Quellen der Menschheit

Ṛgveda · Maṇḍala 10

Kapitel 96: ṛgvede 10.96 · pra te mahe vidathe śaṃsiṣaṃ harī pra te vanve vanuṣoharyataṃ madam Preislied auf Indra und seine Falben

Jeder Vers spielt mit dem Wort hari (falb, goldbraun-gelb; als Substantiv auch das Rosse-Paar Indras) in allen Formen. Eine sichere Zuordnung von hari (Rosse, Somasaft, Farbe, Sonne) ist im Einzelfall oft nicht möglich; die Übersetzung hält daher das Wort meist als „falb/Falben“ fest.

pra te mahe vidathe śaṃsiṣaṃ harī pra te vanve vanuṣoharyataṃ madam / ghṛtaṃ na yo haribhiścāru secata ā tvāviśantu harivarpasaṃ giraḥ

Bei der großen Zusammenkunft habe ich dein Falbenpaar gepriesen; ich gewinne dir den begehrenswerten Rausch des Siegers. Ihn, der sich mit den Falben schön ergießt wie Schmalz, [ihn wollen wir dir zuführen]. Zu dir, dem Falbengestaltigen, mögen die Lieder eingehen. [Anm.: pra ... śaṃsiṣam und pra ... vanve ergänzt; Satzbau des dritten Pādas unsicher.] [?]

Wort für Wort
pra
vor, hervor (Präv.)
te
dein (Gen. Sg.)
mahe
bei der großen (Lok. Sg.)
vidatheśamsiṣam
Zusammenkunft, Versammlung; ich habe gepriesen (Lok. Sg.; 1. Sg. Aor.)
harī iti
die beiden Falben (Nom./Akk. Du.)
pra
vor, hervor
te
dir (Dat. Sg.)
vanve
ich gewinne (1. Sg. Med.)
vanuṣaḥ
des Siegers, des Gewinnenden (Gen. Sg.)
haryatam
begehrenswert (Akk. Sg.)
madam
Rausch (Akk. Sg.)
ghṛtam
Schmalz (Akk. Sg.)
na
wie
yaḥ
der, welcher (Nom. Sg.)
hari-bhi ḥ
mit den Falben (Instr. Pl.)
cāru
schön, lieblich
secata
er ergießt sich (3. Sg. Med.) [?]
ā
hin (zu)
tvā
dich (Akk. Sg.)
viśantu
sie sollen eingehen (3. Pl. Imp.)
hari-varpasam
dem Falbengestaltigen (Akk. Sg.)
giraḥ
Lieder (Nom. Pl.)

hariṃ hi yonimabhi ye samasvaran hinvanto harī divyaṃyathā sadaḥ / ā yaṃ pṛṇanti haribhirna dhenava indrāyaśūṣaṃ harivantamarcata

Denn zum falben Schoß hin haben die zusammen getönt, die die beiden Falben antreiben, wie [zum] himmlischen Sitz. Den [Indra] sie [die Milchkühe] wie mit Falben erfüllen — für Indra singt, dem Falbenbegabten, [sein] Brausen/[seine] Kraft. [Anm.: hari vermutlich die falbe Milch bzw. den gelben Soma; śūṣa: Brausen, Kraft.] [?]

Wort für Wort
harim
den Falben, das Falbe (Akk. Sg.)
hi
denn
yonim
Schoß, Ursprungsort (Akk. Sg.)
abhi
hin, zu
ye
welche (Nom. Pl.)
sam-asvaran
zusammen getönt haben (3. Pl. Impf.)
hinvantaḥ
antreibend (Nom. Pl. Part.)
harī iti
die beiden Falben (Akk. Du.)
divyam
himmlisch (Akk. Sg.)
yathā
wie
sadaḥ
Sitz (Akk. Sg.)
ā
hin (Präv.)
yam
den, welchen (Akk. Sg.)
pṛṇanti
sie füllen (3. Pl.)
hari-bhiḥ
mit den Falben (Instr. Pl.)
na
wie
dhenavaḥ
Milchkühe (Nom. Pl.)
indrāya
dem Indra (Dat. Sg.)
śūṣam
Brausen, Kraft (Akk. Sg.) [?]
hari-vantam
dem Falbenbegabten (Akk. Sg.)
arcata
singt, preist (2. Pl. Imp.)

so asya vajro harito ya āyaso harirnikāmo harirāgabhastyoḥ / dyumnī suśipro harimanyusāyaka indre ni rūpāharitā mimikṣire

Dieser sein Keil, der eherne, ist falb; falb nach Verlangen, falb in den beiden Armen [Händen]. Der Glanzreiche, Schönkiefrige, dessen Geschoß der falbe Zorn ist [?] — in Indra sind die falben Gestalten eingemischt.

