Kapitel 83: suvarṇotpattiḥ
Ursprung und Vorrang des Goldes als Opfergabe: Bhīṣmas Totenopfer, Rāma und Śivas Same
Yudhiṣṭhira fragt nach Wesen, Entstehung und Vorrang des Goldes als Opferlohn. Bhīṣma erzählt von seinem Ahnenopfer, bei dem die Ahnen die Golddarbringung empfehlen, und leitet zur Geschichte von Rāma Jāmadagnya, Vasiṣṭha und dem Ursprung des Goldes aus Śivas Same über.
namaḥ sarvasahābhyaś cety abhidhāya dine dine; namaskaroti gobhyo yaḥ sa sukhaṃ yāti tatpatham
Wer Tag für Tag mit den Worten ‚Verneigung vor den Allesertragenden‘ den Kühen seine Verehrung erweist, der geht glücklich jenen Weg.
Wort für Wort
namaḥ sarvasahābhyaḥ ca iti
Verneigung den Allesertragenden, so (Dat.Pl.f.)
abhidhāya dine dine
nachdem er gesprochen hat, Tag für Tag (Abs.; Lok. distributiv)
namaskaroti gobhyaḥ yaḥ
verehrt die Kühe, wer (3.Sg.Präs.; Dat.Pl.; Nom.Sg.m.)
saḥ sukham yāti tat patham
der geht glücklich jenen Weg (Nom.; Adv.; 3.Sg.Präs.; Akk.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe. sarvasahā- wörtlich „alles ertragend“, hier als Bezeichnung der Kühe gedeutet.
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er so diese höchst reine, unübertreffliche Kuhgabe vernommen hatte, sprach der König des Dharma, freudigen Herzens, wiederum zu dem Kaurava.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyanaḥ uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom.; 3.Sg.Perf.)
evam śrutvā param puṇyam
so gehört habend, höchst rein (Abs.; Akk.Sg.n.)
gavām dānam anuttamam
der Kühe Gabe, unübertroffen (Gen.Pl.; Akk.Sg.n.)
dharmarājaḥ prahṛṣṭātmā
der Dharma-König, freudigen Herzens (Nom.Sg.; Bahuvrīhi)
kauravam punar abravīt
zum Kaurava wieder sprach er (Akk.Sg.; Adv.; 3.Sg.Impf.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).
rājyaṃ hi satataṃ duḥkham āśramāś ca sudurvidāḥ; parivāreṇa vai duḥkhaṃ durdharaṃ cākṛtātmabhiḥ; bhūyiṣṭhaṃ ca narendrāṇāṃ vidyate na śubhā gatiḥ
„Königsherrschaft ist stets Leid, und die Lebensstufen sind sehr schwer zu durchschauen; auch die Gefolgschaft ist ein Leid, schwer zu tragen für die, deren Selbst nicht gebildet ist. Und für die Könige gibt es zumeist keinen guten Weg [nach dem Tod].“
Wort für Wort
rājyam hi satatam duḥkham
Königsherrschaft ist ja stets Leid (Nom.Sg.n.; Adv.)
āśramāḥ ca sudurvidāḥ
und die Lebensstufen sehr schwer zu erkennen (Nom.Pl.m.)
parivāreṇa vai duḥkham durdharam
durch Gefolge ist Leid, schwer zu tragen (Instr.Sg.; Nom.Sg.n.)
ca akṛtātmabhiḥ
und von denen mit ungebildetem Selbst (Instr.Pl.m.; Bahuvrīhi)
pūyante te 'tra niyataṃ prayacchanto vasuṃdharām; pūrvaṃ ca kathitā dharmās tvayā me kurunandana
„Sie werden hierdurch gewiss gereinigt, indem sie die Erde [als Gabe] hergeben. Und die früheren Dharmas hast du mir schon dargelegt, Freude der Kurus.“
Wort für Wort
pūyante te atra niyatam
werden gereinigt, sie, hierin, gewiss (3.Pl.Pass.; Nom.; Adv.)
prayacchantaḥ vasuṃdharām
gebend, die Erde (Part.Präs. Nom.Pl.; Akk.Sg.f.)
pūrvam ca kathitāḥ dharmāḥ
früher und dargelegt, Dharmas (Adv.; PPP Nom.Pl.m.)
tvayā me kurunandana
von dir mir, Freude der Kurus (Instr.; Dat.; Vok.)
„Schon früher wurde es vom Seher Nāsiketu [Nāciketa] aufgezeigt.“
Wort für Wort
nidarśitam pūrvam eva
aufgezeigt, früher schon (PPP n.; Adv.)
