Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 108: jyeṣṭhakaniṣṭhavṛtti Vom rechten Verhalten zwischen älteren und jüngeren Brüdern und gegenüber den Gurus

Bhīṣma belehrt Yudhiṣṭhira über die Pflichten des Ältesten und der Jüngeren, über Erbteilung und den Vorrang von Lehrern und Mutter.

yudhiṣṭhira uvāca; yathā jyeṣṭhaḥ kaniṣṭheṣu vartate bharatarṣabha; kaniṣṭhāś ca yathā jyeṣṭhe varteraṃs tad bravīhi me

Yudhiṣṭhira sprach: „Wie der Älteste sich gegenüber den Jüngeren verhält, o Stier der Bharatas, und wie die Jüngeren sich gegenüber dem Ältesten verhalten sollten, das sage mir.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca
Yudhiṣṭhira sprach (Perf.)
yathā jyeṣṭhaḥ kaniṣṭheṣu vartate
wie der Älteste unter den Jüngeren sich verhält (Nom./Lok.Pl./3.Sg.Präs.)
bharatarṣabha
o Stier der Bharatas (Vok.)
kaniṣṭhāś ca yathā jyeṣṭhe varteraṃs
und wie die Jüngeren gegenüber dem Ältesten sich verhalten sollten (Nom.Pl./Lok./3.Pl.Opt.)
tad bravīhi me
das sage mir (Imp./Dat.-Gen.)

bhīṣma uvāca; jyeṣṭhavat tāta vartasva jyeṣṭho hi satataṃ bhavān; guror garīyasī vṛttir yā cec chiṣyasya bhārata

Bhīṣma sprach: „Verhalte dich wie ein Ältester, Lieber, denn du bist stets der Älteste. Das Verhalten dem Guru gegenüber ist gewichtiger [als anderes], und das, o Bhārata, ist das des Schülers.“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach
jyeṣṭhavat tāta vartasva
wie ein Ältester, Lieber, verhalte dich (Adv./Vok./Imp.Med.)
jyeṣṭho hi satataṃ bhavān
denn der Älteste [bist] stets du (Nom.)
guror garīyasī vṛttir
das Verhalten gegenüber dem Guru ist gewichtiger (Gen./Nom.Fem.Komp.)
yā cec chiṣyasya bhārata
das [Verhalten] auch des Schülers [?], o Bhārata (Gen./Vok.)

Der zweite Halbvers (yā cec chiṣyasya) ist syntaktisch knapp und nur unsicher wiederzugeben.

na gurāv akṛtaprajñe śakyaṃ śiṣyeṇa vartitum; guror hi dīrghadarśitvaṃ yat tac chiṣyasya bhārata

Gegenüber einem Guru ohne geschulte Einsicht kann ein Schüler sich nicht [recht] verhalten; denn die Weitsicht des Gurus, die ist auch die des Schülers, o Bhārata.

Wort für Wort
na gurāv akṛtaprajñe
nicht bei einem Guru ohne geschulte Einsicht (Lok.)
śakyaṃ śiṣyeṇa vartitum
ist möglich für den Schüler, sich zu verhalten (Instr./Inf.)
guror hi dīrghadarśitvaṃ
denn die Weitsicht des Gurus (Gen./Nom.n.)
yat tac chiṣyasya bhārata
was diese [ist], [gilt] des Schülers, o Bhārata (Gen./Vok.)

andhaḥ syād andhavelāyāṃ jaḍaḥ syād api vā budhaḥ; parihāreṇa tad brūyād yas teṣāṃ syād vyatikramaḥ

Blind sei er zur Zeit der Blindheit, stumpf sei er oder auch [sonst] klug; nur mit Umgehung [der Kränkung] soll er es sagen, wenn einer von ihnen einen Fehltritt begeht.

