Kapitel 57: tapodānaphalakīrtanam
Bhīṣma zählt die Früchte von Askese, Gelübden und Gaben auf
Yudhiṣṭhira klagt über das Leid der Kriegerwitwen und möchte sich durch Askese läutern; Bhīṣma antwortet mit einem langen Katalog, welche Askese- und Gabenleistungen welche Früchte tragen. Am Ende entscheidet sich Yudhiṣṭhira gegen das Einsiedlerleben und für den Heldenweg.
Yudhiṣṭhira sprach: „Ich werde gleichsam verwirrt, wenn ich heute immer wieder nachdenke und bedenke, dass diese Erde von den Scharen glanzvoller Fürsten entleert ist,
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
muhyāmi iva niśamya adya
ich werde gleichsam verwirrt, nachdem ich heute (es) bedacht habe (1.Sg.Präs./Abs.)
cintayānaḥ punaḥ punaḥ
nachsinnend, immer wieder (Part.Präs.Med./Adv.)
hīnāṃ pārthivasaṃghātaiḥ śrīmadbhiḥ
beraubt der Scharen glanzvoller Fürsten (Akk.Sg.f./Instr.Pl.)
nachdem ich Königreiche zu Hunderten erlangt und die Erde besiegt habe, o Bhārata, und Männer zu Millionen erschlagen habe, quält mich die Reue, Großvater.
Wort für Wort
prāpya rājyāni śataśaḥ
nachdem ich Königreiche erlangt habe, zu Hunderten (Abs./Akk.Pl.n./Adv.)
mahīṃ jitvā api bhārata
auch die Erde besiegt habend, o Bhārata (Abs./Akk.Sg./Vok.)
koṭiśaḥ puruṣān hatvā
Männer zu Millionen erschlagen habend (Adv./Akk.Pl./Abs.)
paritapye pitāmaha
ich werde gequält / bereue, o Großvater (1.Sg.Präs.Pass./Med./Vok.)
vayaṃ hi tān gurūn hatvā jñātīṃś ca suhṛdo 'pi ca; avākśīrṣāḥ patiṣyāmo narake nātra saṃśayaḥ
Denn wir, die wir jene Ehrwürdigen, die Verwandten und auch die Freunde erschlagen haben, werden kopfüber in die Hölle stürzen; daran ist kein Zweifel.
Wort für Wort
vayaṃ hi tān gurūn hatvā
denn wir, jene Ehrwürdigen erschlagen habend (Nom.Pl./Akk.Pl./Abs.)
jñātīn ca suhṛdaḥ api ca
und die Verwandten und auch die Freunde (Akk.Pl.)
avākśīrṣāḥ patiṣyāmaḥ
kopfüber werden wir stürzen (Nom.Pl./1.Pl.Fut.)
narake na atra saṃśayaḥ
in die Hölle; hierin ist kein Zweifel (Lok.Sg./Nom.Sg.)
Ich möchte den Körper durch strenge Askese [dem Yoga] zuwenden, o Bhārata; und ich möchte hierüber der Wahrheit gemäß belehrt werden, o Herr der Menschen.
Wort für Wort
śarīraṃ yoktum icchāmi
den Körper anschirren / verbinden möchte ich (Akk.Sg./Inf./1.Sg.Präs.) [?]
tapasā ugreṇa bhārata
durch strenge Askese, o Bhārata (Instr.Sg./Vok.)
upadiṣṭam iha icchāmi
belehrt (zu werden) wünsche ich hier (Part.Perf.Pass./1.Sg.Präs.)
tattvataḥ aham viśām pate
der Wahrheit gemäß ich, o Herr der Menschen (Adv./Nom./Vok.)
yoktum ohne Objekt der Verbindung: wörtlich „anspannen, verbinden“ (den Körper mit Askese); Ergänzung unsicher.
„Höre ein wunderbares Geheimnis, das ich dir sagen werde: welcher Weg in den Daseinsformen nach dem Tode und durch welches Mittel erlangt wird, o Bhārata.
Wort für Wort
rahasyam adbhutam ca eva
ein Geheimnis, wunderbar, ja (Akk.Sg.n.)
