Kapitel 27: gaṅgāmāhātmya
Lob der Gaṅgā: Bhīṣmas Bericht vom Gespräch zwischen dem Ährenleser und dem Siddha
Nach dem Besuch der Seher bei dem sterbenden Bhīṣma fragt Yudhiṣṭhira nach den heiligsten Ländern, Einsiedeleien, Bergen und Flüssen. Bhīṣma antwortet mit einer alten Erzählung, in der ein Siddha dem Ährenleser (Śilavṛtti) die Größe der Gaṅgā preist.
Vaiśaṃpāyana sprach: [Ihn,] der an Einsicht dem Bṛhaspati gleicht, an Nachsicht dem Brahmā gleich ist, an Tapferkeit dem Śakra gleich, an Glanz der Sonne gleich –
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf. 3.Sg.)
bṛhaspatisamaṃ buddhyā
dem Bṛhaspati gleich an Verstand (Akk.Sg.m. / Instr.Sg.)
kṣamayā brahmaṇaḥ samam
an Nachsicht dem Brahmā gleich (Instr.Sg. / Gen.Sg. / Akk.Sg.m.)
parākrame śakrasamam
im Heldentum dem Śakra gleich (Lok.Sg. / Akk.Sg.m.)
Als er auf dem Heldenlager ruhte und auf die [rechte] Zeit wartete, den Unerschütterlichen, den Besten der Bharatas, kamen die großen Seher, um ihn zu sehen.
Wort für Wort
śayānaṃ vīraśayane
ruhend auf dem Heldenlager (Part.Präs.Med. Akk.Sg. / Lok.Sg.)
kālākāṅkṣiṇam acyutam
auf die Zeit wartend, den Unerschütterten (Akk.Sg.m.)
Nitambhū, Bhuvana, Dhaumya, Śatānanda, Akṛtavraṇa, ebenso Rāma, der Sohn des Jamadagni, und Kāmya – diese und andere; die hochgesinnten großen Seher waren zusammengekommen, um Bhīṣma zu sehen.
Wort für Wort
nitaṃbhūḥ bhuvanaḥ dhaumyaḥ
Nitambhū, Bhuvana, Dhaumya (Nom.Sg.)
śatānandaḥ akṛtavraṇaḥ
Śatānanda, Akṛtavraṇa (Nom.Sg.)
jāmadagnyaḥ tathā rāmaḥ
der Jamadagnide, ebenso Rāma (Nom.Sg.)
kāmyaḥ ca iti evamādayaḥ
Kāmya und so weiter, diese und ähnliche (Nom.Pl.)
samāgatāḥ mahātmānaḥ
zusammengekommen, die Hochgesinnten (Part.Pass. Nom.Pl.)
bhīṣmaṃ draṣṭuṃ maharṣayaḥ
Bhīṣma zu sehen, die großen Seher (Akk.Sg. / Inf. / Nom.Pl.)
Bhīṣma, der die Gespräche dieser Seher, deren Selbst geläutert war, gehört hatte, hielt sich, von höchster Zufriedenheit erfüllt, für im Himmel weilend.
Wort für Wort
bhīṣmaḥ teṣāṃ kathāḥ śrutvā
Bhīṣma, deren Gespräche gehört habend (Nom.Sg. / Gen.Pl. / Akk.Pl. / Ger.)
ṛṣīṇāṃ bhāvitātmanām
der Seher, deren Selbst geläutert ist (Gen.Pl.)
mene divistham ātmānam
hielt für im Himmel weilend sich selbst (Perf.Med. 3.Sg. / Akk.Sg.)
tuṣṭyā paramayā yutaḥ
mit höchster Zufriedenheit verbunden (Instr.Sg.f. / Nom.Sg.m.)
Am Ende der Gespräche berührte Yudhiṣṭhira, der Pāṇḍava, der Sohn des Dharma, mit dem Haupt die Füße Bhīṣmas und stellte ihm eine Frage über den Dharma.
Wort für Wort
kathānte śirasā
am Ende der Gespräche, mit dem Haupt (Lok.Sg. / Instr.Sg.)
pādau spṛṣṭvā bhīṣmasya
die Füße berührt habend, des Bhīṣma (Akk.Du. / Ger. / Gen.Sg.)
ke deśāḥ ke janapadā āśramāḥ ke ca parvatāḥ; prakṛṣṭāḥ puṇyataḥ kāś ca jñeyā nadyaḥ pitāmaha
„Welche Landschaften, welche Gaue, welche Einsiedeleien und welche Berge sind durch Verdienst hervorragend, und welche Flüsse sind zu erkennen [als solche], Großvater?“
uvāsa rajanīṃ tatra susukhaṃ sukhabhāg ṛṣiḥ; śilavṛttis tu yat kṛtyaṃ prātas tat kṛtavāñ śuciḥ
Der Seher weilte dort die Nacht, sehr behaglich, Behagen genießend; der Ährenleser aber, rein, verrichtete am Morgen, was zu tun war.
Wort für Wort
uvāsa rajanīṃ tatra
weilte die Nacht dort (Perf. 3.Sg. / Akk.Sg.)
susukhaṃ sukhabhāk ṛṣiḥ
sehr behaglich, Behagen genießend, der Seher (Adv. / Nom.Sg.)
śilavṛttiḥ tu yat kṛtyam
der Ährenleser aber, was zu tun war (Nom.Sg. / Gerundiv Akk.Sg.n.)
prātaḥ tat kṛtavān śuciḥ
am Morgen, das vollbrachte, der Reine (Adv. / Part.Perf.Akt. Nom.Sg. / Nom.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).
tau sametya mahātmānau sukhāsīnau kathāḥ śubhāḥ; cakratur vedasaṃbaddhās taccheṣakṛtalakṣaṇāḥ
Jene beiden Hochgesinnten führten, bequem sitzend, nach der Begegnung heilsame, auf den Veda bezogene Gespräche, die das Verbleibende davon als ihr Kennzeichen trugen [?].
Wort für Wort
tau sametya mahātmānau
diese beiden, zusammengekommen, Hochgesinnten (Nom.Du. / Ger. / Nom.Du.)
śilavṛttir uvāca; ke deśāḥ ke janapadāḥ ke ''śramāḥ ke ca parvatāḥ; prakṛṣṭāḥ puṇyataḥ kāś ca jñeyā nadyas tad ucyatām
Der Ährenleser sprach: „Welche Landschaften, welche Gaue, welche Einsiedeleien und welche Berge sind durch Verdienst hervorragend, und welche Flüsse sind zu erkennen [als solche]? Das möge gesagt werden.“
Wort für Wort
śilavṛttiḥ uvāca
der Ährenleser sprach (Perf. 3.Sg.)
ke deśāḥ ke janapadāḥ
welche Landschaften, welche Gaue (Nom.Pl.)
ke āśramāḥ ke ca parvatāḥ
welche Einsiedeleien, und welche Berge (Nom.Pl.)
prakṛṣṭāḥ puṇyataḥ
hervorragend durch Verdienst (Nom.Pl. / Abl.-Adv.)
