Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 61: bhūmidānapraśaṃsā Lob der Landgabe: die Erde als höchste Gabe und ihr Lohn, mit dem Gespräch von Bṛhaspati und Indra

Bhīṣma beantwortet Yudhiṣṭhiras Frage nach der besten Gabe mit dem Preis der Landschenkung, die von Sünden reinigt und unvergänglichen Lohn bringt. Es folgen Erdenstrophen und im weiteren Verlauf das Gespräch zwischen Bṛhaspati und Indra.

yudhiṣṭhira uvāca; idaṃ deyam idaṃ deyam itīyaṃ śruticodanā; bahudeyāś ca rājānaḥ kiṃ svid deyam anuttamam

Yudhiṣṭhira sprach: „‚Dies ist zu geben, dies ist zu geben‘ – so lautet diese Weisung der Śruti; und die Könige haben viel zu geben. Was aber ist die unübertroffene Gabe?“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (3.Sg.Perf.)
idaṃ deyam idaṃ deyam
dies ist zu geben, dies ist zu geben (Gerundiv, Nom.Sg.n.)
iti iyaṃ śruticodanā
so [lautet] diese Vedaweisung (Nom.Sg.f.)
bahudeyāḥ ca rājānaḥ
und die Könige haben viel zu geben (Bahuvrīhi, Nom.Pl.m.)
kiṃ svid deyam anuttamam
was wohl ist die unübertroffene Gabe (Nom.Sg.n.)

bhīṣma uvāca; ati dānāni sarvāṇi pṛthivīdānam ucyate; acalā hy akṣayā bhūmir dogdhrī kāmān anuttamān

Bhīṣma sprach: „Über alle Gaben hinaus wird die Gabe von Land gerühmt; denn die Erde ist unbeweglich und unvergänglich, sie ist die Melkende unübertroffener Wünsche.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (3.Sg.Perf.)
ati dānāni sarvāṇi
über alle Gaben hinaus (Adv./Präp. + Akk.Pl.n.)
pṛthivīdānam ucyate
die Landgabe wird genannt (Pass.Präs.3.Sg.)
acalā hy akṣayā bhūmiḥ
denn die Erde ist unbeweglich, unvergänglich (Nom.Sg.f.)
dogdhrī kāmān anuttamān
Melkende unübertroffener Wünsche (Nom.Sg.f./Akk.Pl.m.)

dogdhrī vāsāṃsi ratnāni paśūn vrīhiyavāṃs tathā; bhūmidaḥ sarvabhūteṣu śāśvatīr edhate samāḥ

Sie gibt Kleider, Juwelen, Vieh, ebenso Reis und Gerste; wer Land gibt, gedeiht unter allen Wesen ewige Jahre hindurch.

Wort für Wort
dogdhrī vāsāṃsi ratnāni
sie gibt Milch aus: Kleider, Juwelen (Nom.Sg.f./Akk.Pl.n.)
paśūn vrīhiyavān tathā
Vieh, Reis und Gerste ebenso (Akk.Pl.m.)
bhūmidaḥ sarvabhūteṣu
der Landgeber unter allen Wesen (Nom.Sg.m./Lok.Pl.n.)
śāśvatīḥ edhate samāḥ
gedeiht ewige Jahre (Akk.Pl.f. der Dauer/3.Sg.Präs.Med.)

yāvad bhūmer āyur iha tāvad bhūmida edhate; na bhūmidānād astīha paraṃ kiṃ cid yudhiṣṭhira

Solange die Erde hier besteht, so lange gedeiht der Landgeber. Nichts Höheres als die Landgabe gibt es hier, Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
yāvad bhūmer āyuḥ iha
solange das Leben der Erde hier [währt] (Gen.Sg.f./Nom.Sg.n.)
tāvad bhūmidaḥ edhate
so lange gedeiht der Landgeber (3.Sg.Präs.Med.)
na bhūmidānāt asti iha
nicht gibt es hier als die Landgabe (Abl.Sg.n./3.Sg.Präs.)
param kiṃ cit yudhiṣṭhira
etwas Höheres, Yudhiṣṭhira (Nom.Sg.n./Vok.)

apy alpaṃ pradaduḥ pūrve pṛthivyā iti naḥ śrutam; bhūmim ete daduḥ sarve ye bhūmiṃ bhuñjate janāḥ

„Auch nur Weniges gaben die Früheren von der Erde“, so haben wir gehört; Land haben diese alle gegeben, die Menschen, die Land genießen.

Wort für Wort
api alpaṃ pradaduḥ pūrve
auch Weniges gaben die Früheren (3.Pl.Perf.)
pṛthivyāḥ iti naḥ śrutam
von der Erde, so ist uns gehört [worden] (Abl./Gen.Sg.f.; PPP)
bhūmim ete daduḥ sarve
Land gaben diese alle (Akk.Sg.f.; 3.Pl.Perf.)
ye bhūmiṃ bhuñjate janāḥ
die Menschen, die Land genießen (3.Pl.Präs.Med.)

Der erste Halbvers ist syntaktisch knapp; pṛthivyāḥ wohl als partitiver Genitiv/Ablativ zu verstehen [?].

svakarmaivopajīvanti narā iha paratra ca; bhūmir bhūtir mahādevī dātāraṃ kurute priyam

Von ihrem eigenen Tun leben die Menschen hier und im Jenseits; die Erde, das Gedeihen, die große Göttin, macht den Geber [sich] lieb.

Wort für Wort
svakarma eva upajīvanti
von eigenem Tun allein leben (3.Pl.Präs.)
narāḥ iha paratra ca
die Menschen hier und im Jenseits (Nom.Pl.m.)
bhūmiḥ bhūtiḥ mahādevī
die Erde, das Gedeihen, die große Göttin (Nom.Sg.f.)
dātāraṃ kurute priyam
den Geber macht sie lieb (Akk.Sg.m.; 3.Sg.Präs.Med.)

svakarmā ist als svakarma + eva gelesen; der Zusammenhang der beiden Halbverse ist locker [?].

ya etāṃ dakṣiṇāṃ dadyād akṣayāṃ pṛthivīpatiḥ; punar naratvaṃ saṃprāpya bhavet sa pṛthivīpatiḥ

Welcher Erdenherr diese unvergängliche Opfergabe gibt, der wird, nachdem er wieder Menschenstand erlangt hat, [erneut] Herr der Erde.

Wort für Wort
yaḥ etāṃ dakṣiṇāṃ dadyāt
welcher diese Gabe gäbe (Opt.3.Sg.)
akṣayāṃ pṛthivīpatiḥ
die unvergängliche, [als] Erdenherr (Akk.Sg.f./Nom.Sg.m.)
punar naratvaṃ saṃprāpya
wieder Menschsein erlangt habend (Abs.)
bhavet sa pṛthivīpatiḥ
wird er Herr der Erde sein (Opt.3.Sg.)

yathā dānaṃ tathā bhoga iti dharmeṣu niścayaḥ; saṃgrāme vā tanuṃ jahyād dadyād vā pṛthivīm imām

„Wie die Gabe, so der Genuss“ – dies ist die feste Entscheidung in den Dharma-Lehren: Im Kampf möge man den Leib verlassen oder diese Erde geben.

Wort für Wort
yathā dānaṃ tathā bhogaḥ
wie die Gabe, so der Genuss (Nom.Sg.m.)
iti dharmeṣu niścayaḥ
so [lautet] in den Dharma-Lehren die Entscheidung (Lok.Pl.m.)
saṃgrāme vā tanuṃ jahyāt
im Kampf oder den Leib lasse man (Opt.3.Sg.)
dadyād vā pṛthivīm imām
oder gebe diese Erde (Opt.3.Sg./Akk.Sg.f.)

ity etāṃ kṣatrabandhūnāṃ vadanti param āśiṣam; punāti dattā pṛthivī dātāram iti śuśruma

So sagen sie, ist dies der höchste Segen für die Kṣatriya-Sippe; „die gegebene Erde reinigt den Geber“ – so haben wir gehört.

Wort für Wort
iti etāṃ kṣatrabandhūnām
so diese, der Kṣatriya-Verwandten (Gen.Pl.m.)
vadanti param āśiṣam
sagen sie, [sei] höchster Segen (3.Pl.Präs./Akk.Sg.f.)
punāti dattā pṛthivī
reinigt, die gegebene Erde (3.Sg.Präs./PPP Nom.Sg.f.)
dātāram iti śuśruma
den Geber; so haben wir gehört (Akk.Sg.m.; 1.Pl.Perf.)

api pāpasamācāraṃ brahmaghnam api vānṛtam; saiva pāpaṃ pāvayati saiva pāpāt pramocayet

Selbst einen, der Übles tut, oder einen Brahmanenmörder oder einen Lügner: sie allein reinigt von Sünde, sie allein könnte von der Sünde erlösen.

Wort für Wort
api pāpasamācāram
selbst einen von üblem Wandel (Akk.Sg.m.)
brahmaghnam api vā anṛtam
oder einen Brahmanenmörder, oder einen Lügner (Akk.Sg.m.)
sā eva pāpaṃ pāvayati
sie allein läutert das Übel (3.Sg.Kaus.Präs.)
sā eva pāpāt pramocayet
sie allein möge von der Sünde befreien (Opt.Kaus.3.Sg.)

api pāpakṛtāṃ rājñāṃ pratigṛhṇanti sādhavaḥ; pṛthivīṃ nānyad icchanti pāvanaṃ jananī yathā

Auch [Land] von Königen, die Böses getan haben, nehmen die Guten an; nichts anderes begehren sie als Reiniger wie die Erde, gleichwie die Mutter.

Wort für Wort
api pāpakṛtāṃ rājñām
auch von Übeltäter-Königen (Gen.Pl.m.)
pratigṛhṇanti sādhavaḥ
nehmen an die Guten (3.Pl.Präs./Nom.Pl.m.)
pṛthivīṃ na anyad icchanti
die Erde, nichts anderes wünschen sie (Akk.Sg.f.)
pāvanaṃ jananī yathā
als Reiniger, wie die Mutter (Akk.Sg.n./Nom.Sg.f.)

Der Vers ist knapp und syntaktisch schwierig; Wiedergabe sinngemäß [?].

nāmāsyāḥ priyadatteti guhyaṃ devyāḥ sanātanam; dānaṃ vāpy atha vā jñānaṃ nāmno 'syāḥ paramaṃ priyam

„Priyadattā“ [„die gern Gegebene“] ist ihr Name, das ewige Geheimnis der Göttin; Gabe oder auch Wissen – [beides] ist diesem ihrem Namen das Liebste.

Wort für Wort
nāma asyāḥ priyadattā iti
Name von ihr [ist] Priyadattā (Gen.Sg.f.)
guhyaṃ devyāḥ sanātanam
Geheimnis der Göttin, ewig (Nom.Sg.n./Gen.Sg.f.)
dānaṃ vā api atha vā jñānam
Gabe oder auch oder Wissen (Nom.Sg.n.)
nāmnaḥ asyāḥ paramaṃ priyam
diesem Namen von ihr das Höchste, Liebe (Gen.Sg.n./Nom.Sg.n.)

Der Text von 12cd ist unsicher; Wiedergabe tentativ [?].

ya etāṃ viduṣe dadyāt pṛthivīṃ pṛthivīpatiḥ; pṛthivyām etad iṣṭaṃ sa rājyād rājyam iti vrajet; punaś ca jananaṃ prāpya rājaiva syān na saṃśayaḥ

Wer, ein Erdenherr, dieser Erde einem Kundigen gibt, dieses Erwünschte auf der Erde [erlangend], der geht von Königtum zu Königtum; und wieder geboren, wird er gewiss nur König sein, ohne Zweifel.

