Kapitel 108: ṛgvede 10.108 · kimichantī saramā predamānaḍ dūre hyadhvā jaguriḥparācaiḥ
Gespräch der Saramā, Indras Botin, mit den Paṇis um die Rinder
Dialoglied: Saramā, von Indra gesandt, fordert die geraubten Rinder von den Paṇis, die ihr Angebote machen und drohen; Sprecherwechsel ergibt sich nur aus dem Inhalt (Paṇis: V. 1, 3, 5, 7, 9; Saramā: V. 2, 4, 6, 8, 10, 11). Der Rinderraub ist wörtlich zu lesen; eine Bildrede auf Licht/Rede bleibt spekulativ. Einzelne Verse (V. 1, 6, 7, 11) sind lexikalisch unsicher.
[Paṇis:] Was wünschend ist Saramā hierher gelangt? Denn der Weg ist fern, der verschlingende [?], [nach] Abgewandten [?]; was war die Sendung an uns, was die Nachtwanderung [?]? Wie hast du die Wasser der Rasā durchquert?
indrasya dūtīriṣitā carāmi maha ichantī paṇayo nidhīnvaḥ / atiṣkado bhiyasā tan na āvat tathā rasāyā atarampayāṃsi
[Saramā:] Als Indras Botin gehe ich, gesandt, Großes wünschend, ihr Paṇis, [nämlich] eure Schätze; aus Furcht vor dem Überspringenden [?] hat uns jener [Fluss?] geholfen; so habe ich die Wasser der Rasā überquert.
kīdṛṃṃ indraḥ sarame kā dṛśīkā yasyedaṃ dūtīrasaraḥ parākāt / ā ca gachān mitramenā dadhāmāthāgavāṃ gopatirno bhavāti
[Paṇis:] Wie ist Indra, Saramā, wie sieht er aus, dessen Botin du von fern hierher gelaufen bist? Er möge kommen, wir wollen ihn zum Freund machen; dann soll er unser Rinderherr sein.
nāhaṃ taṃ veda dabhyaṃ dabhat sa yasyedaṃ dūtīrasaraṃ parākāt / na taṃ gūhanti sravato gabhīrā hatāindreṇa paṇayaḥ śayadhve
[Saramā:] Ich kenne ihn nicht als einen, den man überlisten könnte; er selbst überlistet [andere], dessen Botin ich von fern hierher gelaufen bin; ihn verbergen nicht die tief Strömenden; von Indra erschlagen, werdet ihr daliegen, Paṇis.
imā gāvaḥ sarame yā aichaḥ pari divo antān subhagepatantī / kasta enā ava sṛjādayudhvyutāsmākamāyudhāsanti tigmā
[Paṇis:] Diese Kühe, Saramā, die du suchtest, die um die Enden des Himmels fliegen, du Glückliche – wer würde sie dir freigeben, ohne zu kämpfen [?]? Auch unsere Waffen sind scharf.
asenyā vaḥ paṇayo vacāṃsyaniṣavyāstanvaḥ santu pāpīḥ / adhṛṣṭo va etavā astu panthā bṛhaspatirva ubhayā namṛḷāt
[Saramā:] Untauglich fürs Heer seien eure Worte, Paṇis, unbeschießbar [?] eure Leiber, die bösen; unbezwungen sei euer Weg zum Gehen [?]; Bṛhaspati soll euch beiderseits nicht gnädig sein.
[Paṇis:] Dies ist der Schatz, Saramā, dessen Grund der Fels ist, mit Rindern, Rossen, Gütern gefüllt; die Paṇis hüten ihn, die guten Hüter; [zu einer] leeren [?] Stätte bist du vergeblich [?] gekommen.
eha gamannṛṣayaḥ somaśitā ayāsyo aṅgiraso navagvāḥ / ta etamūrvaṃ vi bhajanta gonāmathaitad vacaḥ paṇayovamannit
[Saramā:] Hierher sind die Seher gekommen, soma-gewetzt, die Ayāsyas, die Aṅgirasen, die Navagvas; sie haben diesen Rinderstall unter sich verteilt; dann werden die Paṇis dieses Wort wieder ausspeien [= zurücknehmen].
evā ca tvaṃ sarama ājagantha prabādhitā sahasā daivyena / svasāraṃ tvā kṛṇavai mā punargā apa te gavāṃ subhagebhajāma
[Paṇis:] So bist du denn, Saramā, gekommen, von göttlicher Macht getrieben; ich will dich zur Schwester machen; geh nicht wieder zurück; wir wollen dir von den Kühen [einen Anteil] zuteilen, du Glückliche.
nāhaṃ veda bhrātṛtvaṃ no svasṛtvamindro viduraṅgirasaśca ghorāḥ / gokāmā me achadayan yadāyamapāta ita paṇayovarīyaḥ
[Saramā:] Ich kenne weder Brüderschaft noch Schwesterschaft; Indra kennen [sie], und die schrecklichen Aṅgirasen; rinderbegierig haben sie mich [?] geschützt/bedeckt, als ich kam; weg von hier, Paṇis, in die Weite.
[Saramā:] Fern weg, ihr Paṇis, in die Weite; herauf sollen die Kühe kommen, [die] Verletzenden [?], mit dem Ṛta; die, die Bṛhaspati fand, verborgene; Soma, die Presssteine und die Seher, die Weisen. [Anm.: minatīḥ unsicher; „mit dem Ṛta“ kann Ordnung/Wahrheit heißen.]