siddha uvāca; puṣkaraṃ ca prabhāsaṃ ca naimiṣaṃ himavān giriḥ; gaṅgā ca yamunā caiva vedikā mathurā gayā; sarasvatyāruṇā caiva kurukṣetraṃ pṛthūdakam; śilavṛttir uvāca; eteṣāṃ katamasyāhaṃ māhātmyaṃ kathayāmi te; bālyāt prabhṛti viprendra bhaktiḥ kautukam eva ca; māhātmyaṃ prati viprendra gaṅgāyā mama tattvataḥ
Der Siddha sprach: „Puṣkara und Prabhāsa und Naimiṣa, der Berg Himavat, die Gaṅgā und die Yamunā, Vedikā, Mathurā, Gayā, Sarasvatī und Aruṇā, Kurukṣetra, Pṛthūdaka.“ Der Ährenleser sprach: „Von diesen – von welchem soll ich dir die Größe verkünden? Von Kindheit an, Bester der Brahmanen, [besteht] in mir Ergebenheit und Neugier, was die Größe der Gaṅgā angeht, in Wahrheit.“
Wort für Wort
siddhaḥ uvāca
der Siddha sprach (Perf. 3.Sg.)
puṣkaraṃ ca prabhāsaṃ ca naimiṣaṃ himavān giriḥ
Puṣkara und Prabhāsa, Naimiṣa, der Berg Himavat (Nom.Sg.n. / m.)
gaṅgā ca yamunā ca eva vedikā mathurā gayā
Gaṅgā und Yamunā, Vedikā, Mathurā, Gayā (Nom.Sg.f.)
sarasvatī aruṇā ca eva kurukṣetraṃ pṛthūdakam
Sarasvatī, Aruṇā, Kurukṣetra, Pṛthūdaka (Nom.Sg.)
śilavṛttiḥ uvāca eteṣāṃ katamasya aham
der Ährenleser sprach: von diesen, von welchem ich (Gen.Pl. / Gen.Sg.m. / Nom.Sg.)
māhātmyaṃ kathayāmi te
die Größe soll ich verkünden dir (Akk.Sg. / Präs. 1.Sg. / Dat.Sg.)
bālyāt prabhṛti viprendra bhaktiḥ kautukam eva ca
von Kindheit an, Bester der Brahmanen, Ergebenheit und Neugier (Abl.-Adv. / Vok.Sg. / Nom.Sg.)
māhātmyaṃ prati viprendra gaṅgāyāḥ mama tattvataḥ
hinsichtlich der Größe, der Gaṅgā, bei mir, in Wahrheit (Akk.Sg. / Gen.Sg. / Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Sprecherzuweisung ist in der Überlieferung uneinheitlich (das Verkündigen der Größe passt eher zum Siddha), Wortlaut hier wie überliefert. [?]
siddha uvāca; te deśās te janapadās te ''śramās te ca parvatāḥ; yeṣāṃ bhāgīrathī gaṅgā madhyenaiti saridvarā
Der Siddha sprach: „Jene Landschaften, jene Gaue, jene Einsiedeleien und jene Berge sind [die besten], in deren Mitte die Bhāgīrathī Gaṅgā, die beste der Flüsse, dahinfließt.“
Wort für Wort
siddhaḥ uvāca
der Siddha sprach (Perf. 3.Sg.)
te deśāḥ te janapadāḥ
jene Landschaften, jene Gaue (Nom.Pl.)
te āśramāḥ te ca parvatāḥ
jene Einsiedeleien und jene Berge (Nom.Pl.)
yeṣāṃ bhāgīrathī gaṅgā
in deren [Mitte] die Bhāgīrathī Gaṅgā (Rel. Gen.Pl. / Nom.Sg.f.)
madhyena eti saridvarā
mitten hindurch geht sie, die beste der Flüsse (Instr.Sg. / Präs. 3.Sg. / Nom.Sg.f.)
Auch wenn sie mit Freveln behaftet sind, werden sie rein, nachdem sie den Körper abgelegt haben; sie werden durch das Ablegen des Leibes am Zusammenfluss von Gaṅgā und Yamunā befreit.
Wort für Wort
yuktāḥ ca pātakaiḥ
und verbunden mit Freveln (Part.Pass. Nom.Pl. / Instr.Pl.)
tyaktvā dehaṃ śuddhāḥ bhavanti te
den Körper abgelegt habend, rein werden sie (Ger. / Akk.Sg. / Nom.Pl. / Präs. 3.Pl.)
mucyante dehasaṃtyāgāt
werden befreit durch das Ablegen des Körpers (Präs.Pass. 3.Pl. / Abl.Sg.)
gaṅgāyamunasaṃgame
am Zusammenfluss von Gaṅgā und Yamunā (Lok.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.
snātānāṃ śucibhis toyair gāṅgeyaiḥ prayatātmanām; vyuṣṭir bhavati yā puṃsāṃ na sā kratuśatair api
Das Aufleuchten [des Heils], das Menschen zuteilwird, die mit den reinen Wassern der Gaṅgā gebadet haben und deren Selbst gesammelt ist, das gibt es nicht einmal durch hundert Opfer.
Wort für Wort
snātānāṃ śucibhiḥ toyaiḥ
der Gebadeten, mit reinen Wassern (Gen.Pl. / Instr.Pl.)
gāṅgeyaiḥ prayatātmanām
der Gaṅgā-Wasser, mit gesammeltem Selbst (Instr.Pl. / Gen.Pl.)
vyuṣṭiḥ bhavati yā puṃsām
das Aufleuchten [des Heils], das entsteht, welches für Männer (Nom.Sg. / Präs. 3.Sg. / Rel. / Gen.Pl.)
Wie die Sonne beim Aufgang leuchtet, nachdem sie dichte Finsternis vertrieben hat, so leuchtet [der Mensch], wenn er die Sünde vertrieben hat, mit dem Wasser der Gaṅgā besprengt.
Auch andere Götter und Weise, [ebenso] die Ahnengeister samt den Vätern, werden [durch Gaṅgā-Wasser] gesättigt und erlangen Sättigung in den drei Welten überall.
Wort für Wort
anye ca devā munayaḥ
und andere Götter [und] Weise (Nom.Pl.)
pretāni pitṛbhiḥ saha
die Verstorbenen [Ahnen] samt den Vätern (Nom.Pl.n. / Instr.Pl.)
tarpitās tṛptim āyānti
gesättigt, gelangen sie zur Sättigung (Part.Pass./3.Pl.Präs.)
triṣu lokeṣu sarvaśaḥ
in den drei Welten überall (Lok.Pl./Adv.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; pretāni (Neutrum) neben pitṛbhiḥ ungewöhnlich, Bedeutung der pretāni unsicher.
yas tu sūryeṇa niṣṭaptaṃ gāṅgeyaṃ pibate jalam; gavāṃ nirhāranirmuktād yāvakāt tad viśiṣyate
Wer aber von der Sonne erhitztes Gaṅgā-Wasser trinkt, der übertrifft [den, der sich von] Gerstenbrei [ernährt], der aus dem Kot der Kühe ausgelöst ist.
Wort für Wort
yas tu sūryeṇa niṣṭaptaṃ
wer aber von der Sonne durchhitzt [ist] (Instr./Part.Pass.Akk.)
gāṅgeyaṃ pibate jalam
Gaṅgā-Wasser trinkt (Akk. / 3.Sg.Med.Präs.)
gavāṃ nirhāranirmuktād yāvakāt
aus dem von Kühen Ausgeschiedenen [Kot] herausgelösten Gerstenbrei (Abl.)
tad viśiṣyate
das übertrifft [ihn] (3.Sg.Pass.)
