Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 115: ahiṃsālakṣaṇadharma-māṃsabhakṣaṇadoṣāḥ Die vierfache Gewaltlosigkeit und die Fehler des Fleischessens

Yudhiṣṭhira fragt, wie man bei Gewalt in Tat, Wort und Geist dem Leid entgeht; Bhīṣma legt die Gewaltlosigkeit als vierfach dar und beginnt die Lehre vom Verzicht auf Fleisch. Das Kapitel enthält mehrere Zusatzpassagen (Sternverse) und einige syntaktisch unklare Stellen.

vaiśaṃpāyana uvāca; tato yudhiṣṭhiro rājā śaratalpe pitāmaham; punar eva mahātejāḥ papraccha vadatāṃ varam

Vaiśaṃpāyana sprach: Darauf befragte König Yudhiṣṭhira, der überaus Glanzvolle, den Großvater auf dem Pfeillager abermals, den Besten unter den Redenden.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
tato yudhiṣṭhiro rājā
darauf König Yudhiṣṭhira (Nom.Sg.)
śaratalpe pitāmaham
den Großvater auf dem Pfeillager (Lok./Akk.Sg.)
punar eva mahātejāḥ
abermals, der hochstrahlende (Nom.Sg.)
papraccha vadatāṃ varam
fragte (3.Sg.Perf.), den Besten der Redenden (Akk./Gen.Pl.)

ṛṣayo brāhmaṇā devāḥ praśaṃsanti mahāmate; ahiṃsālakṣaṇaṃ dharmaṃ vedaprāmāṇyadarśanāt

„Seher, Brahmanen und Götter preisen, o Hochsinniger, die Pflicht, die die Gewaltlosigkeit zum Kennzeichen hat, weil sie die Autorität des Veda [darin] erblicken.“

Wort für Wort
ṛṣayo brāhmaṇā devāḥ
Seher, Brahmanen, Götter (Nom.Pl.)
praśaṃsanti mahāmate
preisen (3.Pl.Präs.), o Hochsinniger (Vok.Sg.)
ahiṃsālakṣaṇaṃ dharmam
die Pflicht mit der Gewaltlosigkeit als Kennzeichen (Akk.Sg., Kompositum)
vedaprāmāṇyadarśanāt
wegen des Erblickens der Veda-Autorität (Abl.Sg., Kompositum)

karmaṇā manujaḥ kurvan hiṃsāṃ pārthivasattama; vācā ca manasā caiva kathaṃ duḥkhāt pramucyate

Wie wird ein Mensch, der durch Tat, o Bester der Erdherrscher, sowie durch Wort und durch Geist Gewalt verübt, vom Leid befreit?

Wort für Wort
karmaṇā manujaḥ kurvan
durch Tat der Mensch, ausübend (Instr./Nom.Sg., Part.Präs.)
hiṃsāṃ pārthivasattama
Gewalt, o Bester der Erdherrscher (Akk./Vok.Sg.)
vācā ca manasā caiva
durch Wort und durch Geist (Instr.Sg.)
kathaṃ duḥkhāt pramucyate
wie wird er vom Leid befreit (Abl.Sg.; 3.Sg.Pass.Präs.)

Der Satz ist verkürzt; gefragt ist, wie der Gewalt Übende dem Leid als Folge entgeht.

bhīṣma uvāca; caturvidheyaṃ nirdiṣṭā ahiṃsā brahmavādibhiḥ; eṣaikato 'pi vibhraṣṭā na bhavaty arisūdana

Bhīṣma sprach: Vierfach ist diese Gewaltlosigkeit von den Brahman-Kundigen bestimmt worden; fällt sie auch nur in einem [Glied] weg, so besteht sie nicht, o Feindebezwinger.

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
caturvidheyaṃ nirdiṣṭā
vierfach diese bestimmt (Nom.Sg.f., Part.Pass.)
ahiṃsā brahmavādibhiḥ
die Gewaltlosigkeit von den Brahman-Kundigen (Nom.Sg./Instr.Pl.)
eṣaikato 'pi vibhraṣṭā
diese, schon in einem [Glied] abgefallen (Nom.Sg.f., Part.Pass.)
na bhavaty arisūdana
besteht nicht (3.Sg.Präs.), o Feindebezwinger (Vok.Sg.)

yathā sarvaś catuṣpādas tribhiḥ pādair na tiṣṭhati; tathaiveyaṃ mahīpāla procyate kāraṇais tribhiḥ

Wie kein Vierfüßler auf drei Füßen steht, so wird auch sie, o Erdhüter, mit [nur] drei Gründen genannt [und steht dann nicht] [?].