ṛṣiṇā nāsiketunā
vom Seher Nāsiketu (Instr.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe; die Namensform nāsiketu ist Variante zu nāciketa.
kiṃ suvarṇaṃ kathaṃ jātaṃ kasmin kāle kim ātmakam; kiṃ dānaṃ kiṃ phalaṃ caiva kasmāc ca param ucyate
„Was ist Gold, wie ist es entstanden, zu welcher Zeit, und von welchem Wesen? Was ist die Gabe, was die Frucht davon, und warum wird es als höchstes bezeichnet?“
Wort für Wort
kim suvarṇam katham jātam
was ist Gold, wie entstanden (Nom.Sg.n.; Adv.; PPP n.)
kasmin kāle kim ātmakam
in welcher Zeit, von welchem Wesen (Lok.Sg.; Bahuvrīhi Nom.n.)
kim dānam kim phalam ca eva
was Gabe, was Frucht und ja (Nom.Sg.n.)
kasmāt ca param ucyate
und warum als höchstes gesagt wird (Abl.; Nom.n.; 3.Sg.Pass.)
bhīṣma uvāca; śṛṇu rājann avahito bahukāraṇavistaram; jātarūpasamutpattim anubhūtaṃ ca yan mayā
Bhīṣma sprach: „Höre, König, aufmerksam die ausführliche Darlegung mit vielen Begründungen über die Entstehung des Goldes, und was ich selbst erfahren habe.“
Wort für Wort
bhīṣmaḥ uvāca
Bhīṣma sprach (Nom.; Perf.)
śṛṇu rājan avahitaḥ
höre, König, aufmerksam (Imp.2.Sg.; Vok.; Nom.m.)
bahukāraṇavistaram
mit vielen Gründen ausführlich (Akk.Sg.m.; Bahuvrīhi)
jātarūpasamutpattim
die Entstehung des Goldes (Akk.Sg.f.; Tatpuruṣa)
anubhūtam ca yat mayā
und Erfahrenes, was von mir (PPP n.; Relativ; Instr.)
tatrāgamya pituḥ putra śrāddhakarma samārabham; mātā me jāhnavī caiva sāhāyyam akarot tadā
„Dort angekommen begann ich, mein Sohn [Yudhiṣṭhira], das Totenopfer für den Vater, und meine Mutter, die Jāhnavī [Gaṅgā], leistete mir damals Beistand.“
Wort für Wort
tatra āgamya pituḥ
dort angekommen, für den Vater (Abs.; Gen.)
putra śrāddhakarma samārabham
Sohn, das Totenopfer begann ich (Vok.; Akk.; 1.Sg.Impf.)
mātā me jāhnavī ca eva
Mutter mein, Jāhnavī, und ja (Nom.; Gen.; Nom.f.)
sāhāyyam akarot tadā
Beistand leistete sie damals (Akk.; 3.Sg.Impf.; Adv.)
pituḥ putra: Anrede an Yudhiṣṭhira, wörtlich „Sohn“, oder „des Vaters Sohn“; hier als Vokativ gefasst [?].
„Als ich das zuvor Angewiesene, die vorbereitende Handlung, gesammelt zu Ende geführt hatte, begann ich, die Opferspeise recht und gebührend darzubringen.“
Wort für Wort
tat samāpya yathoddiṣṭam
dies beendet habend, wie angewiesen (Abs.; Adv./Akk.)
tam utthitam ahaṃ dṛṣṭvā paraṃ vismayam āgamam; pratigrahītā sākṣān me piteti bharatarṣabha
„Als ich ihn aufgestiegen sah, geriet ich in höchstes Staunen: ‚Wahrhaftig, mein Vater ist es, der [die Gabe] annimmt‘, [dachte ich], Stier der Bharatas.“
Wort für Wort
tam utthitam aham dṛṣṭvā
ihn aufgestiegen ich sehend (Akk.; PPP; Nom.; Abs.)
tato me punar evāsīt saṃjñā saṃcintya śāstrataḥ; nāyaṃ vedeṣu vihito vidhir hasta iti prabho; piṇḍo deyo nareṇeha tato matir abhūn mama
„Da kam mir wieder Besinnung, nachdem ich nach den Lehrbüchern überlegt hatte: ‚Diese Vorschrift, dass es eine Hand sei, ist in den Veden nicht festgelegt, Herr. Der Reisball ist hier von einem Menschen [auf das Gras] zu geben.‘ So wurde mein Entschluss.“
Wort für Wort
tataḥ me punar eva āsīt saṃjñā
da mir wiederum ward Besinnung (Adv.; Dat./Gen.; 3.Sg.Impf.; Nom.f.)
saṃcintya śāstrataḥ
nachdem ich überlegt, gemäß der Lehre (Abs.; Adv.)
na ayam vedeṣu vihitaḥ
nicht diese in den Veden festgelegt (Nom.m.; Lok.Pl.; PPP)
vidhiḥ hastaḥ iti prabho
Vorschrift, Hand, so, Herr (Nom.; Nom.; Vok.)
piṇḍaḥ deyaḥ nareṇa iha
Reisball ist zu geben von einem Menschen hier (Nom.; Gerundiv; Instr.; Adv.)
tataḥ matiḥ abhūt mama
daher Entschluss ward mein (Adv.; Nom.f.; 3.Sg.Aor.; Gen.)