Wort für Wort
andhaḥ syād andhavelāyāṃ
blind sei er zur Zeit des Blindseins (3.Sg.Opt./Lok.)
jaḍaḥ syād api vā budhaḥ
stumpf sei er oder auch klug (Nom.)
parihāreṇa tad brūyād
mit Schonung soll er dies sagen (Instr./3.Sg.Opt.)
yas teṣāṃ syād vyatikramaḥ
wenn von diesen ein Verstoß vorliegt (Gen.Pl./Nom./3.Sg.Opt.)

pratyakṣaṃ bhinnahṛdayā bhedayeyuḥ kṛtaṃ narāḥ; śriyābhitaptāḥ kaunteya bhedakāmās tathārayaḥ

Menschen mit gespaltenem Herzen würden vor aller Augen das Geschaffene zerstören, vom Glanz [fremden] Wohlstands erhitzt, Kaunteya, ebenso Feinde, die Zwietracht wollen.

Wort für Wort
pratyakṣaṃ bhinnahṛdayā
offen, mit gespaltenem Herzen (Adv./Nom.Pl.)
bhedayeyuḥ kṛtaṃ narāḥ
würden das Getane entzweien [?], die Männer (3.Pl.Kaus.Opt./Akk./Nom.Pl.)
śriyābhitaptāḥ kaunteya
von Glück/Glanz erhitzt, o Kaunteya (Instr./Nom.Pl./Vok.)
bhedakāmās tathārayaḥ
zur Spaltung Verlangende, ebenso Feinde (Nom.Pl.)

Der Halbvers pratyakṣaṃ … kṛtaṃ ist im Sinn unsicher; kṛtam wohl als das Gemeinschaftswerk der Familie.

śriyābhitaptās tadbhedān na bhinnāḥ syuḥ samāhitāḥ

Von Glück erhitzt, würden sie durch dessen Spaltungsversuche [dennoch] nicht gespalten sein, wenn sie gesammelt [einig] sind. [?]

Wort für Wort
śriyābhitaptās
von Glück erhitzt (Nom.Pl.)
tadbhedān
aus deren/dessen Spaltungen (Abl./Akk.Pl.) [?]
na bhinnāḥ syuḥ
nicht gespalten würden sie sein (Nom.Pl.Part./3.Pl.Opt.)
samāhitāḥ
gesammelt, einig (Nom.Pl.Part.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; Sinn unsicher.

jyeṣṭhaḥ kulaṃ vardhayati vināśayati vā punaḥ; hanti sarvam api jyeṣṭhaḥ kulaṃ yatrāvajāyate

Der Älteste lässt die Familie wachsen, oder er richtet sie wieder zugrunde; der Älteste vernichtet alles, wenn er in einer Familie als Unwürdiger geboren wird.

Wort für Wort
jyeṣṭhaḥ kulaṃ vardhayati
der Älteste lässt die Familie wachsen (Nom./Akk./3.Sg.Kaus.)
vināśayati vā punaḥ
oder richtet [sie] wieder zugrunde (3.Sg.Kaus.)
hanti sarvam api jyeṣṭhaḥ
zerstört auch alles, der Älteste (3.Sg.Präs.)
kulaṃ yatrāvajāyate
die Familie, wo er schlecht geboren wird (Akk./Adv./3.Sg.Med.)

atha yo vinikurvīta jyeṣṭho bhrātā yavīyasaḥ; ajyeṣṭhaḥ syād abhāgaś ca niyamyo rājabhiś ca saḥ

Wenn aber der älteste Bruder dem jüngeren Unrecht tut, so soll er nicht [mehr] als Ältester gelten, ohne Anteil sein und von den Königen gezügelt werden.

Wort für Wort
atha yo vinikurvīta
wenn aber einer Unrecht tut (3.Sg.Opt.Med.)
jyeṣṭho bhrātā yavīyasaḥ
der älteste Bruder dem jüngeren (Nom./Gen.Komp.)
ajyeṣṭhaḥ syād abhāgaś ca
nicht Ältester sei er und anteillos (3.Sg.Opt.)
niyamyo rājabhiś ca saḥ
und zu zügeln von den Königen, er (Gerundiv/Instr.Pl.)

nikṛtī hi naro lokān pāpān gacchaty asaṃśayam; vidulasyeva tat puṣpaṃ moghaṃ janayituḥ smṛtam

Denn ein Betrüger kommt zweifellos in üble Welten; wie die Blüte des Vidula-Rohrs gilt jene [Geburt] als vergeblich für den Erzeuger.