Wort für Wort
yaḥ etāṃ viduṣe dadyāt
wer diese einem Kundigen gäbe (Dat.Sg.m.; Opt.3.Sg.)
pṛthivīṃ pṛthivīpatiḥ
die Erde, [als] Herr der Erde (Akk.Sg.f./Nom.Sg.m.)
pṛthivyām etad iṣṭaṃ sa
auf der Erde dies Erwünschte, er (Lok.Sg.f./PPP Nom.Sg.n.)
rājyād rājyam iti vrajet
von Königtum zu Königtum gehe er (Abl./Akk.Sg.n.; Opt.3.Sg.)
punaḥ ca jananaṃ prāpya
und wieder Geburt erlangt habend (Abs.)
rājā eva syāt na saṃśayaḥ
König nur wird er sein, kein Zweifel (Opt.3.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; der Text ist im Bau uneben (pṛthivīm ... pṛthivyām ...) [?].

tasmāt prāpyaiva pṛthivīṃ dadyād viprāya pārthivaḥ

Darum soll ein Fürst, nachdem er die Erde [rechtmäßig] erlangt hat, sie einem Brahmanen geben.

Wort für Wort
tasmāt prāpya eva pṛthivīm
darum, erlangt habend die Erde (Abs./Akk.Sg.f.)
dadyāt viprāya pārthivaḥ
soll geben einem Brahmanen der Fürst (Opt.3.Sg./Dat.Sg.m./Nom.Sg.m.)

nābhūmipatinā bhūmir adhiṣṭheyā kathaṃ cana; na vā pātreṇa vā gūhed antardhānena vā caret; ye cānye bhūmim iccheyuḥ kuryur evam asaṃśayam

Land darf von keinem, der nicht Herr des Landes ist, auf irgendeine Weise in Besitz genommen werden; auch soll man sie nicht in einem Gefäß verbergen, oder mit Verheimlichung verfahren; und die anderen, die Land begehren, mögen es zweifellos ebenso machen.

Wort für Wort
na abhūmipatinā bhūmiḥ
nicht von einem Nicht-Landesherrn [darf] Land (Instr.Sg.m./Nom.Sg.f.)
adhiṣṭheyā kathaṃ cana
in Besitz zu nehmen sein auf irgendeine Weise (Gerundiv Nom.Sg.f.)
na vā pātreṇa vā gūhet
weder mit einem Gefäß, noch verberge man (Instr.Sg.n.; Opt.3.Sg.)
antardhānena vā caret
oder mit Verborgenheit verfahre man (Instr.Sg.n.; Opt.3.Sg.)
ye ca anye bhūmim iccheyuḥ
und die anderen, die Land wünschen (Opt.3.Pl.)
kuryuḥ evam asaṃśayam
sie mögen so tun, zweifellos (Opt.3.Pl./Adv.)

Zeile 15b–c ist syntaktisch und inhaltlich dunkel; Wiedergabe unsicher [?].

yaḥ sādhor bhūmim ādatte na bhūmiṃ vindate tu saḥ; bhūmiṃ tu dattvā sādhubhyo vindate bhūmim eva hi; pretyeha ca sa dharmātmā saṃprāpnoti mahad yaśaḥ

Wer einem Guten Land wegnimmt, findet [selbst] kein Land; wer aber den Guten Land gegeben hat, findet gewiss Land. Und im Jenseits wie hier erlangt dieser Rechtschaffene großen Ruhm.

Wort für Wort
yaḥ sādhoḥ bhūmim ādatte
wer von einem Guten Land nimmt (Gen./Abl.Sg.m.; 3.Sg.Präs.Med.)
na bhūmiṃ vindate tu saḥ
der findet kein Land (3.Sg.Präs.Med.)
bhūmiṃ tu dattvā sādhubhyaḥ
Land aber gegeben habend den Guten (Abs./Dat.Pl.m.)
vindate bhūmim eva hi
findet Land wahrlich (3.Sg.Präs.Med.)
pretya iha ca sa dharmātmā
im Jenseits und hier dieser Rechtschaffene (Abs./Nom.Sg.m.)
saṃprāpnoti mahad yaśaḥ
erlangt großen Ruhm (3.Sg.Präs./Akk.Sg.n.)

ekāhārakarīṃ dattvā ṣaṣṭisāhasram ūrdhvagaḥ; tāvaty āharaṇe hṛtvā narakaṃ dviguṇottaram

Wer einen Landstrich, der [Nahrung für] eine Mahlzeit einbringt, gegeben hat, steigt sechzigtausend [Jahre] empor; ebenso lange, wenn er ihn beim Wegnehmen raubt, [fährt er] zur Hölle, doppelt so weit oder mehr.

Wort für Wort
ekāhārakarīṃ dattvā
eine Mahlzeit erbringend [Land], gegeben habend (Akk.Sg.f.; Abs.)
ṣaṣṭisāhasram ūrdhvagaḥ
sechzigtausend [Jahre] aufwärts gehend (Akk.Sg.n./Nom.Sg.m.)
tāvati āharaṇe hṛtvā
bei ebenso vielem Wegnehmen geraubt habend (Lok.Sg.n.; Abs.)
narakaṃ dviguṇottaram
in die Hölle, doppelt [und] darüber (Akk.Sg.m.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; ekāhārakarī und der Sinn von tāvaty āharaṇe unsicher [?].

yasya viprānuśāsanti sādhor bhūmiṃ sadaiva hi; na tasya śatravo rājan praśāsanti vasuṃdharām

Wessen [Land] die Brahmanen, wenn es einem Guten gehört, stets [wirklich] beherrschen, dessen Feinde, König, beherrschen die Erde nicht.

Wort für Wort
yasya viprāḥ anuśāsanti
für wessen [Land] die Brahmanen anordnen (3.Pl.Präs.)
sādhoḥ bhūmiṃ sadā eva hi
dem Guten, das Land stets wahrlich (Gen.Sg.m./Akk.Sg.f.)
na tasya śatravaḥ rājan
nicht dessen Feinde, König (Nom.Pl.m./Vok.)
praśāsanti vasuṃdharām
beherrschen die Erde (3.Pl.Präs./Akk.Sg.f.)

Der Vers ist syntaktisch dunkel; Wiedergabe unsicher [?].

yat kiṃ cit puruṣaḥ pāpaṃ kurute vṛttikarśitaḥ; api gocarmamātreṇa bhūmidānena pūyate

Was immer ein Mensch, von Not um den Lebensunterhalt ausgezehrt, an Sünde tut, wird durch eine Landgabe, und sei es nur von der Größe einer Rindshaut, gereinigt.

Wort für Wort
yat kiṃ cit puruṣaḥ pāpam
was immer ein Mensch an Sünde (Nom.Sg.m./Akk.Sg.n.)
kurute vṛttikarśitaḥ
tut, durch Lebensunterhalt ausgezehrt (3.Sg.Präs.Med./Nom.Sg.m.)
api gocarmamātreṇa
auch nur von der Größe einer Rindshaut (Instr.Sg.n.)
bhūmidānena pūyate
durch Landgabe wird er gereinigt (Instr.Sg.n.; Pass.3.Sg.)

daśahastena vaṃśena daśavaṃśān samantataḥ; pañcahastādhikaṃ dadyād etad gocarma ucyate

Mit einer Stange von zehn Handlängen [messe man] ringsum zehn solche Stangen; man gebe dazu noch fünf Handlängen: dies heißt „Rindshaut“.

Wort für Wort
daśahastena vaṃśena
mit einer Stange von zehn Handlängen (Instr.Sg.m.)
daśavaṃśān samantataḥ
zehn Stangen ringsum (Akk.Pl.m./Adv.)
pañcahastādhikaṃ dadyāt
um fünf Handlängen mehr gebe man (Opt.3.Sg.)
etad gocarma ucyate
dies wird Rindshaut genannt (Pass.3.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Maßangabe ist knapp und nicht eindeutig [?].

ye 'pi saṃkīrṇakarmāṇo rājāno raudrakarmiṇaḥ; tebhyaḥ pavitram ākhyeyaṃ bhūmidānam anuttamam

Auch für die Könige, die vermischte Taten [begehen] und furchtbar handeln, ist die Landgabe als reinigend, als unübertroffen zu verkünden.

Wort für Wort
ye api saṃkīrṇakarmāṇaḥ
auch die, die vermischte Taten tun (Nom.Pl.m.)
rājānaḥ raudrakarmiṇaḥ
Könige, furchtbar Handelnde (Nom.Pl.m.)
tebhyaḥ pavitram ākhyeyam
für sie ist als reinigend zu verkünden (Dat.Pl.; Gerundiv)
bhūmidānam anuttamam
die Landgabe, die unübertroffene (Nom.Sg.n.)

alpāntaram idaṃ śaśvat purāṇā menire janāḥ; yo yajed aśvamedhena dadyād vā sādhave mahīm

„Nur wenig unterscheidet dies“, meinten die Menschen der Vorzeit stets: wer mit einem Rossopfer opfert oder wer einem Guten die Erde gibt.

Wort für Wort
alpāntaram idaṃ śaśvat
geringen Unterschied [hat] dies stets (Nom.Sg.n./Adv.)
purāṇāḥ menire janāḥ
die alten Menschen meinten (3.Pl.Perf.Med.)
yaḥ yajet aśvamedhena
wer opfert mit dem Rossopfer (Opt.3.Sg./Instr.Sg.m.)
dadyād vā sādhave mahīm
oder gibt einem Guten die Erde (Opt.3.Sg./Dat.Sg.m.)

api cet sukṛtaṃ kṛtvā śaṅkerann api paṇḍitāḥ; aśakyam ekam evaitad bhūmidānam anuttamam

Selbst wenn sie ein gutes Werk getan haben, mögen selbst Gelehrte zweifeln; eines aber ist unzweifelhaft: diese unübertroffene Landgabe.

Wort für Wort
api cet sukṛtaṃ kṛtvā
selbst wenn ein gutes Werk getan habend (Abs.)
śaṅkeran api paṇḍitāḥ
mögen zweifeln auch Gelehrte (Opt.3.Pl.Med.)
aśakyam ekam eva etat
unbezweifelbar allein dies eine (Nom.Sg.n.)
bhūmidānam anuttamam
Landgabe, die unübertroffene (Nom.Sg.n.)

aśakyam ist hier als „nicht anzuzweifeln“ gedeutet; die Lesart ist unsicher [?].

suvarṇaṃ rajataṃ vastraṃ maṇimuktāvasūni ca; sarvam etan mahāprājña dadāti vasudhāṃ dadat

Gold, Silber, Kleidung, Edelsteine, Perlen und Schätze: all dies, o sehr Weiser, gibt, wer Land gibt.

Wort für Wort
suvarṇaṃ rajataṃ vastram
Gold, Silber, Gewand (Akk.Sg.n.)
maṇimuktāvasūni ca
und Edelsteine, Perlen, Schätze (Akk.Pl.n.)
sarvam etat mahāprājña
all dies, o sehr Weiser (Akk.Sg.n./Vok.)
dadāti vasudhāṃ dadat
gibt, wer die Erde gibt (3.Sg.Präs./Part.Präs.Nom.Sg.m.)

tapo yajñaḥ śrutaṃ śīlam alobhaḥ satyasaṃdhatā; gurudaivatapūjā ca nātivartanti bhūmidam

Askese, Opfer, Gelehrsamkeit, Charakter, Freisein von Gier, Wahrhaftigkeit, Verehrung von Lehrern und Göttern: diese übertreffen den Landgeber nicht.

Wort für Wort
tapaḥ yajñaḥ śrutaṃ śīlam
Askese, Opfer, Gelehrsamkeit, Charakter (Nom.Sg.)
alobhaḥ satyasaṃdhatā
Gierlosigkeit, Wahrhaftigkeit (Nom.Sg.m./f.)
gurudaivatapūjā ca
und Verehrung der Lehrer und Götter (Nom.Sg.f.)
na ativartanti bhūmidam
übertreffen nicht den Landgeber (3.Pl.Präs./Akk.Sg.m.)

bhartur niḥśreyase yuktās tyaktātmāno raṇe hatāḥ; brahmalokagatāḥ siddhā nātikrāmanti bhūmidam

Die, die dem Wohl ihres Herrn ergeben waren und sich selbst preisgebend im Kampf gefallen sind, [sind] in die Brahmanenwelt gegangen [als] Vollendete; auch sie übertreffen den Landgeber nicht.

