Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 72: goloka-varṇanaṃ gopradānaphalaṃ ca Brahmās Schilderung der Kuhwelten und des Lohns der Kuhgabe

Brahmā antwortet Indra auf dessen Frage nach der Kuhgabe: Er beschreibt die Welten der Kühe, wer sie erreicht und wer nicht, und den je nach Stand und Tugend abgestuften Lohn des Schenkens.

brahmovāca; yo 'yaṃ praśnas tvayā pṛṣṭo gopradānādhikāravān; nāsya praṣṭāsti loke 'smiṃs tvatto 'nyo hi śatakrato

Brahmā sprach: „Diese Frage, die du gestellt hast, betrifft die Rechtmäßigkeit der Kuhgabe. In dieser Welt gibt es außer dir keinen anderen, der [danach] fragen könnte, o Śatakratu.“

Wort für Wort
brahmā uvāca
Brahmā sprach (Perf. 3.Sg.)
yo 'yaṃ praśnas tvayā pṛṣṭaḥ
diese Frage, die von dir gestellt wurde (Nom.Sg.; Instr.; Part.Pass.)
gopradānādhikāravān
die Zuständigkeit/Rechtmäßigkeit der Kuhgabe betreffend (Nom.Sg.m., Possessivbildung)
na asya praṣṭā asti loke 'smin
es gibt keinen, der danach fragen könnte, in dieser Welt (Nom.Sg.; Lok.)
tvatto 'nyo hi śatakrato
außer dir ein anderer, denn, o Śatakratu (Abl.; Nom.; Vok.)

santi nānāvidhā lokā yāṃs tvaṃ śakra na paśyasi; paśyāmi yān ahaṃ lokān ekapatnyaś ca yāḥ striyaḥ

„Es gibt vielerlei Welten, die du, Śakra, nicht siehst. Ich sehe die Welten, [in die gelangen] die Frauen, die nur einen Gatten haben, ...“

Wort für Wort
santi nānāvidhā lokāḥ
es gibt mannigfaltige Welten (3.Pl.Präs.; Nom.Pl.)
yāṃs tvaṃ śakra na paśyasi
die du, Śakra, nicht siehst (Akk.Pl.; 2.Sg.Präs.)
paśyāmi yān ahaṃ lokān
ich sehe, welche Welten (1.Sg.Präs.; Akk.Pl.)
ekapatnyaś ca yāḥ striyaḥ
und [die] Frauen, die nur einen Gatten haben (Nom.Pl.f.)

Der Satz bleibt in Vers 2 syntaktisch offen und wird in Vers 3 fortgesetzt.

karmabhiś cāpi suśubhaiḥ suvratā ṛṣayas tathā; saśarīrā hi tān yānti brāhmaṇāḥ śubhavṛttayaḥ

„... und durch sehr glückverheißende Werke auch die Ṛṣis mit guten Gelübden; in ihnen gehen die Brahmanen mit gutem Wandel samt ihrem Körper ein.“

Wort für Wort
karmabhiś ca api suśubhaiḥ
und auch durch sehr glückverheißende Werke (Instr.Pl.)
suvratā ṛṣayas tathā
[und] die Ṛṣis mit guten Gelübden ebenso (Nom.Pl.)
saśarīrā hi tān yānti
samt Körper fürwahr diese [Welten] gehen sie (Nom.Pl.; Akk.Pl.; 3.Pl.Präs.)
brāhmaṇāḥ śubhavṛttayaḥ
die Brahmanen mit gutem Wandel (Nom.Pl.)

Konstruktion locker: lokān ... yānti; die Frauen mit einem Gatten, die Ṛṣis und die Brahmanen sind die Erreichenden.

śarīranyāsamokṣeṇa manasā nirmalena ca; svapnabhūtāṃś ca tāṃl lokān paśyantīhāpi suvratāḥ

„Durch das Lösen von der Hinterlegung des Körpers [d. h. durch Ablegen des Körpers] und mit reinem Geist sehen die Gutgelobenden hier [auf Erden] jene Welten sogar als traumgleiche.“

Wort für Wort
śarīranyāsamokṣeṇa
durch das Freiwerden vom Niederlegen des Körpers (Instr.Sg.; Kompositum)
manasā nirmalena ca
und mit reinem Geist (Instr.Sg.)
svapnabhūtāṃś ca tāṃl lokān
und jene Welten, die traumgleich geworden sind (Akk.Pl.)
paśyanti ihāpi suvratāḥ
sehen sie auch hier, die mit guten Gelübden (3.Pl.Präs.; Nom.Pl.)

śarīranyāsamokṣeṇa: wörtlich „durch Freiwerden vom Niederlegen des Körpers“; Sinn (Ablegen des Körpers vs. Versenkung) nicht ganz sicher [?].

te tu lokāḥ sahasrākṣa śṛṇu yādṛgguṇānvitāḥ; na tatra kramate kālo na jarā na ca pāpakam; tathānyan nāśubhaṃ kiṃ cin na vyādhis tatra na klamaḥ

„Höre, Tausendäugiger, von welcher Beschaffenheit jene Welten sind: Dort wirkt weder die Zeit noch das Altern noch Böses; ebenso gibt es dort nichts anderes Unheilvolles, weder Krankheit noch Ermattung.“

Wort für Wort
te tu lokāḥ sahasrākṣa
diese Welten aber, o Tausendäugiger (Nom.Pl.; Vok.)
śṛṇu yādṛgguṇānvitāḥ
höre, mit welchen Eigenschaften versehen (Imp.2.Sg.; Nom.Pl.)
na tatra kramate kālo na jarā
nicht wirkt dort die Zeit, nicht das Alter (3.Sg.Präs.Med.; Nom.Sg.)
na ca pāpakam
und nicht Böses (Nom.Sg.n.)
tathā anyan na aśubhaṃ kiṃ cit
ebenso nichts anderes Unheilvolles (Nom.Sg.n.)
na vyādhis tatra na klamaḥ
dort keine Krankheit, keine Ermattung (Nom.Sg.)

yad yac ca gāvo manasā tasmin vāñchanti vāsava; tat sarvaṃ prāpayanti sma mama pratyakṣadarśanāt; kāmagāḥ kāmacāriṇyaḥ kāmāt kāmāṃś ca bhuñjate

„Was immer die Kühe dort im Geist wünschen, o Vāsava, all das gewähren sie, wie ich es unmittelbar geschaut habe [?]. Nach Wunsch gehend, nach Belieben wandelnd, genießen sie nach Wunsch [alle] Wünsche.“

Wort für Wort
yad yac ca gāvo manasā tasmin vāñchanti vāsava
und was immer die Kühe im Geist dort wünschen, o Vāsava (3.Pl.Präs.; Vok.)
tat sarvaṃ prāpayanti sma
all das verschaffen sie (3.Pl.Präs. + sma, Vergangenheit)
mama pratyakṣadarśanāt
aufgrund meines unmittelbaren Schauens (Abl.)
kāmagāḥ kāmacāriṇyaḥ
nach Wunsch gehend, nach Belieben wandelnd (Nom.Pl.f.)
kāmāt kāmāṃś ca bhuñjate
und genießen nach Wunsch die Wünsche (Abl.; Akk.Pl.; 3.Pl.Med.)

pratyakṣadarśanāt (Abl.) ist hier als Begründung („weil ich es unmittelbar sehe“) gefasst; Bezug unsicher.

vāpyaḥ sarāṃsi sarito vividhāni vanāni ca; gṛhāṇi parvatāś caiva yāvad dravyaṃ ca kiṃ cana

„Teiche, Seen, Flüsse, mannigfache Wälder, Häuser und Berge, und was immer es an Besitz gibt ...“

Wort für Wort
vāpyaḥ sarāṃsi sarito
Teiche, Seen, Flüsse (Nom.Pl.)
vividhāni vanāni ca
und mannigfache Wälder (Nom.Pl.n.)
gṛhāṇi parvatāś ca eva
Häuser und ebenso Berge (Nom.Pl.)
yāvad dravyaṃ ca kiṃ cana
und was immer an Gütern [es gibt] (Nom.Sg.n.)