Wort für Wort
saḥ
dieser (Nom. Sg. m.)
asya
sein (Gen. Sg.)
vajraḥ
Keil (Nom. Sg.)
haritaḥ
falb (Nom. Sg.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
āyasaḥ
ehern, aus Erz (Nom. Sg.)
hariḥ
falb (Nom. Sg.)
ni-kāmaḥ
nach Verlangen [?] (Nom. Sg.)
hariḥ
falb (Nom. Sg.)
ā
in (Präv.)
gabhastyoḥ
in den Armen, Händen (Lok. Du.)
dyumnī
glanzreich (Nom. Sg.)
su-śipraḥ
schönkiefrig, schönhelmig (Nom. Sg.)
harimanyu-sāyakaḥ
dessen Geschoß der falbe Zorn ist [?] (Nom. Sg.)
indre
in Indra (Lok. Sg.)
ni
hinein (Präv.)
rūpā
Gestalten (Akk. Pl.)
har itā
falbe (Akk. Pl.)
mimikṣire
sie sind vermischt worden (3. Pl. Perf. Med.)

divi na keturadhi dhāyi haryato vivyacad vajro harito naraṃhyā / tudadahiṃ hariśipro ya āyasaḥ sahasraśokāabhavad dharimbharaḥ

Wie ein Zeichen am Himmel ist der Begehrenswerte aufgesetzt; der falbe Keil hat sich gleichsam durch Ungestüm ausgebreitet. Er stieß die Schlange, der Falbkiefrige, der Eherne; der Tausendflammige wurde zum Falben-Träger [?].

Wort für Wort
divi
am Himmel (Lok. Sg.)
na
wie
ketuḥ
Zeichen, Banner (Nom. Sg.)
adhi
auf (Präv.)
dhāyi
er ist gesetzt worden (3. Sg. Aor. Pass.)
haryataḥ
begehrenswert (Nom. Sg.)
vivyacat
er hat sich ausgebreitet, umfasst (3. Sg. Impf./Perf.) [?]
vajraḥ
Keil (Nom. Sg.)
haritaḥ
falb (Nom. Sg.)
na
wie
raṃhyā
durch Ungestüm, Eile (Instr. Sg.)
tudat
er stieß (3. Sg. Impf.)
ahim
die Schlange (Akk. Sg.)
hari-śipraḥ
falbkiefrig (Nom. Sg.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
āyasaḥ
ehern (Nom. Sg.)
sahasra-śokāḥ
tausendflammig (Nom. Sg.)
abhavat
er wurde (3. Sg. Impf.)
harim-bharaḥ
Falben-Träger, Falbes bringend (Nom. Sg.) [?]

tvaṃ-tvamaharyathā upastutaḥ pūrvebhirindra harikeśayajvabhiḥ / tvaṃ haryasi tava viśvamukthyamasāmi rādhoharijāta haryatam

Du, ja du, hast [es] begehrt, [du] von den früheren Verehrern Angerufener, Indra, Falbhaariger. Du begehrst; dein ist alles Preisenswerte, die ganze Gabe, Falbgeborener, die begehrenswerte. [?]

Wort für Wort
tvam-tvam
du, gerade du (Nom. Sg.)
aharyathāḥ
du hast begehrt (2. Sg. Impf.)
upa-stutaḥ
angerufen, gepriesen (Nom. Sg. Part.)
pūrvebhiḥ
von den früheren (Instr. Pl.)
indra
Indra (Vok.)
hari-keśa
Falbhaariger (Vok.)
yajva-bhiḥ
von den Verehrern, Weihehandlungs-Leuten (Instr. Pl.)
tvam
du (Nom. Sg.)
haryasi
du begehrst (2. Sg.)
tava
dein (Gen. Sg.)
viśvam
alles (Nom./Akk. Sg. n.)
ukthyam
preisenswert, mit einem Preislied zu ehren (Nom./Akk. Sg. n.)
asāmi
ganz, vollständig, unvermindert (Akk. Sg. n.)
rādhaḥ
Gabe, Gut (Akk. Sg.)
hari-jāta
Falbgeborener (Vok.)
haryatam
begehrenswert (Akk. Sg.)

tā vajriṇaṃ mandinaṃ stomyaṃ mada indraṃ rathe vahatoharyatā harī / purūṇyasmai savanāni haryata indrāyasomā harayo dadhanvire

Diese beiden begehrenswerten Falben tragen den Keilträger, den Berauschenden, Preisenswerten im Rausch, Indra, auf dem Wagen. Viele Somapressungen sind für ihn, den Begehrenden; für Indra haben sich die falben Somasäfte in Fluss gesetzt.