Wort für Wort
nikṛtī hi naro lokān
denn der Betrüger, der Mann, [kommt in] Welten (Nom./Akk.Pl.)
pāpān gacchaty asaṃśayam
üble, geht zweifellos (Akk.Pl./3.Sg./Adv.)
vidulasyeva tat puṣpaṃ
wie dessen Blüte beim Vidula-Rohr (Gen./Nom.n.)
moghaṃ janayituḥ smṛtam
vergeblich für den Erzeuger gilt sie (Nom.n./Gen./Part.)

Vidula: Rohrart, die nach dem Blühen abstirbt; Bezug des Vergleichs leicht unsicher.

sarvānarthaḥ kule yatra jāyate pāpapūruṣaḥ; akīrtiṃ janayaty eva kīrtim antardadhāti ca

In welcher Familie ein böser Mensch geboren wird, Ursache allen Unheils, der erzeugt nur Unehre und lässt den Ruhm verschwinden.

Wort für Wort
sarvānarthaḥ kule yatra
Ursache allen Unheils, in der Familie, wo (Nom./Lok.)
jāyate pāpapūruṣaḥ
geboren wird ein böser Mensch (3.Sg.Med./Nom.)
akīrtiṃ janayaty eva
Unehre erzeugt er nur (Akk./3.Sg.Kaus.)
kīrtim antardadhāti ca
und Ruhm lässt er verschwinden (Akk./3.Sg.)

sarve cāpi vikarmasthā bhāgaṃ nārhanti sodarāḥ

Und alle, die schlechten Taten nachgehen, verdienen keinen Anteil, [auch als] leibliche Brüder.

Wort für Wort
sarve cāpi vikarmasthā
und auch alle, die schlechten Taten obliegen (Nom.Pl.)
bhāgaṃ nārhanti
verdienen keinen Anteil (Akk./3.Pl.)
sodarāḥ
die Geschwister [vom selben Leib] (Nom.Pl.)

jyeṣṭho 'pi durvinītas tu kaniṣṭhas tu viśeṣataḥ

Auch ein Ältester, der ungezogen ist, und ein Jüngerer erst recht.

Wort für Wort
jyeṣṭho 'pi durvinītas tu
auch ein Ältester, der aber ungezogen ist (Nom.)
kaniṣṭhas tu viśeṣataḥ
ein Jüngerer aber besonders/erst recht (Nom./Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

nāpradāya kaniṣṭhebhyo jyeṣṭhaḥ kurvīta yautakam

Nicht ohne den Jüngeren [ihren Teil] gegeben zu haben, soll der Älteste über das Gemeinschaftsgut verfügen.

Wort für Wort
nāpradāya kaniṣṭhebhyo
nicht ohne gegeben zu haben den Jüngeren (Abs./Dat.Pl.)
jyeṣṭhaḥ kurvīta yautakam
der Älteste soll machen [verfügen über] das Gemeinschaftsgut [?] (Nom./3.Sg.Opt./Akk.)

yautaka: gemeinsames Gut bzw. Mitgift; Bedeutung unsicher [?].

anujaṃ hi pitur dāyo jaṅghāśramaphalo 'dhvagaḥ; svayam īhitalabdhaṃ tu nākāmo dātum arhati

Dem Jüngeren [gehört] das Erbe vom Vater, wie dem Wanderer der Lohn der Mühe seiner Schenkel; was aber jemand durch eigenes Streben erworben hat, braucht er gegen seinen Willen nicht zu geben.

Wort für Wort
anujaṃ hi pitur dāyo
denn dem Jüngeren [gehört] das Erbe des Vaters (Akk./Gen./Nom.)
jaṅghāśramaphalo 'dhvagaḥ
der Wanderer, dessen Lohn die Schenkelmühe ist (Nom.)
svayam īhitalabdhaṃ tu
was aber durch eigenes Streben erworben ist (Nom.n.Part.)
nākāmo dātum arhati
nicht gegen seinen Willen darf man geben (Nom./Inf./3.Sg.)