Der Satz wird in Vers 8 fortgeführt.

manojñaṃ sarvabhūtebhyaḥ sarvaṃ tatra pradṛśyate; īdṛśān viddhi tāṃl lokān nāsti lokas tato 'dhikaḥ

„... all das wird dort als von allen Wesen Ersehntes [wörtlich: für alle Wesen Herzgewinnendes] sichtbar. Wisse, dass jene Welten so beschaffen sind; es gibt keine Welt, die darüber hinausginge.“

Wort für Wort
manojñaṃ sarvabhūtebhyaḥ
herzgewinnend für alle Wesen (Nom.Sg.n.; Dat.Pl.)
sarvaṃ tatra pradṛśyate
alles wird dort sichtbar (Passiv 3.Sg.)
īdṛśān viddhi tāṃl lokān
wisse jene Welten als so beschaffen (Imp.2.Sg.; Akk.Pl.)
na asti lokas tato 'dhikaḥ
es gibt keine Welt, die darüber hinausgeht (Nom.Sg.; Abl.)

tatra sarvasahāḥ kṣāntā vatsalā guruvartinaḥ; ahaṃkārair virahitā yānti śakra narottamāḥ

„Dorthin gehen, Śakra, die besten unter den Männern: die alles Ertragenden, Geduldigen, Liebevollen, den Lehrern Gehorchenden, frei von Selbstsucht.“

Wort für Wort
tatra sarvasahāḥ kṣāntāḥ
dorthin [gehen] die alles Ertragenden, Geduldigen (Nom.Pl.)
vatsalā guruvartinaḥ
liebevoll, den Lehrern folgend (Nom.Pl.)
ahaṃkārair virahitāḥ
frei von Selbstsucht (Instr.Pl.; Part.Pass.)
yānti śakra narottamāḥ
gehen, Śakra, die besten Männer (3.Pl.Präs.; Vok.; Nom.Pl.)

yaḥ sarvamāṃsāni na bhakṣayīta; pumān sadā yāvad antāya yuktaḥ; mātāpitror arcitā satyayuktaḥ; śuśrūṣitā brāhmaṇānām anindyaḥ

„Der Mann, der nicht alles Fleisch isst, der stets bis zum [Lebens-]Ende [darauf] ausgerichtet ist [?], der Vater und Mutter verehrt, der wahrhaftig ist, den Brahmanen dient und untadelig ist ...“

Wort für Wort
yaḥ sarvamāṃsāni na bhakṣayīta
wer nicht alle Fleischarten isst (Opt.3.Sg.)
pumān sadā
der Mann, stets (Nom.Sg.)
yāvad antāya yuktaḥ
bis zum Ende beflissen [?] (Dat.; Part.Pass.)
mātāpitror arcitā satyayuktaḥ
Verehrer von Mutter und Vater, der Wahrheit zugetan (Gen.Du.; Nom.Sg.)
śuśrūṣitā brāhmaṇānām anindyaḥ
Diener der Brahmanen, untadelig (Gen.Pl.; Nom.Sg.)

yāvad antāya yuktaḥ ist unsicher; als „bis zum Ende [des Lebens] beflissen“ gefasst. Der Satz setzt sich bis Vers 12 fort.

akrodhano goṣu tathā dvijeṣu; dharme rato guruśuśrūṣakaś ca; yāvajjīvaṃ satyavṛtte rataś ca; dāne rato yaḥ kṣamī cāparādhe

„... der gegenüber Kühen und Zweimalgeborenen zornlos ist, am Dharma Freude hat und den Lehrern dient, der sein Leben lang am wahren Wandel Freude hat, der am Geben Freude hat und bei einer Verfehlung [anderer] nachsichtig ist ...“

Wort für Wort
akrodhano goṣu tathā dvijeṣu
zornlos gegenüber Kühen und ebenso Zweimalgeborenen (Nom.Sg.; Lok.Pl.)
dharme rato
am Dharma erfreut (Lok.; Nom.Sg.)
guruśuśrūṣakaś ca
und den Lehrern dienend (Nom.Sg.)
yāvajjīvaṃ satyavṛtte rataś ca
lebenslang am Wandel der Wahrheit erfreut (Adv.; Lok.)
dāne rato yaḥ
der am Geben erfreut ist (Lok.)
kṣamī cāparādhe
und nachsichtig bei einem Vergehen (Nom.Sg.; Lok.)

mṛdur dānto devaparāyaṇaś ca; sarvātithiś cāpi tathā dayāvān; īdṛgguṇo mānavaḥ saṃprayāti; lokaṃ gavāṃ śāśvataṃ cāvyayaṃ ca

„... der sanft, selbstbeherrscht, den Göttern ergeben, für alle ein Gastgeber und ebenso mitfühlend ist: ein Mensch von solchen Eigenschaften gelangt zur ewigen und unvergänglichen Welt der Kühe.“

Wort für Wort
mṛdur dānto devaparāyaṇaś ca
sanft, bezähmt und den Göttern ergeben (Nom.Sg.)
sarvātithiś ca api tathā dayāvān
und auch allen ein Gast[freund], ebenso mitleidsvoll (Nom.Sg.)
īdṛgguṇo mānavaḥ
ein Mensch von solcher Eigenschaft (Nom.Sg.)
saṃprayāti
gelangt (3.Sg.Präs.)
lokaṃ gavāṃ śāśvataṃ ca avyayaṃ ca
zur Welt der Kühe, ewig und unvergänglich (Akk.Sg.; Gen.Pl.)

na pāradārī paśyati lokam enaṃ; na vai gurughno na mṛṣāpralāpī; sadāpavādī brāhmaṇaḥ śāntavedo; doṣair anyair yaś ca yukto durātmā

„Diese Welt sieht nicht der Ehebrecher, nicht der Lehrermörder, nicht der Lügenredner; [nicht] der Brahmane, der ständig Tadel äußert und den Veda [vernachlässigt bzw.] ruhen lässt, und wer sonst mit anderen Fehlern behaftet, von böser Gesinnung ist.“

Wort für Wort
na pāradārī paśyati lokam enam
nicht sieht der Ehebrecher diese Welt (3.Sg.Präs.; Akk.)
na vai gurughno
auch nicht der Lehrertöter (Nom.Sg.)
na mṛṣāpralāpī
nicht der falsch Redende (Nom.Sg.)
sadā apavādī brāhmaṇaḥ
der stets tadelnde Brahmane (Nom.Sg.)
śāntavedo
dessen Veda erloschen ist [?] (Nom.Sg.)
doṣair anyair yaś ca yukto durātmā
und wer mit anderen Fehlern behaftet, böse gesinnt ist (Instr.Pl.; Nom.Sg.)