Gemeint ist die Gelübdeübung, Gerstenkörner aus Kuhmist auszulesen und zu essen; Bezug von tad ist leicht unklar.
tiṣṭhed yugasahasraṃ tu pādenaikena yaḥ pumān; māsam ekaṃ tu gaṅgāyāṃ samau syātāṃ na vā samau
Wer tausend Weltalter [Yugas] lang auf einem einzigen Fuß steht, und [wer] einen Monat lang an der Gaṅgā [weilt]: Beide sind gleich, oder auch nicht gleich.
Wort für Wort
tiṣṭhed yugasahasraṃ tu
möge stehen tausend Yugas lang (Opt./Akk.)
pādenaikena yaḥ pumān
auf einem einzigen Fuß, welcher Mann (Instr. / Nom.)
māsam ekaṃ tu gaṅgāyām
einen Monat aber an der Gaṅgā (Akk./Lok.)
samau syātāṃ na vā samau
beide mögen gleich sein oder nicht gleich (Opt.3.Du.)
Zu ‚weilt‘ ist ein Verb ergänzt; im Sanskrit elliptisch.
Ein Jahr lang im Wasser der Gaṅgā zu wohnen, das gilt als [dem] gleichwertig.
Wort für Wort
saṃvatsaraṃ
ein Jahr [lang] (Akk.)
jale vāsaṃ
Wohnen im Wasser (Lok./Akk.)
gaṅgāyāṃ
an der Gaṅgā (Lok.)
tatsamaṃ matam
als jenem gleich gilt es (Nom.n. / Part.Pass.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; ‚dem‘ verweist auf die vorher genannten Übungen, Bezug knapp.
Wie Baumwolle, die ins Feuer gelangt ist, gänzlich verweht [verbrennt], bester der Zweimalgeborenen, so wird jede Sünde dessen, der in die Gaṅgā eingetaucht ist, gänzlich abgeschüttelt.
Wort für Wort
agnau prāptaṃ pradhūyeta
ins Feuer gelangt, wird verweht (Lok. / Part.Pass. / Opt.Pass.3.Sg.)
yathā tūlaṃ dvijottama
wie Baumwolle, bester der Zweimalgeborenen (Akk./Vok.)
tathā gaṅgāvagāḍhasya
so bei dem in die Gaṅgā Eingetauchten (Gen.)
sarvaṃ pāpaṃ pradhūyate
jede Sünde wird abgeschüttelt (Nom. / 3.Sg.Pass.Präs.)
Wer „Gaṅgā, Gaṅgā“ ruft, sei es auch aus Hunderten von Yojanas [Entfernung], wird von allen Sünden befreit und geht in Viṣṇus Welt. Wo die Gaṅgā nicht ist, werden Sühnen [Prāyaścitta] auferlegt; wo aber die Gaṅgā ist, wie könnte es dort eine Sühne geben? Durch [ihren] Anblick entsteht Reinheit, durch das Bad der höchste Weg. Glücklich [gepriesen] ist die Gaṅgā bei Kanakhala, in Kurukṣetra die Sarasvatī; im Dorf oder im Wald, überall ist die Narmadā heilig.
Wort für Wort
gaṅgā gaṅgeti yo brūyād
„Gaṅgā, Gaṅgā“, wer spricht (Opt.3.Sg.)
yojanānāṃ śatair api
selbst aus Hunderten von Yojanas (Gen.Pl./Instr.Pl.)
mucyate sarvapāpebhyo viṣṇulokaṃ sa gacchati
er wird von allen Sünden befreit, er geht in Viṣṇus Welt (3.Sg.Pass. / Abl.Pl. / Akk. / 3.Sg.)
prāyaścittāni dīyante yatra gaṅgā na vidyate
Sühnen werden gegeben, wo die Gaṅgā nicht ist (3.Pl.Pass.)
gaṅgā ca vidyate yatra prāyaścittaṃ kathaṃ bhavet
und wo die Gaṅgā ist, wie könnte Sühne sein (Opt.3.Sg.)
darśanāj jāyate śuddhiḥ snānena paramā gatiḥ
durch Anblick entsteht Reinheit, durch Bad der höchste Weg (Abl./Instr.)
dhanyā gaṅgā kanakhale kurukṣetre sarasvatī
gesegnet die Gaṅgā bei Kanakhala, in Kurukṣetra die Sarasvatī (Nom.f. / Lok.)
grāme vā yadi vāraṇye puṇyā sarvatra narmadā
im Dorf oder im Wald, heilig überall die Narmadā (Lok. / Nom.f.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; ‚Yojana‘ ist ein Wegmaß. Halbverse teils verschoben/eingeschoben.
Die vielen schlimmen Übeln Verfallenen, [jene] verworfensten Männer, die in die Hölle fallen: Wenn sie Zuflucht bei der Gaṅgā genommen haben, führt sie [diese] nach dem Tod hinüber.
Wort für Wort
prakṛṣṭair aśubhair grastān
von schweren Übeln ergriffen (Instr.Pl. / Part.Akk.Pl.)
anekaiḥ puruṣādhamān
von vielen, niedrigste Männer (Instr.Pl. / Akk.Pl.)
patato narake
die in die Hölle Fallenden (Part.Akk.Pl. / Lok.)
gaṅgā saṃśritān pretya tārayet
die Gaṅgā möge die Zuflucht Genommenen nach dem Tod hinüberführen (Opt.3.Sg. / Part.Akk.Pl. / Absol.)
Syntax der Konstruktion (patataḥ, saṃśritān) leicht ungewöhnlich; sinngemäß wiedergegeben.
te saṃvibhaktā munibhir nūnaṃ devaiḥ savāsavaiḥ; ye 'bhigacchanti satataṃ gaṅgām abhigatāṃ suraiḥ
Sie sind gewiss von den Weisen und von den Göttern samt Vāsava [Indra] [in Gemeinschaft] aufgenommen, die stets zu der Gaṅgā gehen, welche von den Göttern aufgesucht wurde.
Wort für Wort
te saṃvibhaktā munibhir
sie sind zugeteilt/aufgenommen von den Weisen (Nom.Pl. / Part. / Instr.Pl.)
nūnaṃ devaiḥ savāsavaiḥ
gewiss von den Göttern samt Indra (Adv. / Instr.Pl.)
ye 'bhigacchanti satataṃ
die stets hingehen (3.Pl.Präs.)
gaṅgām abhigatāṃ suraiḥ
zur Gaṅgā, die von Göttern besucht ist (Akk. / Part.Akk.f. / Instr.Pl.)
saṃvibhaktāḥ: ‚mit ihnen geteilt/verbunden‘; genaue Nuance unsicher [?].
vinayācārahīnāś ca aśivāś ca narādhamāḥ; te bhavanti śivā vipra ye vai gaṅgāṃ samāśritāḥ
Wer ohne Bescheidenheit und guten Wandel ist und unheilvoll, niedrigste Männer: Sie werden heilvoll, Brahmane, die ihre Zuflucht bei der Gaṅgā genommen haben.
