Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Anuśāsanaparva

Kapitel 135: viṣṇusahasranāmastotra Yudhiṣṭhiras Frage und Bhīṣmas Lehre: der tausendfache Name Viṣṇus

Eröffnung des Viṣṇusahasranāma: Yudhiṣṭhira fragt nach der einen höchsten Gottheit und dem besten Dharma; Bhīṣma antwortet mit dem Lobpreis Viṣṇus in tausend Namen, wobei das Kapitel die Namenreihe in Halbversen entfaltet (mit einem langen Zusatzeinschub zur Sāvitrī).

vaiśaṃpāyana uvāca; śrutvā dharmān aśeṣeṇa pāvanāni ca sarvaśaḥ; yudhiṣṭhiraḥ śāṃtanavaṃ punar evābhyabhāṣata

Vaiśaṃpāyana sprach: Nachdem Yudhiṣṭhira die Pflichtenlehren (dharma) vollständig und in jeder Hinsicht reinigend vernommen hatte, sprach er den Śāṃtanava [Bhīṣma] abermals an.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca
Vaiśaṃpāyana sprach (Nom.Sg.; 3.Sg.Perf.)
śrutvā dharmān aśeṣeṇa
nachdem er die Pflichten vollständig gehört hatte (Abs.; Akk.Pl.; Instr.Sg.)
pāvanāni ca sarvaśaḥ
und [zwar] reinigende, in jeder Hinsicht (Akk.Pl.n.; Adv.)
yudhiṣṭhiraḥ
Yudhiṣṭhira (Nom.Sg.)
śāṃtanavaṃ punar eva abhyabhāṣata
den Śāṃtanava abermals ansprach (Akk.Sg.; Adv.; 3.Sg.Impf.Med.)

kim ekaṃ daivataṃ loke kiṃ vāpy ekaṃ parāyaṇam; stuvantaḥ kaṃ kam arcantaḥ prāpnuyur mānavāḥ śubham

„Welche eine Gottheit gibt es in der Welt, und welches ist die eine Zuflucht? Wen preisend, wen verehrend könnten Menschen Heil erlangen?“

Wort für Wort
kim ekaṃ daivataṃ loke
welche eine Gottheit [gibt es] in der Welt (Nom.Sg.n.; Lok.Sg.)
kiṃ vā apy ekaṃ parāyaṇam
oder welches ist die eine höchste Zuflucht (Nom.Sg.n.)
stuvantaḥ kaṃ kam arcantaḥ
wen preisend, wen verehrend (Part.Präs.Nom.Pl.; Akk.Sg.)
prāpnuyur mānavāḥ śubham
könnten die Menschen Heil erlangen (3.Pl.Opt.; Nom.Pl.; Akk.Sg.)

ko dharmaḥ sarvadharmāṇāṃ bhavataḥ paramo mataḥ; kiṃ japan mucyate jantur janmasaṃsārabandhanāt

„Welches gilt dir als die höchste Pflicht unter allen Pflichten? Was murmelnd wird ein Wesen aus der Fessel von Geburt und Kreislauf [saṃsāra] befreit?“

Wort für Wort
ko dharmaḥ sarvadharmāṇām
welche Pflicht unter allen Pflichten (Nom.Sg.; Gen.Pl.)
bhavataḥ paramo mataḥ
gilt dir [Herr] als die höchste (Gen.Sg. ‚dir‘; Nom.Sg.; PPP)
kiṃ japan mucyate jantuḥ
was murmelnd wird das Wesen befreit (Part.Präs.; 3.Sg.Pass.; Nom.Sg.)
janmasaṃsārabandhanāt
aus der Fessel von Geburt und Kreislauf (Abl.Sg.; Kompositum)

bhīṣma uvāca; jagatprabhuṃ devadevam anantaṃ puruṣottamam; stuvan nāmasahasreṇa puruṣaḥ satatotthitaḥ

Bhīṣma sprach: „Den Herrn der Welt, den Gott der Götter, den Unendlichen, den Höchsten Puruṣa – [ihn] mit tausend Namen preisend, [möge] der Mensch, beständig aufrecht [und eifrig] …“

Wort für Wort
bhīṣma uvāca
Bhīṣma sprach (Nom.Sg.; 3.Sg.Perf.)
jagatprabhuṃ devadevam
den Herrn der Welt, den Gott der Götter (Akk.Sg.)
anantaṃ puruṣottamam
den Unendlichen, den Höchsten Puruṣa (Akk.Sg.)
stuvan nāmasahasreṇa
preisend mit tausend Namen (Part.Präs.Nom.Sg.; Instr.Sg.)
puruṣaḥ satatotthitaḥ
der Mensch, beständig aufgerichtet/eifrig (Nom.Sg.; PPP)

Der Satz läuft über die Verse 4-6 und endet in 6 mit „bhavet“.

tam eva cārcayan nityaṃ bhaktyā puruṣam avyayam; dhyāyan stuvan namasyaṃś ca yajamānas tam eva ca

… und eben ihn stets in Hingabe verehrend, den unvergänglichen Puruṣa, [über ihn] meditierend, [ihn] preisend, [sich vor ihm] verneigend und [ihm] opfernd, eben ihm …

Wort für Wort
tam eva ca arcayan nityam
und eben ihn verehrend, stets (Akk.Sg.; Part.Präs.; Adv.)
bhaktyā puruṣam avyayam
in Hingabe den Puruṣa, den Unvergänglichen (Instr.Sg.; Akk.Sg.)
dhyāyan stuvan namasyan ca
meditierend, preisend und sich verneigend (Part.Präs.Nom.Sg.)
yajamānaḥ tam eva ca
und opfernd eben ihm (Part.Präs.Med.; Akk.Sg.)

Fortsetzung des Satzes von Vers 4; das Prädikat folgt in Vers 6.

anādinidhanaṃ viṣṇuṃ sarvalokamaheśvaram; lokādhyakṣaṃ stuvan nityaṃ sarvaduḥkhātigo bhavet

[Wer] Viṣṇu, den ohne Anfang und Ende, den großen Herrn aller Welten, den Aufseher der Welt, beständig preist, möge über alles Leid hinausgelangen.

Wort für Wort
anādinidhanaṃ viṣṇum
den ohne Anfang und Ende, Viṣṇu (Akk.Sg.)
sarvalokamaheśvaram
den großen Herrn aller Welten (Akk.Sg.; Kompositum)
lokādhyakṣaṃ stuvan nityam
den Aufseher der Welt preisend, stets (Akk.Sg.; Part.Präs.; Adv.)
sarvaduḥkhātigo bhavet
möge er über alles Leid hinausgehen (Nom.Sg.; 3.Sg.Opt.)

brahmaṇyaṃ sarvadharmajñaṃ lokānāṃ kīrtivardhanam; lokanāthaṃ mahad bhūtaṃ sarvabhūtabhavodbhavam

[Ihn,] den den Brahmanen Zugewandten, den alle Pflichten Kennenden, den Mehrer des Ruhms der Welten, den Herrn der Welten, das große Wesen, den Ursprung und Hervorgang alles Seienden.

Wort für Wort
brahmaṇyaṃ sarvadharmajñam
den den Brahmanen Zugewandten, den alle Pflichten Kennenden (Akk.Sg.)
lokānāṃ kīrtivardhanam
den Mehrer des Ruhms der Welten (Gen.Pl.; Akk.Sg.)
lokanātham
den Herrn der Welten (Akk.Sg.)
mahad bhūtam
das große Wesen (Akk.Sg.n.)
sarvabhūtabhavodbhavam
den Ursprung und Hervorgang alles Seienden (Akk.Sg.; Kompositum)

Fortsetzung der Reihe der Akkusative von Vers 4-6.

eṣa me sarvadharmāṇāṃ dharmo 'dhikatamo mataḥ; yad bhaktyā puṇḍarīkākṣaṃ stavair arcen naraḥ sadā

Dies gilt mir als die bei Weitem höchste Pflicht unter allen Pflichten: dass ein Mensch den Lotosäugigen in Hingabe stets mit Lobpreisungen verehre.

Wort für Wort
eṣa me sarvadharmāṇām
dies gilt mir unter allen Pflichten (Nom.Sg.; Gen.Sg. ‚mir‘; Gen.Pl.)
dharmo 'dhikatamo mataḥ
als die am meisten überragende Pflicht (Nom.Sg.; PPP)
yad bhaktyā puṇḍarīkākṣam
dass man in Hingabe den Lotosäugigen (Konj.; Instr.Sg.; Akk.Sg.)
stavair arcen naraḥ sadā
mit Lobpreisungen verehre der Mensch stets (Instr.Pl.; 3.Sg.Opt.; Nom.Sg.; Adv.)

paramaṃ yo mahat tejaḥ paramaṃ yo mahat tapaḥ; paramaṃ yo mahad brahma paramaṃ yaḥ parāyaṇam

[Er,] der das höchste große Licht [tejas] ist, der die höchste große Askese, der das höchste große Brahman, der die höchste Zuflucht.

Wort für Wort
paramaṃ yo mahat tejaḥ
der das höchste große Licht/Glut [ist] (Nom.Sg.n.)
paramaṃ yo mahat tapaḥ
der die höchste große Askese [ist] (Nom.Sg.n.)
paramaṃ yo mahad brahma
der das höchste große Brahman [ist] (Nom.Sg.n.)
paramaṃ yaḥ parāyaṇam
der die höchste Zuflucht [ist] (Nom.Sg.n.)

pavitrāṇāṃ pavitraṃ yo maṅgalānāṃ ca maṅgalam; daivataṃ devatānāṃ ca bhūtānāṃ yo 'vyayaḥ pitā

[Er,] der das Reinste der Reinen ist und das Heilvollste des Heilvollen, die Gottheit der Gottheiten und der unvergängliche Vater der Wesen.

Wort für Wort
pavitrāṇāṃ pavitraṃ yaḥ
der das Reinigende der Reinigenden [ist] (Gen.Pl.; Nom.Sg.n.)
maṅgalānāṃ ca maṅgalam
und das Heil der Heilbringer (Gen.Pl.; Nom.Sg.n.)
daivataṃ devatānāṃ ca
und die Gottheit der Gottheiten (Nom.Sg.n.; Gen.Pl.)
bhūtānāṃ yo 'vyayaḥ pitā
der der unvergängliche Vater der Wesen [ist] (Gen.Pl.; Nom.Sg.)

yataḥ sarvāṇi bhūtāni bhavanty ādiyugāgame; yasmiṃś ca pralayaṃ yānti punar eva yugakṣaye

[Er,] aus dem alle Wesen beim Anbruch des ersten Zeitalters entstehen und in den sie beim Ende des Zeitalters wiederum in die Auflösung eingehen.

Wort für Wort
yataḥ sarvāṇi bhūtāni
aus dem alle Wesen (Abl.-Adv.; Nom.Pl.n.)
bhavanty ādiyugāgame
entstehen [wörtl. werden] beim Anbruch des Uranfangs-Zeitalters (3.Pl.Präs.; Lok.Sg.)
yasmiṃś ca pralayaṃ yānti
und in dem sie in die Auflösung eingehen (Lok.Sg.; Akk.Sg.; 3.Pl.Präs.)
punar eva yugakṣaye
wiederum beim Ende des Zeitalters (Adv.; Lok.Sg.)

tasya lokapradhānasya jagannāthasya bhūpate; viṣṇor nāmasahasraṃ me śṛṇu pāpabhayāpaham

Dieses Ersten der Welten, des Herrn der Welt, [dieses] Viṣṇu tausend Namen höre von mir, o Erdherr – [sie,] die Sünde und Furcht vertreiben.

Wort für Wort
tasya lokapradhānasya
dessen, des Ersten der Welten (Gen.Sg.)
jagannāthasya bhūpate
des Herrn der Welt, o Erdherr (Gen.Sg.; Vok.Sg.)
viṣṇor nāmasahasraṃ me
Viṣṇus tausend Namen von mir (Gen.Sg.; Akk.Sg.n.; Abl./Gen. ‚mir‘)
śṛṇu pāpabhayāpaham
höre [sie], sünde- und furchtvertreibend (Imp.2.Sg.; Akk.Sg.n.)

yāni nāmāni gauṇāni vikhyātāni mahātmanaḥ; ṛṣibhiḥ parigītāni tāni vakṣyāmi bhūtaye

Die Namen, die auf [Wesens-]Eigenschaften beruhen und die des Hochgemuten berühmt sind, von den Sehern besungen – die will ich zum Gedeihen verkünden.

Wort für Wort
yāni nāmāni gauṇāni
welche Namen auf Eigenschaften beruhen (Nom.Pl.n.)
vikhyātāni mahātmanaḥ
berühmt sind des Hochgemuten (PPP Nom.Pl.n.; Gen.Sg.)
ṛṣibhiḥ parigītāni
von den Sehern besungen (Instr.Pl.; PPP Nom.Pl.n.)
tāni vakṣyāmi bhūtaye
die will ich verkünden zum Gedeihen (Akk.Pl.n.; 1.Sg.Fut.; Dat.Sg.)

viṣṇor nāmasahasrasya vedavyāso mahān ṛṣiḥ; chando 'nuṣṭup tathā devo bhagavān viśvarūpadhṛk

Dieses tausendfachen Namens des Viṣṇu ist Vedavyāsa der große Seher [ṛṣi], das Metrum [chandas] ist Anuṣṭubh, und die Gottheit ist der Herr [Bhagavān], der die Allgestalt trägt.

Wort für Wort
viṣṇor nāmasahasrasya
des tausendfachen Namens des Viṣṇu (Gen.Sg.)
vedavyāso mahān ṛṣiḥ
Vedavyāsa [ist] der große Seher (Nom.Sg.)
chando 'nuṣṭup tathā
das Metrum [ist] Anuṣṭubh, ebenso (Nom.Sg.)
devo bhagavān viśvarūpadhṛk
die Gottheit [ist] der Herr, der die Allgestalt trägt (Nom.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzverse (*): Weiheformel (ṛṣi-chandas-devatā) vor dem Nāmasahasra. Sie stehen nur in einem Teil der Handschriften.

ṛṣir nāmnāṃ sahasrasya vedavyāso mahāmuniḥ; chando 'nuṣṭup tathā devo bhagavān devakīsutaḥ; amṛtāṃśūdbhavo bījaṃ śaktir devakīnandanaḥ; trisāmā hṛdayaṃ tasya śāntyarthe viniyujyate

Der Seher der tausend Namen ist Vedavyāsa, der große Weise; das Metrum ist Anuṣṭubh, und die Gottheit der Herr, Devakīs Sohn; der Same [bīja] ist der aus dem Nektar-Strahlenden [Mond] Entsprossene [?], die Kraft [śakti] der Devakī-Erfreuer; das Trisāman ist sein Herz; zur Besänftigung wird er angewandt.

Wort für Wort
ṛṣir nāmnāṃ sahasrasya
Seher der tausend Namen (Nom.Sg.; Gen.Pl.; Gen.Sg.)
vedavyāso mahāmuniḥ
ist Vedavyāsa, der große Weise (Nom.Sg.)
chando 'nuṣṭup tathā devo
Metrum Anuṣṭubh, ebenso die Gottheit (Nom.Sg.)
bhagavān devakīsutaḥ
der Herr, Devakīs Sohn (Nom.Sg.)
amṛtāṃśūdbhavo bījam
der Nektar-Strahlen-Entsprossene [?] ist der Same (Nom.Sg.; Nom.Sg.n.)
śaktir devakīnandanaḥ
die Kraft ist der Devakī-Erfreuer (Nom.Sg.f.; Nom.Sg.)
trisāmā hṛdayaṃ tasya
das Trisāman [ist] sein Herz (Nom.Sg.; Nom.Sg.n.; Gen.Sg.)
śāntyarthe viniyujyate
zum Zweck der Besänftigung wird er angewandt (Lok.Sg.; 3.Sg.Pass.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzvers (*), zweite Fassung der Weiheformel. „amṛtāṃśūdbhava“ (Same) ist unsicher gedeutet (Bezug auf Mond/Amṛtāṃśu). „trisāmā“ = dreifaches Sāman.

viṣṇuṃ jiṣṇuṃ mahāviṣṇuṃ prabhaviṣṇuṃ maheśvaram; anekarūpadaityāntaṃ namāmi puruṣottamam

Viṣṇu, den Siegreichen, den Großen Viṣṇu, den Erstarkenden, den Großherrn, den in vielen Gestalten die Daityas Beendenden – [vor ihm] verneige ich mich, dem Höchsten Puruṣa.

Wort für Wort
viṣṇuṃ jiṣṇuṃ mahāviṣṇum
Viṣṇu, den Siegreichen, den Großen Viṣṇu (Akk.Sg.)
prabhaviṣṇuṃ maheśvaram
den Erstarkenden, den Großherrn (Akk.Sg.)
anekarūpadaityāntam
den in vielen Gestalten die Daityas Beendenden (Akk.Sg.; Kompositum)
namāmi puruṣottamam
ich verneige mich vor dem Höchsten Puruṣa (1.Sg.Präs.; Akk.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

viśvaṃ viṣṇur vaṣaṭkāro bhūtabhavyabhavatprabhuḥ; bhūtakṛd bhūtabhṛd bhāvo bhūtātmā bhūtabhāvanaḥ

Das All, Viṣṇu [der Durchdringende], der Vaṣaṭ-Ruf, der Herr des Gewesenen, Künftigen und Gegenwärtigen; der Schöpfer der Wesen, der Erhalter der Wesen, das Sein, das Selbst der Wesen, der Hervorbringer der Wesen.

Wort für Wort
viśvaṃ viṣṇur vaṣaṭkāraḥ
das All, Viṣṇu, der Vaṣaṭ-Ruf (Nom.Sg.)
bhūtabhavyabhavatprabhuḥ
Herr des Gewesenen, Künftigen und Gegenwärtigen (Nom.Sg.)
bhūtakṛd bhūtabhṛd
Schöpfer der Wesen, Erhalter der Wesen (Nom.Sg.)
bhāvo bhūtātmā
das Sein, das Selbst der Wesen (Nom.Sg.)
bhūtabhāvanaḥ
Hervorbringer der Wesen (Nom.Sg.)

Beginn der Namenreihe (Nominative). Die Deutungen der einzelnen Namen folgen dem Wortsinn.

pūtātmā paramātmā ca muktānāṃ paramā gatiḥ; avyayaḥ puruṣaḥ sākṣī kṣetrajño 'kṣara eva ca

Der im Selbst Geläuterte, das Höchste Selbst und das höchste Ziel der Erlösten; der Unvergängliche, der Puruṣa, der Zeuge, der Kenner des Feldes und eben der Unzerstörbare.

Wort für Wort
pūtātmā paramātmā ca
der im Selbst Geläuterte und das Höchste Selbst (Nom.Sg.)
muktānāṃ paramā gatiḥ
das höchste Ziel der Erlösten (Gen.Pl.; Nom.Sg.f.)
avyayaḥ puruṣaḥ sākṣī
der Unvergängliche, Puruṣa, der Zeuge (Nom.Sg.)
kṣetrajño 'kṣara eva ca
der Kenner des Feldes und eben der Unzerstörbare (Nom.Sg.)

yogo yogavidāṃ netā pradhānapuruṣeśvaraḥ; nārasiṃhavapuḥ śrīmān keśavaḥ puruṣottamaḥ

Der Yoga, der Anführer der Yoga-Kundigen, der Herr über Pradhāna [Urnatur] und Puruṣa; der die Gestalt des Menschenlöwen hat, der Glanzvolle, Keśava, der Höchste Puruṣa.

Wort für Wort
yogo yogavidāṃ netā
Yoga, Anführer der Yoga-Kundigen (Nom.Sg.; Gen.Pl.)
pradhānapuruṣeśvaraḥ
Herr über Pradhāna und Puruṣa (Nom.Sg.)
nārasiṃhavapuḥ
der die Gestalt des Menschenlöwen hat (Nom.Sg.)
śrīmān keśavaḥ puruṣottamaḥ
der Glanzvolle, Keśava, der Höchste Puruṣa (Nom.Sg.)

sarvaḥ śarvaḥ śivaḥ sthāṇur bhūtādir nidhir avyayaḥ; saṃbhavo bhāvano bhartā prabhavaḥ prabhur īśvaraḥ

Das Alles, Śarva [der Zerstörer], der Heilvolle, der Feststehende, der Ursprung der Wesen, der unvergängliche Schatz; der Ursprung, der Hervorbringer, der Erhalter, der Ursprung, der Herr, der Gebieter.

Wort für Wort
sarvaḥ śarvaḥ śivaḥ sthāṇuḥ
das Alles, Śarva, der Heilvolle, der Feststehende (Nom.Sg.)
bhūtādir nidhir avyayaḥ
der Ursprung der Wesen, der unvergängliche Schatz (Nom.Sg.)
saṃbhavo bhāvano bhartā
der Ursprung, der Hervorbringer, der Erhalter (Nom.Sg.)
prabhavaḥ prabhur īśvaraḥ
der Ursprung, der Herr, der Gebieter (Nom.Sg.)

svayaṃbhūḥ śaṃbhur ādityaḥ puṣkarākṣo mahāsvanaḥ; anādinidhano dhātā vidhātā dhātur uttamaḥ

Der Selbstentstandene, der Heilbringer [Śaṃbhu], der Āditya, der Lotosäugige, der Großtönende; der ohne Anfang und Ende, der Stifter, der Ordner, der Höchste über den Stiftern.

Wort für Wort
svayaṃbhūḥ śaṃbhur ādityaḥ
der Selbstentstandene, der Heilbringer, der Āditya (Nom.Sg.)
puṣkarākṣo mahāsvanaḥ
der Lotosäugige, der Großtönende (Nom.Sg.)
anādinidhano dhātā
der ohne Anfang und Ende, der Stifter (Nom.Sg.)
vidhātā dhātur uttamaḥ
der Ordner, der Höchste über dem Stifter (Nom.Sg.; Abl./Gen.Sg.)

aprameyo hṛṣīkeśaḥ padmanābho 'maraprabhuḥ; viśvakarmā manus tvaṣṭā sthaviṣṭhaḥ sthaviro dhruvaḥ

Der Unermessliche, der Herr der Sinne [Hṛṣīkeśa], der Lotosnabel-Träger, der Herr der Unsterblichen; der Allschöpfer, Manu, der Gestalter, der Massigste, der Uralte, der Feste.

Wort für Wort
aprameyo hṛṣīkeśaḥ
der Unermessliche, der Herr der Sinne (Nom.Sg.)
padmanābho 'maraprabhuḥ
der Lotosnabel-Träger, der Herr der Unsterblichen (Nom.Sg.)
viśvakarmā manus tvaṣṭā
der Allschöpfer, Manu, der Gestalter (Nom.Sg.)
sthaviṣṭhaḥ sthaviro dhruvaḥ
der Massigste, der Uralte, der Feste (Nom.Sg.)

„manuḥ“ hier als Name/Eigenschaft (Denker) aufgefasst.

agrāhyaḥ śāśvataḥ kṛṣṇo lohitākṣaḥ pratardanaḥ; prabhūtas trikakubdhāma pavitraṃ maṅgalaṃ param

Der Unfassbare, der Ewige, Kṛṣṇa, der Rotäugige, der Zerschmetterer; der Überströmende, die Wohnstatt der drei Höhen [?], das Reinigende, das höchste Heil.

Wort für Wort
agrāhyaḥ śāśvataḥ kṛṣṇaḥ
der Unfassbare, der Ewige, Kṛṣṇa (Nom.Sg.)
lohitākṣaḥ pratardanaḥ
der Rotäugige, der Zerschmetterer (Nom.Sg.)
prabhūtas trikakubdhāma
der Überströmende, die Wohnstatt der drei Höhen [?] (Nom.Sg.)
pavitraṃ maṅgalaṃ param
das Reinigende, das höchste Heil (Nom.Sg.n.)

„trikakubdhāma“ (trikakud-dhāma) unsicher: ‚Wohnsitz der drei Höhen/Weltgegenden‘.

īśānaḥ prāṇadaḥ prāṇo jyeṣṭhaḥ śreṣṭhaḥ prajāpatiḥ; hiraṇyagarbho bhūgarbho mādhavo madhusūdanaḥ

Der Lenker, der Lebenshauch-Geber, der Lebenshauch, der Älteste, der Beste, der Herr der Geschöpfe; der Goldkeim, der Erdschoß, Mādhava, der Madhu-Vernichter.

Wort für Wort
īśānaḥ prāṇadaḥ prāṇaḥ
der Lenker, der Lebenshauch-Geber, der Lebenshauch (Nom.Sg.)
jyeṣṭhaḥ śreṣṭhaḥ prajāpatiḥ
der Älteste, der Beste, der Herr der Geschöpfe (Nom.Sg.)
hiraṇyagarbho bhūgarbhaḥ
der Goldkeim, der Erdschoß (Nom.Sg.)
mādhavo madhusūdanaḥ
Mādhava, der Madhu-Vernichter (Nom.Sg.)

īśvaro vikramī dhanvī medhāvī vikramaḥ kramaḥ; anuttamo durādharṣaḥ kṛtajñaḥ kṛtir ātmavān

Der Gebieter, der Schreitende, der Bogenträger, der Kluge, der Schritt, die Ordnung [des Schreitens]; der Unübertroffene, der Unbezwingbare, der Dankbare [oder: der das Getane Kennende], das Tun, der Selbstbesitzende.

Wort für Wort
īśvaro vikramī dhanvī
der Gebieter, der Schreitende, der Bogenträger (Nom.Sg.)
medhāvī vikramaḥ kramaḥ
der Kluge, der Schritt, die Ordnung (Nom.Sg.)
anuttamo durādharṣaḥ
der Unübertroffene, der Unbezwingbare (Nom.Sg.)
kṛtajñaḥ kṛtir ātmavān
der Dankbare, das Tun, der Selbstbesitzende (Nom.Sg.)

„kṛtajñaḥ“ kann ‚dankbar‘ oder ‚das Getane wissend‘ bedeuten; „kramaḥ“ hier als ‚Schrittfolge/Ordnung‘.

sureśaḥ śaraṇaṃ śarma viśvaretāḥ prajābhavaḥ; ahaḥ saṃvatsaro vyālaḥ pratyayaḥ sarvadarśanaḥ

Der Herr der Götter, die Zuflucht, die Geborgenheit, der Same des Alls, der Ursprung der Geschöpfe; der Tag, das Jahr, der Raubtierhafte [?], das Vertrauen, der Allsehende.

Wort für Wort
sureśaḥ śaraṇaṃ śarma
der Herr der Götter, die Zuflucht, die Geborgenheit (Nom.Sg.)
viśvaretāḥ prajābhavaḥ
der Same des Alls, der Ursprung der Geschöpfe (Nom.Sg.)
ahaḥ saṃvatsaro vyālaḥ
der Tag, das Jahr, der Raubtierhafte [?] (Nom.Sg.)
pratyayaḥ sarvadarśanaḥ
das Vertrauen, der Allsehende (Nom.Sg.)