śṛṇu vakṣyāmi yat tvayi
höre; ich werde (es) sagen, was (ich) dir (Imp./1.Sg.Fut./Lok.Sg.)
yā gatiḥ prāpyate
welcher Weg / welches Ziel erlangt wird (Nom.Sg.f./3.Sg.Präs.Pass.)
yena pretyabhāveṣu bhārata
wodurch, in den Existenzen nach dem Tod, o Bhārata (Instr.Sg.n./Lok.Pl./Vok.)
Die Frucht der Gewaltlosigkeit ist Schönheit, [die Frucht] der Weihe die Geburt in [edlem] Geschlecht; denen, die von Früchten und Wurzeln leben, wird Königtum, denen, die von Blättern leben, der Himmel zuteil.
Wort für Wort
ahiṃsāyāḥ phalaṃ rūpam
der Gewaltlosigkeit Frucht ist Schönheit (Gen.Sg.f./Nom.Sg.n./Nom.Sg.n.)
dīkṣāyāḥ janma vai kule
der Weihe (Frucht ist) Geburt in (edler) Familie (Gen.Sg./Nom.Sg./Lok.Sg.)
phalamūlāśinām rājyam
der von Früchten und Wurzeln Lebenden Königtum (Gen.Pl./Nom.Sg.n.)
svargaḥ parṇāśinām bhavet
Himmel der von Blättern Lebenden möge sein (Nom.Sg./Gen.Pl./3.Sg.Opt.)
Wer nur Milch zu sich nimmt, geht zum Himmel; durch Baden wird man reicher an Besitz; durch Dienst am Lehrer [erlangt man] Wissen, durch tägliches Ahnenopfer Nachkommenschaft.
Wort für Wort
payobhakṣaḥ divaṃ yāti
der Milchesser geht zum Himmel (Nom.Sg./Akk.Sg./3.Sg.Präs.)
snānena draviṇādhikaḥ
durch Baden reicher an Gut (Instr.Sg./Nom.Sg.)
guruśuśrūṣayā vidyā
durch Dienst am Lehrer Wissen (Instr.Sg./Nom.Sg.f.)
nityaśrāddhena saṃtatiḥ
durch tägliches Ahnenopfer Nachkommenschaft (Instr.Sg./Nom.Sg.f.)
Reich an Kühen [wird man] durch Gemüse-Gelübde; den Himmel, sagt man, [erlangt man] durch Grasessen; Frauen [erlangen Verdienst] durch dreimaliges Baden am Tag [?]; Luft trinkend erlangt man ein Opfer.
Wort für Wort
gavāḍhyaḥ śākadīkṣābhiḥ
reich an Kühen durch Gemüse-Gelübde (Nom.Sg./Instr.Pl.)
svargam āhuḥ tṛṇāśanāt
Himmel, sagen sie, durch Grasessen (Akk.Sg./3.Pl.Perf./Abl.Sg.)
striyaḥ triṣavaṇasnānāt
Frauen durch dreimaliges tägliches Baden (Nom.Pl.f./Abl.Sg.) [?]
vāyuṃ pītvā kratum labhet
Luft getrunken habend, ein Opfer möge er erlangen (Akk.Sg./Abs./Akk.Sg./3.Sg.Opt.)
nityasnāyī bhaved dakṣaḥ saṃdhye tu dve japan dvijaḥ; maruṃ sādhayato rājyaṃ nākapṛṣṭham anāśake
Wer täglich badet, wird geschickt; ein Zweifachgeborener, der zu beiden Dämmerungen [das Gebet] murmelt; dem, der Wüsten-Askese [?] übt, [wird] Königtum, beim Fasten bis zum Tod der Gipfel des Himmels.
Wort für Wort
nityasnāyī bhavet dakṣaḥ
der täglich Badende werde tüchtig (Nom.Sg./3.Sg.Opt./Nom.Sg.)
saṃdhye tu dve japan dvijaḥ
zu den zwei Dämmerungen murmelnd der Zweifachgeborene (Lok.Du./Part.Präs./Nom.Sg.)
maruṃ sādhayataḥ rājyam
dem, der die Wüste (Wüsten-Askese) vollzieht, Königtum (Akk.Sg./Gen.Sg.Part./Nom.Sg.n.) [?]
nākapṛṣṭham anāśake
der Himmelsrücken beim Todesfasten (Nom.Sg.n./Lok.Sg.)
maruṃ sādhayataḥ unsicher: „wer die Wüste (Trockenheits-/Wasserlosigkeits-Askese) bewältigt“.