śāntavedaḥ: „dessen Veda erloschen/ruhend ist“, d. h. der den Veda nicht pflegt [?].

na mitradhruṅ naikṛtikaḥ kṛtaghnaḥ; śaṭho 'nṛjur dharmavidveṣakaś ca; na brahmahā manasāpi prapaśyed; gavāṃ lokaṃ puṇyakṛtāṃ nivāsam

„Wer seinen Freund verrät, der Betrüger, der Undankbare, der Hinterlistige, der Unredliche, der den Dharma Hassende, der Brahmanenmörder: sie alle würden auch nur im Geist die Welt der Kühe, die Wohnstätte der Verdienstvollen, nicht erblicken.“

Wort für Wort
na mitradhruṅ naikṛtikaḥ kṛtaghnaḥ
nicht der Freundverräter, Betrüger, Undankbare (Nom.Sg.)
śaṭho 'nṛjur dharmavidveṣakaś ca
der Hinterlistige, Unaufrichtige und den Dharma Hassende (Nom.Sg.)
na brahmahā
nicht der Brahmanenmörder (Nom.Sg.)
manasā api prapaśyet
auch nur im Geist würde er sehen (Instr.; Opt.3.Sg.)
gavāṃ lokaṃ puṇyakṛtāṃ nivāsam
die Welt der Kühe, die Wohnstätte der Tugendhaften (Akk.Sg.; Gen.Pl.)

Das Verb prapaśyet (Opt.) bezieht sich auf alle Genannten sowie auf na aus Vers 13.

etat te sarvam ākhyātaṃ naipuṇena sureśvara; gopradānaratānāṃ tu phalaṃ śṛṇu śatakrato

„Dies alles ist dir umfassend erzählt worden, Herr der Götter. Höre nun den Lohn derer, die sich an der Kuhgabe erfreuen, o Śatakratu.“

Wort für Wort
etat te sarvam ākhyātam
dies alles ist dir erzählt (Nom.Sg.n.; Dat./Gen.; Part.Pass.)
naipuṇena sureśvara
mit Genauigkeit, o Herr der Götter (Instr.; Vok.)
gopradānaratānāṃ tu
aber derer, die an der Kuhgabe Freude haben (Gen.Pl.)
phalaṃ śṛṇu śatakrato
höre den Lohn, o Śatakratu (Akk.; Imp.2.Sg.; Vok.)

dāyādyalabdhair arthair yo gāḥ krītvā saṃprayacchati; dharmārjitadhanakrītān sa lokān aśnute 'kṣayān

„Wer mit ererbtem Besitz Kühe kauft und [sie] schenkt, der erlangt unvergängliche Welten, [gleichsam] erkauft mit rechtmäßig erworbenem Reichtum.“

Wort für Wort
dāyādyalabdhair arthair
mit ererbten Gütern (Instr.Pl.)
yo gāḥ krītvā saṃprayacchati
wer Kühe kauft und schenkt (Akk.Pl.; Abs.; 3.Sg.Präs.)
dharmārjitadhanakrītān sa lokān
er [gewinnt] die mit rechtmäßig erworbenem Reichtum erkauften Welten (Akk.Pl.)
aśnute 'kṣayān
erlangt unvergängliche (3.Sg.Präs.Med.; Akk.Pl.)

yo vai dyūte dhanaṃ jitvā gāḥ krītvā saṃprayacchati; sa divyam ayutaṃ śakra varṣāṇāṃ phalam aśnute

„Wer beim Würfelspiel Reichtum gewinnt, damit Kühe kauft und [sie] schenkt, der erlangt, Śakra, als Lohn zehntausend göttliche Jahre.“

Wort für Wort
yo vai dyūte dhanaṃ jitvā
wer im Würfelspiel Reichtum gewonnen hat (Lok.; Akk.; Abs.)
gāḥ krītvā saṃprayacchati
Kühe kauft und schenkt (Abs.; 3.Sg.Präs.)
sa divyam ayutaṃ śakra
der [erlangt] zehntausend göttliche, o Śakra (Akk.; Vok.)
varṣāṇāṃ phalam aśnute
als Lohn von Jahren (Gen.Pl.; Akk.; 3.Sg.Med.)

dāyādyā yasya vai gāvo nyāyapūrvair upārjitāḥ; pradattās tāḥ pradātṝṇāṃ saṃbhavanty akṣayā dhruvāḥ

„Die Kühe, die jemand ererbt hat [oder] auf rechtmäßigen Wegen erworben hat, werden, wenn sie geschenkt sind, für die Schenkenden zu unvergänglichen, beständigen [Gütern].“

Wort für Wort
dāyādyā yasya vai gāvaḥ
wessen Kühe ererbt sind (Nom.Pl.; Gen.)
nyāyapūrvair upārjitāḥ
durch rechtmäßige Mittel erworben (Instr.Pl.; Part.Pass.)
pradattās tāḥ pradātṝṇām
diese, geschenkt, für die Schenkenden (Part.Pass.; Gen.Pl.)
saṃbhavanti akṣayā dhruvāḥ
werden unvergänglich, beständig (3.Pl.Präs.; Nom.Pl.)

pratigṛhya ca yo dadyād gāḥ suśuddhena cetasā; tasyāpīhākṣayāṃl lokān dhruvān viddhi śacīpate

„Und wer eine Kuh, die er [selbst] als Geschenk angenommen hat, mit ganz reinem Gemüt weiterschenkt, dem sind auch hier [in der Welt] unvergängliche und beständige Welten zu eigen, wisse, Gatte der Śacī.“

Wort für Wort
pratigṛhya ca yo dadyāt
und wer nach dem Annehmen schenken würde (Abs.; Opt.3.Sg.)
gāḥ suśuddhena cetasā
Kühe mit sehr reinem Herzen (Akk.Pl.; Instr.)
tasya api iha akṣayāṃl lokān
auch für ihn hier unvergängliche Welten (Gen.; Akk.Pl.)
dhruvān viddhi śacīpate
beständige, wisse, Herr der Śacī (Akk.Pl.; Imp.2.Sg.; Vok.)

janmaprabhṛti satyaṃ ca yo brūyān niyatendriyaḥ; gurudvijasahaḥ kṣāntas tasya gobhiḥ samā gatiḥ

„Wer von Geburt an die Wahrheit spricht, die Sinne gezügelt, Lehrer und Zweimalgeborene ertragend und nachsichtig, für den ist das Ziel den Kühen gleich.“

Wort für Wort
janmaprabhṛti satyaṃ ca
und von Geburt an die Wahrheit (Adv.; Akk.)
yo brūyān niyatendriyaḥ
wer sprechen würde, mit gezügelten Sinnen (Opt.3.Sg.; Nom.Sg.)
gurudvijasahaḥ kṣāntaḥ
Lehrer und Zweimalgeborene erduldend, nachsichtig (Nom.Sg.)
tasya gobhiḥ samā gatiḥ
für ihn ist das Ziel den Kühen gleich [?] (Gen.; Instr.Pl.; Nom.Sg.)

gobhiḥ samā gatiḥ: das Ziel des so Lebenden gleicht dem der Kühe-Spender; Sinn nicht ganz sicher [?].

na jātu brāhmaṇo vācyo yad avācyaṃ śacīpate; manasā goṣu na druhyed govṛttir gonukampakaḥ

„Zu einem Brahmanen darf man niemals sagen, was nicht zu sagen ist, Gatte der Śacī; man soll den Kühen im Geist nicht schaden; [er sei] von den Kühen lebend und den Kühen mitfühlend.“

