Kapitel 28: ṛgvede 10.28 · viśvo hyanyo arirājagāma mamedaha śvaśuro na jagāma
Indras Rede mit Rätsel- und Tierbildern
Dialog- bzw. Rätsellied um Indra und Soma; die Verse 4 und 8-11 (Löwe, Hase, Habicht, Waran) sind sehr rätselhaft; Deutung hier nur vorsichtig, wörtliche Ebene mit [?].
Alle anderen Feinde [oder: Gäste?] sind gekommen; zu meinem [Haus] ist wahrlich der Schwiegervater nicht gekommen. / Er soll die Körner verzehren und Soma trinken, wohlgespeist soll er wieder nach Hause gehen.
sa roruvad vṛṣabhastigmaśṛngo varṣman tasthāu varimannāpṛthivyāḥ / viśveṣvenaṃ vṛjaneṣu pāmi yo me kukṣisutasomaḥ pṛṇāti
Dieser brüllende Stier, scharfhörnig, stand auf der Höhe, in der Weite der Erde. / In allen Kämpfen schütze ich ihn, der mir beide Flanken füllt, wenn Soma gepresst ist.
adriṇā te mandina indra tūyān sunvanti somān pibasi tvameśām / pacanti te vṛṣabhānatsi teṣāṃ pṛkṣeṇa yanmaghavan hūyamānaḥ
Mit dem Presstein pressen dir deine berauschenden Somas, Indra, die Eiligen; du trinkst von ihnen. / Sie kochen dir die Stiere; du isst von ihnen, wenn du, Maghavan, mit Speisebrei [?] angerufen wirst.
idaṃ su me jaritarā cikiddhi pratīpaṃ śāpaṃ nadyovahanti / lopāśaḥ siṃhaṃ pratyañcamatsāḥ kroṣṭāvarāhaṃ niratakta kakṣāt
Vernimm dies wohl von mir, Sänger: Gegen den Strom [?] tragen die Flüsse den Fluch [?]. / Der Fuchs [?] hat den Löwen [?], der ihm entgegenkam, aus der Achselhöhle [?] herausgetrennt, der Schakal den Eber. [Rätselvers, sehr unsicher]
katha ta etadahamā ciketaṃ gṛtsasya pākastavasomanīṣām / tvaṃ no vidvān ṛtuthā vi voco yamardhaṃ temaghavan kṣemyā dhūḥ
Wie hätte ich dies von dir erkannt, das Sinnen des Gierigen, des Kraftvollen, des Soma-Verzehrers [?]? / Du, der Wissende, sprich es uns zur rechten Zeit heraus, was, Maghavan, deine erwünschte Last, die Heilsam-Ruhe ist [?].
Wort für Wort
kathā
wie
te
dein (Gen./Dat.)
etat
dies (Akk. Sg. n.)
aham
ich (Nom.)
ā
hin (Präverb)
ciketam
ich würde erkennen (1. Sg. Aor. Opt.) [?]
gṛtsasya
des Gierigen (Gen. Sg.)
pākaḥ
des Kochers/Reifers [?] (Gen. Sg.)
tavasaḥ
des Kraftvollen (Gen. Sg.)
manīṣām
Sinnen/Gedanke (Akk. Sg.)
tvam
du (Nom.)
naḥ
uns (Dat.)
vidvān
wissend (Nom. Sg.)
ṛtu-thā
nach der Jahreszeit/zur rechten Zeit (Adv.)
vi
auseinander (Präverb)
vocaḥ
sprich (2. Sg. Aor. Imp.)
yam
welche (Akk. Sg. f.)
ardham
die Hälfte/das Halbe [?] (Akk. Sg.)
te
dein (Gen. Sg.)
magha-van
Gabenreicher (Vok.)
kṣemyā
die Heilsame/Wohlbehalt-Bringende (Nom. Sg. f.) [?]
evā hi māṃ tavasaṃ vardhayanti divaścin me bṛhatauttarā dhuḥ / purū sahasrā ni śiśāmi sākamaśatruṃhi ma janitā jajāna
So stärken mich, den Kraftvollen, ja auch die Stärker-Machenden; von dem großen Himmel her setzten sie [mir] das Höhere. / Viele Tausende schlage ich zugleich nieder; ohne Feind [?] hat mich der Erzeuger geboren.