Wort für Wort
tā
diese beiden (Nom. Du. m.)
vajriṇam
den Keilträger (Akk. Sg.)
mandinam
den Berauschenden (Akk. Sg.)
stomyam
den Preisenswerten (Akk. Sg.)
made
im Rausch (Lok. Sg.)
indram
Indra (Akk. Sg.)
rathe
auf dem Wagen (Lok. Sg.)
vahataḥ
sie beide fahren (3. Du.)
haryatā
begehrenswert (Nom. Du.)
harī iti
die beiden Falben (Nom. Du.)
purūṇi
viele (Nom. Pl. n.)
asmai
ihm (Dat. Sg.)
savanāni
Pressungen (Nom. Pl.)
haryate
dem Begehrenden (Dat. Sg.)
indrāya
für Indra (Dat. Sg.)
somāḥ
Somasäfte (Nom. Pl.)
harayaḥ
falbe (Nom. Pl.)
dadhanvire
sie haben sich in Fluss gesetzt (3. Pl. Perf. Med.)

araṃ kāmāya harayo dadhanvire sthirāya hinvan harayo harīturā / arvadbhiryo haribhirjoṣamīyate so asya kāmaṃharivantamānaśe

Zur Genüge für [sein] Verlangen haben sich die Falben [Somasäfte] ergossen; sie trieben den Festen an, die Falben, die beiden eilenden Falben [?]. Wer mit Rossen, mit Falben, [seine] Zufriedenheit erlangt, der hat dessen falbenbegabtes Verlangen erreicht. [Anm.: harayaḥ hier wohl Somasäfte und/oder Rosse; Konstruktion unsicher.]

Wort für Wort
aram
genug, zur Genüge
kāmāya
dem Verlangen, Wunsch (Dat. Sg.)
harayaḥ
die Falben (Nom. Pl.)
dadhanvire
sie haben sich ergossen (3. Pl. Perf. Med.)
sthirāya
dem Festen (Dat. Sg.)
hinvan
sie trieben an (3. Pl. Impf. [?])
harayaḥ
die Falben (Nom. Pl.)
harī iti
die beiden Falben (Akk. Du.)
turā
eilend (Akk. Du.) [?]
arvat-bhiḥ
mit Rossen (Instr. Pl.)
yaḥ
wer (Nom. Sg.)
hari-bhiḥ
mit Falben (Instr. Pl.)
joṣam
Wohlgefallen, Zufriedenheit (Akk. Sg.)
īyate
er geht, erlangt (3. Sg. Med.)
saḥ
er (Nom. Sg.)
asya
dessen (Gen. Sg.)
kāmam
Verlangen (Akk. Sg.)
har i-vantam
falbenbegabt (Akk. Sg.)
ānaśe
er hat erreicht (3. Sg. Perf. Med.)

hariśmaśārurharikeśa āyasasturaspeye yo haripāavardhata / arvadbhiryo haribhirvājinīvasurati viśvāduritā pāriṣad dharī

Falbbärtig, falbhaarig, ehern, der beim Eilt-Trunk als Falben-Trinker erstarkte; der mit Rossen, mit Falben, dessen Gut die Stärke ist [?] — er soll die beiden Falben über alle Nöte hinüberbringen. [Anm.: pāriṣat aor. Konj. von √pṛ; Subjekt und Objekt der letzten Zeile nicht ganz sicher.] [?]

