Kapitel 177: ṛgvede 10.177 · pataṃgamaktamasurasya māyayā hṛdā paśyanti manasāvipaścitaḥ
Der Vogel (pataṅga) und die Rede: ein Rätsellied
Rätsellied vom 'Geflügelten' (pataṅga), der die Rede trägt und als Hüter zwischen den Welten kreist. Ebenen: kosmisch-mythologisch (Sonne als Vogel/Hüter mit Tag und Nacht) plausibel; Rede/Inspiration als Kern des Bildes (V. 2 ausdrücklich, vācam manasā bibharti) plausibel; innere Deutungen spekulativ.
Den Vogel [pataṅga: 'Fliegender'], gesalbt durch die Zauberkraft des Asura, / sehen die Seher mit dem Herzen, mit dem Geist. / Im Meer drinnen schauen ihn die Dichter; / der Strahlen Standort wünschen die Ordner [Anm.: pataṅga kosmisch wohl die Sonne, plausibel].
Wort für Wort
pataṅgam
Vogel, Fliegender (Akk. Sg.)
aktam
gesalbt, geschmückt (Akk. Sg. Part.)
asurasya
des Asura (Gen. Sg.)
māyayā
durch Zauberkraft (Instr. Sg.)
hṛdā
mit dem Herzen (Instr. Sg.)
paśyanti
sie sehen (3. Pl.)
manasā
mit dem Geist (Instr. Sg.)
vipaḥ-citaḥ
Seher, Weisheitskundige (Nom. Pl.)
samudre
im Meer (Lok. Sg.)
antariti
drinnen
kavayaḥ
Dichter (Nom. Pl.)
vi
auseinander, hindurch
cakṣate
sie schauen (3. Pl. Med.)
marīcīnām padam icchanti vedhasaḥ
der Strahlen Standort (Fußspur) wünschen sie, die Ordner (Nom. Pl.)
Der Vogel trägt die Rede im Geist; / sie hat der Gandharva im Mutterleib gesprochen. / Sie, die leuchtende, himmlische Inspiration, / behüten die Dichter an der Stätte des Ṛta.
apaśyaṃ gopāmanipadyamānamā ca parā ca pathibhiścarantam / sa sadhrīcīḥ sa viṣūcīrvasāna ā varīvartibhuvaneṣvantaḥ
Ich habe den Hüter gesehen, der nicht zu Fall kommt, / der herzu und weg auf Pfaden wandelt. / Er, die zusammenlaufenden und die auseinanderlaufenden [Gewänder/Strömungen?] anlegend, / kreist hin und her in den Welten.
Wort für Wort
apaśyam
ich sah (1. Sg. Impf.)
gopām
Hüter (Akk. Sg.)
ani-padyamānam
nicht niedersinkend, nicht ruhend (Akk. Sg. Part.)