„vyālaḥ“ (Schlange/Raubtier) im Namenzusammenhang unsicher.

ajaḥ sarveśvaraḥ siddhaḥ siddhiḥ sarvādir acyutaḥ; vṛṣākapir ameyātmā sarvayogaviniḥsṛtaḥ

Der Ungeborene, der Herr von allem, der Vollendete, die Vollendung, der Anfang von allem, der Unerschütterliche; Vṛṣākapi, der unermessliche Selbst, der aus jeder Verbindung [Yoga] Hervorgegangene [?].

Wort für Wort
ajaḥ sarveśvaraḥ siddhaḥ
der Ungeborene, der Herr von allem, der Vollendete (Nom.Sg.)
siddhiḥ sarvādir acyutaḥ
die Vollendung, der Anfang von allem, der Unerschütterliche (Nom.Sg.)
vṛṣākapir ameyātmā
Vṛṣākapi, der unermessliche Selbst (Nom.Sg.)
sarvayogaviniḥsṛtaḥ
aus jeder Verbindung/allem Yoga Hervorgegangene [?] (Nom.Sg.; PPP)

„sarvayogaviniḥsṛtaḥ“ unsicher: ‚aus allen Verbindungen/Yogas herausgetreten‘.

vasur vasumanāḥ satyaḥ samātmā saṃmitaḥ samaḥ; amoghaḥ puṇḍarīkākṣo vṛṣakarmā vṛṣākṛtiḥ

Der Reiche [Vasu], der reichen Sinnes, der Wahre, der im Selbst Gleichmütige, der Ermessene, der Gleiche; der nie Vergebliche, der Lotosäugige, der dessen Tun der Dharma ist, der dessen Gestalt der Dharma ist.

Wort für Wort
vasur vasumanāḥ satyaḥ
der Reiche, der reichen Sinnes, der Wahre (Nom.Sg.)
samātmā saṃmitaḥ samaḥ
der im Selbst Gleiche, der Ermessene, der Gleiche (Nom.Sg.)
amoghaḥ puṇḍarīkākṣaḥ
der nie Vergebliche, der Lotosäugige (Nom.Sg.)
vṛṣakarmā vṛṣākṛtiḥ
dessen Tun Dharma ist, dessen Gestalt Dharma ist (Nom.Sg.)

„vṛṣa“ hier als Dharma gedeutet.

rudro bahuśirā babhrur viśvayoniḥ śuciśravāḥ; amṛtaḥ śāśvataḥ sthāṇur varāroho mahātapāḥ

Rudra, der Vielköpfige, der Braune [?], der Schoß des Alls, der reinen Ruhms; der Unsterbliche, der Ewige, der Feststehende, der herrlich Aufsteigende, der von großer Askese.

Wort für Wort
rudro bahuśirā babhruḥ
Rudra, der Vielköpfige, der Braune [?] (Nom.Sg.)
viśvayoniḥ śuciśravāḥ
der Schoß des Alls, der reinen Ruhms (Nom.Sg.)
amṛtaḥ śāśvataḥ sthāṇuḥ
der Unsterbliche, der Ewige, der Feststehende (Nom.Sg.)
varāroho mahātapāḥ
der herrlich Aufsteigende, der von großer Askese (Nom.Sg.)

„babhruḥ“ unsicher (‚der Braune/Herr‘).

yudhiṣṭhiraḥ; pitāmaha mahāprājña sarvaśāstraviśārada; kiṃ japyaṃ japato nityaṃ bhaved dharmaphalaṃ mahat; prasthāne vā praveśe vā pravṛtte vāpi karmaṇi; daive vā śrāddhakāle vā kiṃ japyaṃ karmasādhanam; śāntikaṃ pauṣṭikaṃ rakṣā śatrughnaṃ bhayanāśanam; bhīṣmaḥ; japyaṃ yad brahmasamitaṃ tad bhavān vaktum arhati; vyāsaproktam imaṃ mantraṃ śṛṇuṣvaikamanā nṛpa; sāvitryā vihitaṃ divyaṃ sadyaḥ pāpavimocanam; śṛṇu mantravidhiṃ kṛtsnaṃ procyamānaṃ mayānagha; yaṃ śrutvā pāṇḍavaśreṣṭha sarvapāpaiḥ pramucyate; rātrāv ahani dharmajña yena pāpair na lipyate; tat te 'haṃ saṃpravakṣyāmi śṛṇuṣvaikamanā nṛpa; āyuṣmān bhavate caiva yaṃ śrutvā pārthivātmaja; puruṣas tu susiddhārthaḥ pretya ceha ca modate; sevitaṃ satataṃ rājan purā rājarṣisattamaiḥ; kṣatradharmaparair nityaṃ satyavrataparāyaṇaiḥ; idam āhnikam avyagraṃ kurvadbhir niyataiḥ sadā; nṛpair bharataśārdūla prāpyate śrīr anuttamā; namo vasiṣṭhāya mahāvratāya; parāśaraṃ vedanidhiṃ praṇamya; namo 'stv anantāya mahoragāya; namo 'stu siddhebhya ihākṣayebhyaḥ; namo 'stv ṛṣibhyaḥ paramaṃ pareṣāṃ; deveṣu devaṃ varadaṃ varāṇām; sahasraśīrṣāya namaḥ śivāya; sahasranāmāya janārdanāya; ajaikapād ahirbudhnyaḥ pinākī cāparājitaḥ; ṛtaś ca pitṛrūpaś ca tryambakaś ca maheśvaraḥ; vṛṣākapiś ca śaṃbhuś ca havano 'theśvaras tathā; ekādaśaite prathitā rudrās tribhuvaneśvarāḥ; śatam etat samākhyātaṃ śatarudre mahātmanām; aṃśo bhagaś ca mitraś ca varuṇaś ca jaleśvaraḥ; tathā dhātāryamā caiva jayanto bhāskaras tathā; tvaṣṭā pūṣā tathaivendro dvādaśo viṣṇur ucyate; ity ete dvādaśādityāḥ kāśyapeyā iti śrutiḥ; dharo dhruvaś ca somaś ca sāvitro 'thānilo 'nalaḥ; pratyūṣaś ca prabhāsaś ca vasavo 'ṣṭau prakīrtitāḥ; nāsatyaś cāpi dasraś ca smṛtau dvāv aśvināv api; mārtaṇḍasyātmajāv etau saṃjñānāsāvinirgatau; ataḥ paraṃ pravakṣyāmi lokānāṃ karmasākṣiṇaḥ; api yajñasya vettāro dattasya sukṛtasya ca; adṛśyāḥ sarvabhūteṣu paśyanti tridaśeśvarāḥ; śubhāśubhāni karmāṇi mṛtyuḥ kālaś ca sarvaśaḥ; viśvedevāḥ pitṛgaṇā mūrtimantas tapodhanāḥ; munayaś caiva siddhāś ca tapomokṣaparāyaṇāḥ; śucismitāḥ kīrtayatāṃ prayacchanti śubhaṃ nṛṇām; prajāpatikṛtān etāṃl lokān divyena tejasā; vasanti sarvalokeṣu prayatāḥ sarvakarmasu; prāṇānām īśvarān etān kīrtayan prayato naraḥ; dharmārthakāmair vipulair yujyate sa hi nityaśaḥ; lokāṃś ca labhate puṇyān viśveśvarakṛtāñ śubhān; ete devās trayastriṃśat sarvabhūtagaṇeśvarāḥ; nandīśvaro mahākāyo grāmaṇīr vṛṣabhadhvajaḥ; īśvarāḥ sarvalokānāṃ gaṇeśvaravināyakāḥ; saumyā raudragaṇāś caiva yogabhūtagaṇās tathā; jyotīṃṣi sarito vyoma suparṇaḥ patageśvaraḥ; pṛthivyāṃ tapasā siddhāḥ sthāvarāś ca carāś ca ha; himavān girayaś caiva catvāraś ca mahārṇavāḥ; bhavasyānucarāḥ sarve haratulyaparākramāḥ; viṣṇur devo 'tha jiṣṇuś ca skandaś cāmbikayā saha; kīrtayan prayataḥ sarvān sarvapāpaiḥ pramucyate; ata ūrdhvaṃ pravakṣyāmi mānavān ṛṣisattamān; yavakrītaś ca raibhyaś ca arvāvasuparāvasū; auśijaś caiva kakṣīvān balaś cāṅgirasaḥ sutaḥ; ṛṣir medhātitheḥ putraḥ kaṇvo barhiṣadas tathā; brahmatejomayāḥ sarve kīrtitā lokabhāvanāḥ; labhante hi śubhaṃ sarve rudrānalavasuprabhāḥ; bhuvi kṛtvā śubhaṃ karma modante divi daivataiḥ; mahendraguravaḥ sapta prācīṃ vai diśam āśritāḥ; prayataḥ kīrtayann etāñ śakraloke mahīyate; unmucuḥ pramucuś caiva svastyātreyaś ca vīryavān; dṛḍhavyaś cordhvabāhuś ca tṛṇasomāṅgirās tathā; mitrāvaruṇayoḥ putras tathāgastyaḥ pratāpavān; dharmarājartvijaḥ sapta dakṣiṇāṃ diśam āśritāḥ; dṛḍheyuś ca ṛteyuś ca parivyādhaś ca kīrtimān; ekataś ca dvitaś caiva tritaś cādityasaṃnibhāḥ; atreḥ putraś ca dharmātmā ṛṣiḥ sārasvatas tathā; varuṇasyartvijaḥ sapta paścimāṃ diśam āśritāḥ; atrir vasiṣṭho bhagavān kaśyapaś ca mahān ṛṣiḥ; gautamaś ca bharadvājo viśvāmitro 'tha kauśikaḥ; ṛcīkatanayaś cogro jamadagniḥ pratāpavān; dhaneśvarasya guravaḥ saptaite uttarāṃ śritāḥ; apare munayaḥ sapta dikṣu sarvāsu dhiṣṭhitāḥ; kīrtisvastikarā nṝṇāṃ kīrtitā lokabhāvanāḥ; dharmaḥ kāmaś ca kālaś ca vasur vāsukir eva ca; anantaḥ kapilaś caiva saptaite dharaṇīdharāḥ; rāmo vyāsas tathā drauṇir aśvatthāmā ca lomaśaḥ; ity ete munayo divyā ekaikaḥ saptasaptadhā; śāntisvastikarā loke diśāṃ pālāḥ prakīrtitāḥ; yasyāṃ yasyāṃ diśi hy ete tanmukhaḥ śaraṇaṃ vrajet; sraṣṭāraḥ sarvabhūtānāṃ kīrtitā lokapāvanāḥ; saṃvarto merusāvarṇo mārkaṇḍeyaś ca dhārmikaḥ; sāṃkhyayogau nāradaś ca durvāsāś ca mahān ṛṣiḥ; atyantatapaso dāntās triṣu lokeṣu viśrutāḥ; apare rudrasaṃkāśāḥ kīrtitā brahmalaukikāḥ; aputro labhate putraṃ daridro labhate dhanam; tathā dharmārthakāmeṣu siddhiṃ ca labhate naraḥ; pṛthuṃ vainyaṃ nṛpavaraṃ pṛthvī yasyābhavat sutā; prajāpatiṃ sārvabhaumaṃ kīrtayed vasudhādhipam; ādityavaṃśaprabhavaṃ mahendrasamavikramam; purūravasamailaṃ ca triṣu lokeṣu viśrutam; budhasya dayitaṃ putraṃ kīrtayed vasudhādhipam; trilokaviśrutaṃ vīraṃ bharataṃ ca prakīrtayet; gavāmayena yajñena yeneṣṭaṃ vai kṛte yuge; rantidevaṃ mahādevaṃ kīrtayet paramadyutim; viśvajit tapasopetaṃ lakṣaṇyaṃ kāmalakṣaṇam; tathā śvetaṃ ca rājarṣiṃ kīrtayet paramadyutim; sthāṇuḥ prasādito yena yasyārthe hy andhako hataḥ; mahādevaprasādena yena gaṅgāvatāritā; bhagīrathaṃ durādharṣaṃ kīrtayet paramadyutim; sagarasyātmajā yena plāvitās tāritās tathā; hutāśanasamān etān mahārūpān mahaujasaḥ; ugrakopān mahāsattvān kīrtayet kīrtivardhanān; devān ṛṣigaṇāṃś caiva nṛpāṃś ca jagatīśvarān; sāṃkhyaṃ yogaṃ ca paramaṃ havyaṃ kavyaṃ tathaiva ca; kīrtitaṃ paramaṃ brahma sarvaśrutiparāyaṇam; maṅgalyaṃ sarvabhūtānāṃ pavitraṃ bahukīrtitam; vyādhipraśamanaṃ śreṣṭhaṃ pauṣṭikaṃ sarvakarmaṇām; prayataḥ kīrtayec caitān kalyaṃ sāyaṃ ca bhārata; ete vai yānti varṣanti bhānti vānti sṛjanti ca; ete vināyakāḥ śreṣṭhā dakṣāḥ kṣāntā jitendriyāḥ; narāṇām aśubhaṃ sarve vyapohanti prakīrtitāḥ; sākṣibhūtā mahātmānaḥ pāpasya sukṛtasya ca; etān vai kalyam utthāya kīrtayañ śubham aśnute; nāgnicorabhayaṃ tatra na mārgapratirodhanam; etān kīrtayatāṃ nityaṃ duḥsvapno naśyate nṛṇām; mucyate sarvapāpebhyaḥ svastimāṃś ca gṛhān vrajet; dīkṣākāleṣu sarveṣu yaḥ paṭhen niyato dvijaḥ; nyāyavān ātmanirataḥ kṣānto dānto 'nasūyakaḥ; rogārto vābhiyukto vā paṭhan pāpāt pramucyate; vāstumadhye tu paṭhataḥ kulasvastyayanaṃ bhavet; kṣetramadhye tu paṭhataḥ sarvaṃ sasyaṃ prarohati; gacchataḥ kṣemam adhvānaṃ grāmāntaragataḥ paṭhan; ātmanaś ca sutānāṃ ca dārāṇāṃ ca dhanasya ca; bījānām oṣadhīnāṃ ca rakṣām etāṃ prayojayet; etān saṃgrāmakāle tu paṭhataḥ kṣatriyasya tu; vrajanti ripavo nāśaṃ kṣemaṃ ca vinivartate; etān daive ca pitrye ca paṭhataḥ puruṣasya hi; bhuñjate pitaro havyaṃ kavyaṃ ca tridivaukasaḥ; na vyādhiśvāpadabhayaṃ na dvipān na hi taskarāt; kaśmalaṃ laghutāṃ yāti pāpmanā ca pramucyate; yānapātre ca yāne ca pravāse rājaveśmani; parāṃ siddhim avāpnoti sāvitrīṃ hy uttamāṃ paṭhan; na ca rājabhayaṃ teṣāṃ na piśācān na rākṣasāt; nāgnyambupavanavyālād bhayaṃ tasyopajāyate; caturṇām api varṇānām āśramasya viśeṣataḥ; karoti satataṃ śāntiṃ sāvitrīm uttamāṃ paṭhan; nāgnir dahati kāṣṭhāni sāvitrī yatra paṭhyate; na tatra bālo mriyate na ca tiṣṭhanti pannagāḥ; na teṣāṃ vidyate duḥkhaṃ gacchanti paramāṃ gatim; ye śṛṇvanti mahad brahma sāvitrīguṇakīrtanam; gavāṃ madhye tu paṭhato gāvo 'sya bahuvatsalāḥ; prasthāne vā praveśe vā sarvāvasthāgataḥ paṭhet; japatāṃ juhvatāṃ caiva nityaṃ ca prayatātmanām; ṛṣīṇāṃ paramaṃ japyaṃ guhyam etan narādhipa; yāthātathyena saṃgamya itihāsaṃ purātanam; parāśaramataṃ divyaṃ śakrāya kathitaṃ purā; tad etat te samākhyātaṃ tathyaṃ brahma sanātanam; hṛdayaṃ sarvabhūtānāṃ śrutir eṣā purātanī; somādityānvayāḥ sarve rāghavāḥ kuravas tathā; paṭhanti śucayo nityaṃ sāvitrīṃ prāṇināṃ gatim; abhyāśe nityaṃ devānāṃ saptarṣīṇāṃ dhruvasya ca; mokṣaṇaṃ sarvakṛcchrāṇāṃ mocayaty aśubhāt sadā; vṛddhaiḥ kāśyapagautamaprabhṛtibhir bhṛgvaṅgirotryādibhiḥ; śukrāgastyabṛhaspatiprabhṛtibhir brahmarṣibhiḥ sevitam; bhāradvājamataṃ ṛcīkatanayaiḥ prāptaṃ vasiṣṭhāt punaḥ; sāvitrīm adhigamya śakravasubhiḥ kṛtsnā jitā dānavāḥ; yo gośataṃ kanakaśṛṅgamayaṃ dadāti; viprāya vedaviduṣe ca bahuśrutāya; divyāṃ ca bhāratakathāṃ kathayec ca nityaṃ; tulyaṃ phalaṃ bhavati tasya ca tasya caiva; dharmo vivardhati bhṛgoḥ parikīrtanena; vīryaṃ vivardhati vasiṣṭhanamonatena; saṃgrāmajid bhavati caiva raghuṃ namasyan; syād aśvinau ca parikīrtayato na rogaḥ; eṣā te kathitā rājan sāvitrī brahma śāśvatī; vivakṣur asi yac cānyat tat te vakṣyāmi bhārata

Yudhiṣṭhira [sprach]: „Großahn, hochweiser, in allen Lehrwerken Bewanderter! Welches Murmelgebet [japya], beständig gemurmelt, brächte die große Frucht des Dharma? Bei Aufbruch oder Einzug oder wenn ein Werk begonnen wird, beim Götteropfer oder zur Zeit des Ahnenopfers – welches Murmelgebet ist das Mittel zum Gelingen des Tuns, friedenstiftend, gedeihenbringend, schützend, feindetötend, furchtvernichtend? Bhīṣma [sprach]: Das Murmelgebet, das dem Brahman gleichkommt – das solltest du, Herr, verkünden können. Diesen von Vyāsa verkündeten Mantra höre einmütig, o König, den göttlichen, von der Sāvitrī verfügten, der sogleich von Sünden befreit. Höre die ganze Mantra-Vorschrift, die ich verkünde, Sündloser, nach deren Hören, Bester der Pāṇḍavas, man von allen Sünden befreit wird; durch den man bei Nacht und bei Tag, Dharma-Kenner, von Sünden nicht befleckt wird: das werde ich dir verkünden, höre einmütig, o König. Langlebig wird man, und – Sohn des Erdherrn – wer es hört, ein Mensch, dessen Ziel wohlerreicht ist, freut sich hier und nach dem Tod. Beständig geübt wurde es einst von den besten Königsseher, die stets dem Kṣatriya-Dharma ergeben und den Wahrheitsgelübden zugewandt waren; indem sie diese tägliche Übung ungestört und stets gebändigt ausführen, erlangen Könige, o Bharata-Stier, unübertreffliches Glück [śrī]. Verehrung dem Vasiṣṭha von großem Gelübde; nachdem ich Parāśara, den Schatz des Veda, grüßend verneigt habe; Verehrung sei dem Ananta, der großen Schlange; Verehrung den hier unvergänglichen Siddhas; Verehrung den Sehern, dem Höchsten der Höchsten [?], dem Gott unter den Göttern, dem Gabenspender unter den Gabenspendern; dem Tausendköpfigen Verehrung, dem Heilvollen, dem Tausendnamigen, Janārdana. Ajaikapād, Ahirbudhnya, Pinākin und Aparājita, Ṛta und Pitṛrūpa, Tryambaka und Maheśvara, Vṛṣākapi und Śambhu, Havana und ebenso Īśvara: diese elf sind als Rudras berühmt, die Herren der drei Welten; hundert sind es, im Śatarudra der Hochgemuten aufgezählt. Aṃśa und Bhaga und Mitra und Varuṇa, der Herr der Wasser; ebenso Dhātṛ, Aryaman, Jayanta, Bhāskara; Tvaṣṭṛ, Pūṣan und ebenso Indra; als zwölfter wird Viṣṇu genannt: diese zwölf sind die Ādityas, Kaśyapas Söhne, so die Überlieferung [śruti]. Dhara und Dhruva und Soma, Sāvitra, Anila, Anala, Pratyūṣa und Prabhāsa – die acht Vasus sind so aufgezählt. Nāsatya und Dasra sind es, die man als die beiden Aśvins überliefert; Söhne des Mārtaṇḍa sind diese beiden, aus Saṃjñās Nase hervorgegangen [?]. Danach werde ich die Zeugen der Taten der Welten verkünden, die Kenner des Opfers, des Gegebenen und des Wohlgetanen; unsichtbar für alle Wesen sehen die Herren der Dreißig [Götter] das Gute und das Schlechte der Taten, [ebenso] der Tod und die Zeit, überall; die Viśvedevas, die Ahnenscharen, verkörpert, reich an Askese, die Weisen und die Siddhas, dem Erlöschen durch Askese zugewandt; rein lächelnd geben sie denen, die [sie] rühmen, den Menschen Glück. Diese von Prajāpati geschaffenen Welten mit göttlichem Glanz – sie weilen in allen Welten, gesammelt bei allen Werken; wer diese Herren der Lebenshauche rühmt, ein gesammelter Mensch, wird stets mit reichlichem Dharma, Artha und Kāma verbunden; und er erlangt heilige, glückvolle Welten, die vom Herrn des Alls geschaffen sind. Diese dreiunddreißig Götter sind die Herren der Scharen aller Wesen; Nandīśvara, der Großleibige, der Anführer, der Stierbannerträger; die Herren aller Welten, die Gaṇeśvaras und Vināyakas; die sanften und die wilden Rudra-Scharen, ebenso die Scharen der Yoga-Wesen; Gestirne, Ströme, Luftraum, Suparṇa, der Herr der Vögel; die auf Erden durch Askese Vollendeten, Unbewegliche und Bewegliche; der Himavat und die Berge, und die vier großen Meere; alle Gefolgsleute des Bhava [Śiva], dem Hara an Tapferkeit gleich; der Gott Viṣṇu, Jiṣṇu, und Skanda mit Ambikā: wer sie alle rühmt, ein Gesammelter, wird von allen Sünden befreit. Danach werde ich die menschlichen besten Seher nennen: Yavakrīta und Raibhya, Arvāvasu und Parāvasu; Auśija und Kakṣīvān, und Bala, der Sohn des Aṅgiras; der Seher Kaṇva, Sohn des Medhātithi, und Barhiṣad; alle brahmaglanzerfüllt, als Förderer der Welt gerühmt; alle erlangen sie Heil, den Rudras, Anala und Vasus an Glanz gleich; nachdem sie auf Erden gutes Werk getan, freuen sie sich im Himmel mit den Göttern. Die sieben Lehrer des Mahendra haben die östliche Himmelsrichtung bezogen; wer sie rühmt, ein Gesammelter, wird in Śakras Welt verehrt. Unmuc und Pramuc, und Svastyātreya, der Tapfere; Dṛḍhavya und Ūrdhvabāhu, und Tṛṇasoma, der Aṅgiras; und Agastya, der glänzende Sohn von Mitra und Varuṇa: die sieben Priester des Dharmarāja [Yama] haben die südliche Himmelsrichtung bezogen. Dṛḍheyu und Ṛteyu, und der ruhmreiche Parivyādha; Ekata und Dvita und Trita, der Sonne gleich; und der rechtschaffene Sohn des Atri und der Seher Sārasvata: die sieben Priester des Varuṇa haben die westliche Himmelsrichtung bezogen. Atri, der erhabene Vasiṣṭha und Kaśyapa, der große Seher; Gautama, Bharadvāja, Viśvāmitra, der Kauśika; und Ṛcīkas furchtbarer Sohn, der tapfere Jamadagni: die Lehrer des Herrn des Reichtums [Kubera] sind diese sieben, die sich im Norden aufhalten. Andere sieben Weise stehen in allen Himmelsrichtungen, Ruhm und Heil für die Menschen bewirkend, als Förderer der Welt gerühmt: Dharma, Kāma und Kāla, Vasu und Vāsuki; Ananta und Kapila – diese sieben sind Erdträger; Rāma, Vyāsa, Drauṇi Aśvatthāman und Lomaśa: diese göttlichen Weisen sind je siebenfach; Friedens- und Segensbringer in der Welt, als Hüter der Himmelsrichtungen gerühmt; in welcher Himmelsrichtung diese jeweils sind, dorthin gewandt möge man Zuflucht suchen. Als Schöpfer aller Wesen und Reiniger der Welt sind sie gerühmt: Saṃvarta, Merusāvarṇa und der rechtschaffene Mārkaṇḍeya; Sāṃkhya und Yoga [beide personifiziert?], Nārada und der große Seher Durvāsas; von äußerster Askese, gebändigt, in den drei Welten berühmt; andere, dem Rudra gleich, sind als Bewohner der Brahma-Welt gerühmt; ein Kinderloser erlangt einen Sohn, ein Armer Reichtum; und in Dharma, Artha und Kāma erlangt der Mensch Vollendung. Pṛthu, den Sohn des Vena, den besten der Könige, dessen Tochter die Erde wurde, den Prajāpati, Allherrscher, Herrn der Erde, möge man rühmen; den aus der Sonnendynastie Entsprossenen, dem Mahendra an Tapferkeit gleich, Purūravas, den Sohn der Ilā, in den drei Welten berühmt; Budhas geliebten Sohn, den Herrn der Erde, möge man rühmen; den in den drei Welten berühmten Helden Bharata möge man rühmen; den, der mit dem Gavāmaya-Opfer im Kṛta-Zeitalter geopfert hat, Rantideva, den großen Herrn, den höchst Strahlenden, möge man rühmen; Viśvajit, der Askese besaß, glückverheißend, Kāma verkörpernd [?]; und ebenso den Königsseher Śveta, den höchst Strahlenden, möge man rühmen; durch den Sthāṇu [Śiva] gnädig gestimmt wurde, um dessentwillen Andhaka erschlagen wurde; durch den mit Mahādevas Gnade die Gaṅgā herabgeführt wurde: Bhagīratha, den Unbezwingbaren, den höchst Strahlenden, möge man rühmen; durch den Sagaras Söhne überflutet und gerettet wurden. Diese Feuer gleichen, großgestaltigen, großmächtigen, von grimmigem Zorn, von großer Kraft, ruhmmehrenden möge man rühmen; [ebenso] Götter und Seherscharen und Könige, Herren der Welt; Sāṃkhya und das höchste Yoga, Havya und Kavya; das höchste Brahman ist gerühmt, die Zuflucht aller Śruti, heilvoll für alle Wesen, reinigend, vielgerühmt, krankheitsstillend, das Beste, gedeihenbringend für alle Werke: gesammelt möge man diese rühmen morgens und abends, o Bhārata. Diese ziehen, regnen, leuchten, wehen und erschaffen; diese sind die besten Vināyakas, tüchtig, geduldig, sinnesbezwungen; der Menschen Unheil vertreiben sie alle, wenn sie gerühmt werden, die Zeugen, die Hochgemuten, der Sünde und des Guten. Wer sie am Morgen aufgestanden rühmt, erlangt Glück; da gibt es keine Furcht vor Feuer oder Dieben, keine Sperrung des Weges; denen, die sie beständig rühmen, vergeht der schlechte Traum; er wird von allen Sünden befreit und kehrt wohlbehalten nach Hause. Zu allen Weihezeiten [dīkṣā], wer sie da gebändigt rezitiert, ein Zweimalgeborener, gerecht, im Selbst ruhend, geduldig, gebändigt, nicht missgünstig; ob krank oder bedrängt, rezitierend wird er von der Sünde befreit; mitten im Bauplatz rezitiert, entsteht Glücksegen für das Geschlecht; mitten im Feld rezitiert, gedeiht alle Saat; wer auf dem Weg ist, [findet] Sicherheit [für] die Reise, wenn er in einem anderen Dorf rezitiert; für sich selbst, für Söhne, Frauen und Besitz, für Saatgut und Kräuter möge man diesen Schutz anwenden. Diese beim Rezitieren zur Zeit der Schlacht, für den Kṣatriya: die Feinde gehen zugrunde, und Sicherheit stellt sich ein [?]. Diese beim Götter- und beim Ahnenopfer von einem Mann rezitiert: die Ahnen genießen die Havya-Gabe und die Himmelsbewohner die Kavya-Gabe; keine Furcht vor Krankheit, Raubtier, Elefanten oder Dieb; die Trübung wird gering, und er wird von der Sünde befreit. Auf einem Schiff, in einem Fahrzeug, auf der Reise, im Königspalast: höchste Vollendung erlangt, wer die höchste Sāvitrī rezitiert; und keine Königsfurcht für sie, nicht vor Piśācas, nicht vor Rākṣasas; keine Furcht vor Feuer, Wasser, Wind oder Raubtier entsteht ihm; für die vier Stände und besonders für die [jeweilige] Lebensstufe bewirkt beständig Frieden, wer die höchste Sāvitrī rezitiert; kein Feuer verbrennt Holz, wo die Sāvitrī rezitiert wird; da stirbt kein Kind, und da bleiben keine Schlangen; für sie gibt es kein Leid, sie gehen zum höchsten Ziel, die das große Brahman hören, den Preis der Sāvitrī-Eigenschaften; unter Kühen rezitiert, sind seine Kühe reich an Kälbern und liebevoll; beim Aufbruch oder Einzug, in jedem Zustand befindlich, möge man sie rezitieren. Für die, die murmeln und opfern und stets gesammelt sind: das höchste Japya der Seher ist dies, das Geheimnis, o Herr der Menschen; einen uralten Itihāsa, in wahrer Weise [dir] zugetragen; die göttliche Lehre des Parāśara, einst dem Śakra erzählt; dies ist dir als das wahre, ewige Brahman erklärt, das Herz aller Wesen, diese uralte Śruti; alle aus dem Sonnen- und Mondgeschlecht, die Rāghavas und ebenso die Kurus, rezitieren rein stets die Sāvitrī, das Ziel der Lebewesen; in der Nähe der Götter, der Sieben Seher und des Dhruva; sie ist die Lösung aus allen Nöten und löst stets vom Unheil. Von den Alten, Kāśyapa, Gautama und anderen, Bhṛgu, Aṅgiras, Atri und anderen; von Śukra, Agastya, Bṛhaspati und anderen, den Brahmanenehern, wurde sie gepflegt; die Lehre des Bharadvāja, von den Ṛcīka-Söhnen erlangt, dann wieder von Vasiṣṭha; nachdem sie die Sāvitrī erlangt hatten, wurden von Śakra und den Vasus die Dānavas vollständig besiegt. Wer hundert Kühe mit goldenen Hörnern einem Brahmanen gibt, der den Veda kennt und vielgelehrt ist, und wer die göttliche Erzählung vom Bhārata beständig erzählt: gleiche Frucht hat dieser wie jener. Der Dharma wächst durch das Rühmen des Bhṛgu; Heldenkraft wächst durch die Verneigung vor Vasiṣṭha; ein Sieger im Kampf wird, wer Raghu verehrt; keine Krankheit hat, wer die beiden Aśvins rühmt. Dies ist dir, König, die Sāvitrī verkündet, das ewige Brahman; wenn du noch etwas anderes sagen willst, das werde ich dir sagen, o Bhārata.“

