Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 57: tapodānaphalakīrtanam Bhīṣma zählt die Früchte von Askese, Gelübden und Gaben auf

Yudhiṣṭhira klagt über das Leid der Kriegerwitwen und möchte sich durch Askese läutern; Bhīṣma antwortet mit einem langen Katalog, welche Askese- und Gabenleistungen welche Früchte tragen. Am Ende entscheidet sich Yudhiṣṭhira gegen das Einsiedlerleben und für den Heldenweg.

yudhiṣṭhira uvāca; muhyāmīva niśamyādya cintayānaḥ punaḥ punaḥ; hīnāṃ pārthivasaṃghātaiḥ śrīmadbhiḥ pṛthivīm imām

Yudhiṣṭhira sprach: „Ich werde gleichsam verwirrt, wenn ich heute immer wieder nachdenke und bedenke, dass diese Erde von den Scharen glanzvoller Fürsten entleert ist,

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
muhyāmi iva niśamya adya
ich werde gleichsam verwirrt, nachdem ich heute (es) bedacht habe (1.Sg.Präs./Abs.)
cintayānaḥ punaḥ punaḥ
nachsinnend, immer wieder (Part.Präs.Med./Adv.)
hīnāṃ pārthivasaṃghātaiḥ śrīmadbhiḥ
beraubt der Scharen glanzvoller Fürsten (Akk.Sg.f./Instr.Pl.)
pṛthivīm imām
diese Erde (Akk.Sg.f.)

prāpya rājyāni śataśo mahīṃ jitvāpi bhārata; koṭiśaḥ puruṣān hatvā paritapye pitāmaha

nachdem ich Königreiche zu Hunderten erlangt und die Erde besiegt habe, o Bhārata, und Männer zu Millionen erschlagen habe, quält mich die Reue, Großvater.

Wort für Wort
prāpya rājyāni śataśaḥ
nachdem ich Königreiche erlangt habe, zu Hunderten (Abs./Akk.Pl.n./Adv.)
mahīṃ jitvā api bhārata
auch die Erde besiegt habend, o Bhārata (Abs./Akk.Sg./Vok.)
koṭiśaḥ puruṣān hatvā
Männer zu Millionen erschlagen habend (Adv./Akk.Pl./Abs.)
paritapye pitāmaha
ich werde gequält / bereue, o Großvater (1.Sg.Präs.Pass./Med./Vok.)

kā nu tāsāṃ varastrīṇām avasthādya bhaviṣyati; yā hīnāḥ patibhiḥ putrair mātulair bhrātṛbhis tathā

Was für ein Zustand wird nun heute jenen edlen Frauen bevorstehen, die ohne Gatten, Söhne, Mutterbrüder und ebenso ohne Brüder sind?

Wort für Wort
kā nu tāsāṃ varastrīṇām
welcher (Zustand) wohl jener edlen Frauen (Nom.Sg.f./Gen.Pl.f.)
avasthā adya bhaviṣyati
Lage / Zustand heute wird sein (Nom.Sg.f./3.Sg.Fut.)
yā hīnāḥ patibhiḥ putraiḥ
die beraubt sind der Gatten, Söhne (Nom.Pl.f./Instr.Pl.)
mātulaiḥ bhrātṛbhiḥ tathā
der Mutterbrüder, der Brüder, ebenso (Instr.Pl./Instr.Pl./Adv.)

vayaṃ hi tān gurūn hatvā jñātīṃś ca suhṛdo 'pi ca; avākśīrṣāḥ patiṣyāmo narake nātra saṃśayaḥ

Denn wir, die wir jene Ehrwürdigen, die Verwandten und auch die Freunde erschlagen haben, werden kopfüber in die Hölle stürzen; daran ist kein Zweifel.

Wort für Wort
vayaṃ hi tān gurūn hatvā
denn wir, jene Ehrwürdigen erschlagen habend (Nom.Pl./Akk.Pl./Abs.)
jñātīn ca suhṛdaḥ api ca
und die Verwandten und auch die Freunde (Akk.Pl.)
avākśīrṣāḥ patiṣyāmaḥ
kopfüber werden wir stürzen (Nom.Pl./1.Pl.Fut.)
narake na atra saṃśayaḥ
in die Hölle; hierin ist kein Zweifel (Lok.Sg./Nom.Sg.)

śarīraṃ yoktum icchāmi tapasogreṇa bhārata; upadiṣṭam ihecchāmi tattvato 'haṃ viśāṃ pate

Ich möchte den Körper durch strenge Askese [dem Yoga] zuwenden, o Bhārata; und ich möchte hierüber der Wahrheit gemäß belehrt werden, o Herr der Menschen.

Wort für Wort
śarīraṃ yoktum icchāmi
den Körper anschirren / verbinden möchte ich (Akk.Sg./Inf./1.Sg.Präs.) [?]
tapasā ugreṇa bhārata
durch strenge Askese, o Bhārata (Instr.Sg./Vok.)
upadiṣṭam iha icchāmi
belehrt (zu werden) wünsche ich hier (Part.Perf.Pass./1.Sg.Präs.)
tattvataḥ aham viśām pate
der Wahrheit gemäß ich, o Herr der Menschen (Adv./Nom./Vok.)

yoktum ohne Objekt der Verbindung: wörtlich „anspannen, verbinden“ (den Körper mit Askese); Ergänzung unsicher.

vaiśaṃpāyana uvāca; yudhiṣṭhirasya tad vākyaṃ śrutvā bhīṣmo mahāmanāḥ; parīkṣya nipuṇaṃ buddhyā yudhiṣṭhiram abhāṣata

Vaiśaṃpāyana sprach: Als der hochgesinnte Bhīṣma jene Rede Yudhiṣṭhiras gehört hatte, prüfte er ihn genau mit dem Verstand und sprach zu Yudhiṣṭhira:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
yudhiṣṭhirasya tad vākyam
jene Rede des Yudhiṣṭhira (Gen.Sg./Akk.Sg.n.)
śrutvā bhīṣmaḥ mahāmanāḥ
gehört habend, Bhīṣma, der Hochgesinnte (Abs./Nom.Sg.)
parīkṣya nipuṇaṃ buddhyā
geprüft habend, genau, mit Einsicht (Abs./Adv./Instr.Sg.)
yudhiṣṭhiram abhāṣata
zu Yudhiṣṭhira sprach er (Akk.Sg./3.Sg.Impf.Med.)

rahasyam adbhutaṃ caiva śṛṇu vakṣyāmi yat tvayi; yā gatiḥ prāpyate yena pretyabhāveṣu bhārata

„Höre ein wunderbares Geheimnis, das ich dir sagen werde: welcher Weg in den Daseinsformen nach dem Tode und durch welches Mittel erlangt wird, o Bhārata.