Wort für Wort
vinayācārahīnāś ca
und ohne Bescheidenheit und Sitte (Nom.Pl.)
aśivāś ca narādhamāḥ
und unheilvoll, niedrigste Männer (Nom.Pl.)
te bhavanti śivā vipra
sie werden heilvoll, Brahmane (Nom.Pl. / 3.Pl. / Vok.)
ye vai gaṅgāṃ samāśritāḥ
die ja bei der Gaṅgā Zuflucht genommen haben (Part.Nom.Pl.)
yathā surāṇām amṛtaṃ pitṝṇāṃ ca yathā svadhā; sudhā yathā ca nāgānāṃ tathā gaṅgājalaṃ nṛṇām
Wie den Göttern der Unsterblichkeitstrank, wie den Vätern die Svadhā[-Gabe] und wie den Nāgas der Nektar [Sudhā], so ist den Menschen das Wasser der Gaṅgā.
Wort für Wort
yathā surāṇām amṛtaṃ
wie den Göttern das Amṛta (Gen.Pl. / Nom.)
pitṝṇāṃ ca yathā svadhā
und wie den Vätern die Svadhā (Gen.Pl. / Nom.f.)
sudhā yathā ca nāgānāṃ
und wie den Nāgas die Sudhā (Nom. / Gen.Pl.)
tathā gaṅgājalaṃ nṛṇām
so das Gaṅgā-Wasser den Menschen (Nom.n. / Gen.Pl.)
upajīvyā yathā dhenur lokānāṃ brāhmam eva vā; haviṣāṃ ca yathā somas taraṇeṣu tathākṣayam
Wie die Kuh von den Welten zu nutzen ist, oder das Brahman[-Wissen]; wie Soma unter den Opfergaben [zu nutzen ist], so [ist sie] unvergänglich in den Überfahrten.
Wort für Wort
upajīvyā yathā dhenur
wie die Kuh zu nutzen ist (Nom.f.Gerundiv / Nom.f.)
lokānāṃ brāhmam eva vā
für die Welten, oder das Brahmische (Gen.Pl. / Nom.n.)
haviṣāṃ ca yathā somaḥ
und wie Soma unter den Opfergaben (Gen.Pl. / Nom.)
taraṇeṣu tathākṣayam
bei den Überquerungen so unvergänglich (Lok.Pl. / Nom.n.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, wohl verderbt; Konstruktion und Bezug von taraṇeṣu unklar [?].
Wie den von [ihr] Lebenden die Kuh, den Göttern und anderen die Erde als [Ernährerin] gilt, so ist hier die Gaṅgā für alle Lebenden [Träger des Atems].
Wort für Wort
yathopajīvināṃ dhenur
wie den Lebenden davon die Kuh (Gen.Pl. / Nom.f.)
devādīnāṃ dharā smṛtā
den Göttern und anderen die Erde, so gilt sie (Gen.Pl. / Nom.f. / Part.Pass.)
tathopajīvināṃ gaṅgā
so den davon Lebenden die Gaṅgā (Gen.Pl. / Nom.f.)
Wie die Götter die Unsterblichkeitstränke, die in Soma und Sonne gründen, durch die Opfer, angefangen mit dem Satra, genießen, so [genießen] die Menschen das Gaṅgā-Wasser.
Wort für Wort
devāḥ somārkasaṃsthāni
die Götter, in Soma und Sonne befindlich (Nom.Pl. / Akk.n.Pl.)
yathā satrādibhir makhaiḥ
wie durch Opfer, angefangen mit Satra (Instr.Pl.)
amṛtāny upajīvanti
leben von Unsterblichkeitstränken (Akk.Pl. / 3.Pl.Präs.)
Wer mit den aus der Sandbank der Jāhnavī [Gaṅgā] aufgestiegenen Sandkörnern besprengt [bestäubt] ist, der Mann hält sich selbst für wie im Himmel befindlich, prächtig.
Wort für Wort
jāhnavīpulinotthābhiḥ
von der Sandbank der Jāhnavī aufgestiegen (Instr.f.Pl.)
sikatābhiḥ samukṣitaḥ
mit Sandkörnern bestreut (Instr.Pl. / Part.Nom.)
manyate puruṣo ''tmānaṃ
hält der Mann sich selbst (3.Sg.Med. / Akk.)
diviṣṭham iva śobhitam
wie im Himmel weilend, strahlend (Akk. / Part.Akk.)
vāṅmanaḥkarmajair grastaḥ pāpair api pumān iha; vīkṣya gaṅgāṃ bhavet pūtas tatra me nāsti saṃśayaḥ
Selbst von den aus Rede, Denken und Tat geborenen Sünden ergriffen, kann ein Mensch hier rein werden, wenn er die Gaṅgā erblickt; daran habe ich keinen Zweifel.
Wort für Wort
vāṅmanaḥkarmajair grastaḥ
von den aus Rede, Geist und Tat geborenen ergriffen (Instr.Pl. / Part.Nom.)
pāpair api pumān iha
von Sünden auch, der Mann hier (Instr.Pl. / Nom.)
vīkṣya gaṅgāṃ bhavet pūtaḥ
die Gaṅgā erblickt habend, werde er rein (Abs. / Opt. / Part.Nom.)
saptāvarān sapta parān pitṝṃs tebhyaś ca ye pare; pumāṃs tārayate gaṅgāṃ vīkṣya spṛṣṭvāvagāhya ca
Sieben frühere [Generationen] und sieben spätere, die Väter, und jene, die noch darüber hinaus [sind]: Diese führt der Mensch hinüber, indem er die Gaṅgā erblickt, berührt und in ihr badet.
Wort für Wort
saptāvarān sapta parān
sieben frühere, sieben spätere (Akk.Pl.)
pitṝṃs tebhyaś ca ye pare
die Väter und von denen, die weiter entfernt sind (Akk.Pl. / Abl. / Nom.Pl.)
pumāṃs tārayate gaṅgāṃ
der Mann führt hinüber, die Gaṅgā (3.Sg.Präs. / Akk.)
vīkṣya spṛṣṭvāvagāhya ca
erblickend, berührend und eintauchend (Abs.)
Der Text ist syntaktisch gedrängt: ‚tebhyaś ca ye pare‘ = und die, die noch jenseits von ihnen sind.
Von der Gaṅgā gehört, ersehnt, gesehen, berührt, getrunken und in ihr gebadet, hinüberführt sie die Menschen, besonders beide Geschlechter [Vater- und Mutterlinie].
Wort für Wort
śrutābhilaṣitā dṛṣṭā
gehört, ersehnt, gesehen (Part.Nom.f.)
spṛṣṭā pītāvagāhitā
berührt, getrunken, in ihr gebadet (Part.Nom.f.)
gaṅgā tārayate nṝṇām
die Gaṅgā führt hinüber die Menschen (3.Sg.Präs. / Gen.Pl.)
ubhau vaṃśau viśeṣataḥ
beide Geschlechter besonders (Akk.Du. / Adv.)
nṝṇām als Gen. neben tārayate ungewöhnlich; sinngemäß ‚den Menschen‘ [?].
Für die an ihren Ufern Weilenden gibt es durch Askese, Ahnenopfer, Rezitationen und dergleichen, [durch] die Tīrthas von Gaṅgādvāra an, nichts Höheres für die Menschen. Abends und morgens denke man an die Gaṅgā, beim Baden nenne man sie stets, beim Wasseropfer und bei den Verehrungen der Väter, und auch im Sterben gedenke man ihrer.