Wort für Wort
na jātu brāhmaṇo vācyaḥ
niemals darf man zu einem Brahmanen sagen (Nom.Sg.; Gerundiv)
yad avācyaṃ śacīpate
was nicht sagbar ist, Gatte der Śacī (Nom.Sg.n.; Vok.)
manasā goṣu na druhyet
im Geist soll er den Kühen nicht schaden (Instr.; Lok.Pl.; Opt.3.Sg.)
govṛttir gonukampakaḥ
kuhgemäß lebend, den Kühen mitfühlend [?] (Nom.Sg.)

govṛttiḥ: „dessen Lebensunterhalt/Verhalten sich auf Kühe richtet“, mehrdeutig [?].

satye dharme ca niratas tasya śakra phalaṃ śṛṇu; gosahasreṇa samitā tasya dhenur bhavaty uta

„Höre, Śakra, den Lohn dessen, der an Wahrheit und Dharma Freude hat: Seine Milchkuh wird tatsächlich tausend Kühen gleichwertig.“

Wort für Wort
satye dharme ca niratas
an Wahrheit und Dharma eifrig hingegeben (Lok.; Nom.Sg.)
tasya śakra phalaṃ śṛṇu
höre, Śakra, seinen Lohn (Gen.; Vok.; Akk.; Imp.)
gosahasreṇa samitā
tausend Kühen gleichwertig (Instr.; Nom.Sg.f.)
tasya dhenur bhavati uta
seine Milchkuh wird, wahrlich (Nom.Sg.; 3.Sg.Präs.)

kṣatriyasya guṇair ebhir anvitasya phalaṃ śṛṇu; tasyāpi śatatulyā gaur bhavatīti viniścayaḥ

„Höre den Lohn dessen, der als Kṣatriya mit diesen Eigenschaften ausgestattet ist: Auch für ihn ist die Kuh hundert [Kühen] gleich; das ist die feste Entscheidung.“

Wort für Wort
kṣatriyasya guṇair ebhir anvitasya
eines Kṣatriya, der mit diesen Eigenschaften versehen ist (Gen.; Instr.Pl.)
phalaṃ śṛṇu
höre den Lohn (Akk.; Imp.)
tasya api śatatulyā gaur bhavati
auch seine Kuh ist hundert [Kühen] gleich (Nom.Sg.f.; 3.Sg.Präs.)
iti viniścayaḥ
so [lautet] die Entscheidung (Nom.Sg.)

vaiśyasyaite yadi guṇās tasya pañcāśataṃ bhavet; śūdrasyāpi vinītasya caturbhāgaphalaṃ smṛtam

„Wenn dem Vaiśya diese Eigenschaften zukommen, dann wären es für ihn fünfzig; und auch bei einem gebildeten Śūdra gilt der Lohn eines Viertels als überliefert.“

Wort für Wort
vaiśyasya ete yadi guṇāḥ
wenn dem Vaiśya diese Eigenschaften [eignen] (Gen.; Nom.Pl.)
tasya pañcāśataṃ bhavet
so wären es für ihn fünfzig (Opt.3.Sg.)
śūdrasya api vinītasya
und für einen wohlerzogenen Śūdra (Gen.; Part.Pass.)
caturbhāgaphalaṃ smṛtam
der Lohn eines Viertels gilt als überliefert (Nom.Sg.n.; Part.Pass.)

caturbhāgaphalam: „Lohn von einem Viertel“, wohl eines Viertels des Hunderts bzw. Tausends; Bezugsgröße nicht ausdrücklich genannt [?].

etac caivaṃ yo 'nutiṣṭheta yuktaḥ; satyena yukto guruśuśrūṣayā ca; dāntaḥ kṣānto devatārcī praśāntaḥ; śucir buddho dharmaśīlo 'nahaṃvāk

„Und wer dies so befolgt, gesammelt, mit Wahrheit ausgestattet und im Dienst an den Lehrern, selbstbeherrscht, nachsichtig, die Götter verehrend, friedvoll, rein, einsichtig, dharmagemäß im Wesen, nicht prahlerisch redend ...“

Wort für Wort
etac ca evaṃ yo 'nutiṣṭheta
und wer dies so befolgen würde (Akk.Sg.n.; Opt.3.Sg.)
yuktaḥ satyena yukto
gesammelt, mit Wahrheit verbunden (Nom.Sg.; Instr.)
guruśuśrūṣayā ca
und mit Dienst an den Lehrern (Instr.Sg.)
dāntaḥ kṣānto devatārcī praśāntaḥ
bezähmt, nachsichtig, Götterverehrer, ruhig (Nom.Sg.)
śucir buddho dharmaśīlo 'nahaṃvāk
rein, erwacht/einsichtig, dharmagemäß, nicht prahlend redend (Nom.Sg.)

anahaṃvāk: „dessen Rede nicht ‚ich‘ sagt“, d. h. nicht prahlend; Satz setzt sich in Vers 26 fort.

mahat phalaṃ prāpnute sa dvijāya; dattvā dogdhrīṃ vidhinānena dhenum; nityaṃ dadyād ekabhaktaḥ sadā ca; satye sthito guruśuśrūṣitā ca

„... der erlangt großen Lohn, wenn er einem Zweimalgeborenen nach dieser Vorschrift eine Milchkuh schenkt; er soll stets schenken, einmal am Tag essend, immer in der Wahrheit stehend und den Lehrern dienend.“

Wort für Wort
mahat phalaṃ prāpnute sa
großen Lohn erlangt er (Akk.; 3.Sg.Präs.Med.)
dvijāya dattvā dogdhrīṃ dhenum
dem Zweimalgeborenen nach dem Schenken eine Milchkuh (Dat.; Abs.; Akk.)
vidhinā anena
nach dieser Vorschrift (Instr.Sg.)
nityaṃ dadyād ekabhaktaḥ sadā ca
stets soll er schenken, einmal essend, immer (Opt.3.Sg.; Nom.Sg.)
satye sthito guruśuśrūṣitā ca
in der Wahrheit stehend und den Lehrern dienend (Lok.; Nom.Sg.)

ekabhaktaḥ: eigentlich „eine [Mahlzeit] genießend“; dogdhrī „Milchgeberin“.

vedādhyāyī goṣu yo bhaktimāṃś ca; nityaṃ dṛṣṭvā yo 'bhinandeta gāś ca; ā jātito yaś ca gavāṃ nameta; idaṃ phalaṃ śakra nibodha tasya

Wer im Veda-Studium bewandert und den Kühen ergeben ist, wer stets beim Anblick der Kühe sie freudig begrüßt und wer sich von Geburt an vor den Kühen verneigt – dies ist dessen Lohn, Śakra; vernimm ihn.

Wort für Wort
vedādhyāyī goṣu yo bhaktimāṃś ca
der Veda-Studierende, der den Kühen Ergebene (Nom.Sg.; Lok.Pl.)
nityaṃ dṛṣṭvā yo 'bhinandeta gāś ca
stets sehend, wer die Kühe freudig begrüßt (Ger.; 3.Sg.Opt.Med.; Akk.Pl.)
ā jātito yaś ca gavāṃ nameta
und wer von Geburt an sich vor den Kühen verneigt (Abl.; Gen.Pl.; 3.Sg.Opt.)
idaṃ phalaṃ śakra nibodha tasya
diesen Lohn, Śakra, vernimm von ihm (Akk.Sg.; Vok.; Imp.; Gen.)

yat syād iṣṭvā rājasūye phalaṃ tu; yat syād iṣṭvā bahunā kāñcanena; etat tulyaṃ phalam asyāhur agryaṃ; sarve santas tv ṛṣayo ye ca siddhāḥ

Der Lohn, der aus einem Rājasūya-Opfer entstünde, und der Lohn, der aus einem Opfer mit viel Gold entstünde – diesem, sagen alle Guten, die Ṛṣis und die Siddhas, sei sein hoher Lohn gleich.

