Kapitel 4: ṛgvede 10.4 · pra te yakṣi pra ta iyarmi manma bhuvo yathā vandyo nohaveṣu
Anruf an Agni: Bote, Waldbrand und Schutzbitte
Lied an Agni mit dichten Bildern: Agni als Bote zwischen Göttern und Sterblichen, als wachsender Brand im Wald (Vers 3-5), Feuerbohren als Zehn-Finger-Handlung (Vers 6). Vers 4 und 5 sind syntaktisch und lexikalisch schwierig.
pra te yakṣi pra ta iyarmi manma bhuvo yathā vandyo nohaveṣu / dhanvanniva prapā asi tvamagna iyakṣave pūravepratna rājan
Ich verehre dich, ich erhebe dir das Gebet, damit du uns bei den Anrufungen preiswürdig seiest; / wie einem Wasserlosen ein Tränkplatz bist du, o Agni, / dem Iyakṣu, dem Pūru, o König der Vorzeit.
Wort für Wort
pra
hervor (Präverb)
te
dir (Dat. Sg.)
yakṣi
ich verehre (1. Sg. Aor.)
pra
hervor (Präverb)
te
dir (Dat. Sg.)
iyarmi
ich bringe (1. Sg.)
manma
Gebet, Gedanke (Akk. Sg.)
bhuvaḥ
du sollst sein (2. Sg. Aor. Inj.)
yathā
damit, so dass (Konj.)
vandyaḥ
preiswürdig (Nom. Sg.)
naḥ
bei uns (Gen. Pl. Poss.)
haveṣu
bei den Anrufungen (Loc. Pl.)
dhanvan-iva
in der Wüste, wie (Nom./Part.)
pra-pā
Tränkplatz (Nom. Sg.)
asi
bist (2. Sg.)
tvam
du (Nom. Sg.)
agne
Agni (Vok. Sg.)
iyakṣave
dem Iyakṣu (Dat. Sg.; Personenname/Verehrungswilliger, [?])
Zu dem, den die Menschen umschwärmen wie die Kühe die warme Hürde, o Jüngster, / du bist Bote der Götter und der Sterblichen; / du, der Große, wanderst dazwischen mit Leuchten.
Wie ein wachsendes, ein neugeborenes Kind [erhebt] dich die Mutter, / [dich] tragend, die anhänglich [bleibt]; / vom Bogen [oder: von der Ebene?] über die Abhänge fährst du, begehrenswerter; / du trachtest, wie ein losgelassenes Tier, nach Sieg [?].
mūrā amūra na vayaṃ cikitvo mahitvamagne tvamaṅga vitse / śaye vavriścarati jihvayādan rerihyate yuvatiṃviśpatiḥ san
Wir sind Toren, du bist kein Tor, o Wissender: / wir kennen deine Größe nicht, o Agni, du kennst sie ja selbst. / Er liegt, der Umschlingende, [wie ein Bogen?] wandert er, mit der Zunge fressend, / er leckt die junge [Frau], obwohl er Stammesherr ist [?].
kūcijjāyate sanayāsu navyo vane tasthau palito dhūmaketuḥ / asnātāpo vṛṣabho na pra veti sacetaso yaṃ parṇayantamartāḥ
Wo wird er geboren, wenn Neuerscheinungen [sind?] / im Wald steht der Graue, mit Rauch als Zeichen; / ungebadet, wasserlos, ein Stier, geht er nicht hin; / den die einmütigen Sterblichen vorwärtsführen [?].
Wie zwei Diebe, die den Körper verlassen, die im Wald gehen, / haben sie ihn mit zehn Seilen umfasst; / dies ist dein neuestes Loblied, o Agni: / schirre den Wagen an mit deinen glänzenden Gliedern.
brahma ca te jātavedo namaśceyaṃ ca gīḥ sadamidvardhanī bhūt / rakṣā ṇo agne tanayāni tokā rakṣota nastanvo aprayuchan
Das Gebet an dich, o Jātavedas, und die Verehrung, / und dieses Lied sei stets stärkend geworden; / beschütze uns, o Agni, die Nachkommen, die Kinder, / und beschütze unsere Leiber, ohne nachzulassen.