Wort für Wort
tattīragānāṃ tapasā śrāddhapārāyaṇādibhiḥ
für die an ihrem Ufer Gehenden, durch Askese, Śrāddha, Studium usw. (Gen.Pl. / Instr.)
gaṅgādvāraprabhṛtibhis tattīrthair na paraṃ nṛṇām
durch die Tīrthas beginnend mit Gaṅgādvāra nichts Höheres den Menschen (Instr.Pl. / Gen.Pl.)
sāyaṃ prātaḥ smared gaṅgāṃ
abends [und] morgens gedenke man der Gaṅgā (Adv. / Opt. / Akk.)
nityaṃ snāne tu kīrtayet
immer beim Baden nenne man (Adv. / Lok. / Opt.)
tarpaṇe pitṛpūjāsu
beim Wasseropfer und bei Väterverehrungen (Lok. / Lok.Pl.)
maraṇe cāpi saṃsmaret
und auch im Tod gedenke man (Lok. / Opt.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der erste Teil (tattīragānām … na paraṃ nṛṇām) ist elliptisch und in der Konstruktion unsicher [?].
bhūtabhavyabhaviṣyajñair maharṣibhir upasthitām; devaiḥ sendraiś ca ko gaṅgāṃ nopaseveta mānavaḥ
Von den Großen Sehern, die Vergangenes, Gegenwärtiges und Künftiges kennen, und von den Göttern samt Indra aufgesucht: Welcher Mensch würde der Gaṅgā nicht dienen?
Wort für Wort
bhūtabhavyabhaviṣyajñair
von den Kennern des Gewesenen, Gegenwärtigen, Künftigen (Instr.Pl.)
maharṣibhir upasthitām
von den Großen Sehern aufgesucht (Instr.Pl. / Part.Akk.f.)
devaiḥ sendraiś ca
und von den Göttern samt Indra (Instr.Pl.)
ko gaṅgāṃ nopaseveta mānavaḥ
welcher Mensch würde der Gaṅgā nicht dienen (Opt.Med.)
Wer von Mutter, Vater, Söhnen, Gattinnen oder von Reichtum getrennt ist, dem entsteht nicht ein solcher Schmerz wie der, der aus der Trennung von der Gaṅgā entsteht.
Wort für Wort
mātrā pitrā sutair dārair
von Mutter, Vater, Söhnen, Gattinnen (Instr.)
viyuktasya dhanena vā
für den Getrennten oder vom Reichtum (Gen.Sg./Instr.)
na bhaved dhi tathā duḥkhaṃ
nicht fürwahr entsteht ein solcher Schmerz (3.Sg.Opt./Nom.)
yathā gaṅgāviyogajam
wie der aus der Trennung von der Gaṅgā geborene (Nom.Sg.n.)
nāraṇyair neṣṭaviṣayair na sutair na dhanāgamaiḥ; tathā prasādo bhavati gaṅgāṃ vīkṣya yathā nṛṇām
Weder durch Wälder noch durch ersehnte Sinnesfreuden, weder durch Söhne noch durch Gewinn von Reichtum entsteht den Menschen eine solche Heiterkeit, wie beim Anblick der Gaṅgā.
Wort für Wort
nāraṇyair neṣṭaviṣayair
nicht durch Wälder, nicht durch ersehnte Sinnesobjekte (Instr.Pl.)
na sutair na dhanāgamaiḥ
nicht durch Söhne, nicht durch Erwerb von Reichtum (Instr.Pl.)
tathā prasādo bhavati
so entsteht Heiterkeit/Gnade (Nom.Sg./3.Sg.Präs.)
gaṅgāṃ vīkṣya yathā nṛṇām
wie beim Erblicken der Gaṅgā für die Menschen (Akk./Abs./Gen.Pl.)
Wie der Blick der Menschen heiter wird, wenn sie den vollen Mond sehen, so wird der Blick heiter, wenn man die auf drei Pfaden Wandelnde, die Gaṅgā, sieht.
Wort für Wort
pūrṇam induṃ yathā dṛṣṭvā
wie den vollen Mond gesehen habend (Akk./Abs.)
nṛṇāṃ dṛṣṭiḥ prasīdati
der Blick der Menschen wird heiter (Gen.Pl./Nom./3.Sg.)
gaṅgāṃ tripathagāṃ dṛṣṭvā
die Gaṅgā, die auf drei Pfaden Gehende, gesehen habend (Akk.Sg.f./Abs.)
tadbhāvas tadgatamanās tanniṣṭhas tatparāyaṇaḥ; gaṅgāṃ yo 'nugato bhaktyā sa tasyāḥ priyatāṃ vrajet
Wer ihr in Hingabe folgt, mit Sinn auf sie gerichtet, mit Gedanken ganz bei ihr, auf sie gegründet und sie zum Ziel habend, der gelangt zu ihrer Gunst.
Wort für Wort
tadbhāvas tadgatamanās
wessen Wesen in ihr ist, dessen Geist auf sie gerichtet ist (Bahuvrīhi, Nom.)
tanniṣṭhas tatparāyaṇaḥ
in ihr gegründet, sie als höchstes Ziel habend (Nom.)
gaṅgāṃ yo 'nugato bhaktyā
wer der Gaṅgā in Hingabe gefolgt ist (Akk./Part.Perf./Instr.)
sa tasyāḥ priyatāṃ vrajet
der gelange zu ihrer Liebe/Wertschätzung (Nom./Gen.Sg.f./Akk./3.Sg.Opt.)
Von Wesen, die auf der Erde, im Luftraum und im Himmel weilen, von hohen und niedrigen: die Gaṅgā ist beständig aufzusuchen [durch Eintauchen]; dies ist für die Guten die vordringlichste Pflicht.
Wort für Wort
bhūḥsthaiḥ khasthair diviṣṭhaiś ca
von den auf der Erde, im Luftraum, im Himmel Weilenden (Instr.Pl.)
bhūtair uccāvacair api
von Wesen, hohen und niedrigen zugleich (Instr.Pl.)
gaṅgā vigāhyā satatam
die Gaṅgā ist zu durchtauchen, stets (Nom./Gerundiv/Adv.)
etat kāryatamaṃ satām
dies ist das Wichtigste zu Tuende der Guten (Nom.Sg.n./Gen.Pl.)
Instrumental der Wesen als Agens beim Gerundiv (vigāhyā).
Auch die schlecht Gestorbenen und die Kinderlosen, sobald sie tot waren, führte sie in den Himmel.
Wort für Wort
durmṛtān anapatyāṃś ca
die schlecht Gestorbenen und Kinderlosen (Akk.Pl.)
sā mṛtān anayad divam
sie, als Tote, führte in den Himmel (Nom.Sg.f./Akk.Pl./Impf./Akk.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; hier syntaktisch vor 97 eingeschoben, yat in 97 schließt an 95 an.
Erregt von den Wellen der Gaṅgā, die vom Wind getrieben, mit gewaltigem Tosen, eilend, sehr hoch aufragend und glänzend sind, leuchtet sie, der tausendstrahligen Sonne gleich.
Wort für Wort
vāyvīritābhiḥ sumahāsvanābhir
von windbewegten, sehr laut tosenden (Instr.Pl.f.)
drutābhir atyarthasamucchritābhiḥ
von eilenden, übermäßig hoch aufragenden (Instr.Pl.f.)
gaṅgormibhir bhānumatībhir iddhaḥ
von den Wellen der Gaṅgā, den glänzenden, entflammt (Instr.Pl./Part.)
sahasraraśmipratimo vibhāti
dem Tausendstrahligen [Sonne] gleich, leuchtet er/sie (Nom.Sg.m./3.Sg.)
