Kapitel 88: śrāddhahavirphalanirṇayaḥ
Die Opfergaben des Totenopfers und ihre Früchte für die Väter
Bhīṣma zählt auf, wie lange verschiedene Speisen im Śrāddha die Väter sättigen, und nennt, was unvergänglich wirkt; das Kapitel enthält auch Väterverse (pitṛgāthā).
bhīṣma uvāca; havīṃṣi śrāddhakalpe tu yāni śrāddhavido viduḥ; tāni me śṛṇu kāmyāni phalaṃ caiṣāṃ yudhiṣṭhira
Bhīṣma sprach: „Die Opfergaben, welche die Kenner des Śrāddha im Ritual des Totenopfers kennen, die wunschgemäßen, diese höre von mir, und ihre Frucht, Yudhiṣṭhira.“
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
havīṃṣi śrāddhakalpe tu
die Opfergaben aber im Śrāddha-Ritual (Nom.Pl.n.; Lok.Sg.)
yāni śrāddhavido viduḥ
welche die Śrāddha-Kenner kennen (Akk.Pl.n.; Nom.Pl.; 3.Pl.Perf.)
tāni me śṛṇu kāmyāni
diese höre von mir, die wünschenswerten (Akk.Pl.n.; Dat./Gen.; Imp.; Akk.Pl.n.)
phalaṃ caiṣāṃ yudhiṣṭhira
und ihre Frucht, Yudhiṣṭhira (Akk.Sg.; Gen.Pl.; Vok.)
Mit Sesam, Reis und Gerste, mit Bohnen, mit Wasser sowie mit Wurzeln und Früchten werden die Väter durch das so dargebrachte Śrāddha einen Monat lang erfreut, o König.
Wort für Wort
tilair vrīhiyavair māṣair
mit Sesam, Reis und Gerste, mit Bohnen (Instr.Pl.)
adbhir mūlaphalais tathā
mit Wasser, mit Wurzeln und Früchten ebenso (Instr.Pl.)
dattena māsaṃ
durch das Gegebene, einen Monat lang (Instr.Sg.n. Part.; Akk.Sg. der Dauer)
prīyante śrāddhena
werden erfreut durch das Śrāddha (3.Pl.Pass.; Instr.Sg.)
Acht Monate mit [dem Fleisch des] gefleckten Hirsches, neun eben mit Ruru-Antilope; mit dem Fleisch des Gayal aber wird eine zehnmonatige Sättigung sein.
Wort für Wort
māsān aṣṭau pārṣatena
acht Monate mit gefleckter Hirsch[fleisch] (Akk.Pl.; Zahl; Instr.Sg.)
rauraveṇa navaiva tu
mit Ruru-Hirsch[fleisch], neun eben (Instr.Sg.; Zahl)
gavayasya tu māṃsena
mit dem Fleisch des Gayal aber (Gen.Sg.; Instr.Sg.)
tṛptiḥ syād daśamāsikī
Sättigung möge sein zehnmonatige (Nom.Sg.f.; Opt.3.Sg.; Adj.f.)
pārṣata und rauravena: Tierbezeichnungen (gefleckter Hirsch; Ruru-Hirsch), Deutung nicht ganz sicher.
Zur Endlosigkeit gereicht Nashornfleisch, im Väteropfer dargebracht; Kālaśāka [Kraut], Lauha [?] und der Ziegenbock, so heißt es, [bewirken] Endlosigkeit.
Wort für Wort
ānantyāya bhaved dattaṃ
zur Endlosigkeit möge es sein, gegeben (Dat.; Opt.3.Sg.; Part.n.)
khaḍgamāṃsaṃ pitṛkṣaye
Nashornfleisch im Väteropfer (Nom.Sg.n.; Lok.Sg.)
kālaśākaṃ ca lauhaṃ cāpi
Kālaśāka und Lauha [?] auch (Nom.Sg.n.)
ānantyaṃ chāga ucyate
Endlosigkeit, der Ziegenbock, wird gesagt (Akk./Nom.Sg.n.; Nom.Sg.; 3.Sg.Pass.)
lauha (wörtlich „eisern/rötlich“) ist als Tier oder Speise unsicher; kālaśāka gewöhnlich ein Kraut.
api naḥ sa kule jāyād yo no dadyāt trayodaśīm; maghāsu sarpiṣā yuktaṃ pāyasaṃ dakṣiṇāyane
„Möge in unserer Familie einer geboren werden, der uns am dreizehnten [Mondtag] Milchreis mit Ghee darbringt, unter [dem Mondhaus] Maghā, wenn die Sonne südwärts geht.“
Wort für Wort
api naḥ sa kule jāyād
möge uns in der Familie er geboren werden (Part.; Gen.Pl.; Nom.; Lok.Sg.; Opt.3.Sg.)
yo no dadyāt trayodaśīm
der uns darbringt am dreizehnten [Tag] (Rel.; Dat.Pl.; Opt.3.Sg.; Akk.Sg.f.)
maghāsu sarpiṣā yuktaṃ
unter den Maghā, mit Ghee verbunden (Lok.Pl.; Instr.Sg.; Part.)
pāyasaṃ dakṣiṇāyane
Milchreis, beim Südlauf [der Sonne] (Akk.Sg.n.; Lok.Sg.)
ājena vāpi lauhena maghāsv eva yatavrataḥ; hasticchāyāsu vidhivat karṇavyajanavījitam
Oder auch mit Ziegen[fleisch] oder Eisernem [?], eben unter Maghā, mit festem Gelübde, regelgerecht im Schatten von Elefanten, wobei mit Elefantenohr-Fächern gefächelt wird.
Wort für Wort
ājena vāpi lauhena
oder auch mit Ziegen[fleisch], mit Lauha [?] (Instr.Sg.)
maghāsv eva yatavrataḥ
eben unter Maghā, mit gezügeltem Gelübde (Lok.Pl.; Nom.Sg.)
hasticchāyāsu vidhivat
im Elefantenschatten [?], regelgerecht (Lok.Pl.f.; Adv.)
karṇavyajanavījitam
mit Ohr-Fächern befächelt (Akk.Sg.n. Part.Pass.)
lauhena: „mit Eisernem“ bzw. rötlichem Tier/Fisch; Bedeutung unsicher. hasticchāyāsu bezeichnet wohl eine Zeit- oder Ortsangabe (Elefantenschatten), Deutung unsicher.
oder mit einem Rossopfer opferte oder einen dunklen Stier freiließe,
Wort für Wort
yajed vā aśvamedhena
oder opferte mit dem Rossopfer (Opt.3.Sg.; Instr.Sg.)
nīlaṃ vā vṛṣam utsṛjet
oder einen dunklen Stier freiließe (Akk.Sg.; Akk.Sg.; Opt.3.Sg.)
Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).