Wort für Wort
yudhiṣṭhiraḥ pitāmaha mahāprājña sarvaśāstraviśārada kiṃ japyaṃ japato nityaṃ bhaved dharmaphalaṃ mahat prasthāne vā praveśe vā pravṛtte vāpi karmaṇi
Yudhiṣṭhira [sprach]: Großahn, Hochweiser, in allen Lehrwerken Bewanderter (Nom.Sg.; Vok.Sg.); welches Murmelgebet für den beständig Murmelnden brächte große Dharma-Frucht (Akk./Nom.Sg.n.; Gen.Sg.Part.; 3.Sg.Opt.); bei Aufbruch, Einzug oder begonnenem Werk (Lok.Sg.)
daive vā śrāddhakāle vā kiṃ japyaṃ karmasādhanam śāntikaṃ pauṣṭikaṃ rakṣā śatrughnaṃ bhayanāśanam bhīṣmaḥ japyaṃ yad brahmasamitaṃ tad bhavān vaktum arhati
beim Götter- oder Ahnenopfer: welches Japya ist das Mittel zum Gelingen des Tuns (Lok.Sg.; Nom.Sg.n.); friedenstiftend, gedeihenbringend, Schutz, feindetötend, furchtvernichtend (Nom.Sg.n.); Bhīṣma [sprach]: das Japya, das dem Brahman gleicht, das darfst du verkünden (Nom.Sg.; Inf.; 3.Sg.Präs.)
vyāsaproktam imaṃ mantraṃ śṛṇuṣvaikamanā nṛpa sāvitryā vihitaṃ divyaṃ sadyaḥ pāpavimocanam śṛṇu mantravidhiṃ kṛtsnaṃ procyamānaṃ mayānagha
diesen von Vyāsa verkündeten Mantra höre einmütig, o König (Akk.Sg.; Imp.Med.; Vok.Sg.); von der Sāvitrī verfügt, göttlich, sogleich von Sünden befreiend (Instr.Sg.; PPP; Nom./Akk.Sg.n.); höre die ganze Mantra-Vorschrift, die von mir verkündet wird, Sündloser (Imp.; Akk.Sg.; Part.Pass.; Instr.; Vok.)
yaṃ śrutvā pāṇḍavaśreṣṭha sarvapāpaiḥ pramucyate rātrāv ahani dharmajña yena pāpair na lipyate tat te 'haṃ saṃpravakṣyāmi śṛṇuṣvaikamanā nṛpa
nach deren Hören, Bester der Pāṇḍavas, man von allen Sünden befreit wird (Abs.; Vok.; Instr.Pl.; 3.Sg.Pass.); bei Nacht und Tag, Dharma-Kenner, durch den man von Sünden nicht befleckt wird (Lok.Sg.; Vok.; Instr.; 3.Sg.Pass.); das werde ich dir verkünden, höre einmütig, o König (1.Sg.Fut.; Imp.; Vok.)
āyuṣmān bhavate caiva yaṃ śrutvā pārthivātmaja puruṣas tu susiddhārthaḥ pretya ceha ca modate sevitaṃ satataṃ rājan purā rājarṣisattamaiḥ
langlebig wird [er], nach deren Hören, Sohn des Erdherrn (Nom.Sg.; 3.Sg.Präs.; Abs.; Vok.); ein Mensch, dessen Ziel wohlerreicht ist, freut sich nach dem Tod und hier (Nom.Sg.; Abs.; 3.Sg.Präs.Med.); beständig geübt, o König, einst von den besten Königsseher (PPP; Vok.; Instr.Pl.)
kṣatradharmaparair nityaṃ satyavrataparāyaṇaiḥ idam āhnikam avyagraṃ kurvadbhir niyataiḥ sadā nṛpair bharataśārdūla prāpyate śrīr anuttamā
den stets dem Kṣatriya-Dharma Ergebenen, den Wahrheitsgelübden Zugewandten (Instr.Pl.); diese tägliche Übung ungestört, stets gebändigt Ausführenden (Akk.Sg.n.; Instr.Pl.Part.); von Königen, o Bharata-Tiger, wird unübertreffliches Glück erlangt (Instr.Pl.; Vok.; 3.Sg.Pass.)
namo vasiṣṭhāya mahāvratāya parāśaraṃ vedanidhiṃ praṇamya namo 'stv anantāya mahoragāya namo 'stu siddhebhya ihākṣayebhyaḥ namo 'stv ṛṣibhyaḥ paramaṃ pareṣāṃ deveṣu devaṃ varadaṃ varāṇām
Verehrung dem Vasiṣṭha von großem Gelübde; Parāśara, den Veda-Schatz, grüßend (Dat.Sg.; Abs.); Verehrung dem Ananta, der großen Schlange; den hier unvergänglichen Siddhas (Dat.; Imp.3.Sg.); Verehrung den Sehern, dem Höchsten der Höchsten [?], dem Gott unter Göttern, dem Gabenspender der Gaben (Dat.Pl.; Lok.Pl.; Gen.Pl.)
sahasraśīrṣāya namaḥ śivāya sahasranāmāya janārdanāya ajaikapād ahirbudhnyaḥ pinākī cāparājitaḥ ṛtaś ca pitṛrūpaś ca tryambakaś ca maheśvaraḥ vṛṣākapiś ca śaṃbhuś ca havano 'theśvaras tathā ekādaśaite prathitā rudrās tribhuvaneśvarāḥ
dem Tausendköpfigen Verehrung, dem Heilvollen, dem Tausendnamigen, Janārdana (Dat.Sg.); Ajaikapād, Ahirbudhnya, Pinākin, Aparājita, Ṛta, Pitṛrūpa, Tryambaka, Maheśvara (Nom.Sg.); Vṛṣākapi, Śaṃbhu, Havana, Īśvara: diese elf sind als Rudras bekannt, Herren der drei Welten (Nom.Pl.; PPP)
śatam etat samākhyātaṃ śatarudre mahātmanām aṃśo bhagaś ca mitraś ca varuṇaś ca jaleśvaraḥ tathā dhātāryamā caiva jayanto bhāskaras tathā tvaṣṭā pūṣā tathaivendro dvādaśo viṣṇur ucyate ity ete dvādaśādityāḥ kāśyapeyā iti śrutiḥ
hundert [Rudras] sind im Śatarudra der Hochgemuten aufgezählt (Nom.Sg.n.; PPP; Lok.Sg.; Gen.Pl.); Aṃśa, Bhaga, Mitra, Varuṇa der Herr der Wasser, Dhātṛ, Aryaman, Jayanta, Bhāskara (Nom.Sg.); Tvaṣṭṛ, Pūṣan, Indra, als zwölfter Viṣṇu; diese zwölf Ādityas, Kaśyapas Söhne, so die Śruti (3.Sg.Pass.; Nom.Pl.)
dharo dhruvaś ca somaś ca sāvitro 'thānilo 'nalaḥ pratyūṣaś ca prabhāsaś ca vasavo 'ṣṭau prakīrtitāḥ nāsatyaś cāpi dasraś ca smṛtau dvāv aśvināv api mārtaṇḍasyātmajāv etau saṃjñānāsāvinirgatau ataḥ paraṃ pravakṣyāmi lokānāṃ karmasākṣiṇaḥ api yajñasya vettāro dattasya sukṛtasya ca
Dhara, Dhruva, Soma, Sāvitra, Anila, Anala, Pratyūṣa, Prabhāsa: die acht Vasus sind so genannt (Nom.Pl.; PPP); Nāsatya und Dasra werden als die beiden Aśvins überliefert, Söhne des Mārtaṇḍa, aus Saṃjñās Nase hervorgegangen [?] (Nom.Du.; PPP Du.); danach werde ich die Zeugen der Taten der Welten verkünden, auch die Kenner des Opfers, des Gegebenen und des Wohlgetanen (1.Sg.Fut.; Akk.Pl.; Gen.Sg.)
adṛśyāḥ sarvabhūteṣu paśyanti tridaśeśvarāḥ śubhāśubhāni karmāṇi mṛtyuḥ kālaś ca sarvaśaḥ viśvedevāḥ pitṛgaṇā mūrtimantas tapodhanāḥ munayaś caiva siddhāś ca tapomokṣaparāyaṇāḥ śucismitāḥ kīrtayatāṃ prayacchanti śubhaṃ nṛṇām prajāpatikṛtān etāṃl lokān divyena tejasā vasanti sarvalokeṣu prayatāḥ sarvakarmasu
unsichtbar für alle Wesen sehen die Götterherren das Gute und Schlechte der Taten, ebenso Tod und Zeit überall (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.; Akk.Pl.n.); Viśvedevas, Ahnenscharen, verkörperte Askesereiche, Weise und Siddhas, dem Erlöschen durch Askese zugewandt; rein lächelnd geben sie den Rühmenden, den Menschen Glück (Nom.Pl.; Gen.Pl.Part.; 3.Pl.Präs.; Gen.Pl.); diese von Prajāpati geschaffenen Welten mit göttlichem Glanz: sie weilen in allen Welten, gesammelt bei allen Werken (Akk.Pl.; Instr.Sg.; 3.Pl.Präs.; Lok.Pl.)
prāṇānām īśvarān etān kīrtayan prayato naraḥ dharmārthakāmair vipulair yujyate sa hi nityaśaḥ lokāṃś ca labhate puṇyān viśveśvarakṛtāñ śubhān ete devās trayastriṃśat sarvabhūtagaṇeśvarāḥ nandīśvaro mahākāyo grāmaṇīr vṛṣabhadhvajaḥ īśvarāḥ sarvalokānāṃ gaṇeśvaravināyakāḥ saumyā raudragaṇāś caiva yogabhūtagaṇās tathā
wer diese Herren der Lebenshauche rühmt, ein gesammelter Mensch, wird stets mit reichlichem Dharma, Artha, Kāma verbunden und erlangt heilige, glückvolle, vom Herrn des Alls geschaffene Welten (Gen.Pl.; Part.Präs.; 3.Sg.Pass.; 3.Sg.Präs.Med.); diese dreiunddreißig Götter, Herren der Wesensscharen; Nandīśvara, der Großleibige, Anführer, Stierbannerträger (Nom.Pl.; Nom.Sg.); Herren aller Welten, Gaṇeśvaras und Vināyakas; sanfte und wilde Scharen, ebenso Yoga-Wesen-Scharen (Nom.Pl.)
jyotīṃṣi sarito vyoma suparṇaḥ patageśvaraḥ pṛthivyāṃ tapasā siddhāḥ sthāvarāś ca carāś ca ha himavān girayaś caiva catvāraś ca mahārṇavāḥ bhavasyānucarāḥ sarve haratulyaparākramāḥ viṣṇur devo 'tha jiṣṇuś ca skandaś cāmbikayā saha kīrtayan prayataḥ sarvān sarvapāpaiḥ pramucyate
Gestirne, Ströme, Luftraum, Suparṇa, Herr der Vögel; auf Erden durch Askese Vollendete, Unbewegliche und Bewegliche (Nom.Pl.; Lok.Sg.; Instr.Sg.); Himavat, die Berge, die vier großen Meere; alle Gefolgsleute des Bhava, dem Hara an Tapferkeit gleich (Nom.Pl.; Gen.Sg.); Gott Viṣṇu, Jiṣṇu, Skanda mit Ambikā: wer alle rühmt, gesammelt, wird von allen Sünden befreit (Nom.Sg.; Instr.Sg.; Part.Präs.; 3.Sg.Pass.)
ata ūrdhvaṃ pravakṣyāmi mānavān ṛṣisattamān yavakrītaś ca raibhyaś ca arvāvasuparāvasū auśijaś caiva kakṣīvān balaś cāṅgirasaḥ sutaḥ ṛṣir medhātitheḥ putraḥ kaṇvo barhiṣadas tathā brahmatejomayāḥ sarve kīrtitā lokabhāvanāḥ labhante hi śubhaṃ sarve rudrānalavasuprabhāḥ
danach werde ich menschliche beste Seher nennen: Yavakrīta, Raibhya, Arvāvasu und Parāvasu (1.Sg.Fut.; Akk.Pl.; Nom.Sg./Du.); Auśija, Kakṣīvān, Bala, Aṅgiras' Sohn; der Seher Kaṇva, Medhātithis Sohn, und Barhiṣad (Nom.Sg.; Gen.Sg.); alle brahmaglanzerfüllt, als Förderer der Welt gerühmt; alle erlangen Heil, den Rudras, Anala und Vasus an Glanz gleich (Nom.Pl.; PPP; 3.Pl.Präs.Med.)
bhuvi kṛtvā śubhaṃ karma modante divi daivataiḥ mahendraguravaḥ sapta prācīṃ vai diśam āśritāḥ prayataḥ kīrtayann etāñ śakraloke mahīyate unmucuḥ pramucuś caiva svastyātreyaś ca vīryavān dṛḍhavyaś cordhvabāhuś ca tṛṇasomāṅgirās tathā
nachdem sie auf Erden gutes Werk getan, freuen sie sich im Himmel mit den Göttern (Lok.Sg.; Abs.; 3.Pl.Präs.Med.; Instr.Pl.); die sieben Lehrer des Mahendra haben die östliche Himmelsrichtung bezogen; wer sie gesammelt rühmt, wird in Śakras Welt verehrt (Nom.Pl.; Akk.Sg.f.; PPP; 3.Sg.Pass.); Unmuc, Pramuc, der tapfere Svastyātreya, Dṛḍhavya, Ūrdhvabāhu, Tṛṇasoma Aṅgiras (Nom.Sg.)
mitrāvaruṇayoḥ putras tathāgastyaḥ pratāpavān dharmarājartvijaḥ sapta dakṣiṇāṃ diśam āśritāḥ dṛḍheyuś ca ṛteyuś ca parivyādhaś ca kīrtimān ekataś ca dvitaś caiva tritaś cādityasaṃnibhāḥ atreḥ putraś ca dharmātmā ṛṣiḥ sārasvatas tathā varuṇasyartvijaḥ sapta paścimāṃ diśam āśritāḥ
Agastya, der glänzende Sohn von Mitra und Varuṇa; die sieben Priester des Dharmarāja haben die südliche Richtung bezogen (Gen.Du.; Nom.Pl.; PPP); Dṛḍheyu, Ṛteyu, der ruhmreiche Parivyādha; Ekata, Dvita und Trita, der Sonne gleich (Nom.Sg./Pl.); Atris rechtschaffener Sohn, der Seher Sārasvata; Varuṇas sieben Priester haben die westliche Richtung bezogen (Gen.Sg.; Nom.Pl.; PPP)
atrir vasiṣṭho bhagavān kaśyapaś ca mahān ṛṣiḥ gautamaś ca bharadvājo viśvāmitro 'tha kauśikaḥ ṛcīkatanayaś cogro jamadagniḥ pratāpavān dhaneśvarasya guravaḥ saptaite uttarāṃ śritāḥ apare munayaḥ sapta dikṣu sarvāsu dhiṣṭhitāḥ kīrtisvastikarā nṛṇāṃ kīrtitā lokabhāvanāḥ
Atri, der erhabene Vasiṣṭha, Kaśyapa der große Seher, Gautama, Bharadvāja, Viśvāmitra der Kauśika (Nom.Sg.); Ṛcīkas furchtbarer Sohn, der tapfere Jamadagni; des Herrn des Reichtums Lehrer sind diese sieben, die im Norden weilen (Nom.Sg.; Gen.Sg.; PPP); andere sieben Weise, in allen Richtungen stehend, Ruhm und Heil den Menschen bringend, als Förderer der Welt gerühmt (Nom.Pl.; Lok.Pl.; Gen.Pl.)
dharmaḥ kāmaś ca kālaś ca vasur vāsukir eva ca anantaḥ kapilaś caiva saptaite dharaṇīdharāḥ rāmo vyāsas tathā drauṇir aśvatthāmā ca lomaśaḥ ity ete munayo divyā ekaikaḥ saptasaptadhā śāntisvastikarā loke diśāṃ pālāḥ prakīrtitāḥ yasyāṃ yasyāṃ diśi hy ete tanmukhaḥ śaraṇaṃ vrajet
Dharma, Kāma, Kāla, Vasu, Vāsuki, Ananta, Kapila: diese sieben Erdträger (Nom.Sg./Pl.); Rāma, Vyāsa, Drauṇi Aśvatthāman, Lomaśa: diese göttlichen Weisen, je siebenfach (Nom.Sg./Pl.; Adv.); Friedens- und Segensbringer, Hüter der Himmelsrichtungen; in welcher Richtung sie sind, dorthin gewandt suche man Zuflucht (Nom.Pl.; Lok.Sg.; 3.Sg.Opt.)
sraṣṭāraḥ sarvabhūtānāṃ kīrtitā lokapāvanāḥ saṃvarto merusāvarṇo mārkaṇḍeyaś ca dhārmikaḥ sāṃkhyayogau nāradaś ca durvāsāś ca mahān ṛṣiḥ atyantatapaso dāntās triṣu lokeṣu viśrutāḥ apare rudrasaṃkāśāḥ kīrtitā brahmalaukikāḥ aputro labhate putraṃ daridro labhate dhanam
Schöpfer aller Wesen, Weltenreiniger; Saṃvarta, Merusāvarṇa, der rechtschaffene Mārkaṇḍeya (Nom.Pl.; Gen.Pl.); Sāṃkhya und Yoga [personifiziert? ], Nārada, der große Seher Durvāsas; von äußerster Askese, gebändigt, in den drei Welten berühmt (Nom.Du./Pl.; Lok.Pl.); andere, dem Rudra gleich, gerühmt als Bewohner der Brahma-Welt; ein Kinderloser erlangt einen Sohn, ein Armer Reichtum (Nom.Pl.; 3.Sg.Präs.Med.)
tathā dharmārthakāmeṣu siddhiṃ ca labhate naraḥ pṛthuṃ vainyaṃ nṛpavaraṃ pṛthvī yasyābhavat sutā prajāpatiṃ sārvabhaumaṃ kīrtayed vasudhādhipam ādityavaṃśaprabhavaṃ mahendrasamavikramam purūravasamailaṃ ca triṣu lokeṣu viśrutam
ebenso erlangt der Mensch Vollendung in Dharma, Artha, Kāma (Lok.Pl.; Akk.Sg.); Pṛthu, den Sohn des Vena, den besten König, dessen Tochter die Erde wurde, den Prajāpati, Allherrscher, Herrn der Erde, möge man rühmen (Akk.Sg.; 3.Sg.Opt.); den aus der Sonnendynastie Entsprossenen, dem Mahendra an Tapferkeit gleich, Purūravas Aila, in den drei Welten berühmt (Akk.Sg.)
budhasya dayitaṃ putraṃ kīrtayed vasudhādhipam trilokaviśrutaṃ vīraṃ bharataṃ ca prakīrtayet gavāmayena yajñena yeneṣṭaṃ vai kṛte yuge rantidevaṃ mahādevaṃ kīrtayet paramadyutim viśvajit tapasopetaṃ lakṣaṇyaṃ kāmalakṣaṇam tathā śvetaṃ ca rājarṣiṃ kīrtayet paramadyutim
Budhas geliebten Sohn, den Herrn der Erde, möge man rühmen; den in den drei Welten berühmten Helden Bharata (Gen.Sg.; Akk.Sg.; 3.Sg.Opt.); der mit dem Gavāmaya-Opfer im Kṛta-Zeitalter geopfert hat: Rantideva, den großen Herrn, den höchst Strahlenden, möge man rühmen (Instr.Sg.; PPP; Akk.Sg.); Viśvajit, mit Askese begabt, glückverheißend, Kāma-Merkmale tragend [?]; ebenso den Königsseher Śveta, den höchst Strahlenden, möge man rühmen (Nom./Akk.Sg.; Akk.Sg.)
sthāṇuḥ prasādito yena yasyārthe hy andhako hataḥ mahādevaprasādena yena gaṅgāvatāritā bhagīrathaṃ durādharṣaṃ kīrtayet paramadyutim sagarasyātmajā yena plāvitās tāritās tathā hutāśanasamān etān mahārūpān mahaujasaḥ ugrakopān mahāsattvān kīrtayet kīrtivardhanān
durch den Sthāṇu gnädig gestimmt wurde, dessentwegen Andhaka erschlagen wurde; durch den mit Mahādevas Gnade die Gaṅgā herabgeführt wurde (Instr.Sg.; PPP; Lok.Sg.); Bhagīratha, den Unbezwingbaren, den höchst Strahlenden, möge man rühmen; durch den Sagaras Söhne überflutet und gerettet wurden (Akk.Sg.; Nom.Pl.; PPP); diese feuergleichen, großgestaltigen, großmächtigen, grimmig zornigen, großkräftigen, ruhmmehrenden möge man rühmen (Akk.Pl.)
devān ṛṣigaṇāṃś caiva nṛpāṃś ca jagatīśvarān sāṃkhyaṃ yogaṃ ca paramaṃ havyaṃ kavyaṃ tathaiva ca kīrtitaṃ paramaṃ brahma sarvaśrutiparāyaṇam maṅgalyaṃ sarvabhūtānāṃ pavitraṃ bahukīrtitam vyādhipraśamanaṃ śreṣṭhaṃ pauṣṭikaṃ sarvakarmaṇām prayataḥ kīrtayec caitān kalyaṃ sāyaṃ ca bhārata
Götter, Seherscharen, Könige, Herren der Welt; Sāṃkhya und höchstes Yoga, Havya und Kavya (Akk.Pl.; Akk.Sg.n.); das höchste Brahman ist gerühmt, die Zuflucht aller Śruti, heilvoll für alle Wesen, reinigend, vielgerühmt (PPP; Nom.Sg.n.; Gen.Pl.); krankheitsstillend, das Beste, gedeihenbringend für alle Werke; gesammelt möge man diese rühmen morgens und abends, o Bhārata (Nom.Sg.n.; Gen.Pl.; 3.Sg.Opt.; Vok.)
ete vai yānti varṣanti bhānti vānti sṛjanti ca ete vināyakāḥ śreṣṭhā dakṣāḥ kṣāntā jitendriyāḥ narāṇām aśubhaṃ sarve vyapohanti prakīrtitāḥ sākṣibhūtā mahātmānaḥ pāpasya sukṛtasya ca etān vai kalyam utthāya kīrtayañ śubham aśnute nāgnicorabhayaṃ tatra na mārgapratirodhanam
diese ziehen, regnen, leuchten, wehen, erschaffen; diese sind die besten Vināyakas, tüchtig, geduldig, sinnesbezwungen (3.Pl.Präs.; Nom.Pl.); der Menschen Unheil vertreiben alle, wenn gerühmt; die Zeugen, Hochgemuten, der Sünde und des Guten (Gen.Pl.; 3.Pl.Präs.; PPP; Gen.Sg.); wer diese am Morgen aufgestanden rühmt, erlangt Glück; da keine Furcht vor Feuer und Dieben, keine Wegsperre (Abs.; Part.Präs.; 3.Sg.Präs.Med.)
etān kīrtayatāṃ nityaṃ duḥsvapno naśyate nṛṇām mucyate sarvapāpebhyaḥ svastimāṃś ca gṛhān vrajet dīkṣākāleṣu sarveṣu yaḥ paṭhen niyato dvijaḥ nyāyavān ātmanirataḥ kṣānto dānto 'nasūyakaḥ rogārto vābhiyukto vā paṭhan pāpāt pramucyate vāstumadhye tu paṭhataḥ kulasvastyayanaṃ bhavet
denen, die diese beständig rühmen, vergeht der schlechte Traum; er wird von allen Sünden befreit und gehe wohlbehalten nach Hause (Gen.Pl.Part.; 3.Sg.Pass.; 3.Sg.Opt.); wer zu allen Weihezeiten gebändigt rezitiert, ein Zweimalgeborener, gerecht, im Selbst ruhend, geduldig, gebändigt, nicht missgünstig (Lok.Pl.; 3.Sg.Opt.; Nom.Sg.); ob krank oder bedrängt, rezitierend wird er von Sünde befreit; mitten im Bauplatz Rezitierendem entsteht Glücksegen für das Geschlecht (Nom.Sg.; Abl.Sg.; Gen.Sg.Part.; 3.Sg.Opt.)
kṣetramadhye tu paṭhataḥ sarvaṃ sasyaṃ prarohati gacchataḥ kṣemam adhvānaṃ grāmāntaragataḥ paṭhan ātmanaś ca sutānāṃ ca dārāṇāṃ ca dhanasya ca bījānām oṣadhīnāṃ ca rakṣām etāṃ prayojayet etān saṃgrāmakāle tu paṭhataḥ kṣatriyasya tu vrajanti ripavo nāśaṃ kṣemaṃ ca vinivartate
mitten im Feld Rezitierendem wächst alle Saat; dem Gehenden [wird] der Weg sicher, wenn er in einem anderen Dorf rezitiert (Gen.Sg.Part.; 3.Sg.Präs.; Akk.Sg.; Nom.Sg.); für sich, Söhne, Frauen, Besitz, Saatgut, Kräuter möge man diesen Schutz anwenden (Gen.; Akk.Sg.f.; 3.Sg.Opt.); diese zur Schlachtzeit Rezitierendem, dem Kṣatriya: die Feinde gehen zugrunde, und Sicherheit stellt sich ein [?] (Gen.Sg.; 3.Pl.Präs.; Akk.Sg.)
etān daive ca pitrye ca paṭhataḥ puruṣasya hi bhuñjate pitaro havyaṃ kavyaṃ ca tridivaukasaḥ na vyādhiśvāpadabhayaṃ na dvipān na hi taskarāt kaśmalaṃ laghutāṃ yāti pāpmanā ca pramucyate yānapātre ca yāne ca pravāse rājaveśmani parāṃ siddhim avāpnoti sāvitrīṃ hy uttamāṃ paṭhan
diese beim Götter- und Ahnenopfer vom Mann Rezitiert: die Ahnen genießen das Havya, die Himmelsbewohner das Kavya (Lok.Sg.; 3.Pl.Präs.Med.); keine Furcht vor Krankheit, Raubtier, Elefanten, Dieb; die Trübung wird gering, er wird von der Sünde befreit (Abl.Sg.; 3.Sg.Präs.; Instr.Sg.); auf Schiff, Fahrzeug, Reise, im Königspalast erlangt höchste Vollendung, wer die höchste Sāvitrī rezitiert (Lok.Sg.; 3.Sg.Präs.; Part.Präs.)
na ca rājabhayaṃ teṣāṃ na piśācān na rākṣasāt nāgnyambupavanavyālād bhayaṃ tasyopajāyate caturṇām api varṇānām āśramasya viśeṣataḥ karoti satataṃ śāntiṃ sāvitrīm uttamāṃ paṭhan nāgnir dahati kāṣṭhāni sāvitrī yatra paṭhyate na tatra bālo mriyate na ca tiṣṭhanti pannagāḥ
keine Königsfurcht für sie, nicht vor Piśācas, nicht vor Rākṣasas; Furcht vor Feuer, Wasser, Wind, Raubtier entsteht ihm nicht (Gen.Pl.; Abl.; 3.Sg.Präs.Med.); für die vier Stände, besonders für die Lebensstufe, bewirkt beständig Frieden, wer die höchste Sāvitrī rezitiert (Gen.Pl.; 3.Sg.Präs.; Akk.Sg.); kein Feuer verbrennt Holz, wo die Sāvitrī rezitiert wird; da stirbt kein Kind, und Schlangen bleiben nicht (3.Sg.Präs.; 3.Sg.Pass.; Nom.Pl.)
na teṣāṃ vidyate duḥkhaṃ gacchanti paramāṃ gatim ye śṛṇvanti mahad brahma sāvitrīguṇakīrtanam gavāṃ madhye tu paṭhato gāvo 'sya bahuvatsalāḥ prasthāne vā praveśe vā sarvāvasthāgataḥ paṭhet japatāṃ juhvatāṃ caiva nityaṃ ca prayatātmanām ṛṣīṇāṃ paramaṃ japyaṃ guhyam etan narādhipa
für sie gibt es kein Leid, sie gehen zum höchsten Ziel, die das große Brahman, den Preis der Sāvitrī-Eigenschaften, hören (3.Sg.Pass.; 3.Pl.Präs.; Akk.Sg.n.); unter Kühen Rezitierendem sind die Kühe kälberreich und liebevoll; beim Aufbruch oder Einzug, in jedem Zustand rezitiere man (Gen.Pl.; Gen.Sg.Part.; 3.Sg.Opt.); für die Murmelnden, Opfernden, stets Gesammelten: der Seher höchstes Japya ist dies, das Geheimnis, o Herr der Menschen (Gen.Pl.Part.; Gen.Pl.; Vok.)
yāthātathyena saṃgamya itihāsaṃ purātanam parāśaramataṃ divyaṃ śakrāya kathitaṃ purā tad etat te samākhyātaṃ tathyaṃ brahma sanātanam hṛdayaṃ sarvabhūtānāṃ śrutir eṣā purātanī somādityānvayāḥ sarve rāghavāḥ kuravas tathā paṭhanti śucayo nityaṃ sāvitrīṃ prāṇināṃ gatim
in wahrer Weise, nachdem man den uralten Itihāsa aufgenommen hat, die göttliche Lehre des Parāśara, einst dem Śakra erzählt (Instr.Sg.; Abs.; Akk.Sg.; Dat.Sg.; PPP); dies ist dir erklärt, das wahre ewige Brahman, das Herz aller Wesen, diese uralte Śruti (PPP; Nom.Sg.f.); alle aus Mond- und Sonnengeschlecht, Rāghavas und Kurus, rezitieren rein stets die Sāvitrī, das Ziel der Lebewesen (Nom.Pl.; 3.Pl.Präs.; Gen.Pl.)
abhyāśe nityaṃ devānāṃ saptarṣīṇāṃ dhruvasya ca mokṣaṇaṃ sarvakṛcchrāṇāṃ mocayaty aśubhāt sadā vṛddhaiḥ kāśyapagautamaprabhṛtibhir bhṛgvaṅgirotryādibhiḥ śukrāgastyabṛhaspatiprabhṛtibhir brahmarṣibhiḥ sevitam bhāradvājamataṃ ṛcīkatanayaiḥ prāptaṃ vasiṣṭhāt punaḥ sāvitrīm adhigamya śakravasubhiḥ kṛtsnā jitā dānavāḥ
in der Nähe der Götter, der Sieben Seher und des Dhruva; Lösung aus allen Nöten, sie löst stets vom Unheil (Lok.Sg.; Gen.Pl.; Nom.Sg.n.; 3.Sg.Kaus.); von Alten, Kāśyapa, Gautama usw., Bhṛgu, Aṅgiras, Atri usw., Śukra, Agastya, Bṛhaspati usw., Brahmarṣis gepflegt (Instr.Pl.; PPP); die Lehre des Bharadvāja, von Ṛcīkas Söhnen erlangt, dann von Vasiṣṭha; nachdem sie die Sāvitrī erlangt, wurden von Śakra und den Vasus alle Dānavas besiegt (PPP; Abl.; Abs.; Instr.Pl.; PPP Nom.Pl.)
yo gośataṃ kanakaśṛṅgamayaṃ dadāti viprāya vedaviduṣe ca bahuśrutāya divyāṃ ca bhāratakathāṃ kathayec ca nityaṃ tulyaṃ phalaṃ bhavati tasya ca tasya caiva dharmo vivardhati bhṛgoḥ parikīrtanena vīryaṃ vivardhati vasiṣṭhanamonatena
wer hundert Kühe mit goldenen Hörnern einem Brahmanen gibt, der den Veda kennt und vielgelehrt ist (3.Sg.Präs.; Dat.Sg.); und wer die göttliche Bhārata-Erzählung stets erzählt: gleiche Frucht hat dieser wie jener (3.Sg.Opt.; Nom.Sg.n.; Gen.Sg.); der Dharma wächst durch das Rühmen des Bhṛgu; Heldenkraft wächst durch die Verneigung vor Vasiṣṭha (3.Sg.Präs.; Instr.Sg.)
saṃgrāmajid bhavati caiva raghuṃ namasyan syād aśvinau ca parikīrtayato na rogaḥ eṣā te kathitā rājan sāvitrī brahma śāśvatī vivakṣur asi yac cānyat tat te vakṣyāmi bhārata
ein Kampfsieger wird, wer Raghu verehrt; keine Krankheit möge den haben, der die beiden Aśvins rühmt (3.Sg.Präs.; Part.Präs.; 3.Sg.Opt.; Gen.Sg.Part.); dies ist dir, König, die Sāvitrī verkündet, das ewige Brahman; wenn du noch anderes sagen willst, das werde ich dir sagen, Bhārata (PPP; Vok.; 2.Sg.Präs.; 1.Sg.Fut.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage (*) der kritischen Ausgabe, nur in einem Teil der Handschriften: ein Sāvitrī-/Japya-Einschub mit Aufzählungen von Rudras, Ādityas, Vasus, Sehern und Königen. Der Text ist stellenweise unklar oder ungeordnet; der Sprecherwechsel ‚bhīṣmaḥ; japyaṃ yad brahmasamitaṃ …‘ passt inhaltlich eher zur Bitte Yudhiṣṭhiras. Deutungen mit [?] unsicher: ‚saṃjñānāsāvinirgatau‘, ‚kāmalakṣaṇam‘, ‚sāṃkhyayogau‘, ‚niyatātmānaḥ‘ u. a.