Wort für Wort
bhartuḥ niḥśreyase yuktāḥ
dem Wohl des Herrn ergeben (Gen.Sg.m./Dat.Sg.n./Nom.Pl.m.)
tyaktātmānaḥ raṇe hatāḥ
sich selbst preisgebend, im Kampf erschlagen (Nom.Pl.m./PPP)
brahmalokagatāḥ siddhāḥ
zur Brahmawelt gegangen, Vollendete (Nom.Pl.m.)
na atikrāmanti bhūmidam
übertreffen nicht den Landgeber (3.Pl.Präs.)

yathā janitrī kṣīreṇa svaputraṃ bharate sadā; anugṛhṇāti dātāraṃ tathā sarvarasair mahī

Wie die Mutter ihren eigenen Sohn stets mit Milch nährt, so begünstigt die Erde den Geber mit allen Säften.

Wort für Wort
yathā janitrī kṣīreṇa
wie die Mutter mit Milch (Nom.Sg.f./Instr.Sg.n.)
svaputraṃ bharate sadā
den eigenen Sohn nährt sie stets (3.Sg.Präs.Med.)
anugṛhṇāti dātāram
begünstigt den Geber (3.Sg.Präs./Akk.Sg.m.)
tathā sarvarasaiḥ mahī
so mit allen Säften die Erde (Instr.Pl.m./Nom.Sg.f.)

mṛtyor vai kiṃkaro daṇḍas tāpo vahneḥ sudāruṇaḥ; ghorāś ca vāruṇāḥ pāśā nopasarpanti bhūmidam

Yamas Diener, der Stab, die überaus furchtbare Glut des Feuers und die schrecklichen Schlingen Varuṇas nähern sich dem Landgeber nicht.

Wort für Wort
mṛtyoḥ vai kiṃkaraḥ daṇḍaḥ
des Todes wahrlich Diener, der Stab (Gen.Sg.m./Nom.Sg.m.)
tāpaḥ vahneḥ sudāruṇaḥ
die Glut des Feuers, überaus furchtbar (Nom.Sg.m./Gen.Sg.m.)
ghorāḥ ca vāruṇāḥ pāśāḥ
und die schrecklichen Schlingen Varuṇas (Nom.Pl.m.)
na upasarpanti bhūmidam
nähern sich nicht dem Landgeber (3.Pl.Präs./Akk.Sg.m.)

mṛtyor kiṃkaraḥ daṇḍaḥ: „der Stab, der Diener des Todes“ ist ebenfalls möglich.

pitṝṃś ca pitṛlokasthān devaloke ca devatāḥ; saṃtarpayati śāntātmā yo dadāti vasuṃdharām

Die Ahnen in der Ahnenwelt und die Götter in der Götterwelt sättigt der Friedvolle, der die Erde gibt.

Wort für Wort
pitṝn ca pitṛlokasthān
und die Ahnen, die in der Ahnenwelt weilen (Akk.Pl.m.)
devaloke ca devatāḥ
und in der Götterwelt die Gottheiten (Lok.Sg.m./Akk.Pl.f.)
saṃtarpayati śāntātmā
sättigt der Friedvolle (3.Sg.Kaus.Präs./Nom.Sg.m.)
yaḥ dadāti vasuṃdharām
wer die Erde gibt (3.Sg.Präs./Akk.Sg.f.)

kṛśāya mriyamāṇāya vṛttimlānāya sīdate; bhūmiṃ vṛttikarīṃ dattvā satrī bhavati mānavaḥ

Wer einem Abgemagerten, Sterbenden, in seinem Lebensunterhalt Geschwächten, Verzagenden Land gibt, das ihm den Unterhalt sichert, wird ein Mensch, der ein Spendenopfer [ein Almosenhaus] besitzt.

Wort für Wort
kṛśāya mriyamāṇāya
einem Abgemagerten, Sterbenden (Dat.Sg.m.)
vṛttimlānāya sīdate
einem im Unterhalt Erschöpften, Verzagenden (Dat.Sg.m.)
bhūmiṃ vṛttikarīṃ dattvā
Land, das Unterhalt schafft, gegeben habend (Akk.Sg.f.; Abs.)
satrī bhavati mānavaḥ
Veranstalter eines Satra wird der Mensch (Nom.Sg.m.)

satrī: Besitzer bzw. Veranstalter eines Satra (Dauer-/Speisungsopfer); tentative Wiedergabe [?].

yathā dhāvati gaur vatsaṃ kṣīram abhyutsṛjanty uta; evam eva mahābhāga bhūmir bhavati bhūmidam

Wie eine Kuh zu ihrem Kalb läuft und Milch ausströmen lässt, ebenso, du Hochbeglückter, wird die Erde dem Landgeber.

Wort für Wort
yathā dhāvati gauḥ vatsam
wie eine Kuh zum Kalb läuft (3.Sg.Präs./Nom.Sg.f./Akk.Sg.m.)
kṣīram abhyutsṛjanti uta
Milch strömend lassend, wie [sie] (Akk.Sg.n./Part.Präs.Nom.Sg.f.)
evam eva mahābhāga
ebenso, o Hochbeglückter (Vok.Sg.m.)
bhūmiḥ bhavati bhūmidam
wird die Erde dem Landgeber (3.Sg.Präs.)

Der Vers ist knapp; bhavati bhūmidam mit einem Dativ-Sinn („wird dem Landgeber zu [Milch]“) ist ergänzt [?].

halakṛṣṭāṃ mahīṃ dattvā sabījāṃ saphalām api; udīrṇaṃ vāpi śaraṇaṃ tathā bhavati kāmadaḥ

Wer eine mit dem Pflug bestellte Erde gibt, samt Saat und samt Frucht, oder eine Zuflucht für einen Bedrängten, der wird ebenso ein Wunscherfüller.

Wort für Wort
halakṛṣṭāṃ mahīṃ dattvā
die mit dem Pflug beackerte Erde gegeben habend (Akk.Sg.f.; Abs.)
sabījāṃ saphalām api
samt Saat, samt Frucht auch (Akk.Sg.f.)
udīrṇaṃ vā api śaraṇam
oder auch Schutz für einen Aufgebrachten/Bedrängten (Akk.Sg.n.)
tathā bhavati kāmadaḥ
so wird er ein Wunscherfüller (3.Sg.Präs./Nom.Sg.m.)

udīrṇam ist unklar: „Erhobenes, Aufgebrachtes“; Sinn des Halbverses unsicher [?].

brāhmaṇaṃ vṛttasaṃpannam āhitāgniṃ śucivratam; naraḥ pratigrāhya mahīṃ na yāti yamasādanam

Wenn ein Mann Land als Geschenk von einem sittenreichen Brahmanen, der das Feuer unterhält und gelobte Reinheit übt, annimmt, kommt er nicht zu Yamas Wohnsitz.

Wort für Wort
brāhmaṇaṃ vṛttasaṃpannam
einen Brahmanen, sittenreich (Akk.Sg.m.)
āhitāgniṃ śucivratam
der das Feuer angelegt hat, reinen Gelübdes (Akk.Sg.m.)
naraḥ pratigrāhya mahīm
der Mann, für den Empfang von Land [ihn bestimmend] (Nom.Sg.m./Abs.)
na yāti yamasādanam
geht nicht zu Yamas Wohnsitz (3.Sg.Präs./Akk.Sg.n.)

Der Vers ist syntaktisch schwierig (pratigrāhya als Kausativ-Absolutiv „durch Annehmenlassen“ gedeutet: wer einem solchen Brahmanen Land zur Annahme gibt); Wiedergabe deshalb: [?].

yathā candramaso vṛddhir ahany ahani jāyate; tathā bhūmikṛtaṃ dānaṃ sasye sasye vivardhate

Wie das Wachstum des Mondes Tag für Tag entsteht, so wächst eine auf Land gerichtete Gabe mit jeder Ernte.

Wort für Wort
yathā candramasaḥ vṛddhiḥ
wie des Mondes Wachstum (Gen.Sg.m./Nom.Sg.f.)
ahani ahani jāyate
Tag für Tag entsteht (Lok.Sg.n.; 3.Sg.Präs.Med.)
tathā bhūmikṛtaṃ dānam
so die mit Land gemachte Gabe (Nom.Sg.n.)
sasye sasye vivardhate
mit jeder Frucht wächst (Lok.Sg.n./3.Sg.Präs.Med.)

atra gāthā bhūmigītāḥ kīrtayanti purāvidaḥ; yāḥ śrutvā jāmadagnyena dattā bhūḥ kāśyapāya vai

Hierzu verkünden die Kenner der Vorzeit die Erdenlieder, auf deren Hören hin Jāmadagnya [Paraśurāma] die Erde dem Kāśyapa gab.

Wort für Wort
atra gāthāḥ bhūmigītāḥ
hierzu die Strophen, von der Erde gesungen (Nom.Pl.f.)
kīrtayanti purāvidaḥ
verkünden die Kenner alter Zeit (3.Pl.Kaus./Nom.Pl.m.)
yāḥ śrutvā jāmadagnyena
nach deren Hören von Jāmadagnya (Abs./Instr.Sg.m.)
dattā bhūḥ kāśyapāya vai
gegeben wurde die Erde dem Kāśyapa (PPP Nom.Sg.f./Dat.Sg.m.)

mām evādatta māṃ datta māṃ dattvā mām avāpsyatha; asmiṃl loke pare caiva tataś cājanane punaḥ

„Nehmt nur mich an, gebt mich; wenn ihr mich gegeben habt, werdet ihr mich erlangen: in dieser Welt und in der anderen, und dann auch in der [nächsten] Geburt wieder.“

Wort für Wort
mām eva ādatta
mich allein nehmt an (Imp.2.Pl.Med.)
mām datta
mich gebt (Imp.2.Pl.)
mām dattvā mām avāpsyatha
mich gegeben habend, mich werdet ihr erlangen (Abs./2.Pl.Fut.)
asmin loke pare ca eva
in dieser Welt und in der anderen (Lok.Sg.m.)
tataḥ ca ajanane punaḥ
und dann in der Geburt wieder (Lok.Sg.n./Adv.)

Die Erde selbst spricht (Gāthā); ajanane punaḥ „in der nächsten Geburt“ ist gedeutet [?].

ya imāṃ vyāhṛtiṃ veda brāhmaṇo brahmasaṃśritaḥ; śrāddhasya hūyamānasya brahmabhūyaṃ sa gacchati

Welcher Brahmane, im Brahman gegründet, diesen Ausspruch kennt, der erlangt beim Opfern des Ahnenopfers die Brahman-Natur [d. h. die Einswerdung mit Brahman].

Wort für Wort
yaḥ imāṃ vyāhṛtiṃ veda
wer diesen Ausspruch kennt (Nom.Sg. / Akk.Sg. / 3.Sg.Perf.)
brāhmaṇaḥ brahmasaṃśritaḥ
der Brahmane, im Brahman Zuflucht genommen habend (Nom.Sg.; Kompositum)
śrāddhasya hūyamānasya
beim Totenopfer, das dargebracht wird (Gen.Sg., Part.Pass. Präs., Gen. abs.)
brahmabhūyaṃ sa gacchati
die Brahman-Natur, er erreicht (Akk.Sg. / 3.Sg.Präs.)

kṛtyānām abhiśastānāṃ duriṣṭaśamanaṃ mahat; prāyaścittam ahaṃ kṛtvā punāty ubhayato daśa

Für [durch] Zauberwerk [und] Verfluchte [entstandenes] schlecht Geopfertes ist [dieser Ausspruch] ein großes Beschwichtigungsmittel; ich, [damit] die Sühne vollziehend, reinige [Ahnen] zehn auf beiden Seiten [?].