Grammatisch maskulin (iddhaḥ, pratimaḥ) bei Gaṅgā; vermutlich Bezug auf den Strom/Text unklar [?].
Die wasserreiche, ghee-reiche, überaus erhabene, Wohlstand spendende, schnell strömende, schwer zu durchtauchende Gaṅgā: Die Standhaften, die, zu ihr gegangen, den Leib abgelegt haben, gelangten zur Gleichheit mit den Göttern.
Wort für Wort
payasvinīṃ ghṛtinīm atyudārāṃ
die wasserreiche, ghee-reiche, sehr erhabene (Akk.Sg.f.)
samṛddhinīṃ veginīṃ durvigāhyām
die gedeihende, strömende, schwer zu durchtauchende (Akk.Sg.f.)
gaṅgāṃ gatvā yaiḥ śarīraṃ visṛṣṭaṃ
zur Gaṅgā gegangen, von denen der Leib abgelegt wurde (Akk./Abs./Instr./Part.)
gatā dhīrās te vibudhaiḥ samatvam
gelangt sind jene Standhaften zur Gleichheit mit den Göttern (Part./Nom.Pl./Instr./Akk.)
Blinde, Stumpfe und Besitzlose verbindet die Gaṅgā, die ruhmvolle, große, allgestaltige, von Göttern samt Indra, von Weisen und von Menschen verehrte, [mit] allen Wünschen.
Wort für Wort
andhāñ jaḍān dravyahīnāṃś ca
Blinde, Stumpfe und Besitzlose (Akk.Pl.)
gaṅgā yaśasvinī bṛhatī viśvarūpā
die Gaṅgā, ruhmvoll, groß, allgestaltig (Nom.Sg.f.)
devaiḥ sendrair munibhir mānavaiś ca
von Göttern mit Indra, von Weisen und Menschen (Instr.Pl.)
niṣevitā sarvakāmair yunakti
verehrt, verbindet sie mit allen Wünschen (Part./Instr.Pl./3.Sg.)
ūrjāvatīṃ madhumatīṃ mahāpuṇyāṃ trivartmagām; trilokagoptrīṃ ye gaṅgāṃ saṃśritās te divaṃ gatāḥ
Die kraftvolle, honigreiche, überaus heilige, auf drei Wegen gehende, die Beschützerin der drei Welten, die Gaṅgā: die zu ihr Zuflucht genommen haben, gingen in den Himmel.
Wort für Wort
ūrjāvatīṃ madhumatīṃ mahāpuṇyāṃ
die kraftvolle, honigreiche, sehr heilige (Akk.Sg.f.)
trivartmagām
die auf drei Wegen Gehende (Akk.Sg.f.)
trilokagoptrīṃ ye gaṅgāṃ saṃśritās
die Beschützerin der drei Welten; die, die zur Gaṅgā Zuflucht nahmen (Akk./Nom.Pl.)
Dem Sterblichen, der bei ihr wohnen oder sie auch nur sehen wird, gewähren die Götter Freuden; wer von ihr durchdrungen ist bei Berührung und Anblick, dem weisen die Götter das erwünschte Ziel zu.
Wort für Wort
yo vatsyati drakṣyati vāpi martyas
der Sterbliche, der wohnen wird oder auch sehen wird (Nom./3.Sg.Fut.)
tasmai prayacchanti sukhāni devāḥ
dem geben Freuden die Götter (Dat./3.Pl./Akk.Pl./Nom.)
tadbhāvitāḥ sparśane darśane yas
von ihr erfüllt bei Berührung und Anblick, wer (Part./Lok./Nom.)
tasmai devā gatim iṣṭāṃ diśanti
dem weisen die Götter das erwünschte Ziel zu (Dat./Akk.Sg.f./3.Pl.)
tadbhāvitāḥ (Nom.Pl.) ist syntaktisch schwierig; Deutung: 'die Götter, von ihr [Gaṅgā] dazu bewegt' ebenfalls möglich [?].
dakṣāṃ pṛthvīṃ bṛhatīṃ viprakṛṣṭāṃ; śivām ṛtāṃ surasāṃ suprasannām; vibhāvarīṃ sarvabhūtapratiṣṭhāṃ; gaṅgāṃ gatā ye tridivaṃ gatās te
Die tüchtige, weite, große, ferne, glückverheißende, wahrhaftige, wohlschmeckende, sehr klare, nachtgleich glänzende, allen Wesen Grundlage gebende Gaṅgā: die zu ihr gegangen sind, sind in den dritten Himmel gegangen.
Wort für Wort
dakṣāṃ pṛthvīṃ bṛhatīṃ viprakṛṣṭāṃ
die tüchtige, weite, große, ferne (Akk.Sg.f.)
śivām ṛtāṃ surasāṃ suprasannām
die glückverheißende, wahre, wohlschmeckende, sehr klare (Akk.Sg.f.)
vibhāvarīṃ sarvabhūtapratiṣṭhāṃ
die strahlende, Halt aller Wesen (Akk.Sg.f.)
gaṅgāṃ gatā ye tridivaṃ gatās te
zur Gaṅgā gegangen, die, in den Himmel gegangen sind sie (Akk./Part./Nom.Pl.)
vibhāvarī kann auch 'Nacht' bedeuten; hier als Beiwort 'strahlend' gefasst [?].
Deren Ruhm seit alters beständig Luftraum, Himmel, Erde, Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen erfüllt hat: das Wasser dieser besten der Flüsse genießend, werden alle Sterblichen zu solchen, die ihr Ziel erreicht haben.
Wort für Wort
khyātir yasyāḥ khaṃ divaṃ gāṃ ca nityaṃ
deren Ruhm Luftraum, Himmel, Erde stets (Nom./Gen.Sg.f./Akk./Adv.)
purā diśo vidiśaś cāvatasthe
von alters die Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen stand [darin] (Akk.Pl./3.Sg.Perf.Med.)
tasyā jalaṃ sevya saridvarāyā
ihr Wasser, nach dem Genießen, der besten der Flüsse (Gen./Akk./Abs./Gen.Sg.f.)
martyāḥ sarve kṛtakṛtyā bhavanti
Sterbliche alle werden Zielerreichte (Nom.Pl./3.Pl.)
sevya als Absolutiv ('nachdem man genossen hat'); avatasthe: 'erfüllt' [?] (Konstruktion von khyātiḥ mit Akk.).
Dies ist die Gaṅgā, gewiss die Grundlage; des Guha und des Goldenen Gebärmutter-Gattin; morgens dreiwegig, Ghee führend, sündlos, von Gaṅgā herabgestiegen, am Himmel, mit Allwasser.
Wort für Wort
iyaṃ gaṅgeti niyataṃ pratiṣṭhā
dies ist die Gaṅgā, gewiss die Grundlage (Nom./Adv./Nom.)
guhasya rukmasya ca garbhayoṣā
des Guha und des Goldenen [Gebärmutter-Frau] (Gen./Nom.Sg.f.)
Morgens in den drei Wegen das Eintauchen vollzogen habend, die Sündlose, ausgebreitet, Allschützerin der Sündigen.