Wort für Wort
yathā sarvaś catuṣpādaḥ
wie jeder Vierfüßler (Nom.Sg.)
tribhiḥ pādair na tiṣṭhati
auf drei Füßen steht nicht (Instr.Pl.; 3.Sg.Präs.)
tathaiveyaṃ mahīpāla
ebenso diese, o Erdhüter (Nom.Sg.f./Vok.Sg.)
procyate kāraṇais tribhiḥ
wird gesagt (3.Sg.Pass.Präs.), mit drei Gründen (Instr.Pl.)

Der Vergleich ist verkürzt; gemeint ist offenbar, dass die Gewaltlosigkeit mit nur drei der vier Gründe nicht bestehen kann.

yathā nāgapade 'nyāni padāni padagāminām; sarvāṇy evāpidhīyante padajātāni kauñjare; evaṃ lokeṣv ahiṃsā tu nirdiṣṭā dharmataḥ parā

Wie in der Elefantenspur die anderen Fußspuren der Fußgänger, alle Arten von Spuren, im Elefanten [-abdruck] eingeschlossen werden, so ist in den Welten die Gewaltlosigkeit als die höchste [Pflicht] aus dem Dharma heraus bestimmt.

Wort für Wort
yathā nāgapade 'nyāni padāni
wie in der Elefantenspur die anderen Spuren (Lok./Nom.Pl.)
padagāminām
der Fußgänger (Gen.Pl.)
sarvāṇy evāpidhīyante
alle werden bedeckt/eingeschlossen (3.Pl.Pass.Präs.)
padajātāni kauñjare
die Arten von Spuren im [Spur] des Elefanten (Nom.Pl./Lok.Sg.)
evaṃ lokeṣv ahiṃsā tu
so in den Welten die Gewaltlosigkeit aber (Lok.Pl./Nom.Sg.)
nirdiṣṭā dharmataḥ parā
bestimmt, vom Dharma her die höchste (Part.Pass.; Nom.Sg.f.)

karmaṇā lipyate jantur vācā ca manasaiva ca

Durch Tat wird das Lebewesen befleckt, durch Wort und ebenso durch Geist.

Wort für Wort
karmaṇā lipyate jantuḥ
durch Tat wird befleckt das Wesen (Instr.Sg.; 3.Sg.Pass.Präs.; Nom.Sg.)
vācā ca manasaiva ca
und durch Wort und durch Geist (Instr.Sg.)

pūrvaṃ tu manasā tyaktvā tathā vācātha karmaṇā

Wer aber zuerst im Geist [darauf] verzichtet hat, dann durch Wort und durch Tat,

Wort für Wort
pūrvaṃ tu manasā
zuerst aber durch den Geist (Adv./Instr.Sg.)
tyaktvā
verzichtet habend (Abs.)
tathā vācātha karmaṇā
so durch Wort, dann durch Tat (Instr.Sg.)

Der Satz bleibt ohne Prädikat und schließt an die folgende Zusatzzeile an.

na bhakṣayeta yo māṃsaṃ trividhaṃ sa vimucyate

wer kein Fleisch isst, der wird dreifach befreit.

Wort für Wort
na bhakṣayeta
soll nicht essen (3.Sg.Opt.)
yo māṃsam
wer Fleisch (Rel.Nom.Sg.; Akk.Sg.)
trividhaṃ sa vimucyate
dreifach, der wird befreit (Adv.; 3.Sg.Pass.Präs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

trikāraṇaṃ tu nirdiṣṭaṃ śrūyate brahmavādibhiḥ

Drei Gründe sind es, so wird bestimmt; so hört man von den Brahman-Kundigen.