Wort für Wort
yat syād iṣṭvā rājasūye phalaṃ tu
was an Lohn entstünde, wenn man geopfert hat beim Rājasūya (Opt.; Ger.; Lok.)
yat syād iṣṭvā bahunā kāñcanena
was entstünde, wenn man geopfert hat mit viel Gold (Instr.)
etat tulyaṃ phalam asyāhur agryaṃ
diesem gleich, sagen sie, ist sein Lohn, der höchste (Nom.Sg.n.; 3.Pl.Perf.)
sarve santas tv ṛṣayo ye ca siddhāḥ
alle Guten, die Ṛṣis und die Siddhas (Nom.Pl.)

yo 'graṃ bhaktān kiṃ cid aprāśya dadyād; gobhyo nityaṃ govratī satyavādī; śānto buddho gosahasrasya puṇyaṃ; saṃvatsareṇāpnuyāt puṇyaśīlaḥ

Wer den Kühen stets von den Speisen als Erstes etwas gibt, ohne selbst davon gekostet zu haben [?], der Kuhgelübde hält, wahrhaftig, friedvoll und verständig ist – der Tugendhafte erlangt in einem Jahr das Verdienst von tausend Kühen.

Wort für Wort
yo 'graṃ bhaktān kiṃ cid aprāśya dadyād
wer als Erstes von den Speisen [?] etwas, ohne gekostet zu haben, gäbe (Akk.; Ger.; 3.Sg.Opt.)
gobhyo nityaṃ govratī satyavādī
den Kühen stets, Kuhgelübde-Haltender, Wahrheitsredner (Dat.Pl.; Nom.Sg.)
śānto buddho gosahasrasya puṇyaṃ
friedvoll, verständig, das Verdienst von tausend Kühen (Nom.Sg.; Gen.; Akk.)
saṃvatsareṇāpnuyāt puṇyaśīlaḥ
in einem Jahr erlangt er, der Tugendhafte (Instr.; 3.Sg.Opt.; Nom.)

bhaktān ist grammatisch unklar (vermutlich bhaktāt oder Akk.Pl. von bhakta 'Speise').

ya ekaṃ bhaktam aśnīyād dadyād ekaṃ gavāṃ ca yat; daśa varṣāṇy anantāni govratī gonukampakaḥ

Wer nur eine Mahlzeit isst und die andere den Kühen gibt, der Kuhgelübde hält und mit den Kühen Mitgefühl hat, [erlangt Lohn für] zehn Jahre, unerschöpfliche.

Wort für Wort
ya ekaṃ bhaktam aśnīyād
wer eine Mahlzeit äße (3.Sg.Opt.)
dadyād ekaṃ gavāṃ ca yat
und eine den Kühen gäbe (3.Sg.Opt.; Gen.Pl.)
daśa varṣāṇy anantāni
zehn Jahre, unendliche [Lohn dafür ergänzt] (Nom./Akk.Pl.)
govratī gonukampakaḥ
Kuhgelübde-Haltender, den Kühen Mitleid Zeigender (Nom.Sg.)

Das Prädikat fehlt; der Sinn 'erlangt Lohn für zehn Jahre' ist ergänzt.

ekenaiva ca bhaktena yaḥ krītvā gāṃ prayacchati; yāvanti tasya proktāni divasāni śatakrato; tāvac chatānāṃ sa gavāṃ phalam āpnoti śāśvatam

Wer mit nur einer Mahlzeit [als Gegenwert] eine Kuh kauft und schenkt – für so viele Tage, wie ihm [als Fastentage] genannt sind, Śatakratu, für so viele Hunderte von Kühen erlangt er ewigen Lohn.

Wort für Wort
ekenaiva ca bhaktena
und mit nur einer Mahlzeit (Instr.)
yaḥ krītvā gāṃ prayacchati
wer, nachdem er eine Kuh gekauft hat, sie gibt (Ger.; Akk.; 3.Sg.Präs.)
yāvanti tasya proktāni divasāni śatakrato
so viele Tage ihm genannt sind, Śatakratu (Nom.Pl.n.; Part.Pass.; Vok.)
tāvac chatānāṃ sa gavāṃ
so viele Hunderte von Kühen, er (Gen.Pl.)
phalam āpnoti śāśvatam
erlangt Lohn, ewigen (Akk.; 3.Sg.Präs.)

rājasūyāśvamedhābhyāṃ phalaṃ prāpnoti mānavaḥ

Den Lohn von Rājasūya und Aśvamedha erlangt der Mensch.

Wort für Wort
rājasūyāśvamedhābhyām
durch Rājasūya und Aśvamedha (Instr./Abl.Du.)
phalaṃ prāpnoti mānavaḥ
Lohn erlangt der Mensch (Akk.; 3.Sg.Präs.; Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; ābhyām steht wörtlich für 'von/aus den beiden'.

brāhmaṇasya phalaṃ hīdaṃ kṣatriye 'bhihitaṃ śṛṇu; pañcavārṣikam etat tu kṣatriyasya phalaṃ smṛtam; tato 'rdhena tu vaiśyasya śūdro vaiśyārdhataḥ smṛtaḥ

Dies ist der Lohn für den Brāhmaṇa; vernimm nun, was für den Kṣatriya gesagt ist: Für den Kṣatriya gilt dieser Lohn als fünfjährig; für den Vaiśya gilt er als die Hälfte davon, für den Śūdra als die Hälfte des Vaiśya.

Wort für Wort
brāhmaṇasya phalaṃ hīdaṃ
des Brāhmaṇa Lohn ist dieser (Gen.; Nom.)
kṣatriye 'bhihitaṃ śṛṇu
was beim Kṣatriya gesagt ist, höre (Lok.; Part.Pass.; Imp.)
pañcavārṣikam etat tu kṣatriyasya phalaṃ smṛtam
fünfjährig ist dieser Lohn des Kṣatriya überliefert (Nom.n.; Gen.; Part.Pass.)
tato 'rdhena tu vaiśyasya
davon zur Hälfte für den Vaiśya (Abl.; Instr.; Gen.)
śūdro vaiśyārdhataḥ smṛtaḥ
der Śūdra gilt als von des Vaiśya Hälfte (Nom.; Abl.-Suffix; Part.Pass.)

yaś cātmavikrayaṃ kṛtvā gāḥ krītvā saṃprayacchati; yāvatīḥ sparśayed gā vai tāvat tu phalam aśnute; lomni lomni mahābhāga lokāś cāsyākṣayāḥ smṛtāḥ

Und wer, nachdem er sich selbst verkauft hat, Kühe kauft und sie schenkt – so viele Kühe er [dabei] berühren lässt, so viel Lohn genießt er; für jedes einzelne Haar, du Hochbeglückter, gelten seine Welten als unvergänglich.

