Kapitel 16: upamanyūktaśivastavaḥ
Kṛṣṇas Gaben von Śiva und Umā; Taṇḍis Lobpreis des allumfassenden Mahādeva
Kṛṣṇa schließt seinen Bericht über die Gaben von Śiva und Umā ab; danach folgt Upamanyus Erzählung vom Seher Taṇḍi und dessen langem Lobpreis Śivas als höchstes Brahman, Ziel aller Wege und Herr der Zeit.
„Festigkeit im Dharma, Erschlagen der Feinde in der Schlacht, höchsten Ruhm und höchste Kraft, Liebe zum Yoga, deine Nähe und hundert mal hundert Söhne erwähle ich [mir].“
Wort für Wort
dharme dṛḍhatvaṃ
Festigkeit im Dharma (Lok.Sg. / Akk.Sg.n.)
yudhi śatrughātaṃ
Feindesvernichtung im Kampf (Lok.Sg. / Akk.Sg.)
yaśas tathāgryaṃ paramaṃ balaṃ ca
Ruhm ebenso den ersten, höchste Kraft und (Akk.Sg.n.)
yogapriyatvaṃ tava saṃnikarṣaṃ
Yoga-Liebe, deine Nähe (Akk.Sg.)
vṛṇe sutānāṃ ca śataṃ śatāni
ich erwähle, und der Söhne hundert Hunderte (1.Sg.Med. / Gen.Pl. / Akk.Pl.)
śataṃ śatāni wörtlich „hundert Hunderte“, also hunderttausend im Sinne einer Fülle; Deutung nicht gesichert.
„Vom Erhabenen ist dir ein Sohn gegeben, Sāmba mit Namen, Makelloser; nimm auch von mir acht erwünschte Gaben, ich gebe [sie] dir.“ Und ihr, die sich mit dem Haupt verneigt hatte, wurde von mir geantwortet, Sohn des Pāṇḍu.
Wort für Wort
datto bhagavatā putraḥ
gegeben vom Erhabenen ein Sohn (Part.Pass. Nom.Sg.m. / Instr. / Nom.)
sāmbo nāma tavānagha
Sāmba mit Namen, dir, Makelloser (Nom. / Adv. / Gen. / Vok.)
matto 'py aṣṭau varān iṣṭān
auch von mir acht Gaben, erwünschte (Abl. / Akk.Pl.m.)
gṛhāṇa tvaṃ dadāmi te
nimm du, ich gebe dir (Imp. 2.Sg. / Präs. 1.Sg.)
praṇamya śirasā sā ca
sich verneigt habend mit dem Haupt, und sie (Abs. / Instr. / Nom.Sg.f.)
mayoktā pāṇḍunandana
von mir angesprochen, Freude des Pāṇḍu (Instr. / Part.Pass.f. / Vok.)
Der letzte Pāda ist grammatisch etwas unklar: „praṇamya śirasā sā ca mayoktā“; gemeint ist wohl, dass Kṛṣṇa ihr, sich verneigend, antwortete bzw. sie ansprach.
„Nichtzorn gegenüber den Brahmanen, Gunst vom Vater, hundert Söhne und höchsten Genuss, Zuneigung in der Familie, Gunst von der Mutter, Erlangung der Ruhe und auch Geschicklichkeit wähle ich.“
Wort für Wort
dvijeṣv akopaṃ pitṛtaḥ prasādaṃ
Zornlosigkeit gegen Zweimalgeborene, Gunst vom Vater (Lok.Pl. / Akk.Sg.)
devy uvāca; evaṃ bhaviṣyaty amaraprabhāva; nāhaṃ mṛṣā jātu vade kadā cit; bhāryāsahasrāṇi ca ṣoḍaśaiva; tāsu priyatvaṃ ca tathākṣayatvam
Die Göttin sprach: „So wird es sein, du von unsterblicher Macht; niemals rede ich je Unwahres. Sechzehntausend Frauen [sollst du haben] und bei ihnen Beliebtheit und Unversiegbarkeit.“
Wort für Wort
devy uvāca
die Göttin sprach (Nom.Sg.f. / Perf.)
evaṃ bhaviṣyaty amaraprabhāva
so wird es sein, du von göttlicher Macht (Fut. 3.Sg. / Vok.)
nāhaṃ mṛṣā jātu vade kadā cit
nicht ich Falsches je rede irgendwann (Präs. 1.Sg.)
bhāryāsahasrāṇi ca ṣoḍaśaiva
Frauentausende und sechzehn eben (Nom.Pl.n.)
tāsu priyatvaṃ ca tathākṣayatvam
bei ihnen Beliebtheit und ebenso Unversiegbarkeit (Lok.Pl.f. / Akk.Sg.n.)
Der Wunsch nach hundert Söhnen (Einheit 8) wird hier nicht wiederholt; die Aufzählung der Gaben ist verkürzt.
vāsudeva uvāca; evaṃ dattvā varān devo mama devī ca bhārata; antarhitaḥ kṣaṇe tasmin sagaṇo bhīmapūrvaja
Vāsudeva sprach: Nachdem so der Gott und meine Göttin die Gaben gegeben hatten, Bhārata, verschwanden sie in diesem Augenblick samt Gefolge, Älterer Bruder Bhīmas.