Wort für Wort
trikāraṇaṃ tu nirdiṣṭam
drei Gründe aber bestimmt (Nom.Sg.n., Part.Pass.)
śrūyate
wird gehört (3.Sg.Pass.Präs.)
brahmavādibhiḥ
von den Brahman-Kundigen (Instr.Pl.)

manovāci tathāsvāde doṣā hy eṣu pratiṣṭhitāḥ

Im Geist, im Wort und ebenso im Kosten: in diesen sind die Fehler verankert.

Wort für Wort
manovāci
im Geist und im Wort (Lok.Sg., Dvandva)
tathāsvāde
ebenso im Kosten/Genuss (Lok.Sg.)
doṣā hy eṣu
die Fehler ja in diesen (Nom.Pl.; Lok.Pl.)
pratiṣṭhitāḥ
sind gegründet (Nom.Pl., Part.Pass.)

hiṃsāṃ tu nopayuñjīta tathā hiṃsā caturvidhā; kāye manasi vākye ca doṣā hy ete prakīrtitāḥ

Gewalt soll man nicht anwenden; so ist die Gewalt vierfach. In Körper, Geist und Rede, [so] werden diese Fehler verkündet.

Wort für Wort
hiṃsāṃ tu nopayuñjīta
Gewalt aber soll man nicht anwenden (Akk.Sg.; 3.Sg.Opt.Med.)
tathā hiṃsā caturvidhā
so ist die Gewalt vierfach (Nom.Sg.f.)
kāye manasi vākye ca
in Körper, Geist und Rede (Lok.Sg.)
doṣā hy ete prakīrtitāḥ
diese Fehler ja werden verkündet (Nom.Pl.; Part.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Die Zusatzzeile zählt hier nur drei Bereiche (Körper, Geist, Rede) neben der Vierfachheit; Text vermutlich unsicher.

na bhakṣayanty ato māṃsaṃ tapoyuktā manīṣiṇaḥ

Deshalb essen die Weisen, die der Askese ergeben sind, kein Fleisch.

Wort für Wort
na bhakṣayanty ato māṃsam
essen nicht (3.Pl.Präs.), deshalb, Fleisch (Abl.-Adv.; Akk.Sg.)
tapoyuktā manīṣiṇaḥ
der Askese zugetan, die Weisen (Nom.Pl.)

doṣāṃs tu bhakṣaṇe rājan māṃsasyeha nibodha me; putramāṃsopamaṃ jānan khādate yo vicetanaḥ

Die Fehler des Fleischessens hier aber, o König, vernimm von mir: Wer als Unbesonnener [es] isst, wissend, dass es dem Fleisch des Sohnes gleicht, ...

Wort für Wort
doṣāṃs tu bhakṣaṇe rājan
die Fehler aber beim Essen, o König (Akk.Pl.; Lok.Sg.; Vok.Sg.)
māṃsasyeha nibodha me
des Fleisches hier, vernimm von mir (Gen.Sg.; Imp.; Gen./Dat.Sg.)
putramāṃsopamaṃ jānan
es als dem Sohnesfleisch gleich kennend (Akk.Sg.n.; Part.Präs.)
khādate yo vicetanaḥ
isst, wer unbesonnen ist (3.Sg.Präs.Med.; Nom.Sg.)

Der Satz bleibt syntaktisch offen und wird in der Zusatzzeile fortgesetzt.

māṃsaṃ mohasamāviṣṭaḥ puruṣaḥ so 'dhamaḥ smṛtaḥ

... der Mensch, der vom Fleisch [her] in Verblendung befangen ist, der gilt als der Niedrigste.

Wort für Wort
māṃsaṃ mohasamāviṣṭaḥ
Fleisch [essend], von Verblendung erfasst (Akk.Sg.; Nom.Sg.)
puruṣaḥ so 'dhamaḥ smṛtaḥ
der Mann, der gilt als der Niedrigste (Nom.Sg.; Part.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

mātāpitṛsamāyoge putratvaṃ jāyate yathā

Wie beim Zusammentreffen von Mutter und Vater Sohnschaft entsteht,

Wort für Wort
mātāpitṛsamāyoge
beim Zusammentreffen von Mutter und Vater (Lok.Sg., Kompositum)
putratvaṃ jāyate yathā
Sohnschaft entsteht (3.Sg.Präs.Med.), wie

hiṃsāṃ kṛtvāvaśaḥ pāpo bhūyiṣṭhaṃ jāyate tathā

so wird auch, wer Gewalt verübt hat, unbeherrscht [und] sündhaft, zumeist [in solchen Zustand] geboren [?].