Wort für Wort
rahasyam adbhutam ca eva
ein Geheimnis, wunderbar, ja (Akk.Sg.n.)
śṛṇu vakṣyāmi yat tvayi
höre; ich werde (es) sagen, was (ich) dir (Imp./1.Sg.Fut./Lok.Sg.)
yā gatiḥ prāpyate
welcher Weg / welches Ziel erlangt wird (Nom.Sg.f./3.Sg.Präs.Pass.)
yena pretyabhāveṣu bhārata
wodurch, in den Existenzen nach dem Tod, o Bhārata (Instr.Sg.n./Lok.Pl./Vok.)

tapasā prāpyate svargas tapasā prāpyate yaśaḥ; āyuḥprakarṣo bhogāś ca labhyante tapasā vibho

Durch Askese wird der Himmel erlangt, durch Askese wird Ruhm erlangt; Steigerung der Lebensdauer und Genüsse werden durch Askese gewonnen, o Herr.

Wort für Wort
tapasā prāpyate svargaḥ
durch Askese wird erlangt der Himmel (Instr.Sg./3.Sg.Präs.Pass./Nom.Sg.)
tapasā prāpyate yaśaḥ
durch Askese wird erlangt Ruhm (Nom.Sg.n.)
āyuḥprakarṣaḥ bhogāḥ ca
Höchststeigerung des Lebens und Genüsse (Nom.Sg./Nom.Pl.)
labhyante tapasā vibho
werden gewonnen durch Askese, o Herr (3.Pl.Präs.Pass./Instr./Vok.)

jñānaṃ vijñānam ārogyaṃ rūpaṃ saṃpat tathaiva ca; saubhāgyaṃ caiva tapasā prāpyate bharatarṣabha

Erkenntnis, Unterscheidungswissen, Gesundheit, Schönheit und ebenso Wohlstand, und auch Glück wird durch Askese erlangt, o Stier der Bharatas.

Wort für Wort
jñānaṃ vijñānam ārogyam
Wissen, Erkenntnis, Gesundheit (Nom.Sg.n.)
rūpaṃ saṃpat tathā eva ca
Gestalt, Fülle / Wohlstand, ebenso auch (Nom.Sg.)
saubhāgyaṃ ca eva
und Glück (Nom.Sg.n.)
tapasā prāpyate
durch Askese wird erlangt (Instr./3.Sg.Präs.Pass.)
bharatarṣabha
o Stier der Bharatas (Vok.)

dhanaṃ prāpnoti tapasā maunaṃ jñānaṃ prayacchati; upabhogāṃs tu dānena brahmacaryeṇa jīvitam

Reichtum erlangt man durch Askese; das Schweigen verleiht Wissen; Genüsse aber [erlangt man] durch Geben, das Leben durch Keuschheit.

Wort für Wort
dhanaṃ prāpnoti tapasā
Reichtum erlangt man durch Askese (Akk.Sg./3.Sg.Präs./Instr.)
maunaṃ jñānaṃ prayacchati
das Schweigen gibt Wissen (Nom.Sg.n./Akk.Sg./3.Sg.Präs.)
upabhogān tu dānena
Genüsse aber durch Geben (Akk.Pl./Instr.Sg.)
brahmacaryeṇa jīvitam
durch Keuschheit / Brahmacarya das Leben (Instr.Sg./Akk.Sg.n.)

ahiṃsāyāḥ phalaṃ rūpaṃ dīkṣāyā janma vai kule; phalamūlāśināṃ rājyaṃ svargaḥ parṇāśināṃ bhavet

Die Frucht der Gewaltlosigkeit ist Schönheit, [die Frucht] der Weihe die Geburt in [edlem] Geschlecht; denen, die von Früchten und Wurzeln leben, wird Königtum, denen, die von Blättern leben, der Himmel zuteil.

Wort für Wort
ahiṃsāyāḥ phalaṃ rūpam
der Gewaltlosigkeit Frucht ist Schönheit (Gen.Sg.f./Nom.Sg.n./Nom.Sg.n.)
dīkṣāyāḥ janma vai kule
der Weihe (Frucht ist) Geburt in (edler) Familie (Gen.Sg./Nom.Sg./Lok.Sg.)
phalamūlāśinām rājyam
der von Früchten und Wurzeln Lebenden Königtum (Gen.Pl./Nom.Sg.n.)
svargaḥ parṇāśinām bhavet
Himmel der von Blättern Lebenden möge sein (Nom.Sg./Gen.Pl./3.Sg.Opt.)

payobhakṣo divaṃ yāti snānena draviṇādhikaḥ; guruśuśrūṣayā vidyā nityaśrāddhena saṃtatiḥ

Wer nur Milch zu sich nimmt, geht zum Himmel; durch Baden wird man reicher an Besitz; durch Dienst am Lehrer [erlangt man] Wissen, durch tägliches Ahnenopfer Nachkommenschaft.