Wort für Wort
vāsudeva uvāca
Vāsudeva sprach (Nom. / Perf.)
evaṃ dattvā varān
so gegeben habend die Gaben (Abs. / Akk.Pl.)
devo mama devī ca bhārata
der Gott, meine Göttin und, Bhārata (Nom. / Gen. / Nom.f. / Vok.)
antarhitaḥ kṣaṇe tasmin
verschwunden in diesem Augenblick (Part.Pass. / Lok.)
sagaṇo bhīmapūrvaja
mit dem Gefolge, älterer Bruder des Bhīma (Nom.Sg.m. / Vok.)
namaskṛtvā tu sa prāha devadevāya suvrata; nāsti śarvasamo dāne nāsti śarvasamo raṇe; nāsti śarvasamo devo nāsti śarvasamā gatiḥ
Nachdem er sich vor dem Gott der Götter verneigt hatte, sprach er, du fest Gelobender: „Keiner ist Śarva gleich im Geben, keiner ist Śarva gleich im Kampf, kein Gott ist Śarva gleich, kein Ziel ist Śarva gleich.“
Wort für Wort
namaskṛtvā tu sa prāha
verneigt habend aber er sprach (Abs. / Perf. 3.Sg.)
devadevāya suvrata
dem Gott der Götter, Frommer (Dat. / Vok.)
nāsti śarvasamo dāne
nicht ist Śarva-gleich im Geben (Präs. 3.Sg. / Lok.)
nāsti śarvasamo raṇe
nicht ist Śarva-gleich im Kampf (Lok.)
nāsti śarvasamo devo
nicht ist Śarva-gleich ein Gott (Nom.)
nāsti śarvasamā gatiḥ
nicht ist Śarva-gleich ein Ziel (Nom.Sg.f.)
Alternativ: devadevāya könnte auch zu prāha gezogen werden („sprach zum Gott der Götter“).
ṛṣir āsīt kṛte tāta taṇḍir ity eva viśrutaḥ; daśa varṣasahasrāṇi tena devaḥ samādhinā; ārādhito 'bhūd bhaktena tasyodarkaṃ niśāmaya
Im Kṛta-Zeitalter, Lieber, war ein Seher, der einfach als Taṇḍi berühmt war. Zehntausend Jahre lang wurde von ihm, dem Ergebenen, der Gott in Versenkung verehrt; höre dessen Ergebnis.
Wort für Wort
ṛṣir āsīt kṛte tāta
ein Seher war im Kṛta[-Zeitalter], Lieber (Nom. / Impf. / Lok. / Vok.)
taṇḍir ity eva viśrutaḥ
Taṇḍi so eben berühmt (Nom. / Part.Pass.)
daśa varṣasahasrāṇi
zehn Jahrtausende (Akk. der Dauer)
tena devaḥ samādhinā
von ihm der Gott durch Versenkung (Instr. / Nom. / Instr.)
ārādhito 'bhūd bhaktena
verehrt wurde, von dem Ergebenen (Part.Pass. / Aor. 3.Sg. / Instr.)
So, durch die Verbindung mit Askese, bedachte Taṇḍi den Höchsten Selbst, den Unvergänglichen, den Hochgesinnten, und sprach diese Worte, sehr erstaunt: „Den die Sāṃkhyas stets rezitieren und die Yogins betrachten, den höchsten Urstoff, den Puruṣa, den Lenker, den Herrn; den die Weisen als Ursache von Entstehen und Vergehen kennen, über den hinaus es für Götter, Asuras und Weise nichts Höheres gibt; den Ungeborenen, ihn, den Herrscher, ohne Anfang und Ende, den Gebieter, den unendlich glücklichen Gott, den Makellosen, bei ihm suche ich Zuflucht.“ So sprechend erblickte er da den Schatz der Askesen: ihn, den Unvergänglichen, Unvergleichlichen, Undenkbaren, Ewigen, Festen; das teillose und teilhafte Brahman, eigenschaftslos und im Bereich der Eigenschaften; die höchste Wonne der Yogins, das Unvergängliche, „Erlösung“ genannt; das Ziel des Manu, Indras, Agnis und der Maruts und des ganzen Brahman; den Unfassbaren, Unbeweglichen, Reinen, durch den Verstand Fassbaren, aus Geist Bestehenden; schwer zu erkennen, unzählbar, schwer zu erreichen für Ungeläuterte; den Ursprung des Alls, der Welt, jenseits der Finsternis das Jenseitige; den höchsten, uralten Puruṣa, höher als die Höheren; er, der [zugleich] der belebte Ātman, das Licht, der im Lebendigen weilende Geist ist – zu diesem Gott mit dem Verlangen nach Schau, viele Jahresscharen lang, in strenger Askese verharrend, sah der Seher ihn und pries den Herrn.