sarvagaḥ sarvavid bhānur viṣvakseno janārdanaḥ; vedo vedavid avyaṅgo vedāṅgo vedavit kaviḥ

Der Allgegenwärtige, der Allwissende, der Lichtglanz, der dessen Heer nach allen Seiten [wirkt], Janārdana; der Veda, der Veda-Kundige, der Makellose, der Veda-Glied, der Veda-Kenner, der Dichter-Seher.

Wort für Wort
sarvagaḥ sarvavid bhānuḥ
der Allgegenwärtige, der Allwissende, der Lichtglanz (Nom.Sg.)
viṣvakseno janārdanaḥ
dessen Heer nach allen Seiten [reicht], Janārdana (Nom.Sg.)
vedo vedavid avyaṅgaḥ
der Veda, der Veda-Kundige, der Makellose (Nom.Sg.)
vedāṅgo vedavit kaviḥ
das Veda-Glied, der Veda-Kenner, der Seher-Dichter (Nom.Sg.)

„janārdanaḥ“ gedeutet als ‚Menschenbewegender/-peiniger‘ (Bedeutungsbereich weit).

lokādhyakṣaḥ surādhyakṣo dharmādhyakṣaḥ kṛtākṛtaḥ; caturātmā caturvyūhaś caturdaṃṣṭraś caturbhujaḥ

Der Aufseher der Welt, der Aufseher der Götter, der Aufseher des Dharma, der das Getane und Ungetane [ist]; der vierfachen Wesens, der vierfach sich Entfaltende, der Vierzahnige, der Vierarmige.

Wort für Wort
lokādhyakṣaḥ surādhyakṣaḥ
der Aufseher der Welt, der Aufseher der Götter (Nom.Sg.)
dharmādhyakṣaḥ kṛtākṛtaḥ
der Aufseher des Dharma, [der] das Getane und Ungetane (Nom.Sg.)
caturātmā caturvyūhaḥ
der vierfachen Wesens, der vierfach Entfaltete (Nom.Sg.)
caturdaṃṣṭraś caturbhujaḥ
der Vierzahnige, der Vierarmige (Nom.Sg.)

bhrājiṣṇur bhojanaṃ bhoktā sahiṣṇur jagadādijaḥ; anagho vijayo jetā viśvayoniḥ punarvasuḥ

Der Strahlende, die Speise, der Genießer, der Duldende, der vor der Welt Geborene; der Makellose, der Sieg, der Sieger, der Schoß des Alls, der Wiedererstandene [Punarvasu].

Wort für Wort
bhrājiṣṇur bhojanaṃ bhoktā
der Strahlende, die Speise, der Genießer (Nom.Sg.)
sahiṣṇur jagadādijaḥ
der Duldende, der am Anfang der Welt Geborene (Nom.Sg.)
anagho vijayo jetā
der Makellose, der Sieg, der Sieger (Nom.Sg.)
viśvayoniḥ punarvasuḥ
der Schoß des Alls, Punarvasu (Nom.Sg.)

„jagadādijaḥ“: ‚der am Anfang der Welt Geborene‘.

upendro vāmanaḥ prāṃśur amoghaḥ śucir ūrjitaḥ; atīndraḥ saṃgrahaḥ sargo dhṛtātmā niyamo yamaḥ

Upendra, der Zwerg [Vāmana], der Hochgewachsene, der nie Vergebliche, der Reine, der Kraftvolle; der über Indra Hinausgehende, die Zusammenfassung, die Schöpfung, der das Selbst Festhaltende, die Regel, die Zügelung.

Wort für Wort
upendro vāmanaḥ prāṃśuḥ
Upendra, der Zwerg, der Hochgewachsene (Nom.Sg.)
amoghaḥ śuciḥ ūrjitaḥ
der nie Vergebliche, der Reine, der Kraftvolle (Nom.Sg.)
atīndraḥ saṃgrahaḥ sargaḥ
der über Indra Hinausgehende, die Zusammenfassung, die Schöpfung (Nom.Sg.)
dhṛtātmā niyamo yamaḥ
der das Selbst Festhaltende, die Regel, die Zügelung (Nom.Sg.)

vedyo vaidyaḥ sadāyogī vīrahā mādhavo madhuḥ; atīndriyo mahāmāyo mahotsāho mahābalaḥ

Der zu Erkennende, der Arzt [Wissende], der stets im Yoga Ruhende, der Heldentöter, Mādhava, der Süße [Madhu]; der jenseits der Sinne, der großer Māyā, der großen Tatkraft, der großen Stärke.

Wort für Wort
vedyo vaidyaḥ sadāyogī
der zu Erkennende, der Wissende/Arzt, der stets im Yoga (Nom.Sg.)
vīrahā mādhavo madhuḥ
der Heldentöter, Mādhava, Madhu (Nom.Sg.)
atīndriyo mahāmāyaḥ
der jenseits der Sinne, der großer Māyā (Nom.Sg.)
mahotsāho mahābalaḥ
der großen Tatkraft, der großen Stärke (Nom.Sg.)

mahābuddhir mahāvīryo mahāśaktir mahādyutiḥ; anirdeśyavapuḥ śrīmān ameyātmā mahādridhṛk

Der großen Einsicht, der großen Heldenkraft, der großen Macht, des großen Glanzes; der unbeschreiblicher Gestalt, der Glanzvolle, der unermessliche Selbst, der den großen Berg Trägt.

Wort für Wort
mahābuddhir mahāvīryo
der großen Einsicht, der großen Heldenkraft (Nom.Sg.)
mahāśaktir mahādyutiḥ
der großen Macht, des großen Glanzes (Nom.Sg.)
anirdeśyavapuḥ śrīmān
der unbeschreiblicher Gestalt, der Glanzvolle (Nom.Sg.)
ameyātmā mahādridhṛk
der unermessliche Selbst, der den großen Berg Trägt (Nom.Sg.)

„mahādridhṛk“: Träger des großen Berges (Bezug Govardhana/Mandara).

maheṣvāso mahībhartā śrīnivāsaḥ satāṃ gatiḥ; aniruddhaḥ surānando govindo govidāṃ patiḥ

Der große Bogenschütze, der Erdträger, die Wohnstatt der Śrī, das Ziel der Guten; der Ungehinderte, die Wonne der Götter, Govinda, der Herr der Rinder-/Wort-Kundigen.

Wort für Wort
maheṣvāso mahībhartā
der große Bogenschütze, der Erdträger (Nom.Sg.)
śrīnivāsaḥ satāṃ gatiḥ
die Wohnstatt der Śrī, das Ziel der Guten (Nom.Sg.; Gen.Pl.)
aniruddhaḥ surānandaḥ
der Ungehinderte, die Wonne der Götter (Nom.Sg.)
govindo govidāṃ patiḥ
Govinda, der Herr der Go-Kundigen [?] (Nom.Sg.; Gen.Pl.)

„govindaḥ, govidāṃ patiḥ“: go- kann ‚Rind/Erde/Wort‘ bedeuten; Deutung [?].

marīcir damano haṃsaḥ suparṇo bhujagottamaḥ; hiraṇyanābhaḥ sutapāḥ padmanābhaḥ prajāpatiḥ

Der Lichtstrahl [Marīci], der Bezwinger, der Schwan, der Schönbeflügelte, der Beste der Schlangen; der Goldnabel, der gut Asketische, der Lotosnabel, der Herr der Geschöpfe.

Wort für Wort
marīcir damano haṃsaḥ
der Lichtstrahl, der Bezwinger, der Schwan (Nom.Sg.)
suparṇo bhujagottamaḥ
der Schönbeflügelte, der Beste der Schlangen (Nom.Sg.)
hiraṇyanābhaḥ sutapāḥ
der Goldnabel, der gut Asketische (Nom.Sg.)
padmanābhaḥ prajāpatiḥ
der Lotosnabel, der Herr der Geschöpfe (Nom.Sg.)

„haṃsaḥ“: Schwan/Sonne/Seele – hier Namensform.

amṛtyuḥ sarvadṛk siṃhaḥ saṃdhātā saṃdhimān sthiraḥ; ajo durmarṣaṇaḥ śāstā viśrutātmā surārihā

Der Todlose, der Alles Sehende, der Löwe, der Zusammenfügende, der Fügungsreiche, der Feste; der Ungeborene, der Unerträgliche [für Feinde], der Lenker, der weithin berühmten Selbst, der Götterfeind-Töter.

Wort für Wort
amṛtyuḥ sarvadṛk siṃhaḥ
der Todlose, der Alles Sehende, der Löwe (Nom.Sg.)
saṃdhātā saṃdhimān sthiraḥ
der Zusammenfügende, der Fügungsreiche, der Feste (Nom.Sg.)
ajo durmarṣaṇaḥ śāstā
der Ungeborene, der Unerträgliche, der Lenker (Nom.Sg.)
viśrutātmā surārihā
der weithin berühmten Selbst, der Götterfeinde Tötende (Nom.Sg.)

gurur gurutamo dhāma satyaḥ satyaparākramaḥ; nimiṣo 'nimiṣaḥ sragvī vācaspatir udāradhīḥ

Der Lehrer, der höchste Lehrer, die Stätte, der Wahrhaftige, dessen Tapferkeit wahrhaft ist; der Blinzelnde, der Nicht-Blinzelnde, der Kranzträger, der Herr der Rede, der Hochsinnige.

Wort für Wort
gurur gurutamo dhāma
der Lehrer, der höchste Lehrer, die Stätte/das Licht (Nom.Sg.m./n.)
satyaḥ satyaparākramaḥ
der Wahre, der von wahrer Tapferkeit (Nom.Sg.m.; Bahuvrīhi)
nimiṣo 'nimiṣaḥ
der Blinzelnde, der Nicht-Blinzelnde (Nom.Sg.m.)
sragvī
der Kranzträger (Nom.Sg.m.)
vācaspatir udāradhīḥ
Herr der Rede, der Hochgesinnte (Nom.Sg.m.; Bahuvrīhi)

agraṇīr grāmaṇīḥ śrīmān nyāyo netā samīraṇaḥ; sahasramūrdhā viśvātmā sahasrākṣaḥ sahasrapāt

Der Anführer, der Dorfvorsteher, der Glückselige, das Recht, der Leiter, der Wehende; der Tausendköpfige, das Selbst des Alls, der Tausendäugige, der Tausendfüßige.

Wort für Wort
agraṇīr grāmaṇīḥ
der Vorangehende, der Anführer der Schar (Nom.Sg.m.)
śrīmān nyāyo
der Glanzvolle, die Ordnung/das Recht (Nom.Sg.)
netā samīraṇaḥ
der Führer, der Wind (Nom.Sg.m.)
sahasramūrdhā viśvātmā
der Tausendköpfige, Selbst des Alls (Nom.Sg.m.)
sahasrākṣaḥ sahasrapāt
der Tausendäugige, der Tausendfüßige (Nom.Sg.m.)

āvartano nivṛttātmā saṃvṛtaḥ saṃpramardanaḥ; ahaḥ saṃvartako vahnir anilo dharaṇīdharaḥ

Der Wendende, der in sich Zurückgekehrte, der Verhüllte, der Zermalmer; der Tag, der Weltvernichter, das Feuer, der Wind, der Erdträger.

Wort für Wort
āvartano nivṛttātmā
der Kreisende/Wendende, dessen Selbst sich abgewandt hat (Nom.Sg.m.)
saṃvṛtaḥ saṃpramardanaḥ
der Verhüllte, der Zermalmende (Nom.Sg.m.)
ahaḥ saṃvartako
der Tag, der Vernichter/Zusammenrollende (Nom.Sg.n./m.)
vahnir anilo
das Feuer, der Wind (Nom.Sg.m.)
dharaṇīdharaḥ
der Erdträger (Nom.Sg.m.; Tatpuruṣa)

suprasādaḥ prasannātmā viśvadhṛg viśvabhug vibhuḥ; satkartā satkṛtaḥ sādhur jahnur nārāyaṇo naraḥ

Der gut Gnädige, dessen Selbst heiter ist, der das All Tragende, der das All Genießende, der Allmächtige; der Gutes Tuende, der Geehrte, der Gute, Jahnu, Nārāyaṇa, der Mann [Nara].

Wort für Wort
suprasādaḥ prasannātmā
der sehr Gnädige, der heiteren Gemüts (Nom.Sg.m.)
viśvadhṛg viśvabhug
der das All trägt, der das All genießt (Nom.Sg.m.)
vibhuḥ
der Allgegenwärtige/Mächtige (Nom.Sg.m.)
satkartā satkṛtaḥ sādhur
der Gutes tut, der Geehrte, der Gute (Nom.Sg.m.)
jahnur nārāyaṇo naraḥ
Jahnu, Nārāyaṇa, Nara (Nom.Sg.m.)

asaṃkhyeyo 'prameyātmā viśiṣṭaḥ śiṣṭakṛc chuciḥ; siddhārthaḥ siddhasaṃkalpaḥ siddhidaḥ siddhisādhanaḥ

Der Unzählbare, dessen Selbst unermesslich ist, der Vortreffliche, der die Guten Schaffende, der Reine; der Zielerreichte, dessen Vorsatz sich erfüllt, der Vollendung Gebende, das Mittel der Vollendung.

Wort für Wort
asaṃkhyeyo 'prameyātmā
der Unzählbare, dessen Selbst unermesslich ist (Nom.Sg.m.)
viśiṣṭaḥ śiṣṭakṛc chuciḥ
der Auserlesene, der die Gebildeten/Guten schafft, der Reine (Nom.Sg.m.)
siddhārthaḥ siddhasaṃkalpaḥ
der sein Ziel Erreichte, dessen Vorsatz gelingt (Nom.Sg.m.; Bahuvrīhi)
siddhidaḥ siddhisādhanaḥ
der Vollendung Gebende, Mittel zur Vollendung (Nom.Sg.m.)

vṛṣāhī vṛṣabho viṣṇur vṛṣaparvā vṛṣodaraḥ; vardhano vardhamānaś ca viviktaḥ śrutisāgaraḥ

Der Stier-Vernichter [?], der Stier, Viṣṇu, der mit Stier-Gliedern [?], der Stier-Bäuchige [?]; der Mehrende und der Wachsende, der Abgesonderte, das Meer der Offenbarung [Śruti].

Wort für Wort
vṛṣāhī vṛṣabho viṣṇur
vṛṣāhī [?], der Stier, Viṣṇu (Nom.Sg.m.)
vṛṣaparvā vṛṣodaraḥ
vṛṣaparvan, der Stier-Bäuchige (Nom.Sg.m.; Bahuvrīhi)
vardhano vardhamānaś ca
der Mehrende und der Wachsende (Nom.Sg.m.; Part.Präs.Med.)
viviktaḥ
der Abgesonderte (Nom.Sg.m.; Part.Perf.Pass.)
śrutisāgaraḥ
Meer der Überlieferung (Nom.Sg.m.; Tatpuruṣa)

vṛṣāhī, vṛṣaparvā: Deutung unsicher (vṛṣa- als Stier oder Dharma).

subhujo durdharo vāgmī mahendro vasudo vasuḥ; naikarūpo bṛhadrūpaḥ śipiviṣṭaḥ prakāśanaḥ

Der mit schönen Armen, der Schwerbezwingbare, der Redegewandte, der große Indra, der Reichtum Gebende, der Reichtum; der Vielgestaltige, der Großgestaltige, Śipiviṣṭa, der Erleuchtende.