Wort für Wort
hari-śmaśāruḥ
falbbärtig (Nom. Sg.)
hari-keśaḥ
falbhaarig (Nom. Sg.)
āyasaḥ
ehern (Nom. Sg.)
turaḥ-peye
beim Eilt-Trunk, beim schnellen Trunk (Lok. Sg.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
hari-pāḥ
Falben-Trinker (Nom. Sg.)
avadharta
er erstarkte (3. Sg. Impf. Med.; Tippfehler avadharta für avardhata)
arvat-bhiḥ
mit Rossen (Instr. Pl.)
yaḥ
der (Nom. Sg.)
hari-bhiḥ
mit Falben (Instr. Pl.)
vājinī-vasuḥ
dessen Gut Stärke/Renn-Gewinn ist [?] (Nom. Sg.)
ati
über (… hinweg)
viśvā
alle (Akk. Pl. n.)
duḥ-itā
Nöte, Missgeschicke (Akk. Pl.)
pāriṣat
er soll hinüberbringen (3. Sg. Aor. Konj.)
harī iti
die beiden Falben (Akk. Du.)

sruveva yasya hariṇī vipetatuḥ śipre vājāya hariṇīdavidhvataḥ / pra yat kṛte camase marmṛjad dharī pītvāmadasya hayatasyādhasaḥ

Dessen beide falben Kiefer [Lippen?] flogen wie zwei Schmalzlöffel auseinander; die beiden falben Kiefer schüttelte er zur Stärke. Wenn er im bereiteten Becher die beiden Falben abreibt, nachdem er vom Rausch des begehrten Saftes getrunken hat. [Anm.: śipra = Kiefer/Backe, auch Helm; der Vergleich mit dem Löffel ist plausibel, die Deutung von marmṛjat (die Falben striegeln oder Soma reinigen) offen.] [?]

Wort für Wort
sruvāiva
wie ein Schmalzlöffel, wie zwei Löffel (Nom. Du.)
yasya
dessen (Gen. Sg.)
hariṇī iti
die beiden falben (Nom. Du.)
vi-petatuḥ
sie flogen auseinander (3. Du. Perf.)
śipreiti
die beiden Kiefer, Lippen, Helme (Nom./Akk. Du.)
vājāya
zur Stärke, zum Gewinn (Dat. Sg.)
hariṇī iti
die beiden falben (Akk. Du.)
davidhvataḥ
er schüttelte [?] (3. Sg. Impf. Med.)
pra
hervor (Präv.)
yat
wenn
kṛte
im bereiteten (Lok. Sg.)
camase
im Becher (Lok. Sg.)
marmṛjat
er reibt ab, putzt (3. Sg. Aor. Konj.)
harī iti
die beiden Falben (Akk. Du.)
pītvā
nachdem er getrunken hat (Abs.)
madasya
des Rausches (Gen. Sg.)
haryatasya
des begehrten (Gen. Sg.)
andhasaḥ
des Saftes (Gen. Sg.)

uta sma sadma haryatasya pastyoratyo na vājaṃ harivānacikradat / mahī cid dhi dhiṣaṇāharyadojasā bṛhad vayodadhiṣe haryataścidā

Und ja, im Sitz des Begehrten, in den Wohnstätten, hat der Falbenbesitzer wie ein Renner nach dem Preis gewiehert. Auch die große Dhiṣaṇā hat mit Kraft [ihn] begehrt; hohe Lebenskraft legst du ein, auch als Begehrter. [Anm.: dhiṣaṇā = Schale/Himmel-Erde-Personifikation/Gedanke; Deutung offen.] [?]

Wort für Wort
uta
und
sma
fürwahr, ja
sadma
Sitz, Wohnstatt (Akk./Nom. Sg.)
haryatasya
des Begehrten (Gen. Sg.)
pastyoḥ
in den Wohnstätten (Lok. Du./Pl.)
atyaḥ
Renner, Ross (Nom. Sg.)
na
wie
vājam
Preis, Kraft, Kampfpreis (Akk. Sg.)
hari-vān
Falbenbesitzer (Nom. Sg.)
ac ikradat
er wieherte, brüllte (3. Sg. Impf.)
mahī
große (Nom. Sg.)
cit
auch
hi
denn
dhiṣaṇā
Dhiṣaṇā (Nom. Sg.)
aharyat
sie hat begehrt (3. Sg. Impf.)
ojasā
mit Kraft (Instr. Sg.)
bṛhat
hohe (Akk. Sg.)
vayaḥ
Lebenskraft, Vogel-Kraft (Akk. Sg.)
dadhiṣe
du legst ein, du setzest (2. Sg. Perf. Med.)
hayartaḥ
begehrt (Nom. Sg.; Tippfehler hayartaḥ für haryataḥ)
cit
auch
ā
hin (Präv.)