Wort für Wort
iti taṇḍis tapoyogāt
so Taṇḍi durch Askese-Yoga (Nom. / Abl.)
paramātmānam avyayam cintayitvā
den Höchsten Selbst, den Unvergänglichen, bedacht habend (Akk. / Abs.)
mahātmānam idam āha suvismitaḥ
den Hochgesinnten; dies sprach er, sehr erstaunt (Akk. / Perf. 3.Sg. / Nom.)
yaṃ paṭhanti sadā sāṃkhyāś cintayanti ca yoginaḥ
den rezitieren stets Sāṃkhyas und betrachten Yogins (Präs. 3.Pl. / Nom.Pl.)
paraṃ pradhānaṃ puruṣam adhiṣṭhātāram īśvaram
höchsten Urstoff, Puruṣa, Lenker, Herrn (Akk.Sg.)
utpattau ca vināśe ca kāraṇaṃ yaṃ vidur budhāḥ
bei Entstehen und Vergehen als Ursache den kennen die Weisen (Lok. / Akk. / Perf. 3.Pl.)
devāsuramunīnāṃ ca paraṃ yasmān na vidyate
der Götter, Asuras, Weisen Höheres als den nicht existiert (Gen.Pl. / Abl. / Präs.Pass.)
ajaṃ tam aham īśānam anādinidhanaṃ prabhum
Ungeborenen, ihn, ich, den Herrscher, Anfangs- und Endlosen, Gebieter (Akk.Sg.)
atyantasukhinaṃ devam anaghaṃ śaraṇaṃ vraje
unendlich glücklichen Gott, makellosen; als Zuflucht gehe ich (Akk. / Präs. 1.Sg.)
evaṃ bruvann eva tadā dadarśa tapasāṃ nidhim
so sprechend eben da erblickte er der Askesen Schatz (Part.Präs. / Perf. 3.Sg. / Akk.)
teillos, teilhaft Brahman, eigenschaftslos, im Bereich der Eigenschaften (Akk.Sg.n.)
yogināṃ paramānandam akṣaraṃ mokṣasaṃjñitam
der Yogins höchste Wonne, Unvergängliches, „Erlösung“ genannt (Gen.Pl. / Akk.)
manorindrāgnimarutāṃ viśvasya brahmaṇo gatim
des Manu, Indras, Agnis, der Maruts, des ganzen Brahman Ziel (Gen. / Akk.Sg.)
agrāhyam acalaṃ śuddhaṃ buddhigrāhyaṃ manomayam
unfassbar, unbeweglich, rein, durch den Verstand fassbar, geistgestaltig (Akk.Sg.n.)
durvijñeyam asaṃkhyeyaṃ duṣprāpam akṛtātmabhiḥ
schwer erkennbar, unzählbar, schwer erreichbar für Ungeläuterte (Akk. / Instr.Pl.)
yoniṃ viśvasya jagatas tamasaḥ parataḥ param
Schoß des Alls, der Welt, jenseits der Finsternis das Höhere (Akk. / Gen. / Abl. / Akk.)
paraṃ purāṇaṃ puruṣaṃ parebhyaḥ parataḥ param
höchsten uralten Puruṣa, höher als die Höheren (Akk. / Abl.Pl.)
yaḥ prāṇavantam ātmānaṃ jyotir jīvasthitaṃ manaḥ
der [ist] belebten Ātman, Licht, im Lebenden weilenden Geist (Nom. / Akk. / Nom.n.)
taṃ devaṃ darśanākāṅkṣī bahūn varṣagaṇān ṛṣiḥ
diesen Gott, nach Schau verlangend, viele Jahresscharen der Seher (Akk. / Nom. / Akk.Pl.)
tapasy ugre sthito bhūtvā dṛṣṭvā tuṣṭāva ceśvaram
in strenger Askese verharrend geworden, gesehen habend, pries er und den Herrn (Lok. / Abs. / Perf. 3.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften). „manorindrāgnimarutām“: manoḥ (Manu) + indra …, alternativ manaḥ = Geist; Lesart unsicher. Der Schluss (yaḥ prāṇavantam … tuṣṭāva) ist syntaktisch locker und zum Teil wohl verderbt.
jātīmaraṇabhīrūṇāṃ yatīnāṃ yatatāṃ vibho; nirvāṇada sahasrāṃśo namas te 'stu sukhāśraya
„Für die vor Geburt und Tod Furchtsamen, für die Asketen, die sich bemühen, Herr, Spender des Nirvāṇa, Tausendstrahliger, Zuflucht der Wonne: Verehrung sei dir!“
Wort für Wort
jātīmaraṇabhīrūṇāṃ
für die vor Geburt und Tod Furchtsamen (Gen.Pl.)
yatīnāṃ yatatāṃ vibho
der Asketen, der sich Mühenden, Herr (Gen.Pl. / Part.Präs. / Vok.)
nirvāṇada sahasrāṃśo
Nirvāṇa-Spender, Tausendstrahliger (Vok.)
namas te 'stu sukhāśraya
Verehrung dir sei, Zuflucht des Glücks (Nom. / Dat. / Imp. / Vok.)