Wort für Wort
payobhakṣaḥ divaṃ yāti
der Milchesser geht zum Himmel (Nom.Sg./Akk.Sg./3.Sg.Präs.)
snānena draviṇādhikaḥ
durch Baden reicher an Gut (Instr.Sg./Nom.Sg.)
guruśuśrūṣayā vidyā
durch Dienst am Lehrer Wissen (Instr.Sg./Nom.Sg.f.)
nityaśrāddhena saṃtatiḥ
durch tägliches Ahnenopfer Nachkommenschaft (Instr.Sg./Nom.Sg.f.)

gavāḍhyaḥ śākadīkṣābhiḥ svargam āhus tṛṇāśanāt; striyas triṣavaṇasnānād vāyuṃ pītvā kratuṃ labhet

Reich an Kühen [wird man] durch Gemüse-Gelübde; den Himmel, sagt man, [erlangt man] durch Grasessen; Frauen [erlangen Verdienst] durch dreimaliges Baden am Tag [?]; Luft trinkend erlangt man ein Opfer.

Wort für Wort
gavāḍhyaḥ śākadīkṣābhiḥ
reich an Kühen durch Gemüse-Gelübde (Nom.Sg./Instr.Pl.)
svargam āhuḥ tṛṇāśanāt
Himmel, sagen sie, durch Grasessen (Akk.Sg./3.Pl.Perf./Abl.Sg.)
striyaḥ triṣavaṇasnānāt
Frauen durch dreimaliges tägliches Baden (Nom.Pl.f./Abl.Sg.) [?]
vāyuṃ pītvā kratum labhet
Luft getrunken habend, ein Opfer möge er erlangen (Akk.Sg./Abs./Akk.Sg./3.Sg.Opt.)

Zweiter Halbvers syntaktisch knapp; „Frauen … Baden“ und „Luft trinkend … Opfer“ wörtlich wiedergegeben, Ergänzung unsicher.

nityasnāyī bhaved dakṣaḥ saṃdhye tu dve japan dvijaḥ; maruṃ sādhayato rājyaṃ nākapṛṣṭham anāśake

Wer täglich badet, wird geschickt; ein Zweifachgeborener, der zu beiden Dämmerungen [das Gebet] murmelt; dem, der Wüsten-Askese [?] übt, [wird] Königtum, beim Fasten bis zum Tod der Gipfel des Himmels.

Wort für Wort
nityasnāyī bhavet dakṣaḥ
der täglich Badende werde tüchtig (Nom.Sg./3.Sg.Opt./Nom.Sg.)
saṃdhye tu dve japan dvijaḥ
zu den zwei Dämmerungen murmelnd der Zweifachgeborene (Lok.Du./Part.Präs./Nom.Sg.)
maruṃ sādhayataḥ rājyam
dem, der die Wüste (Wüsten-Askese) vollzieht, Königtum (Akk.Sg./Gen.Sg.Part./Nom.Sg.n.) [?]
nākapṛṣṭham anāśake
der Himmelsrücken beim Todesfasten (Nom.Sg.n./Lok.Sg.)

maruṃ sādhayataḥ unsicher: „wer die Wüste (Trockenheits-/Wasserlosigkeits-Askese) bewältigt“.

sthaṇḍile śayamānānāṃ gṛhāṇi śayanāni ca; cīravalkalavāsobhir vāsāṃsy ābharaṇāni ca

Denen, die auf blankem Boden schlafen, [werden] Häuser und Lager [zuteil]; durch Gewänder aus Bast und Baumrinde [erlangt man] Kleider und Schmuck,

Wort für Wort
sthaṇḍile śayamānānām
denen, die auf blankem Boden liegen (Lok.Sg./Gen.Pl.Part.)
gṛhāṇi śayanāni ca
Häuser und Lager (Nom.Pl.n.)
cīravalkalavāsobhiḥ
durch Bast- und Rindengewänder (Instr.Pl.)
vāsāṃsi ābharaṇāni ca
Kleider und Schmuck (Nom.Pl.n.)

śayyāsanāni yānāni yogayukte tapodhane; agnipraveśe niyataṃ brahmaloko vidhīyate

Betten, Sitze und Gefährte [werden] dem Asketen zuteil, der im Yoga gefestigt ist; beim Eintritt ins Feuer wird gewiss die Brahmawelt bestimmt.

Wort für Wort
śayyāsanāni yānāni
Betten, Sitze, Gefährte (Nom.Pl.n.)
yogayukte tapodhane
beim Yoga-Gefestigten, beim Asketen (Lok.Sg.)
agnipraveśe niyatam
beim Eintritt ins Feuer gewiss (Lok.Sg./Adv.)
brahmalokaḥ vidhīyate
die Brahmawelt wird bestimmt (Nom.Sg./3.Sg.Präs.Pass.)

rasānāṃ pratisaṃhārāt saubhāgyam iha vindati; āmiṣapratisaṃhārāt prajāsyāyuṣmatī bhavet

Durch Zurückhaltung von den Säften [den Wohlgeschmäcken] erlangt man hier Glück; durch Verzicht auf Fleisch wird seine Nachkommenschaft langlebig.

Wort für Wort
rasānām pratisaṃhārāt
durch Zurückziehung von den Säften / Geschmäcken (Gen.Pl./Abl.Sg.)
saubhāgyam iha vindati
Glück findet man hier (Akk.Sg./Adv./3.Sg.Präs.)
āmiṣapratisaṃhārāt
durch Verzicht auf Fleisch (Abl.Sg.)
prajā asya āyuṣmatī bhavet
seine Nachkommenschaft möge langlebig sein (Nom.Sg.f./Gen.Sg./Nom.Sg.f./3.Sg.Opt.)

udavāsaṃ vased yas tu sa narādhipatir bhavet; satyavādī naraśreṣṭha daivataiḥ saha modate

Wer im Wasser wohnt [?], der wird Herr der Menschen; wer die Wahrheit spricht, o Bester der Männer, freut sich mit den Göttern.

