Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 36: śakraśambarasaṃvādaḥ brāhmaṇapūjā ca Das Gespräch zwischen Śakra und Śambara: Warum man die Brahmanen ehren soll

Bhīṣma erzählt eine alte Geschichte: Der Asura Śambara nennt Indra (in Asketengestalt) den Grund seiner Überlegenheit, nämlich die Verehrung der Brahmanen und das Hören ihrer Lehre. Śambara beruft sich dabei auf seinen Vater und dessen Gespräch mit dem Mond (Soma); Indra ehrt daraufhin die Brahmanen und erlangt die Indra-Würde.

bhīṣma uvāca; atrāpy udāharantīmam itihāsaṃ purātanam; śakraśambarasaṃvādaṃ tan nibodha yudhiṣṭhira

Bhīṣma sprach: „Hierzu erzählt man diese alte Geschichte, das Gespräch zwischen Śakra und Śambara; das vernimm, Yudhiṣṭhira.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
atra api udāharanti imam itihāsaṃ purātanam
hierzu auch erzählt man diese alte Geschichte (3.Pl.Präs.; Akk.Sg.)
śakraśambarasaṃvādaṃ tat nibodha
das Gespräch zwischen Śakra und Śambara, das vernimm (Akk.Sg.; Imp.2.Sg.)
yudhiṣṭhira
Yudhiṣṭhira (Vok.)

śakro hy ajñātarūpeṇa jaṭī bhūtvā rajoruṇaḥ; virūpaṃ rūpam āsthāya praśnaṃ papraccha śambaram

Śakra nämlich, in unerkannter Gestalt zu einem Asketen mit Filzlocken geworden, staubrot [gefärbt], nahm eine unansehnliche Gestalt an und stellte Śambara eine Frage.

Wort für Wort
śakraḥ hi ajñātarūpeṇa
Śakra nämlich, in unerkannter Gestalt (Nom.Sg.; Instr.Sg.)
jaṭī bhūtvā rajoruṇaḥ
zum Locken-Asketen geworden, staubrot (Abs.; Nom.Sg.)
virūpaṃ rūpam āsthāya
eine unansehnliche Gestalt angenommen habend (Akk.Sg.; Abs.)
praśnaṃ papraccha śambaram
fragte eine Frage den Śambara (Akk.Sg.; Perf.3.Sg.)

kena śambara vṛttena svajātyān adhitiṣṭhasi; śreṣṭhaṃ tvāṃ kena manyante tan me prabrūhi pṛcchataḥ

„Durch welches Verhalten, Śambara, überragst du die Deinesgleichen? Wodurch halten sie dich für den Besten? Das sage mir, dem Fragenden.“

Wort für Wort
kena śambara vṛttena
durch welches Verhalten, Śambara (Instr.Sg.; Vok.)
svajātyān adhitiṣṭhasi
überragst du die Deinesgleichen (Akk.Pl.; 2.Sg.Präs.)
śreṣṭhaṃ tvāṃ kena manyante
als den Besten dich, wodurch halten sie [dich] (Akk.Sg.; 3.Pl.Präs.)
tat me prabrūhi pṛcchataḥ
das sage mir, dem Fragenden (Imp.2.Sg.; Gen./Dat.Sg.Part.)

svajātyān wörtlich „die von eigener Art/Herkunft“.

śambara uvāca; nāsūyāmi sadā viprān brahmāṇaṃ ca pitāmaham; śāstrāṇi vadato viprān saṃmanyāmi yathāsukham

Śambara sprach: „Ich hege nie Groll gegen die Brahmanen und gegen Brahmā, den Ahnherrn. Wenn die Brahmanen die Lehrschriften vortragen, achte ich sie nach Herzenslust.“

Wort für Wort
śambaraḥ uvāca
Śambara sprach (Perf.)
na asūyāmi sadā viprān
ich grolle nicht, je, den Brahmanen (1.Sg.Präs.; Akk.Pl.)
brahmāṇaṃ ca pitāmaham
und Brahmā, dem Ahnherrn (Akk.Sg.)
śāstrāṇi vadataḥ viprān
die Lehrschriften vortragende Brahmanen (Akk.Pl.; Part.Präs.Akk.Pl.)
saṃmanyāmi yathāsukham
ich achte [sie] nach Behagen (1.Sg.Präs.; Adv.)

yathāsukham eher „ganz nach Behagen“, d. h. bereitwillig und gern.

