Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 78: godānaphalavarṇanā Der Lohn der Kuhgeschenke nach Farben der Kühe und Himmelswelten

Vasiṣṭha erzählt, wie die Kühe durch Askese Brahmās Gunst erlangten, und zählt dann die Welten auf, die Geber von Kühen und Stieren verschiedener Farben gewinnen.

vasiṣṭha uvāca; śataṃ varṣasahasrāṇāṃ tapas taptaṃ suduścaram; gobhiḥ pūrvavisṛṣṭābhir gacchema śreṣṭhatām iti

Vasiṣṭha sprach: Hunderttausend Jahre lang wurde überaus schwer zu vollbringende Askese geübt [mit dem Wunsch]: „Durch die zuvor entlassenen Kühe [?] mögen wir zur Vortrefflichkeit gelangen.“

Wort für Wort
vasiṣṭha uvāca
Vasiṣṭha sprach (Nom.Sg./3.Sg.Perf.)
śataṃ varṣasahasrāṇāṃ
hundert Tausende von Jahren (Akk.Sg./Gen.Pl.)
tapas taptaṃ suduścaram
Askese wurde geübt, überaus schwer zu vollbringen (Nom.Sg.n./Part.Pass./Adj.)
gobhiḥ pūrvavisṛṣṭābhir
durch die zuvor entlassenen Kühe (Instr.Pl.f.)
gacchema śreṣṭhatām iti
mögen wir zur Vortrefflichkeit gelangen (1.Pl.Opt.; Akk.Sg.f.; iti)

Der Sinnzusammenhang der Instrumentalphrase gobhiḥ pūrvavisṛṣṭābhiḥ ist unklar; vermutlich reden die Kühe selbst.

loke 'smin dakṣiṇānāṃ ca sarvāsāṃ vayam uttamāḥ; bhavema na ca lipyema doṣeṇeti paraṃtapa

„In dieser Welt mögen wir unter allen Opfergaben die vorzüglichsten sein und nicht durch einen Makel befleckt werden, o Bezwinger der Feinde.“

Wort für Wort
loke 'smin
in dieser Welt (Lok.Sg.)
dakṣiṇānāṃ ca sarvāsāṃ
und unter allen Opfergaben/Lohngaben (Gen.Pl.f.)
vayam uttamāḥ bhavema
wir mögen die Vorzüglichsten sein (Nom.Pl.; 1.Pl.Opt.)
na ca lipyema
und nicht mögen wir befleckt werden (1.Pl.Opt.Pass.)
doṣeṇa iti paraṃtapa
durch einen Makel (Instr.Sg.); Feindebezwinger (Vok.Sg.)

sa eva cetasā tena hato lipyeta sarvadā; śakṛtā ca pavitrārthaṃ kurvīran devamānuṣāḥ

„Nur wer [sie] in jener Absicht erschlagen hat [?], würde allzeit befleckt werden; und mit [ihrem] Mist mögen Götter und Menschen zur Reinigung [ihre Riten] vollziehen.“

Wort für Wort
sa eva cetasā tena
eben jener, durch jenen Sinn/jene Absicht (Nom.Sg.m./Instr.Sg.n.)
hato lipyeta sarvadā
erschlagen/getötet habend [?], würde befleckt werden allezeit (Part.Pass.; 3.Sg.Opt.Pass.)
śakṛtā ca pavitrārthaṃ
und mit Mist zum Zweck der Reinigung (Instr.Sg.; Adv.)
kurvīran devamānuṣāḥ
sollen vollziehen Götter und Menschen (3.Pl.Opt.Med.)

Die erste Vershälfte ist syntaktisch unklar (hataḥ ohne erkennbares Objekt); Wiedergabe unsicher.

tathā sarvāṇi bhūtāni sthāvarāṇi carāṇi ca; pradātāraś ca golokān gaccheyur iti mānada

„Ebenso sollen alle Wesen, die unbeweglichen und die beweglichen, und die Geber in die Kuhwelten gelangen“, [so sprachen sie], o Ehrenspender.