Wort für Wort
subhujo durdharo vāgmī
der Schönarmige, der Unbezwingbare, der Redner (Nom.Sg.m.)
mahendro
der große Indra (Nom.Sg.m.)
vasudo vasuḥ
Reichtum-Geber, Reichtum/Guter (Nom.Sg.m.)
naikarūpo bṛhadrūpaḥ
der Vielgestaltige, der Großgestaltige (Nom.Sg.m.)
śipiviṣṭaḥ prakāśanaḥ
Śipiviṣṭa [?], der Erleuchtende (Nom.Sg.m.)

ojas tejo dyutidharaḥ prakāśātmā pratāpanaḥ; ṛddhaḥ spaṣṭākṣaro mantraś candrāṃśur bhāskaradyutiḥ

Kraft, Glanz, Träger des Leuchtens, dessen Selbst Licht ist, der Erhitzende; der Gedeihende, der deutlich Silbige, der Spruch [Mantra], der Mondstrahlige, der mit sonnengleichem Glanz.

Wort für Wort
ojas tejo
Kraft, Glanz (Nom.Sg.n.)
dyutidharaḥ prakāśātmā
Träger des Leuchtens, Selbst des Lichts (Nom.Sg.m.)
pratāpanaḥ
der Erhitzende/Sengende (Nom.Sg.m.)
ṛddhaḥ spaṣṭākṣaro
der Gediehene, der deutliche Silben hat (Nom.Sg.m.)
mantraś candrāṃśur
der Mantra, der Mondstrahl(ige) (Nom.Sg.m.)
bhāskaradyutiḥ
dessen Glanz dem der Sonne gleicht (Nom.Sg.m.; Bahuvrīhi)

amṛtāṃśūdbhavo bhānuḥ śaśabinduḥ sureśvaraḥ; auṣadhaṃ jagataḥ setuḥ satyadharmaparākramaḥ

Der aus dem Nektarstrahligen [Mond] Hervorgegangene, das Licht, der Hasenfleckige [Mond], der Herr der Götter; die Arznei der Welt, die Brücke, der in Wahrheit, Recht und Tapferkeit Gegründete.

Wort für Wort
amṛtāṃśūdbhavo bhānuḥ
der aus dem Nektarstrahler Entstandene, die Sonne/das Licht (Nom.Sg.m.)
śaśabinduḥ sureśvaraḥ
der Hasenfleckige, Herr der Götter (Nom.Sg.m.)
auṣadhaṃ jagataḥ setuḥ
Heilmittel, der Welt Brücke/Damm (Nom.Sg.; Gen.Sg.)
satyadharmaparākramaḥ
dessen Tapferkeit Wahrheit und Recht ist (Nom.Sg.m.; Bahuvrīhi)

Zweite Vershälfte: satyadharmaparākramaḥ ist Dvandva-Kompositum, Deutung wortnah.

bhūtabhavyabhavannāthaḥ pavanaḥ pāvano 'nilaḥ; kāmahā kāmakṛt kāntaḥ kāmaḥ kāmapradaḥ prabhuḥ

Herr über Gewesenes, Künftiges und Gegenwärtiges, der Läuternde, der Reine, der Wind; der Wünsche Vernichtende, der Wünsche Erfüllende, der Liebliche, die Liebe, der Wünsche Schenkende, der Herr.

Wort für Wort
bhūtabhavyabhavannāthaḥ
Herr des Gewesenen, Künftigen und Seienden (Nom.Sg.m.; Tatpuruṣa)
pavanaḥ pāvano 'nilaḥ
der Reinigende, der Läuterer, der Wind (Nom.Sg.m.)
kāmahā kāmakṛt
der Begierde Tötende, der Wünsche Erfüllende (Nom.Sg.m.)
kāntaḥ kāmaḥ
der Geliebte/Schöne, die Liebe (Nom.Sg.m.)
kāmapradaḥ prabhuḥ
Wunschgewährer, der Herr (Nom.Sg.m.)

yugādikṛd yugāvarto naikamāyo mahāśanaḥ; adṛśyo vyaktarūpaś ca sahasrajid anantajit

Der die Zeitalter Beginnende, der Zeitalter-Kreislauf, der Vielfach-Zauberkräftige, der Große Verschlinger; der Unsichtbare, der Sichtbargestaltige, der Tausendfach-Besieger, der Unendlich-Besieger.

Wort für Wort
yugādikṛd yugāvarto
Beginner der Zeitalter, Wende der Zeitalter (Nom.Sg.m.)
naikamāyo mahāśanaḥ
der Vielfach-Zauberreiche, der große Esser (Nom.Sg.m.)
adṛśyo vyaktarūpaś ca
der Unsichtbare und der von offenbarer Gestalt (Nom.Sg.m.)
sahasrajid anantajit
Besieger von Tausenden, Besieger des Unendlichen (Nom.Sg.m.)

iṣṭo viśiṣṭaḥ śiṣṭeṣṭaḥ śikhaṇḍī nahuṣo vṛṣaḥ; krodhahā krodhakṛt kartā viśvabāhur mahīdharaḥ

Der Erwünschte, der Ausgezeichnete, der von den Guten Ersehnte, Śikhaṇḍin, Nahuṣa, der Stier [Dharma]; der Zorn Tötende, der Zorn Erzeugende, der Täter, der Allarmige, der Erdträger.

Wort für Wort
iṣṭo viśiṣṭaḥ
der Erwünschte, der Ausgezeichnete (Nom.Sg.m.)
śiṣṭeṣṭaḥ
der von den Gebildeten Verehrte (Nom.Sg.m.; Tatpuruṣa)
śikhaṇḍī nahuṣo vṛṣaḥ
der Schopfträger, Nahuṣa, der Stier (Nom.Sg.m.)
krodhahā krodhakṛt
der Zorn Tötende, der Zorn Schaffende (Nom.Sg.m.)
kartā viśvabāhur
der Täter, der Allarmige (Nom.Sg.m.)
mahīdharaḥ
der Erdträger (Nom.Sg.m.)

acyutaḥ prathitaḥ prāṇaḥ prāṇado vāsavānujaḥ; apāṃ nidhir adhiṣṭhānam apramattaḥ pratiṣṭhitaḥ

Der Unfehlbare, der Berühmte, der Lebensatem, der Atem Schenkende, der Jüngere Bruder Indras; der Schatz der Wasser, die Grundlage, der Unachtsame-nicht [d. h. der Wachsame], der Feststehende.

Wort für Wort
acyutaḥ prathitaḥ
der Unerschütterliche, der Berühmte (Nom.Sg.m.)
prāṇaḥ prāṇado
Lebenshauch, Lebensspender (Nom.Sg.m.)
vāsavānujaḥ
der jüngere Bruder Vāsavas [Indras] (Nom.Sg.m.)
apāṃ nidhir
der Schatz der Wasser (Gen.Pl.f.; Nom.Sg.m.)
adhiṣṭhānam
Grundlage/Sitz (Nom.Sg.n.)
apramattaḥ pratiṣṭhitaḥ
der Nichtnachlässige, der Feststehende (Nom.Sg.m.)

skandaḥ skandadharo dhuryo varado vāyuvāhanaḥ; vāsudevo bṛhadbhānur ādidevaḥ puraṃdaraḥ

Skanda, der Skanda-Träger, der Lastträger, der Wunschgewährer, der Windträger; Vāsudeva, der große Glanz, der Urgott, der Städtezerstörer [Indra].

Wort für Wort
skandaḥ skandadharo
Skanda, Träger des Skanda (Nom.Sg.m.)
dhuryo varado
der Deichselzieher, der Gnadenspender (Nom.Sg.m.)
vāyuvāhanaḥ
der den Wind als Träger/Fahrzeug hat (Nom.Sg.m.)
vāsudevo bṛhadbhānur
Vāsudeva, der Großglänzende (Nom.Sg.m.)
ādidevaḥ puraṃdaraḥ
der Urgott, der Städtebrecher (Nom.Sg.m.)

aśokas tāraṇas tāraḥ śūraḥ śaurir janeśvaraḥ; anukūlaḥ śatāvartaḥ padmī padmanibhekṣaṇaḥ

Der Kummerlose, der Hinüberführende, der Retter, der Held, Śauri, der Herr der Menschen; der Günstige, der Hundertfach-Kreisende, der Lotusträger, der mit lotusgleichen Augen.

Wort für Wort
aśokas tāraṇas tāraḥ
der Kummerlose, der Hinüberbringer, der Retter (Nom.Sg.m.)
śūraḥ śaurir
der Held, Śauri (Nom.Sg.m.)
janeśvaraḥ
Herr der Menschen (Nom.Sg.m.)
anukūlaḥ śatāvartaḥ
der Zuträgliche, der Hundertfach-Wendige (Nom.Sg.m.)
padmī padmanibhekṣaṇaḥ
der Lotusträger, der lotusähnliche Augen hat (Nom.Sg.m.)

padmanābho 'ravindākṣaḥ padmagarbhaḥ śarīrabhṛt; maharddhir ṛddho vṛddhātmā mahākṣo garuḍadhvajaḥ

Der Lotusnabelige, der Lotusäugige, der Lotus-Schoßige, der Körper-Träger; der Großgediehene, der Gediehene, der Gealterte im Selbst, der Großäugige, der mit dem Garuḍa-Banner.

Wort für Wort
padmanābho 'ravindākṣaḥ
der Lotusnabelige, der Lotusäugige (Nom.Sg.m.)
padmagarbhaḥ śarīrabhṛt
der Lotusschoß, Träger der Körper (Nom.Sg.m.)
maharddhir ṛddho
der Großgedeihende, der Gediehene (Nom.Sg.m.)
vṛddhātmā mahākṣo
dessen Selbst gereift ist, der Großäugige (Nom.Sg.m.)
garuḍadhvajaḥ
der das Garuḍa-Banner hat (Nom.Sg.m.)

atulaḥ śarabho bhīmaḥ samayajño havir hariḥ; sarvalakṣaṇalakṣaṇyo lakṣmīvān samitiṃjayaḥ

Der Unvergleichliche, Śarabha, der Furchtbare, der die Regeln Kennende, die Opfergabe, Hari; der mit allen Merkmalen Ausgezeichnete, der Glücksbegabte, der Kampfbesieger.

Wort für Wort
atulaḥ śarabho bhīmaḥ
der Unvergleichliche, Śarabha, der Furchtbare (Nom.Sg.m.)
samayajño
der die Satzung/Zeit kennt (Nom.Sg.m.)
havir hariḥ
die Opfergabe, Hari (Nom.Sg.)
sarvalakṣaṇalakṣaṇyo
durch alle Merkmale gekennzeichnet (Nom.Sg.m.)
lakṣmīvān samitiṃjayaḥ
der Lakṣmī-Besitzer, der Versammlungen/Schlachten Besiegende (Nom.Sg.m.)

vikṣaro rohito mārgo hetur dāmodaraḥ sahaḥ; mahīdharo mahābhāgo vegavān amitāśanaḥ

Der Unvergängliche, der Rote, der Weg, der Grund, Dāmodara, der Ertragende; der Erdträger, der Hochbegnadete, der Schnelle, der unermesslich Verzehrende.

Wort für Wort
vikṣaro rohito
der Nichtvergehende [?], der Rötliche (Nom.Sg.m.)
mārgo hetur
Weg, Ursache (Nom.Sg.m.)
dāmodaraḥ sahaḥ
Dāmodara, der Standhaltende (Nom.Sg.m.)
mahīdharo mahābhāgo
Erdträger, der Hochbegnadete (Nom.Sg.m.)
vegavān amitāśanaḥ
der Schnelle, der unermesslich Essende (Nom.Sg.m.)

vikṣaraḥ: Lesart/Deutung unsicher (sonst 'vikṣaro' als 'nicht vergehend').

udbhavaḥ kṣobhaṇo devaḥ śrīgarbhaḥ parameśvaraḥ; karaṇaṃ kāraṇaṃ kartā vikartā gahano guhaḥ

Der Ursprung, der Erschütternde, der Gott, der Glücksschoß, der höchste Herr; das Werkzeug, die Ursache, der Täter, der Umgestalter, der Tiefe, der Verborgene.

Wort für Wort
udbhavaḥ kṣobhaṇo devaḥ
der Ursprung, der Aufrüttelnde, der Gott (Nom.Sg.m.)
śrīgarbhaḥ parameśvaraḥ
Schoß des Glücks, höchster Herr (Nom.Sg.m.)
karaṇaṃ kāraṇaṃ
Werkzeug, Ursache (Nom.Sg.n.)
kartā vikartā
Täter, Umgestalter (Nom.Sg.m.)
gahano guhaḥ
der Undurchdringliche, der Verborgene (Nom.Sg.m.)

vyavasāyo vyavasthānaḥ saṃsthānaḥ sthānado dhruvaḥ; pararddhiḥ paramaḥ spaṣṭas tuṣṭaḥ puṣṭaḥ śubhekṣaṇaḥ

Der Entschluss, der Bestand, der Zustand, der Standort Gebende, der Feste; das höchste Gedeihen, der Höchste, der Klare, der Zufriedene, der Genährte, der mit glückverheißendem Blick.

Wort für Wort
vyavasāyo vyavasthānaḥ
Entschlossenheit, Ordnung/Bestehen (Nom.Sg.m.)
saṃsthānaḥ sthānado dhruvaḥ
Ganzheit/Form, Platzgeber, der Feste (Nom.Sg.m.)
pararddhiḥ paramaḥ
höchstes Gedeihen, der Höchste (Nom.Sg.)
spaṣṭas tuṣṭaḥ puṣṭaḥ
der Deutliche, der Zufriedene, der Genährte (Nom.Sg.m.)
śubhekṣaṇaḥ
der Segensblickende (Nom.Sg.m.)

rāmo virāmo virato mārgo neyo nayo 'nayaḥ; vīraḥ śaktimatāṃ śreṣṭho dharmo dharmavid uttamaḥ

Rāma, das Ruhen, der Abgewandte [von Begierde], der Weg, der zu Führende, die Führung, die Nicht-Führung; der Held, der Beste unter den Kraftbegabten, das Recht, der Beste unter den Rechtskundigen.

Wort für Wort
rāmo virāmo virato
Rāma, das Ruhen, der Ruhende (Nom.Sg.m.)
mārgo neyo nayo 'nayaḥ
Weg, der Geführte, Führung, Nicht-Führung (Nom.Sg.m.)
vīraḥ śaktimatāṃ śreṣṭho
Held, der Beste der Kraftbegabten (Nom.Sg.m.; Gen.Pl.)
dharmo dharmavid uttamaḥ
das Recht, der beste Rechtskenner (Nom.Sg.m.)

vaikuṇṭhaḥ puruṣaḥ prāṇaḥ prāṇadaḥ praṇavaḥ pṛthuḥ; hiraṇyagarbhaḥ śatrughno vyāpto vāyur adhokṣajaḥ

Vaikuṇṭha, der Mensch [Puruṣa], der Lebensatem, der Atemgeber, die Silbe Om, der Weite; der Goldschoß, der Feindetöter, der Durchdringende, der Wind, der die Sinne Beherrschende [Adhokṣaja].

Wort für Wort
vaikuṇṭhaḥ puruṣaḥ
Vaikuṇṭha, der Mensch/Urgeist (Nom.Sg.m.)
prāṇaḥ prāṇadaḥ
Atem, Atemspender (Nom.Sg.m.)
praṇavaḥ pṛthuḥ
Om, der Breite (Nom.Sg.m.)
hiraṇyagarbhaḥ śatrughno
Goldkeim, Feindtöter (Nom.Sg.m.)
vyāpto vāyur adhokṣajaḥ
der Durchdringende, der Wind, Adhokṣaja (Nom.Sg.m.)

ṛtuḥ sudarśanaḥ kālaḥ parameṣṭhī parigrahaḥ; ugraḥ saṃvatsaro dakṣo viśrāmo viśvadakṣiṇaḥ

Die Jahreszeit, der Schönblickende [Sudarśana], die Zeit, der im Höchsten Stehende, der Umfassende; der Gewaltige, das Jahr, der Geschickte, die Ruhe, der Allgabenreiche.

Wort für Wort
ṛtuḥ sudarśanaḥ kālaḥ
Jahreszeit, Sudarśana, Zeit (Nom.Sg.m.)
parameṣṭhī parigrahaḥ
der im Höchsten Weilende, der Umfasser/Empfänger (Nom.Sg.m.)
ugraḥ saṃvatsaro
der Gewaltige, das Jahr (Nom.Sg.m.)
dakṣo viśrāmo
der Tüchtige, die Rast (Nom.Sg.m.)
viśvadakṣiṇaḥ
der Gabenspender für alle/der allen Geschickte (Nom.Sg.m.)

vistāraḥ sthāvaraḥ sthāṇuḥ pramāṇaṃ bījam avyayam; artho 'nartho mahākośo mahābhogo mahādhanaḥ

Die Ausdehnung, das Bewegungslose, der Pfahl, das Maß, der unvergängliche Same; der Zweck, der Nicht-Zweck, der große Schatz, der große Genuss, der große Reichtum.

Wort für Wort
vistāraḥ sthāvaraḥ sthāṇuḥ
Ausdehnung, das Unbewegliche, der feste Pfeiler (Nom.Sg.m.)
pramāṇaṃ bījam avyayam
Maßstab, Same, unvergänglich (Nom.Sg.n.)
artho 'nartho
Ziel, Nicht-Ziel (Nom.Sg.m.)
mahākośo mahābhogo
großer Schatz, großer Genuss (Nom.Sg.m.)
mahādhanaḥ
großen Reichtums (Nom.Sg.m.)

anirviṇṇaḥ sthaviṣṭho bhūr dharmayūpo mahāmakhaḥ; nakṣatranemir nakṣatrī kṣamaḥ kṣāmaḥ samīhanaḥ

Der nicht Verdrossene, der Gewaltigste, die Erde, der Opferpfahl des Dharma, das große Opfer; der Mittelpunkt der Sterne, der Sternbesitzer, der Geduldige, der Erschöpfte [?], der Wünschende.

Wort für Wort
anirviṇṇaḥ sthaviṣṭho
der Unverzagte, der Mächtigste (Nom.Sg.m.)
bhūr dharmayūpo
Erde, Opferpfosten des Dharma (Nom.Sg.)
mahāmakhaḥ
das große Opfer (Nom.Sg.m.)
nakṣatranemir nakṣatrī
Nabe der Sterne, Sternenherr (Nom.Sg.m.)
kṣamaḥ kṣāmaḥ samīhanaḥ
der Duldsame, der Abgemagerte [?], der Strebende (Nom.Sg.m.)

yajña ijyo mahejyaś ca kratuḥ satraṃ satāṃ gatiḥ; sarvadarśī vimuktātmā sarvajño jñānam uttamam

Das Opfer, der zu Verehrende, der große zu Verehrende, das Ritual, die Opfersitzung, der Weg der Guten; der Allsehende, dessen Selbst befreit ist, der Allwissende, das höchste Wissen.

Wort für Wort
yajña ijyo mahejyaś ca
Opfer, der Anbetungswürdige, der hoch Anbetungswürdige (Nom.Sg.m.)
kratuḥ satraṃ
Kratu-Opfer, Opfersitzung (Nom.Sg.)
satāṃ gatiḥ
Zuflucht der Guten (Gen.Pl.; Nom.Sg.f.)
sarvadarśī vimuktātmā
Allsehender, dessen Selbst befreit ist (Nom.Sg.m.)
sarvajño jñānam uttamam
Allwissender, das höchste Wissen (Nom.Sg.)

suvrataḥ sumukhaḥ sūkṣmaḥ sughoṣaḥ sukhadaḥ suhṛt; manoharo jitakrodho vīrabāhur vidāraṇaḥ

Der Gutes Gelobende, der Schönmündige, der Feine, der Wohlklingende, der Glück Schenkende, der Freund; der Herzensentführende, der den Zorn Besiegt Habende, der Heldenarmige, der Zerreißende.

Wort für Wort
suvrataḥ sumukhaḥ
der Gutes Gelobende, Schönmündige (Nom.Sg.m.)
sūkṣmaḥ sughoṣaḥ
der Feine, der Wohltönende (Nom.Sg.m.)
sukhadaḥ suhṛt
Glückspender, Freund (Nom.Sg.m.)
manoharo jitakrodho
Herzensraubender, Zorn-Besieger (Nom.Sg.m.)
vīrabāhur vidāraṇaḥ
der Heldenarmige, der Zerspaltende (Nom.Sg.m.)

svāpanaḥ svavaśo vyāpī naikātmā naikakarmakṛt; vatsaro vatsalo vatsī ratnagarbho dhaneśvaraḥ

Der Einschläfernde, der selbst Bestimmende, der Durchdringende, der vielfach Wesende, der vielfach Wirkende; das Jahr, der Zärtliche, der mit Kälbern [Geschöpfen] Versehene, der Juwelenschoß, der Herr der Reichtümer.

Wort für Wort
svāpanaḥ svavaśo vyāpī
der Einschläfernde, der sich selbst Gehörende, Durchdringende (Nom.Sg.m.)
naikātmā naikakarmakṛt
der Vielwesige, der viele Werke Wirkende (Nom.Sg.m.)
vatsaro vatsalo vatsī
Jahr/Wohnstätte, der Liebevolle, der Kälberreiche (Nom.Sg.m.)
ratnagarbho dhaneśvaraḥ
Juwelenschoß, Herr der Schätze (Nom.Sg.m.)

dharmagub dharmakṛd dharmī sad asat kṣaram akṣaram; avijñātā sahasrāṃśur vidhātā kṛtalakṣaṇaḥ

Der Hüter des Dharma, der Dharma-Wirker, der Dharma-Besitzer, das Seiende, das Nichtseiende, das Vergängliche, das Unvergängliche; der Unerkannte, der Tausendstrahlige, der Ordner, der mit vollendeten Merkmalen.

Wort für Wort
dharmagub dharmakṛd dharmī
Hüter, Wirker, Besitzer des Dharma (Nom.Sg.m.)
sad asat kṣaram akṣaram
Seiendes, Nichtseiendes, Vergängliches, Unvergängliches (Nom.Sg.n.)
avijñātā sahasrāṃśur
der Nicht-Erkennende/Unerkannte, der Tausendstrahler (Nom.Sg.m.)
vidhātā kṛtalakṣaṇaḥ
der Ordner, der die Merkmale Vollbrachte (Nom.Sg.m.)

avijñātā: 'Nichterkennender' oder 'Unerkannter' möglich.

gabhastinemiḥ sattvasthaḥ siṃho bhūtamaheśvaraḥ; ādidevo mahādevo deveśo devabhṛd guruḥ

Der mit strahlenden Radspeichen [Nemi], im Sattva Weilende, der Löwe, der große Herr der Wesen; der Urgott, der große Gott, der Herr der Götter, der Götterträger, der Lehrer.

Wort für Wort
gabhastinemiḥ sattvasthaḥ
Strahlenreifige, im Sattva-Stehende (Nom.Sg.m.)
siṃho bhūtamaheśvaraḥ
Löwe, großer Herr der Wesen (Nom.Sg.m.)
ādidevo mahādevo
Urgott, großer Gott (Nom.Sg.m.)
deveśo devabhṛd guruḥ
Herr der Götter, Götterträger, Lehrer (Nom.Sg.m.)

uttaro gopatir goptā jñānagamyaḥ purātanaḥ; śarīrabhūtabhṛd bhoktā kapīndro bhūridakṣiṇaḥ

Der Höhere, der Herr der Kühe, der Hüter, der durch Erkenntnis Erreichbare, der Uralte; der Träger der Körper und Wesen, der Genießer, der Herr der Affen, der reich an Opfergaben.

Wort für Wort
uttaro gopatir goptā
der Höhere/Nördliche, Kuhherr, Beschützer (Nom.Sg.m.)
jñānagamyaḥ purātanaḥ
durch Wissen zu erreichen, der Uralte (Nom.Sg.m.)
śarīrabhūtabhṛd bhoktā
Träger der Körper und Wesen, Genießer (Nom.Sg.m.)
kapīndro bhūridakṣiṇaḥ
Fürst der Affen, der reiche Gaben Gebende (Nom.Sg.m.)

somapo 'mṛtapaḥ somaḥ purujit purusattamaḥ; vinayo jayaḥ satyasaṃdho dāśārhaḥ sātvatāṃ patiḥ

Der Soma-Trinker, der Nektartrinker, Soma, der Vielbesieger, der Beste unter vielen Männern; die Führung, der Sieg, der die Wahrheit Haltende, der Dāśārha, der Herr der Sātvatas.

Wort für Wort
somapo 'mṛtapaḥ somaḥ
Somatrinker, Nektartrinker, Soma (Nom.Sg.m.)
purujit purusattamaḥ
Vielbesieger, bester der Männer (Nom.Sg.m.)
vinayo jayaḥ
Zucht/Bescheidenheit, Sieg (Nom.Sg.m.)
satyasaṃdho dāśārhaḥ
der Wort Haltende, der Dāśārha (Nom.Sg.m.)
sātvatāṃ patiḥ
Herr der Sātvatas (Gen.Pl.; Nom.Sg.m.)

jīvo vinayitā sākṣī mukundo 'mitavikramaḥ; ambhonidhir anantātmā mahodadhiśayo 'ntakaḥ

Das Lebewesen, der Erzieher, der Zeuge, Mukunda, von unermesslicher Tapferkeit; der Ozean, dessen Selbst unendlich ist, der auf dem großen Meer Ruhende, der Beender.

Wort für Wort
jīvo vinayitā sākṣī
Lebewesen, Erzieher, Zeuge (Nom.Sg.m.)
mukundo 'mitavikramaḥ
Mukunda, dessen Schritt/Tapferkeit unermesslich ist (Nom.Sg.m.)
ambhonidhir anantātmā
Wassermeer, dessen Selbst unendlich ist (Nom.Sg.m.)
mahodadhiśayo 'ntakaḥ
der auf dem großen Meer Liegende, der Ender (Nom.Sg.m.)

ajo mahārhaḥ svābhāvyo jitāmitraḥ pramodanaḥ; ānando nandano nandaḥ satyadharmā trivikramaḥ

Der Ungeborene, der hoch Verehrungswürdige, von Natur aus [selbst-seiend], der Feindbesieger, der Erfreuende; die Wonne, der Erfreuende, Nanda, der im Recht Wahre, der Dreischrittige [Trivikrama].

Wort für Wort
ajo mahārhaḥ
der Ungeborene, sehr Würdige (Nom.Sg.m.)
svābhāvyo jitāmitraḥ
der aus eigenem Wesen Seiende, der Feinde besiegte (Nom.Sg.m.)
pramodanaḥ
der Erfreuende (Nom.Sg.m.)
ānando nandano nandaḥ
Wonne, Erfreuer, Nanda (Nom.Sg.m.)
satyadharmā trivikramaḥ
der Wahrhaftig-Rechtschaffene, der Dreischritt-Tuende (Nom.Sg.m.)

maharṣiḥ kapilācāryaḥ kṛtajño medinīpatiḥ; tripadas tridaśādhyakṣo mahāśṛṅgaḥ kṛtāntakṛt

Der große Seher, Kapila der Lehrer, der Dankbare, der Herr der Erde; der Dreifüßige, der Herr der Dreißig [Götter], der große Gehörnte, der das Ende Bewirkende [Vernichter des Endes].