sākṣān neha manuṣyasya pitaro 'ntarhitāḥ kva cit; gṛhṇanti vihitaṃ tv evaṃ piṇḍo deyaḥ kuśeṣv iti
„Die Ahnen nehmen nämlich nicht leibhaftig, irgendwo verborgen, vom Menschen das Dargebrachte entgegen; vielmehr ist der Reisball so auf das Kuśa-Gras zu geben.“
Wort für Wort
sākṣāt na iha manuṣyasya
leibhaftig nicht hier vom Menschen (Adv.; Adv.; Gen.)
pitaraḥ antarhitāḥ kva cit
die Ahnen, verborgen, irgendwo (Nom.Pl.; PPP Nom.Pl.; Indef.)
gṛhṇanti vihitam tu evam
nehmen das Festgesetzte aber so (3.Pl.Präs.; Akk.n.; Adv.)
piṇḍaḥ deyaḥ kuśeṣu iti
Reisball ist zu geben auf Kuśa-Gras, so (Nom.; Gerundiv; Lok.Pl.)
tvayā hi kurvatā śāstraṃ pramāṇam iha pārthiva; ātmā dharmaḥ śrutaṃ vedāḥ pitaraś ca maharṣibhiḥ
„Denn indem du hier die Lehre als Maßstab handhabst, Fürst [gelten als solcher Maßstab]: das Selbst, der Dharma, die Überlieferung, die Veden, die Ahnen, und mit den Großen Sehern [die Lehrtexte].“
Wort für Wort
tvayā hi kurvatā
von dir ja handelnd (Instr.; Part.Präs.)
śāstram pramāṇam iha pārthiva
die Lehre als Maßstab hier, Fürst (Akk.n.; Akk.n.; Adv.; Vok.)
ātmā dharmaḥ śrutam vedāḥ
das Selbst, Dharma, Überlieferung, Veden (Nom.)
pitaraḥ ca maharṣibhiḥ
Ahnen und mit den großen Sehern (Nom.Pl.; Instr.Pl.)
Syntax der Verse 26–27 locker; ātmā dharmaḥ … als Aufzählung der Maßstäbe verstanden [?].
sa tu kratuvareṇeṣṭvā mahātmā dakṣiṇāvatā; papracchāgamasaṃpannān ṛṣīn devāṃś ca bhārgavaḥ
Nachdem aber der hochgesinnte Bhārgava mit dem trefflichen, opferlohnreichen Opfer geopfert hatte, befragte er die in der Überlieferung bewanderten Ṛṣis und die Götter.
Wort für Wort
sa tu kratuvareṇa
er aber, mit dem trefflichen Opfer (Nom.Sg.; Instr.Sg.)
iṣṭvā mahātmā
nachdem er geopfert hatte, der Hochgesinnte (Abs.; Nom.Sg.)
dakṣiṇāvatā
mit reichem Opferlohn versehen (Instr.Sg.m.)
papraccha
fragte (3.Sg.Perf.)
āgamasaṃpannān ṛṣīn
die in der Überlieferung bewanderten Ṛṣis (Akk.Pl.)
„Was ist das höchste Läuternde für Menschen, die in grausigem Tun verharren? Das sagt mir, ihr Hochglückseligen“, sprach er, von Abscheu [vor seiner Tat] ergriffen.
Wort für Wort
pāvanaṃ yat param
das Läuternde, welches das höchste [ist] (Nom.Sg.n.; Relativpron.; Nom.)
nṝṇām ugre karmaṇi vartatām
für Menschen, die im grausigen Werk verharren (Gen.Pl.; Lok.Sg.; Part.Pr. Gen.Pl.)
tad ucyatām
das werde gesagt (Nom.; 3.Sg.Imp.Pass.)
mahābhāgā iti
ihr Hochglückseligen, so (Vok.Pl.; Zitatpartikel)
jātaghṛṇo 'bravīt
von Abscheu ergriffen, sprach er (Nom.Sg.; 3.Sg.Impf.)
jātaghṛṇa: Mitleid/Abscheu; hier wohl Abscheu bzw. Reue über die Tötungen.