Wort für Wort
yaś cātmavikrayaṃ kṛtvā
und wer, nachdem er Selbstverkauf vollzogen hat (Akk.; Ger.)
gāḥ krītvā saṃprayacchati
Kühe gekauft habend, sie gibt (Akk.Pl.; Ger.; 3.Sg.Präs.)
yāvatīḥ sparśayed gā vai
wie viele Kühe er berühren ließe (Akk.Pl.f.; 3.Sg.Opt.Kaus.)
tāvat tu phalam aśnute
so viel Lohn genießt er (Akk.; 3.Sg.Präs.Med.)
lomni lomni mahābhāga
für jedes Haar, Hochbeglückter (Lok.; Vok.)
lokāś cāsyākṣayāḥ smṛtāḥ
und seine Welten gelten als unvergänglich (Nom.Pl.; Part.Pass.)

saṃgrāmeṣv arjayitvā tu yo vai gāḥ saṃprayacchati; ātmavikrayatulyās tāḥ śāśvatā viddhi kauśika

Wer aber Kühe in Kämpfen erworben hat und sie dann schenkt – diese sind dem Selbstverkauf gleich, ewig; das wisse, Kauśika.

Wort für Wort
saṃgrāmeṣv arjayitvā tu
in Kämpfen erworben habend (Lok.Pl.; Ger.Kaus.)
yo vai gāḥ saṃprayacchati
wer die Kühe schenkt (Akk.Pl.; 3.Sg.Präs.)
ātmavikrayatulyās tāḥ
dem Selbstverkauf gleich, diese (Nom.Pl.f.)
śāśvatā viddhi kauśika
ewig wisse, Kauśika (Imp.; Vok.)

alābhe yo gavāṃ dadyāt tiladhenuṃ yatavrataḥ; durgāt sa tārito dhenvā kṣīranadyāṃ pramodate

Wer bei Mangel an Kühen eine Sesamkuh gibt, der Gelübde streng Haltende, der wird von der Kuh aus der Not errettet und freut sich am Strom der Milch.

Wort für Wort
alābhe yo gavāṃ dadyāt
wer bei Nichterlangen von Kühen gibt (Lok.; Gen.Pl.; 3.Sg.Opt.)
tiladhenuṃ yatavrataḥ
eine Sesamkuh, der Gelübdebeherrschte (Akk.; Nom.)
durgāt sa tārito dhenvā
aus der Bedrängnis wird er gerettet durch die Kuh (Abl.; Part.Pass.; Instr.)
kṣīranadyāṃ pramodate
am Milchfluss freut er sich (Lok.; 3.Sg.Präs.Med.)

na tv evāsāṃ dānamātraṃ praśastaṃ; pātraṃ kālo goviśeṣo vidhiś ca; kālajñānaṃ vipra gavāntaraṃ hi; duḥkhaṃ jñātuṃ pāvakādityabhūtam

Nicht allein die bloße Gabe von ihnen ist gepriesen: Empfänger, Zeit, Besonderheit der Kuh und Vorschrift [zählen]. Die Kenntnis der rechten Zeit, Brahmane, und der Unterschied der Kühe sind schwer zu erkennen, [ähnlich] Feuer und Sonne [?].

Wort für Wort
na tv evāsāṃ dānamātraṃ praśastaṃ
nicht allein die bloße Gabe von diesen ist gepriesen (Gen.Pl.f.; Nom.n.)
pātraṃ kālo goviśeṣo vidhiś ca
Empfänger, Zeit, Kuh-Besonderheit und Vorschrift (Nom.)
kālajñānaṃ vipra gavāntaraṃ hi
Zeitkenntnis, Brahmane, und Kuh-Unterschied (Nom.; Vok.)
duḥkhaṃ jñātuṃ
schwer zu erkennen (Nom.n.; Inf.)
pāvakādityabhūtam
feuer- und sonnengleich geworden [?] (Nom.n.)

pāvakādityabhūtam ist unklar; Wiedergabe unsicher.

svādhyāyāḍhyaṃ śuddhayoniṃ praśāntaṃ; vaitānasthaṃ pāpabhīruṃ kṛtajñam; goṣu kṣāntaṃ nātitīkṣṇaṃ śaraṇyaṃ; vṛttiglānaṃ tādṛśaṃ pātram āhuḥ

Reich an Vedastudium, von reiner Herkunft, ruhig, dem Vaitāna-Opferritus ergeben, sündenscheu, dankbar, gegenüber Kühen nachsichtig, nicht allzu scharf, Schutz gewährend, in seinem Lebensunterhalt geschwächt – einen solchen nennen sie einen [geeigneten] Empfänger.

Wort für Wort
svādhyāyāḍhyaṃ śuddhayoniṃ praśāntaṃ
reich an Eigenstudium, reiner Herkunft, ruhig (Akk.Sg.m.)
vaitānasthaṃ pāpabhīruṃ kṛtajñam
beim Vaitāna-Ritus stehend, sündenscheu, dankbar (Akk.)
goṣu kṣāntaṃ nātitīkṣṇaṃ śaraṇyaṃ
gegenüber Kühen geduldig, nicht zu scharf, Zuflucht bietend (Lok.Pl.; Akk.)
vṛttiglānaṃ tādṛśaṃ pātram āhuḥ
im Unterhalt erschöpft, einen solchen nennen sie Empfänger (Akk.; 3.Pl.Perf.)

vṛttiglāne sīdati cātimātraṃ; kṛṣyarthaṃ vā homahetoḥ prasūtyām; gurvarthaṃ vā bālasaṃvṛddhaye vā; dhenuṃ dadyād deśakāle viśiṣṭe

Wer im Unterhalt geschwächt ist und übermäßig leidet, [dem] soll man eine Kuh geben – für Ackerbau oder um des Opfers willen, bei einer Geburt, für den Lehrer oder zum Heranwachsen eines Kindes – an einem ausgezeichneten Ort und zu ausgezeichneter Zeit.

Wort für Wort
vṛttiglāne sīdati cātimātraṃ
dem im Unterhalt Geschwächten, der übermäßig leidet (Dat./Lok.; Part.Präs.)
kṛṣyarthaṃ vā homahetoḥ prasūtyām
für den Ackerbau oder wegen des Opfers, bei der Niederkunft (Akk.; Abl.; Lok.)
gurvarthaṃ vā bālasaṃvṛddhaye vā
für den Lehrer oder zum Wachstum des Kindes (Akk.; Dat.)
dhenuṃ dadyād deśakāle viśiṣṭe
eine Kuh soll man geben an ausgezeichnetem Ort und Zeit (Akk.; 3.Sg.Opt.; Lok.Du.)

Der Empfänger steht im Text nur implizit (Lok. absolut oder Dativ); ergänzt.

antarjātāḥ sukrayajñānalabdhāḥ; prāṇakrītā nirjitāś caukajāś ca; kṛcchrotsṛṣṭāḥ poṣaṇābhyāgatāś ca; dvārair etair goviśeṣāḥ praśastāḥ

Kühe, die im [eigenen] Haus geboren [?], gut gekauft, durch Wissen erlangt, mit dem Leben erkauft, im Kampf gewonnen, im Heim aufgewachsen, aus schwerer Not freigelassen oder zur Aufzucht gekommen sind – auf diesen Wegen [erworbene] Kühe sind besonders gepriesen.