tanavas te smṛtās tisraḥ purāṇajñaiḥ surarṣibhiḥ; adhipauruṣam adhyātmam adhibhūtādhidaivatam; adhilokyādhivijñānam adhiyajñas tvam eva hi
„Drei Leiber von dir sind überliefert, von den Purāṇa-Kundigen, den Göttern und Sehern: das auf den Puruṣa Bezogene, das auf das Selbst Bezogene, das auf die Wesen und Götter Bezogene, das auf die Welten Bezogene, das auf das Wissen Bezogene, das auf das Opfer Bezogene – das bist du allein.“
Wort für Wort
tanavas te smṛtās tisraḥ
Leiber von dir sind überliefert, drei (Nom.Pl.f. / Part.Pass. / Num.)
purāṇajñaiḥ surarṣibhiḥ
von Purāṇa-Kundigen, Götter-Sehern (Instr.Pl.)
adhipauruṣam adhyātmam
das Puruṣa-Bezogene, das Selbst-Bezogene (Akk./Nom.n.)
adhibhūtādhidaivatam
das Wesen-Bezogene, das Götter-Bezogene (n.)
adhilokyādhivijñānam
das Welt-Bezogene, das Wissen-Bezogene (n.)
adhiyajñas tvam eva hi
das Opfer-Bezogene [bist] du eben fürwahr (Nom.)
Die adhi-Reihe (adhipauruṣa, adhyātma, adhibhūta, adhidaivata, adhiloka, adhivijñāna, adhiyajña) ist wörtlich wiedergegeben; die Zuordnung zu den „drei Leibern“ bleibt unausgeführt.
„Dich, im eigenen Körper weilend, selbst für die Götter schwer zu erkennen, erkannt habend, gehen die Wissenden, befreit, zum höchsten, leidlosen Zustand.“
Wort für Wort
tvāṃ viditvātmadehasthaṃ
dich erkannt habend, im eigenen Leib weilend (Akk. / Abs. / Akk.)
durvidaṃ daivatair api
schwer zu erkennen selbst für Götter (Akk. / Instr.Pl.)
vidvāṃso yānti nirmuktāḥ
die Wissenden gehen, befreit (Nom.Pl. / Präs. 3.Pl. / Part.Pass.)
„Du, Herr, wünschst nicht [selbst]; [doch] Geburt und Tod entstehen auf vielfache Weise. Du bist das Tor zu Himmel und Erlösung, du bist der Entreißende [?] und du gibst.“
Wort für Wort
anicchatas tava vibho
bei dir nicht Wünschendem, Herr (Gen.Sg.Part. / Gen. / Vok.)
janmamṛtyur anekataḥ
Geburt und Tod, auf vielfache Weise (Nom. / Adv.)
dvāraṃ tvaṃ svargamokṣāṇām
Tor du, von Himmel und Erlösung (Nom.n. / Gen.Pl.)
ākṣeptā tvaṃ dadāsi ca
Entreißender [?] du, du gibst und (Nom. / Präs. 2.Sg.)
anicchatas tava … janmamṛtyur anekataḥ ist schwierig; wörtlich etwa „bei deinem Nichtwünschen [gibt es] Geburt und Tod von vielen Seiten“. ākṣeptā (Entreißer/Verwehrer) unsicher.
indriyāṇīndriyārthāś ca tatparaṃ prakṛter dhruvam; viśvāviśvaparo bhāvaś cintyācintyas tvam eva hi
„Die Sinne und die Sinnesobjekte, und das darüber Hinausliegende, jenseits der Urnatur, das Feste; das über Welt und Nicht-Welt hinausgehende Sein, Denkbares und Undenkbares bist du fürwahr.“
Wort für Wort
indriyāṇīndriyārthāś ca
Sinne und Sinnesobjekte (Nom.Pl.)
tatparaṃ prakṛter dhruvam
das darüber Hinausliegende, jenseits der Prakṛti, das Feste (Nom.n. / Abl. / Nom.n.)
viśvāviśvaparo bhāvaḥ
das über Welt und Nicht-Welt hinausgehende Sein (Nom.Sg.m.)
cintyācintyas tvam eva hi
Denkbares und Undenkbares du eben fürwahr (Nom.)
„tatparaṃ prakṛter dhruvam“ kann auch anders gegliedert werden (z. B. „das Höchste der Prakṛti, das Feste“).
„Gewiss sind wir heute am Ziel, gewiss haben wir das Ziel der Guten erlangt, das Ziel, das hier diejenigen erlangen, deren Verstand durch Erkenntnis rein ist.“
Wort für Wort
nūnam adya kṛtārthāḥ sma
gewiss heute zielerreicht sind wir (Adv. / Nom.Pl. / Präs. 1.Pl.)
nūnaṃ prāptāḥ satāṃ gatim
gewiss erlangt der Guten Ziel (Part.Pass. / Gen.Pl. / Akk.)