Wort für Wort
udavāsaṃ vaset yaḥ tu
wer aber im Wasser wohnen sollte (Akk.Sg./3.Sg.Opt./Nom.Sg.) [?]
sa narādhipatiḥ bhavet
der werde Herr der Menschen (Nom.Sg./3.Sg.Opt.)
satyavādī naraśreṣṭha
der Wahrheitsredner, o Bester der Männer (Nom.Sg./Vok.)
daivataiḥ saha modate
mit den Göttern freut er sich (Instr.Pl./Präp./3.Sg.Präs.)

udavāsa: „Aufenthalt im Wasser“ (als Askese), Deutung nicht ganz sicher.

kīrtir bhavati dānena tathārogyam ahiṃsayā; dvijaśuśrūṣayā rājyaṃ dvijatvaṃ vāpi puṣkalam

Ruhm entsteht durch Geben, ebenso Gesundheit durch Gewaltlosigkeit; durch Dienst an Brahmanen [Königtum] oder auch reichliches Brahmanentum.

Wort für Wort
kīrtiḥ bhavati dānena
Ruhm entsteht durch Geben (Nom.Sg.f./3.Sg.Präs./Instr.Sg.)
tathā ārogyam ahiṃsayā
ebenso Gesundheit durch Gewaltlosigkeit (Nom.Sg.n./Instr.Sg.f.)
dvijaśuśrūṣayā rājyam
durch Dienst an Zweifachgeborenen Königtum (Instr.Sg./Nom.Sg.n.)
dvijatvaṃ vā api puṣkalam
oder auch Brahmanentum, reichlich (Nom.Sg.n./Part./Nom.Sg.n.)

pānīyasya pradānena kīrtir bhavati śāśvatī; annapānapradānena tṛpyate kāmabhogataḥ

Durch das Geben von Trinkwasser entsteht ewiger Ruhm; durch das Geben von Speise und Trank wird man gesättigt an Wunschgenuss.

Wort für Wort
pānīyasya pradānena
durch die Gabe von Trinkwasser (Gen.Sg./Instr.Sg.)
kīrtiḥ bhavati śāśvatī
Ruhm entsteht ewig (Nom.Sg.f./3.Sg.Präs./Nom.Sg.f.)
annapānapradānena
durch die Gabe von Speise und Trank (Instr.Sg.)
tṛpyate kāmabhogataḥ
wird gesättigt an Wunschgenuss (3.Sg.Präs.Pass./Abl.-Adv.)

sāntvadaḥ sarvabhūtānāṃ sarvaśokair vimucyate; devaśuśrūṣayā rājyaṃ divyaṃ rūpaṃ niyacchati

Wer allen Wesen Freundliches gibt, wird von allen Leiden befreit; durch Dienst an den Göttern erlangt man Königtum [und] himmlische Gestalt.

Wort für Wort
sāntvadaḥ sarvabhūtānām
der Freundliches-Gebende gegenüber allen Wesen (Nom.Sg./Gen.Pl.)
sarvaśokaiḥ vimucyate
von allen Leiden wird befreit (Instr.Pl./3.Sg.Präs.Pass.)
devaśuśrūṣayā rājyam
durch Dienst an Göttern Königtum (Instr.Sg./Akk.Sg.n.)
divyaṃ rūpaṃ niyacchati
himmlische Gestalt erlangt / gewinnt er (Akk.Sg./3.Sg.Präs.)

dīpālokapradānena cakṣuṣmān bhavate naraḥ; prekṣaṇīyapradānena smṛtiṃ medhāṃ ca vindati

Durch das Geben von Lampenlicht wird der Mensch sehend; durch das Geben von Sehenswertem erlangt er Gedächtnis und Verstand.

Wort für Wort
dīpālokapradānena
durch Gabe von Lampenlicht (Instr.Sg.)
cakṣuṣmān bhavate naraḥ
mit Augen begabt wird der Mensch (Nom.Sg./3.Sg.Präs.Med./Nom.Sg.)
prekṣaṇīyapradānena
durch Gabe von Sehenswertem (Instr.Sg.)
smṛtiṃ medhāṃ ca vindati
Gedächtnis und Verstand findet er (Akk.Sg.f./3.Sg.Präs.)

gandhamālyanivṛttyā tu kīrtir bhavati puṣkalā; keśaśmaśrūn dhārayatām agryā bhavati saṃtatiḥ

Durch Verzicht auf Duftstoffe und Kränze entsteht reichlicher Ruhm; denen, die Kopf- und Barthaar tragen, wird die Nachkommenschaft die beste.

Wort für Wort
gandhamālyanivṛttyā tu
durch Verzicht auf Düfte und Kränze aber (Instr.Sg.)
kīrtiḥ bhavati puṣkalā
Ruhm entsteht reichlich (Nom.Sg.f./3.Sg.Präs./Nom.Sg.f.)
keśaśmaśrūn dhārayatām
denen, die Kopfhaar und Bart tragen (Akk.Pl./Gen.Pl.Part.)
agryā bhavati saṃtatiḥ
die beste wird die Nachkommenschaft (Nom.Sg.f./3.Sg.Präs./Nom.Sg.f.)

upavāsaṃ ca dīkṣāṃ ca abhiṣekaṃ ca pārthiva; kṛtvā dvādaśa varṣāṇi vīrasthānād viśiṣyate

Wer Fasten, Weihe und rituelles Bad, o Fürst, zwölf Jahre lang vollzogen hat, wird dadurch dem Heldenlager überlegen [?].

Wort für Wort
upavāsaṃ ca dīkṣāṃ ca
Fasten und Weihe (Akk.Sg.)
abhiṣekaṃ ca pārthiva
und rituelles Bad, o Fürst (Akk.Sg./Vok.)
kṛtvā dvādaśa varṣāṇi
vollzogen habend, zwölf Jahre (Abs./Akk.Pl.n.)
vīrasthānāt viśiṣyate
übertrifft die Heldenstätte (Abl.Sg./3.Sg.Präs.Pass.) [?]

vīrasthānād viśiṣyate: „übertrifft die Heldenstätte“, d. h. die Stätte der im Kampf Gefallenen; sinngemäß wiedergegeben.

dāsīdāsam alaṃkārān kṣetrāṇi ca gṛhāṇi ca; brahmadeyāṃ sutāṃ dattvā prāpnoti manujarṣabha

Sklavinnen und Sklaven, Schmuck, Felder und Häuser erlangt man, wenn man eine Tochter zur Brahma-Gabe [nach Brahma-Ritus] gibt, o Stier unter den Menschen.