Wort für Wort
kṛtyānām abhiśastānām
der Zauberwerke, der Verfluchten (Gen.Pl.)
duriṣṭaśamanaṃ mahat
Beschwichtigung des schlecht Geopferten, groß (Nom.Sg.n.)
prāyaścittam ahaṃ kṛtvā
als Sühne, ich, [sie] vollziehend (Akk.Sg. / Nom.Sg. / Abs.)
punāti ubhayataḥ daśa
reinigt, auf beiden Seiten, zehn (3.Sg.Präs. / Adv. / Zahl)

Der Sinn von ubhayato daśa (zehn Generationen auf beiden Seiten) und der Bezug von kṛtyānām abhiśastānām sind unsicher; die Erde spricht hier in der 1. Person.

punāti ya idaṃ veda veda cāhaṃ tathaiva ca; prakṛtiḥ sarvabhūtānāṃ bhūmir vai śāśvatī matā

Wer dies kennt, reinigt; und ich kenne es ebenso. Die Erde gilt als die ewige Urnatur aller Wesen.

Wort für Wort
punāti yaḥ idaṃ veda
er reinigt, wer dies kennt (3.Sg.Präs. / Nom. / 3.Sg.Perf.)
veda ca aham tathā eva ca
und ich weiß [es], ebenso (1.Sg.Perf.)
prakṛtiḥ sarvabhūtānām
Urnatur aller Wesen (Nom.Sg.f. / Gen.Pl.)
bhūmiḥ vai śāśvatī matā
die Erde, fürwahr, ewig, gilt (Nom.Sg.f. / Part.Pass.)

abhiṣicyaiva nṛpatiṃ śrāvayed imam āgamam; yathā śrutvā mahīṃ dadyān nādadyāt sādhutaś ca tām

Erst nachdem man den König gesalbt hat, soll man ihn diese Überlieferung hören lassen, [so] dass er, sie gehört habend, Land gebe und es nicht von Guten nehme.

Wort für Wort
abhiṣicya eva nṛpatim
nachdem man den König gesalbt hat (Abs. / Akk.Sg.)
śrāvayet imam āgamam
man soll hören lassen diese Überlieferung (3.Sg.Opt.Kaus.)
yathā śrutvā mahīṃ dadyāt
damit er, gehört habend, Land gebe (Abs. / Akk.Sg. / 3.Sg.Opt.)
na ādadyāt sādhutaḥ ca tām
und nicht nehme von Guten sie (3.Sg.Opt. / Abl.-Adv. / Akk.Sg.f.)

so 'yaṃ kṛtsno brāhmaṇārtho rājārthaś cāpy asaṃśayam; rājā hi dharmakuśalaḥ prathamaṃ bhūtilakṣaṇam

Dieser [Text] ist ganz für die Brahmanen bestimmt und zweifellos auch für den König; denn ein im Dharma kundiger König ist das erste Kennzeichen des Gedeihens.

Wort für Wort
saḥ ayaṃ kṛtsnaḥ
dieser ganze [Text] (Nom.Sg.m.)
brāhmaṇārthaḥ rājārthaḥ ca api asaṃśayam
für Brahmanen bestimmt, für den König bestimmt, auch, ohne Zweifel (Nom.Sg. / Adv.)
rājā hi dharmakuśalaḥ
denn ein König, im Dharma geschickt (Nom.Sg.)
prathamaṃ bhūtilakṣaṇam
das erste Kennzeichen des Gedeihens (Nom.Sg.n.)

atha yeṣām adharmajño rājā bhavati nāstikaḥ; na te sukhaṃ prabudhyante na sukhaṃ prasvapanti ca

Wenn aber Menschen einen König haben, der das Dharma nicht kennt [und] ein Ungläubiger ist, so erwachen sie nicht in Wohlbefinden und schlafen nicht in Wohlbefinden ein.

Wort für Wort
atha yeṣām adharmajñaḥ
wenn aber bei denen, der das Unrecht/Nichtdharma kennt bzw. das Dharma nicht kennt (Gen.Pl. / Nom.Sg.)
rājā bhavati nāstikaḥ
König ist, ein Ungläubiger (3.Sg.Präs. / Nom.Sg.)
na te sukhaṃ prabudhyante
nicht erwachen sie wohl (3.Pl.Präs.Med.)
na sukhaṃ prasvapanti ca
und nicht schlafen sie wohl ein (3.Pl.Präs.)

sadā bhavanti codvignās tasya duścaritair narāḥ; yogakṣemā hi bahavo rāṣṭraṃ nāsyāviśanti tat

Und stets sind die Menschen durch dessen üble Taten beunruhigt; und viele [Formen von] Erwerb und Sicherung [des Besitzes] betreten dieses sein Reich nicht.

Wort für Wort
sadā bhavanti ca udvignāḥ
und stets sind sie beunruhigt (3.Pl.Präs. / Nom.Pl.m.)
tasya duścaritaiḥ narāḥ
durch dessen üble Taten, die Menschen (Instr.Pl. / Nom.Pl.)
yogakṣemāḥ hi bahavaḥ
denn viele Erwerb-und-Sicherung(en) (Nom.Pl.)
rāṣṭraṃ na asya āviśanti tat
dieses sein Reich betreten sie nicht (Akk.Sg. / Gen.Sg. / 3.Pl.Präs.)

atha yeṣāṃ punaḥ prājño rājā bhavati dhārmikaḥ; sukhaṃ te pratibudhyante susukhaṃ prasvapanti ca

Wenn aber Menschen einen weisen, dharmagemäßen König haben, so erwachen sie wohl und schlafen sehr wohl ein.

Wort für Wort
atha yeṣāṃ punaḥ prājñaḥ
wenn aber bei denen wiederum ein weiser (Gen.Pl. / Nom.Sg.)
rājā bhavati dhārmikaḥ
König ist, dharmagemäß (3.Sg.Präs. / Nom.Sg.)
sukhaṃ te pratibudhyante
wohl erwachen sie (3.Pl.Präs.Med.)
susukhaṃ prasvapanti ca
und sehr wohl schlafen sie ein (Adv. / 3.Pl.Präs.)

tasya rājñaḥ śubhair āryaiḥ karmabhir nirvṛtāḥ prajāḥ; yogakṣemeṇa vṛṣṭyā ca vivardhante svakarmabhiḥ

Durch die glücklichen, edlen Taten jenes Königs zufriedengestellt, gedeihen die Untertanen durch Erwerb und Sicherung, durch Regen und durch ihre eigenen Werke.

Wort für Wort
tasya rājñaḥ śubhaiḥ āryaiḥ karmabhiḥ
durch dieses Königs glückbringende, edle Taten (Gen.Sg. / Instr.Pl.)
nirvṛtāḥ prajāḥ
zufrieden, die Untertanen (Nom.Pl.f.)
yogakṣemeṇa vṛṣṭyā ca
durch Erwerb und Sicherung und durch Regen (Instr.Sg.)
vivardhante svakarmabhiḥ
sie gedeihen, durch eigene Werke (3.Pl.Präs.Med. / Instr.Pl.)

sa kulīnaḥ sa puruṣaḥ sa bandhuḥ sa ca puṇyakṛt; sa dātā sa ca vikrānto yo dadāti vasuṃdharām

Der ist vornehm, der ist ein [rechter] Mann, der ist ein Verwandter, und der ist ein Täter des Verdienstvollen, der ist ein Geber und der ein Tapferer, der die Erde gibt.

Wort für Wort
saḥ kulīnaḥ saḥ puruṣaḥ
der ist edelgeboren, der ist ein Mann (Nom.Sg.)
saḥ bandhuḥ saḥ ca puṇyakṛt
der ist Verwandter, und der Verdienst Wirkende (Nom.Sg.)
saḥ dātā saḥ ca vikrāntaḥ
der ist Geber, und der Tapfere (Nom.Sg.)
yaḥ dadāti vasuṃdharām
der die Erde gibt (Nom. / 3.Sg.Präs. / Akk.Sg.f.)

ādityā iva dīpyante tejasā bhuvi mānavāḥ; dadanti vasudhāṃ sphītāṃ ye vedaviduṣi dvije

Wie Ādityas leuchten sie durch Glanz auf der Erde, die Menschen, die reiche Erde einem Zweimalgeborenen geben, der die Veden kennt.

Wort für Wort
ādityāḥ iva dīpyante tejasā
wie Ādityas leuchten sie durch Glanz (Nom.Pl. / 3.Pl.Präs.Med. / Instr.Sg.)
bhuvi mānavāḥ
auf der Erde, die Menschen (Lok.Sg. / Nom.Pl.)
dadanti vasudhāṃ sphītām
sie geben die Erde, blühende/reiche (3.Pl.Präs. / Akk.Sg.f.)
ye vedaviduṣi dvije
die einem veda-kundigen Zweimalgeborenen (Nom.Pl. / Lok.Sg.)

yathā bījāni rohanti prakīrṇāni mahītale; tathā kāmāḥ prarohanti bhūmidānasamārjitāḥ

Wie Samen wachsen, auf den Erdboden gestreut, so sprießen Wünsche, die durch Landspende erworben sind.

Wort für Wort
yathā bījāni rohanti
wie Samen wachsen (Nom.Pl.n. / 3.Pl.Präs.)
prakīrṇāni mahītale
ausgestreut auf dem Erdboden (Part.Pass. / Lok.Sg.)
tathā kāmāḥ prarohanti
so sprießen Wünsche (Nom.Pl. / 3.Pl.Präs.)
bhūmidānasamārjitāḥ
durch Landspende erworben (Nom.Pl.m.; Kompositum)

ādityo varuṇo viṣṇur brahmā somo hutāśanaḥ; śūlapāṇiś ca bhagavān pratinandanti bhūmidam

Āditya, Varuṇa, Viṣṇu, Brahmā, Soma, der Opferverzehrer [Agni] und der Herr mit dem Dreizack in der Hand [Śiva] freuen sich über den Landspender.

Wort für Wort
ādityaḥ varuṇaḥ viṣṇuḥ
Āditya [Sūrya], Varuṇa, Viṣṇu (Nom.Sg.)
brahmā somaḥ hutāśanaḥ
Brahmā, Soma, der Opfer-Esser [Agni] (Nom.Sg.)
śūlapāṇiḥ ca bhagavān
und der Dreizack in der Hand tragende Erhabene (Nom.Sg.)
pratinandanti bhūmidam
sie freuen sich, den Landspender (3.Pl.Präs. / Akk.Sg.)

Das Verb steht im Plural bei mehreren Subjekten, hier Śiva als bhagavān śūlapāṇiḥ.

bhūmau jāyanti puruṣā bhūmau niṣṭhāṃ vrajanti ca; caturvidho hi loko 'yaṃ yo 'yaṃ bhūmiguṇātmakaḥ

Auf der Erde werden die Menschen geboren, und auf der Erde gelangen sie zum Ende; vierfach ist diese Welt, die [ganz] aus der Eigenschaft der Erde besteht.

Wort für Wort
bhūmau jāyante puruṣāḥ
auf der Erde werden geboren die Menschen (Lok.Sg. / 3.Pl.Präs.Med. / Nom.Pl.)
bhūmau niṣṭhāṃ vrajanti ca
und auf der Erde gehen sie zum Ende ein (Lok. / Akk.Sg. / 3.Pl.Präs.)
caturvidhaḥ hi lokaḥ ayam
vierfach ist diese Welt (Nom.Sg.)
yaḥ ayaṃ bhūmiguṇātmakaḥ
die diese, die das Wesen der Erdeigenschaft hat (Nom.Sg.; Kompositum)

Die „vierfache“ Welt (caturvidha) ist nicht näher bestimmt (vermutlich die vier Arten der Lebewesen).

eṣā mātā pitā caiva jagataḥ pṛthivīpate; nānayā sadṛśaṃ bhūtaṃ kiṃ cid asti janādhipa

Diese ist Mutter und Vater der Welt, o Herr der Erde; es gibt kein Wesen, das ihr gleich wäre, o Herr der Menschen.