Sklavinnen und Sklaven, Schmuck, Felder und Häuser erlangt man, wenn man eine Tochter zur Brahma-Gabe [nach Brahma-Ritus] gibt, o Stier unter den Menschen.
Wort für Wort
dāsīdāsam alaṃkārān
Sklavinnen und Sklaven, Schmuck (Akk.)
kṣetrāṇi ca gṛhāṇi ca
und Felder und Häuser (Akk.Pl.n.)
brahmadeyāṃ sutāṃ dattvā
eine Tochter als Brahma-Gabe gegeben habend (Akk.Sg.f./Abs.)
prāpnoti manujarṣabha
erlangt er, o Stier unter den Menschen (3.Sg.Präs./Vok.)
suvarṇaśṛṅgais tu vibhūṣitānāṃ; gavāṃ sahasrasya naraḥ pradātā; prāpnoti puṇyaṃ divi devalokam; ity evam āhur munidevasaṃghāḥ
Der Mensch, der tausend mit goldenen Hörnern geschmückte Kühe schenkt, erlangt Verdienst und im Himmel die Götterwelt; so sagen die Scharen der Weisen und Götter.
Wort für Wort
suvarṇaśṛṅgaiḥ tu vibhūṣitānām
mit goldenen Hörnern aber geschmückter (Instr.Pl./Gen.Pl.)
gavāṃ sahasrasya naraḥ pradātā
von tausend Kühen der Mensch als Geber (Gen.Pl./Gen.Sg./Nom.Sg./Nom.Sg.)
prāpnoti puṇyaṃ divi devalokam
erlangt Verdienst, im Himmel die Götterwelt (3.Sg.Präs./Akk./Lok./Akk.)
iti evam āhuḥ munidevasaṃghāḥ
so sagen die Scharen von Weisen und Göttern (3.Pl.Perf./Nom.Pl.)
prayacchate yaḥ kapilāṃ sacailāṃ; kāṃsyopadohāṃ kanakāgraśṛṅgīm; tais tair guṇaiḥ kāmadughāsya bhūtvā; naraṃ pradātāram upaiti sā gauḥ
Wer eine braune Kuh mit Tuch schenkt, mit Bronze-Melkgefäß, mit goldenen Hornspitzen: mit eben diesen Eigenschaften wird jene Kuh zur Wunschkuh für ihn und kommt zum Geber.
Wort für Wort
prayacchate yaḥ kapilām sacailām
wer eine braune Kuh mit Tuch schenkt (3.Sg.Präs.Med./Nom./Akk.Sg.f.)
kāṃsyopadohām
mit Bronzemelkgefäß (Akk.Sg.f.)
kanakāgraśṛṅgīm
mit goldenen Hornspitzen (Akk.Sg.f.)
taiḥ taiḥ guṇaiḥ kāmadughā asya bhūtvā
mit jenen jeweiligen Eigenschaften zur Wunschkuh für ihn geworden (Instr.Pl./Nom.Sg.f./Gen./Abs.)
naraṃ pradātāram upaiti sā gauḥ
zum Menschen, dem Geber, kommt jene Kuh (Akk./Akk./3.Sg.Präs./Nom.Sg.f.)
yāvanti lomāni bhavanti dhenvās; tāvat phalaṃ prāpnute gopradātā; putrāṃś ca pautrāṃś ca kulaṃ ca sarvam; āsaptamaṃ tārayate paratra
So viele Haare eine Kuh hat, so großen Lohn erlangt der Kuhschenker; Söhne, Enkel und das ganze Geschlecht rettet er im Jenseits bis zum siebten [Glied].
Wort für Wort
yāvanti lomāni bhavanti dhenvāḥ
so viele Haare eine Kuh hat (Nom.Pl.n./3.Pl.Präs./Gen.Sg.f.)
tāvat phalaṃ prāpnute gopradātā
so viel Frucht erlangt der Kuhschenker (Adv./Akk.Sg.n./3.Sg.Präs.Med./Nom.Sg.)
putrān ca pautrān ca kulaṃ ca sarvam
Söhne und Enkel und das ganze Geschlecht (Akk.)