„Dieser da ist nun von mir nach vielen Geburten leibhaftig erlangt, der Gott, der den Ergebenen Gnade erweist, den man erkannt habend Unsterblichkeit genießt.“
Wort für Wort
so 'yam āsāditaḥ sākṣād
dieser hier erreicht, sichtbar (Nom. / Part.Pass. / Adv.)
bahubhir janmabhir mayā
nach vielen Geburten von mir (Instr.Pl. / Instr.)
bhaktānugrahakṛd devo
den Ergebenen Gnade erweisender Gott (Nom.)
yaṃ jñātvāmṛtam aśnute
den erkannt habend Unsterblichkeit man genießt (Abs. / Akk. / Präs. 3.Sg.Med.)
„Lebensschöpfer, Lebensträger, Lebewesen, Lebensgeber, Ziel der Lebewesen; Leibschöpfer, Leibträger, Verkörperter, Leibgenießer, Ziel der Verkörperten.“
Wort für Wort
prāṇakṛt prāṇabhṛt prāṇī
Lebensschöpfer, Lebensträger, Lebewesen (Nom.)
prāṇadaḥ prāṇināṃ gatiḥ
Lebensgeber, der Lebewesen Ziel (Nom. / Gen.Pl.)
dehakṛd dehabhṛd dehī
Leibschöpfer, Leibträger, Verkörperter (Nom.)
dehabhug dehināṃ gatiḥ
Leibgenießer, der Verkörperten Ziel (Nom. / Gen.Pl.)
adhyātmagatiniṣṭhānāṃ dhyāninām ātmavedinām; apunarmārakāmānāṃ yā gatiḥ so 'yam īśvaraḥ
„Für die, die im Ziel des Selbst-Bezogenen gründen, die Meditierenden, Selbstkenner, die keine Wiederkehr zum Tod wünschen: das Ziel, welches es ist, das ist dieser Īśvara.“
Wort für Wort
adhyātmagatiniṣṭhānāṃ
die im Ziel des Selbst-Bezogenen Gegründeten (Gen.Pl.)
dhyāninām ātmavedinām
Meditierender, Selbstkundiger (Gen.Pl.)
apunarmārakāmānāṃ
die kein Wiedersterben wünschen (Gen.Pl.)
yā gatiḥ so 'yam īśvaraḥ
welches Ziel, das [ist] dieser Herr (Nom.f. / Nom.)
apunarmārakāmānām: wörtlich „die kein erneutes Sterben wünschen“.
ayaṃ ca siddhikāmānām ṛṣīṇāṃ siddhidaḥ prabhuḥ; ayaṃ ca mokṣakāmānāṃ dvijānāṃ mokṣadaḥ prabhuḥ
„Und dieser ist der Herr, der den Sehern, die Vollendung wünschen, Vollendung gibt; und dieser ist der Herr, der den Zweimalgeborenen, die Erlösung wünschen, Erlösung gibt.“
Wort für Wort
ayaṃ ca siddhikāmānām
und dieser der Vollendung Wünschenden (Gen.Pl.)
ṛṣīṇāṃ siddhidaḥ prabhuḥ
der Seher Vollendungsgeber, Herr (Gen.Pl. / Nom.)
ayaṃ ca mokṣakāmānāṃ
und dieser der Erlösung Wünschenden (Gen.Pl.)
dvijānāṃ mokṣadaḥ prabhuḥ
der Zweimalgeborenen Erlösungsgeber, Herr (Gen.Pl. / Nom.)
Dieser Herr wurde von Brahmā und anderen, den Vollendeten, in der Höhle [des Herzens] verborgen, damit er den Göttern, Asuras und Menschen nicht offenbar werde.
Wort für Wort
ayaṃ brahmādibhiḥ siddhaiḥ
dieser (Herr), von Brahmā und anderen Vollendeten (Nom./Instr.Pl.)
guhāyāṃ gopitaḥ prabhuḥ
in der Höhle verborgen, der Herr (Lok.Sg./Part.Pass./Nom.)
devāsuramanuṣyāṇām
der Götter, Asuras und Menschen (Gen.Pl., Dvandva)
na prakāśo bhaved iti
nicht offenbar werden möge, [so dass] (Opt.3.Sg./iti)
Dich, Bhava, erkennen Götter, Asuras und Menschen in Wahrheit nicht; verwirrt sind sie eben durch diesen, und in den Herzensliegenden [Wunsch/Herrn] sind sie hineingeführt.
Wort für Wort
taṃ tvāṃ devāsuranarāḥ
dich, jenen, Götter, Asuras und Menschen (Akk.Sg./Nom.Pl.)
tattvena na vidur bhavam
in Wahrheit nicht kennen, Bhava (Adv./Perf.3.Pl./Akk.Sg.)
mohitāḥ khalv anenaiva
verwirrt fürwahr eben durch diesen (Part.Pass.Nom.Pl./Instr.Sg.)
hṛcchayena praveśitāḥ
durch den im Herzen Liegenden hineingeführt (Instr.Sg./Part.Kaus.Nom.Pl.)
hṛcchaya bedeutet wörtlich „im Herzen liegend“ (Liebesverlangen bzw. Epitheton des im Herzen wohnenden Gottes); die Konstruktion von praveśitāḥ ist mehrdeutig.
ye cainaṃ saṃprapadyante bhaktiyogena bhārata; teṣām evātmanātmānaṃ darśayaty eṣa hṛcchayaḥ
Und die sich ihm mit hingebungsvoller Verbindung [Bhaktiyoga] zuwenden, Bhārata, denen allein zeigt dieser im Herzen Liegende sich selbst durch sich selbst.