rāma viprāḥ satkriyantāṃ vedaprāmāṇyadarśanāt; bhūyaś ca viprarṣigaṇāḥ praṣṭavyāḥ pāvanaṃ prati; te yad brūyur mahāprājñās tac caiva samudācara; tato vasiṣṭhaṃ devarṣim agastyam atha kaśyapam; tam evārthaṃ mahātejāḥ papraccha bhṛgunandanaḥ; jātā matir me viprendrāḥ kathaṃ pūyeyam ity uta; kena vā karmayogena pradāneneha kena vā; yadi vo 'nugrahakṛtā buddhir māṃ prati sattamāḥ; ṛṣaya ūcuḥ; prabrūta pāvanaṃ kiṃ me bhaved iti tapodhanāḥ; gāś ca vittaṃ ca bhūmiṃ ca dattveha bhṛgunandana; pāpakṛn mucyate martya iti bhārgava śuśruma; anyad dānaṃ tu viprarṣe śrūyatāṃ pāvanaṃ mahat; divyam atyadbhutākāram apatyaṃ jātavedasaḥ; dagdhvā lokān purā vīryāt saṃbhūtam iha śuśruma; suvarṇam iti vikhyātaṃ tad dadat siddhim eṣyasi; tato 'bravīd vasiṣṭhas taṃ bhagavān saṃśitavrataḥ; śṛṇu rāma yathotpannaṃ suvarṇam analaprabham; yat phalaṃ cāsya vihitaṃ dāne param ihocyate; suvarṇaṃ yena yasmāc ca yathā ca guṇavattaram; tan nibodha mahābāho sarvaṃ nigadato mama; agnīṣomātmakam idaṃ suvarṇaṃ viddhi niścaye; ajo 'gnir varuṇo meṣaḥ sūryo 'śva iti darśanam; kuñjarāś ca smṛtā nāgā mahiṣāś cāsurā iti; kukkuṭāś ca varāhāś ca rākṣasā bhṛgunandana; iḍā gāvaḥ payaḥ somo bhūmir ity eva ca śrutiḥ; jagat sarvaṃ vinirmathya tejorāśiḥ samutthitaḥ; suvarṇam ebhyo viprarṣe ratnaṃ paramam uttamam; etasmāt kāraṇād devā gandharvoragarākṣasāḥ; manuṣyāś ca piśācāś ca prayatā dhārayanti tat; mukuṭair aṅgadayutair alaṃkāraiḥ pṛthagvidhaiḥ; suvarṇavikṛtais tatra virājante bhṛgūttama; tasmāt sarvapavitrebhyaḥ pavitraṃ paramaṃ smṛtam; bhūmer gobhyo 'tha ratnebhyas tad viddhi bharatarṣabha; pṛthivīṃ gāś ca dattveha yac cānyad api kiṃ cana; viśiṣyate suvarṇasya dānaṃ paramakaṃ vibho; akṣayaṃ pāvanaṃ caiva suvarṇam amaradyute; prayaccha dvijamukhyebhyaḥ pāvanaṃ hy etad uttamam; suvarṇam eva sarvāsu dakṣiṇāsu vidhīyate; suvarṇaṃ ye prayacchanti sarvadās te bhavanty uta
„Rāma, die Brahmanen sollen geehrt werden, weil man die Geltung des Veda erkennt. Und weiter sollen die Scharen der Brahmanen-Seher über das Läuternde befragt werden; was diese Hochweisen sagen, das führe auch aus. Darauf befragte der hochglänzende Sohn des Bhṛgu eben in dieser Sache Vasiṣṭha, den Götterseher, Agastya und dann Kaśyapa: ‚In mir ist der Gedanke entstanden, ihr Besten der Brahmanen: Wie könnte ich rein werden? Oder durch welche Werkübung oder durch welche Gabe hier? Wenn eure Gesinnung auf Gnade gegen mich gerichtet ist, ihr Guten.‘ Die Ṛṣis sprachen: ‚Verkündet, was mir läuternd sein möge‘, [sagte er], ihr Askesereichen. ‚Wer Kühe, Besitz und Land hier gegeben hat, wird, als Sterblicher, der Sünde tat, befreit, Bhārgava, so haben wir gehört. Eine andere Gabe aber, Brahmanen-Seher, höre als großes Läuterndes: das göttliche, von höchst wunderbarer Gestalt seiende Kind des Jātavedas [Agni], das einst, nachdem es aus [seiner] Kraft die Welten verbrannt hatte, hier entstanden ist, so haben wir gehört. Es ist als Gold bekannt; gibst du das, wirst du Vollendung erlangen.‘ Darauf sprach zu ihm der ehrwürdige Vasiṣṭha, streng im Gelübde: ‚Höre, Rāma, wie das feuerglänzende Gold entstanden ist, und welche höchste Frucht für seine Gabe festgesetzt ist, wird hier gesagt: von wem und weshalb das Gold und wie es vorzüglicher ist, das vernimm, Starkarmiger, während ich alles sage. Wisse mit Gewissheit: Dieses Gold hat Agni und Soma zum Wesen. Der Ziegenbock ist Agni, der Widder Varuṇa, das Pferd Sūrya, so die Anschauung; die Elefanten gelten als Nāgas, die Büffel als Asuras, die Hähne und Eber als Rākṣasas, Sohn des Bhṛgu. Iḍā [sind] die Kühe, die Milch [ist] Soma, [und] die Erde, so lautet die Überlieferung. Nachdem die ganze Welt durchquirlt war, erhob sich eine Masse von Glut. Das Gold ist unter diesen, Brahmanen-Seher, das höchste, beste Juwel. Aus diesem Grund tragen Götter, Gandharvas, Schlangen und Rākṣasas, Menschen und Piśācas es, gesammelt [und rein]. Mit Kronen, mit armreifversehenen Schmuckstücken vielerlei Art, aus Gold gefertigt, leuchten sie dort, Bester der Bhṛgus. Darum gilt es als das höchste Läuternde unter allem Läuternden, [höher als] Land, Kühe und Juwelen; das wisse, Stier der Bharatas. Verglichen damit, Erde und Kühe hier zu geben und auch irgendetwas anderes, ragt die Gabe von Gold hervor als die höchste, Herr. Unvergänglich und läuternd ist das Gold, du Götterglänzender. Gib es den Vorzüglichsten der Zweimalgeborenen, denn dies ist das beste Läuternde. Gold allein wird bei allen Opferlöhnen vorgeschrieben; die Gold geben, werden zu Gebern von allem.‘“
Wort für Wort
rāma viprāḥ satkriyantām vedaprāmāṇyadarśanāt
Rāma, die Brahmanen sollen geehrt werden (Vok.; Nom.Pl.; 3.Pl.Imp.Pass.); wegen der Einsicht in die Geltung des Veda (Abl.Sg.; Kompositum)
bhūyaś ca viprarṣigaṇāḥ praṣṭavyāḥ pāvanaṃ prati
und weiter die Scharen der Brahmanen-Seher (Adv.; Nom.Pl.); sollen befragt werden, hinsichtlich des Läuternden (Gerundiv Nom.Pl.; Akk.Sg.; Postp.)