Wort für Wort
hiṃsāṃ kṛtvā
Gewalt verübt habend (Akk.Sg.; Abs.)
avaśaḥ pāpaḥ
unbeherrscht, sündig (Nom.Sg.)
bhūyiṣṭhaṃ jāyate tathā
zumeist entsteht/wird geboren (Adv.; 3.Sg.Präs.), so

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Textstelle dunkel; der Zusammenhang mit dem Vergleich in Einheit 16 bleibt unsicher.

rasaṃ ca prati jihvāyāḥ prajñānaṃ jāyate tathā; tathā śāstreṣu niyataṃ rāgo hy āsvāditād bhavet

So entsteht auch, dem Geschmack gegenüber, der Zunge [ein] Erkennen; ebenso ist in den Lehrtexten [dies] festgelegt [?]: Aus dem Gekosteten entsteht ganz gewiss Verlangen.

Wort für Wort
rasaṃ ca prati jihvāyāḥ
und auf den Geschmack hin, der Zunge (Akk.Sg.; Gen.Sg.)
prajñānaṃ jāyate tathā
Erkennen entsteht (3.Sg.Präs.), so
tathā śāstreṣu niyatam
ebenso in den Lehrtexten festgelegt (Lok.Pl.; Nom.Sg.n./Adv.)
rāgo hy āsvāditād bhavet
Verlangen ja aus dem Gekosteten könnte entstehen (Nom.Sg.; Abl.Sg.; 3.Sg.Opt.)

asaṃskṛtāḥ saṃskṛtāś ca lavaṇālavaṇās tathā; prajñāyante yathā bhāvās tathā cittaṃ nirudhyate

Wie die Dinge als ungekocht und gekocht, ebenso als gesalzen und ungesalzen unterschieden werden, so wird [auch] das Denken [daran] gebunden.

Wort für Wort
asaṃskṛtāḥ saṃskṛtāś ca
ungekocht und gekocht (Nom.Pl.)
lavaṇālavaṇās tathā
gesalzen und ungesalzen ebenso (Nom.Pl.)
prajñāyante yathā bhāvāḥ
werden erkannt/unterschieden (3.Pl.Pass.Präs.), wie die Dinge (Nom.Pl.)
tathā cittaṃ nirudhyate
so wird das Denken festgehalten (Nom.Sg.; 3.Sg.Pass.Präs.)

bherīśaṅkhamṛdaṅgādyāṃs tantrīśabdāṃś ca puṣkalān; niṣeviṣyanti vai mandā māṃsabhakṣāḥ kathaṃ narāḥ

Wie werden [dann] die törichten Menschen, die Fleischesser, Trommeln, Muscheln, Mṛdaṅgas und dergleichen und reiche Saitenklänge genießen?

Wort für Wort
bherīśaṅkhamṛdaṅgādyān
Pauken, Muscheln, Mṛdaṅgas und dergleichen (Akk.Pl.)
tantrīśabdāṃś ca puṣkalān
und Saitenklänge, reiche (Akk.Pl.)
niṣeviṣyanti vai mandāḥ
werden genießen (3.Pl.Fut.), die Törichten (Nom.Pl.)
māṃsabhakṣāḥ kathaṃ narāḥ
die Fleischesser, wie, Menschen (Nom.Pl.)

Der Vers deutet an, dass der Fleischgenuss die Sinnesfreuden schwächt oder verwehrt; die Begründung fehlt im Text.

pareṣāṃ dhanadhānyānāṃ hiṃsakāḥ stāvakās tathā; praśaṃsakāś ca māṃsasya nityaṃ svarge bahiṣkṛtāḥ

Die fremdes Vermögen und Getreide Schädigenden, ebenso die Lobredner und die Preisenden des Fleisches sind stets vom Himmel ausgeschlossen.