śrutvā ca nāvajānāmi nāparādhyāmi karhi cit; abhyarcyān anupṛcchāmi pādau gṛhṇāmi dhīmatām

„Und nachdem ich gehört habe, missachte ich [sie] nicht und vergehe mich nie [an ihnen]; die Verehrungswürdigen befrage ich, die Füße der Weisen umfasse ich.“

Wort für Wort
śrutvā ca na avajānāmi
und gehört habend, verachte ich nicht (Abs.; 1.Sg.Präs.)
na aparādhyāmi karhi cit
ich vergehe mich nie (1.Sg.Präs.)
abhyarcyān anupṛcchāmi
die Verehrungswürdigen befrage ich (Akk.Pl.; 1.Sg.Präs.)
pādau gṛhṇāmi dhīmatām
die Füße fasse ich der Weisen (Akk.Du.; 1.Sg.Präs.; Gen.Pl.)

te viśrabdhāḥ prabhāṣante saṃyacchanti ca māṃ sadā; pramatteṣv apramatto 'smi sadā supteṣu jāgṛmi

„Sie sprechen zutraulich zu mir und unterweisen mich stets [und halten mich in Zucht]. Unter den Nachlässigen bin ich achtsam, unter den Schlafenden wache ich stets.“

Wort für Wort
te viśrabdhāḥ prabhāṣante
sie, vertrauensvoll, sprechen (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.)
saṃyacchanti ca māṃ sadā
und lenken/unterweisen mich stets (3.Pl.Präs.; Akk.Sg.)
pramatteṣu apramattaḥ asmi
unter den Nachlässigen achtsam bin ich (Lok.Pl.; Nom.Sg.; 1.Sg.Präs.)
sadā supteṣu jāgṛmi
stets unter den Schlafenden wache ich (Lok.Pl.; 1.Sg.Präs.)

saṃyacchanti: „lenken, zügeln, [unterweisend] lenken“; die Bedeutung ist hier nicht ganz sicher [?].

te mā śāstrapathe yuktaṃ brahmaṇyam anasūyakam; samāsiñcanti śāstāraḥ kṣaudraṃ madhv iva makṣikāḥ

„Diese Lehrer [träufeln] mir, der ich auf dem Pfad der Lehrschrift [beständig] bin, den Brahmanen gewogen und ohne Groll, [ihre Unterweisung] ein, wie Bienen Honig.“

Wort für Wort
te mā śāstrapathe yuktam
sie mich, auf dem Pfad der Lehrschrift beständig (Nom.Pl.; Akk.Sg.; Lok.Sg.; Part.Akk.Sg.)
brahmaṇyam anasūyakam
den Brahmanen Ergebenen, Grollfreien (Akk.Sg.)
samāsiñcanti śāstāraḥ
beträufeln [mich], die Lehrer (3.Pl.Präs.; Nom.Pl.)
kṣaudraṃ madhu iva makṣikāḥ
Honig gleichsam die Bienen (Akk.Sg.; Nom.Pl.)

samāsiñcanti wörtlich „begießen/beträufeln“; das Objekt (Unterweisung) ist ergänzt.

yac ca bhāṣanti te tuṣṭās tat tad gṛhṇāmi medhayā; samādhim ātmano nityam anulomam acintayan

„Und was sie, erfreut, sagen, das und jenes fasse ich mit dem Verstand auf, wobei ich meine eigene Geistessammlung stets als gefügig [ansehe und] nicht [darüber] grüble.“

Wort für Wort
yat ca bhāṣanti te tuṣṭāḥ
und was sie sagen, zufrieden (Rel.Akk.; 3.Pl.Präs.; Nom.Pl.)
tat tat gṛhṇāmi medhayā
das jeweils fasse ich auf mit Verstand (1.Sg.Präs.; Instr.Sg.)
samādhim ātmanaḥ nityam
die Sammlung des Selbst, stets (Akk.Sg.; Gen.Sg.)
anulomam acintayan
als gefügig, nicht grübelnd (Akk.Sg.; Part.Präs.Nom.Sg. mit a-)