te yad brūyuḥ mahāprājñāḥ tat ca eva samudācara
was diese sagen mögen, die Hochweisen (Nom.Pl.; Rel.; 3.Pl.Opt.; Nom.Pl.); das auch führe aus (Akk.; 2.Sg.Imp.)
tato vasiṣṭhaṃ devarṣim agastyam atha kaśyapam
darauf Vasiṣṭha, den Götterseher (Adv.; Akk.Sg.); Agastya und dann Kaśyapa (Akk.Sg.)
tam eva artham mahātejāḥ papraccha bhṛgunandanaḥ
eben diese Sache (Akk.Sg.); der hochglänzende befragte, der Sohn des Bhṛgu (Nom.Sg.; 3.Sg.Perf.; Nom.Sg.)
jātā matir me viprendrāḥ kathaṃ pūyeyam ity uta
entstanden ist in mir ein Gedanke, ihr Besten der Brahmanen (Nom.Sg.f.; Gen./Dat.; Vok.Pl.); wie ich rein werden könnte, so [fragte er] (Adv.; 1.Sg.Opt.Pass.; Zitatpartikel)
kena vā karmayogena pradānena iha kena vā
oder durch welche Werkübung (Instr.Sg.); durch welche Gabe hier oder (Instr.Sg.; Adv.)
yadi vaḥ anugrahakṛtā buddhiḥ māṃ prati sattamāḥ
wenn eure auf Gnade gerichtete Gesinnung (Konj.; Gen.Pl.; Nom.Sg.f.); mir gegenüber, ihr Besten (Akk.; Postp.; Vok.Pl.)
ṛṣaya ūcuḥ prabrūta pāvanaṃ kiṃ me bhaved iti tapodhanāḥ
die Ṛṣis sprachen (Nom.Pl.; 3.Pl.Perf.); verkündet, was mir läuternd sein möge, so, ihr Askesereichen (2.Pl.Imp.; Akk.; 3.Sg.Opt.; Vok.Pl.)
gāś ca vittaṃ ca bhūmiṃ ca dattvā iha bhṛgunandana
Kühe, Besitz und Land (Akk.Pl.; Akk.Sg.; Akk.Sg.); nachdem er hier gegeben hat, Sohn des Bhṛgu (Abs.; Vok.Sg.)
pāpakṛn mucyate martyaḥ iti bhārgava śuśruma
wer Sünde tat, wird befreit, der Sterbliche (Nom.Sg.; 3.Sg.Pr.Pass.; Nom.Sg.); so, Bhārgava, haben wir gehört (Vok.; 1.Pl.Perf.)
anyad dānaṃ tu viprarṣe śrūyatāṃ pāvanaṃ mahat
eine andere Gabe aber, Brahmanen-Seher (Akk.Sg.n.; Vok.Sg.); werde gehört [= höre], das große Läuternde (3.Sg.Imp.Pass.; Nom./Akk.Sg.n.)
divyam atyadbhutākāram apatyaṃ jātavedasaḥ
das göttliche, von höchst wunderbarer Gestalt (Nom./Akk.Sg.n.); das Kind des Jātavedas [Agni] (Nom./Akk.Sg.n.; Gen.Sg.)
dagdhvā lokān purā vīryāt saṃbhūtam iha śuśruma
nachdem es die Welten verbrannt hatte, einst, aus Kraft (Abs.; Akk.Pl.; Adv.; Abl.Sg.); entstanden, hier, haben wir gehört (Part.Pass.; Adv.; 1.Pl.Perf.)
suvarṇam iti vikhyātam tad dadat siddhim eṣyasi
als Gold bekannt (Nom.Sg.n.; Part.Pass.); wenn du das gibst, wirst du Vollendung erlangen (Part.Pr.; Akk.Sg.; 2.Sg.Fut.)
tato 'bravīd vasiṣṭhas taṃ bhagavān saṃśitavrataḥ
darauf sprach Vasiṣṭha zu ihm (3.Sg.Impf.; Nom.; Akk.); der Ehrwürdige, streng im Gelübde (Nom.Sg.)