Wort für Wort
maharṣiḥ kapilācāryaḥ
großer Ṛṣi, Lehrer Kapila (Nom.Sg.m.)
kṛtajño medinīpatiḥ
der das Getane Anerkennende, Herr der Erde (Nom.Sg.m.)
tripadas tridaśādhyakṣo
Dreifüßiger, Gebieter der Götter (Nom.Sg.m.)
mahāśṛṅgaḥ kṛtāntakṛt
der große Gehörnte, der das Ende Herbeiführende (Nom.Sg.m.)

kṛtāntakṛt: auch 'Vollender/Ender des Kṛta' möglich.

mahāvarāho govindaḥ suṣeṇaḥ kanakāṅgadī; guhyo gabhīro gahano guptaś cakragadādharaḥ

Der große Eber, Govinda, Suṣeṇa, der mit goldenen Armreifen; der Geheime, der Tiefe, der Undurchdringliche, der Behütete, der Träger von Diskus und Keule.

Wort für Wort
mahāvarāho govindaḥ
großer Eber, Govinda (Nom.Sg.m.)
suṣeṇaḥ kanakāṅgadī
Suṣeṇa, der Goldarmreif-Träger (Nom.Sg.m.)
guhyo gabhīro
der Verborgene, der Tiefe (Nom.Sg.m.)
gahano guptaḥ
der Unergründliche, der Beschützte (Nom.Sg.m.)
cakragadādharaḥ
Träger von Diskus und Keule (Nom.Sg.m.)

vedhāḥ svāṅgo 'jitaḥ kṛṣṇo dṛḍhaḥ saṃkarṣaṇo 'cyutaḥ; varuṇo vāruṇo vṛkṣaḥ puṣkarākṣo mahāmanāḥ

Der Schöpfer, der mit schönen Gliedern, der Unbesiegte, Kṛṣṇa, der Feste, Saṃkarṣaṇa, der Unerschütterliche; Varuṇa, der Sohn Varuṇas, der Baum, der Lotusäugige, der Großgesinnte.

Wort für Wort
vedhāḥ svāṅgo 'jitaḥ
Schöpfer, Schönleibiger, Unbesiegter (Nom.Sg.m.)
kṛṣṇo dṛḍhaḥ
Kṛṣṇa, der Feste (Nom.Sg.m.)
saṃkarṣaṇo 'cyutaḥ
Saṃkarṣaṇa, der Unfehlbare (Nom.Sg.m.)
varuṇo vāruṇo vṛkṣaḥ
Varuṇa, der Varuṇa-Verbundene/Sohn, Baum (Nom.Sg.m.)
puṣkarākṣo mahāmanāḥ
Lotusäugiger, Großgesinnter (Nom.Sg.m.)

bhagavān bhagahā nandī vanamālī halāyudhaḥ; ādityo jyotir ādityaḥ sahiṣṇur gatisattamaḥ

Der Erhabene, der Glück Vernichtende [Bhaga-Vernichter], der Erfreuende, der Waldkranzträger, der die Pflugschar als Waffe Führende; Āditya, das Licht, Āditya, der Ertragende, der beste Zufluchtsort.

Wort für Wort
bhagavān bhagahā
der Erhabene, der Bhaga-Töter (Nom.Sg.m.)
nandī vanamālī
der Freudige, der Waldkranzträger (Nom.Sg.m.)
halāyudhaḥ
der die Pflugschar zur Waffe hat (Nom.Sg.m.)
ādityo jyotir ādityaḥ
Āditya, Licht, Āditya (Nom.Sg.m.)
sahiṣṇur gatisattamaḥ
der Duldsame, der beste Zufluchtsort (Nom.Sg.m.)

jyotir ādityaḥ: als Epitheton 'Licht [und] Āditya' gedeutet.

sudhanvā khaṇḍaparaśur dāruṇo draviṇapradaḥ; divaḥspṛk sarvadṛg vyāso vācaspatir ayonijaḥ

Der mit schönem Bogen, der mit der Axt [Parashu] Bewaffnete, der Furchtbare, der Reichtum Schenkende; der den Himmel Berührende, der Allsehende, Vyāsa, der Herr der Rede, der nicht aus dem Schoß Geborene.

Wort für Wort
sudhanvā khaṇḍaparaśur
Schönbogen, der mit der spaltenden Axt (Nom.Sg.m.)
dāruṇo draviṇapradaḥ
der Harte, Reichtum-Schenker (Nom.Sg.m.)
divaḥspṛk sarvadṛg
Himmelsberührer, Allschauer (Nom.Sg.m.)
vyāso vācaspatir
Vyāsa [Ordner], Herr der Rede (Nom.Sg.m.)
ayonijaḥ
der nicht aus einem Schoß Geborene (Nom.Sg.m.)

trisāmā sāmagaḥ sāma nirvāṇaṃ bheṣajaṃ bhiṣak; saṃnyāsakṛc chamaḥ śānto niṣṭhā śāntiḥ parāyaṇam

Der mit den drei Sāman [Besungene] [?], der Sāman-Sänger, das Sāman, das Verlöschen, die Arznei, der Arzt; der Entsagung Übende, der Gleichmut, der Friedvolle, die Grundlage, der Friede, die höchste Zuflucht.

Wort für Wort
trisāmā sāmagaḥ sāma
der mit drei Sāman [?], Sāman-Sänger, Sāman (Nom.Sg.m./n.)
nirvāṇaṃ bheṣajaṃ bhiṣak
Verlöschen, Arznei, Arzt (Nom.Sg.)
saṃnyāsakṛt śamaḥ śāntaḥ
Entsagung Übender, Gleichmut, Friedvoller (Nom.Sg.m.)
niṣṭhā śāntiḥ parāyaṇam
Grundlage, Friede, höchste Zuflucht (Nom.Sg.)

trisāmā: Deutung unsicher.

śubhāṅgaḥ śāntidaḥ sraṣṭā kumudaḥ kuvaleśayaḥ; gohito gopatir goptā vṛṣabhākṣo vṛṣapriyaḥ

Der mit schönen Gliedern, der Frieden Spendende, der Schöpfer, die Kumuda-Lotosblume, der im Kuvala-Teich Ruhende; der Rinderfreund, der Herr der Rinder, der Rinderhüter, der mit Stieraugen, der den Stier Liebende.

Wort für Wort
śubhāṅgaḥ śāntidaḥ sraṣṭā
der schöngliedrige, Frieden gebende, Schöpfer (Nom.Sg.m.)
kumudaḥ kuvaleśayaḥ
Kumuda, im Kuvala [Lotos/Teich] liegend (Nom.Sg.m.)
gohitaḥ gopatiḥ goptā
Rinderfreund, Rinderherr, Hüter (Nom.Sg.m.)
vṛṣabhākṣaḥ vṛṣapriyaḥ
stieräugig, Stier/Dharma liebend (Nom.Sg.m.)

anivartī nivṛttātmā saṃkṣeptā kṣemakṛc chivaḥ; śrīvatsavakṣāḥ śrīvāsaḥ śrīpatiḥ śrīmatāṃ varaḥ

Der nicht Zurückkehrende, der in sich Zurückgezogene, der Zusammenfasser, der Heil Bewirkende, der Glückverheißende; der das Śrīvatsa-Mal auf der Brust Tragende, der Wohnstatt der Śrī, der Gatte der Śrī, der Beste unter den Glücklichen.

Wort für Wort
anivartī nivṛttātmā
nicht umkehrend, dessen Selbst zurückgezogen ist (Nom.Sg.m.)
saṃkṣeptā kṣemakṛt śivaḥ
Zusammenfasser, Heil Schaffender, gütig (Nom.Sg.m.)
śrīvatsavakṣāḥ śrīvāsaḥ
Śrīvatsa-Brust, Wohnstatt der Śrī (Nom.Sg.m.)
śrīpatiḥ śrīmatāṃ varaḥ
Herr der Śrī, Bester der Glückbegabten (Nom./Gen.Pl.)

śrīdaḥ śrīśaḥ śrīnivāsaḥ śrīnidhiḥ śrīvibhāvanaḥ; śrīdharaḥ śrīkaraḥ śreyaḥ śrīmāṃl lokatrayāśrayaḥ

Der Glück Gebende, der Herr der Śrī, der Śrī zur Wohnstatt Habende, der Schatz der Śrī, der Śrī Ausbreitende; der Śrī Tragende, der Śrī Schaffende, das Heil, der Glanzvolle, die Zuflucht der drei Welten.

Wort für Wort
śrīdaḥ śrīśaḥ śrīnivāsaḥ
Glück gebend, Herr der Śrī, Wohnsitz der Śrī (Nom.Sg.m.)
śrīnidhiḥ śrīvibhāvanaḥ
Schatz der Śrī, Śrī entfaltend (Nom.Sg.m.)
śrīdharaḥ śrīkaraḥ śreyaḥ
Śrī tragend, Śrī schaffend, Heil (Nom.Sg.)
śrīmān lokatrayāśrayaḥ
glanzvoll, Zuflucht der drei Welten (Nom.Sg.m.)

svakṣaḥ svaṅgaḥ śatānando nandir jyotir gaṇeśvaraḥ; vijitātmā vidheyātmā satkīrtiś chinnasaṃśayaḥ

Der Schönäugige, der Schönglieder, der mit hundertfacher Wonne, die Freude, das Licht, der Herr der Scharen; der dessen Selbst besiegt hat, der dessen Selbst gehorsam ist, der von gutem Ruhm, der dessen Zweifel zerschnitten sind.

Wort für Wort
svakṣaḥ svaṅgaḥ śatānandaḥ
schönäugig, schöngliedrig, hundertfach wonnevoll (Nom.Sg.m.)
nandiḥ jyotiḥ gaṇeśvaraḥ
Freude, Licht, Herr der Scharen (Nom.Sg.)
vijitātmā vidheyātmā
dessen Selbst bezwungen / fügsam ist (Nom.Sg.m., Bahuvrīhi)
satkīrtiḥ chinnasaṃśayaḥ
von gutem Ruhm, dessen Zweifel zerschnitten sind (Nom.Sg.m.)

śatānanda: auch „Hundertfreude“; gaṇeśvara: Herr der Scharen [Gefolgschaften].

udīrṇaḥ sarvataścakṣur anīśaḥ śāśvataḥ sthiraḥ; bhūśayo bhūṣaṇo bhūtir viśokaḥ śokanāśanaḥ

Der Erhabene, der allseits Augen Habende, der keinen Herrn über sich Habende, der Ewige, der Beständige; der auf der Erde Ruhende, der Schmuck der Erde, das Gedeihen, der Sorgenfreie, der die Sorge Vernichtende.

Wort für Wort
udīrṇaḥ sarvataścakṣuḥ
erhaben, allseits Augen habend (Nom.Sg.m.)
anīśaḥ śāśvataḥ sthiraḥ
ohne Oberherrn, ewig, fest (Nom.Sg.m.)
bhūśayaḥ bhūṣaṇaḥ bhūtiḥ
auf der Erde ruhend, Schmuck, Gedeihen (Nom.Sg.)
viśokaḥ śokanāśanaḥ
sorgenfrei, Sorge vernichtend (Nom.Sg.m.)

udīrṇa: „erhaben, emporgestiegen“; bhūśaya auch „in der Erde liegend“.

arciṣmān arcitaḥ kumbho viśuddhātmā viśodhanaḥ; aniruddho 'pratirathaḥ pradyumno 'mitavikramaḥ

Der Strahlende, der Verehrte, der Krug [?], der dessen Selbst völlig rein ist, der Läuternde; Aniruddha, der Unvergleichliche [wörtlich: Wagenlose, ohne Gegenwagen], Pradyumna, der von unermesslicher Tapferkeit.

Wort für Wort
arciṣmān arcitaḥ
strahlend, verehrt (Nom.Sg.m.)
kumbhaḥ
Krug [?] (Nom.Sg.m.)
viśuddhātmā viśodhanaḥ
völlig reinen Selbst, Läuterer (Nom.Sg.m.)
aniruddhaḥ apratirathaḥ
Aniruddha, ohne Gegner [Gegenwagen] (Nom.Sg.m.)
pradyumnaḥ amitavikramaḥ
Pradyumna, von unermesslichem Schritt/Mut (Nom.Sg.m.)

kumbha: Bedeutung hier unsicher.

kālaneminihā vīraḥ śūraḥ śaurir janeśvaraḥ; trilokātmā trilokeśaḥ keśavaḥ keśihā hariḥ

Der Kālanemi-Töter, der Held, der Tapfere, Śauri, der Herr der Menschen; das Selbst der drei Welten, der Herr der drei Welten, Keśava, der Keśin-Töter, Hari.

Wort für Wort
kālaneminihā vīraḥ
Kālanemi-Töter, Held (Nom.Sg.m.)
śūraḥ śauriḥ janeśvaraḥ
Tapferer, Śauri, Herr der Menschen (Nom.Sg.m.)
trilokātmā trilokeśaḥ
Selbst der drei Welten, Herr der drei Welten (Nom.Sg.m.)
keśavaḥ keśihā hariḥ
Keśava, Keśin-Töter, Hari (Nom.Sg.m.)

kāmadevaḥ kāmapālaḥ kāmī kāntaḥ kṛtāgamaḥ; anirdeśyavapur viṣṇur vīro 'nanto dhanaṃjayaḥ

Der Gott der Liebe, der Hüter der Wünsche, der Liebende, der Liebenswerte, der das Überlieferte Schaffende [?]; der mit unbeschreiblicher Gestalt, Viṣṇu, der Held, der Unendliche, der Schätze-Erobernde (Dhanaṃjaya).

Wort für Wort
kāmadevaḥ kāmapālaḥ
Liebesgott, Wunschhüter (Nom.Sg.m.)
kāmī kāntaḥ kṛtāgamaḥ
Liebender, Lieber, Überlieferung Schaffender [?] (Nom.Sg.m.)
anirdeśyavapuḥ viṣṇuḥ
von unbeschreiblicher Gestalt, Viṣṇu (Nom.Sg.m.)
vīraḥ anantaḥ dhanaṃjayaḥ
Held, Unendlicher, Reichtum-Erobernder (Nom.Sg.m.)

kṛtāgama: Deutung unsicher.

brahmaṇyo brahmakṛd brahmā brahma brahmavivardhanaḥ; brahmavid brāhmaṇo brahmī brahmajño brāhmaṇapriyaḥ

Der den Brahmanen Zugewandte, der das Brahman Schaffende, Brahmā, das Brahman, der das Brahman Mehrende; der Brahman-Kenner, der Brahmane, der Brahman-Besitzer, der das Brahman Erkennende, der den Brahmanen Liebende.

Wort für Wort
brahmaṇyaḥ brahmakṛt
brahmanenfreundlich, Brahman schaffend (Nom.Sg.m.)
brahmā brahma
Brahmā, Brahman (Nom.Sg.m./n.)
brahmavivardhanaḥ brahmavit
Brahman mehrend, Brahman kennend (Nom.Sg.m.)
brāhmaṇaḥ brahmī brahmajñaḥ
Brahmane, Brahman-Besitzer, Brahman-Wissender (Nom.Sg.m.)
brāhmaṇapriyaḥ
Brahmanen liebend (Nom.Sg.m.)

mahākramo mahākarmā mahātejā mahoragaḥ; mahākratur mahāyajvā mahāyajño mahāhaviḥ

Der mit großem Schritt, der mit großen Taten, der mit großer Glut, die große Schlange; der große Opfer, der große Opferer, das große Opfer, die große Opfergabe.

Wort für Wort
mahākramaḥ mahākarmā
großen Schrittes, großer Taten (Nom.Sg.m.)
mahātejāḥ mahoragaḥ
von großer Glut, große Schlange (Nom.Sg.m.)
mahākratuḥ mahāyajvā
großes Opfer, großer Opferer (Nom.Sg.m.)
mahāyajñaḥ mahāhaviḥ
großes Opfer, große Opfergabe (Nom.Sg.m.)

mahākrama: „großer Schritt“ (auch Bezug auf die drei Schritte).

stavyaḥ stavapriyaḥ stotraṃ stutiḥ stotā raṇapriyaḥ; pūrṇaḥ pūrayitā puṇyaḥ puṇyakīrtir anāmayaḥ

Der Preisenswerte, der den Preis Liebende, das Loblied, der Lobpreis, der Lobsänger, der den Kampf Liebende; der Volle, der Erfüller, der Reine, der von reinem Ruhm, der Leidlose.

Wort für Wort
stavyaḥ stavapriyaḥ
preisenswert, Preis liebend (Nom.Sg.m.)
stotram stutiḥ stotā
Loblied, Lobpreis, Lobender (Nom.Sg.)
raṇapriyaḥ pūrṇaḥ
kampfliebend, voll (Nom.Sg.m.)
pūrayitā puṇyaḥ
Erfüller, rein/verdienstvoll (Nom.Sg.m.)
puṇyakīrtiḥ anāmayaḥ
von reinem Ruhm, ohne Leiden (Nom.Sg.m.)

manojavas tīrthakaro vasuretā vasupradaḥ; vasuprado vāsudevo vasur vasumanā haviḥ

Der gedankenschnelle, der Furtenschaffer, der Schatzsamen Habende, der Schätze Verleihende; der Schätze Gebende, Vāsudeva, der Schatz, der Schatzgesinnte, die Opfergabe.

Wort für Wort
manojavaḥ tīrthakaraḥ
gedankenschnell, Furtenbereiter (Nom.Sg.m.)
vasuretāḥ vasupradaḥ
dessen Same Gold/Schatz ist, Schätze gebend (Nom.Sg.m.)
vasupradaḥ vāsudevaḥ
Schätze gebend, Vāsudeva (Nom.Sg.m.)
vasuḥ vasumanāḥ haviḥ
Schatz, schatzgesinnt, Opfergabe (Nom.Sg.)

Der Text wiederholt vasuprada (91 und 92 a-b); vasupradaḥ hier doppelt überliefert.

sadgatiḥ satkṛtiḥ sattā sadbhūtiḥ satparāyaṇaḥ; śūraseno yaduśreṣṭhaḥ sannivāsaḥ suyāmunaḥ

Das gute Ziel, das gute Werk, das Sein, das gute Dasein, der dessen Zuflucht die Guten sind; Śūrasena [Sohn/Abkömmling], der Beste der Yadus, die gute Wohnstatt, der von der schönen Yamunā.

Wort für Wort
sadgatiḥ satkṛtiḥ sattā
gutes Ziel, gutes Werk, Sein (Nom.Sg.f.)
sadbhūtiḥ satparāyaṇaḥ
gutes Gedeihen, Zuflucht der Guten (Nom.Sg.)
śūrasenaḥ yaduśreṣṭhaḥ
Śūrasena, Bester der Yadus (Nom.Sg.m.)
sannivāsaḥ suyāmunaḥ
gute Wohnstatt, an der schönen Yamunā [wohnend] (Nom.Sg.m.)

bhūtāvāso vāsudevo sarvāsunilayo 'nalaḥ; darpahā darpado dṛpto durdharo 'thāparājitaḥ

Der Wohnstatt der Wesen, Vāsudeva, der Wohnsitz von allem Lebenshauch, das Feuer; der Hochmut Vernichtende, der Hochmut Gebende, der Stolze, der Unbezwingbare, und der Unbesiegte.

Wort für Wort
bhūtāvāsaḥ vāsudevaḥ
Wohnstatt der Wesen, Vāsudeva (Nom.Sg.m.)
sarvāsunilayaḥ analaḥ
Wohnsitz aller Lebenshauche, Feuer (Nom.Sg.m.)
darpahā darpadaḥ dṛptaḥ
Hochmutstöter, Stolz gebend, stolz (Nom.Sg.m.)
durdharaḥ atha aparājitaḥ
schwer zu bändigen, und, unbesiegt (Nom.Sg.m.)

vāsudevo: Sandhi-Form, der Text hat Vāsudevaḥ.

viśvamūrtir mahāmūrtir dīptamūrtir amūrtimān; anekamūrtir avyaktaḥ śatamūrtiḥ śatānanaḥ

Der die Gestalt des Alls, der mit großer Gestalt, der mit strahlender Gestalt, der Gestaltlose [und doch] Gestalt Habende; der mit vielen Gestalten, der Unoffenbare, der mit hundert Gestalten, der Hundertgesichtige.

Wort für Wort
viśvamūrtiḥ mahāmūrtiḥ
Allgestalt, Großgestalt (Nom.Sg.m.)
dīptamūrtiḥ amūrtimān
leuchtgestaltig, gestaltlos-gestaltig (Nom.Sg.m.)
anekamūrtiḥ avyaktaḥ
vielgestaltig, unoffenbar (Nom.Sg.m.)
śatamūrtiḥ śatānanaḥ
hundertgestaltig, hundertgesichtig (Nom.Sg.m.)

amūrtimān: gestaltlos und doch Gestalt besitzend (Paradox).

eko naikaḥ savaḥ kaḥ kiṃ yat tat padam anuttamam; lokabandhur lokanātho mādhavo bhaktavatsalaḥ

Der Eine, der Nicht-Eine [Viele], das Somaopfer [?], Ka [„Wer?“], „Was?“, „Welches“, „Jenes“, die unübertreffliche Stätte; der Verwandte der Welt, der Herr der Welt, Mādhava, der den Verehrern Zugetane.

Wort für Wort
ekaḥ naikaḥ
einer, nicht einer [vielfach] (Nom.Sg.m.)
savaḥ kaḥ kiṃ yat tat
Somapressung [?], wer, was, welches, jenes (Nom./Pron.)
padam anuttamam
unübertreffliche Stätte (Nom.Sg.n.)
lokabandhuḥ lokanāthaḥ
Verwandter der Welt, Herr der Welt (Nom.Sg.m.)
mādhavaḥ bhaktavatsalaḥ
Mādhava, den Verehrern zugetan (Nom.Sg.m.)

Der Vers spielt mit den Pronomina ka, kim, yat, tat; sava ist unsicher.

suvarṇavarṇo hemāṅgo varāṅgaś candanāṅgadī; vīrahā viṣamaḥ śūnyo ghṛtāśīr acalaś calaḥ

Der goldfarbene, der mit goldenen Gliedern, der mit herrlichen Gliedern, der mit Sandel-Armreifen; der Heldentöter, der Ungleiche, der Leere, der Ghee-Verzehrende [?], der Unbewegte und Bewegte.

Wort für Wort
suvarṇavarṇaḥ hemāṅgaḥ
goldfarbig, goldgliedrig (Nom.Sg.m.)
varāṅgaḥ candanāṅgadī
mit herrlichem Körper, Sandelarmreif-Träger (Nom.Sg.m.)
vīrahā viṣamaḥ śūnyaḥ
Heldenvernichter, ungleich, leer (Nom.Sg.m.)
ghṛtāśīḥ acalaḥ calaḥ
Ghee-Wunsch [?], unbeweglich, beweglich (Nom.Sg.m.)

ghṛtāśīḥ: „dem Ghee als Wunsch/Opfer [gilt]“, Deutung unsicher.

amānī mānado mānyo lokasvāmī trilokadhṛk; sumedhā medhajo dhanyaḥ satyamedhā dharādharaḥ

Der Stolzlose, der Ehre Verleihende, der Ehrwürdige, der Herr der Welt, der die drei Welten Tragende; der Kluge, der aus Weisheit Geborene, der Glückliche, der wahre Weisheit Habende, der die Erde Tragende.

Wort für Wort
amānī mānadaḥ mānyaḥ
stolzlos, Ehre gebend, ehrwürdig (Nom.Sg.m.)
lokasvāmī trilokadhṛk
Herr der Welt, Träger der drei Welten (Nom.Sg.m.)
sumedhāḥ medhajaḥ dhanyaḥ
sehr klug, aus Weisheit geboren, glücklich (Nom.Sg.m.)
satyamedhāḥ dharādharaḥ
von wahrer Weisheit, Erdträger (Nom.Sg.m.)

tejo vṛṣo dyutidharaḥ sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ; pragraho nigraho 'vyagro naikaśṛṅgo gadāgrajaḥ

Die Glut, der Stier, der Glanzträger, der Beste unter allen Waffenträgern; der Zügel [Ergreifer], der Bändiger, der Unverwirrte, der Vielhörnige, der Älteste der Gada [Bruder des Gada].

Wort für Wort
tejaḥ vṛṣaḥ dyutidharaḥ
Glut, Stier, Glanztragend (Nom.Sg.)
sarvaśastrabhṛtāṃ varaḥ
Bester aller Waffenträger (Gen.Pl./Nom.Sg.)
pragrahaḥ nigrahaḥ
Zügel, Bändiger (Nom.Sg.m.)
avyagraḥ naikaśṛṅgaḥ
ungestört, vielhörnig (Nom.Sg.m.)
gadāgrajaḥ
älterer Bruder des Gada (Nom.Sg.m.)

gadāgraja: „Älterer Bruder des Gada“ (Kṛṣṇa).

caturmūrtiś caturbāhuś caturvyūhaś caturgatiḥ; caturātmā caturbhāvaś caturvedavid ekapāt

Der Vierfach-Gestaltige, der Vierarmige, der Vierfach-Entfaltete, der Vierfach-Gehende; der Vierfach-Wesenhafte, der Vierfach-Seiende, der Kenner der vier Veden, der Einfüßige.

Wort für Wort
caturmūrtiḥ caturbāhuḥ
vier Gestalten, vier Arme (Nom.Sg.m.)
caturvyūhaḥ caturgatiḥ
vierfache Entfaltung, vierfaches Ziel (Nom.Sg.m.)
caturātmā caturbhāvaḥ
vierfaches Selbst, vierfaches Sein (Nom.Sg.m.)
caturvedavit ekapāt
Kenner der vier Veden, einfüßig (Nom.Sg.m.)

caturvyūha: die vier Erscheinungsformen (Vyūha).

samāvarto nivṛttātmā durjayo duratikramaḥ; durlabho durgamo durgo durāvāso durārihā

Der Kreislauf, der dessen Selbst zurückgezogen ist, der schwer zu Besiegende, der schwer zu Überschreitende; der schwer zu Erlangende, der schwer zu Erreichende, die Festung, der schwer zu Bewohnende, der Vernichter schwieriger Feinde.