ā rodasī haryamāṇo mahitvā navyaṃ-navyaṃ haryasi manmanu priyam / pra pastyamasura haryataṃ gorāviṣkṛdhi harayesūryāya

Himmel und Erde begehrend durch deine Größe, begehrst du jetzt jedes neue, liebe Gebet. Mach, Herr, die begehrenswerte Wohnstätte der Kuh sichtbar für den Falben, die Sonne. [Anm.: go = wörtlich „Kuh“; hier möglicherweise Bildrede für Morgenröte/Licht (plausibel).]

Wort für Wort
ā
hin, zu (Präv.)
rodasī iti
Himmel und Erde (Akk. Du.)
haryamāṇaḥ
begehrend (Nom. Sg. Part.)
mahi-tvā
durch Größe (Instr. Sg.)
navyam-navyam
jedes neue (Akk. Sg. n.)
haryasi
du begehrst (2. Sg.)
manma
Gebet, Gedanke (Akk. Sg.)
nu
nun
priyam
lieb (Akk. Sg. n.)
pra
hervor (Präv.)
pastyam
die Wohnstätte (Akk. Sg.)
asura
Herr, Asura (Vok.)
haryatam
begehrenswert (Akk. Sg.)
goḥ
der Kuh (Gen. Sg.)
āviḥ
sichtbar, offenbar
kṛdhi
mach (2. Sg. Imp.)
haraye
dem Falben (Dat. Sg.)
sūryāya
der Sonne (Dat. Sg.)

ā tvā haryantaṃ prayujo janānāṃ rathe vahantu hariśipramindra / pibā yathā pratibhṛtasya madhvo haryan yajñaṃsadhamāde daśoṇim

Zu uns sollen dich, den Verlangenden, die Anschirrungen der Leute im Wagen fahren, den Falbkiefrigen, Indra. Trink, wie vom dargebrachten Met, verlangend, [zu] der Weihehandlung im Zusammenrausch, du der zehnfach [Geschützte?]. [Anm.: daśoṇi unklar (Beiname?), zehn Schützer/Helfer plausibel.] [?]

Wort für Wort
ā
hin, her (Präv.)
tvā
dich (Akk. Sg.)
haryantam
den Verlangenden (Akk. Sg.)
pra-yujaḥ
die Anschirrungen, Gespannpferde (Nom. Pl.)
janānām
der Leute (Gen. Pl.)
rathe
im Wagen (Lok. Sg.)
vahantu
sie sollen fahren (3. Pl. Imp.)
hari-śipram
den Falbkiefrigen (Akk. Sg.)
indra
Indra (Vok.)
piba
trink (2. Sg. Imp.)
yathā
wie
prati-bhṛtasya
des dargebrachten (Gen. Sg.)
madhvaḥ
Mets, Honigtranks (Gen. Sg.)
haryan
verlangend (Nom. Sg. Part.)
yajñam
Weihehandlung, Verehrungs-Weihehandlung (Akk. Sg.)
sadha-māde
im Zusammenrausch (Lok. Sg.)
daśa-oṇim
der zehnfach Geschützte, Zehn-Schützer (Nom./Vok. Sg.) [?]

apāḥ pūrveṣāṃ harivaḥ sutānāmatho idaṃ savanaṃkevalaṃ te / mamaddhi somaṃ madhumantamindra satrā vṛṣañjaṭhara ā vṛṣasva

Du hast von den früheren Pressungen getrunken, Falbenherr; nun aber gehört diese Pressung ganz allein dir. Berausche dich am honigreichen Soma, Indra, allzeit; Stier, ströme [ihn] in den Bauch. [Anm.: vṛṣasva ist ein Wort mit Sexualbild (Stier sein); hier wohl „ströme reichlich ein“.]

Wort für Wort
apāḥ
du hast getrunken (2. Sg. Aor.)
pūrveṣām
der früheren (Gen. Pl.)
hari-vaḥ
Falbenherr (Vok.)
sutānām
der gepressten (Gen. Pl.)
atho iti
und sodann, nun aber
idam
diese (Nom. Sg. n.)
savanam
Pressung, Somapressung (Nom. Sg.)
kevalam
ganz allein (Nom. Sg. n.)
te
dein (Gen./Dat. Sg.)
mamaddhi
berausche dich (2. Sg. Imp. Med.)
somam
Soma (Akk. Sg.)
madhu-mantam
honigreich (Akk. Sg.)
indra
Indra (Vok.)
satrā
zusammen, allezeit
vṛṣan
Stier (Vok.)
jaṭhare
im Bauch (Lok. Sg.)
ā
hinein (Präv.)
vṛṣasva
sei stierhaft, ströme (2. Sg. Imp. Med.)

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