Sinn des ersten Halbverses und Bezug des zweiten unsicher [?].

bhrātṝṇām avibhaktānām utthānam api cet saha; na putrabhāgaṃ viṣamaṃ pitā dadyāt kathaṃ cana

Bei Brüdern, die ungeteilt sind, auch wenn das Unternehmen gemeinsam war, soll der Vater keinesfalls einen ungleichen Sohnesanteil geben.

Wort für Wort
bhrātṝṇām avibhaktānām
von ungeteilten Brüdern (Gen.Pl.)
utthānam api cet saha
auch wenn das Unternehmen gemeinsam [war] (Nom./Part./Adv.)
na putrabhāgaṃ viṣamaṃ
nicht einen ungleichen Sohnesanteil (Akk.)
pitā dadyāt kathaṃ cana
der Vater soll geben, auf keine Weise (Nom./3.Sg.Opt.)

na jyeṣṭhān avamanyeta duṣkṛtaḥ sukṛto 'pi vā

Man soll die Älteren nicht geringschätzen, ob sie Böses oder Gutes getan haben.

Wort für Wort
na jyeṣṭhān avamanyeta
nicht die Älteren soll man missachten (Akk.Pl./3.Sg.Opt.Med.)
duṣkṛtaḥ sukṛto 'pi vā
ob Übel- oder Wohltäter (Nom.)

gurūṇām aparādho hi śakyaḥ kṣantavya eva ca

Denn ein Vergehen der Gurus kann und muss verziehen werden.

Wort für Wort
gurūṇām aparādho hi
denn ein Vergehen der Gurus (Gen.Pl./Nom.)
śakyaḥ kṣantavya eva ca
ist möglich und zu verzeihen (Nom./Gerundiv)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

yadi strī yady avarajaḥ śreyaḥ paśyet tathācaret; dharmaṃ hi śreya ity āhur iti dharmavido viduḥ

Sei es eine Frau, sei es ein Jüngerer: wenn er das Bessere erkennt, so soll man handeln; denn das Bessere nennen sie Dharma, so wissen es die Kenner des Dharma.

Wort für Wort
yadi strī yady avarajaḥ
sei es eine Frau, sei es ein Jüngerer (Nom.)
śreyaḥ paśyet tathācaret
das Bessere er sähe, so handle man (Akk./3.Sg.Opt.)
dharmaṃ hi śreya ity āhur
denn den Dharma [als] das Bessere nennen sie (Akk./3.Pl.Perf.)
iti dharmavido viduḥ
so wissen die Dharma-Kenner (Nom.Pl./3.Pl.Perf.)

same tu jyeṣṭhatantrāḥ syuḥ kiṃ cid ūne 'pi nityaśaḥ

Bei Gleichstand sollen sie sich nach dem Ältesten richten, auch wenn dieser ein wenig geringer ist, stets.

Wort für Wort
same tu
bei Gleichem aber (Lok.)
jyeṣṭhatantrāḥ syuḥ
sollen vom Ältesten abhängig sein (Nom.Pl./3.Pl.Opt.)
kiṃ cid ūne 'pi nityaśaḥ
auch bei etwas Geringerem, stets (Lok./Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage.

daśācāryān upādhyāya upādhyāyān pitā daśa; daśa caiva pitṝn mātā sarvāṃ vā pṛthivīm api

Zehn Lehrer [wiegt] der Unterweiser auf, zehn Unterweiser der Vater, zehn Väter die Mutter, oder auch die ganze Erde.

Wort für Wort
daśācāryān upādhyāya
zehn Lehrer [übertrifft] der Unterweiser (Akk.Pl./Nom.)
upādhyāyān pitā daśa
zehn Unterweiser der Vater (Akk.Pl./Nom.)
daśa caiva pitṝn mātā
und zehn Väter die Mutter (Akk.Pl./Nom.)
sarvāṃ vā pṛthivīm api
oder auch die ganze Erde (Akk.)