Wort für Wort
dāsīdāsam alaṃkārān
Sklavinnen und Sklaven, Schmuck (Akk.)
kṣetrāṇi ca gṛhāṇi ca
und Felder und Häuser (Akk.Pl.n.)
brahmadeyāṃ sutāṃ dattvā
eine Tochter als Brahma-Gabe gegeben habend (Akk.Sg.f./Abs.)
prāpnoti manujarṣabha
erlangt er, o Stier unter den Menschen (3.Sg.Präs./Vok.)

kratubhiś copavāsaiś ca tridivaṃ yāti bhārata; labhate ca ciraṃ sthānaṃ balipuṣpaprado naraḥ

Durch Opfer und durch Fasten geht man in den dritten Himmel, o Bhārata; und wer Opferspenden und Blumen darbringt, erlangt lange einen Platz.

Wort für Wort
kratubhiḥ ca upavāsaiḥ ca
durch Opfer und durch Fasten (Instr.Pl.)
tridivaṃ yāti bhārata
in den Himmel geht er, o Bhārata (Akk.Sg./3.Sg.Präs./Vok.)
labhate ca ciraṃ sthānam
und erlangt lange einen Platz (3.Sg.Präs.Med./Adv./Akk.Sg.n.)
balipuṣpapradaḥ naraḥ
der Mensch, der Opfergaben und Blumen gibt (Nom.Sg./Nom.Sg.)

suvarṇaśṛṅgais tu vibhūṣitānāṃ; gavāṃ sahasrasya naraḥ pradātā; prāpnoti puṇyaṃ divi devalokam; ity evam āhur munidevasaṃghāḥ

Der Mensch, der tausend mit goldenen Hörnern geschmückte Kühe schenkt, erlangt Verdienst und im Himmel die Götterwelt; so sagen die Scharen der Weisen und Götter.

Wort für Wort
suvarṇaśṛṅgaiḥ tu vibhūṣitānām
mit goldenen Hörnern aber geschmückter (Instr.Pl./Gen.Pl.)
gavāṃ sahasrasya naraḥ pradātā
von tausend Kühen der Mensch als Geber (Gen.Pl./Gen.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.)
prāpnoti puṇyaṃ divi devalokam
erlangt Verdienst, im Himmel die Götterwelt (3.Sg.Präs./Akk./Lok./Akk.)
iti evam āhuḥ munidevasaṃghāḥ
so sagen die Scharen von Weisen und Göttern (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)

prayacchate yaḥ kapilāṃ sacailāṃ; kāṃsyopadohāṃ kanakāgraśṛṅgīm; tais tair guṇaiḥ kāmadughāsya bhūtvā; naraṃ pradātāram upaiti sā gauḥ

Wer eine braune Kuh mit Tuch schenkt, mit Bronze-Melkgefäß, mit goldenen Hornspitzen: mit eben diesen Eigenschaften wird jene Kuh zur Wunschkuh für ihn und kommt zum Geber.

Wort für Wort
prayacchate yaḥ kapilām sacailām
wer eine braune Kuh mit Tuch schenkt (3.Sg.Präs.Med./Nom./Akk.Sg.f.)
kāṃsyopadohām
mit Bronzemelkgefäß (Akk.Sg.f.)
kanakāgraśṛṅgīm
mit goldenen Hornspitzen (Akk.Sg.f.)
taiḥ taiḥ guṇaiḥ kāmadughā asya bhūtvā
mit jenen jeweiligen Eigenschaften zur Wunschkuh für ihn geworden (Instr.Pl./Nom.Sg.f./Gen./Abs.)
naraṃ pradātāram upaiti sā gauḥ
zum Menschen, dem Geber, kommt jene Kuh (Akk./Akk./3.Sg.Präs./Nom.Sg.f.)

yāvanti lomāni bhavanti dhenvās; tāvat phalaṃ prāpnute gopradātā; putrāṃś ca pautrāṃś ca kulaṃ ca sarvam; āsaptamaṃ tārayate paratra

So viele Haare eine Kuh hat, so großen Lohn erlangt der Kuhschenker; Söhne, Enkel und das ganze Geschlecht rettet er im Jenseits bis zum siebten [Glied].

Wort für Wort
yāvanti lomāni bhavanti dhenvāḥ
so viele Haare eine Kuh hat (Nom.Pl.n./3.Pl.Präs./Gen.Sg.f.)
tāvat phalaṃ prāpnute gopradātā
so viel Frucht erlangt der Kuhschenker (Adv./Akk.Sg.n./3.Sg.Präs.Med./Nom.Sg.)
putrān ca pautrān ca kulaṃ ca sarvam
Söhne und Enkel und das ganze Geschlecht (Akk.)
āsaptamaṃ tārayate paratra
bis zum siebten rettet er im Jenseits (Adv./3.Sg.Präs./Adv.)

sadakṣiṇāṃ kāñcanacāruśṛṅgīṃ; kāṃsyopadohāṃ draviṇottarīyām; dhenuṃ tilānāṃ dadato dvijāya; lokā vasūnāṃ sulabhā bhavanti

Wer einem Brahmanen eine Sesamkuh gibt, mit Opfergabe, mit schönen goldenen Hörnern, mit Bronze-Melkgefäß, mit Reichtum als Obergewand [?], dem werden die Welten der Vasus leicht erreichbar.