Wort für Wort
samāvartaḥ nivṛttātmā
Wende, Zurückgezogener (Nom.Sg.m.)
durjayaḥ duratikramaḥ
schwer zu besiegen, schwer zu überschreiten (Nom.Sg.m.)
durlabhaḥ durgamaḥ
schwer erlangbar, schwer erreichbar (Nom.Sg.m.)
durgaḥ durāvāsaḥ
Festung, schwer zu bewohnen (Nom.Sg.m.)
durārihā
Töter schwieriger Feinde (Nom.Sg.m.)

śubhāṅgo lokasāraṅgaḥ sutantus tantuvardhanaḥ; indrakarmā mahākarmā kṛtakarmā kṛtāgamaḥ

Der mit schönen Gliedern, die Antilope der Welt [?], der Schönfaden, der die Fäden Mehrende; der Indras Taten Vollbringende, der große Taten Vollbringende, der dessen Werk getan ist, der das Überlieferte Schaffende [?].

Wort für Wort
śubhāṅgaḥ lokasāraṅgaḥ
schöngliedrig, Welt-Sāraṅga [?] (Nom.Sg.m.)
sutantuḥ tantuvardhanaḥ
gutes Gewebe/Faden, Fäden mehrend (Nom.Sg.m.)
indrakarmā mahākarmā
Indras Werke tuend, großer Taten (Nom.Sg.m.)
kṛtakarmā kṛtāgamaḥ
dessen Werk vollbracht ist, Überlieferung schaffend [?] (Nom.Sg.m.)

lokasāraṅga: unsicher.

udbhavaḥ sundaraḥ sundo ratnanābhaḥ sulocanaḥ; arko vājasanaḥ śṛṅgī jayantaḥ sarvavij jayī

Der Ursprung, der Schöne, Sunda [?], der mit Juwelen-Nabel, der Schönäugige; die Sonne, der Nahrung Verleihende [?], der Gehörnte, der Siegreiche [Jayanta], der Allwissende, der Siegende.

Wort für Wort
udbhavaḥ sundaraḥ sundaḥ
Ursprung, schön, Sunda [?] (Nom.Sg.m.)
ratnanābhaḥ sulocanaḥ
Juwelennabel, schönäugig (Nom.Sg.m.)
arkaḥ vājasanaḥ
Sonne, Nahrung gewinnend/gebend [?] (Nom.Sg.m.)
śṛṅgī jayantaḥ
gehörnt, siegreich (Nom.Sg.m.)
sarvavit jayī
alles wissend, siegend (Nom.Sg.m.)

sundo: wohl Sunda [?]; vājasana: „Nahrungsgewinner“, unsicher.

suvarṇabindur akṣobhyaḥ sarvavāg īśvareśvaraḥ; mahāhrado mahāgarto mahābhūto mahānidhiḥ

Der mit goldenen Tropfen, der Unerschütterliche, der Herr aller Rede, der Herr der Herren; der große See, die große Grube, das große Wesen, der große Schatz.

Wort für Wort
suvarṇabinduḥ akṣobhyaḥ
Goldtropfen, unerschütterlich (Nom.Sg.m.)
sarvavāk īśvareśvaraḥ
Rede von allem, Herr der Herren (Nom.Sg.m.)
mahāhradaḥ mahāgartaḥ
großer See, große Grube (Nom.Sg.m.)
mahābhūtaḥ mahānidhiḥ
großes Wesen, großer Schatz (Nom.Sg.m.)

kumudaḥ kuṃdaraḥ kundaḥ parjanyaḥ pavano 'nilaḥ; amṛtāṃśo 'mṛtavapuḥ sarvajñaḥ sarvatomukhaḥ

Kumuda, Kundara, Kunda, der Regengott, der Wind, der Luftzug; der Nektar-Strahlige, der mit Nektar-Körper, der Allwissende, der nach allen Seiten Gesichtige.

Wort für Wort
kumudaḥ kuṃdaraḥ kundaḥ
Kumuda, Kundara, Kunda (Nom.Sg.m.)
parjanyaḥ pavanaḥ anilaḥ
Regengott, Wind, Luft (Nom.Sg.m.)
amṛtāṃśaḥ amṛtavapuḥ
Nektarstrahl, Nektarleib (Nom.Sg.m.)
sarvajñaḥ sarvatomukhaḥ
allwissend, allseitig gesichtet (Nom.Sg.m.)

amṛtāṃśa: „mit Nektarstrahl“ (Mond).

sulabhaḥ suvrataḥ siddhaḥ śatrujic chatrutāpanaḥ; nyagrodhodumbaro 'śvatthaś cāṇūrāndhraniṣūdanaḥ

Der leicht Erreichbare, der mit guten Gelübden, der Vollendete, der Feindebezwinger, der Feindequäler; der Feigenbaum [Nyagrodha, Udumbara, Aśvattha], der Cāṇūra und Andhra Vernichtende.

Wort für Wort
sulabhaḥ suvrataḥ siddhaḥ
leicht erreichbar, gutgelobend, vollendet (Nom.Sg.m.)
śatrujit śatrutāpanaḥ
Feindesieger, Feindequäler (Nom.Sg.m.)
nyagrodhodumbaraḥ aśvatthaḥ
Nyagrodha, Udumbara, Aśvattha (Nom.Sg.m.)
cāṇūrāndhraniṣūdanaḥ
Cāṇūra-Andhra-Töter (Nom.Sg.m.)

nyagrodhodumbaraśvattha: drei Feigenbaumarten.

sahasrārciḥ saptajihvaḥ saptaidhāḥ saptavāhanaḥ; amūrtir anagho 'cintyo bhayakṛd bhayanāśanaḥ

Der mit tausend Strahlen, der mit sieben Zungen, der mit sieben Brennstoffen, der mit sieben Zugtieren; der Gestaltlose, der Makellose, der Undenkbare, der Furcht Bewirkende, der Furcht Vernichtende.

Wort für Wort
sahasrārciḥ saptajihvaḥ
tausendflammig, siebenzüngig (Nom.Sg.m.)
saptaidhāḥ saptavāhanaḥ
siebenfach entflammt, siebenzugig (Nom.Sg.m.)
amūrtiḥ anaghaḥ acintyaḥ
gestaltlos, makellos, undenkbar (Nom.Sg.m.)
bhayakṛt bhayanāśanaḥ
Furcht schaffend, Furcht vernichtend (Nom.Sg.m.)

aṇur bṛhat kṛśaḥ sthūlo guṇabhṛn nirguṇo mahān; adhṛtaḥ svadhṛtaḥ svāsyaḥ prāgvaṃśo vaṃśavardhanaḥ

Der Winzige, der Große, der Zarte, der Massige, der die Eigenschaften Tragende, der Eigenschaftslose, der Mächtige; der Ungetragene, der Selbst-Getragene, der schön Mündige, der Ostwärts-Geschlechtige [?], der das Geschlecht Mehrende.

Wort für Wort
aṇuḥ bṛhat kṛśaḥ sthūlaḥ
winzig, groß, zart, massig (Nom.Sg.)
guṇabhṛt nirguṇaḥ mahān
Eigenschaften tragend, eigenschaftslos, groß (Nom.Sg.m.)
adhṛtaḥ svadhṛtaḥ
ungehalten, selbstgehalten (Nom.Sg.m.)
svāsyaḥ prāgvaṃśaḥ
schönmündig, Ostgeschlecht [?] (Nom.Sg.m.)
vaṃśavardhanaḥ
Geschlecht mehrend (Nom.Sg.m.)

prāgvaṃśa: Deutung unsicher (Ostraum/frühes Geschlecht).

bhārabhṛt kathito yogī yogīśaḥ sarvakāmadaḥ; āśramaḥ śramaṇaḥ kṣāmaḥ suparṇo vāyuvāhanaḥ

Der die Last Tragende, der Gepriesene, der Yogin, der Herr der Yogins, der alle Wünsche Gewährende; die Einsiedelei, der Asket, der Erschöpfte, der Suparṇa [Garuḍa], der den Wind zum Träger Habende.

Wort für Wort
bhārabhṛt kathitaḥ
Lastträger, Gepriesener (Nom.Sg.m.)
yogī yogīśaḥ sarvakāmadaḥ
Yogin, Herr der Yogins, alle Wünsche gebend (Nom.Sg.m.)
āśramaḥ śramaṇaḥ kṣāmaḥ
Einsiedelei, Asket, Erschöpfter (Nom.Sg.m.)
suparṇaḥ vāyuvāhanaḥ
Suparṇa, windgetragen (Nom.Sg.m.)

dhanurdharo dhanurvedo daṇḍo damayitā damaḥ; aparājitaḥ sarvasaho niyantā niyamo yamaḥ

Der Bogenträger, die Bogenkunde, der Stab, der Bändiger, die Bändigung; der Unbesiegte, der alles Ertragende, der Lenker, die Regel, Yama.

Wort für Wort
dhanurdharaḥ dhanurvedaḥ
Bogenträger, Bogenkunde (Nom.Sg.m.)
daṇḍaḥ damayitā damaḥ
Stab, Bändiger, Bändigung (Nom.Sg.m.)
aparājitaḥ sarvasahaḥ
unbesiegt, alles ertragend (Nom.Sg.m.)
niyantā niyamaḥ yamaḥ
Lenker, Regel, Zügelung/Yama (Nom.Sg.m.)

sattvavān sāttvikaḥ satyaḥ satyadharmaparāyaṇaḥ; abhiprāyaḥ priyārho 'rhaḥ priyakṛt prītivardhanaḥ

Der Sattvavolle, der Sattva-Bestimmte, der Wahre, der auf Wahrheit und Dharma als höchste Zuflucht Gerichtete; die Absicht, der Liebenswerte und Würdige, der Würdige, der Liebes Tuende, der die Zuneigung Mehrende.

Wort für Wort
sattvavān sāttvikaḥ satyaḥ
sattvavoll, sattvisch, wahr (Nom.Sg.m.)
satyadharmaparāyaṇaḥ
Wahrheit und Dharma als höchstes Ziel (Nom.Sg.m.)
abhiprāyaḥ priyārhaḥ arhaḥ
Absicht, des Lieben würdig, würdig (Nom.Sg.m.)
priyakṛt prītivardhanaḥ
Liebes tuend, Zuneigung mehrend (Nom.Sg.m.)

vihāyasagatir jyotiḥ surucir hutabhug vibhuḥ; ravir virocanaḥ sūryaḥ savitā ravilocanaḥ

Der Himmelsgänger, das Licht, der Schöngestrahlte, der Opferverzehrer [Feuer], der Allmächtige; die Sonne, der Erleuchtende, Sūrya, Savitṛ, der Sonnenäugige.

Wort für Wort
vihāyasagatiḥ jyotiḥ
Himmelsgänger, Licht (Nom.Sg.)
surucir hutabhuk vibhuḥ
strahlend, Opferverzehrer, allmächtig (Nom.Sg.m.)
raviḥ virocanaḥ
Sonne, Erleuchter (Nom.Sg.m.)
sūryaḥ savitā ravilocanaḥ
Sūrya, Savitṛ, sonnenäugig (Nom.Sg.m.)

hutabhuj: „Opferverzehrer“ = Agni; virocana: der Erleuchtende.

ananto hutabhug bhoktā sukhado naikado 'grajaḥ; anirviṇṇaḥ sadāmarṣī lokādhiṣṭhānam adbhutam

Der Unendliche, der Opferverzehrer, der Genießer, der Glück Gebende, der Nicht-Einzige Gebende, der Erstgeborene; der Unverdrossene, der stets Geduldige, die wunderbare Grundlage der Welt.

Wort für Wort
anantaḥ hutabhuk bhoktā
Unendlicher, Opferverzehrer, Genießer (Nom.Sg.m.)
sukhadaḥ naikadaḥ agrajaḥ
Glück gebend, vielfach gebend [?], Erstgeborener (Nom.Sg.m.)
anirviṇṇaḥ sadāmarṣī
unverdrossen, stets duldsam (Nom.Sg.m.)
lokādhiṣṭhānam adbhutam
Grundlage der Welt, wunderbar (Nom.Sg.n.)

naikada: „nicht nur eines gebend“, unsicher.

sanāt sanātanatamaḥ kapilaḥ kapir avyayaḥ; svastidaḥ svastikṛt svasti svastibhuk svastidakṣiṇaḥ

Der Uranfängliche, der Allerälteste, Kapila, der Affe [Kapi], der Unvergängliche; der Heil Gebende, der Heil Schaffende, das Heil, der Heil Genießende, der Heil-Gabenreiche.

Wort für Wort
sanāt sanātanatamaḥ
von Urzeit, Ältester von allen (Nom.Sg.m.)
kapilaḥ kapiḥ avyayaḥ
Kapila, Kapi, unvergänglich (Nom.Sg.m.)
svastidaḥ svastikṛt
Heil gebend, Heil schaffend (Nom.Sg.m.)
svasti svastibhuk
Heil, Heil genießend (Nom.Sg.)
svastidakṣiṇaḥ
heilreich schenkend/geschickt (Nom.Sg.m.)

kapiḥ: Affe/Sonne, unsicher.

araudraḥ kuṇḍalī cakrī vikramy ūrjitaśāsanaḥ; śabdātigaḥ śabdasahaḥ śiśiraḥ śarvarīkaraḥ

Der Nicht-Schreckliche, der Ohrringträger, der Diskusträger, der Schreitende, der mit gewaltiger Herrschaft; der über den Laut Hinausgehende, der den Laut Ertragende, der Kühle, der die Nacht Erschaffende.

Wort für Wort
araudraḥ kuṇḍalī cakrī
nicht wild, Ohrringträger, Diskusträger (Nom.Sg.m.)
vikramī ūrjitaśāsanaḥ
Schreitender, dessen Gebot mächtig ist (Nom.Sg.m.)
śabdātigaḥ śabdasahaḥ
über Laut hinaus, den Laut ertragend (Nom.Sg.m.)
śiśiraḥ śarvarīkaraḥ
kühl, Nacht schaffend (Nom.Sg.m.)

akrūraḥ peśalo dakṣo dakṣiṇaḥ kṣamiṇāṃ varaḥ; vidvattamo vītabhayaḥ puṇyaśravaṇakīrtanaḥ

Der Nicht-Grausame, der Anmutige, der Geschickte, der Rechte, der Beste der Geduldigen; der Allerweiseste, der Furchtlose, dessen Hören und Preisen verdienstvoll ist.

Wort für Wort
akrūraḥ peśalaḥ dakṣaḥ
nicht grausam, anmutig, geschickt (Nom.Sg.m.)
dakṣiṇaḥ kṣamiṇāṃ varaḥ
rechtschaffen, Bester der Duldsamen (Nom.Sg.m./Gen.Pl.)
vidvattamaḥ vītabhayaḥ
weisester, furchtfrei (Nom.Sg.m.)
puṇyaśravaṇakīrtanaḥ
dessen Hören und Preisen heilbringend ist (Nom.Sg.m.)

uttāraṇo duṣkṛtihā puṇyo duḥsvapnanāśanaḥ; vīrahā rakṣaṇaḥ santo jīvanaḥ paryavasthitaḥ

Der Hinüberführende, der die Übeltaten Vernichtende, der Heilige, der die bösen Träume Vernichtende; der Heldentöter, der Beschützer, der Gute, der Belebende, der Umfassend-Gegenwärtige.

Wort für Wort
uttāraṇaḥ duṣkṛtihā
Hinüberführer, Übeltatenvernichter (Nom.Sg.m.)
puṇyaḥ duḥsvapnanāśanaḥ
heilig, Albträume vernichtend (Nom.Sg.m.)
vīrahā rakṣaṇaḥ
Heldentöter, Beschützer (Nom.Sg.m.)
santaḥ jīvanaḥ paryavasthitaḥ
gut, belebend, ringsum stehend (Nom.Sg.m.)

anantarūpo 'nantaśrīr jitamanyur bhayāpahaḥ; caturasro gabhīrātmā vidiśo vyādiśo diśaḥ

Der mit unendlicher Gestalt, der mit unendlichem Glanz, der den Zorn Besiegt Habende, der die Furcht Vertreibende; der Vierseitige, der Tiefgründige, die Zwischenrichtungen, die Ausweisung, die Himmelsrichtungen.

Wort für Wort
anantarūpaḥ anantaśrīḥ
unendliche Gestalt, unendlicher Glanz (Nom.Sg.m.)
jitamanyuḥ bhayāpahaḥ
Zorn besiegt, Furcht vertreibend (Nom.Sg.m.)
caturasraḥ gabhīrātmā
viereckig, tiefen Selbstes (Nom.Sg.m.)
vidiśaḥ vyādiśaḥ diśaḥ
Zwischenrichtung, Weisung, Richtung (Nom.Sg.)

vidiśo vyādiśo diśaḥ: Zwischenrichtungen, Weisung, Richtungen; caturasra: „viereckig“.

anādir bhūr bhuvo lakṣmīḥ suvīro rucirāṅgadaḥ; janano janajanmādir bhīmo bhīmaparākramaḥ

Der Anfanglose, die Erde, das Glück der Erde, der gute Held, der mit prächtigen Armreifen; der Erzeuger, der Ursprung der Geburt der Menschen, der Furchtbare, der von furchtbarer Tapferkeit.

Wort für Wort
anādiḥ bhūḥ bhuvaḥ lakṣmīḥ
der Anfanglose, die Erde, der Erde Glück (Nom.Sg.; bhuvaḥ Gen.Sg.)
suvīraḥ rucirāṅgadaḥ
der gute Held, der mit prächtigen Armreifen (Nom.Sg.)
jananaḥ janajanmādiḥ
der Erzeuger, der Ursprung der Geburt der Menschen (Nom.Sg.; Kompositum)
bhīmaḥ bhīmaparākramaḥ
der Furchtbare, der von furchtbarer Tapferkeit (Nom.Sg.)

ādhāranilayo dhātā puṣpahāsaḥ prajāgaraḥ; ūrdhvagaḥ satpathācāraḥ prāṇadaḥ praṇavaḥ paṇaḥ

Der Stütze und Wohnstatt [aller], der Erhalter, der mit blühendem Lächeln, der Wachende; der Aufwärtsgehende, der den Pfad der Guten Wandelnde, der Lebensatem Gebende, die Silbe Oṃ, der Preis [oder: der Einsatz].

Wort für Wort
ādhāranilayaḥ dhātā
Stütze und Wohnstatt, Erhalter (Nom.Sg.)
puṣpahāsaḥ prajāgaraḥ
der mit blühendem Lächeln, der Wachende (Nom.Sg.)
ūrdhvagaḥ satpathācāraḥ
der Aufwärtsgehende, der den Pfad der Guten Wandelnde (Nom.Sg.)
prāṇadaḥ praṇavaḥ paṇaḥ
Lebensatem-Geber, die Silbe Oṃ, der Preis [?] (Nom.Sg.)

paṇaḥ: „Einsatz, Preis, Handel“; Sinn hier unsicher.

pramāṇaṃ prāṇanilayaḥ prāṇakṛt prāṇajīvanaḥ; tattvaṃ tattvavid ekātmā janmamṛtyujarātigaḥ

Das Maß [der Erkenntnis], die Wohnstatt des Lebenshauchs, der Lebenshauch Schaffende, der vom Lebenshauch Lebende; die Wahrheit [das Wesen], der Kenner der Wahrheit, das eine Selbst, der Geburt, Tod und Alter Überschreitende.

Wort für Wort
pramāṇam prāṇanilayaḥ
das Maß, Wohnstatt des Lebenshauchs (Nom.Sg.)
prāṇakṛt prāṇajīvanaḥ
Lebenshauch-Schaffer, vom Lebenshauch Lebender (Nom.Sg.)
tattvam tattvavid
die Wahrheit, Kenner der Wahrheit (Nom.Sg.)
ekātmā janmamṛtyujarātigaḥ
das eine Selbst, der über Geburt, Tod und Alter Hinausgehende (Nom.Sg.)

bhūr bhuvaḥ svas tarus tāraḥ savitā prapitāmahaḥ; yajño yajñapatir yajvā yajñāṅgo yajñavāhanaḥ

Bhūḥ, Bhuvaḥ, Svar [Erde, Luftraum, Himmel], der Baum, der Retter [oder: der Strahlende], Savitṛ, der Urgroßvater; das Opfer, der Herr des Opfers, der Opfernde, dessen Glieder das Opfer sind, der Träger des Opfers.

Wort für Wort
bhūḥ bhuvaḥ svaḥ
Erde, Luftraum, Himmel (Nom./Indeklinabel)
taruḥ tāraḥ
der Baum, der Retter [?] (Nom.Sg.)
savitā prapitāmahaḥ
Savitṛ, der Urgroßvater (Nom.Sg.)
yajñaḥ yajñapatiḥ yajvā
das Opfer, Herr des Opfers, der Opfernde (Nom.Sg.)
yajñāṅgaḥ yajñavāhanaḥ
dessen Glieder das Opfer sind, Träger des Opfers (Nom.Sg.)

tāraḥ: „Retter, Überführer“ oder „strahlend“; unsicher.

yajñabhṛd yajñakṛd yajñī yajñabhug yajñasādhanaḥ; yajñāntakṛd yajñaguhyam annam annāda eva ca

Der das Opfer Tragende, der das Opfer Vollziehende, der Opferer, der das Opfer Genießende, das Mittel des Opfers; der das Opfer zum Ende Bringende, das Geheimnis des Opfers, die Speise und ebenso der Speiseesser.

Wort für Wort
yajñabhṛt yajñakṛt yajñī
Opferträger, Opfervollzieher, Opferer (Nom.Sg.)
yajñabhuk yajñasādhanaḥ
Opfergenießer, Mittel des Opfers (Nom.Sg.)
yajñāntakṛt yajñaguhyam
der das Opfer zum Ende Bringende, Geheimnis des Opfers (Nom.Sg.)
annam annādaḥ eva ca
die Speise, der Speiseesser, und ebenso (Nom.Sg.)

ātmayoniḥ svayaṃjāto vaikhānaḥ sāmagāyanaḥ; devakīnandanaḥ sraṣṭā kṣitīśaḥ pāpanāśanaḥ

Der aus sich selbst Entstandene, der von selbst Geborene, Vaikhāna, der Sāman-Sänger; der Sohn der Devakī, der Schöpfer, der Herr der Erde, der Sünden Vernichtende.

Wort für Wort
ātmayoniḥ svayaṃjātaḥ
der aus sich selbst Entstandene, von selbst Geborene (Nom.Sg.)
vaikhānaḥ sāmagāyanaḥ
Vaikhāna, Sāman-Sänger (Nom.Sg.)
devakīnandanaḥ sraṣṭā
Sohn der Devakī, Schöpfer (Nom.Sg.)
kṣitīśaḥ pāpanāśanaḥ
Herr der Erde, Sündenvernichter (Nom.Sg.)

śaṅkhabhṛn nandakī cakrī śārṅgadhanvā gadādharaḥ; rathāṅgapāṇir akṣobhyaḥ sarvapraharaṇāyudhaḥ

Der Muschelträger, der das Schwert Nandaka Führende, der Diskusträger, der Bogen-Śārṅga-Träger, der Keulenträger; der den Wagenrad [Diskus] in der Hand Haltende, der Unerschütterliche, der alle Waffen als Angriffsmittel Führende.

Wort für Wort
śaṅkhabhṛt nandakī cakrī
Muschelträger, Nandaka-[Schwert]-Träger, Diskusträger (Nom.Sg.)
śārṅgadhanvā gadādharaḥ
Träger des Bogens Śārṅga, Keulenträger (Nom.Sg.)
rathāṅgapāṇiḥ akṣobhyaḥ
der das Wagenrad in der Hand hält, Unerschütterlicher (Nom.Sg.)
sarvapraharaṇāyudhaḥ
der alle Angriffswaffen als Waffen hat (Nom.Sg.)

itīdaṃ kīrtanīyasya keśavasya mahātmanaḥ; nāmnāṃ sahasraṃ divyānām aśeṣeṇa prakīrtitam

So ist dieses Tausend der göttlichen Namen des preiswürdigen, hochherzigen Keśava vollständig verkündet worden.

Wort für Wort
iti idam
so, dieses (Adv./Akk.Sg.n.)
kīrtanīyasya keśavasya mahātmanaḥ
des preiswürdigen Keśava, des Hochherzigen (Gen.Sg.)
nāmnām sahasram divyānām
das Tausend der göttlichen Namen (Gen.Pl./Nom.Sg.n.)
aśeṣeṇa prakīrtitam
vollständig verkündet (Instr.Sg./PPP Nom.Sg.n.)

ya idaṃ śṛṇuyān nityaṃ yaś cāpi parikīrtayet; nāśubhaṃ prāpnuyāt kiṃ cit so 'mutreha ca mānavaḥ

Wer dies beständig hört und wer es auch vortragen sollte, der Mensch erlangt nichts Unheilvolles, weder dort [im Jenseits] noch hier.

Wort für Wort
yaḥ idam śṛṇuyāt nityam
wer dies hören sollte, beständig (Rel.Nom.Sg., Opt.3.Sg.)
yaḥ ca api parikīrtayet
und wer auch vortragen sollte (Opt.3.Sg.)
na aśubham prāpnuyāt kiṃ cit
nicht Unheilvolles erlange er irgendetwas (Opt.3.Sg.)
saḥ amutra iha ca mānavaḥ
er, der Mensch, dort und hier (Nom.Sg.; Adv.)

vedāntago brāhmaṇaḥ syāt kṣatriyo vijayī bhavet; vaiśyo dhanasamṛddhaḥ syāc chūdraḥ sukham avāpnuyāt

Ein Brahmane würde zum Kenner am Ende des Veda, ein Kṣatriya würde siegreich, ein Vaiśya reich an Besitz, ein Śūdra würde Glück erlangen.

Wort für Wort
vedāntagaḥ brāhmaṇaḥ syāt
ein Brahmane würde Veda-Vollender sein (Nom.Sg., Opt.3.Sg.)
kṣatriyaḥ vijayī bhavet
ein Kṣatriya würde siegreich werden (Opt.3.Sg.)
vaiśyaḥ dhanasamṛddhaḥ syāt
ein Vaiśya würde reich an Besitz sein (Opt.3.Sg.)
śūdraḥ sukham avāpnuyāt
ein Śūdra würde Glück erlangen (Opt.3.Sg.)

dharmārthī prāpnuyād dharmam arthārthī cārtham āpnuyāt; kāmān avāpnuyāt kāmī prajārthī cāpnuyāt prajāḥ

Wer das Recht sucht, erlangt das Recht, wer Wohlstand sucht, erlangt Wohlstand; wer Begierden hat, erlangt seine Wünsche, wer Nachkommen sucht, erlangt Nachkommen.