Wort für Wort
tathā sarvāṇi bhūtāni
ebenso alle Wesen (Nom.Pl.n.)
sthāvarāṇi carāṇi ca
unbewegliche und bewegliche (Nom.Pl.n.)
pradātāraś ca
und die Geber (Nom.Pl.m.)
golokān gaccheyur
in die Kuhwelten mögen gelangen (Akk.Pl.m.; 3.Pl.Opt.)
iti mānada
so; Ehrenspender (Vok.Sg.)

tābhyo varaṃ dadau brahmā tapaso 'nte svayaṃ prabhuḥ; evaṃ bhavatv iti vibhur lokāṃs tārayateti ca

Ihnen gewährte Brahmā, der Herr, am Ende der Askese selbst eine Gabe: „So soll es sein“, [sprach] der Allmächtige, „und ihr sollt die Welten hinüberführen.“

Wort für Wort
tābhyo varaṃ dadau
ihnen eine Gabe gab (Dat.Pl.f.; Akk.Sg.; 3.Sg.Perf.)
brahmā tapaso 'nte
Brahmā, am Ende der Askese (Nom.Sg.; Gen./Lok.Sg.)
svayaṃ prabhuḥ
selbst der Herr (Adv.; Nom.Sg.)
evaṃ bhavatv iti vibhur
so soll es sein (3.Sg.Imp.); der Allmächtige (Nom.Sg.)
lokāṃs tārayata iti ca
die Welten führt hinüber (Akk.Pl.; 2.Pl.Imp.Kaus.)

uttasthuḥ siddhikāmās tā bhūtabhavyasya mātaraḥ

Es erhoben sich, Vollendung ersehnend, jene Mütter dessen, was war und was sein wird.

Wort für Wort
uttasthuḥ
sie erhoben sich (3.Pl.Perf.)
siddhikāmās tā
Vollendung wünschend, jene (Nom.Pl.f.)
bhūtabhavyasya mātaraḥ
des Gewesenen und Künftigen Mütter (Gen.Sg.; Nom.Pl.f.)

prātar namasyās tā gāvas tataḥ puṣṭim avāpnuyāt

Morgens sind jene Kühe zu verehren; dann würde man Gedeihen erlangen.

Wort für Wort
prātar namasyās
morgens zu verehren (Adv.; Gerundiv Nom.Pl.f.)
tā gāvas
jene Kühe (Nom.Pl.f.)
tataḥ puṣṭim
danach Gedeihen (Adv.; Akk.Sg.f.)
avāpnuyāt
man würde erlangen (3.Sg.Opt.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers der kritischen Ausgabe (Sternpassage).

tapaso 'nte mahārāja gāvo lokaparāyaṇāḥ

Am Ende der Askese, o Großkönig, [wurden] die Kühe [zur] Zuflucht der Welten.

Wort für Wort
tapaso 'nte
am Ende der Askese (Gen.Sg.; Lok.Sg.)
mahārāja
o Großkönig (Vok.Sg.)
gāvo lokaparāyaṇāḥ
die Kühe, der Welten Zuflucht (Nom.Pl.f.; Nom.Pl.f. Kompositum)

Das Verb fehlt im Text; sinngemäß ergänzt.

tasmād gāvo mahābhāgāḥ pavitraṃ param ucyate; tathaiva sarvabhūtānāṃ gāvas tiṣṭhanti mūrdhani

Darum gelten die Kühe, die hochbeglückten, als das höchste Reinigende; ebenso stehen die Kühe auf dem Haupt aller Wesen.