Wort für Wort
pareṣāṃ dhanadhānyānām
fremden Vermögens und Getreides (Gen.Pl.)
hiṃsakāḥ stāvakās tathā
die Schädiger, ebenso die Lobredner (Nom.Pl.)
praśaṃsakāś ca māṃsasya
und die Preisenden des Fleisches (Nom.Pl.; Gen.Sg.)
nityaṃ svarge bahiṣkṛtāḥ
stets aus dem Himmel ausgeschlossen (Adv.; Lok./Abl.Sg.; Part.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

acintitam anuddiṣṭam asaṃkalpitam eva ca; rasaṃ gṛddhyābhibhūtā vai praśaṃsanti phalārthinaḥ; praśaṃsā hy eva māṃsasya doṣakarmaphalānvitā

Ohne Nachdenken, ohne Anweisung, ohne Vorsatz, von Gier nach dem Geschmack überwältigt, preisen sie [es], nach Lohn strebend; denn das Preisen des Fleisches ist mit Fehler, Tat und Folge verbunden.

Wort für Wort
acintitam anuddiṣṭam
ungedacht, nicht angewiesen (Akk.Sg.n.)
asaṃkalpitam eva ca
und ganz ohne Vorsatz (Akk.Sg.n.)
rasaṃ gṛddhyābhibhūtā vai
den Geschmack, von Gier überwältigt (Akk.Sg.; Nom.Pl.)
praśaṃsanti phalārthinaḥ
preisen (3.Pl.Präs.), nach Lohn Strebende (Nom.Pl.)
praśaṃsā hy eva māṃsasya
das Preisen ja des Fleisches (Nom.Sg.f.; Gen.Sg.)
doṣakarmaphalānvitā
mit Fehler, Tat und Frucht verbunden (Nom.Sg.f.)

Die ersten drei Adjektive stehen im Akkusativ und sind wohl adverbial oder auf 'rasam' bezogen; Konstruktion unsicher.

bhasma viṣṭhā kṛmir vāpi niṣṭhā yasyedṛśī dhruvā; sa kāyaḥ parapīḍābhiḥ kathaṃ dhāryo vipaścitā

Asche, Kot oder Wurm: dies ist gewiss das Ende dessen; wie kann ein solcher Körper durch das Quälen anderer vom Weisen erhalten werden?

Wort für Wort
bhasma viṣṭhā kṛmir vāpi
Asche, Kot oder Wurm (Nom.Sg.)
niṣṭhā yasyedṛśī dhruvā
das Ende, dessen ein solches gewisses (Nom.Sg.f.; Gen.Sg.)
sa kāyaḥ parapīḍābhiḥ
dieser Körper durch Quälereien anderer (Nom.Sg.; Instr.Pl.)
kathaṃ dhāryo vipaścitā
wie ist zu erhalten, vom Weisen (Gerundiv; Instr.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

jīvitaṃ hi parityajya bahavaḥ sādhavo janāḥ; svamāṃsaiḥ paramāṃsāni paripālya divaṃ gatāḥ

Ihr Leben aufgebend, sind viele gute Menschen, [nachdem sie] mit dem eigenen Fleisch fremdes Fleisch beschützt hatten, zum Himmel gegangen.

Wort für Wort
jīvitaṃ hi parityajya
das Leben ja aufgebend (Akk.Sg.; Abs.)
bahavaḥ sādhavo janāḥ
viele gute Menschen (Nom.Pl.)
svamāṃsaiḥ paramāṃsāni
mit eigenem Fleisch fremdes Fleisch (Instr.Pl.; Akk.Pl.)
paripālya divaṃ gatāḥ
geschützt habend, zum Himmel gegangen (Abs.; Akk.Sg.; Part.Pass.)

evam eṣā mahārāja caturbhiḥ kāraṇair vṛtā; ahiṃsā tava nirdiṣṭā sarvadharmārthasaṃhitā

So ist dir, o Großkönig, diese von vier Gründen umgebene Gewaltlosigkeit dargelegt worden, verbunden mit allem Dharma und Nutzen.

Wort für Wort
evam eṣā mahārāja
so diese, o Großkönig (Nom.Sg.f.; Vok.Sg.)
caturbhiḥ kāraṇair vṛtā
von vier Gründen umgeben (Instr.Pl.; Part.Pass.)
ahiṃsā tava nirdiṣṭā
die Gewaltlosigkeit dir bestimmt/dargelegt (Nom.Sg.; Gen./Dat.; Part.Pass.)
sarvadharmārthasaṃhitā
mit allem Dharma und Artha verbunden (Nom.Sg.f., Kompositum)

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