Wort für Wort
sadakṣiṇām kāñcanacāruśṛṅgīm
mit Opfergabe, mit schönen goldenen Hörnern (Akk.Sg.f.)
kāṃsyopadohām
mit Bronzemelkgefäß (Akk.Sg.f.)
draviṇottarīyām
mit Reichtum als Obergewand (Akk.Sg.f.) [?]
dhenuṃ tilānāṃ dadataḥ dvijāya
eine Sesamkuh gebend, dem Zweifachgeborenen (Akk.Sg./Gen.Pl./Gen.Sg.Part./Dat.Sg.)
lokāḥ vasūnām sulabhāḥ bhavanti
die Welten der Vasus sind leicht erreichbar (Nom.Pl./Gen.Pl./Nom.Pl./3.Pl.Präs.)

draviṇottarīyām („mit Reichtum als Obergewand“) unsicher; gemeint wohl eine mit Wertgegenständen behängte Kuh.

svakarmabhir mānavaṃ saṃnibaddhaṃ; tīvrāndhakāre narake patantam; mahārṇave naur iva vāyuyuktā; dānaṃ gavāṃ tārayate paratra

Den Menschen, der durch die eigenen Taten gefesselt in die Hölle finsterster Finsternis fällt, rettet die Gabe von Kühen im Jenseits, wie ein windgetriebenes Schiff im großen Meer.

Wort für Wort
svakarmabhiḥ mānavam saṃnibaddham
den durch eigene Taten gebundenen Menschen (Instr.Pl./Akk.Sg./Part.Akk.)
tīvrāndhakāre narake patantam
in die Hölle mit dichter Finsternis fallend (Lok.Sg./Lok.Sg./Part.Akk.Sg.)
mahārṇave nauḥ iva vāyuyuktā
wie ein windgetriebenes Schiff im großen Meer (Lok.Sg./Nom.Sg.f./Part.)
dānaṃ gavām tārayate paratra
die Gabe von Kühen rettet im Jenseits (Nom.Sg.n./Gen.Pl./3.Sg.Präs./Adv.)

yo brahmadeyāṃ tu dadāti kanyāṃ; bhūmipradānaṃ ca karoti vipre; dadāti cānnaṃ vidhivac ca yaś ca; sa lokam āpnoti puraṃdarasya

Wer eine Tochter als Brahma-Gabe gibt, einem Brahmanen eine Landgabe macht und wer Speise regelgemäß gibt, der erlangt die Welt des Puraṃdara [Indra].

Wort für Wort
yaḥ brahmadeyām tu dadāti kanyām
wer aber eine Jungfrau als Brahma-Gabe gibt (Nom./Akk.Sg.f./3.Sg.Präs.)
bhūmipradānaṃ ca karoti vipre
und eine Landgabe macht an einen Brahmanen (Akk.Sg.n./3.Sg.Präs./Lok.Sg.)
dadāti ca annaṃ vidhivat ca yaḥ ca
und wer Speise gibt, regelgemäß (3.Sg.Präs./Akk.Sg./Adv.)
sa lokam āpnoti puraṃdarasya
der erlangt die Welt des Puraṃdara (3.Sg.Präs./Akk.Sg./Gen.Sg.)

naiveśikaṃ sarvaguṇopapannaṃ; dadāti vai yas tu naro dvijāya; svādhyāyacāritraguṇānvitāya; tasyāpi lokāḥ kuruṣūttareṣu

Der Mensch, der einem Zweifachgeborenen, der im Vedastudium, Wandel und Tugenden ausgezeichnet ist, eine mit allen Vorzügen versehene Wohnungsausstattung gibt: auch ihm [werden] die Welten bei den nördlichen Kurus [zuteil].

Wort für Wort
naiveśikaṃ sarvaguṇopapannam
eine Wohnungsausstattung, mit allen Vorzügen versehen (Akk.Sg.n.) [?]
dadāti vai yaḥ tu naraḥ dvijāya
gibt, wahrlich, wer aber, der Mensch, dem Zweifachgeborenen (3.Sg.Präs./Nom./Nom./Dat.Sg.)
svādhyāyacāritraguṇānvitāya
der mit Vedastudium, Wandel und Tugenden ausgestattet ist (Dat.Sg.)
tasya api lokāḥ kuruṣu uttareṣu
auch ihm die Welten bei den nördlichen Kurus (Gen.Sg./Nom.Pl./Lok.Pl.)

naiveśika = Hauseinrichtung / Ausstattung eines Hausstands; Bedeutung leicht unsicher.

dhuryapradānena gavāṃ tathāśvair; lokān avāpnoti naro vasūnām; svargāya cāhur hi hiraṇyadānaṃ; tato viśiṣṭaṃ kanakapradānam

Durch Gabe von Zugtieren, von Kühen und Rossen erlangt der Mensch die Welten der Vasus; für den Himmel gilt, sagt man, die Goldgabe, vorzüglicher als diese aber ist die Gabe von Kanaka [Gold].

Wort für Wort
dhuryapradānena gavām tathā aśvaiḥ
durch Gabe von Zugtieren, von Kühen, ebenso durch Rosse (Instr.Sg./Gen.Pl./Adv./Instr.Pl.)
lokān avāpnoti naraḥ vasūnām
Welten erlangt der Mensch der Vasus (Akk.Pl./3.Sg.Präs./Nom.Sg./Gen.Pl.)
svargāya ca āhuḥ hi hiraṇyadānam
und für den Himmel, sagt man, ist Goldgabe (Dat.Sg./3.Pl.Perf./Akk.Sg.n.)
tataḥ viśiṣṭaṃ kanakapradānam
vorzüglicher als diese die Gabe von Kanaka (Abl.-Adv./Nom.Sg.n./Nom.Sg.n.)

hiraṇya und kanaka beide „Gold“; kanaka als noch höher gewertet, evtl. Goldmünze oder -stück.

chatrapradānena gṛhaṃ variṣṭhaṃ; yānaṃ tathopānahasaṃpradāne; vastrapradānena phalaṃ surūpaṃ; gandhapradāne surabhir naraḥ syāt

Durch die Gabe eines Schirms [erlangt man] ein vorzügliches Haus, ebenso ein Gefährt durch die Gabe von Sandalen; durch die Gabe von Kleidern die Frucht schöner Gestalt; durch Duftgaben wird man wohlriechend.