Wort für Wort
tasmād gāvo mahābhāgāḥ
darum die Kühe, hochbeglückt (Abl.Sg.; Nom.Pl.f.)
pavitraṃ param ucyate
als Reinigendes, als höchstes gelten sie (Nom.Sg.n.; Nom.Sg.n.; 3.Sg.Pass.)
tathaiva sarvabhūtānāṃ
ebenso aller Wesen (Adv.; Gen.Pl.)
gāvas tiṣṭhanti mūrdhani
die Kühe stehen auf dem Haupt (Nom.Pl.f.; 3.Pl.Präs.; Lok.Sg.)

samānavatsāṃ kapilāṃ dhenuṃ dattvā payasvinīm; suvratāṃ vastrasaṃvītāṃ brahmaloke mahīyate

Wer eine braunrote (kapilā) Milchkuh mit gleichem Kalb schenkt, wohlgelobt, in ein Tuch gehüllt, wird in der Brahmawelt verherrlicht.

Wort für Wort
samānavatsāṃ kapilāṃ
mit gleichem Kalb, die braunrote (Akk.Sg.f.)
dhenuṃ dattvā payasvinīm
Milchkuh geschenkt habend, milchreiche (Akk.Sg.f.; Abs.; Akk.Sg.f.)
suvratāṃ vastrasaṃvītāṃ
wohlgelobte/wohlgehorsame, in ein Tuch gehüllte (Akk.Sg.f.)
brahmaloke mahīyate
in der Brahmawelt wird er verherrlicht (Lok.Sg.; 3.Sg.Pass.)

rohiṇīṃ tulyavatsāṃ tu dhenuṃ dattvā payasvinīm; suvratāṃ vastrasaṃvītāṃ sūryaloke mahīyate

Wer eine rötliche (rohiṇī) Milchkuh mit gleichem Kalb schenkt, milchreich, wohlgelobt, in ein Tuch gehüllt, wird in der Sonnenwelt verherrlicht.

Wort für Wort
rohiṇīṃ tulyavatsāṃ tu
die rötliche, mit gleichem Kalb aber (Akk.Sg.f.)
dhenuṃ dattvā payasvinīm
Milchkuh geschenkt habend, milchreiche (Akk.Sg.f.; Abs.)
suvratāṃ vastrasaṃvītāṃ
wohlgelobte, in ein Tuch gehüllte (Akk.Sg.f.)
sūryaloke mahīyate
in der Sonnenwelt wird er verherrlicht (Lok.Sg.; 3.Sg.Pass.)

samānavatsāṃ śabalāṃ dhenuṃ dattvā payasvinīm; suvratāṃ vastrasaṃvītāṃ somaloke mahīyate

Wer eine scheckige (śabalā) Milchkuh mit gleichem Kalb schenkt, milchreich, wohlgelobt, in ein Tuch gehüllt, wird in der Mondwelt verherrlicht.

Wort für Wort
samānavatsāṃ śabalāṃ
mit gleichem Kalb, die scheckige (Akk.Sg.f.)
dhenuṃ dattvā payasvinīm
Milchkuh geschenkt habend, milchreiche (Akk.Sg.f.; Abs.)
suvratāṃ vastrasaṃvītāṃ
wohlgelobte, in ein Tuch gehüllte (Akk.Sg.f.)
somaloke mahīyate
in der Mondwelt wird er verherrlicht (Lok.Sg.; 3.Sg.Pass.)

samānavatsāṃ śvetāṃ tu dhenuṃ dattvā payasvinīm; suvratāṃ vastrasaṃvītām indraloke mahīyate

Wer eine weiße Milchkuh mit gleichem Kalb schenkt, milchreich, wohlgelobt, in ein Tuch gehüllt, wird in der Indrawelt verherrlicht.

