen‘ und ‚sechsgliedrig‘ sind technische Ausdrücke, deren genauer Bezug offenbleibt.

evam ukte mayā pārtha bhave cārtivināśane; carācaraṃ jagat sarvaṃ siṃhanādam athākarot

Als so von mir zu Bhava, dem Leidvernichter, gesprochen worden war, Pārtha, stieß die ganze Welt, Bewegliches und Unbewegliches, einen Löwenschrei aus.

Wort für Wort
evam ukte mayā pārtha
als so gesprochen war von mir, Pārtha (Lok.abs./Instr./Vok.)
bhave ca ārtivināśane
und zu Bhava, dem Leidvernichter (Lok.)
carācaraṃ jagat sarvam
die ganze bewegliche und unbewegliche Welt (Nom.Sg.n.)
siṃhanādam athākarot
einen Löwenschrei da tat (Akk./Impf.3.Sg.)

saviprasaṃghāś ca surāsurāś ca; nāgāḥ piśācāḥ pitaro vayāṃsi; rakṣogaṇā bhūtagaṇāś ca sarve; maharṣayaś caiva tathā praṇemuḥ

Die Scharen der Brahmanen, die Götter und Asuras, Nāgas, Piśācas, die Ahnen, die Vögel, die Scharen der Rākṣasas und alle Scharen der Geister und ebenso die großen Seher verneigten sich.

Wort für Wort
saviprasaṃghāḥ ca surāsurāḥ ca
samt den Brahmanenscharen, und Götter und Asuras (Nom.Pl.)
nāgāḥ piśācāḥ pitaro vayāṃsi
Nāgas, Piśācas, Ahnen, Vögel (Nom.Pl.)
rakṣogaṇā bhūtagaṇāḥ ca sarve
Rākṣasa-Scharen und Geisterscharen, alle (Nom.Pl.)
maharṣayaḥ ca eva tathā praṇemuḥ
und die großen Seher ebenso verneigten sich (Nom.Pl./Perf.3.Pl.)

mama mūrdhni ca divyānāṃ kusumānāṃ sugandhinām; rāśayo nipatanti sma vāyuś ca susukho vavau

Und auf mein Haupt fielen Haufen göttlicher, wohlriechender Blumen, und ein überaus angenehmer Wind wehte.

Wort für Wort
mama mūrdhni ca
und auf mein Haupt (Gen./Lok.)
divyānāṃ kusumānāṃ sugandhinām
göttlicher, wohlriechender Blumen (Gen.Pl.)
rāśayo nipatanti sma
Haufen fielen herab (Nom.Pl./3.Pl.Präs. + sma = Vergangenheit)
vāyuś ca susukho vavau
und ein sehr angenehmer Wind wehte (Nom.Sg./Perf.3.Sg.)

nirīkṣya bhagavān devīm umāṃ māṃ ca jagaddhitaḥ; śatakratuṃ cābhivīkṣya svayaṃ mām āha śaṃkaraḥ

Der Erhabene, der Wohltäter der Welt, blickte auf die Göttin Umā und auf mich, und als er auch Śatakratu angesehen hatte, sprach Śaṃkara selbst zu mir.

Wort für Wort
nirīkṣya bhagavān devīm umām
angeblickt habend der Erhabene die Göttin Umā (Abs./Nom./Akk.)
māṃ ca jagaddhitaḥ
und mich, der Weltwohltäter (Akk./Nom.Sg.)
śatakratuṃ ca abhivīkṣya
und Śatakratu angesehen habend (Akk./Abs.)
svayaṃ mām āha śaṃkaraḥ
selbst zu mir sprach Śaṃkara (Adv./Akk./Perf.3.Sg./Nom.)

vidmaḥ kṛṣṇa parāṃ bhaktim asmāsu tava śatruhan; kriyatām ātmanaḥ śreyaḥ prītir hi paramā tvayi

„Wir kennen, Kṛṣṇa, deine höchste Hingabe an uns, Feindtöter. So werde das Heil für dich selbst bewirkt; denn höchste Zuneigung [haben wir] zu dir.“

Wort für Wort
vidmaḥ kṛṣṇa parāṃ bhaktim
wir wissen, Kṛṣṇa, die höchste Hingabe (1.Pl.Perf./Vok./Akk.Sg.f.)
asmāsu tava śatruhan
zu uns deine, Feindtöter (Lok.Pl./Gen./Vok.)
kriyatām ātmanaḥ śreyaḥ
es werde getan das Heil für dich selbst (Imp.Pass./Gen./Nom.Sg.n.)
prītir hi paramā tvayi
denn höchste Zuneigung zu dir (Nom.Sg.f./Lok.)

vṛṇīṣvāṣṭau varān kṛṣṇa dātāsmi tava sattama; brūhi yādavaśārdūla yān icchasi sudurlabhān

„Wähle acht Wünsche, Kṛṣṇa; ich werde sie dir gewähren, Bester; sprich, Tiger der Yādavas, welche du wünschst, auch sehr schwer erlangbare.“

Wort für Wort
vṛṇīṣva aṣṭau varān kṛṣṇa
wähle acht Wünsche, Kṛṣṇa (Imp.Med./Akk.Pl./Vok.)
dātā asmi tava sattama
ich werde geben dir, Bester (Nomen agentis/1.Sg.Präs./Dat.-Gen./Vok.)
brūhi yādavaśārdūla
sprich, Tiger der Yādavas (Imp./Vok.)
yān icchasi sudurlabhān
welche du wünschst, sehr schwer erlangbare (Rel.Akk.Pl./2.Sg.Präs./Akk.Pl.)

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