Verb ergänzt (übertrifft/wiegt auf); Halbvers 2 elliptisch.

gauraveṇābhibhavati nāsti mātṛsamo guruḥ; mātā garīyasī yac ca tenaitāṃ manyate janaḥ

Durch [ihr] Gewicht übertrifft sie [alle]; es gibt keinen Guru, der der Mutter gleich wäre. Und weil die Mutter gewichtiger ist, deshalb achten die Menschen sie [so].

Wort für Wort
gauraveṇābhibhavati
durch Gewicht übertrifft sie (Instr./3.Sg.)
nāsti mātṛsamo guruḥ
es gibt keinen der Mutter gleichen Guru (3.Sg./Nom.)
mātā garīyasī yac ca
und dass die Mutter gewichtiger ist (Nom.Fem.Komp.)
tenaitāṃ manyate janaḥ
deshalb hält/achtet sie das Volk (Instr./Akk./3.Sg.Med.)

jyeṣṭho bhrātā pitṛsamo mṛte pitari bhārata; sa hy eṣāṃ vṛttidātā syāt sa caitān paripālayet

Der älteste Bruder gleicht dem Vater, wenn der Vater gestorben ist, o Bhārata; er soll diesen der Versorger sein und sie beschützen.

Wort für Wort
jyeṣṭho bhrātā pitṛsamo
der älteste Bruder ist dem Vater gleich (Nom.)
mṛte pitari bhārata
wenn der Vater tot ist, o Bhārata (Lok.abs./Vok.)
sa hy eṣāṃ vṛttidātā syāt
denn er soll für diese Unterhaltsgeber sein (Nom./Gen.Pl./3.Sg.Opt.)
sa caitān paripālayet
und er soll sie beschützen (3.Sg.Opt.Kaus.)

kaniṣṭhās taṃ namasyeran sarve chandānuvartinaḥ; tam eva copajīveran yathaiva pitaraṃ tathā

Die Jüngeren sollen ihn verehren, alle seinem Willen folgend; von ihm sollen sie leben, ebenso wie vom Vater.

Wort für Wort
kaniṣṭhās taṃ namasyeran
die Jüngeren sollen ihn verehren (Nom.Pl./Akk./3.Pl.Opt.)
sarve chandānuvartinaḥ
alle, dem Willen folgend (Nom.Pl.)
tam eva copajīveran
und von ihm sollen sie leben (Akk./3.Pl.Opt.)
yathaiva pitaraṃ tathā
gerade wie vom Vater, so (Akk./Adv.)

śarīram etau sṛjataḥ pitā mātā ca bhārata; ācāryaśāstā yā jātiḥ sā satyā sājarāmarā

Den Körper erzeugen diese beiden, Vater und Mutter, o Bhārata; die Geburt aber, die der Lehrer durch Unterweisung bewirkt, die ist wahr, alterslos und unsterblich.

Wort für Wort
śarīram etau sṛjataḥ
den Körper bringen diese beiden hervor (Akk./Nom.Du./3.Du.)
pitā mātā ca bhārata
Vater und Mutter, o Bhārata (Nom./Vok.)
ācāryaśāstā yā jātiḥ
die Geburt, die durch Lehrerunterweisung [geschieht] (Nom.f.)
sā satyā sājarāmarā
die ist wahr, alterslos und unsterblich (Nom.f.)

jyeṣṭhā mātṛsamā cāpi bhaginī bharatarṣabha; bhrātur bhāryā ca tadvat syād yasyā bālye stanaṃ pibet

Die ältere Schwester ist der Mutter gleich, o Stier der Bharatas, und ebenso die Frau des Bruders, an deren Brust man in der Kindheit trank.

Wort für Wort
jyeṣṭhā mātṛsamā cāpi
und auch die ältere [Schwester] ist der Mutter gleich (Nom.f.)
bhaginī bharatarṣabha
die Schwester, o Stier der Bharatas (Nom./Vok.)
bhrātur bhāryā ca tadvat syād
und die Frau des Bruders sei ebenso (Gen./Nom./3.Sg.Opt.)
yasyā bālye stanaṃ pibet
an deren [Brust] man in der Kindheit tränke (Gen./Lok./Akk./3.Sg.Opt.)

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