Kapitel 102: ṛgvede 10.102 · pra te rathaṃ mithūkṛtamindro 'vatu dhṛṣṇuyā
Mudgalas Wagenrennen um Rinder (Indrasenā)
Schwieriges, stellenweise dunkles Lied über einen Wagenwettlauf, in dem Mudgala (mit Mudgalānī/Indrasenā) tausendfach Rinder gewinnt; viele Hapax- und Sachbegriffe (Wagenteile, Zugtier), daher zahlreiche unsichere Stellen. Die Verse 10-11 sind besonders rätselhaft.
pra te rathaṃ mithūkṛtamindro 'vatu dhṛṣṇuyā / asminnājau puruhūta śravāyye dhanabhakṣeṣu no 'va
Deinen Wagen, den [?] gefertigten, soll Indra mit Kühnheit fördern; in diesem ruhmbringenden Wettlauf, Vielgerufener, hilf uns bei den Beuteverteilungen. [Anm.: mithū-kṛta unsicher, etwa „abwechselnd/verkehrt/gemeinsam gemacht“.]
ut sma vāto vahati vāso 'syā adhirathaṃ yadajayat sahasram / rathīrabhūn mudgalānī gaviṣṭau bhare kṛtaṃ vyacedindrasenā
Empor trug fürwahr der Wind ihr Gewand, als sie auf dem Wagen tausend gewann; Wagenlenkerin wurde Mudgalānī bei der Rindersuche, im Kampf wurde das Getane erkannt – Indrasenā.
Halte dazwischen den Keil gegen den, der töten will, Indra, gegen den, der uns bedrängt; sei es eines Dāsa oder eines Ārya – wehre, Gabenreicher, den Schlag ab, [nur] fern von uns [?].
udno hradamapibajjarhṛṣāṇaḥ kūṭaṃ sma tṛṃhadabhimātimeti / pra muṣkabhāraḥ śrava ichamāno 'jirambāhū abharat siṣāsan
Den Teich der Wasserflut trank er, aufjubelnd; den Kūṭa [?] zermalmend geht er auf den Feind los; der Lastträger [?], Ruhm suchend, ins Preisen, brachte er die schnellen Arme herbei, Gewinn begehrend. [Anm.: Der Vers ist wörtlich kaum sicher zu fassen; die Deutung der Bildrede (Tier/Wagen/Kämpfer) bleibt offen.]
Sie ließen ihn laut brüllen, die herantraten, und ließen den Stier mitten im Rennen harnen [?]; damit gewann Mudgala hundertfach tausend Rinder, den Sūbharvan [?], im Kampfgewinn.
Bei Karkadeva [?] war der Stier angeschirrt; es rief laut sein Wagenlenker, der Langhaarige; des Angeschirrten, des Laufenden, des Stürmenden [?] – mit dem Wagen gelangen die Spuren [?] zu Mudgalānī.
Und den Radkranz [?] schlug er empor, dieser Kundige; hier helfend schirrte er den Stier an [?]; Indra half empor dem Herrn der Unantastbaren [Kühe]; mit den Füßen tobte der Höckerträger. [Anm.: Der Vers ist sehr unsicher; vaṃsaga = „Stier“, aghnyā = „Kühe“ (wörtlich „nicht zu Tötende“).]
Behaglich bewegte sich der Stachelträger, der Zopfträger, am Riemen [?] festgebunden am Holz; Heldentaten vollbringend für viele Leute, trug er Kräfte, die Rinder [?] antreibend. [Anm.: paspaśāna unsicher.]
Sieh diesen da, das Gespann [?] des Stiers, mitten auf der Rennbahn liegend, den Holzschläger [?]; mit dem Mudgala hundertfach tausend Rinder gewann in den Schlachten.
Fern das Übel! Wer hat so etwas gesehen, [ein Tier,] das man anschirrt oder wieder aufstellt? Man bringt ihm weder Gras noch Wasser; der obere [?] zieht die Deichseln, [es] weisend [?]. [Anm.: rätselhaft; wörtlich unsicher.]
Wie eine Verstoßene einen [zu findenden] Gatten [?] erlangte, strotzend, wie mit einem Schöpfrad [?] ausgießend; möge diese hier, die kommende, mit dem Wagen uns siegen lassen [?]; glückverheißend und gebunden [?] sei der Gewinn. [Anm.: Vers stark verderbt bzw. unklar; nur tastende Deutung.]
Du, Indra, bist das Auge der ganzen Welt, das Auge des Auges; wenn du als Stier den Wettlauf gewinnen willst, treibst du an mit dem Stierpaar [?] und dem verschnittenen [?] Gespannpartner.