āsaptamaṃ tārayate paratra
bis zum siebten rettet er im Jenseits (Adv./3.Sg.Präs./Adv.)
Wer einem Brahmanen eine Sesamkuh gibt, mit Opfergabe, mit schönen goldenen Hörnern, mit Bronze-Melkgefäß, mit Reichtum als Obergewand [?], dem werden die Welten der Vasus leicht erreichbar.
Wort für Wort
sadakṣiṇām kāñcanacāruśṛṅgīm
mit Opfergabe, mit schönen goldenen Hörnern (Akk.Sg.f.)
kāṃsyopadohām
mit Bronzemelkgefäß (Akk.Sg.f.)
draviṇottarīyām
mit Reichtum als Obergewand (Akk.Sg.f.) [?]
dhenuṃ tilānāṃ dadataḥ dvijāya
eine Sesamkuh gebend, dem Zweifachgeborenen (Akk.Sg./Gen.Pl./Gen.Sg.Part./Dat.Sg.)
lokāḥ vasūnām sulabhāḥ bhavanti
die Welten der Vasus sind leicht erreichbar (Nom.Pl./Gen.Pl./Nom.Pl./3.Pl.Präs.)
draviṇottarīyām („mit Reichtum als Obergewand“) unsicher; gemeint wohl eine mit Wertgegenständen behängte Kuh.
Den Menschen, der durch die eigenen Taten gefesselt in die Hölle finsterster Finsternis fällt, rettet die Gabe von Kühen im Jenseits, wie ein windgetriebenes Schiff im großen Meer.
Wort für Wort
svakarmabhiḥ mānavam saṃnibaddham
den durch eigene Taten gebundenen Menschen (Instr.Pl./Akk.Sg./Part.Akk.)
tīvrāndhakāre narake patantam
in die Hölle mit dichter Finsternis fallend (Lok.Sg./Lok.Sg./Part.Akk.Sg.)
mahārṇave nauḥ iva vāyuyuktā
wie ein windgetriebenes Schiff im großen Meer (Lok.Sg./Nom.Sg.f./Part.)
dānaṃ gavām tārayate paratra
die Gabe von Kühen rettet im Jenseits (Nom.Sg.n./Gen.Pl./3.Sg.Präs./Adv.)
naiveśikaṃ sarvaguṇopapannaṃ; dadāti vai yas tu naro dvijāya; svādhyāyacāritraguṇānvitāya; tasyāpi lokāḥ kuruṣūttareṣu
Der Mensch, der einem Zweifachgeborenen, der im Vedastudium, Wandel und Tugenden ausgezeichnet ist, eine mit allen Vorzügen versehene Wohnungsausstattung gibt: auch ihm [werden] die Welten bei den nördlichen Kurus [zuteil].
Wort für Wort
naiveśikaṃ sarvaguṇopapannam
eine Wohnungsausstattung, mit allen Vorzügen versehen (Akk.Sg.n.) [?]
dadāti vai yaḥ tu naraḥ dvijāya
gibt, wahrlich, wer aber, der Mensch, dem Zweifachgeborenen (3.Sg.Präs./Nom./Nom./Dat.Sg.)
svādhyāyacāritraguṇānvitāya
der mit Vedastudium, Wandel und Tugenden ausgestattet ist (Dat.Sg.)
tasya api lokāḥ kuruṣu uttareṣu
auch ihm die Welten bei den nördlichen Kurus (Gen.Sg./Nom.Pl./Lok.Pl.)
naiveśika = Hauseinrichtung / Ausstattung eines Hausstands; Bedeutung leicht unsicher.
dhuryapradānena gavāṃ tathāśvair; lokān avāpnoti naro vasūnām; svargāya cāhur hi hiraṇyadānaṃ; tato viśiṣṭaṃ kanakapradānam
Durch Gabe von Zugtieren, von Kühen und Rossen erlangt der Mensch die Welten der Vasus; für den Himmel gilt, sagt man, die Goldgabe, vorzüglicher als diese aber ist die Gabe von Kanaka [Gold].