Wort für Wort
eṣā mātā pitā ca eva
diese ist Mutter und auch Vater (Nom.Sg.)
jagataḥ pṛthivīpate
der Welt, o Erdherr (Gen.Sg. / Vok.Sg.)
na anayā sadṛśaṃ bhūtam
nicht ihr gleich ein Wesen (Instr.Sg.f. / Nom.Sg.n.)
kiṃ cit asti janādhipa
irgendetwas gibt es, o Herrscher der Menschen (3.Sg.Präs. / Vok.)

sauvarṇā yatra prāsādā vasor dhārāś ca kāmadāḥ; gandharvāpsaraso yatra tatra gacchanti bhūmidāḥ

Wo goldene Paläste sind und wunscherfüllende Ströme des Vasu, wo Gandharvas und Apsaras [weilen], dorthin gehen die Landspender.

Wort für Wort
sauvarṇāḥ yatra prāsādāḥ
wo goldene Paläste (Nom.Pl.)
vasoḥ dhārāḥ ca kāmadāḥ
und Ströme des Reichtums/des Vasu, wunschgewährend (Gen.Sg. / Nom.Pl.f.)
gandharvāpsarasaḥ yatra
wo Gandharvas und Apsaras (Nom.Pl.)
tatra gacchanti bhūmidāḥ
dorthin gehen die Landspender (3.Pl.Präs. / Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). vasor dhārāḥ: entweder Ströme des Reichtums (Vasu) oder des Vasu [Kubera?]; unsicher.

atrāpy udāharantīmam itihāsaṃ purātanam; bṛhaspateś ca saṃvādam indrasya ca yudhiṣṭhira

Auch hierzu erzählt man diese alte Geschichte, das Gespräch Bṛhaspatis und Indras, o Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
atra api udāharanti
hierzu auch führt man an (3.Pl.Präs.)
imam itihāsaṃ purātanam
diese Geschichte, alte (Akk.Sg.)
bṛhaspateḥ ca saṃvādam
und das Gespräch Bṛhaspatis (Gen.Sg. / Akk.Sg.)
indrasya ca yudhiṣṭhira
und Indras, o Yudhiṣṭhira (Gen.Sg. / Vok.)

iṣṭvā kratuśatenātha mahatā dakṣiṇāvatā; maghavā vāgvidāṃ śreṣṭhaṃ papracchedaṃ bṛhaspatim

Nachdem Maghavan mit einem großen, an Opfergaben reichen Hundertopfer geopfert hatte, fragte er darauf Bṛhaspati, den Besten der Redekundigen.

Wort für Wort
iṣṭvā kratuśatena atha
nachdem er geopfert mit einem Hundertopfer, dann (Abs. / Instr.Sg.)
mahatā dakṣiṇāvatā
mit einem großen, mit Opferlohn versehenen (Instr.Sg.)
maghavā vāgvidāṃ śreṣṭham
Maghavan, den Besten der Redekundigen (Nom.Sg. / Gen.Pl. / Akk.Sg.)
papraccha idaṃ bṛhaspatim
er fragte dies Bṛhaspati (3.Sg.Perf. / Akk.Sg.)

bhagavan kena dānena svargataḥ sukham edhate; yad akṣayaṃ mahārghaṃ ca tad brūhi vadatāṃ vara

„Erhabener, durch welche Gabe gedeiht man im Himmel in Wohlbefinden? Sage mir, was unvergänglich und sehr kostbar ist, o Bester der Redner.“

Wort für Wort
bhagavan kena dānena
Erhabener, durch welche Gabe (Vok. / Instr.Sg.)
svargataḥ sukham edhate
im Himmel weilend, wohl gedeiht er (Nom.Sg.m. / 3.Sg.Präs.Med.)
yat akṣayaṃ mahārghaṃ ca
was unvergänglich und sehr wertvoll [ist] (Nom.Sg.n.)
tat brūhi vadatāṃ vara
das sage, o Bester der Sprechenden (Imp. / Gen.Pl. / Vok.)

ity uktaḥ sa surendreṇa tato devapurohitaḥ; bṛhaspatir mahātejāḥ pratyuvāca śatakratum

So vom Herrn der Götter angesprochen, antwortete darauf Bṛhaspati, der Hauspriester der Götter, von großer Glut, dem Śatakratu.

Wort für Wort
iti uktaḥ sa surendreṇa
so angesprochen von dem Götterfürsten (Part.Pass. / Instr.Sg.)
tataḥ devapurohitaḥ
darauf der Hauspriester der Götter (Nom.Sg.)
bṛhaspatiḥ mahātejāḥ
Bṛhaspati, von großer Glut (Nom.Sg.)
pratyuvāca śatakratum
antwortete dem Śatakratu [Indra] (3.Sg.Perf. / Akk.Sg.)

suvarṇadānaṃ godānaṃ bhūmidānaṃ ca vṛtrahan

Goldspende, Kuhspende und Landspende, o Vṛtra-Töter,

Wort für Wort
suvarṇadānam
Goldspende (Nom.Sg.n.)
godānam
Kuhspende (Nom.Sg.n.)
bhūmidānaṃ ca
und Landspende (Nom.Sg.n.)
vṛtrahan
o Vṛtra-Töter (Vok.Sg.)

Der Satz ist über drei Einheiten verteilt (n 57–59); Einheit 58 ist Zusatzpassage.

vidyādānaṃ ca kanyānāṃ dānaṃ pāpaharaṃ param

[ferner] Wissensspende und die Gabe von Mädchen: [dies ist] die höchste Gabe, die Sünde hinwegnimmt.

Wort für Wort
vidyādānaṃ ca
und Wissensspende (Nom.Sg.n.)
kanyānāṃ dānam
die Gabe von Mädchen (Gen.Pl. / Nom.Sg.)
pāpaharaṃ param
sünde-tilgend, höchst (Nom.Sg.n.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

dadad etān mahāprājñaḥ sarvapāpaiḥ pramucyate

Wer, der Hochweise, diese gibt, wird von allen Sünden befreit.

Wort für Wort
dadat etān
gebend diese (Part.Präs. / Akk.Pl.m.)
mahāprājñaḥ
der sehr Weise (Nom.Sg.)
sarvapāpaiḥ
von allen Sünden (Abl./Instr.Pl.)
pramucyate
wird befreit (3.Sg.Pass.)

na bhūmidānād devendra paraṃ kiṃ cid iti prabho; viśiṣṭam iti manyāmi yathā prāhur manīṣiṇaḥ

Nichts ist höher als die Landspende, o Herr der Götter, o Gebieter; ich halte sie für vorzüglich, wie es die Weisen sagen.

Wort für Wort
na bhūmidānāt devendra
nicht als die Landspende, o Götterfürst (Abl.Sg. / Vok.)
param kiṃ cit iti prabho
etwas Höheres, so, o Herr (Nom.Sg.n. / Vok.)
viśiṣṭam iti manyāmi
vorzüglich [ist sie], so meine ich (Nom.Sg.n. / 1.Sg.Präs.Med.)
yathā prāhuḥ manīṣiṇaḥ
wie sagen die Weisen (3.Pl.Perf. / Nom.Pl.)

brāhmaṇārthe gavārthe vā rāṣṭraghāte 'tha svāminaḥ; kulastrīṇāṃ paribhave mṛtās te bhūmidaiḥ saha

Für Brahmanen oder Kühe, bei Verwüstung des Reiches oder [für] den Herrn, bei der Schmähung edler Frauen: die so Gestorbenen sind zusammen mit den Landspendern [im Himmel] [?].

Wort für Wort
brāhmaṇārthe gavārthe vā
für Brahmanen oder für Kühe (Lok.Sg.)
rāṣṭraghāte atha svāminaḥ
bei Vernichtung des Reiches, oder des Herrn (Lok.Sg. / Gen.Sg.)
kulastrīṇāṃ paribhave
bei der Kränkung edler Frauen (Gen.Pl. / Lok.Sg.)
mṛtāḥ te bhūmidaiḥ saha
gestorben, sie, zusammen mit den Landspendern (Part.Pass.Nom.Pl. / Instr.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Konstruktion (Gen. svāminaḥ) ist unklar, und die Ergänzung „im Himmel“ ist erschlossen.

ye śūrā nihatā yuddhe svaryātā dānagṛddhinaḥ; sarve te vibudhaśreṣṭha nātikrāmanti bhūmidam

Die Helden, die im Kampf erschlagen wurden, in den Himmel gegangen, nach Gaben begierig, alle diese, o Bester der Götter, übertreffen den Landspender nicht.

Wort für Wort
ye śūrāḥ nihatāḥ yuddhe
die Helden, die erschlagen im Kampf (Nom.Pl. / Part.Pass. / Lok.Sg.)
svaryātāḥ dānagṛddhinaḥ
in den Himmel gegangen, gabenbegierig (Nom.Pl.)
sarve te vibudhaśreṣṭha
alle diese, o Bester der Götter (Nom.Pl. / Vok.)
na atikrāmanti bhūmidam
sie übertreffen nicht den Landspender (3.Pl.Präs. / Akk.Sg.)

dānagṛddhin: wörtlich „nach dem Geben gierig“ bzw. „gabenbegierig“; Sinn leicht unklar.

bhartur niḥśreyase yuktās tyaktātmāno raṇe hatāḥ; brahmalokagatāḥ śūrā nātikrāmanti bhūmidam

Die zum Heil des Herrn Bereiten, die sich selbst aufgaben und im Kampf erschlagen wurden, die Helden, in die Brahmawelt gegangen, übertreffen den Landspender nicht.

Wort für Wort
bhartuḥ niḥśreyase yuktāḥ
dem Heil des Herrn zugewandt (Gen.Sg. / Dat.Sg. / Nom.Pl.)
tyaktātmānaḥ raṇe hatāḥ
das Selbst aufgegeben habend, im Kampf erschlagen (Nom.Pl. / Lok.Sg.)
brahmalokagatāḥ śūrāḥ
in die Brahmawelt gegangen, die Helden (Nom.Pl.)
na atikrāmanti bhūmidam
sie übertreffen nicht den Landspender (3.Pl.Präs. / Akk.Sg.)

pañca pūrvādipuruṣāḥ ṣaṭ ca ye vasudhāṃ gatāḥ; ekādaśa dadad bhūmiṃ paritrātīha mānavaḥ

Fünf frühere Vorfahren und sechs, die zur Erde [bzw. in die Erde] gegangen sind: elf [Generationen] rettet der Mensch hier, der Land gibt [?].

Wort für Wort
pañca pūrvādipuruṣāḥ
fünf Vorfahren, frühere (Nom.Pl.)
ṣaṭ ca ye vasudhāṃ gatāḥ
und sechs, die zur Erde gegangen (Nom.Pl. / Akk.Sg. / Part.Pass.)
ekādaśa dadat bhūmim
elf; gebend Land (Zahl / Part.Präs. / Akk.Sg.)
paritrāti iha mānavaḥ
rettet hier der Mensch (3.Sg.Präs. / Nom.Sg.)

Text und Zählung (5 + 6 = 11 Generationen) unsicher; vasudhāṃ gatāḥ könnte „gestorben“ meinen.

ratnopakīrṇāṃ vasudhāṃ yo dadāti puraṃdara; sa muktaḥ sarvakaluṣaiḥ svargaloke mahīyate

Wer, o Puraṃdara, eine mit Juwelen bestreute Erde gibt, der, von allen Makeln befreit, wird in der Himmelswelt verehrt.