śṛṇu rāma yathotpannaṃ suvarṇam analaprabham yat phalaṃ ca asya vihitaṃ dāne
höre, Rāma, wie entstanden das Gold, feuerglänzend (2.Sg.Imp.; Vok.; Part.; Akk.Sg.; Kompositum); und welche Frucht für dessen festgesetzt ist, bei der Gabe (Rel.; Nom.Sg.; Gen.; Part.Pass.; Lok.Sg.)
param iha ucyate suvarṇaṃ yena yasmāt ca
die höchste, hier wird gesagt (Nom.Sg.n.; Adv.; 3.Sg.Pr.Pass.); das Gold, von wem und weshalb (Nom.; Instr.; Abl.)
yathā ca guṇavattaram tan nibodha mahābāho
und wie es vorzüglicher ist (Adv.; Komp.); das vernimm, Starkarmiger (2.Sg.Imp.; Vok.Sg.)
sarvaṃ nigadato mama agnīṣomātmakam idaṃ suvarṇam
alles, während ich spreche (Akk.; Part.Pr. Gen.Sg.; Gen.Sg.); dieses Gold, das Agni und Soma zum Wesen hat (Nom.Sg.n.; Kompositum)
viddhi niścaye ajo 'gnir varuṇo meṣaḥ
wisse mit Gewissheit (2.Sg.Imp.; Lok.Sg.); der Ziegenbock [ist] Agni, Varuṇa der Widder (Nom.Sg.)
sūryo 'śva iti darśanam kuñjarāś ca smṛtā nāgāḥ
Sūrya das Pferd, so die Anschauung (Nom.Sg.; Nom.Sg.n.); die Elefanten gelten als Nāgas (Nom.Pl.; Part.Pass.)
mahiṣāś ca asurā iti kukkuṭāś ca varāhāś ca
und die Büffel als Asuras, so (Nom.Pl.); die Hähne und die Eber (Nom.Pl.)
rākṣasā bhṛgunandana iḍā gāvaḥ payaḥ somo bhūmir
als Rākṣasas, Sohn des Bhṛgu (Nom.Pl.; Vok.Sg.); Iḍā [sind] die Kühe, die Milch Soma, die Erde (Nom.)
ity eva ca śrutiḥ jagat sarvaṃ vinirmathya
so lautet die Überlieferung (Nom.Sg.f.); die ganze Welt durchquirlt habend (Akk.Sg.n.; Abs.)
tejorāśiḥ samutthitaḥ suvarṇam ebhyo viprarṣe
eine Glutmasse erhob sich (Nom.Sg.; Part.Pass.); Gold [ist] unter diesen, Brahmanen-Seher (Nom.; Abl./Gen.Pl.; Vok.)
ratnaṃ paramam uttamam etasmāt kāraṇād devā
das höchste, beste Juwel (Nom.Sg.n.); aus diesem Grund die Götter (Abl.Sg.; Nom.Pl.)
gandharvoragarākṣasāḥ manuṣyāś ca piśācāś ca
Gandharvas, Schlangen und Rākṣasas (Nom.Pl.; Dvandva); Menschen und Piśācas (Nom.Pl.)
prayatā dhārayanti tat mukuṭair aṅgadayutair
gesammelt/rein tragen sie es (Nom.Pl.; 3.Pl.Pr.; Akk.); mit Kronen, mit armreifversehenen (Instr.Pl.)
alaṃkāraiḥ pṛthagvidhaiḥ suvarṇavikṛtais tatra
mit Schmuckstücken vielerlei Art (Instr.Pl.); aus Gold gefertigten, dort (Instr.Pl.; Adv.)
virājante bhṛgūttama tasmāt sarvapavitrebhyaḥ
leuchten, Bester der Bhṛgus (3.Pl.Pr.Med.; Vok.Sg.); darum, unter allem Läuternden (Abl.; Abl.Pl.)
als höchstes Läuterndes gilt es (Nom.Sg.n.; Part.Pass.); [höher als] Land, Kühe und Juwelen (Abl.)
tad viddhi bharatarṣabha pṛthivīṃ gāś ca dattvā iha
das wisse, Stier der Bharatas (2.Sg.Imp.; Vok.Sg.); Erde und Kühe gegeben habend, hier (Akk.; Abs.)
yat ca anyad api kiṃ cana viśiṣyate suvarṇasya dānam
und was sonst irgend (Rel.; Indef.); ragt hervor die Gabe von Gold (3.Sg.Pr.Pass.; Gen.Sg.; Nom.Sg.)
paramakaṃ vibho akṣayaṃ pāvanaṃ ca eva suvarṇam
als höchste, Herr (Nom.Sg.n.; Vok.Sg.); unvergänglich und läuternd [ist] das Gold (Nom.Sg.n.)
amaradyute prayaccha dvijamukhyebhyaḥ
du Götterglänzender (Vok.Sg.); gib den Vorzüglichsten der Zweimalgeborenen (2.Sg.Imp.; Dat.Pl.)