Zweite Vershälfte (samādhim ātmano nityam anulomam acintayan) syntaktisch dunkel; die Wiedergabe ist unsicher [?].

so 'haṃ vāgagrasṛṣṭānāṃ rasānām avalehakaḥ; svajātyān adhitiṣṭhāmi nakṣatrāṇīva candramāḥ

„So bin ich einer, der die von der Spitze der Rede [der Brahmanen] ausgegangenen Säfte aufleckt; ich überrage die Meinesgleichen, wie der Mond die Sterne.“

Wort für Wort
saḥ aham vāgagrasṛṣṭānām
der ich, der von der Rede-Spitze entlassenen (Nom.Sg.; Gen.Pl.)
rasānām avalehakaḥ
der Säfte Auflecker (Gen.Pl.; Nom.Sg.)
svajātyān adhitiṣṭhāmi
die Meinesgleichen überrage ich (Akk.Pl.; 1.Sg.Präs.)
nakṣatrāṇi iva candramāḥ
die Sterne wie der Mond (Akk.Pl.; Nom.Sg.)

vāgagrasṛṣṭānām: „von der Spitze/dem Anfang der Rede entlassen“, ein Wortsaft von der Zungenspitze.

etat pṛthivyām amṛtam etac cakṣur anuttamam; yad brāhmaṇamukhāc chāstram iha śrutvā pravartate

„Dies ist auf Erden der Nektar, dies das unübertreffliche Auge: dass die Lehre, aus dem Munde eines Brahmanen gehört, hier zur Wirkung kommt.“

Wort für Wort
etat pṛthivyām amṛtam
dies auf Erden Nektar (Nom.Sg.n.; Lok.Sg.)
etat cakṣuḥ anuttamam
dies das Auge, unübertroffen (Nom.Sg.n.)
yat brāhmaṇamukhāt śāstram
dass vom Mund eines Brahmanen die Lehre (Konj.; Abl.Sg.; Nom.Sg.)
iha śrutvā pravartate
hier gehört, in Gang kommt (Abs.; 3.Sg.Präs.Med.)

etat kāraṇam ājñāya dṛṣṭvā devāsuraṃ purā; yuddhaṃ pitā me hṛṣṭātmā vismitaḥ pratyapadyata

„Diese Ursache erkennend, [handelte] mein Vater, als er einst den Krieg der Götter und Asuras sah, freudigen Herzens und staunend, [danach].“

Wort für Wort
etat kāraṇam ājñāya
diesen Grund erkannt habend (Akk.Sg.; Abs.)
dṛṣṭvā devāsuraṃ purā yuddham
gesehen habend den Götter-Asura-Krieg einst (Abs.; Akk.Sg.; Adv.)
pitā me hṛṣṭātmā
mein Vater, freudigen Herzens (Nom.Sg.; Gen./Dat.Sg.)
vismitaḥ pratyapadyata
erstaunt, nahm es an / hielt sich daran (Part.Nom.Sg.; Impf.3.Sg.Med.)

pratyapadyata (Impf. Med. von prati-pad) hier nur sinngemäß „hielt sich daran / nahm es an“ [?]; der Text ist knapp.

dṛṣṭvā ca brāhmaṇānāṃ tu mahimānaṃ mahātmanām; paryapṛcchat katham ime siddhā iti niśākaram

Und als er die Größe der hochgesinnten Brahmanen sah, fragte er den Nachtschaffer [Soma, den Mond]: „Wie sind diese zu Vollendeten geworden?“

Wort für Wort
dṛṣṭvā ca brāhmaṇānām tu
und gesehen habend, der Brahmanen (Abs.; Gen.Pl.)
mahimānaṃ mahātmanām
die Größe der Hochgesinnten (Akk.Sg.; Gen.Pl.)
paryapṛcchat katham ime siddhāḥ
fragte: wie diese Vollendete [wurden] (Impf.3.Sg.; Nom.Pl.)
iti niśākaram
so den Nachtschaffer (Zitatpartikel; Akk.Sg.)

sa pṛṣṭas tān uvācedaṃ siddhāṃs tatra niśākaraḥ

Der Nachtschaffer, so befragt, sagte dort zu jenen Vollendeten dies:

Wort für Wort
saḥ pṛṣṭaḥ
er, befragt (Nom.Sg.; Part.Pass.)
tān uvāca idam
zu ihnen sprach dies (Akk.Pl.; Perf.3.Sg.)
siddhān tatra
den Vollendeten dort (Akk.Pl.; Adv.)
niśākaraḥ
der Nachtschaffer (Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nicht in allen Handschriften).

soma uvāca; brāhmaṇās tapasā sarve sidhyante vāgbalāḥ sadā; bhujavīryā hi rājāno vāgastrāś ca dvijātayaḥ

Soma sprach: „Die Brahmanen werden alle durch Askese vollendet, stets ist das Wort ihre Kraft; der Könige Stärke ist die Kraft des Armes, die Zweimalgeborenen aber haben das Wort als Waffe.“

Wort für Wort
soma uvāca
Soma sprach (Perf.)
brāhmaṇāḥ tapasā sarve sidhyante
die Brahmanen durch Askese alle werden vollendet (Nom.Pl.; Instr.Sg.; 3.Pl.Präs.Pass.)
vāgbalāḥ sadā
Wortkraft [habend], stets (Nom.Pl.)
bhujavīryāḥ hi rājānaḥ
Armes-Stärke [haben] ja die Könige (Nom.Pl.)
vāgastrāḥ ca dvijātayaḥ
und Wortwaffen [haben] die Zweimalgeborenen (Nom.Pl.)

pravasan vāpy adhīyīta bahvīr durvasatīr vasan; nirmanyur api nirmāno yatiḥ syāt samadarśanaḥ

„Auch in der Fremde weilend soll er studieren, in vielen schlechten Wohnstätten wohnend; ohne Zorn und ohne Dünkel soll der Bezähmte sein, gleichmütig blickend.“

Wort für Wort
pravasan vā api adhīyīta
in der Fremde weilend auch soll er studieren (Part.Präs.; Opt.3.Sg.Med.)
bahvīḥ durvasatīḥ vasan
viele üble Wohnstätten bewohnend (Akk.Pl.; Part.Präs.)
nirmanyuḥ api nirmānaḥ
zornlos auch, ohne Dünkel (Nom.Sg.)
yatiḥ syāt samadarśanaḥ
der Bezähmte sei, gleichmütig blickend (Nom.Sg.; Opt.3.Sg.)

Sinn von pravasan „in der Fremde weilend“ (fern vom Elternhaus); yati hier wohl allgemein „der Zügler seiner selbst“.

api cej jātisaṃpannaḥ sarvān vedān pitur gṛhe; ślāghamāna ivādhīyed grāmya ity eva taṃ viduḥ

„Selbst wenn er von edler Geburt ist und alle Veden im Haus des Vaters [studiert], dabei aber wie ein Prahler studiert, so kennt man ihn nur als ‚Dörfler‘.“

Wort für Wort
api cet jātisaṃpannaḥ
selbst wenn von Geburt ausgestattet (Nom.Sg.)
sarvān vedān pituḥ gṛhe
alle Veden im Haus des Vaters (Akk.Pl.; Gen.Sg.; Lok.Sg.)
ślāghamānaḥ iva adhīyīta
gleichsam prahlend soll er studieren [= studiert er] (Part.Präs.Med.; Opt.3.Sg.Med.)
grāmyaḥ iti eva tam viduḥ
„Dörfler“, so nur ihn kennen [sie] (Nom.Sg.; Akk.Sg.; 3.Pl.Perf.)

grāmya: „dörflich, gewöhnlich, ungebildet“.

bhūmir etau nigirati sarpo bilaśayān iva; rājānaṃ cāpy ayoddhāraṃ brāhmaṇaṃ cāpravāsinam

„Die Erde verschlingt diese beiden, wie die Schlange die in Höhlen Liegenden: den König, der nicht kämpft, und den Brahmanen, der nicht in die Fremde zieht.“

