Kapitel 77: ṛgvede 10.77 · abhrapruṣo na vācā pruṣā vasu haviṣmanto na yajñāvijānuṣaḥ
Preis der Marut, ihres Glanzes und ihrer Hilfe
Lob der Marut mit Vergleichsbildern (Wolken, Sonne, Falken, Helden); V. 6-8 Bitte um Erscheinen, Abwehr von Feindschaft und Förderung des Sängers. Strophen 1, 2 und 4 sind syntaktisch dunkel, Deutung unter Vorbehalt.
abhrapruṣo na vācā pruṣā vasu haviṣmanto na yajñāvijānuṣaḥ / sumārutaṃ na brahmāṇamarhase gaṇamastoṣyeṣāṃ na śobhase
Wie Wolken-Sprühende, sprüht mit Rede Gut, wie die mit Opfergaben Versehenen, die bei den Weihehandlungen Kundigen. Die gut-marutische Schar wie einen Brahman-Sänger: du bist würdig; ich habe ihre Schar gepriesen, gleichsam um zu glänzen [?]. [Anm.: Person und Bezug der Verben unsicher.]
śriye maryāso añjīnrakṛṇvata sumarutaṃ na pūrviratikṣapaḥ / divas putrāsa etā na yetira ādityāsaste akrana vāvṛdhuḥ
Zur Pracht machten die Männer sich Schmuck; die gut-marutische Schar [...] viele Nächte hindurch [?]. Söhne des Himmels, diese haben nicht nachgelassen [?]; die Ādityas, diese Unerschöpften [?], sind erstarkt. [Anm.: stark verderbt; Sinn unsicher.]
Wort für Wort
śriye
zur Pracht, zum Glanz (Dat. Sg.)
maryāsaḥ
Männer, Sterbliche (Nom. Pl.)
añjīn
Schmuckstücke, Salben (Akk. Pl.)
akṛṇvata
machten (3. Pl. Impf. Med.)
su-mārutam
die gut-marutische (Akk. Sg.)
na
wie
pūrvīḥ
viele (Akk. Pl. Fem.)
ati
über, hindurch
kṣapaḥ
Nächte (Akk. Pl.)
di vaḥ
Söhne des Himmels (Text di vaḥ, Verderbnis) [?]
putrāsaḥ
Söhne (Nom. Pl.)
etāḥ
diese (Nom. Pl. Fem.) [?]
na
nicht, wie
yetire
haben sich bemüht, haben nachgelassen (3. Pl. Perf.) [?]
pra ye divaḥ pṛthivya na barhaṇā tmanā riricre abhrānna sūryaḥ / pājasvanto na vīrāḥ panasyavo riśādaso namaryā abhidyavaḥ
Die aus eigener Kraft in Wucht über Himmel und Erde hinausragen [?], wie die Sonne aus der Wolke; kräftig wie Helden, bewundernswert, wie Männer, Feindverschlinger, nach Glanz strebend.
Wort für Wort
pra
hervor (Präverb)
ye
die (Nom. Pl.)
divaḥ
des Himmels (Gen. Sg.)
pṛthivyāḥ
der Erde (Gen. Sg.)
na
wie
barhaṇā
an Wucht, Größe (Instr. Sg.) [?]
tmanā
aus sich selbst, aus eigener Kraft (Instr. Sg.)
riricre
ragen hervor, übertreffen (3. Pl. Perf.)
abhrāt
aus der Wolke (Abl. Sg.)
na
wie
sūryaḥ
Sonne (Nom. Sg.)
pājasvantaḥ
kräftig (Nom. Pl.)
na
wie
vīrāḥ
Helden (Nom. Pl.)
panasyavaḥ
bewundernswert, rühmenswert (Nom. Pl.)
riśādasaḥ
Feindverschlinger (Nom. Pl.)
na
wie
maryāḥ
Männer (Nom. Pl.)
abhi-dyavaḥ
nach Glanz strebend, dem Himmel zugewandt (Nom. Pl.)
yuṣmākaṃ budhne apāṃ na yāmani vithuryati na mahīśratharyati / viśvapsuryajño arvāgayaṃ su vaḥprayasvanto na satrāca ā gata
Auf eurem Zug wie am Grund der Wasser, was ins Wanken gerät, [wie] die Große lockert sich. Allgestaltig ist diese Weihehandlung, her zu euch; kommt heran, ihr Labung Habenden, gleichsam zusammen zugewandt. [Anm.: Zeilen 1-2 sehr dunkel, Deutung spekulativ.]
Wort für Wort
yuṣmākam
euer (Gen. Pl.)
budhne
am Grund, Boden (Lok. Sg.)
apām
der Wasser (Gen. Pl.)
na
wie
yāmani
auf dem Zug, bei der Fahrt (Lok. Sg.)
vithuryati
ins Wanken gerät, taumelt (3. Sg. Denom.) [?]
na
wie
mahī
die Große (Nom. Sg. Fem.)
śratharyati
wird locker, schwach (3. Sg. Denom.) [?]
viśva-psuḥ
allgestaltig, alle Formen (Nom. Sg.) [?]
yajñaḥ
Weihehandlung (Nom. Sg.)
arvāk
her zu, hierher gewandt (Adv.)
ayam
diese (Nom. Sg.)
su
wohl
vaḥ
zu euch (Akk. Pl.)
prayasvantaḥ
mit Labung, Stärkung versehen (Nom. Pl.)
na
wie
satrācaḥ
zusammengewandt, gemeinsam hinstrebend (Nom. Pl.) [?]
yūyaṃ dhūrṣu prayujo na raśmibhirjyotiṣmanto na bhāsāvyuṣṭiṣu / śyenāso na svayaśaso riśādasaḥ pravāsona prasitāsaḥ paripruṣaḥ
Ihr, wie an den Jochen mit Zügeln Angeschirrte, wie Lichtvolle mit Glanz in den Morgenröten, wie Falken selbstruhmvoll, Feindverschlinger, wie Fortziehende, Losgelassene, ringsum sprühend [?].
pra yad vahadhve marutaḥ parākād yūyaṃ mahaḥsaṃvaraṇasya vasvaḥ / vidānāso vasavo rādhyasyārācciddveṣaḥ sanutaryuyota
Wenn ihr, Marut, von fern herbeifahrt, ihr, [reich] an großem, umschlossenem Gut, ihr Erkennenden, ihr Guten, des zu Erlangenden: dann haltet auch von weitem Hass fern, aus der Verborgenheit [?].
ya udṛci yajñe adhvareṣṭhā marudbhyo na mānuṣo dadāśat / revat sa vayo dadhate suvīraṃ sa devānāmapi gopītheastu
Wer in der ... Weihehandlung, beim Vollzug stehend, den Marut wie ein Mensch (verehrend) gibt, der gewinne reichlich Lebenskraft mit guten Männern; er habe auch am Trunk der Götter teil. [Anm.: utṛci unsicher, Vergleich na mānuṣaḥ mehrdeutig.]
te hi yajñeṣu yajñiyāsa ūmā ādityena nāmnāśambhaviṣṭhāḥ / te no 'vantu rathatūrmanīṣāṃ mahaścayāmannadhvare cakānāḥ
Denn sie sind bei den Weihehandlungen verehrungswürdig, Helfer, mit dem Namen Ādityas am meisten Heil bringend. Sie sollen uns fördern, wagen-eilend, unsere Gedankengabe, und beim großen Zug, an der Weihehandlung Gefallen findend.