pāvanaṃ hi etad uttamam suvarṇam eva sarvāsu dakṣiṇāsu
denn dies ist das beste Läuternde (Nom.Sg.n.); Gold allein bei allen Opferlöhnen (Nom.; Lok.Pl.)
vidhīyate suvarṇaṃ ye prayacchanti
wird vorgeschrieben (3.Sg.Pr.Pass.); die, welche Gold geben (Akk.; Nom.Pl.; 3.Pl.Pr.)
sarvadās te bhavanti uta
werden sie zu Gebern von allem (Nom.Pl.; 3.Pl.Pr.; Part.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe; Sprecherwechsel und Anführungsstruktur im Text unklar (Rāma fragt, Ṛṣis antworten, dann Vasiṣṭha); die Zeile prabrūta pāvanaṃ kiṃ me bhaved ist als Rāmas Bitte gedeutet [?]. Iḍā gāvaḥ payaḥ somo bhūmiḥ: Zuordnung der Gleichungen unsicher.
śūlapāṇer bhagavato rudrasya ca mahātmanaḥ; girau himavati śreṣṭhe tadā bhṛgukulodvaha
[Gehört habe ich es auch] von dem lanzenhändigen Erhabenen und dem hochgesinnten Rudra, damals auf dem trefflichen Berg Himavat, Sprössling des Bhṛgu-Geschlechts.
Wort für Wort
śūlapāṇer bhagavataḥ
des Lanzenhändigen, des Erhabenen (Gen.Sg.)
rudrasya ca mahātmanaḥ
und des Rudra, des Hochgesinnten (Gen.Sg.)
girau himavati śreṣṭhe
auf dem Berg Himavat, dem besten (Lok.Sg.)
tadā bhṛgukulodvaha
damals, Sprössling des Bhṛgu-Geschlechts (Adv.; Vok.Sg.)
Syntax der Genitive elliptisch: [Geschichte] von Rudra, die Vasiṣṭha gehört hat, ergänzt.
Als die Hochzeit mit der Göttin Rudrāṇī vollendet war, Sohn des Bhṛgu, bei der Vereinigung des hochgesinnten Erhabenen mit der Göttin, da nahten alle, in Unruhe versetzt, dem Erhabenen.
Wort für Wort
devyā vivāhe nirvṛtte
als die Hochzeit mit der Göttin vollendet war (Gen./Instr.; Lok.abs.)
rudrāṇyā bhṛgunandana
mit Rudrāṇī, Sohn des Bhṛgu (Gen./Instr.Sg.; Vok.Sg.)
samāgame bhagavataḥ
bei der Vereinigung des Erhabenen (Lok.Sg.; Gen.Sg.)
devyā saha mahātmanaḥ
mit der Göttin, des Hochgesinnten (Instr.; Postp.; Gen.Sg.)
te mahādevam āsīnaṃ devīṃ ca varadām umām; prasādya śirasā sarve rudram ūcur bhṛgūdvaha
Nachdem sie Mahādeva, der dasaß, und die gabenspendende Göttin Umā mit gesenktem Haupt gnädig gestimmt hatten, sprachen sie alle zu Rudra, Sohn des Bhṛgu.
Wort für Wort
te mahādevam āsīnaṃ
sie, zu Mahādeva, der saß (Nom.Pl.; Akk.Sg.; Part.)
devīṃ ca varadām umām
und die Göttin, die Gabenspenderin Umā (Akk.Sg.f.)
prasādya śirasā sarve
nachdem sie gnädig gestimmt hatten, mit dem Haupt, alle (Abs.; Instr.; Nom.Pl.)
rudram ūcur bhṛgūdvaha
sprachen zu Rudra, Sprössling des Bhṛgu (Akk.; 3.Pl.Perf.; Vok.Sg.)
ayaṃ samāgamo deva devyā saha tavānagha; tapasvinas tapasvinyā tejasvinyātitejasaḥ; amoghatejās tvaṃ deva devī ceyam umā tathā
„Diese Vereinigung, Gott, mit der Göttin, du Makelloser: des Asketen mit der Asketin, der Glanzvollen mit dem über die Maßen Glanzvollen. Von unfehlbarer Kraft bist du, Gott, und ebenso diese Göttin Umā.“
Wort für Wort
ayaṃ samāgamo deva
diese Vereinigung, Gott (Nom.Sg.; Vok.Sg.)
devyā saha tava anagha
mit der Göttin, dein, du Makelloser (Instr.; Postp.; Gen.; Vok.Sg.)
tapasvinas tapasvinyā
des Asketen mit der Asketin (Gen./Nom.Sg.m.; Instr.Sg.f.)
tejasvinyā atitejasaḥ
mit der Glanzvollen, des Überglänzenden (Instr.Sg.f.; Gen.Sg.)
amoghatejās tvaṃ deva
du bist von unfehlbarer Kraft, Gott (Nom.Sg.; Pron.; Vok.)
devī ca iyam umā tathā
und diese Göttin Umā ebenso (Nom.Sg.f.)