Wort für Wort
dhuryapradānena gavām tathā aśvaiḥ
durch Gabe von Zugtieren, von Kühen, ebenso durch Rosse (Instr.Sg./Gen.Pl./Adv./Instr.Pl.)
lokān avāpnoti naraḥ vasūnām
Welten erlangt der Mensch der Vasus (Akk.Pl./3.Sg.Präs./Nom.Sg./Gen.Pl.)
svargāya ca āhuḥ hi hiraṇyadānam
und für den Himmel, sagt man, ist Goldgabe (Dat.Sg./3.Pl.Perf./Akk.Sg.n.)
tataḥ viśiṣṭaṃ kanakapradānam
vorzüglicher als diese die Gabe von Kanaka (Abl.-Adv./Nom.Sg.n./Nom.Sg.n.)
hiraṇya und kanaka beide „Gold“; kanaka als noch höher gewertet, evtl. Goldmünze oder -stück.
Durch die Gabe eines Schirms [erlangt man] ein vorzügliches Haus, ebenso ein Gefährt durch die Gabe von Sandalen; durch die Gabe von Kleidern die Frucht schöner Gestalt; durch Duftgaben wird man wohlriechend.
Wort für Wort
chatrapradānena gṛham variṣṭham
durch Gabe eines Schirms ein vorzügliches Haus (Instr.Sg./Nom.Sg.n.)
yānaṃ tathā upānahasaṃpradāne
ein Gefährt ebenso bei der Gabe von Sandalen (Nom.Sg.n./Lok.Sg.)
vastrapradānena phalaṃ surūpam
durch Kleidergabe die Frucht schöner Gestalt (Instr.Sg./Nom.Sg.n./Nom.Sg.n.)
gandhapradāne surabhiḥ naraḥ syāt
bei Duftgabe wohlriechend möge der Mensch sein (Lok.Sg./Nom.Sg./3.Sg.Opt.)
puṣpopagaṃ vātha phalopagaṃ vā; yaḥ pādapaṃ sparśayate dvijāya; sa strīsamṛddhaṃ bahuratnapūrṇaṃ; labhaty ayatnopagataṃ gṛhaṃ vai
Wer einem Brahmanen einen Baum übergibt, der Blüten oder Früchte trägt, der erlangt ein Haus voll von Frauen und reich an Juwelen, das ihm mühelos zufällt.
Wort für Wort
puṣpopagam vā atha phalopagam vā
blütentragend oder fruchttragend (Akk.Sg.m.)
yaḥ pādapam sparśayate dvijāya
wer einen Baum übergibt / berühren lässt dem Zweifachgeborenen (Nom./Akk.Sg./3.Sg.Kaus.Med./Dat.Sg.)
sa strīsamṛddham bahuratnapūrṇam
der ein an Frauen reiches, mit vielen Juwelen gefülltes (Nom./Akk.Sg.n.)
labheta kāmaṃ sa bhaved arogas; tathā surūpaś ca narendraloke
Er erlangt, was er wünscht, und wird gesund, und ebenso schön in der Welt der Fürsten.
Wort für Wort
labheta kāmam
er möge Wunsch erlangen (3.Sg.Opt.Med./Akk.Sg.m.)
sa bhavet arogaḥ
der möge gesund sein (Nom./3.Sg.Opt./Nom.Sg.)
tathā surūpaḥ ca
und ebenso schön (Adv./Nom.Sg.)
narendraloke
in der Welt der Fürsten (Lok.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Sternzeile), nur in einem Teil der Handschriften.
bhakṣānnapānīyarasapradātā; sarvān avāpnoti rasān prakāmam; pratiśrayācchādanasaṃpradātā; prāpnoti tān eva na saṃśayo 'tra
Wer Speisen, Trank, Wasser und Säfte gibt, erlangt nach Wunsch alle Genüsse; wer Obdach und Bekleidung gibt, erlangt eben diese, daran ist kein Zweifel.
Wort für Wort
bhakṣānnapānīyarasapradātā
der Geber von Esswaren, Speise, Trank und Säften (Nom.Sg.)
sarvān avāpnoti rasān prakāmam
alle Genüsse erlangt er nach Wunsch (Akk.Pl./3.Sg.Präs./Akk.Pl./Adv.)
pratiśrayācchādanasaṃpradātā
der Geber von Obdach und Bekleidung (Nom.Sg.)
prāpnoti tān eva na saṃśayaḥ atra
erlangt eben diese; kein Zweifel hierin (3.Sg.Präs./Akk.Pl./Nom.Sg.)