Wort für Wort
ye cainaṃ saṃprapadyante
und die, die sich ihm zuwenden (Nom.Pl./Akk.Sg./Präs.Med.3.Pl.)
bhaktiyogena bhārata
durch die Verbindung der Hingabe, Bhārata (Instr.Sg./Vok.)
teṣām evātmanātmānam
eben ihnen durch sich sich selbst (Dat./Gen.Pl./Instr.Sg./Akk.Sg.)
darśayaty eṣa hṛcchayaḥ
zeigt dieser Herzensruhende (Präs.Kaus.3.Sg./Nom.Sg.)
Wenn man ihn erlangt hat, hält man keinen Gewinn mehr für höher als den höchsten Gewinn; man gelangt zum höchsten, feinsten Erreichen des Lebenshauchs [?], das Unvergänglichkeit bringt.
Wort für Wort
yaṃ labdhvā paramaṃ lābham
den erlangt habend, [als] höchsten Gewinn (Abs./Akk.Sg.)
manyate nādhikaṃ punaḥ
hält man nicht mehr für höher (Präs.Med.3.Sg./Akk.Sg.n.)
prāṇasūkṣmāṃ parāṃ prāptim
das feine [?] höchste Erreichen des Lebenshauchs (Akk.Sg.f.)
āgacchaty akṣayāvahām
gelangt er zu dem, was Unvergänglichkeit bringt (Präs.3.Sg./Akk.Sg.f.)
prāṇasūkṣmāṃ ist unsicher: wörtlich „fein/subtil durch Prāṇa“ oder „fein wie ein Lebenshauch“.
Ihn, den die Sāṃkhya-Anhänger, die die Wesenheiten der Guṇas kennen, in der Lehre des Sāṃkhya bewandert und an feinem Wissen erfreut, zuvor erkannt haben, [durch den] werden sie aus den Fesseln befreit.
Wort für Wort
yaṃ sāṃkhyā guṇatattvajñāḥ
den die Sāṃkhyas, Kenner der Wahrheit der Guṇas (Akk./Nom.Pl.)
sāṃkhyaśāstraviśāradāḥ
in der Sāṃkhya-Lehre Bewanderte (Nom.Pl., Kompositum)
sūkṣmajñānaratāḥ pūrvam
am feinen Wissen Erfreute, zuvor (Nom.Pl./Adv.)
jñātvā mucyanti bandhanaiḥ
erkannt habend, werden sie befreit von den Fesseln (Abs./Präs.Pass.3.Pl./Instr.Pl.)
Der Satz ist syntaktisch verkürzt; mucyanti bandhanaiḥ „werden von den Fesseln befreit“.
yaṃ ca vedavido vedyaṃ vedānteṣu pratiṣṭhitam; prāṇāyāmaparā nityaṃ yaṃ viśanti japanti ca
Und ihn, der von den Veda-Kundigen als das zu Wissende gilt und in den Vedāntas gegründet ist, [ihn,] in den sie, dem Prāṇāyāma stets ergeben, eingehen und den sie murmelnd rezitieren.
Wort für Wort
yaṃ ca vedavido vedyam
und den die Veda-Kenner als das Wissbare (Akk./Nom.Pl./Akk.Sg.)
vedānteṣu pratiṣṭhitam
in den Vedāntas gegründet (Lok.Pl./Part.)
prāṇāyāmaparā nityam
dem Atemzügeln ergeben, stets (Nom.Pl./Adv.)
yaṃ viśanti japanti ca
in den sie eingehen und den sie murmeln (Präs.3.Pl.)
Auf den Wagen der Silbe Oṃ gestiegen, gehen sie in den Großen Herrn ein.
Wort für Wort
oṃkāraratham āruhya
den Wagen der Silbe Oṃ bestiegen habend (Akk.Sg./Abs.)
te viśanti
sie gehen ein (Präs.3.Pl.)
maheśvaram
in den Großen Herrn (Akk.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).
eṣa kālagatiś citrā saṃvatsarayugādiṣu; bhāvābhāvau tadātve ca ayane dakṣiṇottare
Dies ist der vielfältige Lauf der Zeit in den Jahren, Zeitaltern und den übrigen [Abschnitten], Entstehen und Vergehen in der jeweiligen Gegenwart sowie in den beiden Sonnenwenden, der südlichen und der nördlichen.
Wort für Wort
eṣa kālagatiś citrā
dies ist der Lauf der Zeit, bunt/vielfältig (Nom.Sg.f.)
saṃvatsarayugādiṣu
in Jahren, Zeitaltern und anderem (Lok.Pl.)
bhāvābhāvau tadātve ca
Sein und Nichtsein und in der Gegenwart (Nom.Du./Lok.Sg.)
ayane dakṣiṇottare
in den beiden Sonnenwegen, südlich und nördlich (Nom./Lok.Du.)