Wort für Wort
ratnopakīrṇāṃ vasudhām
mit Juwelen bestreute Erde (Akk.Sg.f.)
yaḥ dadāti puraṃdara
wer gibt, o Puraṃdara (Nom. / 3.Sg.Präs. / Vok.)
saḥ muktaḥ sarvakaluṣaiḥ
der, befreit von allen Makeln (Nom.Sg. / Part.Pass. / Abl./Instr.Pl.)
svargaloke mahīyate
in der Himmelswelt wird er verehrt (Lok.Sg. / 3.Sg.Pass.)

mahīṃ sphītāṃ dadad rājā sarvakāmaguṇānvitām; rājādhirājo bhavati tad dhi dānam anuttamam

Ein König, der eine blühende, mit allen Wunscherfüllungen versehene Erde gibt, wird Oberkönig der Könige; denn diese Gabe ist die unübertreffliche.

Wort für Wort
mahīṃ sphītāṃ dadat rājā
die Erde, blühende, gebend, der König (Akk.Sg. / Part.Präs. / Nom.Sg.)
sarvakāmaguṇānvitām
mit allen Wunschvorzügen versehen (Akk.Sg.f.)
rājādhirājaḥ bhavati
Oberkönig der Könige wird er (Nom.Sg. / 3.Sg.Präs.)
tat hi dānam anuttamam
denn das ist die Gabe, unübertroffen (Nom.Sg.n.)

sarvakāmasamāyuktāṃ kāśyapīṃ yaḥ prayacchati; sarvabhūtāni manyante māṃ dadātīti vāsava

Wer die mit allen Wünschen ausgestattete Kāśyapī [Erde] schenkt, den [beurteilen] alle Wesen so: „Er gibt mich“, o Vāsava.

Wort für Wort
sarvakāmasamāyuktām
mit allen Wünschen verbunden (Akk.Sg.f.)
kāśyapīṃ yaḥ prayacchati
die Kāśyapī [Erde], wer schenkt (Akk.Sg. / Nom. / 3.Sg.Präs.)
sarvabhūtāni manyante
alle Wesen meinen (Nom.Pl. / 3.Pl.Präs.Med.)
mām dadāti iti vāsava
„mich gibt er“, so, o Vāsava (Akk. / 3.Sg.Präs. / Vok.)

sarvakāmadughāṃ dhenuṃ sarvakāmapurogamām; dadāti yaḥ sahasrākṣa sa svargaṃ yāti mānavaḥ

Wer eine alle Wünsche melkende Kuh gibt, der alle Wünsche vorangehen, o Tausendäugiger, der Mensch geht zum Himmel.

Wort für Wort
sarvakāmadughāṃ dhenum
die alle Wünsche melkende Kuh (Akk.Sg.f.)
sarvakāmapurogamām
der alle Wünsche vorangehen (Akk.Sg.f.)
dadāti yaḥ sahasrākṣa
wer gibt, o Tausendäugiger (3.Sg.Präs. / Nom. / Vok.)
saḥ svargaṃ yāti mānavaḥ
der geht zum Himmel, der Mensch (3.Sg.Präs. / Nom.Sg.)

sarvakāmapurogamām ist unsicher (evtl. „vor der alle Wünsche hergehen“).

madhusarpiḥpravāhinyaḥ payodadhivahās tathā; saritas tarpayantīha surendra vasudhāpradam

Auch Flüsse, die Honig und Ghee führen, Milch und Sauermilch tragen, sättigen hier den Erdenspender, o Götterfürst.

Wort für Wort
madhusarpiḥpravāhinyaḥ
Honig und Butterschmalz strömend (Nom.Pl.f.)
payodadhivahāḥ tathā
Milch und Sauermilch tragend, ebenso (Nom.Pl.f.)
saritaḥ tarpayanti iha
Flüsse sättigen hier (Nom.Pl. / 3.Pl.Präs.)
surendra vasudhāpradam
o Götterfürst, den Erdspender (Vok. / Akk.Sg.)

bhūmipradānān nṛpatir mucyate rājakilbiṣāt; na hi bhūmipradānena dānam anyad viśiṣyate

Durch Landspende wird ein König von der Königsschuld befreit; denn keine andere Gabe ist der Landspende überlegen.

Wort für Wort
bhūmipradānāt nṛpatiḥ
durch Landspende der König (Abl.Sg. / Nom.Sg.)
mucyate rājakilbiṣāt
wird befreit von der Königsschuld (3.Sg.Pass. / Abl.Sg.)
na hi bhūmipradānena
denn nicht durch Landspende (Instr.Sg.)
dānam anyat viśiṣyate
eine andere Gabe wird übertroffen/ist überlegen (Nom.Sg.n. / 3.Sg.Pass.)

viśiṣyate: sinngemäß „steht höher als“; wörtlich „wird ausgezeichnet“.

dadāti yaḥ samudrāntāṃ pṛthivīṃ śastranirjitām; taṃ janāḥ kathayantīha yāvad dharati gaur iyam

Wer die bis zum Meer reichende, mit der Waffe eroberte Erde gibt, den nennen die Menschen hier, solange diese Erde trägt.

Wort für Wort
dadāti yaḥ samudrāntām
wer gibt, meerbegrenzt (3.Sg.Präs. / Nom. / Akk.Sg.f.)
pṛthivīṃ śastranirjitām
die Erde, durch Waffe erobert (Akk.Sg.f.)
tam janāḥ kathayanti iha
ihn erzählen die Menschen hier (Akk. / Nom.Pl. / 3.Pl.Präs.)
yāvat dharati gauḥ iyam
solange trägt/besteht diese Erde (Konj. / 3.Sg.Präs. / Nom.Sg.f.)

gauḥ hier vermutlich „Erde“ (auch „Kuh“); Wiedergabe „ihn nennen sie [preisend]“ ist ergänzt [?].

puṇyām ṛddharasāṃ bhūmiṃ yo dadāti puraṃdara; na tasya lokāḥ kṣīyante bhūmidānaguṇārjitāḥ

Wer, o Puraṃdara, eine heilige, an Säften reiche Erde gibt, dessen Welten, durch die Vorzüge der Landspende erworben, schwinden nicht.

Wort für Wort
puṇyām ṛddharasām bhūmim
heilige, säftereiche Erde (Akk.Sg.f.)
yaḥ dadāti puraṃdara
wer gibt, o Puraṃdara (Nom. / 3.Sg.Präs. / Vok.)
na tasya lokāḥ kṣīyante
nicht schwinden dessen Welten (Gen.Sg. / Nom.Pl. / 3.Pl.Pass.)
bhūmidānaguṇārjitāḥ
durch die Vorzüge der Landspende erworben (Nom.Pl.m.)

sarvathā pārthiveneha satataṃ bhūtim icchatā; bhūr deyā vidhivac chakra pātre sukham abhīpsatā

Auf jede Weise, Śakra, ist hier vom Herrscher, der beständig Gedeihen wünscht, Land vorschriftsgemäß einem würdigen Empfänger zu geben – von dem, der Glück erstrebt.

Wort für Wort
sarvathā pārthivena iha
auf jede Weise, vom Fürsten, hier (Instr.Sg.)
satatam bhūtim icchatā
beständig Gedeihen wünschend (Instr.Sg.Part.)
bhūr deyā vidhivat
Land ist zu geben, vorschriftsgemäß (Nom.Sg.f. Gerundiv)
śakra pātre
Śakra, an einen würdigen Empfänger (Vok./Lok.Sg.)
sukham abhīpsatā
Glück erstrebend (Akk./Instr.Sg.Part.)

svanirjitāṃ svayaṃkrītāṃ bhṛtāṃ ca vārpayen nṛpa

Selbst Erobertes, selbst Erkauftes oder Unterhaltenes [?] möge man übergeben, o König.

Wort für Wort
svanirjitām
selbst erobert (Akk.Sg.f.)
svayaṃkrītām
selbst gekauft (Akk.Sg.f.)
bhṛtāṃ ca vā
[durch Sold] erhalten [?] oder (Akk.Sg.f.)
arpayen nṛpa
möge übergeben, o König (Opt.3.Sg./Vok.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, elliptisch; bhṛtā (‚unterhalten/erworben durch Sold') unsicher.

sunirmitāṃ suvikrītāṃ subhṛtāṃ vāpi yan nṛpaḥ

[Land], das gut angelegt, gut verkauft oder gut unterhalten ist, [das] der König [gibt] [?].

Wort für Wort
sunirmitām
gut angelegt (Akk.Sg.f.)
suvikrītām
gut verkauft (Akk.Sg.f.)
subhṛtām vā api
gut unterhalten, oder auch (Akk.Sg.f.)
yat nṛpaḥ
was/das der König (Rel./Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers, syntaktisch unvollständig (Verb fehlt); Anschluss an 74.

api kṛtvā naraḥ pāpaṃ bhūmiṃ dattvā dvijātaye; samutsṛjati tat pāpaṃ jīrṇāṃ tvacam ivoragaḥ

Auch wenn ein Mann Sünde getan hat: Nachdem er einem Zweimalgeborenen Land gegeben hat, wirft er jene Sünde ab wie die Schlange die alte Haut.

Wort für Wort
api kṛtvā naraḥ pāpam
auch wenn er getan hat, der Mann, Sünde (Abs.)
bhūmiṃ dattvā dvijātaye
Land gegeben habend einem Zweimalgeborenen (Abs./Dat.Sg.)
samutsṛjati tat pāpam
wirft ab jene Sünde (3.Sg.Präs.)
jīrṇāṃ tvacam iva uragaḥ
die alte Haut wie die Schlange (Akk.Sg./Nom.Sg.)

sāgarān saritaḥ śailān kānanāni ca sarvaśaḥ; sarvam etan naraḥ śakra dadāti vasudhāṃ dadat

Meere, Flüsse, Berge und Wälder, überall – dies alles, Śakra, gibt der Mensch, indem er die Erde gibt.

Wort für Wort
sāgarān saritaḥ
Meere, Flüsse (Akk.Pl.)
śailān kānanāni ca
Berge und Wälder (Akk.Pl.)
sarvaśaḥ sarvam etat
überall, dies alles (Adv./Akk.Sg.n.)
naraḥ śakra dadāti
der Mann, Śakra, gibt (Nom./Vok./3.Sg.Präs.)
vasudhāṃ dadat
die Erde gebend (Akk.Sg./Part.Nom.)

taḍāgāny udapānāni srotāṃsi ca sarāṃsi ca; snehān sarvarasāṃś caiva dadāti vasudhāṃ dadat

Teiche, Brunnen, Bäche und Seen, Öle und alle Säfte gibt er, indem er die Erde gibt.

Wort für Wort
taḍāgāni udapānāni
Teiche, Brunnen (Akk.Pl.)
srotāṃsi ca sarāṃsi ca
Bäche und Seen (Akk.Pl.)
snehān sarvarasān ca eva
Öle und alle Säfte ebenso (Akk.Pl.)
dadāti vasudhāṃ dadat
gibt, die Erde gebend (3.Sg.Präs./Part.)

oṣadhīḥ kṣīrasaṃpannā nagān puṣpaphalānvitān; kānanopalaśailāṃś ca dadāti vasudhāṃ dadat

Kräuter voll Milchsaft, Bäume mit Blüten und Früchten, Wälder, Steine und Berge gibt er, indem er die Erde gibt.

Wort für Wort
oṣadhīḥ kṣīrasaṃpannāḥ
Kräuter, mit Milchsaft versehen (Akk.Pl.f.)
nagān puṣpaphalānvitān
Bäume, mit Blüten und Früchten versehen (Akk.Pl.)
kānanopalaśailān ca
Wälder, Steine und Berge (Akk.Pl.)
dadāti vasudhāṃ dadat
gibt, die Erde gebend

agniṣṭomaprabhṛtibhir iṣṭvā ca svāptadakṣiṇaiḥ; na tat phalam avāpnoti bhūmidānād yad aśnute

Auch wenn man mit Agniṣṭoma und anderen [Opfern] geopfert hat, bei denen die Opfergaben reichlich gegeben wurden, erlangt man nicht jene Frucht, die man aus der Landgabe genießt.