Wort für Wort
bhūmiḥ etau nigirati
die Erde diese beiden verschlingt (Nom.Sg.; Akk.Du.; 3.Sg.Präs.)
sarpaḥ bilaśayān iva
die Schlange die in Höhlen Liegenden gleichsam (Nom.Sg.; Akk.Pl.)
rājānaṃ ca api ayoddhāram
den König, den nicht Kämpfenden (Akk.Sg.)
brāhmaṇaṃ ca apravāsinam
und den Brahmanen, den nicht in der Fremde Weilenden (Akk.Sg.)

atimānaḥ śriyaṃ hanti puruṣasyālpamedhasaḥ; garbheṇa duṣyate kanyā gṛhavāsena ca dvijaḥ

„Übermäßiger Stolz zerstört das Glück eines Mannes von geringem Verstand; durch die Schwangerschaft wird das Mädchen verdorben und der Zweimalgeborene durch das Wohnen im [eigenen] Haus.“

Wort für Wort
atimānaḥ śriyaṃ hanti
übermäßiger Stolz das Glück zerstört (Nom.Sg.; Akk.Sg.; 3.Sg.Präs.)
puruṣasya alpamedhasaḥ
eines Mannes von geringem Verstand (Gen.Sg.)
garbheṇa duṣyate kanyā
durch die Leibesfrucht wird verdorben das Mädchen (Instr.Sg.; 3.Sg.Pass.; Nom.Sg.)
gṛhavāsena ca dvijaḥ
und durch Hauswohnen der Zweimalgeborene (Instr.Sg.; Nom.Sg.)

vidyāvido lokavidas tapodamasamanvitāḥ; nityaṃ pūjyāś ca vandyāś ca dvijā lokadvayecchubhiḥ

„Die Wissenskundigen, Weltkundigen, mit Askese und Selbstbezähmung Begabten: die Zweimalgeborenen sind stets zu ehren und zu grüßen von denen, die [Gutes für] beide Welten wünschen.“

Wort für Wort
vidyāvidaḥ lokavidaḥ
Wissenskundige, Weltkundige (Nom.Pl.)
tapodamasamanvitāḥ
mit Askese und Selbstbezähmung begabt (Nom.Pl.)
nityaṃ pūjyāḥ ca vandyāḥ ca
stets zu ehren und zu grüßen (Adv.; Gerundiv Nom.Pl.)
dvijāḥ lokadvayecchubhiḥ
die Zweimalgeborenen, von den Beide-Welten-Wünschenden (Nom.Pl.; Instr.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nicht in allen Handschriften).

ity etan me pitā śrutvā somād adbhutadarśanāt; brāhmaṇān pūjayām āsa tathaivāhaṃ mahāvratān

„Dies hörte mein Vater von Soma, dem wunderbar Anzusehenden, und ehrte die Brahmanen; ebenso [ehre] ich die [Brahmanen] von großen Gelübden.“

Wort für Wort
iti etat me pitā śrutvā
so dies, mein Vater gehört habend (Abs.; Nom.Sg.)
somāt adbhutadarśanāt
von Soma, dem wunderbar Aussehenden (Abl.Sg.)
brāhmaṇān pūjayām āsa
die Brahmanen ehrte (Akk.Pl.; Perf.periphr.)
tathā eva aham mahāvratān
ebenso ich [ehre] die mit großen Gelübden (Nom.Sg.; Akk.Pl.)

bhīṣma uvāca; śrutvaitad vacanaṃ śakro dānavendramukhāc cyutam; dvijān saṃpūjayām āsa mahendratvam avāpa ca

Bhīṣma sprach: „Als Śakra diese Rede vernommen hatte, die aus dem Mund des Herrn der Dānavas gekommen war, ehrte er die Zweimalgeborenen und erlangte das große Indra-Amt.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
śrutvā etat vacanaṃ śakraḥ
gehört habend diese Rede, Śakra (Abs.; Akk.Sg.; Nom.Sg.)
dānavendramukhāt cyutam
aus dem Mund des Dānava-Herrn gefallen (Abl.Sg.; Part.Akk.Sg.)
dvijān saṃpūjayām āsa
die Zweimalgeborenen ehrte (Akk.Pl.; Perf.periphr.)
mahendratvam avāpa ca
und das Großindra-tum erlangte (Akk.Sg.; Perf.3.Sg.)

mahendratva: „Großindra-Stellung“, die Würde des Indra.

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