[ihn,] das Ṛta, die Wahrheit, das höchste Brahman, preisen die Atharvan-Zweigeborenen.
Wort für Wort
ṛtaṃ satyaṃ paraṃ brahma
das Ṛta, die Wahrheit, das höchste Brahman (Akk.Sg.n.)
stuvanty ātharvaṇā dvijāḥ
preisen die Atharvan-Kundigen, Zweigeborenen (Präs.3.Pl./Nom.Pl.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).
rātryahaḥśrotranayanaḥ pakṣamāsaśirobhujaḥ; ṛtuvīryas tapodhairyo hy abdaguhyorupādavān
Nacht und Tag sind sein Ohr und Auge, Halbmonate und Monate sein Haupt und seine Arme; die Jahreszeiten sind seine Kraft, Askese und Standhaftigkeit [sind ihm eigen], und das Jahr hat er als Scham, Schenkel und Füße.
Wort für Wort
rātryahaḥśrotranayanaḥ
dessen Ohren und Augen Nacht und Tag sind (Bahuvrīhi Nom.Sg.)
pakṣamāsaśirobhujaḥ
dessen Kopf und Arme Halbmonate und Monate sind (Bahuvrīhi)
ṛtuvīryas tapodhairyaḥ
dessen Kraft die Jahreszeiten, dessen Standhaftigkeit die Askese ist (Bahuvrīhi)
hy abdaguhyorupādavān
denn er hat das Jahr als Scham, Schenkel und Füße (Nom.Sg.)
Er ist Tod, Yama, der Opferverzehrer [Agni] und die Zeit, von zerstörerischem Ungestüm; der höchste Ursprung der Zeit und auch dieser ist die ewige Zeit.
Wort für Wort
mṛtyur yamo hutāśaś ca
Tod, Yama und der Opferverzehrer (Nom.Sg.)
kālaḥ saṃhāravegavān
die Zeit, mit dem Ungestüm der Vernichtung (Nom.Sg.)
pradhānaṃ mahad avyaktaṃ viśeṣāntaṃ savaikṛtam; brahmādi stambaparyantaṃ bhūtādi sad asac ca yat
Das Pradhāna, das Große, das Unmanifeste, die Entfaltungen bis zu den Sonderformen, samt den Umwandlungen, von Brahmā an bis zum Grashalm, der Ursprung der Wesen, was seiend und nichtseiend ist.
Wort für Wort
pradhānaṃ mahad avyaktam
das Pradhāna, das Große, das Unmanifeste (Nom.Sg.n.)
viśeṣāntaṃ savaikṛtam
bis zu den Sonderformen reichend, samt Umwandlungen (Nom.Sg.n.)
brahmādi stambaparyantam
von Brahmā beginnend bis zum Grashalm reichend (Nom.Sg.n.)
bhūtādi sad asac ca yat
Ursprung der Wesen, Seiendes und Nichtseiendes, was [immer] (Nom.Sg.n.)
Anspielung auf Sāṃkhya-Kategorien; viśeṣānta „bis zu den Sonderformen [den Elementen] reichend“.
Dies ist der unerschütterte Zustand, dies das ewige Brahman; für die Kenner von Lehrbüchern, Veda und Vedāṅgas ist dies die höchste Meditation, der höchste Stand.
Wort für Wort
etat padam anudvignam
dies ist der unerschütterte Stand (Nom.Sg.n.)
etad brahma sanātanam
dies das ewige Brahman
śāstravedāṅgaviduṣām
der Kenner der Lehrbücher, Veden und Vedāṅgas (Gen.Pl.)
Dies ist Zufriedenheit, dies Vollendung, dies Śruti, dies Smṛti; für die Wissenden, die im Weg zum Selbst [Adhyātma] gefestigt sind, ist es das unvergängliche Erlangen.
Wort für Wort
iyaṃ tuṣṭir iyaṃ siddhiḥ
dies Zufriedenheit, dies Vollendung (Nom.Sg.f.)
iyaṃ śrutir iyaṃ smṛtiḥ
dies Śruti, dies Smṛti
adhyātmagatiniṣṭhānām
für die im Weg des Selbst Gefestigten (Gen.Pl.)
viduṣāṃ prāptir avyayā
der Wissenden Erlangen, unvergänglich (Gen.Pl./Nom.Sg.f.)
Der Weg, den die Opfernden, die Opferbegierigen, durch Opfer mit reichen Geschenken bei den Göttern erlangen, der göttliche Weg, dieser Weg bist du, Ewiger.
Wort für Wort
yajatāṃ yajñakāmānām
der Opfernden, der Opferwilligen (Gen.Pl.)
yajñair vipuladakṣiṇaiḥ
durch Opfer mit reichen Opfergaben (Instr.Pl.)
yā gatir daivatair divyā
welcher Weg [bei/mit] den Göttern, göttlich (Nom.Sg.f./Instr.Pl.)
Der Weg, den die durch Murmeln, Opfergüsse, Gelübde, harte Bußen, Regeln und Leibesaufgabe Kasteienden im Reich des Virāj erlangen, Gott, dieser Weg bist du.
