yudhiṣṭhira uvāca; dvijātayo vratopetā havis te yadi bhuñjate; annaṃ brāhmaṇakāmāya katham etat pitāmaha
Yudhiṣṭhira sprach: „Wenn die Zweimalgeborenen, den Gelübden ergeben, deine Opferspeise essen – [diese] Speise, [die] um der Brahmanen willen [bestimmt ist] –, wie verhält sich das, Großvater?“
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
dvijātayo vratopetā
die Zweimalgeborenen, den Gelübden ergeben (Nom.Pl./Kompositum)
havis te yadi bhuñjate
wenn sie deine Opferspeise essen (Akk.Sg./Nom.Sg./3.Pl.Med.Präs.)
annaṃ brāhmaṇakāmāya
Speise, um der Brahmanen Wunsch willen (Akk.Sg./Dat.Sg.)
katham etat pitāmaha
wie [verhält] sich dies, Großvater (Adv./Nom.Sg.n./Vok.Sg.)
Bhīṣma sprach: „Die, die nach nicht im Veda gelehrten Gelübden [leben und] essen, tun [damit nur] das Erforderliche; die aber, die nach vedisch gelehrten [Gelübden] essen, sind gelübdebrüchig, Yudhiṣṭhira.“
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
avedoktavratāś caiva bhuñjānāḥ
und die, deren Gelübde nicht im Veda gelehrt sind, essend (Bahuvrīhi Nom.Pl./Part.Med.)
kāryakāriṇaḥ
das Erforderliche Tuende (Nom.Pl.)
vedokteṣu tu bhuñjānā
die aber bei vedisch gelehrten [Gelübden] essen (Lok.Pl./Part.Med. Nom.Pl.)
bhīṣma uvāca; māsārdhamāsau nopavased yat tapo manyate janaḥ; ātmatantropaghātī yo na tapasvī na dharmavit
Bhīṣma sprach: „Man soll nicht einen Monat oder einen halben Monat fasten – [obwohl] die Leute das für Askese halten; wer sich selbst [und] das eigene Wesen schädigt, ist weder ein Asket noch ein Kenner des Dharma.“
Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Perf.)
māsārdhamāsau nopavased
Monat und Halbmonat soll er nicht fasten (Akk.Du./Opt.3.Sg.)
yat tapo manyate janaḥ
was die Leute für Askese halten (Akk.Sg.n./3.Sg.Med.Präs./Nom.Sg.)
ātmatantropaghātī yo
wer sich selbst [und] das eigene Wesen verletzt (Nom.Sg./Rel.)
na tapasvī na dharmavit
kein Asket, kein Dharmakenner (Nom.Sg.)
ātmatantropaghātī: Deutung „wer das eigene Selbst/den eigenen Körper schädigt“ [?].
„Wer nicht vergeblich Fleisch verzehrt, wird ein Nicht-Fleisch-Esser; wer Gaben gibt, wird rein; wer tagsüber schläft [und dennoch wacht], ist schlaflos.“
Wort für Wort
abhakṣayan vṛthā māṃsam
nicht verzehrend vergeblich Fleisch (Part.Nom.Sg./Adv./Akk.Sg.)
amāṃsāśī bhavaty uta
wird Nicht-Fleisch-Esser fürwahr (Nom.Sg./3.Sg.Präs.)
dānaṃ dadat pavitrī syād
Gabe gebend, wird er rein sein (Akk.Sg./Part.Nom.Sg./Opt.3.Sg.)
asvapnaś ca divāsvapan
und schlaflos, [obwohl] am Tag schlafend (Nom.Sg./Part.Nom.Sg.)
Die Zeile asvapnaś ca divāsvapan ist verkürzt; Deutung unsicher [?].
devebhyaś ca pitṛbhyaś ca bhṛtyebhyo 'tithibhiḥ saha; avaśiṣṭāni yo bhuṅkte tam āhur vighasāśinam
„Wer für die Götter, die Ahnen, die Diener und zusammen mit den Gästen [das Opfer und Mahl gehalten hat und] die Reste isst, den nennt man einen Reste-Esser.“
Wort für Wort
devebhyaś ca pitṛbhyaś ca
und für die Götter und für die Ahnen (Dat.Pl./Dat.Pl.)
bhṛtyebhyo 'tithibhiḥ saha
für die Diener, mit den Gästen (Dat.Pl./Instr.Pl./Postp.)
avaśiṣṭāni yo bhuṅkte
wer die Reste isst (Akk.Pl.n./Rel./3.Sg.Med.Präs.)
tam āhur vighasāśinam
den nennt man Reste-Esser (Akk.Sg./Perf.3.Pl./Akk.Sg.)