Wort für Wort
antarjātāḥ sukrayajñānalabdhāḥ
im Innern geboren [?], gut gekauft, durch Wissen erworben (Nom.Pl.f.)
prāṇakrītā nirjitāś caukajāś ca
mit Leben erkauft, erobert, und im Heim geboren (Nom.Pl.)
kṛcchrotsṛṣṭāḥ poṣaṇābhyāgatāś ca
aus Not freigegeben und durch Aufzucht hinzugekommen (Nom.Pl.)
dvārair etair goviśeṣāḥ praśastāḥ
durch diese Zugänge sind die besonderen Kühe gepriesen (Instr.Pl.; Nom.Pl.)

antarjāta und okaja sind unsicher.

balānvitāḥ śīlavayopapannāḥ; sarvāḥ praśaṃsanti sugandhavatyaḥ; yathā hi gaṅgā saritāṃ variṣṭhā; tathārjunīnāṃ kapilā variṣṭhā

Kräftige, mit gutem Wesen und [rechtem] Alter versehene, wohlriechende [Kühe] preisen alle. Wie die Gaṅgā die beste unter den Flüssen ist, so ist unter den weißen Kühen die rotbraune die beste.

Wort für Wort
balānvitāḥ śīlavayopapannāḥ
mit Kraft versehen, mit Wesen und Alter ausgestattet (Nom.Pl.f.)
sarvāḥ praśaṃsanti sugandhavatyaḥ
alle preisen die Wohlriechenden (Akk.Pl.f.; 3.Pl.Präs.; Nom./Akk.Pl.)
yathā hi gaṅgā saritāṃ variṣṭhā
wie die Gaṅgā unter den Flüssen die beste (Gen.Pl.; Nom.)
tathārjunīnāṃ kapilā variṣṭhā
so unter den weißen [Kühen] die rotbraune Kapilā die beste (Gen.Pl.f.; Nom.)

Die Konstruktion von sarvāḥ praśaṃsanti ist etwas frei; sarvāḥ ist als Objekt gefasst.

tisro rātrīs tv adbhir upoṣya bhūmau; tṛptā gāvas tarpitebhyaḥ pradeyāḥ; vatsaiḥ puṣṭaiḥ kṣīrapaiḥ supracārās; tryahaṃ dattvā gorasair vartitavyam

Drei Nächte soll man auf der Erde, nur mit Wasser, gefastet haben; gesättigte Kühe sind den Gesättigten zu geben, mit kräftigen, milchtrinkenden Kälbern, gut weidend; drei Tage nach dem Geben soll man von Kuhprodukten leben.

Wort für Wort
tisro rātrīs tv adbhir upoṣya bhūmau
drei Nächte mit Wasser gefastet habend, auf der Erde (Akk.Pl.; Instr.Pl.; Ger.; Lok.)
tṛptā gāvas tarpitebhyaḥ pradeyāḥ
satte Kühe sind den Gesättigten zu geben (Nom.Pl.; Dat.Pl.; Gerundiv)
vatsaiḥ puṣṭaiḥ kṣīrapaiḥ supracārās
mit kräftigen, milchtrinkenden Kälbern, gut weidend (Instr.Pl.; Nom.Pl.)
tryahaṃ dattvā gorasair vartitavyam
drei Tage, nach dem Geben, von Kuhprodukten ist zu leben (Akk.; Ger.; Instr.Pl.; Gerundiv)

dattvā dhenuṃ suvratāṃ sādhuvatsāṃ; kalyāṇavṛttām apalāyinīṃ ca; yāvanti lomāni bhavanti tasyās; tāvanti varṣāṇi vasaty amutra

Wer eine Kuh mit gutem Gelübde, mit gutem Kalb, von gutem Wandel und nicht fortlaufend gegeben hat – so viele Haare sie hat, so viele Jahre weilt er im Jenseits.

Wort für Wort
dattvā dhenuṃ suvratāṃ sādhuvatsāṃ
nachdem er eine Kuh gegeben hat, gut im Gelübde, mit gutem Kalb (Ger.; Akk.f.)
kalyāṇavṛttām apalāyinīṃ ca
von heilsamem Wandel und nicht davonlaufend (Akk.f.)
yāvanti lomāni bhavanti tasyās
so viele Haare, wie sie hat (Nom.Pl.; Gen.f.)
tāvanti varṣāṇi vasaty amutra
so viele Jahre weilt er drüben (Akk.Pl.; 3.Sg.Präs.; Adv.)

tathānaḍvāhaṃ brāhmaṇāyātha dhuryaṃ; dattvā yuvānaṃ balinaṃ vinītam; halasya voḍhāram anantavīryaṃ; prāpnoti lokān daśadhenudasya

Ebenso: Wer einem Brāhmaṇa einen Zugstier gibt, jung, kräftig, gezähmt, den Pflug ziehend, von unendlicher Stärke, der erlangt die Welten des Zehn-Kühe-Gebers.

Wort für Wort
tathānaḍvāhaṃ brāhmaṇāyātha dhuryaṃ
ebenso einen Stier dem Brāhmaṇa, einen Zugtier (Akk.; Dat.)
dattvā yuvānaṃ balinaṃ vinītam
gegeben habend, jung, stark, gezähmt (Ger.; Akk.)
halasya voḍhāram anantavīryaṃ
den Pflug-Zieher, von unendlicher Kraft (Gen.; Akk.)
prāpnoti lokān daśadhenudasya
erlangt die Welten des Zehn-Kühe-Gebers (3.Sg.Präs.; Akk.Pl.; Gen.)

kāntāre brāhmaṇān gāś ca yaḥ paritrāti kauśika; kṣemeṇa ca vimucyeta tasya puṇyaphalaṃ śṛṇu

Wer in der Wildnis Brāhmaṇas und Kühe rettet, Kauśika, und [dadurch] in Sicherheit befreit wird – vernimm dessen Verdienstlohn.

Wort für Wort
kāntāre brāhmaṇān gāś ca
in der Wildnis Brāhmaṇas und Kühe (Lok.; Akk.Pl.)
yaḥ paritrāti kauśika
wer rettet, Kauśika (3.Sg.Präs.; Vok.)
kṣemeṇa ca vimucyeta
und in Sicherheit befreit würde (Instr.; 3.Sg.Opt.Pass.)
tasya puṇyaphalaṃ śṛṇu
dessen Verdienstlohn höre (Gen.; Akk.; Imp.)

kāntāraṃ yaḥ prapannas tu gāṃ dvijāya prayacchati; kṣemeṇa pratimucyeta tam adhvānaṃ na saṃśayaḥ; yānapātraṃ samārohan yaś ca gāṃ saṃprayacchati; tīrtvā samudraṃ kṣemeṇa pratyāyāti gṛhaṃ gṛhī

Wer in eine Wildnis geraten einem Zweimalgeborenen eine Kuh gibt, wird ohne Zweifel aus jenem Weg sicher befreit; und wer ein Schiff besteigend eine Kuh gibt, kehrt, nachdem er das Meer glücklich überquert hat, als Hausherr heim.

