Kapitel 136: ṛgvede 10.136 · keśyagniṃ keśī viṣaṃ keśī bibharti rodasī
Lied vom Langhaarigen (Keśin) und den windgegürteten Munis
Preis des ‚Langhaarigen‘ (keśin), der Feuer, Gift und Himmel und Erde trägt, und der Munis, die im Rausch auf den Winden fahren; am Schluss trinkt der Keśin mit Rudra Gift aus dem Napf. Ebenen: mythologisch-kosmisch (Keśin als Sonne/Licht, plausibel) und ekstatisch-asketisch (Munis, plausibel); Einzelheiten (viṣa, kunannamā, ketasya) unsicher.
Der Langhaarige trägt Feuer, der Langhaarige Gift [Anm.: viṣa auch ‚Wasser‘ möglich], der Langhaarige trägt beide Welten; der Langhaarige das All, die Sonne zum Sehen; der Langhaarige, er wird dieses Licht genannt.
apsarasāṃ gandharvāṇāṃ mṛgāṇāṃ caraṇe caran / keśīketasya vidvān sakhā svādurmadintamaḥ
Auf dem Wandelweg der Apsaras, der Gandharvas und der wilden Tiere wandelnd, der Langhaarige, wissend um die Absicht [?], der Freund, der süße, sehr Berauschende. [Anm.: ketasya unsicher.]
vāyurasmā upāmanthat pinaṣṭi smā kunannamā / keśīviṣasya pātreṇa yad rudreṇāpibat saha
Vāyu hat ihm (etwas) zugequirlt [?], die Kunannamā [?] zerreibt (es); als der Langhaarige mit Rudra zusammen aus dem Napf des Giftes trank. [Anm.: kunannamā unklar; wörtlich-mythologisch, Deutung spekulativ.]