Wort für Wort
samānavatsāṃ śvetāṃ tu
mit gleichem Kalb, die weiße aber (Akk.Sg.f.)
dhenuṃ dattvā payasvinīm
Milchkuh geschenkt habend, milchreiche (Akk.Sg.f.; Abs.)
suvratāṃ vastrasaṃvītām
wohlgelobte, in ein Tuch gehüllte (Akk.Sg.f.)
indraloke mahīyate
in der Indrawelt wird er verherrlicht (Lok.Sg.; 3.Sg.Pass.)

samānavatsāṃ kṛṣṇāṃ tu dhenuṃ dattvā payasvinīm; suvratāṃ vastrasaṃvītām agniloke mahīyate

Wer eine schwarze Milchkuh mit gleichem Kalb schenkt, milchreich, wohlgelobt, in ein Tuch gehüllt, wird in der Agniwelt verherrlicht.

Wort für Wort
samānavatsāṃ kṛṣṇāṃ tu
mit gleichem Kalb, die schwarze aber (Akk.Sg.f.)
dhenuṃ dattvā payasvinīm
Milchkuh geschenkt habend, milchreiche (Akk.Sg.f.; Abs.)
suvratāṃ vastrasaṃvītām
wohlgelobte, in ein Tuch gehüllte (Akk.Sg.f.)
agniloke mahīyate
in der Agniwelt wird er verherrlicht (Lok.Sg.; 3.Sg.Pass.)

samānavatsāṃ dhūmrāṃ tu dhenuṃ dattvā payasvinīm; suvratāṃ vastrasaṃvītāṃ yāmyaloke mahīyate

Wer eine rauchgraue Milchkuh mit gleichem Kalb schenkt, milchreich, wohlgelobt, in ein Tuch gehüllt, wird in der Yama-Welt verherrlicht.

Wort für Wort
samānavatsāṃ dhūmrāṃ tu
mit gleichem Kalb, die rauchgraue aber (Akk.Sg.f.)
dhenuṃ dattvā payasvinīm
Milchkuh geschenkt habend, milchreiche (Akk.Sg.f.; Abs.)
suvratāṃ vastrasaṃvītāṃ
wohlgelobte, in ein Tuch gehüllte (Akk.Sg.f.)
yāmyaloke mahīyate
in der Welt Yamas wird er verherrlicht (Lok.Sg.; 3.Sg.Pass.)

apāṃ phenasavarṇāṃ tu savatsāṃ kāṃsyadohanām; pradāya vastrasaṃvītāṃ vāruṇaṃ lokam aśnute

Wer eine [Kuh] von der Farbe des Wasserschaums mit Kalb, die sich in einem Bronzegefäß melken lässt, schenkt und sie in ein Tuch gehüllt gibt, erlangt die Welt Varuṇas.

Wort für Wort
apāṃ phenasavarṇāṃ tu
die von der Farbe des Wasserschaums aber (Gen.Pl.f.; Akk.Sg.f.)
savatsāṃ kāṃsyadohanām
mit Kalb, mit Bronzemelkgefäß (Akk.Sg.f.)
pradāya vastrasaṃvītāṃ
geschenkt habend, in ein Tuch gehüllt (Abs.; Akk.Sg.f.)
vāruṇaṃ lokam aśnute
die Welt Varuṇas erlangt er (Akk.Sg.m.; 3.Sg.Präs.)

vātareṇusavarṇāṃ tu savatsāṃ kāṃsyadohanām; pradāya vastrasaṃvītāṃ vāyuloke mahīyate

Wer eine [Kuh] von der Farbe des Windstaubs mit Kalb, die sich in einem Bronzegefäß melken lässt, schenkt und sie in ein Tuch gehüllt gibt, wird in der Welt des Windes verherrlicht.

Wort für Wort
vātareṇusavarṇāṃ tu
die von der Farbe des Windstaubs aber (Akk.Sg.f.)
savatsāṃ kāṃsyadohanām
mit Kalb, mit Bronzemelkgefäß (Akk.Sg.f.)
pradāya vastrasaṃvītāṃ
geschenkt habend, in ein Tuch gehüllt (Abs.; Akk.Sg.f.)
vāyuloke mahīyate
in der Windwelt wird er verherrlicht (Lok.Sg.; 3.Sg.Pass.)

hiraṇyavarṇāṃ piṅgākṣīṃ savatsāṃ kāṃsyadohanām; pradāya vastrasaṃvītāṃ kauberaṃ lokam aśnute

Wer eine goldfarbene, braunäugige [Kuh] mit Kalb, die sich in einem Bronzegefäß melken lässt, schenkt und sie in ein Tuch gehüllt gibt, erlangt die Welt Kuberas.