Wort für Wort
agniṣṭomaprabhṛtibhiḥ
mit Agniṣṭoma und dergleichen (Instr.Pl.)
iṣṭvā ca svāptadakṣiṇaiḥ
und geopfert habend, mit reich gegebenen Opferlohn (Abs./Instr.Pl.)
na tat phalam avāpnoti
nicht jene Frucht erlangt er (3.Sg.Präs.)
bhūmidānāt yad aśnute
aus der Landgabe, was er genießt (Abl./3.Sg.Präs.Med.)

dātā daśānugṛhṇāti daśa hanti tathā kṣipan; pūrvadattāṃ haran bhūmiṃ narakāyopagacchati

Der Geber fördert zehn; ebenso erschlägt zehn, wer [Land] wegwirft; wer früher gegebenes Land raubt, geht zur Hölle.

Wort für Wort
dātā daśa anugṛhṇāti
der Geber zehn fördert/begünstigt (Nom.Sg./3.Sg.Präs.)
daśa hanti tathā kṣipan
zehn erschlägt er ebenso, wegwerfend (3.Sg.Präs./Part.)
pūrvadattāṃ haran bhūmim
früher gegebenes Land raubend (Part./Akk.Sg.)
narakāya upagacchati
zur Hölle geht er (Dat.Sg./3.Sg.Präs.)

‚zehn' (Generationen?) ergänzt der Text nicht.

na dadāti pratiśrutya dattvā vā harate tu yaḥ; sa baddho vāruṇaiḥ pāśais tapyate mṛtyuśāsanāt

Wer nicht gibt, nachdem er es versprochen hat, oder wer, nachdem er gegeben hat, wieder wegnimmt, der wird, mit Varuṇas Schlingen gefesselt, auf Befehl des Todes gepeinigt.

Wort für Wort
na dadāti pratiśrutya
gibt nicht, nachdem er versprochen hat (3.Sg.Präs./Abs.)
dattvā vā harate tu yaḥ
oder nachdem er gegeben hat, nimmt weg, wer (Abs./3.Sg.Präs.Med.)
saḥ baddhaḥ vāruṇaiḥ pāśaiḥ
er, gefesselt mit Varuṇas Schlingen (Nom.Sg.Part./Instr.Pl.)
tapyate mṛtyuśāsanāt
wird gepeinigt auf Befehl des Todes (3.Sg.Pass./Abl.Sg.)

āhitāgniṃ sadāyajñaṃ kṛśabhṛtyaṃ priyātithim; ye bharanti dvijaśreṣṭhaṃ nopasarpanti te yamam

Einen Feuerhalter, der stets opfert, dessen Dienerschaft mager ist [?] und der Gäste gern hat, den besten der Zweimalgeborenen – die ihn unterhalten, kommen nicht zu Yama.

Wort für Wort
āhitāgniṃ sadāyajñam
einen Feuerhalter, stets Opfernden (Akk.Sg.)
kṛśabhṛtyaṃ priyātithim
dessen Dienerschaft/Angehörige mager ist, Gäste liebend (Akk.Sg.)
ye bharanti dvijaśreṣṭham
die unterhalten den besten Zweimalgeborenen (Rel./3.Pl.Präs./Akk.Sg.)
na upasarpanti te yamam
nicht nahen sie Yama (3.Pl.Präs.)

kṛśabhṛtya: auch ‚dürftig unterhalten' möglich.

brāhmaṇeṣv ṛṇabhūtaṃ syāt pārthivasya puraṃdara; itareṣāṃ tu varṇānāṃ tārayet kṛśadurbalān

Bei den Brahmanen soll es dem Herrscher, Puraṃdara, wie eine Schuld sein; die übrigen Stände aber soll er, wenn sie mager und schwach sind, hinüberführen [aus der Not].

Wort für Wort
brāhmaṇeṣu ṛṇabhūtaṃ syāt
bei den Brahmanen eine Schuld möge sein (Lok.Pl./Opt.3.Sg.)
pārthivasya puraṃdara
für den Herrscher, Puraṃdara (Gen.Sg./Vok.)
itareṣāṃ tu varṇānām
der übrigen Stände aber (Gen.Pl.)
tārayet kṛśadurbalān
möge hinüberführen, die Mageren und Schwachen (Opt.3.Sg./Akk.Pl.)

Der Sinn von ṛṇabhūtam (‚wie eine Schuld / Gläubiger') ist knapp; Wiedergabe sinngemäß.

nācchindyāt sparśitāṃ bhūmiṃ pareṇa tridaśādhipa; brāhmaṇāya suraśreṣṭha kṛśabhṛtyāya kaś cana

Nicht soll jemand Land, das [durch Berührung] von einem anderen übergeben wurde, entreißen, Herr der Dreißig [Götter], – einem Brahmanen, bester der Götter, dessen Unterhalt dürftig ist.

Wort für Wort
na ācchindyāt
nicht soll entreißen (Opt.3.Sg.)
sparśitāṃ bhūmim pareṇa
das berührte/übergebene Land, von einem anderen (Akk.Sg.f./Instr.Sg.)
tridaśādhipa
Herr der Dreißig (Vok.)
brāhmaṇāya suraśreṣṭha
dem Brahmanen, bester der Götter (Dat.Sg./Vok.)
kṛśabhṛtyāya kaḥ cana
dessen Unterhalt dürftig ist, irgendjemand (Dat.Sg./Nom.Sg.)

sparśitām unsicher (‚durch Berührung/Wassergießen übergeben').

athāśru patitaṃ teṣāṃ dīnānām avasīdatām; brāhmaṇānāṃ hṛte kṣetre hanyāt tripuruṣaṃ kulam

Wenn dann die Träne dieser elenden, verzagenden Brahmanen fällt, weil ihr Feld geraubt ist, so würde sie das Geschlecht bis zur dritten Generation erschlagen.

Wort für Wort
atha aśru patitam
dann die Träne gefallen (Nom.Sg.n.)
teṣāṃ dīnānām avasīdatām
dieser Elenden, Verzagenden (Gen.Pl./Part.)
brāhmaṇānāṃ hṛte kṣetre
der Brahmanen, wenn das Feld geraubt ist (Gen.Pl./Lok.abs.)
hanyāt tripuruṣaṃ kulam
würde erschlagen das Geschlecht dreier Generationen (Opt.3.Sg./Akk.Sg.)

bhūmipālaṃ cyutaṃ rāṣṭrād yas tu saṃsthāpayet punaḥ; tasya vāsaḥ sahasrākṣa nākapṛṣṭhe mahīyate

Wer aber einen aus dem Reich vertriebenen Landesherrn wieder einsetzt, dessen Wohnstatt, Tausendäugiger, wird auf dem Rücken des Himmels geehrt.

Wort für Wort
bhūmipālaṃ cyutaṃ rāṣṭrāt
den Landesherrn, gestürzt aus dem Reich (Akk.Sg./Part./Abl.Sg.)
yaḥ tu saṃsthāpayet punaḥ
wer aber wieder einsetzt (Opt.3.Sg./Adv.)
tasya vāsaḥ sahasrākṣa
dessen Wohnstatt, Tausendäugiger (Gen./Nom./Vok.)
nākapṛṣṭhe mahīyate
auf dem Rücken des Himmels wird geehrt (Lok.Sg./3.Sg.Pass.)

hṛte kṣetre daridrāṇām aśrupātaḥ sudāruṇaḥ; iṣṭāpūrtaṃ narasyāsya hanyāt tripuruṣaṃ kulam

Wenn das Feld der Armen geraubt ist, ist das Tränenvergießen sehr grausam; das Opfer- und Stiftungsverdienst dieses Mannes [und] das Geschlecht bis zur dritten Generation würde es vernichten [?].

Wort für Wort
hṛte kṣetre daridrāṇām
wenn das Feld geraubt ist, der Armen (Lok.abs./Gen.Pl.)
aśrupātaḥ sudāruṇaḥ
Tränenfall sehr grausam (Nom.Sg.)
iṣṭāpūrtaṃ narasya asya
Opfer- und Stiftungsverdienst dieses Mannes (Akk./Gen.Sg.)
hanyāt tripuruṣaṃ kulam
würde vernichten das Geschlecht dreier Generationen (Opt.3.Sg./Akk.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; Konstruktion von iṣṭāpūrtam neben kulam unsicher.

ikṣubhiḥ saṃtatāṃ bhūmiṃ yavagodhūmasaṃkulām

Land, das dicht mit Zuckerrohr bewachsen und mit Gerste, Rindern und Weizen erfüllt ist [,]

Wort für Wort
ikṣubhiḥ saṃtatām
mit Zuckerrohr dicht bedeckt (Instr.Pl./Akk.Sg.f.)
bhūmiṃ
Land (Akk.Sg.)
yavagodhūmasaṃkulām
voll von Gerste, Rindern und Weizen (Akk.Sg.f.)

Satz setzt sich in 90–92 fort; godhūma sonst ‚Weizen', hier gomit go als ‚Rind' oder Teil von godhūma.

kadalīvanasāmrādyaiḥ supūrṇāṃ sparśayen mahīm

[Land], reich versehen mit Bananenhainen, Mangobäumen und anderem – die Erde möge er [dem Empfänger] übergeben.

Wort für Wort
kadalīvanasāmrādyaiḥ
mit Bananenhainen, Mangos und anderem (Instr.Pl.)
supūrṇām
reichlich gefüllt (Akk.Sg.f.)
sparśayet mahīm
möge berühren lassen/übergeben, die Erde (Kaus.Opt.3.Sg./Akk.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers; sāmra als ‚Mango' gedeutet [?].

gośvavāhanasaṃpūrṇāṃ bāhuvīryasamārjitām

[Land], erfüllt von Rindern, Pferden und Fahrzeugen, durch die Kraft des Armes erworben,

Wort für Wort
gośvavāhanasaṃpūrṇām
voll von Rindern, Pferden und Fahrzeugen (Akk.Sg.f.)
bāhuvīryasamārjitām
durch Armeskraft erworben (Akk.Sg.f.)

vimuktaḥ sarvapāpebhyaḥ svargaloke mahīyate

befreit von allen Sünden wird er in der Himmelswelt geehrt.

Wort für Wort
vimuktaḥ sarvapāpebhyaḥ
befreit von allen Sünden (Nom.Sg.Part./Abl.Pl.)
svargaloke mahīyate
in der Himmelswelt wird er geehrt (Lok.Sg./3.Sg.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

nidhigarbhāṃ dadad bhūmiṃ sarvaratnaparicchadām; akṣayāṃl labhate lokān bhūmisatraṃ hi tasya tat

Wer Land gibt, das einen Schatz im Schoß trägt und mit allen Juwelen ausgestattet ist, erlangt unvergängliche Welten; denn das ist für ihn eine Landopfersitzung.

Wort für Wort
nidhigarbhāṃ dadat bhūmim
einen Schatz im Schoß tragend, gebend Land (Akk.Sg.f./Part.)
sarvaratnaparicchadām
mit allen Juwelen ausgestattet (Akk.Sg.f.)
akṣayān labhate lokān
unvergängliche Welten erlangt er (Akk.Pl./3.Sg.Präs.Med.)
bhūmisatraṃ hi tasya tat
ein Landopfer nämlich für ihn ist das (Nom.Sg.n.)

vidhūya kaluṣaṃ sarvaṃ virajāḥ saṃmataḥ satām; loke mahīyate sadbhir yo dadāti vasuṃdharām

Alle Schuld abschüttelnd, frei von Staub [der Leidenschaft], von den Guten geachtet, wird in der Welt von den Guten geehrt, wer die Erde gibt.