Wort für Wort
chatrapradānena gṛham variṣṭham
durch Gabe eines Schirms ein vorzügliches Haus (Instr.Sg./Nom.Sg.n.)
yānaṃ tathā upānahasaṃpradāne
ein Gefährt ebenso bei der Gabe von Sandalen (Nom.Sg.n./Lok.Sg.)
vastrapradānena phalaṃ surūpam
durch Kleidergabe die Frucht schöner Gestalt (Instr.Sg./Nom.Sg.n./Nom.Sg.n.)
gandhapradāne surabhiḥ naraḥ syāt
bei Duftgabe wohlriechend möge der Mensch sein (Lok.Sg./Nom.Sg./3.Sg.Opt.)

puṣpopagaṃ vātha phalopagaṃ vā; yaḥ pādapaṃ sparśayate dvijāya; sa strīsamṛddhaṃ bahuratnapūrṇaṃ; labhaty ayatnopagataṃ gṛhaṃ vai

Wer einem Brahmanen einen Baum übergibt, der Blüten oder Früchte trägt, der erlangt ein Haus voll von Frauen und reich an Juwelen, das ihm mühelos zufällt.

Wort für Wort
puṣpopagam vā atha phalopagam vā
blütentragend oder fruchttragend (Akk.Sg.m.)
yaḥ pādapam sparśayate dvijāya
wer einen Baum übergibt / berühren lässt dem Zweifachgeborenen (Nom./Akk.Sg./3.Sg.Kaus.Med./Dat.Sg.)
sa strīsamṛddham bahuratnapūrṇam
der ein an Frauen reiches, mit vielen Juwelen gefülltes (Nom./Akk.Sg.n.)
labhati ayatnopagatam gṛham vai
erlangt, mühelos zugefallenes Haus, fürwahr (3.Sg.Präs./Akk.Sg.n./Akk.Sg.n.)

labheta kāmaṃ sa bhaved arogas; tathā surūpaś ca narendraloke

Er erlangt, was er wünscht, und wird gesund, und ebenso schön in der Welt der Fürsten.

Wort für Wort
labheta kāmam
er möge Wunsch erlangen (3.Sg.Opt.Med./Akk.Sg.m.)
sa bhavet arogaḥ
der möge gesund sein (Nom./3.Sg.Opt./Nom.Sg.)
tathā surūpaḥ ca
und ebenso schön (Adv./Nom.Sg.)
narendraloke
in der Welt der Fürsten (Lok.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Sternzeile), nur in einem Teil der Handschriften.

bhakṣānnapānīyarasapradātā; sarvān avāpnoti rasān prakāmam; pratiśrayācchādanasaṃpradātā; prāpnoti tān eva na saṃśayo 'tra

Wer Speisen, Trank, Wasser und Säfte gibt, erlangt nach Wunsch alle Genüsse; wer Obdach und Bekleidung gibt, erlangt eben diese, daran ist kein Zweifel.

Wort für Wort
bhakṣānnapānīyarasapradātā
der Geber von Esswaren, Speise, Trank und Säften (Nom.Sg.)
sarvān avāpnoti rasān prakāmam
alle Genüsse erlangt er nach Wunsch (Akk.Pl./3.Sg.Präs./Akk.Pl./Adv.)
pratiśrayācchādanasaṃpradātā
der Geber von Obdach und Bekleidung (Nom.Sg.)
prāpnoti tān eva na saṃśayaḥ atra
erlangt eben diese; kein Zweifel hierin (3.Sg.Präs./Akk.Pl./Nom.Sg.)

sragdhūpagandhāny anulepanāni; snānāni mālyāni ca mānavo yaḥ; dadyād dvijebhyaḥ sa bhaved arogas; tathābhirūpaś ca narendraloke

Der Mensch, der Brahmanen Kränze, Räucherwerk, Düfte, Salben, Bäder und Blumengewinde schenkt, wird gesund und ebenso schön in der Welt der Fürsten.

Wort für Wort
sragdhūpagandhāni anulepanāni
Kränze, Räucherwerk, Düfte, Salben (Akk.Pl.n.)
snānāni mālyāni ca
Bäder und Blumengewinde (Akk.Pl.n.)
mānavaḥ yaḥ dadyāt dvijebhyaḥ
der Mensch, der geben sollte, den Zweifachgeborenen (Nom./Nom./3.Sg.Opt./Dat.Pl.)
sa bhavet arogaḥ
der werde gesund (Nom./3.Sg.Opt./Nom.)
tathā abhirūpaḥ ca narendraloke
und ebenso schön in der Fürstenwelt (Adv./Nom.Sg./Lok.Sg.)

bījair aśūnyaṃ śayanair upetaṃ; dadyād gṛhaṃ yaḥ puruṣo dvijāya; puṇyābhirāmaṃ bahuratnapūrṇaṃ; labhaty adhiṣṭhānavaraṃ sa rājan

Wer einem Brahmanen ein Haus gibt, das nicht leer ist an Saatkörnern und mit Betten ausgestattet, verdienstvoll anmutig und voll vieler Juwelen, der erlangt, o König, einen vorzüglichen Wohnsitz.

Wort für Wort
bījaiḥ aśūnyam śayanaiḥ upetam
nicht leer von Saatkörnern, mit Betten versehen (Instr.Pl./Akk.Sg.n.)
dadyāt gṛham yaḥ puruṣaḥ dvijāya
geben sollte ein Haus, welcher Mann, dem Zweifachgeborenen (3.Sg.Opt./Akk./Nom./Dat.)
puṇyābhirāmam bahuratnapūrṇam
verdienstvoll anmutig, voll vieler Juwelen (Akk.Sg.n.)
labhati adhiṣṭhānavaram sa rājan
erlangt einen vorzüglichen Wohnsitz, der, o König (3.Sg.Präs./Akk.Sg.n./Nom./Vok.)

sugandhacitrāstaraṇopapannaṃ; dadyān naro yaḥ śayanaṃ dvijāya; rūpānvitāṃ pakṣavatīṃ manojñāṃ; bhāryām ayatnopagatāṃ labhet saḥ

Der Mensch, der einem Brahmanen ein Bett gibt, das mit duftenden, bunten Decken versehen ist, der erlangt eine schöne, verwandtschaftlich gut gestellte [?], entzückende Gattin, die ihm mühelos zufällt.