Wort für Wort
kāntāraṃ yaḥ prapannas tu
wer in die Wildnis geraten ist (Akk.; Part.Pass.)
gāṃ dvijāya prayacchati
eine Kuh dem Zweimalgeborenen gibt (Akk.; Dat.; 3.Sg.Präs.)
kṣemeṇa pratimucyeta tam adhvānaṃ na saṃśayaḥ
in Sicherheit wird er von jenem Weg befreit, kein Zweifel (Instr.; Opt.Pass.; Akk.; Nom.)
yānapātraṃ samārohan yaś ca gāṃ saṃprayacchati
und wer, das Schiff besteigend, eine Kuh gibt (Akk.; Part.Präs.)
tīrtvā samudraṃ kṣemeṇa
nachdem er das Meer überquert hat, wohlbehalten (Ger.; Akk.; Instr.)
pratyāyāti gṛhaṃ gṛhī
kehrt heim ins Haus, der Hausherr (3.Sg.Präs.; Akk.; Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). kṣemeṇa ... tam adhvānam: Der Akkusativ des Weges ist bei pratimucyeta ungewöhnlich (Text so gegeben).

mṛtyukāle sahasrākṣa yaś ca gāṃ saṃprayacchati; mṛtyuṃ sukhaṃ sa labhate lokāṃś cāpnoty anuttamān; kṣatriyo yaś ca vai kaś cid yātrākāle prayacchati; gobhiś ca samanudhyāto jitvā śatrūn mahīyate; yaḥ kaś cit karma yat kiṃ cit kartum ārabhate nṛṣu; gāvo dattvā sa tat sarvaṃ sukhopāyena vindati; yaṃ yaṃ kāmaṃ samuddiśya gāṃ dvijāya prayacchati; tasya saṃpatsyate kāmaḥ paratra ca śubhāṃ gatim

Wer zur Todesstunde, Tausendäugiger, eine Kuh gibt, erlangt einen leichten Tod und unübertroffene Welten. Der Kṣatriya, der zur Zeit des Auszugs [eine Kuh] gibt, wird von den Kühen bedacht, besiegt die Feinde und wird geehrt. Was auch immer ein Mensch unter den Menschen zu tun beginnt, das alles erreicht er, nachdem er Kühe gegeben hat, auf leichtem Weg. Auf welchen Wunsch hin auch immer er einem Zweimalgeborenen eine Kuh gibt, dessen Wunsch erfüllt sich, und im Jenseits [wird ihm] ein glückliches Ziel.

Wort für Wort
mṛtyukāle sahasrākṣa yaś ca gāṃ saṃprayacchati
zur Todeszeit, Tausendäugiger, und wer eine Kuh gibt (Lok.; Vok.; Akk.)
mṛtyuṃ sukhaṃ sa labhate lokāṃś cāpy anuttamān
leichten Tod erlangt er und unübertroffene Welten (Akk.; Adv.; 3.Sg.Präs.Med.; Akk.Pl.)
kṣatriyo yaś ca vai kaś cid yātrākāle prayacchati
und ein Kṣatriya, der zur Zeit des Aufbruchs gibt (Nom.; Lok.)
gobhiś ca samanudhyāto jitvā śatrūn mahīyate
von den Kühen bedacht, besiegt er Feinde und wird geehrt (Part.Pass.; Ger.; Akk.Pl.; 3.Sg.Präs.Pass.)
yaḥ kaś cit karma yat kiṃ cit kartum ārabhate nṛṣu
wer unter Menschen irgendein Werk zu tun beginnt (Inf.; 3.Sg.Präs.Med.; Lok.Pl.)
gāvo dattvā sa tat sarvaṃ sukhopāyena vindati
Kühe gegeben habend, das alles findet er auf leichtem Weg (Ger.; Instr.)
yaṃ yaṃ kāmaṃ samuddiśya gāṃ dvijāya prayacchati
auf welchen Wunsch hin er einem Zweimalgeborenen eine Kuh gibt (Akk.; Ger.)
tasya saṃpatsyate kāmaḥ paratra ca śubhāṃ gatim
dessen Wunsch erfüllt sich, und im Jenseits ein heilvolles Ziel (Fut.; Nom.; Akk.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Im letzten Pāda fehlt das Verb für 'gatim'; 'wird ihm' ergänzt.

aśvamedhakratos tulyaṃ phalaṃ bhavati śāśvatam

Dem Aśvamedha-Opfer gleich ist der Lohn, ewig.

Wort für Wort
aśvamedhakratos tulyaṃ
dem Aśvamedha-Opfer gleich (Gen.; Nom.n.)
phalaṃ bhavati śāśvatam
der Lohn ist, ewig (Nom.; 3.Sg.Präs.)

Halbvers, gehört syntaktisch an 072.044ab (nach den Sternpassagen) zurück.

mṛtyukāle sahasrākṣa yāṃ vṛttim anukāṅkṣate; lokān bahuvidhān divyān yad vāsya hṛdi vartate

Zur Todesstunde, Tausendäugiger, welche Lebensweise er ersehnt, viele Arten himmlischer Welten oder was immer in seinem Herzen ist -

Wort für Wort
mṛtyukāle sahasrākṣa
zur Todeszeit, Tausendäugiger (Lok.; Vok.)
yāṃ vṛttim anukāṅkṣate
welche Lebensweise er ersehnt (Akk.; 3.Sg.Präs.Med.)
lokān bahuvidhān divyān
Welten, vielfältige, himmlische (Akk.Pl.)
yad vāsya hṛdi vartate
oder was in seinem Herzen ist (Nom.n.; Lok.; 3.Sg.Präs.Med.)

tat sarvaṃ samavāpnoti karmaṇā tena mānavaḥ; gobhiś ca samanujñātaḥ sarvatra sa mahīyate

all das erlangt der Mensch durch diese Tat; und von den Kühen gebilligt wird er überall geehrt.

Wort für Wort
tat sarvaṃ samavāpnoti
all das erlangt er (Akk.; 3.Sg.Präs.)
karmaṇā tena mānavaḥ
durch dieses Werk der Mensch (Instr.; Nom.)
gobhiś ca samanujñātaḥ
und von den Kühen gebilligt (Instr.Pl.; Part.Pass.)
sarvatra sa mahīyate
überall wird er geehrt (Adv.; 3.Sg.Präs.Pass.)

yas tv etenaiva vidhinā gāṃ vaneṣv anugacchati; tṛṇagomayaparṇāśī niḥspṛho niyataḥ śuciḥ

Wer aber nach eben dieser Regel im Wald einer Kuh folgt, sich von Gras, Kuhdung und Blättern nährt, begierdelos, beherrscht und rein ist,

Wort für Wort
yas tv etenaiva vidhinā
wer aber nach eben dieser Regel (Instr.)
gāṃ vaneṣv anugacchati
einer Kuh in den Wäldern folgt (Akk.; Lok.Pl.; 3.Sg.Präs.)
tṛṇagomayaparṇāśī
Gras, Kuhdung und Blätter essend (Nom.Sg.)
niḥspṛho niyataḥ śuciḥ
begierdelos, beherrscht, rein (Nom.)

akāmaṃ tena vastavyaṃ muditena śatakrato; mama loke suraiḥ sārdhaṃ loke yatrāpi cecchati

der soll ohne Begehren [?], froh, Śatakratu, in meiner Welt bei den Göttern weilen, oder auch in der Welt, wo immer er will.

Wort für Wort
akāmaṃ tena vastavyaṃ
ohne Begehren [?] ist von ihm zu weilen (Adv.; Instr.; Gerundiv)
muditena śatakrato
von ihm, dem Frohen, Śatakratu (Instr.; Vok.)
mama loke suraiḥ sārdhaṃ
in meiner Welt zusammen mit den Göttern (Lok.; Instr.Pl.)
loke yatrāpi cecchati
oder in der Welt, wo er auch will (Lok.; 3.Sg.Präs.)

akāmam ist hier unsicher (wunschlos oder 'nach Belieben').

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