Wort für Wort
vidhūya kaluṣaṃ sarvam
abgeschüttelt habend alle Schuld (Abs./Akk.Sg.)
virajāḥ saṃmataḥ satām
staubfrei, geachtet von den Guten (Nom.Sg./Gen.Pl.)
loke mahīyate sadbhiḥ
in der Welt wird geehrt von den Guten (Lok./Instr.Pl.)
yaḥ dadāti vasuṃdharām
wer gibt die Erde (Rel./3.Sg.Präs./Akk.Sg.)

yathāpsu patitaḥ śakra tailabindur visarpati; tathā bhūmikṛtaṃ dānaṃ sasye sasye visarpati

Wie ein Öltropfen, der ins Wasser gefallen ist, Śakra, sich ausbreitet, so breitet sich eine Landgabe in jeder Ernte aus.

Wort für Wort
yathā apsu patitaḥ śakra
wie ins Wasser gefallen, Śakra (Lok.Pl./Part./Vok.)
tailabinduḥ visarpati
ein Öltropfen breitet sich aus (Nom.Sg./3.Sg.Präs.)
tathā bhūmikṛtaṃ dānam
so die Landgabe (Nom.Sg.n.)
sasye sasye visarpati
in jeder Feldfrucht breitet sie sich aus (Lok.Sg. distr./3.Sg.Präs.)

ye raṇāgre mahīpālāḥ śūrāḥ samitiśobhanāḥ; vadhyante 'bhimukhāḥ śakra brahmalokaṃ vrajanti te

Die Herrscher, die an der Spitze des Kampfes, tapfer und eine Zierde der Versammlung, im Angesicht [des Feindes] erschlagen werden, Śakra, gehen in die Brahmawelt.

Wort für Wort
ye raṇāgre mahīpālāḥ
welche an der Spitze des Kampfes, Herrscher (Rel./Lok./Nom.Pl.)
śūrāḥ samitiśobhanāḥ
Helden, Zierden der Versammlung (Nom.Pl.)
vadhyante abhimukhāḥ śakra
werden erschlagen, dem Feind zugewandt, Śakra (3.Pl.Pass./Nom.Pl./Vok.)
brahmalokaṃ vrajanti te
zur Brahmawelt gehen sie (Akk.Sg./3.Pl.Präs.)

nṛtyagītaparā nāryo divyamālyavibhūṣitāḥ; upatiṣṭhanti devendra sadā bhūmipradaṃ divi

Frauen, dem Tanz und Gesang hingegeben und mit himmlischen Kränzen geschmückt, warten im Himmel stets dem Landgeber auf, Herr der Götter.

Wort für Wort
nṛtyagītaparāḥ nāryaḥ
dem Tanz und Gesang ergeben, die Frauen (Nom.Pl.f.)
divyamālyavibhūṣitāḥ
mit himmlischen Kränzen geschmückt (Nom.Pl.f.)
upatiṣṭhanti devendra
warten auf, Herr der Götter (3.Pl.Präs./Vok.)
sadā bhūmipradaṃ divi
stets den Landgeber im Himmel (Adv./Akk.Sg./Lok.Sg.)

modate ca sukhaṃ svarge devagandharvapūjitaḥ; yo dadāti mahīṃ samyag vidhineha dvijātaye

Und er freut sich glücklich im Himmel, von Göttern und Gandharven verehrt, wer hier vorschriftsgemäß recht Land einem Zweimalgeborenen gibt.

Wort für Wort
modate ca sukham svarge
und er freut sich glücklich im Himmel (3.Sg.Präs.Med./Adv./Lok.)
devagandharvapūjitaḥ
von Göttern und Gandharven verehrt (Nom.Sg.Part.)
yaḥ dadāti mahīṃ samyak
wer gibt die Erde recht (Rel./3.Sg.Präs./Akk./Adv.)
vidhinā iha dvijātaye
nach Vorschrift hier einem Zweimalgeborenen (Instr./Adv./Dat.Sg.)

śatam apsarasaś caiva divyamālyavibhūṣitāḥ; upatiṣṭhanti devendra sadā bhūmipradaṃ naram

Und hundert Apsarasen, mit himmlischen Kränzen geschmückt, warten, Herr der Götter, stets dem Mann auf, der Land gibt.

Wort für Wort
śatam apsarasaḥ ca eva
hundert Apsarasen ebenso (Nom.Pl.f.)
divyamālyavibhūṣitāḥ
mit himmlischen Kränzen geschmückt (Nom.Pl.f.)
upatiṣṭhanti devendra
warten auf, Herr der Götter (3.Pl.Präs./Vok.)
sadā bhūmipradaṃ naram
stets den Landgeber, den Mann (Akk.Sg.)

brahmaloke dharāpradam; upatiṣṭhanti bhūtāni

In der Brahmawelt [den], der Erde gibt; es warten [ihm] die Wesen auf.

Wort für Wort
brahmaloke
in der Brahmawelt (Lok.Sg.)
dharāpradam
den Erdgeber (Akk.Sg.)
upatiṣṭhanti bhūtāni
warten auf die Wesen (3.Pl.Präs./Nom.Pl.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzfragment, Halbverse ohne Zusammenhang; Wiedergabe unsicher.

śaṅkhaṃ bhadrāsanaṃ chatraṃ varāśvā varavāraṇāḥ; bhūmipradānāt puṣpāṇi hiraṇyanicayās tathā

Muschel, Prunksitz, Schirm, beste Rosse und beste Elefanten, [all das] entsteht aus der Landgabe als Blüten, und ebenso Goldhaufen.

Wort für Wort
śaṅkhaṃ bhadrāsanaṃ chatram
Muschel, Prunksitz, Schirm (Nom./Akk.Sg.n.)
varāśvāḥ varavāraṇāḥ
beste Rosse, beste Elefanten (Nom.Pl.)
bhūmipradānāt puṣpāṇi
aus der Landgabe Blüten (Abl.Sg./Nom.Pl.)
hiraṇyanicayāḥ tathā
Goldhaufen ebenso (Nom.Pl.)

ājñā sadāpratihatā jayaśabdo bhavaty atha; bhūmidānasya puṣpāṇi phalaṃ svargaḥ puraṃdara

Ein stets ungehinderter Befehl und Siegesruf entstehen dann; die Blüten der Landgabe [sind das], die Frucht ist der Himmel, Puraṃdara.

Wort für Wort
ājñā sadā apratihatā
Befehl, stets ungehindert (Nom.Sg.f.)
jayaśabdaḥ bhavati atha
Siegesruf entsteht dann (Nom.Sg./3.Sg.Präs.)
bhūmidānasya puṣpāṇi
des Landgabe Blüten (Gen.Sg./Nom.Pl.)
phalaṃ svargaḥ puraṃdara
die Frucht: der Himmel, Puraṃdara (Nom.Sg./Vok.)

hiraṇyapuṣpāś cauṣadhyaḥ kuśakāñcanaśāḍvalāḥ; amṛtaprasavāṃ bhūmiṃ prāpnoti puruṣo dadat

Kräuter mit goldenen Blüten, Kuśa-Gras, Gold und Grasflächen: eine Erde, die Nektar hervorbringt, erlangt der Mensch, der [Land] gibt.

Wort für Wort
hiraṇyapuṣpāḥ ca oṣadhyaḥ
und Kräuter mit goldenen Blüten (Nom.Pl.f.)
kuśakāñcanaśāḍvalāḥ
Kuśa-Gras, Gold, Grasflächen (Nom.Pl.)
amṛtaprasavāṃ bhūmim
eine Nektar hervorbringende Erde (Akk.Sg.f.)
prāpnoti puruṣaḥ dadat
erlangt der Mensch, gebend (3.Sg.Präs./Nom./Part.)

nāsti bhūmisamaṃ dānaṃ nāsti mātṛsamo guruḥ; nāsti satyasamo dharmo nāsti dānasamo nidhiḥ

Keine Gabe gibt es, die der Landgabe gleicht; keinen Lehrer, der der Mutter gleicht; keinen Dharma, der der Wahrheit gleicht; keinen Schatz, der der Gabe gleicht.

Wort für Wort
na asti bhūmisamaṃ dānam
es gibt nicht ein der Landgabe gleiches Geschenk (Nom.Sg.n.)
na asti mātṛsamaḥ guruḥ
es gibt nicht einen der Mutter gleichen Lehrer (Nom.Sg.)
na asti satyasamaḥ dharmaḥ
es gibt nicht einen der Wahrheit gleichen Dharma (Nom.Sg.)
na asti dānasamaḥ nidhiḥ
es gibt nicht einen der Gabe gleichen Schatz (Nom.Sg.)

etad āṅgirasāc chrutvā vāsavo vasudhām imām; vasuratnasamākīrṇāṃ dadāv āṅgirase tadā

Als Vāsava dies von Āṅgirasa gehört hatte, gab er damals dem Āṅgirasa diese mit Schätzen und Juwelen überschüttete Erde.

Wort für Wort
etat āṅgirasāt śrutvā
dies von Āṅgirasa gehört habend (Akk./Abl.Sg./Abs.)
vāsavaḥ vasudhām imām
Vāsava diese Erde (Nom./Akk.Sg.f.)
vasuratnasamākīrṇām
mit Schätzen und Juwelen übersät (Akk.Sg.f.)
dadau āṅgirase tadā
gab dem Āṅgirasa damals (Perf.3.Sg./Dat.Sg./Adv.)

ya imaṃ śrāvayec chrāddhe bhūmidānasya saṃstavam; na tasya rakṣasāṃ bhāgo nāsurāṇāṃ bhavaty uta

Wer dieses Preislied der Landgabe beim Totenmahl hören lässt, dem wird kein Anteil für die Rākṣasas noch für die Asuras zuteil.

Wort für Wort
yaḥ imaṃ śrāvayet śrāddhe
wer dies hören lässt beim Totenmahl (Rel./Akk./Kaus.Opt.3.Sg./Lok.)
bhūmidānasya saṃstavam
der Landgabe Preisung (Gen.Sg./Akk.Sg.)
na tasya rakṣasāṃ bhāgaḥ
nicht für ihn ein Anteil der Rākṣasas (Gen.Sg./Gen.Pl./Nom.Sg.)
na asurāṇāṃ bhavati uta
noch der Asuras wird es, ja (Gen.Pl./3.Sg.Präs.)

akṣayaṃ ca bhaved dattaṃ pitṛbhyas tan na saṃśayaḥ; tasmāc chrāddheṣv idaṃ vipro bhuñjataḥ śrāvayed dvijān

Und das den Ahnen Gegebene würde unvergänglich – daran ist kein Zweifel. Darum soll der Brahmane bei den Totenmahlen dies den essenden Zweimalgeborenen hören lassen.

Wort für Wort
akṣayaṃ ca bhavet dattam
und unvergänglich würde das Gegebene (Nom.Sg.n./Opt.3.Sg.)
pitṛbhyaḥ tat na saṃśayaḥ
den Ahnen, das; kein Zweifel (Dat.Pl./Nom.Sg.)
tasmāt śrāddheṣu idam
darum bei den Totenmahlen dies (Abl./Lok.Pl.)
vipraḥ bhuñjataḥ śrāvayet dvijān
der Brahmane soll hören lassen die Essenden, die Zweimalgeborenen (Nom./Kaus.Opt./Akk.Pl.)

ity etat sarvadānānāṃ śreṣṭham uktaṃ tavānagha; mayā bharataśārdūla kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi

So ist dies, das Beste aller Gaben, von mir gesagt worden, Sündloser, Tiger unter den Bharatas; was willst du noch hören?

Wort für Wort
iti etat sarvadānānām
so dies unter allen Gaben (Gen.Pl.)
śreṣṭham uktaṃ tava anagha
das Beste ist gesagt, dir, Sündloser (Nom.Sg.Part./Gen./Vok.)
mayā bharataśārdūla
von mir, Tiger der Bharatas (Instr./Vok.)
kiṃ bhūyaḥ śrotum icchasi
was noch zu hören wünschst du (Interr./Adv./Inf./2.Sg.Präs.)

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