Wort für Wort
sugandhacitrāstaraṇopapannam
mit duftenden, bunten Decken ausgestattet (Akk.Sg.n.)
dadyāt naraḥ yaḥ śayanaṃ dvijāya
gibt der Mensch, der ein Bett dem Zweifachgeborenen (3.Sg.Opt./Nom./Nom./Akk./Dat.)
rūpānvitām pakṣavatīm manojñām
schön, mit Anhang, entzückend (Akk.Sg.f.) [?]
bhāryām ayatnopagatām labhet saḥ
eine Gattin, mühelos zugefallen, erlangt der (Akk.Sg.f./Akk.Sg.f./3.Sg.Opt.)

pakṣavatī: „mit Anhang / Verwandtschaft ausgestattet“ (wörtlich „geflügelt“); Deutung unsicher.

pitāmahasyānucaro vīraśāyī bhaven naraḥ; nādhikaṃ vidyate tasmād ity āhuḥ paramarṣayaḥ

Der Mensch wird Gefolgsmann des Großvaters [Brahmā] und ein auf dem Heldenlager Ruhender; nichts Höheres gibt es als dies, so sagen die höchsten Seher.

Wort für Wort
pitāmahasya anucaraḥ
des Großvaters Gefolgsmann (Gen.Sg./Nom.Sg.)
vīraśāyī bhavet naraḥ
auf dem Heldenlager liegend werde der Mensch (Nom.Sg./3.Sg.Opt./Nom.Sg.)
na adhikaṃ vidyate tasmāt
nichts Höheres gibt es als das (Nom.Sg.n./3.Sg.Präs.Pass./Abl.)
iti āhuḥ paramarṣayaḥ
so sagen die höchsten Seher (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)

pustakaṃ ca tathā gāvaḥ kanyā dānaṃ tathaiva ca; ye na dāsyanti puruṣās teṣāṃ saukhyaṃ pareṇa kim

„Ein Buch, ebenso Kühe und eine Tochter zur Gabe: welches Glück haben im Jenseits jene Männer, die sie nicht geben werden?“

Wort für Wort
pustakam ca tathā gāvaḥ
ein Buch und ebenso Kühe (Nom.Sg.n./Nom.Pl.f.)
kanyā dānam tathā eva ca
eine Jungfrau, Gabe, ebenso (Nom.Sg.f./Nom.Sg.n.)
ye na dāsyanti puruṣāḥ
welche Männer nicht geben werden (Nom.Pl./3.Pl.Fut.)
teṣām saukhyam pareṇa kim
deren Glück im Jenseits was (Gen.Pl./Nom.Sg.n./Instr.-Adv./Interr.) [?]

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Sternzeile); „pustaka“ (Buch) im Sinne einer Handschrift; Ergänzung der Gebeobjekte sinngemäß.

vaiśaṃpāyana uvāca; tasya tad vacanaṃ śrutvā prītātmā kurunandanaḥ; nāśrame 'rocayad vāsaṃ vīramārgābhikāṅkṣayā

Vaiśaṃpāyana sprach: Als der Nachkomme der Kurus seine Rede gehört hatte, frohen Herzens, gefiel es ihm nicht, im Einsiedlerleben zu wohnen, da er den Weg des Helden ersehnte.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
tasya tad vacanaṃ śrutvā
seine Rede jene gehört habend (Gen.Sg./Akk.Sg.n./Abs.)
prītātmā kurunandanaḥ
frohen Herzens, der Freude der Kurus (Nom.Sg.)
na āśrame arocayat vāsam
nicht im Einsiedlerleben gefiel ihm das Wohnen (Lok.Sg./3.Sg.Impf.Kaus./Akk.Sg.m.)
vīramārgābhikāṅkṣayā
aus Verlangen nach dem Heldenweg (Instr.Sg.f.)

tato yudhiṣṭhiraḥ prāha pāṇḍavān bharatarṣabha; pitāmahasya yad vākyaṃ tad vo rocatv iti prabhuḥ

Dann sprach Yudhiṣṭhira, der Herr, zu den Pāṇḍavas, o Stier der Bharatas: „Was der Großvater gesagt hat, das soll euch gefallen.“

Wort für Wort
tataḥ yudhiṣṭhiraḥ prāha
dann sprach Yudhiṣṭhira (Adv./Nom.Sg./3.Sg.Perf.)
pāṇḍavān bharatarṣabha
zu den Pāṇḍavas, o Stier der Bharatas (Akk.Pl./Vok.)
pitāmahasya yat vākyam
des Großvaters Rede, welche (Gen.Sg./Nom.Sg.n./Nom.Sg.n.)
tat vaḥ rocatu iti prabhuḥ
die soll euch gefallen, (sprach) der Herr (Nom.Sg.n./Dat.Pl./3.Sg.Imp./Part./Nom.Sg.)

tatas tu pāṇḍavāḥ sarve draupadī ca yaśasvinī; yudhiṣṭhirasya tad vākyaṃ bāḍham ity abhyapūjayan

Da billigten alle Pāṇḍavas und die ruhmreiche Draupadī Yudhiṣṭhiras Rede mit dem Ruf: „Gut so!“

Wort für Wort
tataḥ tu pāṇḍavāḥ sarve
da aber die Pāṇḍavas alle (Adv./Nom.Pl./Nom.Pl.)
draupadī ca yaśasvinī
und Draupadī, die Ruhmreiche (Nom.Sg.f./Nom.Sg.f.)
yudhiṣṭhirasya tad vākyam
Yudhiṣṭhiras jene Rede (Gen.Sg./Akk.Sg.n.)
bāḍham iti abhyapūjayan
„Gut so!“, sprechend, ehrten / billigten (Adv./Part./3.Pl.Impf.)

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