Kapitel 53: ṛgvede 10.53 · yamaichāma manasā so 'yamāgād yajñasya vidvānparuṣaścikitvān
Agni kommt zur Götterfeier; Aufruf zum Wagenbau und Flussübergang
Der Anfang begrüßt Agni als Rufer, der Mittelteil (V. 4-5) ruft die fünf Stämme und schützende Mächte an, die Schlussverse sind Handwerker- und Übergangsbilder (Wagenbau, Tvaṣṭṛ, Beil, Fluss überqueren), mit deutlicher Bildrede auf die Herstellung der Weihehandlung und das Erreichen der Unsterblichkeit. Verse 6, 10 und 11 sind stark verdunkelt (anulbaṇam, sataḥ, garbhe yoṣām ... vatsam āsani).
yamaichāma manasā so 'yamāgād yajñasya vidvānparuṣaścikitvān / sa no yakṣad devatātā yajīyān ni hiṣatsadantaraḥ pūrvo asmat
Den wir mit dem Sinn suchten, er ist hier gekommen, der Kundige der Weihehandlung, der Gliederreiche [?], der Erkennende. / Er soll uns bei der Götterfeier verehren, der beste Verehrer; denn er hat sich als der Innere, der Vordere von uns niedergesetzt.
Wort für Wort
yam
den (Akk. Sg.)
aicchāma
wir suchten (Impf. 1. Pl.)
manasā
mit dem Sinn (Instr. Sg.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
ayam
dieser (Nom. Sg.)
ā
hin
agāt
er kam (Aor. 3. Sg.)
yajñasya
der Weihehandlung (Gen. Sg.)
vidvān
kundig (Nom. Sg.)
paruṣaḥ
gliederreich, gelenkig, an Abschnitten reich [?] (Nom. Sg.)
Es ist gelungen: der Rufer, der beste Verehrer, sitzend; er hat die wohlgesetzten Speisen angeschaut. / Wir wollen die verehrungswürdigen Götter verehren, wohlan; wir wollen die Preiswürdigen mit Schmalz anrufen.
sādhvīmakardevavītiṃ no adya yajñasya jihvāmavidāmaguhyām / sa āyurāgāt surabhirvasāno bhadrāmakardevahūtiṃ no adya
Er hat uns heute die gelungene Götter-Einladung gemacht; wir haben die verborgene Zunge der Weihehandlung gefunden. / Er kam als Lebenskraft, duftend, sich kleidend; er machte uns heute den heilvollen Götterruf.
Das möchte ich heute als das Erste der Rede ausmessen, womit wir Götter über die Asuras die Oberhand haben. / Ihr Kraftspeise-Essenden und ihr verehrungswürdigen fünf Stämme, genießt meinen Anruf.
Die fünf Stämme sollen meinen Anruf genießen, die kuhgeborenen [?] und die verehrungswürdigen. / Die Erde schütze uns vor dem Irdischen, vor Bedrängnis; der Luftraum schütze uns vor dem Himmlischen.
Den Faden spinnend folge dem Glanz des Dunstraums; hüte die lichtvollen Pfade, die mit Einsicht gemachten. / Webt das Nichtgrelle [?], das Werk des Rufenden [?]; werde Manu, erzeuge das göttliche Volk.
Wort für Wort
tantum
Faden (Akk. Sg.)
tanvan
spinnend (Part. Nom. Sg.)
rajasaḥ
des Dunstraums (Gen. Sg.)
bhānum
Glanz (Akk. Sg.)
anu
hinterher
ihi
geh (Imp. 2. Sg.)
jyotiṣmataḥ
lichtvoll (Akk. Pl.)
pathaḥ
Pfade (Akk. Pl.)
rakṣa
schütze (Imp. 2. Sg.)
dhi yā
mit Einsicht (Instr. Sg.) [PP: dhi yā, gesplittet]
Ihr Achsenbinder, bindet, und ihr Somawürdigen, bereitet die Zügel her und schmückt [sie]. / Fahrt den achtstützigen [?] Wagen ringsum, mit dem die Götter [uns] zum Lieben führten.
aśmanvatī rīyate saṃ rabhadhvamut tiṣṭhata pra taratāsakhāyaḥ / atrā jahāma ye asannaśevāḥ śivān vayamuttaremābhi vājān
Der steinige [Fluss] strömt; packt zusammen an, steht auf, setzt hinüber, Freunde! / Hier lassen wir zurück, die Unheilvollen waren; wir wollen zu den heilvollen Gewinnen hinaufgelangen.
Tvaṣṭṛ, der Kunstgriffe kundig, der Werkmächtigste unter den Werkenden, hält Gefäße, götter-trinkbare, heilsamste; / er schärft jetzt das gut-eiserne Beil, mit dem der glänzende [?] Brahmaṇaspati [Gebetsherr] behaut.
Nun schärft, Seher, ... [?], mit den Beilen, mit denen ihr für die Unsterblichkeit zimmert; / wissend macht die verborgenen Schritte/Wortstufen, durch die die Götter die Unsterblichkeit erreichten.
In den Leib legten sie die Frau, das Kalb in den Mund, mit verborgenem Sinn und mit Zunge [?]. / Er, allezeit wohlgesinnt, [die Anspannungen/Übungen?] ... der Gewinnbegierige [oder Sänger] gewinnt den Sieg [Anm.: Rätselvers; Ebenen wohl rituell (Opfer-Bildrede), Belegstärke spekulativ].