Wort für Wort
japyahomavrataiḥ kṛcchraiḥ
durch Murmeln, Opfer, Gelübde, harte [Bußen] (Instr.Pl.)
niyamair dehapātanaiḥ
durch Regeln, Hinwerfen des Leibes (Instr.Pl.)
tapyatāṃ yā gatir deva
der Sich-Kasteienden Weg, Gott (Gen.Pl./Nom.Sg./Vok.)
vairāje sā gatir bhavān
im Bereich des Virāj, dieser Weg bist du (Lok.Sg./Nom.Sg.)
Der Weg derer, die keine Wiedertod-Begierde haben [d. h. kein erneutes Sterben wollen], die sich in höchster Leidenschaftslosigkeit halten, derer, die in Umwandlungen und Auflösungen [eingehen], dieser Weg bist du, Ewiger.
Wort für Wort
apunarmārakāmānām
derer, die kein erneutes Sterben wünschen [?] (Gen.Pl.)
vairāgye vartatāṃ pare
die im höchsten Losgelöstsein verweilen (Lok.Sg./Part.Gen.Pl./Lok.Sg.)
vikṛtīnāṃ layānāṃ ca
der Umwandlungen und Auflösungen [Eingehenden] (Gen.Pl.)
sā gatis tvaṃ sanātana
dieser Weg bist du, Ewiger
Der Vers ist knapp und schwierig; apunarmārakāmānām wörtlich „die kein Wiedersterben wünschen“.
Der Weg derer, die in Erkenntnis und Erfahrungswissen gefestigt sind, der unbeschreibliche, makellose, der Weg der Alleinheit, Gott, der höchste, dieser Weg bist du.
Wort für Wort
jñānavijñānaniṣṭhānām
derer, die in Wissen und Erkenntnis gefestigt sind (Gen.Pl.)
nirupākhyā nirañjanā
unbeschreibbar, makellos (Nom.Sg.f.)
kaivalyā yā gatir deva
der zur Alleinheit gehörige Weg, Gott (Nom.Sg.f./Vok.)
Diese fünf Wege werden als in Veda, Lehrbüchern und Purāṇen gelehrt überliefert; durch deine Gnade werden sie erlangt, sonst nicht erlangt, Allmächtiger.
Wort für Wort
vedaśāstrapurāṇoktāḥ
in Veda, Lehrbüchern und Purāṇen gesagt (Nom.Pl.f.)
pañcaitā gatayaḥ smṛtāḥ
diese fünf Wege gelten (Nom.Pl./Part.Pass.)
tvatprasādād dhi labhyante
denn durch deine Gnade werden sie erlangt (Abl.Sg./Präs.Pass.3.Pl.)
na labhyante 'nyathā vibho
nicht werden sie erlangt anders, Allmächtiger (Adv./Vok.)
So pries Taṇḍi kraft seiner asketischen Versenkung den unvergänglichen Herrscher und sang das höchste Brahman, das einst der Schöpfer der Welt gesungen hatte.
Wort für Wort
iti taṇḍis tapoyogāt
so Taṇḍi durch die Verbindung mit der Askese (Nom.Sg./Abl.Sg.)
tuṣṭāveśānam avyayam
pries den Herrscher, den Unvergänglichen (Perf.3.Sg./Akk.Sg.)
Upamanyu sprach: So von Taṇḍi, dem Brahman-Redner, gepriesen, sprach der Herr, der göttliche Mahādeva, zusammen mit Umā.
Wort für Wort
upamanyur uvāca
Upamanyu sprach (Nom.Sg./Perf.)
evaṃ stuto mahādevaḥ
so gepriesen, Mahādeva (Part.Pass./Nom.Sg.)
taṇḍinā brahmavādinā
von Taṇḍi, dem Brahman-Redner (Instr.Sg.)
uvāca bhagavān deva
sprach der Erhabene, der Gott (Perf.3.Sg.)
umayā sahitaḥ prabhuḥ
zusammen mit Umā, der Herr (Instr.Sg./Nom.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).
kaṃ vā kāmaṃ dadāmy adya brūhi yad vatsa kāṅkṣase; prāñjaliḥ sa uvācedaṃ tvayi bhaktir dṛḍhāstu me
„Oder welchen Wunsch soll ich dir heute gewähren? Sprich, was du begehrst, mein Kind.“ Mit gefalteten Händen sagte er dies: „Fest sei in dir meine Hingabe.“
Wort für Wort
kaṃ vā kāmaṃ dadāmy adya
oder welchen Wunsch gebe ich heute (Akk.Sg./Präs.1.Sg.)
brūhi yad vatsa kāṅkṣase
sprich, was du, Kind, begehrst (Imp./Vok./Präs.2.Sg.)
prāñjaliḥ sa uvācedam
mit gefalteten Händen sprach er dies (Nom.Sg./Perf.3.Sg.)
tvayi bhaktir dṛḍhāstu me
in dir Hingabe fest sei mir (Lok./Nom.Sg.f./Imp.3.Sg./Dat.)