Wer einem Brahmanen ein Haus gibt, das nicht leer ist an Saatkörnern und mit Betten ausgestattet, verdienstvoll anmutig und voll vieler Juwelen, der erlangt, o König, einen vorzüglichen Wohnsitz.
Wort für Wort
bījaiḥ aśūnyam śayanaiḥ upetam
nicht leer von Saatkörnern, mit Betten versehen (Instr.Pl./Akk.Sg.n.)
dadyāt gṛham yaḥ puruṣaḥ dvijāya
geben sollte ein Haus, welcher Mann, dem Zweifachgeborenen (3.Sg.Opt./Akk./Nom./Dat.)
Der Mensch, der einem Brahmanen ein Bett gibt, das mit duftenden, bunten Decken versehen ist, der erlangt eine schöne, verwandtschaftlich gut gestellte [?], entzückende Gattin, die ihm mühelos zufällt.
Wort für Wort
sugandhacitrāstaraṇopapannam
mit duftenden, bunten Decken ausgestattet (Akk.Sg.n.)
dadyāt naraḥ yaḥ śayanaṃ dvijāya
gibt der Mensch, der ein Bett dem Zweifachgeborenen (3.Sg.Opt./Nom./Nom./Akk./Dat.)
rūpānvitām pakṣavatīm manojñām
schön, mit Anhang, entzückend (Akk.Sg.f.) [?]
bhāryām ayatnopagatām labhet saḥ
eine Gattin, mühelos zugefallen, erlangt der (Akk.Sg.f./Akk.Sg.f./3.Sg.Opt.)
Der Mensch wird Gefolgsmann des Großvaters [Brahmā] und ein auf dem Heldenlager Ruhender; nichts Höheres gibt es als dies, so sagen die höchsten Seher.
Wort für Wort
pitāmahasya anucaraḥ
des Großvaters Gefolgsmann (Gen.Sg./Nom.Sg.)
vīraśāyī bhavet naraḥ
auf dem Heldenlager liegend werde der Mensch (Nom.Sg./3.Sg.Opt./Nom.Sg.)
na adhikaṃ vidyate tasmāt
nichts Höheres gibt es als das (Nom.Sg.n./3.Sg.Präs.Pass./Abl.)
pustakaṃ ca tathā gāvaḥ kanyā dānaṃ tathaiva ca; ye na dāsyanti puruṣās teṣāṃ saukhyaṃ pareṇa kim
„Ein Buch, ebenso Kühe und eine Tochter zur Gabe: welches Glück haben im Jenseits jene Männer, die sie nicht geben werden?“
Wort für Wort
pustakam ca tathā gāvaḥ
ein Buch und ebenso Kühe (Nom.Sg.n./Nom.Pl.f.)
kanyā dānam tathā eva ca
eine Jungfrau, Gabe, ebenso (Nom.Sg.f./Nom.Sg.n.)
ye na dāsyanti puruṣāḥ
welche Männer nicht geben werden (Nom.Pl./3.Pl.Fut.)
teṣām saukhyam pareṇa kim
deren Glück im Jenseits was (Gen.Pl./Nom.Sg.n./Instr.-Adv./Interr.) [?]
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (Sternzeile); „pustaka“ (Buch) im Sinne einer Handschrift; Ergänzung der Gebeobjekte sinngemäß.
Vaiśaṃpāyana sprach: Als der Nachkomme der Kurus seine Rede gehört hatte, frohen Herzens, gefiel es ihm nicht, im Einsiedlerleben zu wohnen, da er den Weg des Helden ersehnte.
Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Perf.)
tasya tad vacanaṃ śrutvā
seine Rede jene gehört habend (Gen.Sg./Akk.Sg.n./Abs.)
prītātmā kurunandanaḥ
frohen Herzens, der Freude der Kurus (Nom.Sg.)
na āśrame arocayat vāsam
nicht im Einsiedlerleben gefiel ihm das Wohnen (Lok.Sg./3.Sg.Impf.Kaus./Akk.Sg.m.)