Kapitel 93: ṛgvede 10.93 · mahi dyāvāpṛthivī bhūtamurvī nārī yahvī na rodasīsadaṃ naḥ
Anruf an Himmel und Erde, Götterschar, Ṛbhus und Savitṛ; Lob großer Gabenherren
Vielgestaltiges Lied: Anruf an Himmel und Erde, Aufzählung von Göttern (Aditya, Rudra, Aśvins, Ṛbhus, Savitṛ, Indra), am Ende (13-15) eine Gabenlob-Passage (dānastuti) mit Personennamen. Vers 3, 9, 11-13 sind syntaktisch schwierig und bleiben teilweise unsicher.
Groß seid ihr geworden, Himmel und Erde, weit, ihr beiden Frauen, jung, ihr beiden Welten, stets für uns; / mit jenen schützt uns, ihr Mächtigen, mit diesen schützt uns, ihr Kraftvollen.
te ghā rājāno amṛtasya mandrā aryamā mitro varuṇaḥparijmā / kad rudro nṛṇāṃ stuto marutaḥ pūṣaṇo bhagaḥ
Sie, ja, die Könige des Unsterblichen, die Erquickenden, Aryaman, Mitra, Varuṇa, der Ringsgehende; / wann [?] Rudra, der von den Männern Gepriesene, die Maruts, Pūṣan, Bhaga [Anm.: kat 'wann?/wieso?' unklar; das Lied fährt elliptisch fort].
Und uns [sollen] nachts, ihr Stiergut-Besitzer der Wasser [?], Sonne und Mond, mit gemeinsamem Reichtum [helfen], zum Sitzen [?]; / wenn ihr Sitz zusammen eingenommen wird: der Drache aus der Tiefe, in den Tiefen.
uta no devāvaśvinā śubhas patī dhāmabhirmitrāvaruṇāuruṣyatām / mahaḥ sa rāya eṣate 'ti dhanveva duritā
Und uns, ihr beiden Götter Aśvins, Herren des Schönen, mit euren Stätten, Mitra und Varuṇa mögen schützen; / [der Mensch] eilt zu großem Reichtum hin, er kommt über Nöte hinweg wie über Steppen.
Und uns sollen die beiden Rudras gnädig sein, die Aśvins, alle Götter, der Wagenherr, Bhaga, / Ṛbhu, Vāja, Ṛbhukṣan, der Ringsgehende, die Alles-Kundigen.
ṛbhur{ṛ}bhukṣā ṛbhurvidhato mada ā te harī jūjuvānasyavājinā / duṣṭaraṃ yasya sāma cid ṛdhag yajño namānuṣaḥ
Ṛbhu, Ṛbhukṣan, Ṛbhu, der Ordnende, der Rausch: zu dir [kommen] die beiden Falben des Eilenden, die Renner; / schwer zu überwinden ist dessen Sāman, und recht [ist] die Weihehandlung, nicht menschlich [?].
kṛdhī no ahrayo deva savitaḥ sa ca stuṣe maghonām / saho naindro vahnibhirnyeṣāṃ carṣaṇīnāṃ cakraṃ raśmiṃ nayoyuve
Mach uns, unbeschämter Gott Savitṛ, ...; und ich rühme die Gabenherren; / Stärke [gebe] uns Indra mit den Zugtieren; er hielt fern [?] ihrer, der Menschen, Rad wie einen Zügel [?].
Setzt bei diesen, Himmel und Erde, großen, allen Menschen zugänglichen Ruhm auf uns Helden; / Kraftnahrung zur Gewinnung von Beute, Kraftnahrung mit Reichtum und zum Überwinden.
Dieses Lob, Indra, uns zugeneigt, dich, der du irgendwo auch bist, Kräftiger, zum Beistand, schütze stets zum Beistand; / [Anm.: medatām vedatā vaso: unklar, etwa 'fett werden / gefunden werden, Guter'].
etaṃ me stomaṃ tanā na sūrye dyutadyāmānaṃ vāvṛdhantanṛṇām / saṃvananaṃ nāśvyaṃ taṣṭevānapacyutam
Dieses mein Lob, glänzend im Lauf wie [ausgespannt] in der Sonne [?], haben die Männer gestärkt; / wie ein Rossgespann [?] und wie ein Zimmermann unerschütterlich [?].
Sie rollte [?], deren Reichtum angeschirrt [ist]; ihre goldene [?]; / wie Männertaten, ... unversperrt [?] wie mühelos [?] [Anm.: Vers dunkel; nur Wortsinn gegeben].
pra tad duḥśīme pṛthavāne vene pra rāme vocamasuremaghavatsu / ye yuktvāya pañca śatāsmayu pathā viśrāvyeṣām
Vorwärts will ich dies dem Duḥśīma, dem Pṛthavāna, dem Vena, vorwärts dem Rāma sagen, dem Asura unter den Gabenherren; / die, nachdem sie fünf Hundert angeschirrt hatten, uns zugeneigt, auf dem Weg — von ihnen wurde gehört [ihr Ruhm].
adhīn nvatra saptatiṃ ca sapta ca / sadyo didiṣṭa tānvaḥsadyo didiṣṭa pārthyaḥ sadyo didiṣṭa māyavaḥ
Jetzt hier siebzig und sieben; / sofort sollen die Tānvas [geben/zuweisen] [?], sofort der Pārthya, sofort die Māyavas [Anm.: Personen- bzw. Stammesnamen, Deutung unsicher].
Wort für Wort
adhiit
jetzt sogar [?] (Adv.)
nu
nun (Partikel)
atra
hier (Adv.)
saptatim
siebzig (Akk. Sg.)
ca
und (Konj.)
sapta
sieben (Zahl)
ca
und (Konj.)
sadyaḥ
sofort (Adv.)
didiṣṭa
sollen zuweisen, darbieten [?] (3. Pl. Med. Desid.)
tānvaḥ
die Tānvas, Tanu-Leute [?] (Nom. Pl.)
sadyaḥ
sofort (Adv.)
didiṣṭa
sollen zuweisen [?] (3. Sg./Pl.)
pārthyaḥ
der Pārthya, aus dem Parthava-Stamm [?] (Nom. Sg.)