So erzeugten die Götter mich, den Kraftvollen, den Grimmigen, den Bullen, bei jeder Tat, o Indra. / Ich erschlug den Vṛtra mit dem Donnerkeil, berauscht, [und öffnete] dem Verehrer mit Macht die Hürde.
Wort für Wort
eva
so (Adv.)
hi
denn (Partikel)
mām
mich (Akk.)
tavasam
den Kraftvollen (Akk. Sg.)
jajñuḥ
sie erzeugten (3. Pl. Perf.)
ugram
den Grimmigen (Akk. Sg.)
karman-karman
bei Tat um Tat (Lok. Sg. Distrib.)
vṛṣaṇam
den Bullen (Akk. Sg.)
indra
Indra (Vok.)
devāḥ
die Götter (Nom. Pl.)
vadhīm
ich erschlug (1. Sg. Aor.)
vṛtram
Vṛtra (Akk. Sg.)
vajreṇa
mit dem Donnerkeil (Instr. Sg.)
mandasānaḥ
berauscht (Nom. Sg. Part. Med.)
apa
weg (Präverb)
vrajam
Hürde/Gehege (Akk. Sg.)
mahinā
mit Größe/Macht (Instr. Sg.)
dāśuṣe
dem Verehrer (Dat. Sg.)
vam
[Tippfehler im PP/Verderbnis: 'vam'; Sinn etwa 'ich öffnete'] [?]
Die Götter kamen, trugen Äxte, Wälder fällend; mit ihren Stämmen kamen sie heran. / Sie legten den Löffel [?] in die Flanken, wo sie den Wurm [?] daraufhin verbrennen.
Der Hase verschlang das entgegenkommende Schermesser [?]; mit dem Stein [?] habe ich den Fels von fern gespalten. / Den Großen bringe ich [ihm] unter, den Zerstörenden [?]; das Kalb [?] soll den Bullen anfeuern [?]. [Rätselvers, sehr unsicher]
Wort für Wort
śaśaḥ
Hase (Nom. Sg.)
kṣuram
Schermesser (Akk. Sg.)
pratyañcam
entgegenkommend (Akk. Sg.)
jagāra
er verschlang (3. Sg. Perf.)
adrim
Fels/Stein (Akk. Sg.)
logena
mit Erdscholle/Stück [?] (Instr. Sg.)
vi
auseinander (Präverb)
abhedam
ich spaltete (1. Sg. Impf.)
ārāt
von fern (Adv.)
bṛhantam
den Großen (Akk. Sg.)
cit
sogar (Partikel)
ṛhate
dem Zerstörenden/Ansturm [?] (Dat. Sg.)
randhayāni
ich möchte unterbringen/besänftigen [?] (1. Sg. Konj. Kaus.)
vayat
er soll fliegen lassen/antreiben [?] (3. Sg. Konj.)
Der Schönbeschwingte [Vogel] hat so die Kralle angesetzt; eingesperrt wie der Löwe [?] um sein Lager [?]. / Auch der eingeschlossene Büffel, durstig: dem hat der Waran diese Last [Schmerz?] gezogen [?]. [Rätselvers, sehr unsicher]
Für diese hat der Waran diese [Last?] gezogen, die mit Speisen dem Gebet [?] entgegentrinken [?]: / sie, alle Stiere, essen die losgelassenen [Rinder], sich selbst die Kräfte schärfend [?]. [unsicher]
ete śamībhiḥ suśamī abhūvan ye hinvire tanvaḥ somaukthaiḥ / nṛvad vadannupa no māhi vājān divi śravodadhiṣe nāma vīraḥ
Diese wurden durch ihre Mühen [?] sehr müheträchtig, die [ihre] Leiber mit Soma und Preisliedern antrieben. / Sprich wie ein Mann zu uns, Gabenreicher; du trägst Ruhm im Himmel, Namen, o Held [?].