Die Genitiv-/Instrumental-Reihe ist elliptisch; Bezug: die Vereinigung des Asketen (Śiva) mit der Asketin (Umā).
„Darum gewähre diesen vor dir verneigten Göttern, Weitäugiger, eine Gnadengabe, Herr der Welt, aus dem Wunsch nach dem Wohl der drei Welten; halte im Hinblick auf die Nachkommenschaft die lodernde, höchste Glut zurück.“
Wort für Wort
tad ebhyaḥ praṇatebhyaḥ tvam
darum diesen Verneigten, du (Adv.; Dat.Pl.; Part.; Pron.)
devebhyaḥ pṛthulocana
den Göttern, Weitäugiger (Dat.Pl.; Vok.Sg.)
varaṃ prayaccha lokeśa
eine Gnadengabe gewähre, Herr der Welt (Akk.; 2.Sg.Imp.; Vok.)
trailokyahitakāmyayā
aus dem Wunsch nach dem Wohl der drei Welten (Instr.Sg.f.)
apatyārtham nigṛhṇīṣva
im Hinblick auf Nachkommenschaft halte zurück (Adv.; 2.Sg.Imp.Med.)
tejaḥ paramakaṃ vibho; trailokyasārau hi yuvāṃ lokaṃ saṃtāpayiṣyatha; tad apatyaṃ hi yuvayor devān abhibhaved dhruvam; na hi te pṛthivī devī na ca dyaur na divaṃ prabho; vīryaṃ dhārayituṃ śaktāḥ samastā iti no matiḥ; tejaḥprabhāvān nirdagdhaṃ na syāt sarvam idaṃ jagat; tasmāt prasādaṃ bhagavan kartum arhasi naḥ prabho; na devyāḥ saṃbhavet putro bhavataḥ surasattama; dhairyād eva nigṛhṇīṣva
[…] die höchste Glut, Herr. Ihr beiden seid ja das Wesentliche der drei Welten und werdet die Welt in Hitze versetzen; jenes Kind von euch würde die Götter gewiss überwältigen. Denn weder die Göttin Erde noch der Himmelsraum noch der Himmel, Herr, vermögen die Kraft zu tragen, alle zusammen, so ist unsere Ansicht. Durch die Macht der Glut würde diese ganze Welt verbrannt und wäre nicht mehr; darum geruhe, Herr, uns Gnade zu erweisen. Nicht möge von der Göttin ein Sohn von dir entstehen, Bester der Götter; halte allein aus Standhaftigkeit [die Glut] zurück […]
Wort für Wort
tejaḥ paramakaṃ vibho
die höchste Glut, Herr (Akk.Sg.n.; Vok.)
trailokyasārau hi yuvāṃ
denn ihr beiden, das Wesentliche der drei Welten (Nom.Du.; Pron.)
lokaṃ saṃtāpayiṣyatha
werdet die Welt erhitzen (Akk.; 2.Pl.Fut.Kaus.)
tad apatyaṃ hi yuvayoḥ
denn jenes Kind von euch (Nom.Sg.n.; Gen.Du.)
devān abhibhaved dhruvam
würde die Götter überwältigen, gewiss (Akk.Pl.; 3.Sg.Opt.; Adv.)
na hi te pṛthivī devī
denn weder die Erde, die Göttin (Nom.Sg.f.)
na ca dyaur na divaṃ prabho
noch der Himmelsraum, noch der Himmel, Herr (Nom.Sg.; Akk./Nom.; Vok.)
vīryaṃ dhārayituṃ śaktāḥ
die Kraft zu tragen fähig (Akk.; Inf.; Nom.Pl.)
samastā iti no matiḥ
alle zusammen, so unsere Ansicht (Nom.Pl.f.; Nom.Sg.f.)
tejaḥprabhāvān nirdagdhaṃ
durch die Macht der Glut verbrannt (Abl.Sg.; Part.Pass.)
na syāt sarvam idaṃ jagat
wäre nicht, diese ganze Welt (3.Sg.Opt.; Nom.Sg.n.)
tasmāt prasādaṃ bhagavan
darum Gnade, Erhabener (Adv.; Akk.; Vok.)
kartum arhasi naḥ prabho
zu erweisen geruhst du uns, Herr (Inf.; 2.Sg.Pr.; Pron.; Vok.)
na devyāḥ saṃbhavet putraḥ
nicht möge von der Göttin ein Sohn entstehen (Abl./Gen.; 3.Sg.Opt.; Nom.)
bhavataḥ surasattama
von dir, Bester der Götter (Gen./Abl.; Vok.Sg.)
dhairyād eva nigṛhṇīṣva
allein aus Standhaftigkeit halte zurück (Abl.Sg.; 2.Sg.Imp.Med.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; beginnt und endet mitten im Satz (Fragment), Ergänzungen daher unsicher.
Nachdem er so gesprochen hatte, lenkte der Stierreiter jenen Samen aufwärts; und von da an wurde er einer, dessen Same aufwärts gerichtet ist (Ūrdhvaretas).