Wort für Wort
prātas trimārgeṣu kṛtāvagāhā
morgens in den drei Wegen das Eintauchen vollzogen habend (Adv./Lok./Bahuvrīhi)
vipāpmanāṃ vitatā viśvagoptā
der Sündlosen [oder: Sündigen] ausgebreitet, Allbeschützerin (Gen.Pl./Part./Nom.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, stark verderbt [?]; vipāpmanām ist als Gen.Pl. mehrdeutig.
Vom unvergänglichen Nārāyaṇa, vor allem Geborenen, aus Viṣṇus Fuß, vom Śiṃśumāra und vom Polarstern, vom Mond, von der Sonne, von der Meru-gestaltigen Gestalt Viṣṇus: zusammengekommen mit dem Haupt Śivas zum Himālaya.
Wort für Wort
nārāyaṇād akṣayāt pūrvajātā
vom unvergänglichen Nārāyaṇa, zuvor geboren (Abl./Nom.Sg.f.)
viṣṇoḥ padāc chiṃśumārād dhruvāc ca
aus Viṣṇus Fuß, vom Śiṃśumāra und vom Polarstern (Abl.)
somāt sūryān merurūpāc ca viṣṇoḥ
vom Mond, von der Sonne, von der Meru-gestaltigen [Form] Viṣṇus (Abl./Gen.)
samāgatā śivamūrdhno himādrim
zusammengekommen [vom] Haupt Śivas zum Schneeberg (Part.Nom.f./Abl./Akk.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzstrophe, dunkel; Bezüge unsicher [?].
Die Tochter des Bergträgers [Himavat], Gattin des Hara, dem Umfang von Himmel und Erde entsprechend, die Segensreiche, für die Erde die Künftige, strahlt, König; die Gaṅgā gibt fürwahr den drei Welten Verdienst.
Wort für Wort
sutāvanīdhrasya harasya bhāryā
Tochter des Bergträgers, Gattin des Hara (Nom./Gen./Nom.)
divo bhuvaś cāpi kakṣyānurūpā
von Himmel und Erde, ebenfalls, dem Umfang entsprechend (Gen./Nom.)
bhavyā pṛthivyā bhāvinī bhāti rājan
die Heilvolle, für die Erde die Werdende, sie strahlt, König (Nom./Gen./3.Sg./Vok.)
gaṅgā lokānāṃ puṇyadā vai trayāṇām
die Gaṅgā, den Welten Verdienst Gebende, fürwahr der dreien (Nom./Gen.Pl.)
sutā avanīdhrasya: Anspielung auf Pārvatī-Gaṅgā-Identifikation, textlich unsicher [?].
Beste Quelle, staubfrei, ausgebreitet, kraftvoll, Iḍā, Wasserträgerin, Ruhmspenderin, Allumfassende, Gestalt, Opfer, entflammte: der von der Gaṅgā Besprengten Weg der Welt.
Wort für Wort
yonir variṣṭhā virajā vitanvī
Quelle, beste, staubfreie, ausbreitende (Nom.Sg.f.)
śuṣmā irā vārivahā yaśodā
die Kraftvolle, Iḍā, Wasserführende, Ruhmgebende (Nom.Sg.f.)
viśvāvatī cākṛtir iṣṭir iddhā
die Allumfassende und Gestalt, Opfer, entflammte (Nom.Sg.f.)
gaṅgokṣitānāṃ bhuvanasya panthāḥ
der von der Gaṅgā Besprengten Weg der Welt (Gen.Pl./Gen./Nom.)
Aufzählung von Epitheta; einzelne Deutungen (irā, ākṛti) unsicher [?].
An Geduld gleicht die Gaṅgā der Erde im Bewahren und Tragen, an Glanz dem Feuer und der Sonne, und ist geschätzt von den Brahmanen und ebenso beständig von Guha wegen seiner Brahmanenfreundlichkeit.
Wort für Wort
kṣāntyā mahyā gopane dhāraṇe ca
an Geduld der Erde im Bewahren und Tragen (Instr./Dat./Lok.)
dīptyā kṛśānos tapanasya caiva
an Glanz dem Feuer und der Sonne (Instr./Gen.)
tulyā gaṅgā saṃmatā brāhmaṇānāṃ
gleich ist die Gaṅgā, geschätzt von den Brahmanen (Nom./Part./Gen.Pl.)
guhasya brahmaṇyatayā ca nityam
und Guhas wegen der Brahmanenfreundlichkeit stets (Gen./Instr./Adv.)
ṛṣiṣṭutāṃ viṣṇupadīṃ purāṇīṃ; supuṇyatoyāṃ manasāpi loke; sarvātmanā jāhnavīṃ ye prapannās; te brahmaṇaḥ sadanaṃ saṃprayātāḥ
Die von Sehern Gepriesene, Viṣṇus Fußpfad, die Uralte, mit sehr heiligem Wasser, [heilig] schon in Gedanken in der Welt: die Jāhnavī, zu der alle sich mit ganzem Wesen begeben haben, die gehen zu Brahmans Wohnsitz.
Wort für Wort
ṛṣiṣṭutāṃ viṣṇupadīṃ purāṇīṃ
die von Sehern gepriesene, Viṣṇupadī, uralte (Akk.Sg.f.)
supuṇyatoyāṃ manasāpi loke
mit sehr heiligem Wasser, schon im Geist, in der Welt (Akk./Instr./Lok.)
sarvātmanā jāhnavīṃ ye prapannās
mit ganzem Wesen die Jāhnavī, die sich zugewandt haben (Instr./Akk./Nom.Pl./Part.)
te brahmaṇaḥ sadanaṃ saṃprayātāḥ
die sind zu Brahmans Sitz gelangt (Nom.Pl./Gen./Akk./Part.)
Die diese Welten führt, wie eine Mutter ihre Söhne, mit allem Wesen, mit allen Vorzügen ausgestattet: von denen, die den ersehnten brahmischen Wohnort hier zu erlangen wünschen, ist die Gaṅgā stets zu verehren, wenn sie selbstbeherrscht sind.
Wort für Wort
lokān imān nayati yā jananīva putrān
die diese Welten führt wie eine Mutter Söhne (Akk.Pl./3.Sg./Nom.Sg.f./Akk.Pl.)
sarvātmanā sarvaguṇopapannā
mit ganzem Wesen, mit allen Tugenden ausgestattet (Instr./Nom.Sg.f.)
svasthānam iṣṭam iha brāhmam abhīpsamānair
den ersehnten eigenen brahmischen Ort hier zu erlangen Wünschenden (Akk./Instr.Pl.Part.)
gaṅgā sadaivātmavaśair upāsyā
Gaṅgā stets von Selbstbeherrschten zu verehren (Nom./Instr.Pl./Gerundiv)
Die Wasserreiche, Geliebte, Strahlende, Allwasser, Iḍā, Blitzträgerin, Fülle der Berge, Zuflucht der Guten, Unsterbliche, Liebling Brahmans: zur Gaṅgā soll sich der Selbstbeherrschte, der Vollendung Wünschende, begeben.
Wort für Wort
usrāṃ juṣṭāṃ miṣatīṃ viśvatoyām
die Strahlende, Geliebte, Blickende, Allwasser (Akk.Sg.f.)
irāṃ vajrīṃ revatīṃ bhūdharāṇām
Iḍā, Blitzträgerin, Reiche der Berge (Akk./Gen.Pl.)