Wort für Wort
hiraṇyavarṇāṃ piṅgākṣīṃ
die goldfarbene, braunäugige (Akk.Sg.f.)
savatsāṃ kāṃsyadohanām
mit Kalb, mit Bronzemelkgefäß (Akk.Sg.f.)
pradāya vastrasaṃvītāṃ
geschenkt habend, in ein Tuch gehüllt (Abs.; Akk.Sg.f.)
kauberaṃ lokam aśnute
die Welt Kuberas erlangt er (Akk.Sg.m.; 3.Sg.Präs.)

palāladhūmravarṇāṃ tu savatsāṃ kāṃsyadohanām; pradāya vastrasaṃvītāṃ pitṛloke mahīyate

Wer eine [Kuh] von der Farbe rauchgrauen Strohs mit Kalb, die sich in einem Bronzegefäß melken lässt, schenkt und sie in ein Tuch gehüllt gibt, wird in der Welt der Väter verherrlicht.

Wort für Wort
palāladhūmravarṇāṃ tu
die von der Farbe rauchgrauen Strohs aber (Akk.Sg.f.)
savatsāṃ kāṃsyadohanām
mit Kalb, mit Bronzemelkgefäß (Akk.Sg.f.)
pradāya vastrasaṃvītāṃ
geschenkt habend, in ein Tuch gehüllt (Abs.; Akk.Sg.f.)
pitṛloke mahīyate
in der Welt der Väter wird er verherrlicht (Lok.Sg.; 3.Sg.Pass.)

savatsāṃ pīvarīṃ dattvā śitikaṇṭhām alaṃkṛtām; vaiśvadevam asaṃbādhaṃ sthānaṃ śreṣṭhaṃ prapadyate

Wer eine prächtige, weißhalsige, geschmückte [Kuh] mit Kalb schenkt, gelangt zu dem uneingeengten, höchsten Ort der Allgötter.

Wort für Wort
savatsāṃ pīvarīṃ dattvā
mit Kalb, die prächtige, geschenkt habend (Akk.Sg.f.; Abs.)
śitikaṇṭhām alaṃkṛtām
die weißhalsige, geschmückte (Akk.Sg.f.; Part.Pass.)
vaiśvadevam asaṃbādham
den den Allgöttern gehörigen, uneingeengten (Akk.Sg.n.)
sthānaṃ śreṣṭhaṃ prapadyate
den Ort, den höchsten, erreicht er (Akk.Sg.n.; Akk.Sg.n.; 3.Sg.Präs.Med.)

samānavatsāṃ gaurīṃ tu dhenuṃ dattvā payasvinīm; suvratāṃ vastrasaṃvītāṃ vasūnāṃ lokam aśnute

Wer eine hellgelbe (gaurī) Milchkuh mit gleichem Kalb schenkt, milchreich, wohlgelobt, in ein Tuch gehüllt, erlangt die Welt der Vasus.

Wort für Wort
samānavatsāṃ gaurīṃ tu
mit gleichem Kalb, die hellgelbe aber (Akk.Sg.f.)
dhenuṃ dattvā payasvinīm
Milchkuh geschenkt habend, milchreiche (Akk.Sg.f.; Abs.)
suvratāṃ vastrasaṃvītāṃ
wohlgelobte, in ein Tuch gehüllte (Akk.Sg.f.)
vasūnāṃ lokam aśnute
die Welt der Vasus erlangt er (Gen.Pl.; Akk.Sg.; 3.Sg.Präs.)

pāṇḍukambalavarṇāṃ tu savatsāṃ kāṃsyadohanām; pradāya vastrasaṃvītāṃ sādhyānāṃ lokam aśnute

Wer eine [Kuh] von der Farbe einer fahlen Decke mit Kalb, die sich in einem Bronzegefäß melken lässt, schenkt und sie in ein Tuch gehüllt gibt, erlangt die Welt der Sādhyas.