Wort für Wort
dharmārthī prāpnuyāt dharmam
der Rechtsuchende erlangt das Recht (Nom.Sg., Opt.3.Sg./Akk.Sg.)
arthārthī ca artham āpnuyāt
und der Wohlstandsuchende erlangt Wohlstand (Opt.3.Sg.)
kāmān avāpnuyāt kāmī
Wünsche erlangt der Wünschende (Akk.Pl./Nom.Sg.)
prajārthī ca āpnuyāt prajāḥ
und der Nachkommensuchende erlangt Nachkommen (Akk.Pl.)

bhaktimān yaḥ sadotthāya śucis tadgatamānasaḥ; sahasraṃ vāsudevasya nāmnām etat prakīrtayet

Wer voll Hingabe, stets früh aufstehend, rein und mit darauf gerichtetem Geist dieses Tausend der Namen Vāsudevas vortragen sollte,

Wort für Wort
bhaktimān yaḥ
voll Hingabe, wer (Nom.Sg.)
sadā utthāya śuciḥ
stets aufgestanden, rein (Abs./Nom.Sg.)
tadgatamānasaḥ
mit darauf gerichtetem Geist (Nom.Sg.; Kompositum)
sahasram vāsudevasya nāmnām etat prakīrtayet
dieses Tausend der Namen Vāsudevas vortragen sollte (Akk.Sg./Gen./Gen.Pl., Opt.3.Sg.)

Der Satz wird in der folgenden Einheit fortgesetzt.

yaśaḥ prāpnoti vipulaṃ jñātiprādhānyam eva ca; acalāṃ śriyam āpnoti śreyaś cāpnoty anuttamam

der erlangt weiten Ruhm und den Vorrang unter den Verwandten; er erlangt unerschütterliches Glück und erlangt das höchste Heil, das nicht zu übertreffen ist.

Wort für Wort
yaśaḥ prāpnoti vipulam
er erlangt Ruhm, weiten (Präs.3.Sg./Akk.Sg.n.)
jñātiprādhānyam eva ca
und den Vorrang unter den Verwandten (Akk.Sg.n.)
acalām śriyam āpnoti
er erlangt unwandelbares Glück (Akk.Sg.f., Präs.3.Sg.)
śreyaḥ ca āpnoti anuttamam
und erlangt das Heil, das unübertroffene (Akk.Sg.n.)

na bhayaṃ kva cid āpnoti vīryaṃ tejaś ca vindati; bhavaty arogo dyutimān balarūpaguṇānvitaḥ

Er erlangt nirgends Furcht und findet Kraft und Glanz; er wird gesund, strahlend, mit Stärke, Schönheit und guten Eigenschaften begabt.

Wort für Wort
na bhayam kva cit āpnoti
er erlangt nirgends Furcht (Präs.3.Sg.)
vīryam tejaḥ ca vindati
und findet Kraft und Glanz (Akk.Sg.n., Präs.3.Sg.)
bhavati arogaḥ dyutimān
er wird gesund, strahlend (Präs.3.Sg./Nom.Sg.)
balarūpaguṇānvitaḥ
mit Stärke, Schönheit und Eigenschaften begabt (Nom.Sg.)

rogārto mucyate rogād baddho mucyeta bandhanāt; bhayān mucyeta bhītaś ca mucyetāpanna āpadaḥ

Der Krankheitsleidende wird von der Krankheit befreit, der Gefesselte würde von der Fessel befreit; der Furchtsame würde von der Furcht befreit, der in Not Geratene von der Not.

Wort für Wort
rogārtaḥ mucyate rogāt
der Krankheitsgeplagte wird befreit von der Krankheit (Pass.Präs./Abl.Sg.)
baddhaḥ mucyeta bandhanāt
der Gefesselte würde befreit von der Fessel (Pass.Opt./Abl.Sg.)
bhayāt mucyeta bhītaḥ ca
von der Furcht würde befreit der Furchtsame (Abl./Nom.Sg.)
mucyeta āpannaḥ āpadaḥ
würde befreit der in Not Geratene von der Not (Nom.Sg./Abl.Sg.)

durgāṇy atitaraty āśu puruṣaḥ puruṣottamam; stuvan nāmasahasreṇa nityaṃ bhaktisamanvitaḥ

Schwierige [Lagen] überwindet der Mensch rasch, wenn er den Höchsten der Männer beständig, mit Hingabe erfüllt, durch das Tausend der Namen preist.

Wort für Wort
durgāṇi atitarati āśu
Unwegsames überwindet er rasch (Akk.Pl.n., Präs.3.Sg.)
puruṣaḥ puruṣottamam
der Mensch den Höchsten der Männer (Nom.Sg./Akk.Sg.)
stuvan nāmasahasreṇa
preisend mit dem Tausend der Namen (Part.Präs./Instr.Sg.)
nityam bhaktisamanvitaḥ
beständig, mit Hingabe verbunden (Adv./Nom.Sg.)

vāsudevāśrayo martyo vāsudevaparāyaṇaḥ; sarvapāpaviśuddhātmā yāti brahma sanātanam

Der Sterbliche, der bei Vāsudeva Zuflucht nimmt und Vāsudeva zum höchsten Ziel hat, mit von allen Sünden gereinigtem Selbst, geht ein zum ewigen Brahman.

Wort für Wort
vāsudevāśrayaḥ martyaḥ
bei Vāsudeva Zuflucht nehmend, der Sterbliche (Nom.Sg.)
vāsudevaparāyaṇaḥ
Vāsudeva zum höchsten Ziel habend (Nom.Sg.)
sarvapāpaviśuddhātmā
mit von allen Sünden gereinigtem Selbst (Nom.Sg.)
yāti brahma sanātanam
er geht zum Brahman, dem ewigen (Präs.3.Sg./Akk.Sg.n.)

na vāsudevabhaktānām aśubhaṃ vidyate kva cit; janmamṛtyujarāvyādhibhayaṃ vāpy upajāyate

Den Verehrern Vāsudevas gibt es nirgends Unheil; und auch Furcht vor Geburt, Tod, Alter und Krankheit entsteht [ihnen] nicht.

Wort für Wort
na vāsudevabhaktānām
nicht den Verehrern Vāsudevas (Gen.Pl.)
aśubham vidyate kva cit
Unheil ist vorhanden, irgendwo (Pass.Präs.3.Sg.)
janmamṛtyujarāvyādhibhayam
Furcht vor Geburt, Tod, Alter und Krankheit (Nom.Sg.n.)
vā api upajāyate
oder auch entsteht (Präs.3.Sg.)

imaṃ stavam adhīyānaḥ śraddhābhaktisamanvitaḥ; yujyetātmasukhakṣāntiśrīdhṛtismṛtikīrtibhiḥ

Wer dieses Loblied studiert, mit Vertrauen und Hingabe versehen, der würde verbunden mit Selbstglück, Geduld, Glück, Standhaftigkeit, Erinnerung und Ruhm.

Wort für Wort
imam stavam adhīyānaḥ
dieses Loblied studierend (Akk.Sg./Part.Med.Nom.Sg.)
śraddhābhaktisamanvitaḥ
mit Vertrauen und Hingabe versehen (Nom.Sg.)
yujyeta
er würde verbunden (Pass.Opt.3.Sg.)
ātmasukhakṣāntiśrīdhṛtismṛtikīrtibhiḥ
mit Selbstglück, Geduld, Glück, Standhaftigkeit, Erinnerung, Ruhm (Instr.Pl.)

na krodho na ca mātsaryaṃ na lobho nāśubhā matiḥ; bhavanti kṛtapuṇyānāṃ bhaktānāṃ puruṣottame

Nicht Zorn, nicht Missgunst, nicht Gier und kein unheilvoller Sinn stellen sich ein bei den Verehrern des Höchsten der Männer, die Verdienst erworben haben.

Wort für Wort
na krodhaḥ na ca mātsaryam
nicht Zorn, und nicht Missgunst (Nom.Sg.)
na lobhaḥ na aśubhā matiḥ
nicht Gier, nicht unheilvoller Sinn (Nom.Sg.)
bhavanti kṛtapuṇyānām
sie entstehen bei denen, die Verdienst erworben haben (Präs.3.Pl./Gen.Pl.)
bhaktānām puruṣottame
bei den Verehrern des Höchsten der Männer (Gen.Pl./Lok.Sg.)

dyauḥ sacandrārkanakṣatrā khaṃ diśo bhūr mahodadhiḥ; vāsudevasya vīryeṇa vidhṛtāni mahātmanaḥ

Himmel samt Mond, Sonne und Sternen, Raum, Himmelsrichtungen, Erde und Ozean werden durch die Kraft des hochherzigen Vāsudeva gehalten.

Wort für Wort
dyauḥ sacandrārkanakṣatrā
der Himmel samt Mond, Sonne und Sternen (Nom.Sg.f.)
kham diśaḥ bhūḥ mahodadhiḥ
Raum, Himmelsrichtungen, Erde, Ozean (Nom.)
vāsudevasya vīryeṇa
durch die Kraft Vāsudevas (Gen./Instr.Sg.)
vidhṛtāni mahātmanaḥ
gehalten, des Hochherzigen (PPP Nom.Pl.n./Gen.Sg.)

sasurāsuragandharvaṃ sayakṣoragarākṣasam; jagad vaśe vartatedaṃ kṛṣṇasya sacarācaram

Diese Welt samt Göttern, Asuras und Gandharven, samt Yakṣas, Schlangen und Rākṣasas, mit Bewegtem und Unbewegtem, steht in der Gewalt Kṛṣṇas.

Wort für Wort
sasurāsuragandharvam
samt Göttern, Asuras, Gandharven (Nom.Sg.n.)
sayakṣoragarākṣasam
samt Yakṣas, Schlangen, Rākṣasas (Nom.Sg.n.)
jagat vaśe vartate idam
diese Welt steht in der Gewalt (Nom.Sg./Lok.Sg., Präs.3.Sg.)
kṛṣṇasya sacarācaram
Kṛṣṇas, samt Bewegtem und Unbewegtem (Gen.Sg./Nom.Sg.n.)

indriyāṇi mano buddhiḥ sattvaṃ tejo balaṃ dhṛtiḥ; vāsudevātmakāny āhuḥ kṣetraṃ kṣetrajña eva ca

Sinne, Denken, Verstand, Wesen [Sattva], Glanz, Kraft, Standhaftigkeit: Vāsudeva zum Wesen habend nennt man sie, [ebenso] das Feld und den Feldkenner.

Wort für Wort
indriyāṇi manaḥ buddhiḥ
Sinne, Denken, Verstand (Nom.)
sattvam tejaḥ balam dhṛtiḥ
Wesen, Glanz, Kraft, Standhaftigkeit (Nom.)
vāsudevātmakāni āhuḥ
Vāsudeva zum Wesen habend nennt man (Nom.Pl.n./Perf.3.Pl.)
kṣetram kṣetrajñaḥ eva ca
das Feld und auch der Feldkenner (Nom.Sg.)

sarvāgamānām ācāraḥ prathamaṃ parikalpyate; ācāraprabhavo dharmo dharmasya prabhur acyutaḥ

Von allen Überlieferungen wird zuerst der Wandel [das rechte Verhalten] erwogen; aus dem Wandel entsteht das Recht, und der Herr des Rechts ist Acyuta.

Wort für Wort
sarvāgamānām ācāraḥ
unter allen Überlieferungen der Wandel (Gen.Pl./Nom.Sg.)
prathamam parikalpyate
zuerst wird er angesetzt (Adv./Pass.Präs.3.Sg.)
ācāraprabhavaḥ dharmaḥ
aus dem Wandel entstehend das Recht (Nom.Sg.)
dharmasya prabhuḥ acyutaḥ
des Rechts Herr ist Acyuta (Gen.Sg./Nom.Sg.)

ṛṣayaḥ pitaro devā mahābhūtāni dhātavaḥ; jaṅgamājaṅgamaṃ cedaṃ jagan nārāyaṇodbhavam

Die Seher, die Ahnen, die Götter, die großen Elemente, die Grundstoffe, und dieses Bewegliche und Unbewegliche, die Welt: sie entstammen Nārāyaṇa.

Wort für Wort
ṛṣayaḥ pitaraḥ devāḥ
Seher, Ahnen, Götter (Nom.Pl.)
mahābhūtāni dhātavaḥ
große Elemente, Grundstoffe (Nom.Pl.)
jaṅgamājaṅgamam ca idam
und dieses Bewegliche und Unbewegliche (Nom.Sg.n.)
jagat nārāyaṇodbhavam
die Welt, aus Nārāyaṇa entstanden (Nom.Sg.n.)

yogo jñānaṃ tathā sāṃkhyaṃ vidyāḥ śilpāni karma ca; vedāḥ śāstrāṇi vijñānam etat sarvaṃ janārdanāt

Yoga, Wissen und ebenso Sāṃkhya, die Wissenschaften, Künste und Werk, die Veden, Lehrbücher, Unterscheidungswissen: all dies stammt von Janārdana.

Wort für Wort
yogaḥ jñānam tathā sāṃkhyam
Yoga, Wissen und ebenso Sāṃkhya (Nom.Sg.)
vidyāḥ śilpāni karma ca
Wissenschaften, Künste und Werk (Nom.Pl./Sg.)
vedāḥ śāstrāṇi vijñānam
Veden, Lehrbücher, Unterscheidungswissen (Nom.)
etat sarvam janārdanāt
all dies [kommt] von Janārdana (Nom.Sg.n./Abl.Sg.)

eko viṣṇur mahad bhūtaṃ pṛthag bhūtāny anekaśaḥ; trīṃl lokān vyāpya bhūtātmā bhuṅkte viśvabhug avyayaḥ

Einer ist Viṣṇu, das große Wesen; die Wesen sind getrennt, vielfach und zahlreich. Nachdem er die drei Welten durchdrungen hat, genießt der Selbst der Wesen, der Unvergängliche, der Alles-Genießer.

Wort für Wort
ekaḥ viṣṇuḥ mahat bhūtam
einer, Viṣṇu, das große Wesen (Nom.Sg.)
pṛthak bhūtāni anekaśaḥ
getrennt die Wesen, vielfach (Adv./Nom.Pl.n./Adv.)
trīn lokān vyāpya
die drei Welten durchdrungen habend (Akk.Pl./Abs.)
bhūtātmā bhuṅkte viśvabhuk avyayaḥ
das Selbst der Wesen genießt, der Alles-Genießer, Unvergängliche (Nom.Sg./Präs.3.Sg.Med.)

imaṃ stavaṃ bhagavato viṣṇor vyāsena kīrtitam; paṭhed ya icchet puruṣaḥ śreyaḥ prāptuṃ sukhāni ca

Dieses von Vyāsa verkündete Loblied auf den Erhabenen, Viṣṇu, soll der Mann vortragen, der Heil und Freuden erlangen will.

Wort für Wort
imam stavam bhagavataḥ viṣṇoḥ
dieses Loblied auf den Erhabenen, Viṣṇu (Akk.Sg./Gen.Sg.)
vyāsena kīrtitam
von Vyāsa verkündet (Instr.Sg./PPP Akk.Sg.)
paṭhet yaḥ icchet puruṣaḥ
vortragen soll, wer wünscht, der Mann (Opt.3.Sg.)
śreyaḥ prāptum sukhāni ca
Heil zu erlangen und Freuden (Inf./Akk.Pl.n.)

etat stotraṃ bhagavatā vyāsena parikīrtitam; yaḥ paṭhec chṛṇuyād vāpi śreyaḥ prāpnoty anuttamam

Dieses vom Erhabenen Vyāsa verkündete Loblied: wer es liest oder auch hört, erlangt das höchste Heil.

Wort für Wort
etat stotram bhagavatā
dieses Loblied, vom Erhabenen (Nom.Sg.n./Instr.Sg.)
vyāsena parikīrtitam
von Vyāsa verkündet (Instr.Sg./PPP)
yaḥ paṭhet śṛṇuyāt vā api
wer liest oder auch hört (Opt.3.Sg.)
śreyaḥ prāpnoti anuttamam
erlangt Heil, das unübertroffene (Präs.3.Sg./Akk.Sg.n.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften).

viśveśvaram ajaṃ devaṃ jagataḥ prabhavāpyayam; bhajanti ye puṣkarākṣaṃ na te yānti parābhavam

Den Herrn des Alls, den Ungeborenen, den Gott, Ursprung und Ende der Welt: die ihn, den Lotosäugigen, verehren, die gehen nicht dem Untergang entgegen.

Wort für Wort
viśveśvaram ajam devam
den Herrn des Alls, den Ungeborenen, den Gott (Akk.Sg.)
jagataḥ prabhavāpyayam
der Welt Ursprung und Ende (Gen.Sg./Akk.Sg.)
bhajanti ye puṣkarākṣam
die verehren, die ihn, den Lotosäugigen (Präs.3.Pl./Akk.Sg.)
na te yānti parābhavam
nicht gehen sie zum Untergang (Präs.3.Pl./Akk.Sg.)

arjuna uvāca; padmapatraviśālākṣa padmanābha surottama; śrībhagavān uvāca; bhaktānām anuraktānāṃ trātā bhava janārdana; yo māṃ nāmasahasreṇa stotum icchati pāṇḍava; so 'ham ekena ślokena stuta eva na saṃśayaḥ; namo 'stv anantāya sahasramūrtaye; sahasrapādākṣiśirorubāhave; sahasranāmne puruṣāya śāśvate; sahasrakoṭīyugadhāriṇe namaḥ

Arjuna sprach: „Du mit den weiten Lotosblatt-Augen, Padmanābha, Bester der Götter!“ Der Erhabene sprach: „Sei der Retter der [dir] Ergebenen und Liebenden, Janārdana. Wer mich, Pāṇḍava, mit dem Tausend der Namen preisen will: Ich bin durch einen einzigen Vers gepriesen, daran ist kein Zweifel. Verneigung dem Unendlichen mit tausend Gestalten, mit tausend Füßen, Augen, Häuptern, Schenkeln und Armen, dem Puruṣa mit tausend Namen, dem Ewigen, dem, der tausend Koṭi Zeitalter trägt: Verneigung!“

Wort für Wort
arjunaḥ uvāca padmapatraviśālākṣa padmanābha surottama
Arjuna sprach: Lotosblatt-Weitäugiger, Padmanābha, bester der Götter (Vok.Sg.)
śrībhagavān uvāca bhaktānām anuraktānām trātā bhava janārdana
der Erhabene sprach: der Ergebenen, Liebenden Retter sei, Janārdana (Gen.Pl./Nom./Imp./Vok.)
yaḥ mām nāmasahasreṇa stotum icchati pāṇḍava
wer mich mit dem Tausend der Namen preisen will, Pāṇḍava (Inf./Präs.3.Sg.)
saḥ aham ekena ślokena stutaḥ eva na saṃśayaḥ
ich bin durch einen Vers gepriesen, kein Zweifel (Instr.Sg./PPP)
namaḥ astu anantāya sahasramūrtaye
Verneigung dem Unendlichen, dem Tausendgestaltigen (Dat.Sg.)
sahasrapādākṣiśirorubāhave
dem mit tausend Füßen, Augen, Häuptern, Schenkeln, Armen (Dat.Sg.)
sahasranāmne puruṣāya śāśvate
dem Tausendnamigen, dem Puruṣa, dem Ewigen (Dat.Sg.)
sahasrakoṭīyugadhāriṇe namaḥ
dem Träger von tausend Koṭi Zeitaltern, Verneigung (Dat.Sg./Nom.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Der Text enthält Sprecherwechsel innerhalb der Einheit; die Zuweisung der Zeile „namo 'stv anantāya…“ an Arjuna ist im Text nicht markiert.

arjuna uvāca; vāsanād vāsudevasya vāsitaṃ te jagattrayam; sarvabhūtanivāso 'si vāsudeva namo 'stu te

Arjuna sprach: „Durch die Durchdringung [Duftung] Vāsudevas ist deine Dreiwelt durchdrungen; du bist der Wohnort aller Wesen, Vāsudeva, Verneigung dir!“

Wort für Wort
arjunaḥ uvāca
Arjuna sprach (Perf.3.Sg.)
vāsanāt vāsudevasya
durch die Durchdringung Vāsudevas (Abl.Sg./Gen.Sg.)
vāsitam te jagattrayam
durchdrungen ist deine Dreiwelt (PPP Nom.Sg.n./Gen.Sg./Nom.Sg.n.)
sarvabhūtanivāsaḥ asi vāsudeva namaḥ astu te
du bist Wohnort aller Wesen, Vāsudeva, Verneigung dir (Nom.Sg./Vok./Dat.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Wortspiel vāsanā / vāsudeva / vāsita / nivāsa.

namo 'stu te vyāsa viśālabuddhe; phullāravindāyatapatranetra; yena tvayā bhāratatailapūrṇaḥ; prajvālito jñānamayaḥ pradīpaḥ; eṣa niṣkaṇṭakaḥ panthā yatra saṃpūjyate hariḥ; kupathaṃ taṃ vijānīyād govindarahitāgamam; rudra uvāca; rāma rāmeti rāmeti rame rāme manorame; śrīsahasranāmatattulyaṃ rāmanāma varānane

Verneigung dir, Vyāsa, Weitverständiger, mit Augen groß wie Blätter voll erblühter Lotosse, der du die mit dem Öl des Bhārata gefüllte Leuchte voll Erkenntnis angezündet hast! Dies ist der dornenlose Pfad, wo Hari recht verehrt wird; als Irrweg soll man jene Überlieferung erkennen, die ohne Govinda ist. Rudra sprach: „Rāma, Rāma, so: Rāma! Ich freue mich in Rāma, der herzerfreuenden, du Schönantlitzige. Dem Namen des Tausends Śrī-Namen gleich ist der Name Rāma.“

Wort für Wort
namaḥ astu te vyāsa viśālabuddhe
Verneigung dir, Vyāsa, Weitverständiger (Vok.Sg.)
phullāravindāyatapatranetra
mit Augen wie große Blätter erblühter Lotosse (Vok.Sg.)
yena tvayā bhāratatailapūrṇaḥ prajvālitaḥ jñānamayaḥ pradīpaḥ
durch den, durch dich, angezündet die mit Bhārata-Öl gefüllte Wissensleuchte (Instr./Nom.Sg.)
eṣaḥ niṣkaṇṭakaḥ panthāḥ yatra saṃpūjyate hariḥ
dies ist der dornenlose Pfad, wo Hari verehrt wird (Nom.Sg./Pass.Präs.3.Sg.)
kupatham tam vijānīyāt govindarahitāgamam
als Irrweg soll man jenen erkennen, die Lehre ohne Govinda (Akk.Sg./Opt.3.Sg.)
rudraḥ uvāca
Rudra sprach
rāma rāma iti rāma iti rame rāme manorame
Rāma, Rāma, so, Rāma; ich freue mich an Rāma, dem herzerfreuenden (Vok./Präs.1.Sg.Med./Lok.Sg.)
śrīsahasranāmatattulyam rāmanāma varānane
dem Tausend Namen der Śrī gleich ist der Name Rāma, Schönantlitzige (Nom.Sg.n./Vok.Sg.f.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). Zusatzpassage; die Rāma-Strophe gehört zur Rudra-Rede (vgl. die bekannte Śiva-Pārvatī-Strophe). [Anm.: Text zusammengesetzt aus mehreren Zusatzversen.] rame rāme manorame: eine Lesart.

iti stutvā hṛṣīkeśaṃ pārthas tūṣṇīṃ sthitas tataḥ

Nachdem er so den Hṛṣīkeśa gepriesen hatte, blieb Pārtha danach schweigend stehen.

Wort für Wort
iti stutvā
so gepriesen habend (Abs.)
hṛṣīkeśam
den Hṛṣīkeśa (Akk.Sg.)
pārthaḥ tūṣṇīm
Pārtha, schweigend (Nom.Sg./Adv.)
sthitaḥ tataḥ
stand, danach (PPP Nom.Sg./Adv.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

namo brahmaṇyadevāya gobrāhmaṇahitāya ca; jagaddhitāya kṛṣṇāya govindāya namo namaḥ; ākāśāt patitaṃ toyaṃ yathā gacchati sāgaram; sarvadevanamaskāraḥ keśavaṃ prati gacchati; sarvavedeṣu yat puṇyaṃ sarvavedeṣu yat phalam; tat phalaṃ puruṣa āpnoti stutvā devaṃ janārdanam

Verneigung dem Gott der Brahmanenfreundlichkeit, dem Wohltäter der Kühe und Brahmanen, dem Wohltäter der Welt, Kṛṣṇa, Govinda: Verneigung, Verneigung! Wie vom Himmel gefallenes Wasser zum Meer geht, so geht die Verneigung vor allen Göttern zu Keśava. Das Verdienst in allen Veden, die Frucht in allen Veden: diese Frucht erlangt der Mann, der den Gott Janārdana preist.

Wort für Wort
namaḥ brahmaṇyadevāya gobrāhmaṇahitāya ca
Verneigung dem brahmanenfreundlichen Gott, dem Wohltäter von Kühen und Brahmanen (Dat.Sg.)
jagaddhitāya kṛṣṇāya govindāya namaḥ namaḥ
dem Weltenwohltäter, Kṛṣṇa, Govinda, Verneigung, Verneigung (Dat.Sg.)
ākāśāt patitam toyam yathā gacchati sāgaram
vom Himmel gefallenes Wasser, wie es zum Meer geht (Abl./PPP/Präs.3.Sg./Akk.)
sarvadevanamaskāraḥ keśavam prati gacchati
die Verneigung vor allen Göttern geht zu Keśava (Nom.Sg./Akk./Präs.3.Sg.)
sarvavedeṣu yat puṇyam sarvavedeṣu yat phalam
was an Verdienst in allen Veden, was an Frucht in allen Veden (Lok.Pl./Nom.Sg.n.)
tat phalam puruṣaḥ āpnoti stutvā devam janārdanam
diese Frucht erlangt der Mann, der Gott Janārdana gepriesen habend (Präs.3.Sg./Abs.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert).

jitaṃ te puṇḍarīkākṣa namas te viśvabhāvana; namas te 'stu hṛṣīkeśa mahāpuruṣapūrvaja

Gesiegt hat [er] für dich, Lotosäugiger; Verneigung dir, Schöpfer des Alls; Verneigung dir, Hṛṣīkeśa, älterer Bruder des großen Puruṣa.

Wort für Wort
jitam te puṇḍarīkākṣa
gesiegt für dich, Lotosäugiger (PPP Nom.Sg.n./Gen./Dat.Sg./Vok.)
namaḥ te viśvabhāvana
Verneigung dir, Schöpfer des Alls (Vok.Sg.)
namaḥ te astu hṛṣīkeśa
Verneigung dir, Hṛṣīkeśa (Imp.3.Sg./Vok.)
mahāpuruṣapūrvaja
Vorgeborener des großen Puruṣa [?] (Vok.Sg.)

Zusatzpassage der kritischen Ausgabe (nur in einem Teil der Handschriften überliefert). jitaṃ te: Bedeutung („dir ist gesiegt“) und mahāpuruṣapūrvaja (Vok., „Vorgeborener des großen Puruṣa“) unsicher [?].

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