śiṣṭāśrayām amṛtāṃ brahmakāntāṃ
Zuflucht der Guten, Unsterbliche, Brahman Geliebte (Akk.Sg.f.)
gaṅgāṃ śrayed ātmavān siddhikāmaḥ
zur Gaṅgā nehme Zuflucht der Selbstbeherrschte, Vollendung wünschend (Akk./3.Sg.Opt./Nom.)
Nachdem er alle Götter samt den Mächtigen versöhnt hatte, brachte Bhagīratha durch strenge Askese die Gaṅgā auf die Erde; wer stets zu ihr gelangt, hat weder hier noch im Jenseits Furcht.
Wort für Wort
prasādya devān savibhūn samastān
alle Götter samt den Mächtigen versöhnt habend (Abs./Akk.Pl.)
bhagīrathas tapasogreṇa gaṅgām
Bhagīratha durch strenge Askese die Gaṅgā (Nom./Instr./Akk.)
gām ānayat tām abhigamya śaśvan
auf die Erde brachte er sie; zu ihr gegangen, stets (Akk./3.Sg.Impf./Abs./Adv.)
pumān bhayaṃ neha nāmutra vidyāt
der Mann Furcht weder hier noch dort finde (Nom./Akk./3.Sg.Opt.)
udāhṛtaḥ sarvathā te guṇānāṃ; mayaikadeśaḥ prasamīkṣya buddhyā; śaktir na me kā cid ihāsti vaktuṃ; guṇān sarvān parimātuṃ tathaiva
Von mir wurde dir in jeder Hinsicht ein Teil ihrer Vorzüge dargelegt, nach Betrachtung mit dem Verstand; ich habe keinerlei Kraft, hier [alle] Vorzüge aufzuzählen, und ebenso nicht, sie alle zu ermessen.
Wort für Wort
udāhṛtaḥ sarvathā te guṇānāṃ
dargelegt in jeder Weise dir der Vorzüge (Part./Adv./Dat./Gen.Pl.)
mayaikadeśaḥ prasamīkṣya buddhyā
von mir ein Teil, nach Erwägung durch den Verstand (Instr./Nom./Abs./Instr.)
śaktir na me kā cid ihāsti vaktuṃ
Kraft nicht mir irgendeine hier ist, zu sagen (Nom./Gen./Inf.)
Vom Meru, vom Ozean mit allen Juwelen, von der Zahl der Steine oder des Wassers: nicht ist es möglich, hier die Vorzüge der Gaṅgā-Wasser aufzuzählen oder zu ermessen.
Wort für Wort
meroḥ samudrasya ca sarvaratnaiḥ
des Meru und des Ozeans mit allen Juwelen (Gen./Instr.Pl.)
saṃkhyopalānām udakasya vāpi
die Zahl der Steine oder auch des Wassers (Gen.Pl./Gen.Sg.)
vaktuṃ śakyaṃ neha gaṅgājalānāṃ
zu sagen möglich, nicht hier, der Gaṅgā-Wasser (Inf./Nom.n./Gen.Pl.)
guṇākhyānaṃ parimātuṃ tathaiva
Vorzugsbeschreibung, zu ermessen, ebenso (Nom./Inf.)
Syntax der ersten Hälfte elliptisch; Sinn: wie man Meru, Ozean usw. nicht zählen kann [?].
Darum soll man alle diese aus höchster Gläubigkeit genannten, von der Jāhnavī stammenden Vorzüge ebenso verehren, in Wort, Gedanken und Tat, mit Hingabe verbunden, höchst gläubig.
Wort für Wort
tasmād imān parayā śraddhayoktān
darum diese, mit höchster Gläubigkeit genannten (Abl./Akk.Pl./Instr./Part.)
guṇān sarvāñ jāhnavījāṃs tathaiva
Vorzüge alle, von der Jāhnavī stammende, ebenso (Akk.Pl.)
bhajed vācā manasā karmaṇā ca
man soll verehren in Wort, Gedanken, Tat (3.Sg.Opt./Instr.)
bhaktyā yuktaḥ parayā śraddadhānaḥ
mit höchster Hingabe verbunden, gläubig (Instr./Nom.)
Nachdem du diese drei Welten mit Ruhm erfüllt und jene große, schwer erreichbare Vollendung erlangt hast, wirst du bald durch die von der Gaṅgā geschaffenen Welten nach Wunsch wandeln, die ersehnten.
Wort für Wort
lokān imāṃs trīn yaśasā vitatya
diese drei Welten mit Ruhm ausgebreitet habend (Akk.Pl./Instr./Abs.)
tava mama ca guṇair mahānubhāvā; juṣatu matiṃ satataṃ svadharmayuktaiḥ; abhigatajanavatsalā hi gaṅgā; bhajati yunakti sukhaiś ca bhaktimantam
Möge deine und meine Gesinnung, von mächtigen [Wesen], stets an den Vorzügen der Selbstpflichten festhalten; denn die Gaṅgā, den zu ihr gekommenen Menschen zugetan, erfreut und verbindet den Hingegebenen mit Glück.
Wort für Wort
tava mama ca guṇair mahānubhāvā
durch deine und meine Vorzüge, Mächtige (Gen./Instr.Pl./Nom.Sg.f.)
juṣatu matiṃ satataṃ svadharmayuktaiḥ
möge lieben die Gesinnung stets, mit Selbstpflicht verbunden (3.Sg.Imp./Akk./Instr.)
abhigatajanavatsalā hi gaṅgā
zu den Angekommenen Menschen liebevoll, denn Gaṅgā (Nom.Sg.f.)
bhajati yunakti sukhaiś ca bhaktimantam
sie verehrt, verbindet mit Glück den Hingebungsvollen (3.Sg./Instr.Pl./Akk.)
Bhīṣma sprach: So belehrte der Höchstgesinnte, der Glanzvolle, der Vollendete, den Śilaratī über die vielen Vorzüge, die ganz aus dem Wesen der Dreiwegigen stammen, auf vielerlei Weise, wahrheitsgemäß, und trat in den Himmelsraum ein.
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Nom./3.Sg.Perf.)
iti paramamatir guṇān anekāñ
so der Höchstgesinnte die vielen Vorzüge (Nom./Akk.Pl.)
śilarataye tripathānuyogarūpān
dem Śilarati, [Vorzüge] von der Art der Dreiwegigen (Dat./Akk.Pl.)
Der Śilavṛtti [Ährenleser], durch die Worte des Vollendeten damals erweckt, verehrte die Gaṅgā vorschriftsgemäß und erlangte die sehr schwer erreichbare Vollendung.
Wort für Wort
śilavṛttis tu siddhasya vākyaiḥ
der Ährenleser aber, durch des Vollendeten Worte (Nom./Gen./Instr.Pl.)
saṃbodhitas tadā
erweckt, damals (Part./Adv.)
gaṅgām upāsya vidhivat
die Gaṅgā verehrt habend, vorschriftsgemäß (Akk./Abs./Adv.)
siddhiṃ prāptaḥ sudurlabhām
Vollendung erlangte er, sehr schwer erreichbare (Akk./Part./Akk.)
Vaiśaṃpāyana sprach: Als er die von Bhīṣma erzählte, mit dem Lobpreis der Gaṅgā verbundene Geschichte gehört hatte, empfand Yudhiṣṭhira höchste Freude zusammen mit seinen Brüdern.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom./3.Sg.Perf.)
śrutvetihāsaṃ bhīṣmoktaṃ
die Geschichte gehört habend, von Bhīṣma erzählt (Abs./Akk./Part.)