Wort für Wort
pāṇḍukambalavarṇāṃ tu
die von der Farbe einer fahlen Decke aber (Akk.Sg.f.)
savatsāṃ kāṃsyadohanām
mit Kalb, mit Bronzemelkgefäß (Akk.Sg.f.)
pradāya vastrasaṃvītāṃ
geschenkt habend, in ein Tuch gehüllt (Abs.; Akk.Sg.f.)
sādhyānāṃ lokam aśnute
die Welt der Sādhyas erlangt er (Gen.Pl.; Akk.Sg.; 3.Sg.Präs.)

vairāṭapṛṣṭham ukṣāṇaṃ sarvaratnair alaṃkṛtam; pradāya marutāṃ lokān ajarān pratipadyate

Wer einen Stier mit vairāṭa-farbenem Rücken [?], mit allen Kleinodien geschmückt, schenkt, gelangt in die Welten der Maruts, alterslos.

Wort für Wort
vairāṭapṛṣṭham ukṣāṇaṃ
einen Stier mit vairāṭa[-farbenem] Rücken [?] (Akk.Sg.m.)
sarvaratnair alaṃkṛtam
mit allen Kleinodien geschmückt (Instr.Pl.; Akk.Sg.m.)
pradāya marutāṃ lokān
geschenkt habend, die Welten der Maruts (Abs.; Gen.Pl.; Akk.Pl.)
ajarān pratipadyate
alterslos erreicht er (Akk.Pl.m./Nom.Sg.m.; 3.Sg.Präs.Med.)

vairāṭapṛṣṭha: Bedeutung unsicher (Rücken von der Farbe/Art des Virāṭa oder einer Vogel-/Pfauenfarbe?).

vatsopapannāṃ nīlāṅgāṃ sarvaratnasamanvitām; gandharvāpsarasāṃ lokān dattvā prāpnoti mānavaḥ

Wer eine dunkelgliedrige [Kuh] mit Kalb, mit allen Kleinodien versehen, schenkt, erlangt als Mensch die Welten der Gandharvas und Apsaras.

Wort für Wort
vatsopapannāṃ nīlāṅgāṃ
mit Kalb versehen, dunkelgliedrig (Akk.Sg.f.)
sarvaratnasamanvitām
mit allen Kleinodien ausgestattet (Akk.Sg.f.)
gandharvāpsarasāṃ lokān
der Gandharvas und Apsaras Welten (Gen.Pl.; Akk.Pl.)
dattvā prāpnoti mānavaḥ
geschenkt habend, erlangt er, der Mensch (Abs.; 3.Sg.Präs.; Nom.Sg.)

śitikaṇṭham anaḍvāhaṃ sarvaratnair alaṃkṛtam; dattvā prajāpater lokān viśokaḥ pratipadyate

Wer einen weißhalsigen Zugstier, mit allen Kleinodien geschmückt, schenkt, gelangt kummerlos in die Welten Prajāpatis.

Wort für Wort
śitikaṇṭham anaḍvāhaṃ
den weißhalsigen Zugstier (Akk.Sg.m.)
sarvaratnair alaṃkṛtam
mit allen Kleinodien geschmückt (Instr.Pl.; Akk.Sg.m.)
dattvā prajāpater lokān
geschenkt habend, Prajāpatis Welten (Abs.; Gen.Sg.; Akk.Pl.)
viśokaḥ pratipadyate
kummerlos erreicht er (Nom.Sg.m.; 3.Sg.Präs.Med.)

gopradānarato yāti bhittvā jaladasaṃcayān; vimānenārkavarṇena divi rājan virājatā

Der der Kuhgabe Ergebene fährt, die Wolkenmassen durchbrechend, in einem sonnenfarbenen, am Himmel strahlenden Luftwagen, o König.

Wort für Wort
gopradānarato yāti
der an der Kuhgabe Freude hat, fährt (Nom.Sg.m.; 3.Sg.Präs.)
bhittvā jaladasaṃcayān
durchbrochen habend, die Wolkenmassen (Abs.; Akk.Pl.m.)
vimānena arkavarṇena
in einem Luftwagen, sonnenfarben (Instr.Sg.)
divi rājan virājatā
am Himmel, o König, strahlend (Lok.Sg.; Vok.Sg.; Part.Instr.Sg.)

taṃ cāruveṣāḥ suśroṇyaḥ sahasraṃ varayoṣitaḥ; ramayanti naraśreṣṭha gopradānarataṃ naram

Ihn, den Mann, der der Kuhgabe ergeben ist, ergötzen, o Bester der Männer, tausend schön gekleidete, hüftschöne Edelfrauen.

Wort für Wort
taṃ cāruveṣāḥ suśroṇyaḥ
ihn; schön gekleidete, schönhüftige (Akk.Sg.m.; Nom.Pl.f.)
sahasraṃ varayoṣitaḥ
tausend edle Frauen (Nom.Sg.n.; Nom.Pl.f.)
ramayanti naraśreṣṭha
sie ergötzen; Bester der Männer (3.Pl.Präs.Kaus.; Vok.Sg.)
gopradānarataṃ naram
den an der Kuhgabe Freude habenden Mann (Akk.Sg.m.)

vīṇānāṃ vallakīnāṃ ca nūpurāṇāṃ ca śiñjitaiḥ; hāsaiś ca hariṇākṣīṇāṃ prasuptaḥ pratibodhyate

Vom Klang der Vīṇās, Vallakīs und Fußspangen und vom Lachen der Rehäugigen wird der Eingeschlafene geweckt.

Wort für Wort
vīṇānāṃ vallakīnāṃ ca
der Vīṇās und Vallakīs (Gen.Pl.f.)
nūpurāṇāṃ ca śiñjitaiḥ
und der Fußspangen, durch Klingen (Gen.Pl.; Instr.Pl.n.)
hāsaiś ca hariṇākṣīṇāṃ
und durch Lachen der Rehäugigen (Instr.Pl.; Gen.Pl.f.)
prasuptaḥ pratibodhyate
der Eingeschlafene wird geweckt (Nom.Sg.m.; 3.Sg.Pass.Kaus.)

yāvanti lomāni bhavanti dhenvās; tāvanti varṣāṇi mahīyate saḥ; svargāc cyutaś cāpi tato nṛloke; kule samutpatsyati gomināṃ saḥ

So viele Haare, wie eine Kuh hat, so viele Jahre wird er verherrlicht; und ist er dann aus dem Himmel gefallen, wird er in der Menschenwelt in der Familie von Kuhbesitzern geboren.

Wort für Wort
yāvanti lomāni bhavanti dhenvās
so viele Haare es gibt einer Kuh (Nom.Pl.n.; 3.Pl.Präs.; Gen.Sg.f.)
tāvanti varṣāṇi mahīyate saḥ
so viele Jahre wird er verherrlicht (Nom.Pl.n.; 3.Sg.Pass.; Nom.Sg.m.)
svargāc cyutaś cāpi tato
und aus dem Himmel gefallen, danach (Abl.Sg.; Part.Pass.; Adv.)
nṛloke kule samutpatsyati
in der Menschenwelt, in der Familie wird er geboren werden (Lok.Sg.; Lok.Sg.; 3.Sg.Fut.)
gomināṃ saḥ
der Kuhbesitzer (Gen.Pl.); er (Nom.Sg.m.)

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